[perspektive:] Kalifornien wendet sich in Verzweiflung über die Waldbrände an Native Americans

Nach Waldbränden in rekordverdächtigem Ausmaß in den letzten Jahrzehnten sind die kalifornischen Zuständigen verzweifelt. Ihre Methoden scheinen der Landschaft, den Feuern und dem Klimawandel nicht gewachsen. Nun wenden sie sich an die, die einst von der kalifornischen Landschaft vertrieben wurden: Das Wissen der Native Americans um die kalifornische Natur soll die Wälder und benachbarte Städte retten.

Feu­er war immer schon Teil der kali­for­ni­schen Land­schaft. Frü­her pfleg­ten Nati­ve Ame­ri­cans in Kali­for­ni­en sie mit jähr­li­chen, kon­trol­lier­ten Brän­den. Die­se ent­fern­ten tro­cke­nes Unter­holz und erlaub­ten so, jun­gen Pflan­zen zu wach­sen. Die­se kon­trol­lier­ten Brän­de beug­ten unkon­trol­lier­ba­ren Feu­ern, wie sie in den letz­ten Jah­ren üblich waren, vor.

Regie­rungs­stel­len sehen sich mit ihren her­kömm­li­chen Metho­den ange­sichts der aktu­el­len Aus­ma­ße über­for­dert. Nun sol­len wie­der „gute Feu­er“ statt­fin­den – wie sie Nati­ve Ame­ri­can Gesell­schaf­ten schon immer durch­ge­führt hat­te, bevor sie ver­trie­ben wur­den.

Feuer als kulturelle Zeremonie der Stämme verboten

Im Zuge des­sen, dass west­li­che Sied­ler die Nati­ves von ihrem eige­nen Land ver­trie­ben haben, wur­den auch die Brän­de ver­bo­ten. Sie waren Tra­di­tio­nen und fes­ter kul­tu­rel­ler Bestand­teil der ers­ten Gesell­schaf­ten von Kali­for­ni­en. Vie­le Nati­ve Ame­ri­cans wur­den kri­mi­na­li­siert und erleb­ten durch Poli­zei und Feu­er­wehr Repres­sio­nen für ihre Land­schafts­pfle­ge.

Die vor­beu­gen­den, kon­trol­lier­ten Feu­er der Nati­ves wichen den eili­gen Lösch­ak­tio­nen der Sied­ler. Die Land­schaft ent­wi­ckel­te dabei immer mehr Brenn­ma­te­ri­al, das Unter­holz wur­de dich­ter und dich­ter. Jeden Som­mer trock­ne­te die Vege­ta­ti­on aus und bil­de­te die Schicht an gut brenn­ba­ren Gehöl­zen, die für das kata­stro­pha­le Aus­maß der Feu­er in den letz­ten Jah­ren ver­ant­wort­lich ist.

Flächenbrände waren üblich

Vor der Ver­trei­bung der Nati­ve Ame­ri­cans, also bis rund um das Jahr 1800, brann­ten in Kali­for­ni­en weit grö­ße­re Flä­chen als momen­tan. Die Fol­gen der Feu­er, die teils von Indi­ge­nen, teils durch Blit­ze ver­ur­sacht wur­den, waren aber weit nicht so ver­hee­rend.

Neue Partnerschaften

Die Regie­rungs­be­auf­trag­ten haben des­we­gen gro­ßes Inter­es­se an der Zusam­men­ar­beit mit und dem Wis­sen von Nati­ve Ame­ri­cans. Für die ver­trie­be­nen Gesell­schaf­ten wäre das eine Chan­ce, end­lich wie­der Zugang zum gestoh­le­nen Land zu bekom­men.

Unter Anlei­tung des Vor­sit­zen­den der North Fork Mono, Ron Goo­de, haben die ers­ten tra­di­tio­nel­len Brän­de wie­der statt­ge­fun­den. Dazu hat er zahl­rei­che Gesell­schaf­ten, die vom Land ver­trie­ben wor­den waren, zusam­men­ge­bracht.

„Ich den­ke dass es wirk­lich wich­tig ist, dass wir nicht so über die tra­di­tio­nel­len Feu­er den­ken: Wel­che Infor­ma­tio­nen kön­nen wir von den ers­ten Völ­kern neh­men und sie dann aus­schlie­ßen, wenn nicht-Nati­ves das Land bear­bei­ten. Nati­ve Ame­ri­cans soll­ten die vor­ders­te Front sein und anlei­ten.“, erklärt Midd­le­ton Man­ning, Pro­fes­sor für Nati­ve Ame­ri­can Stu­dies.

Der Bei­trag Kali­for­ni­en wen­det sich in Ver­zweif­lung über die Wald­brän­de an Nati­ve Ame­ri­cans erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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