[labournet:] Keine Strafverfolgung der Geflüchteten ›EL HIBLU 3‹ – Malta muss europäisches und internationales Recht beachten und anwenden

EU: No Entrance. Titelbild zum isw-report 104 - Auf der Flucht. Fluchtursachen. Festung Europa. Alternativen. (Festung Europa, Februar 2016)“In der Nacht vom 25. auf den 26. März 2019 ver­ließ ein Gum­mi­boot Liby­en mit etwa 114 Per­so­nen an Bord, dar­un­ter 20 Frau­en und min­des­tens 15 Kin­der. Es geriet in schwe­re See­not und wur­de von dem Öltan­ker El Hiblu 1 geret­tet. Als die betrof­fe­nen Men­schen bemerk­ten, dass sie zurück nach Liby­en ver­frach­tet wer­den, began­nen Sze­nen der Ver­zweif­lung und Panik. Sie mach­ten deut­lich, dass dies für sie den Tod bedeu­ten wür­de. Nach von Amnes­ty Inter­na­tio­nal gesam­mel­ten Infor­ma­tio­nen haben die Geret­te­ten zu kei­nem Zeit­punkt gewalt­sa­me Akti­vi­tä­ten gegen den Kapi­tän oder Crew­mit­glie­der unter­nom­men. Die ver­ant­wort­li­chen Besat­zungs­mit­glie­der der El Hiblu 1 beschlos­sen, das Schiff in Rich­tung Mal­ta zu steu­ern. Das mal­te­si­sche Mili­tär eskor­tier­te das Schiff nach Mal­ta, wo die Pas­sa­gie­re am 28. März 2019 von Bord gin­gen. Drei der geret­te­ten Men­schen – zwei Min­der­jäh­ri­ge (damals 15 und 16 Jah­re alt) sowie ein 19-Jäh­ri­ger – wur­den sofort ver­haf­tet und anschlie­ßend für acht Mona­te inhaf­tiert. Sie wur­den Ende Novem­ber 2019 gegen Kau­ti­on frei­ge­las­sen und sind unter dem Namen ›El Hiblu 3‹ bekannt. Die mal­te­si­schen Behör­den ermit­teln gegen sie wegen einer Rei­he schwe­rer Ver­ge­hen, dar­un­ter der Vor­wurf des Ter­ro­ris­mus und der Pira­te­rie. Eini­ge die­ser Straf­ta­ten kön­nen mit lebens­lan­ger Haft­stra­fe geahn­det wer­den. (…) Der RAV for­dert die Bun­des­re­gie­rung auf, sich bei den mal­te­si­schen Behör­den und der Jus­tiz dafür ein­zu­set­zen, dass – alle Ver­pflich­tun­gen, die sich aus dem inter­na­tio­na­len und euro­päi­schen Recht, den Men­schen­rech­ten und dem Flücht­lings­recht erge­ben – sowie die Ver­pflich­tun­gen aus der UN-Kon­ven­ti­on über die Rech­te des Kin­des –, voll­stän­dig umge­setzt wer­den. (…) Wir rufen die demo­kra­ti­sche Gesell­schaft auf, den Pro­zess gegen die­se Jugend­li­chen zu beob­ach­ten und sich für ihre Zukunft in Frei­heit ein­zu­set­zen…” RAV-Pres­se­mit­tei­lung 5/​20 vom 27. März 2020 externer Link, sie­he auch:

  • Mal­ta: Men­schen­rechts­wid­ri­ge Prak­ti­ken füh­ren zu Tod und Leid von flüch­ten­den Men­schen New
    “… Der neue Amnes­ty-Bericht „Waves of impu­ni­ty: Malta’s vio­la­ti­ons of the rights of refu­gees and migrants in the Cen­tral Medi­ter­ra­ne­an“ beschreibt, wie mal­te­si­sche Behör­den im Jahr 2020 mit gefähr­li­chen und rechts­wid­ri­gen Maß­nah­men immer wie­der Men­schen­le­ben aufs Spiel set­zen. „Amnes­ty-Recher­chen zei­gen, dass Men­schen ums Leben kom­men, weil mal­te­si­sche Behör­den die Hil­fe­ru­fe von Schutz­su­chen­den miss­ach­ten. Auch wer­den Flücht­lin­ge und Migran­ten von mal­te­si­schen Behör­den zurück nach Liby­en ver­bracht, wo sie wei­ter schwe­ren Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen aus­ge­setzt sind“, sagt Mar­kus N. Bee­ko, Gene­ral­se­kre­tär von Amnes­ty Inter­na­tio­nal in Deutsch­land. „Unser aktu­el­ler Bericht belegt die men­schen­rechts­wid­ri­gen Hand­lun­gen Mal­tas. Es sind jedoch vie­le euro­päi­sche Akteu­re dar­an betei­ligt, den Schutz von Men­schen auf der Flucht an den EU-Außen­gren­zen sys­te­ma­tisch zu ver­hin­dern.“ (…) Auch die Auf­klä­rungs­flug­zeu­ge von FRONTEX tra­gen dazu bei, dass Men­schen nach Liby­en zurück­ge­bracht wer­den. (…) „Wir erwar­ten von der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, dass der für Ende Sep­tem­ber ange­kün­dig­te neue Migra­ti­ons­pakt den bis­lang unzu­rei­chen­den Schutz von Men­schen eben­so in den Fokus nimmt wie den Grenz­schutz. Es braucht wir­kungs­vol­le Über­wa­chungs­me­cha­nis­men für die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te an den EU-Außen­gren­zen“, so Bee­ko. Im Jahr 2020 hat Amnes­ty Inter­na­tio­nal in Berich­ten zu ande­ren EU-Außen­gren­zen doku­men­tiert, wie drin­gend not­wen­dig ein unab­hän­gi­ges, wirk­sa­mes Moni­to­ring­sys­tem für die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te ist. Anfang März 2020 mel­de­te Amnes­ty, dass an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze min­des­tens zwei Men­schen von der grie­chi­schen Poli­zei erschos­sen wur­den, als die Tür­kei ihre Gren­zen für Migran­ten kurz­fris­tig öff­ne­te. Ende Mai 2020 berich­te­te Amnes­ty Inter­na­tio­nal über eine Eska­la­ti­on der Poli­zei­ge­walt gegen Asyl­su­chen­de aus Paki­stan und Afgha­ni­stan an der kroa­ti­schen Gren­ze zu Bos­ni­en.” Pres­se­state­ment von Amnes­ty Inter­na­tio­nal Deutsch­land zum neu­en Bericht bei ‘Die Frei­heits­lie­be’ am 10. Sep­tem­ber 2020 externer Link

Der Bei­trag Kei­ne Straf­ver­fol­gung der Geflüch­te­ten ›EL HIBLU 3‹ – Mal­ta muss euro­päi­sches und inter­na­tio­na­les Recht beach­ten und anwen­den erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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