[labournet:] Besser sauber: Ein Bündnis aus Gewerkschaften und der Initiative „Schule in Not“ will die Schulreinigung rekommunalisieren. Ziel sind auch fairere Arbeitsbedingungen

Initiative „Schule in Not““Was dabei her­aus­kommt, wenn die öffent­li­che Hand spart, sagt Anne Zet­sche von der Initia­ti­ve „Schu­le in Not“, das kön­ne man doch in Ber­lin immer noch am aller­bes­ten am Sau­ber­keits­grad von Schul­toi­let­ten und Klas­sen­zim­mern besich­ti­gen: Das sei­en „kata­stro­pha­le Zustän­de – weil die öffent­li­che Hand die Gewin­ne von pri­va­ten Fir­men finan­ziert“, sagt die Mut­ter aus Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf am Don­ners­tag bei der Vor­stel­lung einer Zwi­schen­bi­lanz zum Anlie­gen der Initia­ti­ve, der Rekom­mu­na­li­sie­rung der Schul­rei­ni­gung. (…) Tat­säch­lich unter­stützt inzwi­schen ein brei­tes Gewerk­schafts­bünd­nis die Initia­ti­ve: Neben der IG Bau sit­zen am Don­ners­tag auch die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft GEW sowie Ver­di auf dem Podi­um. Den Gewerk­schaf­ten geht es um eine Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen in einer extrem pre­kä­ren Bran­che. Man stel­le fest, sagt Kors­ten: „Regel­mä­ßig, wenn es wie­der neue Tarif­ab­schlüs­se gibt, ver­grö­ßern die Unter­neh­men die zu rei­ni­gen­de Flä­che – oder sie ver­kür­zen die Arbeits­zeit der Beschäf­tig­ten.“ Im Kampf um Auf­trä­ge unter­bö­ten die Rei­ni­gungs­fir­men sich gegen­sei­tig, wer mehr Flä­che für weni­ger Geld put­ze, sagt Kors­ten – die Stell­schrau­be sind die Per­so­nal­kos­ten. Und die öffent­li­che Hand, im Fal­le der Schu­len die Bezirks­äm­ter, sei oft nicht gewillt, mehr zu zah­len als eben das, was für die anschau­li­chen acht Minu­ten pro Klas­sen­zim­mer reicht…” Arti­kel von Anna Klöp­per vom 11. Sep­tem­ber 2020 in der taz online externer Link und die Home­page des Bünd­nis­ses „Schu­le in Not“ externer Link sowie einen wei­te­ren Arti­kel dar­über:

  • Für Klo­pa­pier und Sei­fe: Bünd­nis for­dert, dass die Schul­rei­ni­gung in Ber­lin rekom­mu­na­li­siert wer­den soll
    “»Die Beschlüs­se sind gefasst – nun müs­sen sie auch umge­setzt wer­den.« Hin­ter dem Satz, mit dem der Ver­ein »Schu­le in Not« am Don­ners­tag in Ber­lin zur Pres­se­kon­fe­renz ein­ge­la­den hat­te, steckt eine kon­kre­te For­de­rung: Bis zum Beginn des Schul­jah­res 2021/​2022 sol­len zehn Pro­zent der Schul­rei­ni­gung in Eigen­re­gie erfol­gen. Die­ser Anteil soll bis zum Som­mer 2022 auf 25 Pro­zent und dann jähr­lich in fest­zu­le­gen­den Schrit­ten wei­ter stei­gen. Das Ziel des Bünd­nis­ses, das aus »Schu­le in Not« und den Gewerk­schaf­ten GEW, IG BAU und Ver­di besteht, ist die Rekom­mu­na­li­sie­rung der Ber­li­ner Schul­rei­ni­gung. Die Eltern­in­itia­ti­ve »Schu­le in Not« hat­te 2019 auf die kata­stro­pha­len Hygie­ne­be­din­gun­gen in den rund 800 Ber­li­ner all­ge­mein­bin­den­den Schu­len und die mie­sen Arbeits­be­din­gun­gen der Rei­ni­gungs­kräf­te auf­merk­sam gemacht. Seit der Grün­dung der Initia­ti­ve im Vor­jahr haben 25 000 Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­ner für die Rekom­mu­na­li­sie­rung der Schul­rei­ni­gung unter­schrie­ben. Damit spra­chen sie sich zugleich für mehr Zeit und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen für die Beschäf­tig­ten aus. In sechs von zwölf Bezir­ken fass­ten die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lun­gen Beschlüs­se zur Rekom­mu­na­li­sie­rung. Auf Lan­des­ebe­ne wur­de der »Run­de Tisch Schul­rei­ni­gung« ein­ge­rich­tet. Im Dop­pel­haus­halt 2020/​2021 hat das Land 16 Mil­lio­nen Euro zusätz­lich für die Schul­rei­ni­gung ein­ge­stellt. (…) »Seit Jah­ren, wenn nicht Jahr­zehn­ten ist die Rei­ni­gung an den Schu­len eine Kata­stro­phe«, sag­te Anne Zet­sche von »Schu­le in Not«. Die Rück­mel­dun­gen, die sie seit Beginn des Schul­jah­res bekom­men habe, spre­chen für sich, so Zet­sche wei­ter. Ein Haus­meis­ter habe ihr von sei­ner »sei­ten­lan­gen Män­gel­lis­te« an das Rei­ni­gungs­un­ter­neh­men berich­tet. An man­chen Schu­len fehl­ten Hand­tü­cher, Klo­pa­pier, Sei­fe, Zwi­schen­rei­ni­gun­gen fin­den sel­ten oder gar nicht statt. »Wenn die Beschäf­tig­ten pro Klas­sen­zim­mer acht Minu­ten Zeit haben, ist das auch nicht anders mög­lich«, sag­te Jens Kors­ten von der IG BAU. Sei­ne Gewerk­schaft hat einen Flä­chen­ta­rif­ver­trag für die Gebäu­de­rei­ni­gung erstrit­ten, der seit 2018 all­ge­mein­ver­bind­lich ist – also bun­des­weit in der gesam­ten Bran­che gilt. »Das Pro­blem ist«, so Kors­ten, »das mit jeder Tarif­er­hö­hung die Arbeit­ge­ber die Zeit pro Rei­ni­gungs­schritt ver­kür­zen und gleich­zei­tig die Flä­chen ver­grö­ßern.« Zudem arbei­te der grö­ße­re Teil der Beschäf­tig­ten nicht in Voll­zeit, son­dern habe Ver­trä­ge mit unter 30 Stun­den pro Woche. Das Ergeb­nis die­se Pra­xis: Zweit- und Dritt­jobs wer­den nötig, es ent­ste­hen sozia­le Fol­ge­kos­ten, wenn die Beschäf­tig­ten ihre Ein­kom­men auf­sto­cken müs­sen, die Qua­li­tät der Rei­ni­gung lei­det. Das müs­se man gegen die ver­meint­lich höhe­ren Kos­ten für eine rekom­mu­na­li­sier­te Schul­rei­ni­gung rech­nen, sag­te Erich Mend­roch von Ver­di…“ Arti­kel von Jörg Mey­er vom 10.09.2020 in Neu­es Deutsch­land online externer Link

Der Bei­trag Bes­ser sau­ber: Ein Bünd­nis aus Gewerk­schaf­ten und der Initia­ti­ve „Schu­le in Not“ will die Schul­rei­ni­gung rekom­mu­na­li­sie­ren. Ziel sind auch fai­re­re Arbeits­be­din­gun­gen erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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