[labournet:] NetzDG u.a.: Wie sich die Debatte um Fake (und Hate) News zum Problem für Presse- und Meinungsfreiheit entwickelt

Dossier

Gegen Internetsperren in einer freien GesellschaftGegen Internetsperren in einer freien Gesellschaft“… Eigent­lich ging es ja dar­um, die demo­kra­ti­sche Mei­nungs­bil­dung vor Mani­pu­la­ti­on zu schüt­zen. Doch jetzt ist die Fake-News-Debat­te selbst zum Risi­ko für Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit gewor­den. Ein Pul­ver­fass, in dem die The­men Hate Speech, Fake News, Wäh­ler-Pro­filing, Mei­nungs­ro­bo­ter und Platt­form­re­gu­lie­rung ver­mischt und kräf­tig ver­rührt wer­den. Es ist wenig hilf­reich, wenn man jetzt den Ras­sis­ten, der zu Hau­se am Rech­ner mit Falsch­mel­dun­gen gegen Flücht­lin­ge Stim­mung macht, mit pro­fes­sio­nel­len Troll-Arme­en in einen Topf wirft. Kal­te-Krieg-Ver­glei­che oder das alar­mis­ti­sche Bild einer „Desta­bi­li­sie­rung des Staa­tes“ haben die Debat­te wei­ter erhitzt. Wir haben uns des­we­gen die hek­tisch vor­ge­tra­ge­nen Vor­schlä­ge von SPD und Uni­on ange­se­hen und ver­su­chen eine ers­te Ein­ord­nung: Eini­ge wür­den zu mehr pri­va­ti­sier­ter Rechts­durch­set­zung füh­ren, ande­re stel­len ein ernst­haf­tes Pro­blem für Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit dar…” Ana­ly­se von Mar­kus Reu­ter vom 20. Dezem­ber 2016 bei Netz­po­li­tik externer Link – sie­he dazu auch den Refe­ren­ten­ent­wurf des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz für ein Gesetz zur Ver­bes­se­rung der Rechts­durch­set­zung in sozia­len Netz­wer­ken externer Link (Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz –NetzDG) und hier neu zur wich­ti­gen Debat­te:

  • Digi­ta­le-Diens­te-Gesetz: UN-Men­schen­rechts­hü­te­rin warnt vor Lösch-Exzes­sen New
    “UN-Hoch­kom­mis­sa­rin Michel­le Bache­let schickt einen Brief nach Brüs­sel. Die EU dür­fe bei ihrem neu­en Platt­form­ge­setz kei­ne Über­wa­chungs­pflich­ten ein­füh­ren und die Mei­nungs­frei­heit gefähr­den, for­dert die ehe­ma­li­ge chi­le­ni­sche Prä­si­den­tin. (U…) Welt­weit wach­se die Sor­ge über die Struk­tu­ren und Pro­zes­se von pri­va­ten Fir­men bei der Mode­ra­ti­on von Inhal­ten, schrieb Bache­let in einem Brief an EU-Kom­mis­si­ons­chefin Ursu­la von der Ley­en. Face­book, Twit­ter und Tik­Tok haben jeweils eige­ne Regeln, wel­che Inhal­te sie ent­fer­nen oder unsicht­bar machen. An der Mode­ra­ti­on von Inhal­ten durch die Platt­for­men ist inzwi­schen häu­fig Kri­tik zu hören. Für Ärger sorgt ihr zöger­li­ches Vor­ge­hen gegen Hass und Falsch­mel­dun­gen, jedoch meh­ren sich auch die Bei­spie­le von schwer nach­voll­zieh­ba­ren Kon­ten­sper­run­gen und will­kür­li­chen Regeln gegen bestimm­te Inhal­te. Die EU-Kom­mis­si­on will bis Dezem­ber ein Geset­zes­pa­ket vor­schla­gen, das den Platt­for­men kla­re Regeln für die Mode­ra­ti­on von Inhal­ten geben soll. Das Digi­ta­le-Diens­te-Gesetz sorgt bereits jetzt für inten­si­ves Lob­by­ing der Digi­tal­kon­zer­ne und Rech­te­inha­ber, aber auch aus der Zivil­ge­sell­schaft. Erst kürz­lich ende­te die öffent­li­che Kon­sul­ta­ti­ons­pha­se für das umfas­sen­de Vor­ha­ben. (…) In die Debat­te bringt sich nun auch die wich­tigs­te Men­schen­rechts­hü­te­rin der Ver­ein­ten Natio­nen ein. Ihr Brief stellt vier kla­re Kri­te­ri­en für das neue Gesetz auf: Es müs­se durch Regeln und Pro­zes­se jedem Men­schen glei­chen Zugang zur digi­ta­len Welt ermög­li­chen; es brau­che Trans­pa­renz über die Funk­ti­ons­wei­se der Platt­for­men; es dür­fe nur Vor­schrif­ten zur Löschung tat­säch­lich ille­ga­ler Inhal­te und kei­ner­lei gene­rel­le Über­wa­chungs­pflich­ten geben; und es müs­se zugäng­li­che und effek­ti­ve Mit­tel gegen Fehl­ent­schei­dun­gen der Platt­form geben. Bache­let emp­fiehlt der Kom­mis­si­on eine Fol­gen­ab­schät­zung über mög­li­che Aus­wir­kun­gen ihres Geset­zes auf Ungleich­heit und Dis­kri­mi­nie­rung von benach­tei­lig­ten Grup­pen. Die EU müs­se die glo­ba­len Aus­wir­kun­gen ihres Vor­ha­bens beden­ken, schreibt die frü­he­re chi­le­ni­sche Prä­si­den­tin…” Bei­trag von Alex­an­der Fan­ta vom 10. Sep­tem­ber 2020 bei Netz​po​li​tik​.org externer Link
  • Geset­zes­pa­ket gegen Hass­kri­mi­na­li­tät Ent­schie­den gegen Het­ze im Netz vom Bun­des­rat gebil­ligt
    Bei Mord­dro­hun­gen in Sozia­len Medi­en, Gewalt gegen Beschäf­tig­te in Ret­tungs­stel­len oder auch anti­se­mi­tisch moti­vier­ten Straf­ta­ten – die Bun­des­re­gie­rung ver­stärkt ihren Kampf gegen Hass­kri­mi­na­li­tät. Ein Gesetz, das neue Regeln und Straf­ver­schär­fun­gen vor­sieht, wur­de nun vom Deut­schen Bun­des­rat gebil­ligt. Auch Anbie­ter gro­ßer Sozia­ler Netz­wer­ke erhal­ten neue Pflich­ten – was sich im Ein­zel­nen ändert...” Mel­dung der Bun­des­re­gie­rung vom 3. Juli 2020 externer Link, sie­he auch:
    • Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz: Bun­des­tag ent­schei­det über umstrit­te­nes Gesetz gegen Hass­kri­mi­na­li­tät
      Sozia­le Netz­wer­ke sol­len in Zukunft man­che poten­zi­ell straf­ba­ren Inhal­te direkt ans BKA mel­den. Das ist einer der Haupt­streit­punk­te in einem Gesetz, das nun im Bun­des­tag beschlos­sen wer­den soll. Dabei gibt es einen Vor­schlag, der die Beden­ken ver­rin­gern könn­te. Der Bun­des­tag will am heu­ti­gen Don­ners­tag ein Gesetz zur bes­se­ren Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der Hass­kri­mi­na­li­tät beschlie­ßen externer Link. Der Ent­wurf sieht eine Reform des Netz­werk­durch­set­zungs­ge­set­zes (NetzDG) vor, um eine bes­se­re Straf­ver­fol­gung bei Hass­kri­mi­na­li­tät zu ermög­li­chen. Kern die­ses Vor­ha­bens ist die Ein­füh­rung einer Mel­de­pflicht für Sozia­le Netz­wer­ke. Sie sol­len künf­tig bestimm­te poten­zi­ell straf­ba­re Inhal­te direkt an das Bun­des­kri­mi­nal­amt mel­den. Bis­her muss­ten die Posts ledig­lich gelöscht wer­den. Das BKA soll die­se dann prü­fen und gege­be­nen­falls ermit­teln. Dabei geht es bei­spiels­wei­se um Posts mit volks­ver­het­zen­den Inhal­ten sowie Andro­hun­gen von schwe­rer Kör­per­ver­let­zung oder Mord. (…) Auch der Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te Ulrich Kel­ber hat­te die Umset­zung der Mel­dun­gen an das BKA als Kern­punkt kri­ti­siert. Er schlug in einer Stel­lung­nah­me zum Gesetz eben­falls eine Quick-Free­ze-Lösung vor. Der Rechts­aus­schuss des Bun­des­tags hat­te zuletzt eine Beschluss­emp­feh­lung erar­bei­tet, die den ursprüng­li­chen Gesetz­ent­wurf noch erwei­tert. So soll das „BKA im Rah­men sei­ner Zen­tral­stel­len­auf­ga­be berech­tigt wer­den, bei Tele­me­di­en­diens­te­an­bie­tern die Log­in-IP-Adres­sen von Urhe­bern straf­ba­rer Inter­net­in­hal­te abzu­fra­gen“. Nicht alle Anbie­ter fal­len unter das NetzDG und das BKA soll auch bei Inhal­ten, die nicht gemel­det wer­den, son­dern die es auch bei eige­nen Recher­chen fin­det, die IP-Adres­se her­aus­be­kom­men kön­nen. So soll auch ver­mie­den wer­den, dass Nut­zer gezielt auf Platt­for­men aus­wei­chen, die nicht laut NetzDG zur Mel­dung ver­pflich­tet wären. Ein gro­ßes Fra­ge­zei­chen besteht dar­in, wie die Jus­tiz mit dem abseh­bar stei­gen­den Ermitt­lungs­auf­kom­men zurecht­kom­men soll...” Arti­kel von Anna Bisel­li vom 18.06.2020 in Netz­po­li­tik externer Link
    • Vier Pro­ble­me des Maß­nah­men­pa­kets gegen Hass­kri­mi­na­li­tät
      Jus­tiz­mi­nis­te­rin Lam­brecht ver­schärft den Kampf gegen straf­ba­re Het­ze im Netz mit einem weit­rei­chen­den Gesetz. Die Maß­nah­men könn­ten hel­fen, ber­gen aber auch Gefah­ren….” Eine Ana­ly­se von Max Hop­pen­s­tedt vom 18.06.2020 im Spie­gel online externer Link
  • Gesetz­ent­wurf gegen Hass­kri­mi­na­li­tät: Übers Ziel hin­aus­ge­schos­sen 
    Der Bun­des­tag debat­tiert über eine Ände­rung des Netz­werk­durch­set­zungs­ge­set­zes. Doch was beim Kampf gegen Rechts­ex­tre­mis­mus und Online-Het­ze hel­fen soll, hat vie­le uner­wünsch­te Neben­wir­kun­gen. Die­se soll­ten die Abge­ord­ne­ten beden­ken, wenn sie den Geset­zes­vor­schlag dis­ku­tie­ren. Die Bun­des­re­gie­rung will das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz (NetzDG) nach­bes­sern. Am heu­ti­gen Don­ners­tag debat­tiert der Bun­des­tag über die ers­te von zwei geplan­ten Novel­len externer Link. Sie rich­tet sich erklär­ter­ma­ßen gegen den wie­der­erstark­ten Rechts­ex­tre­mis­mus, des­sen Gefahr die Regie­rung lan­ge Zeit nicht aus­rei­chend Ernst genom­men hat­te. Obwohl kaum jemand die­ses Ziel in Fra­ge stellt, hagelt es seit der Vor­stel­lung des „Ent­wurfs eines Geset­zes zur Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der Hass­kri­mi­na­li­tät“ Kri­tik von allen Sei­ten externer Link. Und die Kri­tik hat es in sich externer Link. So gibt Ulrich Kel­ber, der Bun­des­be­auf­trag­te für den Daten­schutz und die Infor­ma­ti­ons­frei­heit, in einer Stel­lung­nah­me zu beden­ken externer Link, dass nur mit Bedacht erlas­se­ne und ziel­ge­rich­tet aus­ge­stal­tet Sicher­heits­ge­set­ze hel­fen wür­den. Dies sei bei dem Vor­schlag aber nicht der Fall: „Der vor­lie­gen­de Ent­wurf ent­hält zahl­rei­che Vor­schlä­ge, die deut­lich über den Bereich von Hass­kri­mi­na­li­tät und Rechts­ex­tre­mis­mus hin­aus­ge­hen“, schreibt Kel­ber. Ob der Ent­wurf sei­ne ver­folg­ten Zie­le erreicht, erschei­ne ihm des­halb „mehr als frag­lich“. Gleich­zei­tig ent­hal­te der Ent­wurf jedoch „erheb­li­che Ein­grif­fe in Grund­rech­te der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger“. Dar­un­ter fällt etwa die geplan­te Mel­de­pflicht. (…) Eben­falls frag­wür­dig ist die vor­ge­se­he­ne Pflicht für Betrei­ber, auf Anfra­ge Pass­wör­ter oder sons­ti­ge Zugangs­da­ten von Nut­zen­den her­aus­zu­ge­ben. Zwar ist das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um im Ver­gleich zum ers­ten Gesetz­ent­wurf leicht zurück­ge­ru­dert und hat die Über­mitt­lungs­schwel­len erhöht. Den­noch han­delt es sich um einen brand­ge­fähr­li­chen Vor­schlag: Betrof­fen wären nicht nur sozia­le Netz­wer­ke, son­dern auch E‑Mailanbieter, Online-Händ­ler oder Online-Ban­king-Anbie­ter. Zwar betont die Regie­rung, Ver­schlüs­se­lung an sich „unbe­rührt“ zu las­sen. Dann stellt sich aber die Fra­ge, wel­chen Sinn die Her­aus­ga­be der Zugangs­da­ten hat…” Bei­trag von Tomas Rudl vom 12.03.2020 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Dis­ku­tier­te Klar­na­men­pflicht kon­tra­pro­duk­tiv gegen Hass im Netz – warnt die ehe­ma­li­ge Jus­tiz­mi­nis­te­rin Sabi­ne Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger 
    “… So berät der Bun­des­rat fern­ab der öffent­li­chen Wahr­neh­mung über eine Ver­schär­fung des Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz (NetzDG). Kern des Gesetz­ent­wur­fes ist die Ein­füh­rung einer Regis­trie­rungs­pflicht im Inter­net. Auf Initia­ti­ve der Län­der Nie­der­sach­sen und Meck­len­burg-Vor­pom­mern sol­len die Anbie­ter sozia­ler Netz­wer­ke und gro­ßer Spie­le­platt­for­men ver­pflich­tet wer­den, sämt­li­che Nut­zer zu erfas­sen und zu iden­ti­fi­zie­ren. Mil­lio­nen Men­schen wären betrof­fen. Sie alle müss­ten sich mit vol­lem Namen, Wohn­an­schrift, Geburts­da­tum und einem amt­li­chen Licht­bild­aus­weis regis­trie­ren. Das erklär­te Ziel: Die Urhe­ber von straf­recht­lich rele­van­ten Inhal­ten im Netz sol­len schnel­ler iden­ti­fi­ziert und ver­ur­teilt wer­den kön­nen. Dass sozia­le Netz­wer­ke, eini­ge Foren und auch Gaming-Platt­for­men ein immenses Pro­blem mit Hass und Het­ze haben, ist unbe­strit­ten. (…) Statt jedoch kon­struk­ti­ve Maß­nah­men zu ergrei­fen, wan­deln die zustän­di­gen Innen­mi­nis­ter Nie­der­sach­sens und Meck­len­burg-Vor­pom­merns auf orwell­schen Irr­we­gen. Die geplan­ten Maß­nah­men schie­ßen weit über das erklär­te Ziel hin­aus. Sie unter­gra­ben die Prin­zi­pi­en unse­res Rechts­staa­tes und des frei­en Inter­nets. (…) Die Ein­füh­rung einer Regis­trie­rungs­pflicht schei­tert bereits an den tech­ni­schen und poli­ti­schen Rea­li­tä­ten. Müs­sen die Betrei­ber sozia­ler Netz­wer­ke alle Nut­zer­da­ten sowie bio­me­tri­sche Aus­wei­se spei­chern, führt dies zwangs­läu­fig zum Abfluss pri­va­ter und hoch­sen­si­bler Daten auf aus­län­di­sche Ser­ver. Das ist kaum mit dem deut­schen und euro­päi­schen Daten­schutz ver­ein­bar, vor allem aber ist es ein Sicher­heits­ri­si­ko. (…) Es ist über­dies zu bezwei­feln, dass eine Regis­trie­rungs­pflicht, die nur auf natio­na­ler Ebe­ne ein­ge­führt wer­den kann, Straf­tä­ter von ihren kri­mi­nel­len Akti­vi­tä­ten ernst­haft abhält. Der Betrof­fe­ne kann sei­nen Stand­ort bei der Regis­trie­rung welt­weit ver­or­ten, nicht zwangs­wei­se in Deutsch­land. (…) Die Dis­kus­si­on um eine Regis­trie­rungs­pflicht ist ein chro­ni­sches Dilem­ma im Span­nungs­ver­hält­nis von Frei­heit und Sicher­heit. Anony­mi­tät im Netz gewährt poli­ti­schen Oppo­si­tio­nel­len und Akti­vis­ten in vie­len Län­der Schutz vor staat­li­chen Über­grif­fen. Sie bie­tet Zuflucht für poli­tisch Ver­folg­te und garan­tiert deren per­sön­li­che Sicher­heit…” Gast­bei­trag von Sabi­ne Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger vom 26. Febru­ar 2020 bei hei­se online externer Link
  • Kampf gegen Hass: Bun­des­re­gie­rung stimmt für Pflicht zur Pass­wort­her­aus­ga­be 
    “Trotz mas­si­ver Kri­tik hat das Bun­des­ka­bi­nett den umstrit­te­nen Gesetz­ent­wurf zur erwei­ter­ten Bestands­da­ten­aus­kunft und Mel­de­pflicht ans BKA auf den Weg gebracht. In Deutsch­land soll es künf­tig eine kla­re Auf­la­ge für Anbie­ter von Tele­me­di­en­diens­ten wie Whats­App, Gmail, Face­book, Tin­der & Co. geben, sen­si­ble Daten von Ver­däch­ti­gen wie Pass­wör­ter und IP-Adres­sen an Sicher­heits­be­hör­den her­aus­zu­ge­ben. Dazu kommt eine Pflicht zunächst für Betrei­ber gro­ßer Platt­for­men zum Tei­len nut­zer­ge­ne­rier­ter Inhal­te wie Face­book, Tik­Tok, Twit­ter oder You­Tube, straf­recht­lich rele­van­te Inhal­te wie Hass­bei­trä­ge oder Ter­ro­ris­mus­pro­pa­gan­da zu löschen und par­al­lel unauf­ge­for­dert – eben­falls zusam­men mit aus­sa­ge­kräf­ti­gen Inter­net­ken­nun­gen inklu­si­ve Port­num­mern – an das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) zu mel­den. (…) Die Bun­des­re­gie­rung hat dazu am Mitt­woch ihren Ent­wurf für ein Gesetz “zur Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der Hass­kri­mi­na­li­tät” auf den Weg gebracht. Die vom Bun­des­ka­bi­nett befür­wor­te­te Ver­si­on geht prin­zi­pi­ell ähn­lich weit wie der hef­tig umstrit­te­ne Refe­ren­ten­ent­wurf von Jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD). So sol­len die begehr­ten Bestands­da­ten gene­rell neben Straf­ver­fol­gern und sämt­li­chen Geheim­diens­te auch Ämter in die Hän­de bekom­men, die etwa Ord­nungs­wid­rig­kei­ten oder Schwarz­ar­beit ahn­den. Es bleibt auch bei einem Aus­kunfts­an­spruch, “soweit dies zur Durch­set­zung der Rech­te am geis­ti­gen Eigen­tum erfor­der­lich ist”, also zum Ver­fol­gen von Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen. (…) Auch der Kreis der Ver­pflich­te­ten erwei­tert sich deut­lich: unter den Begriff Tele­me­di­en fal­len etwa sozia­le Medi­en und Blogs, Chat­diens­te, Spie­le-Apps, Infor­ma­ti­ons­ser­vices und Such­ma­schi­nen, Por­ta­le, Shops und pri­va­te Sei­ten im Web, Web­mail-Diens­te, Pod­casts und Flirt-Com­mu­nities. Eine Rich­ter­ge­neh­mi­gung ist zwar für die Abfra­ge von Pass­wör­tern erfor­der­lich, nicht jedoch für die von IP-Adres­sen und zuge­hö­ri­gen Nut­zer­na­men. (…) Wer öffent­lich im Netz ande­re belei­digt, dem sol­len bis zu zwei Jah­re Haft dro­hen. Den Kata­log der rechts­wid­ri­gen Inhal­te im Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz (NetzDG) will das Kabi­nett um das “Delikt der Ver­un­glimp­fung des Andenkens Ver­stor­be­ner” ergän­zen. Gegen die ursprüng­li­che Initia­ti­ve des Jus­tiz­res­sorts, die nun in leicht über­ar­bei­te­ter Form an den Bun­des­rat und den Bun­des­tag geht, lie­fen Daten­schüt­zer, Bür­ger­recht­ler und Ver­tre­ter der Inter­net­wirt­schaft Sturm. Der Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te Ulrich Kel­ber sprach von “gra­vie­ren­den Ein­grif­fen in die Grund­rech­te” und gro­ßen Zwei­feln, ob das Vor­ha­ben mit der Ver­fas­sung ver­ein­bar sei und die damit ver­knüpft Zie­le über­haupt erreicht wer­den könn­ten. Ver­bän­de beklag­ten den geplan­ten “gro­ßen Lausch­an­griff im Netz”…” Bei­trag von Ste­fan Krempl vom 19. Febru­ar 2020 bei hei­se online externer Link, sie­he auch:
    • Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz: Bun­des­re­gie­rung beschließt Pflicht zur Pass­wort­her­aus­ga­be
      “Nach dem anti­se­mi­ti­schen Atten­tat von Hal­le und dem Mord am CDU-Poli­ti­ker Wal­ter Lüb­cke steht die Bun­des­re­gie­rung unter Druck, mehr gegen Rechts­ex­tre­me und Rechts­ter­ro­ris­ten zu tun. Doch eine heu­te von der Regie­rung ver­ab­schie­de­te umstrit­te­ne Geset­zes­än­de­rung droht neue Pro­ble­me zu schaf­fen. (…) „Vie­le der vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men stel­len sehr weit­ge­hen­de Ein­grif­fe in die infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung dar“, sagt etwa Eli­sa­beth Nie­k­renz von der Digi­tal-NGO Digi­ta­le Gesell­schaft. „Dabei ist die Wirk­sam­keit gegen Rechts­ex­tre­mis­mus und Hass­kri­mi­na­li­tät höchst zwei­fel­haft“. Die NGO hat­te zuletzt einen offe­nen Brief an Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) unter­zeich­net, dem sich auch Wiki­me­dia Deutsch­land und netz­po­li­ti­sche Ver­bän­de wie cnetz oder LOAD ange­schlos­sen haben. Sie befürch­ten einen gesetz­li­chen Schnell­schuss, der letzt­lich mehr scha­den als hel­fen könn­te. So sei etwa die geplan­te Über­mitt­lung von Daten an das BKA dazu geeig­net, ein „poli­zei­li­ches Zen­tral­re­gis­ter“ zu schaf­fen, was mit den Grund­sät­zen der Medi­en- und Infor­ma­ti­ons­frei­heit nicht zu ver­ein­ba­ren sei. Die Grü­nen-Poli­ti­ke­rin Rena­te Kün­ast, die selbst von einer Hass­wel­le betrof­fen war und jüngst zwei Gerichts­ver­fah­ren wegen Belei­di­gung für sich ent­schei­den konn­te, for­dert eine „kri­ti­sche Prü­fung“ des Ent­wurfs. „Bei der geplan­ten Mel­de­pflicht für Hass­kom­men­ta­re an das BKA setzt der Gesetz­ent­wurf auf eine pau­scha­le und umfang­rei­che Wei­ter­ga­be von Daten der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer ohne Vor­lie­gen eines Anfangs­ver­dachts“, sagt die Bun­des­tags­ab­ge­or­de­te. (…) Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um schätzt, dass jähr­lich etwa 250.000 gemel­de­te Inhal­te beim BKA lan­den wer­den. (…) Die Initia­ti­ven Ichbin­hier und HateAid, die Opfern von digi­ta­ler Gewalt zur Sei­te ste­hen, for­dern in einer gemein­sa­men Bewer­tung der bei­den Gesetz­ent­wür­fe, den Pro­zess zu ent­schleu­ni­gen und beim neu­er­li­chen Anlauf „die Zivil­ge­sell­schaft mit­zu­neh­men“. Obwohl eini­ge der von der Regie­rung anvi­sier­ten Zie­le durch die Novel­len erreicht wer­den könn­ten, ver­feh­le das Vor­ha­ben die nöti­ge „Akzep­tanz als auch die Effi­zi­enz“ her­zu­stel­len. Es sei „abso­lut not­wen­dig“, den demo­kra­tie­ge­fähr­den­den Kom­po­nen­ten von digi­ta­ler Gewalt ent­ge­gen­zu­wir­ken, heißt es in der Stel­lung­nah­me.“ Dies darf aber nur durch eine ver­hält­nis­mä­ßi­ge und nicht mehr als erfor­der­li­che Ein­schrän­kung ande­rer Grund­rech­te wie z.B. des Rechts auf Infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung gesche­hen“. Bei­trag von Tomas Rudl vom 19. Febru­ar 2020 bei Netz­po­li­tik externer Link
    • Fra­gen und Ant­wor­ten zu den Plä­nen der Bun­des­re­gie­rung gegen Rechts­ex­tre­mis­mus
      “Nach dem ras­sis­ti­schen Anschlag von Hal­le hat die Bun­des­re­gie­rung beschlos­sen, ent­schlos­se­ner gegen Hass­kri­mi­na­li­tät im Inter­net vor­zu­ge­hen. Jetzt brach­te das Bun­des­ka­bi­nett einen Gesetz­ent­wurf auf den Weg, der eine stär­ke­re Straf­ver­fol­gung und schär­fe­re Ahn­dung von Hass­ver­bre­chen zum Ziel hat. MiGA­ZIN beant­wor­tet die wich­tigs­ten Fra­gen: Wie will die Bun­des­re­gie­rung Hass im Netz begeg­nen? (…) Was sol­len Platt­for­men gegen Hass-Straf­ta­ten machen? (…) Was müs­sen die Platt­for­men mel­den und was nicht? (…) Dür­fen die Platt­for­men Pass­wör­ter her­aus­ge­ben? (…) Was wird für den Schutz von bedroh­ten Kom­mu­nal­po­li­ti­kern getan?…” Ant­wor­ten von Corin­na Buschow vom 20. Febru­ar 2020 bei MiGA­ZIN externer Link
    • Sie­he zum Hin­ter­grund auch unser Dos­sier: Nach Hal­le: Mehr Netz­kom­pe­tenz für Ermitt­ler statt Mas­sen­über­wa­chung
  • BMJV legt Ent­wurf zur Ände­rung des NetzDG vor /​Kar­ne­val der Jako­bi­ner: „Zum Schut­ze der Frei­heit – Schafft sie ab!“ 
    • BMJV legt Ent­wurf zur Ände­rung des NetzDG vor: Trans­pa­ren­ter, ein­fa­cher, aber nicht zu viel blo­cken
      “… Seit knapp zwei Jah­ren ist das umstrit­te­ne Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz (NetzDG) in Kraft, nun will Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) nach­bes­sern: Nut­zer von gro­ßen sozia­len Netz­wer­ken wie etwa Face­book, Twit­ter und You­tube sol­len rechts­wid­ri­ge Inhal­te schnel­ler und ein­fa­cher mel­den kön­nen. Zudem soll es bald eine Rege­lung für ein Gegen­vor­stel­lungs­ver­fah­ren geben: Sowohl die Beschwer­de­füh­rer wie auch Nut­zer, deren Inhal­te gelöscht oder gesperrt wur­de, kön­nen damit eine Über­prü­fung der Ent­schei­dung ver­lan­gen. Außer­dem sol­len die Netz­werk-Betrei­ber künf­tig aus­führ­li­che­re Trans­pa­renz­be­rich­te ver­fas­sen. (…) Es ist nicht die ein­zi­ge geplan­te Ände­rung des NetzDG: Im Dezem­ber hat­te das BMJV bereits einen Gesetz­ent­wurf zur Bekämp­fung von Rechts­ex­tre­mis­mus und Hass­kri­mi­na­li­tät vor­ge­legt. Dar­in ist auch vor­ge­se­hen, dass die Netz­werk-Betrei­ber ver­pflich­tet wer­den, bestimm­te straf­ba­re Inhal­te an das Bun­des­kri­mi­nal­amt zu mel­den. So soll eine zügi­ge Straf­ver­fol­gung ermög­licht wer­den. (…) Grund­sätz­lich bleibt es aber bei der Idee des NetzDG: Bei der Bekämp­fung von Hass­kri­mi­na­li­tät im Netz sind erst­mal die Betrei­ber der sozia­len Netz­wer­ke selbst in der Pflicht und nicht etwa Poli­zei und Staats­an­walt­schaf­ten. (…) Das BMJV betont zudem, dass die “Befürch­tung eines Over­blo­cking” ernst zu neh­men sei. Genau das war von Kri­ti­kern in der Debat­te immer wie­der geäu­ßert wor­den: Was, wenn die Netz­wer­ke nun über­mä­ßig vie­le und auch nicht rechts­wid­ri­ge Inhal­te löschen oder sper­ren? (…) Dem­nach müs­sen die Anbie­ter der sozia­len Netz­wer­ke auch ein “wirk­sa­mes und trans­pa­ren­tes Ver­fah­ren” vor­hal­ten, mit dem die Ent­schei­dung, bestimm­te Inhal­te zu löschen oder zu sper­ren, über­prüft wer­den kann. Dabei kön­nen sich ent­we­der der Beschwer­de­füh­rer – also der­je­ni­ge, der einen ver­meint­lich rechts­wid­ri­gen Post gemel­det hat – oder auch der Nut­zer, des­sen Post bean­stan­det wur­de, an das Netz­werk wen­den und eine Stel­lung­nah­me abge­ben, war­um sie die Ent­schei­dung für falsch hal­ten. Die Netz­werk­be­trei­ber müs­sen die ursprüng­li­che Ent­schei­dung dann “unver­züg­lich” über­prü­fen und das Ergeb­nis dem jewei­li­gen Nut­zer bzw. Beschwer­de­füh­rer mit­tei­len, zusam­men mit einer Begrün­dung, wie der Ent­wurf vor­sieht. Außer­dem soll klar­ge­stellt wer­den, dass ins­be­son­de­re auch Wie­der­her­stel­lungs­kla­gen – also sol­che Kla­gen, in denen es dar­um geht, einen ent­fern­ten Inhalt wie­der zugäng­lich zu machen – an den inlän­di­schen Zustel­lungs­be­voll­mäch­tig­ten des jewei­li­gen Netz­werks zuge­stellt wer­den kön­nen. Zudem soll die Mög­lich­keit geschaf­fen wer­den, eine Schlich­tungs­stel­le ein­zu­rich­ten, damit sol­che Strei­tig­kei­ten außer­ge­richt­lich geklärt wer­den kön­nen…” LTO-Bei­trag von Anne­lie Kauf­mann vom 16. Janu­ar 2020 externer Link, dazu noch wich­tig:
    • Kar­ne­val der Jako­bi­ner: „Zum Schut­ze der Frei­heit – Schafft sie ab!“
      “Noch 2018 hat­te die Bun­des­kanz­le­rin in Reak­ti­on auf die ver­fas­sungs­recht­li­che Kri­tik an der Ein­füh­rung der Lösch­in­fra­struk­tur des NetzDG in sozia­len Netz­wer­ken zuge­si­chert, die Bun­des­re­gie­rung wer­de das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz „auch mit Sicher­heit eva­lu­ie­ren“ und es kön­ne sein, „dass wir hier auch Ver­än­de­run­gen vor­neh­men müs­sen“. Kei­ne 2 Jah­re spä­ter ste­hen „Ver­än­de­run­gen“ vor der Tür, wenn­gleich die Bun­des­kanz­le­rin bis­lang miss­ver­stan­den wor­den zu sein scheint: Ohne durch­ge­führ­te Eva­lu­ie­rung soll nun durch ein Gesetz „zur Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der Hass­kri­mi­na­li­tät“ das NetzDG eine erheb­li­che Ver­schär­fung erfah­ren, wel­che die sozia­len Netz­wer­ke weit­hin zum grund­rechts­frei­en Raum umge­stal­tet und im Kiel­was­ser durch Exten­sio­nen der Dop­pel­tü­ren in StPO, BKA-Gesetz und TMG den suk­zes­si­ven Umbau zum Inter­net-Poli­zei­staat fort­setzt. (…) Die Ver­schär­fun­gen des NetzDG auf­grund des „Geset­zes zur Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der Hass­kri­mi­na­li­tät“ unter­lie­gen – eben­so wie das NetzDG in sei­ner Gesamt­heit (…) – nach mei­ner per­sön­li­chen Ein­schät­zung ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Den Sozia­len Netz­wer­ken als unmit­tel­ba­ren Normadres­sa­ten des § 3a NetzDG‑E ist aber­mals die Mög­lich­keit eröff­net, Ver­fas­sungs­be­schwer­de nach Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a GG, § 90 BVerfGG zu erhe­ben. Dies­mal hier­von Gebrauch zu machen, soll­te aus Sicht der Netz­werk­be­trei­ber nicht fern­lie­gend erschei­nen, zumal sich hier­durch das BVerfG nicht nur mit den aktu­el­len Ver­schär­fun­gen in § 3a NetzDG‑E, son­dern auch mit den bereits seit 2018 in Kraft gesetz­ten Com­pli­an­ce-Pflich­ten wie ins­be­son­de­re der Lösch­in­fra­struk­tur des § 3 NetzDG erst­mals befas­sen könn­te. Über­dies besteht bei der jet­zi­gen NetzDG-Ver­schär­fung eine höhe­re Wahr­schein­lich­keit, dass auch Ver­fas­sungs­be­schwer­den von Nut­ze­rin­nen und Nut­zern sozia­ler Netz­wer­ke in Karls­ru­he ange­nom­men wer­den. (…) Die sei­tens der Bun­des­kanz­le­rin zum NetzDG „mit Sicher­heit“ zuge­sag­te Eva­lu­ie­rung wird auch für die nun­mehr vor­ge­se­he­ne NetzDG-Ver­schär­fung erneut nicht statt­fin­den. Im GBRH-Ent­wurf des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums wird hier­zu aus­ge­führt: „Eine Eva­lu­ie­rung erscheint (…) nicht erfor­der­lich“. Fal­len Bun­des­re­gie­rung und Bun­des­tag in ihrem von Ein­zel­ta­ten wie in Hal­le getrie­be­nen, eili­gen poli­ti­schen Bauch­ent­schei­dun­gen als Bür­gen und Prüf­instan­zen ver­fas­sungs­recht­li­cher Grund­frei­hei­ten aus, ist das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die letz­te Hoff­nung, der suk­zes­si­ven gesetz­ge­be­ri­schen Umge­stal­tung des Inter­nets zum grund­rechts­frei­en Raum Gren­zen zu set­zen.” Aus­führ­li­che Ana­ly­se von Prof. Dr. Marc Liesching vom 6. Janu­ar 2020 bei der beck-com­mu­ni­ty externer Link
  • Gesetz gegen Hass­re­de: Bun­des­re­gie­rung will an E‑Mail-Pass­wör­ter 
    In ihrem Ent­wurf für ein Gesetz gegen Rechts­ex­tre­mis­mus und Hass­re­de hat die Bun­des­re­gie­rung sich auch auf einen neu­en Behör­den­an­spruch auf Pass­wör­ter zu Online­diens­ten geei­nigt. Das geht aus einem am Frei­tag vor­ge­stell­ten Refe­ren­ten­ent­wurf des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums her­vor. Künf­tig kön­nen dem­nach Behör­den unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen von Diens­ten wie Goog­le oder Face­book ver­lan­gen, Pass­wör­ter zu Kun­den­kon­ten zu erlan­gen. Der Hin­ter­grund ist, dass der Staat der­zeit zwar Tele­fo­ne über­wa­chen darf, nicht aber etwa die Kom­mu­ni­ka­ti­on über Inter­net­diens­te wie Whats­app. (…) Der Inter­net-Bran­chen­ver­band Bit­kom und Bür­ger­recht­ler äußern sich erschro­cken. „Her­aus­ga­be ver­trau­li­cher Pass­wör­ter ohne rich­ter­li­chen Beschluss, auto­ma­ti­sier­te Wei­ter­lei­tung von IP-Adres­sen – wir sind erstaunt, dass sol­che Vor­schlä­ge aus jenem Minis­te­ri­um unter­stützt wer­den, das sich den Daten­schutz beson­ders groß auf die Fah­nen geschrie­ben hat“, kom­men­tiert den Vor­stoß Bit­kom-Chef Bern­hard Roh­le­der. Er meint damit Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD)...” Arti­kel von Hen­drik Wie­du­wilt vom 14.12.2019 bei der FAZ online externer Link. Sie­he dazu:
    • Kei­ne Her­aus­ga­be von Pass­wör­tern durch Dienst­leis­ter wie Social Media! 
      “… Der Prä­si­di­ums­ar­beits­kreis „Daten­schutz und IT-Sicher­heit“ der GI lehnt jede Auf­wei­chung der Ver­trau­lich­keit von Pass­wör­tern ab. Ver­trau­li­che Pass­wör­ter, pri­va­te Schlüs­sel und ähn­li­che Mecha­nis­men sind grund­le­gend für Daten­schutz und IT-Sicher­heit. Es besteht in der Fach­welt Kon­sens, das sol­che hoch­sen­si­blen Daten den Ver­fü­gungs­be­reich des jewei­li­gen Benut­zers aus­nahms­los nicht ver­las­sen dür­fen, weil sonst ihre Ver­wen­dung und Wei­ter­ga­be nicht mehr kon­trol­lier­bar und dem Miss­brauch Tür und Tor geöff­net ist. (…) Der Prä­si­di­ums­ar­beits­kreis ‚Daten­schutz und IT-Sicher­heit‘ der GI lehnt ins­be­son­de­re die Her­aus­ga­be ver­trau­li­cher Pass­wör­ter ab. Eine ver­gleich­ba­re Rege­lung trifft zwar seit fünf Jah­ren § 113 des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes für weni­ge tau­send Anbie­ter von Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­ten. Dort ist die Her­aus­ga­be von Pass­wör­tern aber auf sol­che beschränkt, die der Anbie­ter ver­gibt, wie Per­sön­li­che Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer (PIN) und der Per­so­nal Unlock Key (PUK) – die der Anbie­ter also kennt. Nicht erfasst sind dage­gen Pass­wör­ter, die der Nut­zer selbst wählt und die für den Anbie­ter unzu­gäng­lich gespei­chert sind. Für den Anbie­ter besteht kei­ne Pflicht, ver­schlüs­sel­te Pass­wor­te zu ent­schlüs­seln. Der Prä­si­di­ums­ar­beits­kreis for­dert, für die neue Vor­schrift des § 15a TMG, dass die Anbie­ter ver­schlüs­sel­te Pass­wor­te nicht ent­schlüs­seln und nicht im Klar­text spei­chern dür­fen. Sie dür­fen auch nicht gezwun­gen wer­den, ihr Pass­wort­si­che­rungs­ver­fah­ren zu ändern. Pass­wör­ter sind der Schlüs­sel zu allen schüt­zens­wer­ten Inhal­ten in der digi­ta­len Gesell­schaft. Sicher­heit heißt daher Unaus­forsch­bar­keit von Pass­wör­tern. Es ent­spricht dem Stand der Sicher­heits­tech­nik, Pass­wör­ter aus­nahms­los unzu­gäng­lich zu spei­chern (Ein­weg­ver­schlüs­se­lung, Has­h­es), so dass es kei­ne Mög­lich­keit gibt, die­se Pass­wör­ter zu ent­schlüs­seln. Im Übri­gen ist nicht zu erken­nen, wie Äuße­rungs­de­lik­te, die ja zu ihrer Straf­bar­keit ver­brei­tet wer­den müs­sen, durch das Aus­for­schen von Pass­wör­tern bekämpft wer­den kön­nen…” Stel­lung­nah­me vom 10. Janu­ar 2020 des Prä­si­di­ums­ar­beits­kreis „Daten­schutz und IT-Sicher­heit“ der Gesell­schaft für Infor­ma­tik e.V. externer Link (GI) zum Refe­ren­ten­ent­wurf des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz eines „Geset­zes zur Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der Hass­kri­mi­na­li­tät
    • NetzDG-Erwei­te­rung: Wie der Staat mit Gum­mi­pa­ra­gra­fen Zugriff auf die Accounts der Bürger:innen erhal­ten will 
      Die gro­ße Koali­ti­on nutzt den Kampf gegen Rechts­ex­tre­mis­mus, um kräf­tig an der Über­wa­chungs­schrau­be zu dre­hen: Sozia­le Netz­wer­ke sol­len bald bestimm­te Straf­ta­ten auto­ma­tisch ans Bun­des­kri­mi­nal­amt mel­den. Dar­über hin­aus sol­len alle Anbie­ter von Tele­me­di­en­diens­ten Daten ihrer Nutzer:innen an Poli­zei und Geheim­diens­te her­aus­ge­ben müs­sen. Die Bun­des­re­gie­rung will die Inter­net­über­wa­chung mas­siv aus­wei­ten. Das geht aus einem Gesetz­ent­wurf vom 12.12.2019 externer Link des SPD-geführ­ten Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums her­vor, der mit dem Namen „Ent­wurf eines Geset­zes zur Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der Hass­kri­mi­na­li­tät“ über­schrie­ben ist. (…) Doch der Ham­mer des Geset­zes steckt in einer Ände­rung des Tele­me­di­en­ge­set­zes. Hier will SPD-Jus­tiz­mi­nis­te­rin Lam­brecht weit über das NetzDG hin­aus alle Tele­me­di­en­diens­te – vom sozia­len Netz­werk bis zur Platt­form für Koch­re­zep­te – ver­pflich­ten, Straf­ver­fol­gern und Geheim­diens­ten „sämt­li­che unter­neh­mens­in­ter­nen Daten­quel­len“ der Nutzer:innen aus­zu­lie­fern. Bis­lang gab es eine ähn­li­che Rege­lung nur im TKG für Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­ter, wie zum Bei­spiel Inter­net­pro­vi­der oder Tele­fon­ge­sell­schaf­ten. Zwar soll die Her­aus­ga­be der Daten, zu denen auch Pass­wör­ter gehö­ren sol­len, eine rich­ter­li­che Anord­nung benö­ti­gen. Die Pra­xis zeigt aber, dass der Rich­ter­vor­be­halt nur sel­ten zur Ableh­nung einer Maß­nah­me führt. Betrof­fen sind alle Tele­me­di­en­diens­te, die einen Dienst geschäfts­mä­ßig betrei­ben: Das kann Medi­en wie netz​po​li​tik​.org genau­so tref­fen wie gro­ße Pod­casts oder grö­ße­re Foren. Die Her­aus­ga­be der Pass­wör­ter und wei­te­rer Daten kann laut dem Gesetz­ent­wurf schon bei Ord­nungs­wid­rig­kei­ten gesche­hen, es bedarf nicht ein­mal einer Straf­tat. Des­wei­te­ren ist die Her­aus­ga­be auch prä­ven­tiv zur Gefah­ren­ab­wehr mög­lich und zur Ver­fol­gung von Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen. (…) Das Tele­me­di­en­ge­setz selbst hat auch nichts mit Hass­re­de oder mit Recht­ex­tre­mis­mus zu tun, die bei­den Begrif­fe die­nen hier nur als Begrün­dung, um die Über­wa­chungs­be­fug­nis­se des Staa­tes gene­rell aus­zu­wei­ten. Pro­ble­ma­tisch an die­sem Punkt ist nicht nur die Tat­sa­che, dass der Staat hier­bei sehr ein­fach Zugriff auf die Accounts der Bürger:innen bekom­men kann, son­dern dass der Geset­zes­ent­wurf auch allen Regeln der IT-Sicher­heit wider­spricht. Jeder ver­nünf­ti­ge Inter­net­dienst spei­chert die Pass­wör­ter sei­ner Nutzer:innen nicht im Klar­text ab, son­dern legt die­se ver­schlüs­selt ab. Eine sol­che ver­schlüs­sel­te Spei­che­rung ver­langt nicht nur das BSI, son­dern auch die Daten­schutz­grund­ver­ord­nung…” Arti­kel von Mar­kus Reu­ter vom 16.12.2019 bei Netz­po­li­tik externer Link
    • Whats­App, Gmail & Co. sol­len Pass­wör­ter her­aus­ge­ben müs­sen – Der Ent­wurf von Jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht für ein Gesetz gegen “Hass­kri­mi­na­li­tät” geht weit über eine Ver­schär­fung des NetzDG hin­aus
      “Der Ent­wurf von Jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht für ein Gesetz gegen “Hass­kri­mi­na­li­tät” geht weit über eine Ver­schär­fung des NetzDG hin­aus. Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht wan­delt in Über­wa­chungs­fra­gen auf den Spu­ren ihres Kol­le­gen im Innen­res­sort, Horst See­hofer (CSU). Mit ihrem am Frei­tag vor­ge­leg­ten Refe­ren­ten­ent­wurf für ein Gesetz “zur Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der Hass­kri­mi­na­li­tät” will die SPD-Poli­ti­ke­rin nicht nur das an sich bereits hef­tig umstrit­te­ne Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz (NetzDG) deut­lich ver­schär­fen. Sie plant auch eine Pflicht für Whats­App, Gmail, Face­book, Tin­der & Co., schon jedem Dorf­po­li­zis­ten und zahl­rei­chen wei­te­ren Sicher­heits­be­hör­den auf Anfra­ge sen­si­ble Daten von Ver­däch­ti­gen wie Pass­wör­ter oder IP-Adres­sen teils ohne Rich­ter­be­schluss her­aus­zu­ge­ben. “Wer geschäfts­mä­ßig Tele­me­di­en­diens­te erbringt, dar­an mit­wirkt oder den Zugang zu Nut­zung dar­an ver­mit­telt”, soll ein­schlä­gi­ge erho­be­ne Bestands- und Nut­zungs­da­ten “zur Erfül­lung von Aus­kunfts­pflich­ten” gegen­über den berech­tig­ten Stel­len ver­wen­den dür­fen, heißt es in dem hei­se online vor­lie­gen­den Ent­wurf, den mitt­ler­wei­le der Jour­na­list Hen­drik Wie­du­wilt ver­öf­fent­licht hat. Die her­aus­zu­ge­ben­den Infor­ma­tio­nen sei­en “unver­züg­lich und voll­stän­dig zu über­mit­teln”, betont das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um. (…) Der Kreis der berech­tig­ten Stel­len könn­te kaum wei­ter gefasst sein. Er erstreckt sich auf alle “für die Ver­fol­gung von Straf­ta­ten oder Ord­nungs­wid­rig­kei­ten” und die Gefah­ren­ab­wehr zustän­di­gen Behör­den, sämt­li­che Geheim­diens­te von Bund und Län­dern sowie auf die Zoll­ver­wal­tung und Ämter, die für die Schwarz­ar­beits­be­kämp­fung zustän­dig sind. Anbie­ter sol­len fer­ner expli­zit auch Bestands­da­ten her­aus­rü­cken, soweit dies im Kampf gegen Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen “zur Durch­set­zung der Rech­te am geis­ti­gen Eigen­tum erfor­der­lich ist”…” Mel­dung von Ste­fan Krempl vom 14. Dezem­ber 2019 bei hei­se online externer Link
  • Rechts­ex­tre­mis­mus: Face­book hilft deut­schen Ermitt­lern gegen Het­ze – und will damit Mel­de­pflicht abwen­den
    Das sozia­le Netz­werk ver­spricht der Bun­des­re­gie­rung mehr Tem­po bei Ermitt­lun­gen wegen Volks­ver­het­zung und Holo­caust-Leug­nung. Face­book hofft, damit Geset­zes­plä­ne aus Ber­lin zu brem­sen, heißt es in einer inter­nen Mail des Innen­mi­nis­te­ri­ums, die wir ver­öf­fent­li­chen…” Bei­trag von Alex­an­der Fan­ta vom 18.11.2019 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Maß­nah­men­pa­ket im Bun­des­ka­bi­nett: Neun Punk­te gegen Rechts­ex­tre­mis­mus
    Straf­ba­re Inhal­te ans BKA mel­den, das Waf­fen­recht ver­schär­fen, Belei­di­gung im Netz här­ter bestra­fen. Mit einem Neun-Punk­te-Plan will die Bun­des­re­gie­rung Rechts­ex­tre­mis­mus bes­ser bekämp­fen. Dem Maß­nah­men­pa­ket fehlt noch Kon­kre­tes, um es wirk­lich ein­zu­schät­zen. (…) Dass rech­te Ideo­lo­gien auf frucht­ba­rem Boden zu Taten her­an­wach­sen, lässt sich nicht mehr igno­rie­ren, und es sol­len auch poli­ti­sche Kon­se­quen­zen fol­gen. „Nach dem rechts­ter­ro­ris­ti­schen Anschlag in Hal­le reagiert die Bun­des­re­gie­rung mit kon­kre­ten Maß­nah­men“, sag­te Innen­mi­nis­ter Horst See­hofer heu­te. Er stell­te zusam­men mit den Minis­te­rin­nen für Jus­tiz und Fami­lie einen Neun-Punk­te-Plan externer Link vor, den das Bun­des­ka­bi­nett nun ver­ab­schie­de­te. Die Punk­te betref­fen ganz unter­schied­li­che Berei­che. Unter ande­rem soll das Waf­fen- und Spreng­stoff­recht ver­schärft wer­den. Wer Mit­glied in einer ver­fas­sungs­feind­li­chen Ver­ei­ni­gung ist, soll kei­ne Waf­fen mehr besit­zen dür­fen. Ein ande­rer Punkt: Wer Sani­tä­ter oder medi­zi­ni­sches Per­so­nal in Not­fall­am­bu­lan­zen angreift, soll eben­so hart bestraft wer­den wie jemand, der gegen­über einem Gerichts­voll­zie­her oder Sol­da­ten gewalt­tä­tig wird…” Bei­trag von Anna Bisel­li vom 30.10.2019 bei Netz­po­li­tik externer Link samt bis­he­ri­ger Kri­tik
  • Face­books Qua­si-Mono­pol schränkt Defi­ni­ti­ons­mög­lich­kei­ten von “Hass­re­de” ein 
    “… Das Land­ge­richt Bam­berg hat am 18. Okto­ber ein aus­führ­li­ches (aber noch nicht rechts­kräf­ti­ges) End­ur­teil zu einer Face­book-Sper­re gefällt (Akten­zei­chen 2 O 248/​18), in des­sen Begrün­dung es sich aus­führ­lich mit der Klä­rung zwei­er Fra­gen aus­ein­an­der­setzt, die auch für vie­le ande­re Fäl­le rele­vant sind: Mit der Fra­ge, ob der Social-Media-Kon­zern ein fak­ti­sches Mono­pol hat, und mit der Defi­ni­ti­on des Begriffs “Hass­re­de” . Zur Mono­pol­fra­ge füh­ren die drei Rich­ter unter Rück­griff auf ein Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Dres­den vom 8. August aus, dass Face­book unter ande­rem wegen sei­ner Nut­zer­zah­len “einen Stel­len­wert im Rah­men des Infor­ma­ti­ons- und Mei­nungs­aus­tauschs ein[nimmt], der in allen Berei­chen des öffent­li­chen Lebens – auch des poli­ti­schen – eine so gro­ße Rol­le spielt, dass damit eine Qua­si-Mono­pol­stel­lung ein­her­geht”. (…) Liegt ein Qua­si-Mono­pol vor, kann sich die so genann­te “mit­tel­ba­re Grund­rechts­bin­dung” der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nach so weit aus­deh­nen, dass Grund­rech­te nicht nur bei staat­li­chen Stel­len, son­dern auch bei Pri­vat­un­ter­neh­men “nahe­zu unmit­tel­bar” gel­ten – auch als Abwehr­rech­te von Bür­gern. Grund­rech­te kön­nen näm­lich “umso mehr Gel­tung für sich beanspruch[en], je mehr [etwas] einem staat­li­chen Ein­griff gegen­über einem Bür­ger nahe kommt”. Zum Bei­spiel dann, wenn ihm die Gele­gen­heit genom­men wird, etwas auf dem “wich­tigs­ten digi­ta­len Markt­platz” zu äußern. Für Face­book heißt das, dass das Unter­neh­men bei der Aus­le­gung sei­ner Defi­ni­ti­on des Begriffs “Hass­re­de” nicht nach Lust und Lau­ne wal­ten kann, son­dern unter ande­rem die in Arti­kel 5 des Grund­ge­set­zes geschütz­te Mei­nungs­frei­heit sei­ner Nut­zer berück­sich­ti­gen muss…” Bei­trag von Peter Mühl­bau­er vom 25. Okto­ber 2018 bei Tele­po­lis externer Link
  • NetzDG führt offen­bar zu Over­blo­cking 
    Repor­ter ohne Gren­zen (ROG) geht ange­sichts neu ver­öf­fent­lich­ter Zah­len von einem Over­blo­cking lega­ler Inhal­te bei Face­book und Goog­le aus. Das Anfang 2018 in Kraft getre­te­ne Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz (NetzDG) ver­pflich­tet sozia­le Netz­wer­ke unter Straf­an­dro­hung, ille­ga­le Inhal­te rasch zu ent­fer­nen. Offen­sicht­lich hat die­ser Druck dazu geführt, dass die Unter­neh­men vie­le Inhal­te gelöscht haben, die eigent­lich legal sind. Sie wol­len damit sicher­ge­hen, nicht nach dem NetzDG bestraft zu wer­den. Bei den Löschun­gen beru­fen sich Face­book und Goog­le auf ihre Com­mu­ni­ty Stan­dards. Dar­in legen sie selbst fest, was Nut­zer auf ihren Platt­for­men tei­len dür­fen und räu­men sich das Recht ein, auch Inhal­te zu ent­fer­nen, die von den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­frei­hei­ten gedeckt sind. „Die Bun­des­re­gie­rung hat mit dem NetzDG pri­va­te Unter­neh­men zu Rich­tern über die Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­frei­heit im Netz gemacht, ohne eine öffent­li­che Kon­trol­le des Lösch­ver­fah­rens sicher­zu­stel­len. Eine sol­che unab­hän­gi­ge Prüf­instanz braucht es aber, um ein Over­blo­cking, also das Löschen von recht­lich zuläs­si­gen Inhal­ten, zu erken­nen“, sag­te ROG-Geschäfts­füh­rer Chris­ti­an Mihr. „Face­book und Goog­le löschen nach eige­nen Regeln, weil sie sich allein als pri­va­te Unter­neh­men begrei­fen und eine Art digi­ta­les Haus­recht durch­set­zen wol­len. Ihre Platt­for­men sind jedoch ein Teil der moder­nen Öffent­lich­keit gewor­den, so dass Men­schen dort alles sagen kön­nen müs­sen, was nicht gegen Geset­ze ver­stößt.“…” ROG-Pres­se­mit­tei­lung vom 27.07.2018 externer Link
  • “Ein­la­dung zur Zen­sur” – Human Rights Watch kri­ti­siert das deut­sche NetzDG 
    “… Damit ist es Human Rights Watch zufol­ge ein “gefähr­li­cher Prä­ze­denz­fall für ande­re Regie­run­gen, die sich umse­hen, wie sie Unter­neh­men dazu zwin­gen kön­nen, Online-Äuße­run­gen im Auf­trag der Regie­rung zu zen­sie­ren.” In die­sem Zusam­men­hang wird unter ande­rem auf Russ­land, Vene­zue­la, Kenia und Rodri­go Duter­tes Phil­ip­pi­nen ver­wie­sen, wo man dem deut­schen Gesetz unter expli­zi­ter Nen­nung des Vor­bilds nach­ei­fert. (…) Auf “Hate Speech” und ille­ga­le Inhal­te sei das NetzDG “die fal­sche Ant­wort” und soll­te des­halb “umge­hend zurück­ge­nom­men” wer­den – so HRW ges­tern in sei­ner inter­na­tio­na­len Stel­lung­nah­me dazu. (…) Der Tadel von Human Rights Watch ist nicht der ers­te, den sich die Bun­des­re­gie­rung von Ver­tre­tern inter­na­tio­na­ler Orga­ni­sa­tio­nen wegen des Maas-Geset­zes anhö­ren muss: Bereits im letz­ten Jahr hat­te Thorb­jørn Jaglan, der Gene­ral­se­kre­tär des Euro­pa­ra­tes, vor Zen­sur und einem “fal­schen Signal für ande­re Staa­ten” gewarnt – und David Kaye, der Mei­nungs­frei­heits-Son­der­be­auf­tra­ge der Ver­ein­ten Natio­nen, äußer­te mas­si­ve Zwei­fel an der Ver­ein­bar­keit des Gesetz­ent­wurfs mit dem UNO-Pakt II. …” Bei­trag von Peter Mühl­bau­er vom 16. Febru­ar 2018 bei Tele­po­lis externer Link
  • NetzDG: DJV for­dert Abschaf­fung 
    Der Deut­sche Jour­na­lis­ten-Ver­band for­dert die Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­tags auf, das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz (NetzDG) so schnell wie mög­lich abzu­schaf­fen. Ent­spre­chen­de Initia­ti­ven der klei­ne­ren Frak­tio­nen des Bun­des­tags soll­ten ohne Frak­ti­ons­zwang das Par­la­ment pas­sie­ren. „Mit der Zen­sur der Sati­re­zeit­schrift Tita­nic durch den Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter haben sich unse­re Befürch­tun­gen bestä­tigt, die wir bereits im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren vor­ge­bracht haben“, erklärt DJV-Bun­des­vor­sit­zen­der Frank Über­all: „Das NetzDG schiebt die Macht über das Grund­recht der Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit an Pri­vat­un­ter­neh­men wie Twit­ter und Face­book ab…” Pres­se­mit­tei­lung vom 08. Janu­ar 2018 externer Link, sie­he auch:
  • [dju] Untaug­li­ches Mit­tel
    “Das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz ist gera­de ein­mal weni­ge Tage in Kraft und schon hat es ein­drucks­voll gezeigt, dass es ein untaug­li­ches Mit­tel ist, um gegen Hass­bot­schaf­ten und Falsch­mel­dun­gen im Inter­net vor­zu­ge­hen. Die Blo­cka­de des Twit­ter-Accounts des Sati­re­ma­ga­zins Tita­nic durch den ame­ri­ka­ni­schen Kurz­nach­rich­ten­dienst war nichts ande­res als Zen­sur – und damit nicht hin­nehm­bar. (…) Nach­dem der Tita­nic-Post und die dar­auf­fol­gen­den Reak­tio­nen von Twit­ter die Untaug­lich­keit des Geset­zes gezeigt haben, soll­te der Gesetz­ge­ber Kon­se­quen­zen zie­hen. Er muss das Gesetz, das Mit­ar­bei­ter pri­va­ter Unter­neh­men zu Rich­tern über unse­re Grund­wer­te macht, schleu­nigst außer Kraft set­zen.” Bei­trag von Peter Frei­tag vom 5. Janu­ar 2018 bei Men­schen machen Medi­en von ver.di externer Link
  • NetzDG: Kurz­fris­tig Auf­merk­sam­keit, lang­fris­tig Vor­zen­sur 
    Am Mon­tag trat das im Som­mer ver­ab­schie­de­te Social-Media-Zen­sur­ge­setz NetzDG voll­stän­dig in Kraft. Nun wer­den plötz­lich auch Medi­en wie der Spie­gel oder die Zeit, die vor­her eher Regie­rungs­ar­gu­men­te wie­der­ga­ben, auf pro­ble­ma­ti­sche Fol­gen die­ses Geset­zes auf­merk­sam…” Arti­kel von Peter Mühl­bau­er vom 05. Janu­ar 2018 bei tele­po­lis externer Link
  • NetzDG gegen Hass und ver­ba­le Gewalt: Das Löschen beginnt 
    Das gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Löschen und Sper­ren bei den kom­mer­zi­el­len Platt­for­men beginnt: Das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz wird in die Pra­xis umge­setzt. Einen gan­zen Schwall an Mel­dun­gen über als rechts­wid­rig ein­ge­schätz­te Inhal­te müs­sen Twit­ter, Face­book und Co. seit Jah­res­be­ginn inner­halb von 24 Stun­den abar­bei­ten…” Bei­trag vom 02.01.2018 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Kampf gegen Hass im Inter­net: Lösch-Gesetz mit Neben­wir­kun­gen? 
    Mit dem Jah­res­wech­sel sind sozia­le Netz­wer­ke wie Face­book in der Pflicht: Straf­ba­re Inhal­te sol­len sie nach Beschwer­den ihrer Nut­zer schnel­ler löschen. So schreibt es das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz vor. Kri­ti­ker sehen die Mei­nungs­frei­heit in Gefahr. (…) Das Gesetz könn­te also dafür sor­gen, dass weni­ger Hass-Kri­mi­na­li­tät die Kom­mu­ni­ka­ti­on im Inter­net ver­gif­tet. Kri­ti­ker befürch­ten jedoch Risi­ken und Neben­wir­kun­gen. Ein brei­tes Bünd­nis mel­de­te sich mit einer “Dekla­ra­ti­on für die Mei­nungs­frei­heit” zu Wort, unter ande­rem Bran­chen­ver­bän­de der digi­ta­len Wirt­schaft und netz­po­li­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen. Ihre Befürch­tung: Aus Angst vor Buß­gel­dern und weil sie schnell reagie­ren müs­sen, könn­ten sich sozia­le Netz­wer­ke im Zwei­fels­fall “zu Las­ten der Mei­nungs­frei­heit und für die Löschung und Sper­rung sol­cher Inhal­te ent­schei­den, die sich im Grau­be­reich befin­den”. Außer­dem wer­de durch das NetzDG eine staat­li­che Auf­ga­be auf pri­va­te Unter­neh­men über­tra­gen. Es sei Auf­ga­be von Gerich­ten zu ent­schei­den, ob ein Inhalt straf­bar sei oder nicht...” Bei­trag von Chris­ti­an Feld, WDR, vom 31.12.2017 bei tages​schau​.de externer Link
  • „All­zu restrik­tiv“: OSZE warnt vor Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz 
    “Pünkt­lich zum Inkraft­tre­ten kri­ti­siert mit der OSZE eine inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz scharf. (…) Der OSZE-Beauf­trag­te für die Medi­en­frei­heit, Har­lem Désir, warnt vor Over­blo­cking durch das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz. Der Umfang des Geset­zes sei „über­mä­ßig breit und sei­ne Wir­kung könn­te für die Frei­heit der Mei­nungs­äu­ße­rung all­zu restrik­tiv sein“. Désir warnt in einer Pres­se­mit­tei­lung davor, dass die mit der Prü­fung der Inhal­te beauf­trag­ten Unter­neh­men zu viel löschen könn­ten, auch sei die Lis­te der unter das Gesetz fal­len­den Straf­ta­ten zu lang. Die OSZE appel­liert des­halb an die deut­schen Behör­den, Maß­nah­men zu ergrei­fen, um eine vor­sich­ti­ge Umset­zung des Geset­zes zu gewähr­leis­ten. Gleich­zei­tig soll­te das Gesetz eva­lu­iert und wenn nötig im Par­la­ment geän­dert wer­den. In sei­ner jet­zi­gen Form kön­ne es einen abschre­cken­den Effekt (chil­ling effect) auf die Mei­nungs­frei­heit haben. (…) Unter­des­sen kam nach Recher­chen des Spie­gels her­aus, dass deut­lich mehr sozia­le Netz­wer­ke vom NetzDG betrof­fen sein wer­den. Unter ande­rem ist die Rede davon, dass neben Face­book, Twit­ter, You­tube und Insta­gram, auch Red­dit, Flickr und Tumb­lr unter das Gesetz fal­len wer­den…” Bei­trag von Mar­kus Reu­ter vom 4. Okto­ber 2017 externer Link
  • Ab heu­te gilt das NetzDG – und das sind die Gefah­ren für die Mei­nungs­frei­heit 
    “Kein netz­po­li­ti­sches Vor­ha­ben der Gro­ßen Koali­ti­on ist auf so viel Empö­rung und Wider­stand gesto­ßen. Am 1. Okto­ber tritt das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz in Kraft, die Gefah­ren für die Mei­nungs­frei­heit blei­ben trotz Nach­bes­se­run­gen bestehen. (…) Das Gesetz soll Hass­kri­mi­na­li­tät im Inter­net bekämp­fen. Platt­form­be­trei­ber mit mehr als zwei Mil­lio­nen Nut­zern müs­sen von nun an „offen­sicht­lich straf­ba­re Inhal­te“ inner­halb von 24 Stun­den löschen. Andern­falls dro­hen Buß­gel­der bis zu 50 Mil­lio­nen Euro. Kri­ti­ker sehen dies als Grund­pro­blem des Geset­zes an, weil im Zwei­fels­fall auch recht­mä­ßi­ge Äuße­run­gen gelöscht wür­den, um einem Buß­geld zu ent­ge­hen. Das Gesetz war trotz eini­ger Ände­run­gen bis zur Abstim­mung Ende Juni im Bun­des­tag hoch umstrit­ten, weil es nach Ansicht der Kri­ti­ker eine Gefahr für das Grund­recht auf Mei­nungs­frei­heit dar­stellt und euro­pa­rechts­wid­rig ist. Im Gesetz­ge­bungs­pro­zess brach­te sich im April eine „Alli­anz für die Mei­nungs­frei­heit“ in Stel­lung – ein unge­wöhn­lich brei­tes Bünd­nis aus Indus­trie­ver­bän­den, Jour­na­lis­ten­ver­bän­den, Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und netz­po­li­ti­schen Initiativen.Durch den brei­ten Wider­spruch wur­de das Gesetz zumin­dest in Tei­len ent­schärft. So flo­gen bei­spiels­wei­se die ursprüng­lich geplan­ten auto­ma­ti­schen Inhal­te- und Upload­fil­ter wie­der her­aus, die aller­dings nun auf EU-Ebe­ne for­ciert wer­den sol­len. Auch wur­de die anfangs sehr brei­te Defi­ni­ti­on von sozia­len Netz­wer­ken enger gefasst und die zivil­recht­li­che Aus­kunfts­pflicht leicht ein­ge­schränkt. Die Grund­pro­ble­me eines Over­blo­ckings durch die Platt­for­men und der Pri­va­ti­sie­rung der Rechts­durch­set­zung lösen auch die­se Kor­rek­tu­ren nicht. Eben­so gibt es kei­ne Sank­tio­nen für die Unter­neh­men, wenn sie zu viel löschen. Des­we­gen bleibt das Gesetz auch in der aktu­el­len Ver­si­on gefähr­lich für die Mei­nungs­frei­heit. Die­se Befürch­tun­gen wur­den zusätz­lich genährt, nach­dem sich ein Gesetz­ent­wurf zur Kon­trol­le von Inter­net­in­hal­ten in Russ­land posi­tiv auf das NetzDG bezog…” Bei­trag von Mar­kus Reu­ter vom 1. Okto­ber 2017 bei Netz​po​li​tik​.org externer Link
  • NetzDG: Fake-Law gegen Hate-Speech 
    “Der Bun­des­tag hat heu­te [30. Juni] das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz beschlos­sen. Etwas gegen die Macht der pri­va­ti­sier­ten Öffent­lich­kei­ten zu tun, ist gene­rell rich­tig. Doch der ein­ge­schla­ge­ne Weg und die Umset­zung samt einer Pri­va­ti­sie­rung der Rechts­durch­set­zung über­zeu­gen über­haupt nicht. (…) Auch wenn der Name des Geset­zes es sug­ge­riert: Zunächst ein­mal ver­bes­sert das Gesetz die Rechts­durch­set­zung kaum. Son­dern es nimmt die Rechts­aus­le­gung im Bereich poten­ti­ell straf­ba­rer Inhal­te, die Ent­schei­dung, was straf­bar oder offen­sicht­lich straf­bar ist, aus der Ver­ant­wor­tung von Gerich­ten und über­trägt sie den Platt­for­men bzw. den zuletzt noch in den Geset­zes­ent­wurf ein­ge­führ­ten Ein­rich­tun­gen einer regu­lier­ten Selbst­re­gu­lie­rung. (…) Das Gesetz ver­bes­sert also nicht die Rechts­durch­set­zung durch Gerich­te, son­dern es pri­va­ti­siert die Rechts­aus­le­gung. Nimmt man die eigent­li­che Rechts­durch­set­zung, fokus­siert das Gesetz auf das Löschen statt Stra­fen, durch pri­va­te Akteu­re. Es über­trägt also den­je­ni­gen, die in ihrer Macht begrenzt wer­den sol­len, zen­tra­le rechts­staat­li­che Ver­ant­wor­tung. Nicht ein­mal ein Wider­spruchs­recht für gelösch­te Inhal­te ist geplant. (…) Und wäh­rend die Bun­des­re­gie­rung noch dar­auf hofft, dass dem­nächst bei Face­book & Co mehr Mit­ar­bei­ter bei Min­dest­lohn inner­halb von zehn Sekun­den ent­schei­den sol­len, ob etwas gelöscht wird oder nicht, sehen wir schon neue Trends: Künst­li­che Intel­li­genz und Algo­rith­men wer­den zukünf­tig viel stär­ker in die Inhal­te-Mode­ra­ti­on inte­griert, so dass die Zahl der Arva­to-Mit­ar­bei­ter irgend­wann irrele­vant wird…” Kom­men­tar von Mar­kus Becke­dahl vom 30. Juni 2017 bei Netz​po​li​tik​.org externer Link (unter der Über­schrift “Das gro­ße Löschen beginnt” erschien die­ser Kom­men­tar leicht gekürzt auch bei der SZ am 28. Juni 2017)
  • Anhö­rung zum NetzDG: Mehr­heit der Exper­ten hält Gesetz­ent­wurf für ver­fas­sungs­wid­rig 
    Bei der Exper­ten­an­hö­rung im Rechts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges haben fast alle Sach­ver­stän­di­gen den Gesetz­ent­wurf zum Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz kri­ti­siert. Mehr als die Hälf­te der Exper­ten hielt ihn gar für ver­fas­sungs­wid­rig. Weil die gro­ße Koali­ti­on selbst nicht mehr einig ist, könn­te das Gesetz jetzt auf sei­nen Kern zusam­men­ge­stutzt wer­den…” Bericht von Mar­kus Reu­ter vom 19.06.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link – sie­he auch:
    • Gesetz gegen Hass im Inter­net fällt bei Anhö­rung durch: Juris­ten hal­ten das Gesetz für rechts­wid­rig
      “Bei einer Anhö­rung im Bun­des­tag ist das Gesetz gegen Hass-Kom­men­ta­re im Inter­net von wei­te­ren Exper­ten scharf kri­ti­siert wor­den. Die Orga­ni­sa­ti­on Repor­ter ohne Gren­zen appel­lier­te an die Abge­ord­ne­ten, das Netz­werk­durch­su­chungs­ge­setz (NetzDG) in »sei­ner aktu­el­len Form abzu­leh­nen« (…) Anfang Juni hat­te der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter für Men­schen­rech­te, David Kaye, in einem Schrei­ben gesagt, das Gesetz gefähr­de Pri­vat­sphä­re und Mei­nungs­frei­heit. Es müs­se grund­le­gend über­ar­bei­tet wer­den, um der inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­ge­setz­ge­bung zu ent­spre­chen. Tat­be­stän­de wie »Belei­di­gung« und »Dif­fa­mie­rung« etwa sei­en zu vage for­mu­liert. (…) Ein Gut­ach­ten des Wis­sen­schaft­li­chen Diens­tes des Bun­des­ta­ges hat­te zudem bezwei­felt, dass das Gesetz mit der EU-Richt­li­nie zu E‑Commerce ver­ein­bar ist, weil die­se fle­xi­ble Fris­ten zum Löschen von geset­zes­wid­ri­gen Inhal­ten setzt. Außer­dem ist laut Infor­ma­tio­nen des Medi­en­an­walts Joa­chim Stein­hö­fel offen­bar ein wei­te­res Gut­ach­ten in Auf­trag, das bezwei­felt, dass das NetzDG mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar ist. Am Mitt­woch soll das Gesetz in zwei­ter Lesung im Par­la­ment behan­delt wer­den. Viel Zeit zur Ver­ab­schie­dung vor der Som­mer­pau­se bleibt nicht mehr – am 30. Juni fin­det die letz­te Sit­zung des Bun­des­ta­ges statt. Minis­ter Maas will das Gesetz noch in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode ver­ab­schie­den.” Bei­trag von Moritz Wich­mann bei neu­es Deutsch­land vom 19. Juni 2017 externer Link
  • Hei­ko Maas’ Zen­sur­ge­setz: Wenn Anzei­ge und Ver­ur­tei­lung eins wer­den
    “In einer ganz­sei­ti­gen Ver­tei­di­gung sei­nes Inter­net-Zen­sur­ge­set­zes in der Zeit geht Hei­ko Maas mit kei­nem Wort auf den wich­tigs­ten Punkt sei­ner Kri­ti­ker ein: dass letzt­lich nur Rich­ter ent­schei­den kön­nen, was rechts­wid­rig ist. Durch­gän­gig tut er so, als sei die Rechts­wid­rig­keit eines Inhalts dadurch bewie­sen, dass jemand sich dar­über beschwert. Aus­ge­rech­net der Jus­tiz­mi­nis­ter miss­ach­tet den ele­men­ta­ren Rechts­grund­satz: Bis bewie­sen ist, dass eine Straf­tat vor­liegt, und dass die Beschul­dig­te sie began­gen hat, gilt sie als unschul­dig. Hei­ko Maas ist Voll­ju­rist. Trotz­dem will er einem Kon­zern in Sili­con Val­ley die Auf­ga­be zuwei­sen, zu ent­schei­den, was nach deut­schem Recht unter Mei­nungs­frei­heit fällt, und was eine Ver­leum­dung oder ande­re straf­ba­re Äuße­rung ist. Nicht nur das: er erwähnt mit kei­nem Satz die Mög­lich­keit, dass Anschul­di­gun­gen falsch sein könn­ten oder die sich dar­aus erge­ben­de Gefahr dass vom Grund­recht auf Mei­nungs­frei­heit gedeck­te Äuße­run­gen zu Unrecht zen­siert wer­den könn­ten…” Bei­trag von Nor­bert Häring vom 17. Mai 2017 bei Geld und mehr externer Link
  • Algo­rith­men oder Jour­na­lis­ten kön­nen das Fake-News-Pro­blem nicht lösen. Das Pro­blem sind wir.
    “Die Ver­ant­wor­tung dafür, Fake News ein­zu­däm­men, kann nicht allein gro­ßen Platt­for­men wie Face­book und Goog­le über­las­sen wer­den. Die Pro­ble­me lie­gen viel tie­fer und las­sen sich nicht mit schnel­len Ant­wor­ten lösen. Statt­des­sen muss das Pro­blem an der Wur­zel ange­packt wer­den…” Gast­bei­trag von Danah Boyd bei Netz­po­li­tik vom 24. April 2017 externer Link – Danah Boyd ist Medi­en­wis­sen­schaft­le­rin und Sozi­al­for­sche­rin, seit 2013 ist sie Prä­si­den­tin des Data & Socie­ty Rese­arch Insti­tu­te in New York. Die­ser Bei­trag erschien zunächst auf Eng­lish auf Back­chan­nel. Über­set­zung von Elka Slo­an
    • Dar­in: “…Das The­ma „Fake News“ hat eini­ge kniff­li­ge Pro­ble­me sicht­bar gemacht, auf sozia­ler und auf kul­tu­rel­ler Ebe­ne. Sie zwin­gen uns, dar­über nach­zu­den­ken, wie Men­schen Wis­sen und Ideen ent­wi­ckeln, wie sie mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren und Gesell­schaf­ten auf­bau­en. Sie sind auch furcht­bar chao­tisch und zei­gen uns, wo die Spal­tun­gen und Brü­che in unse­ren Ansich­ten und Ein­stel­lun­gen sind. Und das heißt, es ist tech­nisch nicht so ein­fach, Lösun­gen zu bau­en oder zu imple­men­tie­ren. Wenn wir tech­ni­sche Lösun­gen für kom­ple­xe sozio-tech­ni­sche Pro­ble­me suchen, kön­nen wir uns nicht ein­fach aus der Ver­ant­wor­tung steh­len und ein paar Unter­neh­men beauf­tra­gen, die Brü­che in der Gesell­schaft zu kit­ten, die sie sicht­bar gemacht und ver­stärkt haben. Wir müs­sen zusam­men­ar­bei­ten und Bünd­nis­se mit Grup­pen ein­ge­hen, die nicht unse­re poli­ti­schen und sozia­len Vor­stel­lun­gen tei­len, um die Pro­ble­me anzu­ge­hen, die wir gemein­sam sehen. Die Alter­na­ti­ve wäre ein kul­tu­rel­ler Krieg, in dem die Unter­neh­men als Ver­mitt­ler und Schieds­rich­ter fun­gie­ren. Und das klingt nach einer schreck­li­chen Idee.
  • Dekla­ra­ti­on für die Mei­nungs­frei­heit in Reak­ti­on auf die Ver­ab­schie­dung des Netz­werk­durch­set­zungs­ge­set­zes (NetzDG) durch das Bun­des­ka­bi­nett am 5. April 2017
    In Reak­ti­on auf die Ver­ab­schie­dung des Netz­werk­durch­set­zungs­ge­set­zes (NetzDG) durch das Bun­des­ka­bi­nett am 5. April 2017 bringt eine brei­te Alli­anz von Wirt­schafts­ver­bän­den, netz­po­li­ti­schen Ver­ei­nen, Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und Rechts­ex­per­ten ihre Sor­gen um die Aus­wir­kun­gen auf den öffent­li­chen Dis­kurs in Deutsch­land zum Aus­druck. In einer gemein­sa­men „Dekla­ra­ti­on für die Mei­nungs­frei­heit“ war­nen sie vor den kata­stro­pha­len Aus­wir­kun­gen auf die Mei­nungs­frei­heit, soll­te das NetzDG vom Bun­des­tag ver­ab­schie­det wer­den. Die Unter­zeich­ner sind der Auf­fas­sung, dass eine poli­ti­sche Gesamt­stra­te­gie not­wen­dig ist, um das Auf­kom­men von Hass­re­de und absicht­li­chen Falsch­mel­dun­gen im Netz ein­zu­däm­men. Sie erken­nen an, dass Hand­lungs­be­darf besteht, aber der Gesetz­ent­wurf genügt nicht dem Anspruch, die Mei­nungs­frei­heit adäquat zu wah­ren. Im Gegen­teil, er stellt die Grund­sät­ze der Mei­nungs­frei­heit in Fra­ge…” Dekla­ra­ti­on für die Mei­nungs­frei­heit externer Link
    • Aus dem Text der Dekla­ra­ti­on: “… Mei­nungs­frei­heit hat einen essen­ti­el­len und unab­ding­ba­ren Stel­len­wert in einer von demo­kra­ti­schen Wer­ten gepräg­ten Gesell­schaft. Das Grund­recht der Mei­nungs­frei­heit ist als Teil der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­frei­hei­ten wie auch die Pres­se- und die Rund­funk­frei­heit in beson­de­rem Maße geschützt. Das Recht auf Mei­nungs­frei­heit fin­det sei­ne Gren­zen erst dort, wo die Rech­te und die Wür­de ande­rer ver­letzt wer­den. Das Recht auf Mei­nungs­frei­heit, aber auch sei­ne Ein­schrän­kung, gel­ten dabei online wie off­line. (…) Wir sind der Auf­fas­sung, dass eine poli­ti­sche Gesamt­stra­te­gie not­wen­dig ist, um das Auf­kom­men von Hass­re­de und absicht­li­chen Falsch­mel­dun­gen im Netz ein­zu­däm­men. Wir erken­nen an, dass Hand­lungs­be­darf besteht, aber der Gesetz­ent­wurf genügt nicht dem Anspruch, die Mei­nungs­frei­heit adäquat zu wah­ren. Im Gegen­teil, er stellt die Grund­sät­ze der Mei­nungs­frei­heit in Fra­ge. Absicht­li­che Falsch­mel­dun­gen, Hass­re­de und men­schen­feind­li­che Het­ze sind Pro­ble­me der Gesell­schaft und kön­nen daher auch nicht durch die Inter­net­diens­te­an­bie­ter allein ange­gan­gen wer­den – dafür bedarf es der Koope­ra­ti­on von Staat, Zivil­ge­sell­schaft und der Anbie­ter. Wir set­zen uns daher für eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Lösung ein, durch die straf­wür­di­ges Ver­hal­ten kon­se­quent ver­folgt wird, Gegen­re­de und Medi­en­kom­pe­tenz gestärkt wer­den und ein die Mei­nungs­frei­heit respek­tie­ren­der Rechts­rah­men für die Löschung oder Sper­rung rechts­wid­ri­ger Inhal­te erhal­ten bleibt.
    • Cha­os Com­pu­ter Club unter­stützt Dekla­ra­ti­on für die Mei­nungs­frei­heit
      Der Cha­os Com­pu­ter Club (CCC) schließt sich der gemein­sa­men „Dekla­ra­ti­on für die Mei­nungs­frei­heit“ gegen das geplan­te Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz an. Denn selbst wenn man die vor­der­grün­dig betrof­fe­nen kom­mer­zi­el­len Platt­for­men wie Face­book oder Twit­ter nicht nutzt: Das Gesetz erzwingt ein pri­va­ti­sier­tes Zen­sur-Regime, das legi­ti­me Mei­nun­gen, Bil­der oder Fil­me unter­drü­cken und unsicht­bar machen wird. Dem stel­len wir uns vehe­ment ent­ge­gen. Mei­nungs­frei­heit fin­det oft in einem Grau­be­reich statt: Auch was nicht gesell­schaft­li­cher Kon­sens, pro­vo­ka­tiv oder ein­fach nur frech ist, darf gesagt wer­den. Dies sichert den frei­en Dis­kurs, der teils schwer zu ertra­gen ist, unse­re Gesell­schaft aber vor­an­bringt. Genau in die­sem Grau­be­reich wer­den die Platt­for­men, auf denen vie­le Dis­kus­sio­nen statt­fin­den, nun durch das geplan­te Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz (NetzDG) unter Druck gesetzt…” CCC-Pres­se­mit­tei­lung vom 10.4.2017 externer Link
  • Die Kam­pa­gne gegen Fake News ist rund um die Welt zu einer Waf­fe der Regie­run­gen gewor­den
    Nahe­lie­gen­der­wei­se befasst sich unser Labour­Net Ger­ma­ny Dos­sier über die Fake News Kam­pa­gne vor allem mit der BRD. Aber ein Blick „jen­seits der Gren­zen“ macht schnell deut­lich, dass dies nicht nur eine welt­wei­te Kam­pa­gne ist, son­dern vor allen Din­gen auch, dass ver­schie­dens­te Regie­run­gen und dabei selbst­ver­ständ­lich auch sol­che, die nicht im Ruf ste­hen, beson­ders demo­kra­tisch zu sein (falls es die noch geben soll­te) sich die­ser Kam­pa­gne mit sehr deut­li­chen Zie­len anschlie­ßen. Der Arti­kel „Sou­the­ast Asi­an Lea­ders Use ‘Fake News’ to Jus­ti­fy Tigh­ter Media Laws and Intimi­da­te Their Cri­tics“ von Mong Pala­ti­no am 07. April 2017 bei Glo­bal Voices externer Link bie­tet einen Über­blick in die Vor­ge­hens­wei­se diver­ser süd­ost­asia­ti­scher Regie­run­gen. Etwa die kam­bo­dscha­ni­sche Regie­rung, berüch­tigt durch ihre feind­li­che Hal­tung gegen­über Gewerk­schaf­ten der Tex­til­ar­bei­te­rIn­nen und einen gesetz­lich fest­ge­leg­ten Hun­ger- genannt Min­dest­lohn. Aber auch Sin­ga­pur oder Malay­sia, die Regie­rung der Phil­ip­pi­nen und jene Indo­ne­si­ens haben ent­spre­chen­de Maß­nah­men ergrif­fen „gegen die jewei­li­gen Ver­leum­der“ – die so defi­niert wer­den, wie es der ewi­ge minis­ter­prä­si­dent Kam­bo­dschas tut: „Wir respek­tie­ren demo­kra­ti­sche Rech­te, aber nicht die Anar­chie“. Und wer bestimmt dann wohl per Fake News, was Anar­chie ist?
  • Hate-Speech-Gesetz: Schon aus­ge­wei­tet, bevor es in Kraft tritt
    Das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz soll sich nicht mehr nur gegen Hate Speech und Fake News rich­ten, son­dern auch gegen por­no­gra­fi­sche Inhal­te und vie­le ande­re Straf­tat­be­stän­de. Zusätz­lich ent­hält der neue Ent­wurf jetzt einen zivil­recht­li­chen Aus­kunfts­an­spruch ohne Rich­ter­vor­be­halt, der das Ende der Anony­mi­tät im Netz ein­läu­ten könn­te…” Bei­trag von Mar­kus Reu­ter vom 28.03.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Ana­ly­se: So gefähr­lich ist das neue Hate-Speech-Gesetz für die Mei­nungs­frei­heit
    “Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas hat heu­te einen Geset­zen­wurf gegen Hate Speech und Fake News vor­ge­stellt. Das geplan­te Gesetz wür­de Face­book zum Rich­ter über die Mei­nungs­frei­heit machen und eine aus­ge­feil­te Zen­su­r­in­fra­struk­tur eta­blie­ren. (…) Bei Hate Speech und Fake News han­delt es sich nicht um juris­ti­sche Begrif­fe. Hier defi­niert der Ent­wurf nun [bestimm­te] Straf­tat­be­stän­de. (…) Die Aus­wahl der Geset­ze nicht nach­voll­zieh­bar, kri­ti­siert Här­ting, sie sei dem Ver­such geschul­det die schwam­mi­gen Begrif­fe „Hate Speech“ und „Fake News“ abzu­de­cken: „Wie­so braucht man die Lösch­pflicht bei einer Ver­un­glimp­fung der Natio­nal­hym­ne (§ 90a Abs.1 Nr. 2 StGB), nicht jedoch bei einer ver­fas­sungs­feind­li­chen Ver­un­glimp­fung der Bun­des­kanz­le­rin (§ 90b StGB)? (…) Wür­de der Ent­wurf Gesetz wer­den, macht man die betrof­fe­nen Netz­wer­ke ohne vor­her­ge­hen­de rich­ter­li­che Über­prü­fung zu Ermitt­ler, Rich­ter und Hen­ker über die Mei­nungs­frei­heit. Nut­zer könn­ten sich nur noch im Nach­hin­ein gericht­lich gegen eine Löschung ihrer Inhal­te weh­ren. Dass sich die Nut­zer prin­zi­pi­ell gegen Löschent­schei­dun­gen weh­ren kön­nen ist gut, doch eine zeit­li­che Ver­schie­bung bis zum Gerichts­ter­min kann dazu füh­ren, dass ein Inhalt dann nicht mehr rele­vant ist. Gleich­zei­tig wür­de das Gesetz zu einer Aus­wei­tung auto­ma­ti­scher und gefähr­li­cher Zen­sur­me­cha­nis­men füh­ren. Die­se kön­nen die bean­stan­de­ten Inhal­te auf der kom­plet­ten Platt­form auf­spü­ren und löschen, sowie ein erneu­tes Hoch­la­den ver­hin­dern. Die­se Fil­ter exis­tier­ten schon gegen Kin­der­por­no­gra­fie und neu­er­dings gegen nicht näher-defi­nier­te „Ter­ror­pro­pa­gan­da“. Nun wer­den die­se Fil­ter mit dem Gesetz­ent­wurf auf wei­te­re Straf­tat­be­stän­de aus­ge­wei­tet. Die Uni­on hält den Gesetz­ent­wurf übri­gens nur für „einen ers­ten, klei­nen Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung“ Bei­trag von Mar­kus Reu­ter vom 14. März 2017 bei Netz​po​li​tik​.org externer Link
    • Anm.: Fol­gen­de Punk­ten feh­len uns lei­der im Bei­trag: Sowohl die Kri­tik von Eli­sa­beth Win­kel­mei­er-Becker (rechts­po­li­ti­sche Spre­che­rin der CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on), dass es um die Durch­set­zung “unse­rer Rechts­ord­nung (…) auch im Inter­net” gehen muss, als auch die im Gesetz­ent­wurf genann­ten unbe­stimm­ten Straf­tat­be­stän­de, machen deut­lich, dass es hier vor allem um einen ver­fas­sungs­wid­ri­gen Ein­griff in das Recht auf freie Mei­nung geht. Denn die Ver­pflich­tung die eige­ne Mei­nung ggf. gericht­lich erst durch­set­zen zu müs­sen, wider­spricht Art. 5 GG. Ver­fas­sungs­ge­mäß ist nur ein gericht­li­ches Gel­tend­ma­chen von Gren­zen der Mei­nungs­frei­heit. Die­sen Grund­satz umzu­keh­ren, stellt einen gefähr­li­chen Weg in eine ande­re Repu­blik dar, was hof­fent­lich auch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erkennt. Hier sind auch die Gewerk­schaf­ten gefor­dert. Denn es muss ver­hin­dert wer­den, dass z.B. Face­book Kri­ti­ken an Arbeit­ge­bern und Aktio­nen, die nicht dem Rechts­staats­ver­ständ­nis von Eli­sa­beth Win­kel­mei­er-Becker ent­spre­chen, mit dem Ver­weis auf das geplan­te Gesetz (Gefahr von Buß­geld) legal löschen darf. Bestraft wer­den muss vor allem jeder rechts­wid­ri­ge Ein­griff in die Frei­heit der Mei­nung.
  • «Bauch­ge­fühl ist nicht Wahr­heit»
    Lor­rai­ne Daston, die Direk­to­rin des Max-Planck-Insti­tuts für Wis­sen­schafts­ge­schich­te, hat Stan­dard­wer­ke zur Objek­ti­vi­tät ver­fasst. Die heu­ti­ge Fak­ten-Kri­se sei eine Chan­ce für neue Ideen. (…) Wie begeg­nen Sie als Bür­ge­rin der USA einer Regie­rung, die «alter­na­ti­ve Fak­ten» ersinnt? Mit Geläch­ter. Es ist Zeit, die Waf­fen der Auf­klä­rung zu fas­sen, und das waren kei­ne Waf­fen der Empö­rung. Phi­lo­so­phen wie Vol­taire haben ver­stan­den, dass Empö­rung ermü­det. Wir brau­chen Geläch­ter, Sati­re, Spott...” Inter­view von David Hes­se mit Lor­rai­ne Daston im schwei­ze­ri­schen Tages­an­zei­ger vom 18.02.2017 externer Link
  • War­um Face­book schuld ist an Fake News
    … Wenn Sie also meh­re­re Posts mit Kat­zen­bil­dern drin ange­se­hen haben, ver­sucht Face­book, Ihnen mög­lichst nur noch süße Tier­bil­der zu zei­gen, damit Sie ab sofort stünd­lich auf der Platt­form nach­se­hen und damit flei­ßig ziel­grup­pen­de­fi­nier­te Wer­be­auf­ru­fe gene­rie­ren. Damit ver­dient FB-Chef Mark Zucker­berg dann wei­te­re Mil­li­ar­den. Aller­dings gilt die­ses The­men­vor­sor­tie­ren auch bei Chem­trails, Holo­caust­leug­nung und Aus­län­der­hass. (…) Ohne die­se Eigen­schaft des welt­größ­ten Social Net­works [ ] hät­ten es also auch die aus der Luft gegrif­fe­nen, ech­ten Fake News (im Gegen­satz zur um sich grei­fen­den Sit­te, alles als Fake News zu bezeich­nen, was nicht mit der eige­nen Mei­nung kor­re­liert) weit schwe­rer. Lügen kann man im Inter­net dann wei­ter­hin, aber die Aus­brei­tung von Hetz­pro­pa­gan­da wäre stark ver­lang­samt. Wenn also eine Regie­rung etwas gegen die­se Art der Stim­mungs­ma­che unter­neh­men will, dann wäre ein Ver­bot der Vor­se­lek­tie­rung von Posts (wie im oben beschrie­be­nen Fall) ein wich­ti­ger Schritt hin zu einer Wie­der­her­stel­lung von Mei­nungs­viel­falt und Ver­nunft. Ande­re Social Net­works ver­zich­ten auf die­se Art von Wer­be­op­ti­mie­rung und sind daher weit weni­ger an der Ver­brei­tung von Fake News betei­ligt als Face­book (und machen prompt weni­ger Gewinn). Hier ist also eine ein­fa­che, geziel­te Ände­rung mög­lich.Bei­trag von Fritz Effen­ber­ger vom 6. Febru­ar 2017 bei tele­po­lis externer Link. Sie­he dazu auch unse­re Rubrik: Face­book: “Freun­de” in und als Gefahr
  • Ein Zen­sur­mons­ter und ein dage­gen harm­lo­ser Geor­ge Orwell
    “… Anfangs zeig­ten sich über den poli­ti­schen Aktio­nis­mus gegen “Fake News” vor allem Nut­zer Sozia­ler Medi­en besorgt – nun spre­chen sich auch Ver­tre­ter von Ver­bän­den und eta­blier­ten Medi­en dage­gen aus. Beson­ders viel Auf­merk­sam­keit erregt Mathi­as Döpf­ner, der Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des Deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger (BDZV) und Vor­stands­vor­sit­zen­der der Axel Sprin­ger SE. Er ver­laut­bar­te in einem Inter­view, er habe “den Ein­druck, dass gera­de ein paar Grund­prin­zi­pi­en frei­heit­li­cher Gesell­schafts­ord­nung […] im Namen der guten Absich­ten […] mit Füßen getre­ten wer­den” – und im Ver­gleich mit Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas’ Bestre­bun­gen zur Ein­rich­tung staat­li­cher Wahr­heits­stel­len sei­en die dys­to­pi­schen Ent­wür­fe des Schrift­stel­lers Geor­ge Orwell “harm­los”. Dass die Glaub­wür­dig­keit eta­blier­ter Medi­en abge­nom­men hat, liegt Döpf­ners Wor­ten nach nicht an Face­book, son­dern dar­an, dass sie “mitt­ler­wei­le von vie­len als Teil einer gro­ßen Eli­ten-Kun­ge­lei wahr­ge­nom­men” wer­den: “Viel­leicht”, so der Sprin­ger-Chef in sei­nem Erklä­rungs­ver­such dazu, “trans­por­tie­ren wir zu oft Wün­sche, wie etwas sein müss­te und zu sel­ten Fak­ten, Tat­sa­chen, scho­nungs­lo­se Beob­ach­tun­gen”. (…) Ob es den Regie­rungs­par­tei­en gelingt, Vor­schrif­ten gegen Fake News vor­zu­le­gen, die einer gericht­li­chen Über­prü­fung stand­hal­ten, ist ohne­hin offen: Sven Rebehn, der Geschäfts­füh­rer des Deut­sche Rich­ter­bunds, ist unter ande­rem des­halb skep­tisch, weil der ange­kün­dig­te “ganz gro­ßen Wurf […] ein hal­bes Jahr vor der Bun­des­tags­wahl” ange­kün­digt wird – und zwar ohne “kla­re Defi­ni­ti­on, was unter Fake News zu ver­ste­hen sei”. Mög­li­cher­wei­se eig­net sich der Begriff des­halb weni­ger für ein Gesetz, als für eine wohl­fei­le Erklä­rung, wor­an es angeb­lich lag, dass man Wäh­ler ver­lo­ren hat.” Bei­trag von Peter Mühl­bau­er vom 2. Febru­ar 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • Faking News: Eine Rich­tig­stel­lung
    “Scha­de eigent­lich, dass um die Jahr­tau­send­wen­de noch kei­ner dar­an dach­te, Fake-News zu ver­bie­ten. Viel­leicht hät­te uns das Hartz IV und die Ries­ter­ren­te erspart. Müss­te man sol­che Fol­gen, Fake-Pro­duk­te also, nicht eigent­lich auch auf den Prüf­stand stel­len? (…) Die Uni­on möch­te ja jetzt Face­book ver­pflich­ten, Fake-Mel­dun­gen mit einer Rich­tig­stel­lung oder Gegen­dar­stel­lung aus­zu­stat­ten. Das ist gar nicht so ein­fach. Man muss zunächst alles prü­fen und dann muss man ja auch die Wahr­heit ken­nen. Und an die­sem Punkt sind wir schon bei einer alten phi­lo­so­phi­schen Fra­ge, die heu­te immer noch aktu­ell ist: Was ist Wahr­heit? Und heu­te fast noch wich­ti­ger: Wer bringt sie wie in die Welt? Wer brach­te zum Bei­spiel die Wahr­heit in die Welt, dass nur eine kapi­tal­ge­deck­te Finan­zie­rung der Ren­te die letz­te Aus­flucht aus der Alters­ar­mut sein könn­te? Die­se Bot­schaft war schon ein Fake, als sie hier den poli­ti­schen Dis­kurs erreicht hat­te. Man sprach hier noch vom Ries­tern und von der Schaf­fung von Betriebs­ren­ten im gro­ßen Stil, da war Enron schon zu einem Begriff gewor­den. Mit ein wenig Phan­ta­sie konn­te man sich da schon aus­ma­len, dass ein Ren­ten­mo­dell, dass sich den Höhen und Tie­fen des Mark­tes aus­setzt, nicht unbe­dingt ein Aus­hän­ge­schild für Sta­bi­li­tät sein dürf­te. Aber die Medi­en rühr­ten mun­ter wei­ter die Trom­mel und in jeder Talk­show hock­te ein als Exper­te aus­ge­wie­se­ner Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sier­ter, der die Not­wen­dig­keit des Umden­kens ein­for­der­te. Das war alles ein rie­si­ger Fake…” Bei­trag von Rober­to J. De Lapu­en­te vom 1. Febru­ar 2017 bei den neu­land­re­bel­len externer Link
  • Regu­lie­rungs­dau­er­feu­er gegen Fake News und Social Bots ohne empi­ri­sche Grund­la­ge
    Als wür­den Falsch­mel­dun­gen und Mei­nungs­ro­bo­ter die Demo­kra­tie im Wahl­jahr 2017 umstür­zen, über­schlägt sich die Bun­des­po­li­tik mit immer neu­en Vor­schlä­gen. Dabei könn­te die Regu­lie­rung selbst mehr Scha­den an Grund­rech­ten anrich­ten als die Phä­no­me­ne, die bekämpft wer­den sol­len…” Ein Kom­men­tar von Mar­kus Reu­ter am 24. Janu­ar 2017 bei Netz​po​li​tik​.org externer Link
  • Die Wäch­ter der Mei­nungs­frei­heit
    Die Ver­men­gung ver­schie­dens­ter The­men zum Schlag­wort “Fake-News” führt nicht nur dazu, dass es ein­fa­cher wird, Men­schen dazu zu brin­gen, ein Vor­ge­hen gegen die­se “Fake-News” gut­zu­hei­ßen – sie bringt auch die Mög­lich­keit mit sich, schlei­chend pri­va­te Wäch­ter der Mei­nungs­frei­heit zu eta­blie­ren. Dabei ist es wich­tig, im Blick zu behal­ten, wer die­se Wäch­ter sind…Bei­trag von Alex­an­der und Bet­ti­na Ham­mer vom 22. Janu­ar 2017 bei tele­po­lis externer Link
  • War­um ich den Begriff „Fake­news“ nicht mehr nut­zen wer­de
    Es wird kaum noch mög­lich sein, den Begriff „Fake­news“ zu stop­pen. Er beherrscht seit Wochen die Dis­kus­si­on, jeder weiß, was damit gemeint ist, er klingt defi­ni­tiv bes­ser als die „pro­ble­ma­ti­schen Inhal­te“, über die ich vor einem Jahr schrieb. Trotz­dem: Ich wer­de ver­su­chen, den Begriff „Fake­news“ in Zukunft zu ver­mei­den. Denn er wird zum Pro­blem. Das liegt nicht nur dar­an, dass unter „Fake­news“ alles und nichts fällt. Die Dimen­sio­nen von „Fake­news“ könn­ten sein: Pro­pa­gan­da, Lügen, Click­bait, Hoa­xes, Spam, Irr­tü­mer, Sati­re, Tat­sa­chen­ver­dre­hun­gen, feh­len­der Kon­text, Gerüch­te, unkla­re For­mu­lie­run­gen, Halb­wahr­hei­ten, fal­sche Zusam­men­hän­ge, Recher­che­feh­ler. Natür­lich geht es zur­zeit vor allem um Pro­pa­gan­da mit Erfun­de­nem. (…) Doch gera­de weil „Fake­news“ alles und nichts sind, lässt sich der Begriff wun­der­bar nut­zen, um damit nicht mehr nur Falsch­mel­dun­gen, Pro­pa­gan­da und Lügen zu brand­mar­ken. Genutzt wird er auch für Inhal­te, die nicht ins eige­ne Welt­bild pas­sen…Bei­trag von Den­nis Horn vom 17.01.2017 beim WDR-Blog externer Link
  • Neu­er ETSI-Stan­dard sieht Social-Media-Schnitt­stel­le zum Daten­ab­griff durch Behör­den vor
    Elek­tro­ni­sche Durch­su­chung soll von Staats­an­walt­schaf­ten aus 50 Län­dern ange­ord­net wer­den kön­nen: In einer sei­ner letz­ten öffent­li­chen Äuße­run­gen als EU-Par­la­ments­prä­si­dent for­der­te der SPD-Poli­ti­ker Mar­tin Schulz har­te Stra­fen für Social-Media-Inhal­te, die er als ille­gi­tim ansieht. Die­se Stra­fen soll­ten sei­ner Ansicht nach auf euro­päi­scher Ebe­ne ein­ge­führt wer­den. Die EU-Kom­mis­si­on arbei­tet bereits an tech­ni­schen Stan­dards, die dafür sor­gen sol­len, dass Poli­zei- und Jus­tiz­be­hör­den Daten von Nut­zern Sozia­ler Netz­wer­ke mög­lichst rei­bungs­los abgrei­fen kön­nen, wenn man sie beschul­digt, Fake News oder Hate Speech zu ver­brei­ten…Bei­trag von Peter Mühl­bau­er bei tele­po­lis vom 5. Janu­ar 2017 externer Link. Aus dem Text:
    • … Dazu hat das Euro­pean Telecom Stan­dards Insti­tu­te (ETSI) eine Spe­zi­fi­ka­ti­on für einen “eWar­rant”, einen “elek­tro­ni­schen Durch­su­chungs­be­schluss” so geän­dert, dass Betrei­ber Sozia­ler Medi­en Behör­den eine Extra-Schnitt­stel­le frei­hal­ten müs­sen, über die die­se dann nicht nur Ver­kehrs­da­ten, son­dern auch Chat­pro­to­kol­le bequem über spe­zi­el­le Ser­ver abgrei­fen kön­nen. Der Daten­schutz­ex­per­te Erich Möchel geht davon aus, dass damit die “Begehr­lich­kei­ten” zuneh­men wer­den, weil mit den neu­en ETSI-Schnitt­stel­len sowohl befug­ten als auch unbe­fug­ten Inter­es­sen­ten “weit­aus mehr und höher­wer­ti­ge Daten” win­ken als vor­her. (…) Der von den Nut­zer­zah­len her wich­tigs­te Social-Media-Dienst­leis­ter ist Face­book. Für ihn arbei­tet die EU-Kom­mis­si­on spe­zi­el­le Über­wa­chungs­re­geln aus, die sie inner­halb der nächs­ten sechs Mona­te vor­stel­len will. Dar­über hin­aus beschäf­tigt sich das EU-Par­la­ment mit einer “Digi­ta­len Char­ta”, die ein (so Mar­kus Kom­pa) “von der Zeit-Stif­tung inthro­ni­sier­ter Tugend­rat deut­scher Intel­lek­tu­el­ler unge­be­ten pro­pa­gier­te”. Obwohl der auf­fäl­lig rein deut­sche, aber für ein euro­pa­wei­tes Gel­ten gedach­te Ent­wurf von Juris­ten uni­so­no als grob grund­rechts­wid­ri­ges Zen­sur­ge­setz zer­ris­sen wur­de, nahm ihn der Aus­schuss für bür­ger­li­che Frei­hei­ten, Jus­tiz und Inne­res als “Dis­kus­si­ons­grund­la­ge” an – was wahr­schein­lich auch dar­an lag, dass Mar­tin Schulz zu den Ver­fas­sern gehört…
  • Inter­view mit Hoax​map​.org über Falsch­mel­dun­gen: Medi­en­kom­pe­tenz statt gesetz­li­che Maß­nah­men
    “Seit der US-Wahl tobt eine Debat­te über die poli­ti­schen Fol­gen von Falsch­mel­dun­gen. Dage­gen aktiv ist bereits seit dem Früh­jahr die Online-Platt­form Hoax​map​.org. Auf einer Kar­te sam­melt sie wider­leg­te Gerüch­te über Geflüch­te­te. (…) Auch Innen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re hat in min­des­tens zwei Fäl­len fal­sche Zah­len ver­brei­tet. Ein­mal hat er gesagt, dass 30 Pro­zent der­je­ni­gen Asylbewerber*innen, die ange­ben, aus Syri­en zu kom­men, in Wirk­lich­keit gar kei­ne Syrer sei­en. Weder er noch sein Minis­te­ri­um konn­ten das jedoch bele­gen. Beim zwei­ten Mal ging es um Attes­te, die angeb­lich von Ärzt*innen zu leicht­fer­tig aus­ge­stellt wer­den wür­den um Abschie­bun­gen von aus­rei­se­pflich­ti­gen Asylbewerber*innen zu ver­hin­dern. Auch da hat er mit erfun­den Zah­len ope­riert…” Simon Rebi­ger im Gespräch mit Karo­lin Schwarz und Lutz Helm von Hoax​map​.org vom 27. Dezem­ber 2016 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • 33C3: Netz­zen­sur durch die Hin­ter­tür?
    Mit der Zen­sur­su­la-Kam­pa­gne konn­ten deut­sche Netz­ak­ti­vis­ten vor sechs Jah­ren den Auf­bau einer Zen­sur-Infra­struk­tur für das Inter­net ver­hin­dern. Doch wegen der zuneh­men­den Bedeu­tung sozia­ler Platt­for­men und dem Kampf gegen Fake-News und Ter­ror könn­te nun eine sol­che Infra­struk­tur durch die Hin­ter­tür ent­ste­hen, warn­te der Grün­der des Blogs Netz​po​li​tik​.org, Mar­kus Becke­dahl, auf dem Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress in Ham­burg. “Wir müs­sen damit leben, dass sich mitt­ler­wei­le ein Vier­tel der Bevöl­ke­rung in Deutsch­land täg­lich über Face­book infor­miert”, sag­te Becke­dahl. Dies habe erns­te Fol­gen für den öffent­li­chen Dis­kurs. Wäh­rend das Inter­net mit einem Markt­platz ver­gleich­bar sei, auf dem zum Bei­spiel Demons­tra­tio­nen durch­ge­führt wer­den könn­ten, erin­ne­re Face­book mehr an ein Ein­kaufs­zen­trum, bei dem die Regeln des Betrei­bers gel­ten. Die­se Ent­wick­lung wer­de auch immer mehr von Regie­run­gen genutzt…” Arti­kel von Tors­ten Kleinz vom 31.12.2016 bei hei­se online externer Link

Der Bei­trag NetzDG u.a.: Wie sich die Debat­te um Fake (und Hate) News zum Pro­blem für Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit ent­wi­ckelt erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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