[labournet:] Streit um Pflegekammern (am Beispiel Niedersachsen)

Dossier

ver.di: Nein zur Pflegekammer! Petition gegen die Pflegekammer NiedersachenUnter den Pfle­ge­rin­nen und Pfle­gern in Nie­der­sach­sen gibt es der­zeit eigent­lich nur ein The­ma: Die neue Pfle­ge­kam­mer. Sie soll die rund 90.000 Kran­ken- und Alten­pfle­ger im Land künf­tig gegen­über der Poli­tik ver­tre­ten, aber auch bei­spiels­wei­se Fort­bil­dungs­stan­dards und die Berufs­ord­nung fest­le­gen. Die einen wol­len sie vor­an­trei­ben, die ande­ren wün­schen sich die sofor­ti­ge Abschaf­fung. Nicht nur in den Sozia­len Netz­wer­ken wird hef­tig gestrit­ten. Die Aus­ein­an­der­set­zung begann kurz vor Weih­nach­ten, als zehn­tau­sen­de Pfle­ge­rin­nen und Pfle­ger Post von der Pfle­ge­kam­mer beka­men. Dar­in wur­den alle auf­ge­for­dert ihren Mit­glieds­bei­trag für 2018 zu ent­rich­ten. Aller­dings stand dort auch noch: “Im bei­lie­gen­den Regel­be­scheid wird der Bei­trag für alle Mit­glie­der auf den Höchst­bei­trag 2018 von 140 Euro fest­ge­setzt. Das ent­spricht berufs­be­zo­ge­nen Ein­künf­ten von 70.000 Euro” pro Jahr. Wer wenig ver­dient habe, müs­se umge­hend sei­ne Bezü­ge offen­le­gen. Da vie­le Pfle­ge­rin­nen und Pfle­ger nicht ansatz­wei­se so viel Geld ver­die­nen, war die Auf­re­gung groß. Mitt­ler­wei­le hat sich die Prä­si­den­tin der Kam­mer, San­dra Meh­me­cke, mehr­fach für das Schrei­ben ent­schul­digt und eine neue Bei­trags­ord­nung ange­kün­dig (…) Vie­len Kam­mer­geg­nern geht es aller­dings schon lan­ge nicht mehr nur ums Geld. Der Frust kommt vor allem daher, dass alle exami­nier­ten Kran­ken- und Alten­pfle­ger per Gesetz Mit­glied der Kam­mer wer­den müs­sen (…) Das The­ma ist aller­dings nicht nur auf Nie­der­sach­sen beschränkt. In Rhein­land-Pfalz gibt es bereits eine Pfle­ge­kam­mer und auch in Schles­wig-Hol­stein ist eine im Auf­bau. Umfra­gen in Bran­den­burg, Nord­rhein-West­fa­len und Baden-Würt­tem­berg dürf­ten dafür sor­gen, dass hier in naher Zukunft ähn­li­ches pas­siert. In Ham­burg lehn­te vor Jah­ren eine Mehr­heit der Pfle­ge­kräf­te die Errich­tung einer Pfle­ge­kam­mer ab.” Bei­trag von Nils Naber und Leo­nie Puscher vom 14.01.2019 beim NDR externer Link zur Sen­dung Pan­ora­ma 3 am 15.01.2019, 21:15 Uhr. Sie­he dazu wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu Pro und Con­tra in Nie­der­sa­chen und nun auch die Pfle­ge­kam­mer in NRW sowie all­ge­mein 

Pflegekammer in NRW

  • Die Pfle­ge­fach­kräf­te haben ent­schie­den − sie wol­len eine Pfle­ge­kam­mer in NRW 
    “… Minis­ter Karl-Josef Lau­mann hat heu­te (9. Janu­ar 2019) in Düs­sel­dorf die Ergeb­nis­se einer reprä­sen­ta­ti­ven Befra­gung unter den Pfle­ge­fach­kräf­ten in Nord­rhein-West­fa­len vor­ge­stellt. Die Befra­gung soll­te klä­ren, ob und wenn ja, in wel­cher Form eine Inter­es­sen­ver­tre­tung für die Pfle­ge in Nord­rhein-West­fa­len gegrün­det wer­den soll. 86 Pro­zent der ins­ge­samt 1.503 Befrag­ten wünsch­ten sich grund­sätz­lich eine Inter­es­sen­ver­tre­tung. 59 Pro­zent befür­wor­te­ten aus­schließ­lich die Grün­dung einer Pfle­ge­kam­mer, wäh­rend sie­ben Pro­zent für einen Pfle­ge­ring plä­dier­ten. 20 Pro­zent befür­wor­te­ten sowohl die Errich­tung einer Pfle­ge­kam­mer als auch eines Pfle­ge­rings. Acht Pro­zent haben sich gegen eine Inter­es­sen­ver­tre­tung für die Pfle­ge aus­ge­spro­chen. Sechs Pro­zent waren unentschlossen.„Das Ergeb­nis zeigt: 79 Pro­zent der Pfle­ge­fach­kräf­te wol­len eine Pfle­ge­kam­mer. Dass die Pfle­ge­kam­mer eine so deut­li­che Mehr­heit bekom­men hat, freut mich natür­lich sehr. Das ist aber auch ein ein­deu­ti­ges Zei­chen an die Poli­tik, die Ent­schei­dung nun mög­lichst schnell umzu­set­zen. Unser gemein­sa­mes Ziel muss es sein, die Pfle­ge zu einem selbst­be­wuss­ten und eman­zi­pier­ten Berufs­stand zu machen“, so Minis­ter Lau­mann. (…) So soll die Kam­mer bei­spiels­wei­se die Qua­li­tät der Pfle­ge sichern, Stan­dards für eine gute Berufs­aus­übung fest­le­gen und über­wa­chen sowie Fort- und Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te ent­wi­ckeln. „Wir wer­den den Auf­bau der Pfle­ge­kam­mer finan­zi­ell mit fünf Mil­lio­nen Euro unter­stüt­zen“, sicher­te Minis­ter Lau­mann zu. Lang­fris­tig finan­ziert sich die Kam­mer aus Gebüh­ren und Bei­trä­gen ihrer Mit­glie­der.” Pres­se­mit­tei­lung vom 9. Janu­ar 2019 des Minis­te­ri­ums für Arbeit, Gesund­heit und Sozia­les des Lan­des NRW externer Link, sie­he dazu:
    • NRW rich­tet Kam­mer für Pfle­ge­kräf­te ein
      “… NRW-Gesund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Lau­mann (CDU) bringt die Grün­dung einer lan­des­wei­ten Kam­mer für die knapp 200.000 Pfle­ge­fach­kräf­te in NRW auf den Weg. Ähn­lich wie Indus­trie- und Han­dels­kam­mern soll die Pfle­ge­kam­mer hoheit­li­che Auf­ga­ben über­neh­men und sich über Zwangs­bei­trä­ge der Mit­glie­der finan­zie­ren. „Wir pla­nen bis zur Som­mer­pau­se einen ent­spre­chen­den Gesetz­ent­wurf“, kün­dig­te Lau­mann am Mitt­woch an. Mit der Grün­dung der Kam­mer sei etwa 2021 zu rech­nen. Die Kam­mer soll beruf­li­che Stan­dards defi­nie­ren, Fort­bil­dungs­an­ge­bo­te sichern und auch Prü­fun­gen abneh­men dür­fen. Die Mit­glied­schaft soll für alle exami­nier­ten Pfle­ge­kräf­te ver­bind­lich wer­den. Als denk­ba­ren monat­li­chen Zwangs­bei­trag nann­te Lau­mann fünf Euro. „Die Kam­mer wird die Macht der Pfle­ge­kräf­te stär­ken“, sag­te er, „in der deut­schen Gesund­heits­po­li­tik wird zu oft über Pfle­ge gespro­chen, ohne dass die Pfle­ge mit am Tisch sitzt.“ Das wer­de nach Grün­dung der Kam­mer nicht mehr mög­lich sein. Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich ange­sichts der Grün­dung einer Pfle­ge­kam­mer in NRW auch für eine von den Pfle­ge­kräf­ten getra­ge­ne Kam­mer auf Bun­des­ebe­ne aus­ge­spro­chen…” Bericht von Eva Quad­beck und Tho­mas Rei­se­ner vom 10. Janu­ar 2019 bei RP Online externer Link

Streit um Pflegekammern in Niedersachsen

  • Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen wird auf­ge­löst – Posi­tio­nen von ver.di und Bochu­mer Bund New
    • [ver.di] Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen: Kon­zen­tra­ti­on aufs Wesent­li­che
      “[Bei der Abstim­mung über die Lan­des­pfle­ge­kam­mer in Nie­der­sach­sen haben 70,6 Pro­zent der 15.100 Teilnehmer*innen gegen deren Fort­be­stand votiert. Wir beur­teilst du die­ses Ergeb­nis?] Das ist ein ein­deu­ti­ges Votum. Seit Grün­dung der Pfle­ge­kam­mer 2017 sind die Pro­tes­te gegen Pflicht­mit­glied­schaft und Zwangs­bei­trä­ge nicht abge­ris­sen. Nun ist schwarz auf weiß bestä­tigt, dass die kla­re Mehr­heit die Kam­mer ablehnt. Die Ankün­di­gung von Gesund­heits­mi­nis­te­rin Caro­la Rei­mann (SPD), sie auf­zu­lö­sen, ist der fol­ge­rich­ti­ge und ein­zig mög­li­che Schritt. [Die meis­ten der rund 78.000 Mit­glie­der haben aber nicht mit abge­stimmt. Wie aus­sa­ge­kräf­tig ist die Abstim­mung?] Es ist gut, dass erst­mals alle Kam­mer­mit­glie­der die Mög­lich­keit hat­ten, ihre Mei­nung kund­zu­tun. Dar­auf hat­ten wir stets gedrun­gen und das Ergeb­nis ist ein­deu­tig aus­ge­fal­len. Dass sich ein Groß­teil der Pfle­ge­kräf­te nicht betei­ligt hat, ist ein Hin­weis dar­auf, dass sie sich von der Dis­kus­si­on um die Pfle­ge­kam­mer abge­wen­det haben. Das ist nur zu ver­ständ­lich. [Inwie­fern ist das ver­ständ­lich?] In der Pfle­ge stel­len sich vie­le drän­gen­de Fra­gen, die eine Pfle­ge­kam­mer nicht beant­wor­ten kann. Die Beschäf­tig­ten haben mehr Aner­ken­nung ver­dient – nicht nur mit Applaus wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie, son­dern dau­er­haft und auch mate­ri­ell. Sie brau­chen unbe­dingt Ent­las­tung und mehr Per­so­nal. Die finan­zi­el­le Auf­wer­tung der Pfle­ge­be­ru­fe ist dafür, ins­be­son­de­re in der Alten­hil­fe, eine zwin­gen­de Vor­aus­set­zung. Das heißt unter ande­rem: flä­chen­de­cken­de Tarif­bin­dung, bedarfs­ge­rech­te und ver­bind­li­che Per­so­nal­vor­ga­ben in Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen. Die Pfle­ge­kam­mer ist hier nicht wir­kungs­mäch­tig. Des­halb ist es gut, dass wir unse­re Zeit und Ener­gie jetzt noch stär­ker auf die wirk­li­chen Pro­ble­me kon­zen­trie­ren kön­nen. (…) [Was bedeu­tet das Schei­tern der nie­der­säch­si­schen Pfle­ge­kam­mer für ande­re Bun­des­län­der?] Sie soll­ten aus den Erfah­run­gen in Nie­der­sach­sen ler­nen. Auch in ande­ren Bun­des­län­dern mit Pfle­ge­kam­mern regt sich zum Teil gro­ßer Unmut. Aktu­ell zum Bei­spiel in Rhein­land-Pfalz über die von der Lan­des­pfle­ge­kam­mer beschlos­se­ne Berufs­ord­nung und die geplan­te Ver­schie­bung der Wahl. Feh­len­de Trans­pa­renz war auch bei der nie­der­säch­si­schen Pfle­ge­kam­mer ein Rie­sen­pro­blem, das viel Ver­trau­en gekos­tet hat…” Inter­view mit David Matrai bei ver.di Gesund­heit & Sozia­les externer Link (ohne Datum) – David Matrai ist im ver.di-Landesbezirk Nie­der­sach­sen-Bre­men für das Gesund­heits­we­sen zustän­dig.
    • [Bochu­mer Bund] Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen nicht abwi­ckeln, son­dern wei­ter­ent­wi­ckeln!
      “Die Pfle­ge­ge­werk­schaft Bochu­mer­Bund (BB) ruft die nie­der­säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung dazu auf, die Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen nicht abzu­wi­ckeln, son­dern als bei­trags­pflich­ti­ge Kam­mer wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. “Wir hal­ten die Online-Befra­gung für eine Far­ce”, so Lukas Böcken­holt, BB-Vor­stands­mit­glied und Mit­glied im Errich­tungs­aus­schuss der Pfle­ge­kam­mer Nord­rhein-West­fa­len. “Nicht ein­mal 15.100 Pfle­ge­fach­per­so­nen von rund 78.000 Mit­glie­dern haben teil­ge­nom­men. Es gibt folg­lich kei­ne Mehr­heit von Pfle­gen­den gegen die Pfle­ge­kam­mer. Wir als BB hal­ten es für unver­ant­wort­lich, dass die Lan­des­re­gie­rung in Han­no­ver auf Grund­la­ge der­ar­ti­ger Zah­len die Abschaf­fung einer Kam­mer in die Wege lei­ten will.” Die Umfra­ge habe vor allem dem Ziel gedient, die unab­hän­gi­ge Selbst­ver­wal­tung der Pfle­ge­fach­per­so­nen in Nie­der­sach­sen und damit eine wich­ti­ge Stim­me der pro­fes­sio­nell Pfle­gen­den zu zer­stö­ren. Wich­ti­ge Ein­fluss- und Mit­spra­che­mög­lich­kei­ten für die nie­der­säch­si­schen Pfle­gen­den gin­gen damit ver­lo­ren. “Wird die Kam­mer tat­säch­lich abge­schafft, wirft das die Pfle­ge in Nie­der­sach­sen um Jahr­zehn­te zurück”, warnt Böcken­holt. “Es wür­de ein wich­ti­ger Akteur weg­bre­chen, bei­spiels­wei­se in diver­sen Gre­mi­en und Orga­ni­sa­tio­nen wie der Bun­des­pfle­ge­kam­mer. Außer­dem wäre dies ein fata­les Signal für die Pfle­ge in allen ande­ren Bun­des­län­dern. ” Gleich­zei­tig bedau­ert er, dass eine gro­ße Zahl der Pfle­gen­den nicht bereit ist, sich zu orga­ni­sie­ren und dafür auch Mit­glieds­bei­trä­ge zu leis­ten. “Solan­ge unter Pfle­ge­kräf­ten die Mit­glied­schaft in Berufs­ver­bän­den und Gewerk­schaf­ten wie den Bochu­mer­Bund eine abso­lu­te Aus­nah­me dar­stellt, bleibt unser Berufs­stand Spiel­ball berufs­frem­der Inter­es­sen”, befürch­tet das BB-Vor­stands­mit­glied. “Damit aber wer­den für vie­le Pfle­ge­kräf­te bei­spiels­wei­se Tarif­ver­trä­ge oder von Pfle­ge­kam­mern – also von uns Pfle­gen­den – erar­bei­te­te und in Kraft gesetz­te Berufs- oder Wei­ter­bil­dungs­ord­nun­gen Illu­sio­nen blei­ben.” Die Pfle­gen­den haben sich nach Ansicht von Böcken­holt schon viel zu lan­ge auf ande­re ver­las­sen – mit bekann­tem Ergeb­nis: “Die Pfle­ge wur­de gegen die Wand gefah­ren und droht voll­ends zu kol­la­bie­ren. Dar­an sind nicht die Pfle­ge­kam­mern schuld, son­dern die­je­ni­gen, die sich als Inter­es­sen­ver­tre­ter der Pfle­ge auf­spie­len. Lei­der hat dies ins­be­son­de­re ver.di bis heu­te nicht begrif­fen.”…“ Mel­dung vom 10.09.2020 beim Bochu­mer Bund externer Link
  • Pfle­ge­ge­werk­schaft Bochu­mer­Bund for­dert wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Befra­gung zur Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen /​Schar­fe Kri­tik an ver.di-Position zu Pfle­ge­kam­mern 
    “Die Pfle­ge­ge­werk­schaft Bochu­mer­Bund for­dert eine wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Befra­gung der Mit­glie­der der Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen. Das ver­ant­wort­li­che Nie­der­säch­si­sche Minis­te­ri­um für Sozia­les, Gesund­heit und Gleich­stel­lung soll­te die Zeit der kürz­lich erfolg­ten Unter­bre­chung der Befra­gung drin­gend nut­zen, um in einem zwei­ten Anlauf die Fra­ge 11.1 nach der Zukunft der Pfle­ge­kam­mer grund­sätz­lich nach­zu­bes­sern. Denn nach Über­zeu­gung der Pfle­ge­ge­werk­schaft muss die Befra­gung zwin­gend auch die Mög­lich­keit zulas­sen, sich für eine bei­trags­pflich­ti­ge Kam­mer zu ent­schei­den. In der bis­he­ri­gen Ver­si­on wer­den die Mit­glie­der ledig­lich nach einer bei­trags­frei­en Kam­mer gefragt. “Das Minis­te­ri­um darf die Ver­fech­ter einer Kam­mer mit Pflicht­bei­trä­gen nicht über­ge­hen”, betont Ben­ja­min Jäger, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Pfle­ge­ge­werk­schaft. Zudem soll­te die Eva­lua­ti­on zu einem deut­lich spä­te­ren Zeit­punkt statt­fin­den: “Nicht ein­mal zwei Jah­re nach Kam­mer­grün­dung ist es hier­für viel zu früh.” Außer­dem muss das Land nach Ansicht des Bochu­mer­Bunds der Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen die zuge­sag­te Anschub­fi­nan­zie­rung sowie die finan­zi­el­len Mit­tel für die Rück­zah­lung der Bei­trä­ge aus 2018/​19 umge­hend bereit­stel­len. Grund­sätz­lich aber spricht sich die Pfle­ge­ge­werk­schaft für Pflicht­bei­trä­ge der Kam­mer­mit­glie­der aus. Jäger: “Nur Bei­trä­ge sichern die Unab­hän­gig­keit und Sou­ve­rä­ni­tät der pfle­ge­ri­schen Selbst­ver­wal­tung.” Der Bochu­mer­Bund ver­weist auf einen Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 12. Juli 2017 (– 1 BvR 2222/​12 –, – 1 BvR 1106/​13 –). In die­sem Beschluss des Ers­ten Senats heißt es u. a. in Bezug auf Kam­mern: “Wäre die Mit­glied­schaft frei­wil­lig, bestün­de zudem ein Anreiz, als ‚Tritt­brett­fah­rer’ von den Leis­tun­gen der Kam­mer zu pro­fi­tie­ren, ohne selbst Bei­trä­ge zu zah­len. Die an die Pflicht­mit­glied­schaft gebun­de­ne Bei­trags­pflicht trägt dazu bei, den Kam­mern die Erfül­lung ihrer Auf­ga­ben – vor­be­halt­lich der Ange­mes­sen­heit ihrer Höhe und der ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­wen­dung – zu ermög­li­chen.” In sei­nem Beschluss hat das höchs­te deut­sche Gericht über­dies frei­wil­li­ge Ver­ei­ni­gun­gen als ver­meint­li­che Alter­na­ti­ve zu Kam­mern mehr­fach sehr kri­tisch betrach­tet. Gleich­wohl set­zen sich vie­le Kam­mer­geg­ner nicht nur in Nie­der­sach­sen für eine frei­wil­li­ge Ver­ei­ni­gung von Pfle­gen­den nach baye­ri­schem Vor­bild ein. “Dabei igno­rie­ren sie nicht nur den Beschluss des Ver­fas­sungs­ge­richts. Sie neh­men damit auch eine Schwä­chung unse­res Berufs­stands in Kauf. Denn mit einer frei­wil­li­gen Ver­ei­ni­gung unter­wer­fen sich die Pfle­gen­den dem Ein­fluss bzw. dem Wil­len der Poli­tik”, warnt der Vor­stands­vor­sit­zen­de des Bochu­mer­Bunds. (…) Der Bochu­mer­Bund sieht Gewerk­schaf­ten und Pfle­ge­kam­mern als sich ergän­zen­de Insti­tu­tio­nen. “Wir tre­ten für ein kon­struk­ti­ves Mit­ein­an­der ein, nicht für Kon­fron­ta­ti­on”, unter­streicht der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Pfle­ge­ge­werk­schaft. Zwar habe die Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen in der Ver­gan­gen­heit nicht immer ein glück­li­ches Bild abge­ge­ben und sei auch zu Recht kri­ti­siert wor­den. Gleich­zei­tig müs­se ihr mehr Zeit ein­ge­räumt wer­den, sich zu ent­wi­ckeln. Dies kön­ne gesche­hen durch die Über­tra­gung wei­te­rer staat­li­cher Auf­ga­ben, z. B. die Aner­ken­nung im Aus­land erwor­be­ner Abschlüs­se oder die Orga­ni­sa­ti­on eines lan­des­wei­ten Frei­wil­li­gen­re­gis­ters für den Pan­de­mie­fall.“ Pres­se­mit­tei­lung der Pfle­ge­ge­werk­schaft Bochu­mer­Bund vom 23.06.2020 externer Link
  • Urteil für Nie­der­sach­sen: Pflicht­mit­glied­schaft in Pfle­ge­kam­mer ist nicht ver­fas­sungs­wid­rig 
    Die Pflicht­mit­glied­schaft in der nie­der­säch­si­schen Pfle­ge­kam­mer ver­stößt nach Ansicht des Ober­ver­wal­tungs­ge­rich­tes in Lüne­burg nicht gegen das Grund­ge­setz. Dar­an ände­re auch die Bei­trags­pflicht für die Pfle­ge­fach­kräf­te nichts, sag­te Gerichts­prä­si­dent Tho­mas Smol­lich am Don­ners­tag in Lüne­burg. Damit schei­ter­ten zwei Klä­ge­rin­nen, die sich dage­gen geweht haben, der Kam­mer anzu­ge­hö­ren, auch in zwei­ter Instanz. Ein Jahr nach ihrer Grün­dung hat das Ober­ge­richt erst­mals in Sachen Pfle­ge­kam­mer ent­schie­den. Eine Revi­si­on ließ das Gericht nicht zu. Wie bereits das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver ent­schie­den auch die Lüne­bur­ger Rich­ter, das Land habe mit dem Gesetz zur Grün­dung der Kam­mer inner­halb der ihm zuste­hen­den Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz gehan­delt. Die Ein­rich­tung der Kam­mer sei vor­nehm­lich eine poli­ti­sche Ent­schei­dung, sag­te Smol­lich…” Mel­dung vom 23. August 2019 bei tp​-tages​pfle​ge​.net externer Link
  • Wolfs­burg: Pfle­ge­kräf­te demons­trie­ren am 19.1.19 gegen Pfle­ge­kam­mer 
    Unter dem Mot­to „Bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen statt Pfle­ge­kam­mer“ fin­det am kom­men­den Sams­tag, ab 12 Uhr eine Demons­tra­ti­on auf dem Hugo-Bork-Platz statt. Laut Ver­an­stal­te­rin Simo­na Netz ist eine Kund­ge­bung mit ver­schie­de­nen Red­nern geplant, dar­über hin­aus sol­len Fly­er ver­teilt wer­den. Ins­ge­samt rech­net sie mit rund 200 Teil­neh­mern. Ihre Teil­nah­me zuge­sagt haben laut Netz Ver­tre­ter der Gewerk­schaft Ver­di sowie der Par­tei die Lin­ke. Auch von der FDP, die erst am Mon­tag das Ende der Zwangs­mit­glied­schaft in der nie­der­säch­si­schen Pfle­ge­kam­mer gefor­dert hat­te, wird Unter­stüt­zung erwar­tet. Ob auch Ver­tre­ter von der CDU und der SPD dabei sind, sei noch unklar…” Mel­dung vom 16.01.2019 bei der Wolfs­bur­ger All­ge­mei­nen online externer Link
  • [ver.di] Nein zur Pfle­ge­kam­mer! Pfle­ge­kräf­te brau­chen kei­ne Pfle­ge­kam­mer! Peti­ti­on gegen die Pfle­ge­kam­mer 
    Argu­men­te, Stel­lung­nah­men und Peti­ti­on bei ver.di Lan­des­be­zirk Nie­der­sach­sen-Bre­men externer Link. Sie­he v.a.:
    • Kam­mer­dis­kus­si­on: ver.di for­dert Befra­gung aller Pfle­ge­kräf­te
      “Die Empö­rung bei Pfle­ge­kräf­ten ist groß. Tau­sen­de Anru­fe und meh­re­re hun­dert Pro­test­schrei­ben gegen die Pfle­ge­kam­mer gin­gen in den letz­ten Tagen allei­ne bei der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) in Nie­der­sach­sen ein. Zwi­schen 2012 und 2013 war eine Befra­gung von gera­de ein­mal 1.039 Pfle­ge­kräf­ten durch­ge­führt wor­den. „Auf­grund der aktu­el­len Ent­wick­lun­gen und Pro­tes­te reicht das heu­te nicht mehr. Nötig ist jetzt eine umge­hen­de Befra­gung aller Pfle­ge­kräf­te von einem unab­hän­gi­gen Insti­tut“, for­dert ver.di-Landesleiter Det­lef Aht­ing. Die durch die Bei­trags­be­schei­de aus­ge­lös­te Debat­te las­se sich nicht allei­ne durch eine Über­ar­bei­tung der Bei­trags­ord­nung klä­ren“, so Aht­ing, „zahl­rei­che Kolleg*innen äußern ganz grund­sätz­li­che Kri­tik an dem Sys­tem Kam­mer“. Für eine Absen­kung der Bei­trä­ge gebe es kei­ne kon­kre­ten Aus­sa­gen, eine neue Bei­trags­ord­nung wer­de nur die Ver­tei­lung ver­än­dern kön­nen. „Das ist kei­ne Lösung für die kon­kre­ten Pro­ble­me, das ist rei­ne Kos­me­tik!“, kri­ti­siert Aht­ing die vagen Ankün­di­gun­gen. „Schon früh hat­ten sich die meis­ten Befrag­ten gegen eine Pflicht­mit­glied­schaft und einen Pflicht­bei­trag aus­ge­spro­chen. ver.di hat lan­ge vor und in der Gesetz­ge­bungs­pha­se Alter­na­ti­ven in die Dis­kus­si­on ein­ge­bracht, wie zum Bei­spiel das baye­ri­sche Modell“, erin­nert sich Lan­des­lei­ter Aht­ing. „Ein sol­ches Modell kann eine Platt­form für die Pfle­ge bie­ten, ohne Zwangs­bei­trä­ge.“…” ver.di-Pressemitteilung vom 11. Janu­ar 2019 externer Link
    • [Peti­ti­on] Auf­lö­sung der Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen und Been­di­gung der Zwangs­mit­glied­schaf­ten von Pfle­ge­kräf­ten
      Mit die­ser Peti­ti­on wol­len wir die Abschaf­fung der Pfle­ge­kam­mer for­dern, die Zwangs­mit­glied­schaft und die Zwangs­bei­trags­zah­lung von Pfle­ge­kräf­ten been­den. Zeit­li­ches Ziel zur Ver­wirk­li­chung die­ser For­de­rung ist spä­tes­tens die Eva­lua­ti­on des Pfle­ge­kam­mer­ge­set­zes durch den nie­der­säch­si­schen Land­tag oder die nie­der­säch­si­sche Regie­rung…” Peti­ti­on von Ste­fan Cor­ne­li­us bei open­Pe­ti­ti­on externer Link, gestar­tet am 23.12.2018 – mit über 44.600 Men­schen gegen die Pfle­ge­kam­mer in Nie­der­sach­sen
    • [Peti­ti­on] Ein­rich­tung der Pfle­ge­kam­mer in Nie­der­sach­sen stop­pen
      Wir, die exami­nier­ten Pfle­ge­kräf­te des Lan­des Nie­der­sach­sen und deren Unter­stüt­zer for­dern Sie auf, die Ver­ab­schie­dung des Geset­zes zur Ein­füh­rung einer Pfle­ge­kam­mer in Nie­der­sach­sen zu stop­pen. Die Pfle­ge­kam­mer löst nicht die vor­ran­gigs­ten Pro­ble­me der exami­nier­ten Pfle­ge­kräf­te, wel­che da sind: Per­so­nel­le Unter­be­set­zung durch feh­len­de, gesetz­li­che Personalbemessungsinstrumente.Hier ist der Gesetz­ge­ber gefor­dert. Ange­mes­se­ne Bezah­lung der exami­nier­ten Pfle­ge­kräf­te. Das ist die Auf­ga­be der Gewerk­schaf­ten und ande­rer Ver­hand­lungs­part­ner. (…) Was aber die Pfle­ge­kam­mer uns auf­bür­det und was nicht offen kom­mu­ni­ziert wird, ist: Sie setzt die exami­nier­ten Pfle­ge­kräf­te unter einen zusätz­li­chen enor­men zeit­li­chen und finan­zi­el­len Druck, indem sie die Pfle­gen­den in eine Kam­mer mit Zwangs­mit­glied­schaft mit Pflicht­bei­trä­gen zwingt: Bei­spiel Rhein­land-Pfalz (…) Die Kam­mer erhält als Organ des kör­per­li­chen Rechts die Auf­ga­be, Pfle­ge­feh­ler zu sank­tio­nie­ren, bis zur Aberken­nung der Berufs­be­zeich­nung. Sehr geehr­ter Herr Minis­ter Weil, sehr geehr­te Frau Minis­te­rin Rundt, sehr geehr­te Mit­glie­der des Land­ta­ges, wir begrü­ßen, das Sie einen Hand­lungs­be­darf für die Pfle­ge erkannt haben. Der Weg, den Sie jetzt beschrei­ten, hilft uns aller­dings nicht wei­ter, son­dern setzt uns wei­te­ren Kon­trol­len und Pflich­ten aus. Wie­der wird über uns hin­weg gehan­delt: Das kön­nen wir nicht hin­neh­men. Neh­men Sie sich mit uns zusam­men der tat­säch­li­chen Pro­ble­me an.” Peti­ti­on bei chan​ge​.org externer Link (geschlos­sen mit 2.499 Unter­schrif­ten)
    • Stel­lung­nah­me des ver.di Lan­des­be­zirks Niedersachsen/​Bremen zum Ent­wurf eines Geset­zes über die Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen vom 02.07.2015
      Das Nie­der­säch­si­sche Minis­te­ri­um für Sozia­les, Gesund­heit und Gleich­stel­lung hat einen Gesetz­ent­wurf zur Errich­tung einer Pfle­ge­kam­mer in Nie­der­sach­sen vor­ge­legt. Mit der Grün­dung einer Pfle­ge­kam­mer beab­sich­tigt die nie­der­säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung, die Pfle­ge auf­zu­wer­ten, den „Berufstand“ der Pfle­ge­kräf­te zu stär­ken und den Fach­kräf­te­be­darf sowie die Qua­li­tät in den Pfle­ge­fach­be­ru­fen zu sichern. Auch die Pfle­ge­aus­bil­dung, die Pfle­ge­pra­xis sowie die Inter­es­sen­ver­tre­tung der in der Pfle­ge Beschäf­tig­ten soll ver­bes­sert wer­den. Aus Sicht der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di ist eine Pfle­ge­kam­mer kein geeig­ne­tes Instru­ment zur Errei­chung die­ser Zie­le. Hier­für sind wir­kungs­vol­le­re Maß­nah­men erfor­der­lich: eine bes­se­re Bezah­lung und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen für mehr qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal. Eine berufs­stän­di­sche Pfle­ge­kam­mer mit Zwangs­mit­glied­schaft und Pflicht­bei­trag löst die Pro­ble­me dage­gen nicht. Gegen die geplan­te Kam­mer spricht: Die Tarif­au­to­no­mie liegt in Hän­den der Sozi­al­part­ner und wird durch die Ein­füh­rung einer Pfle­ge­kam­mer nicht berührt. In den wich­tigs­ten Fra­gen der Bezah­lung und Arbeits­be­din­gun­gen wird sich durch die Errich­tung einer Kam­mer nichts ändern.; Einer Pfle­ge­kam­mer ste­hen kei­ne ande­ren Instru­men­te zur Ver­fü­gung als heu­te schon den Berufs­ver­bän­den und Gewerk­schaf­ten, um auf die Poli­tik ein­zu­wir­ken. Viel­mehr besteht die Gefahr, dass poli­tisch Ver­ant­wort­li­che sich unter Ver­weis auf die schein­ba­re Auf­wer­tung der Pfle­ge­be­ru­fe durch Kam­mern ihrer Ver­ant­wor­tung ent­zie­hen und ech­te Pro­blem­lö­sun­gen wei­ter­hin ver­wei­gern.; Die ver­pflich­ten­de Mit­glied­schaft der exami­nier­ten Pfle­ge­kräf­te- und auch nur die­ser- in einer Pfle­ge­kam­mer stellt einen ekla­tan­ten Ein­griff in die grund­ge­setz­lich geschütz­te Koali­ti­ons- und Berufs­frei­heit dar. Ein sol­cher Ein­griff wäre nur legi­tim, wenn die Vor­tei­le durch eine Zwangs­mit­glied­schaft gegen­über den Nach­tei­len über­wie­gen. Dies ist durch die Ein­füh­rung einer Pfle­ge­kam­mer, die ledig­lich für Tei­le eines Berufs­fel­des zustän­dig ist, nicht ersicht­lich.; Die Über­tra­gung hoheit­li­cher Auf­ga­ben an Kam­mern stellt eine Pri­va­ti­sie­rung bis­lang öffent­lich wahr­ge­nom­me­ner Auf­ga­ben dar, bei der die Kos­ten in Zukunft von den Mit­glie­dern durch deren Zwangs­bei­trä­gegetra­gen wer­den müs­sen…” Die Stel­lung­nah­me beim ver.di-Landesbezirk Nie­der­sach­sen-Bre­men externer Link
    • Pfle­ge­kam­mern lösen die Pro­ble­me nicht!
      Ein Bei­trag über Hand­lungs­not­wen­dig­kei­ten für die Pfle­ge­be­ru­fe von ver.di Nie­der­sach­sen-Bre­men, FB 3, vom Dezem­ber 2015 externer Link
    • DGB-Stel­lung­nah­me lehnt Pfle­ge­kam­mer ab
      Stel­lung­nah­me zum Ent­wurf des Geset­zes über die Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen vom 12.10.2015 beim DGB Nie­der­sach­sen externer Link
  • Ich unter­stel­le Ver.di…
    dass genau sie, die­se Gewerk­schaft, mit allen Mit­teln ver­hin­dern will, dass Pfle­ge­kam­mern in den Bun­des­län­dern errich­tet wer­den. Denn damit ent­schwin­det, pro­fan und klar geäu­ßert, die­ser Gewerk­schaft eine Kli­en­tel, die ihr eigent­lich sowie­so schon immer egal war. Näm­lich die Kli­en­tel, genannt „Ver­zwei­fel­te Pfle­ge­kräf­te“. Bis­lang wur­de sie, die Pfle­ge, immer nur dann aus der Schub­la­de her­vor geholt, wenn es um öffent­lich­keits­wirk­sa­me Aktio­nen ging. Die­se fan­den zwar AUCH im Inter­es­se der „Betrof­fe­nen“ statt, aber pri­mär dräng­te sich die­se Gewerk­schaft in den Vor­der­grund. Nun drängt sich die Pfle­ge über die Pfle­ge­kam­mern eman­zi­piert in den Vor­der­grund, und für Ver­di ist damit die Kacke am Damp­fen. Der­zei­tig fin­den beson­ders auf Face­book wah­re Schlamm­schlach­ten statt. Wäh­rend die Befür­wor­ter der Pfle­ge­kam­mern mit Argu­men­ten kom­men, kon­tern die Geg­ner mit zum Teil mit unglaub­li­chen Belei­di­gun­gen und Her­ab­wür­di­gun­gen. Wir Pfle­ge­kräf­te mit Examen brau­chen die Pfle­ge­kam­mer. Ganz ein­fach. Und klar, Ver­di hin­ge­gen sieht die Fel­le schwim­men, sieht Mit­glie­der­bei­trä­ge in Gefahr. Denn eine Pfle­ge­kam­mer kann und wird unse­re Posi­ti­on stär­ken. Sie wird unse­re Qua­li­tät fest­le­gen, sie wird unse­ren Beruf orga­ni­sie­ren und stär­ken und sie wird uns auf­grund unse­rer beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on auf eine bes­se­re Posi­ti­on hie­ven, wenn es um unse­re Gehäl­ter geht...” Bei­trag vom 5. Janu­ar 2019 von und bei Frau Sofa externer Link
  • Pro Pfle­ge­kam­mer, ich bin.
    Bis­lang war ich kri­tisch, wenn es um die Pfle­ge­kam­mern ging. Inzwi­schen aber habe ich mei­ne Mei­nung geän­dert, beson­ders, nach­dem ich mir so eini­ge sel­ten erwähn­te PRO-Argu­men­te hat­te durch mei­nen grei­sen Kopf hat­te gehen las­sen…” Bei­trag vom 25. März 2018 von und bei Frau Sofa externer Link

Siehe auch (allgemein):

  • Rhein­land-Pfalz: ver.di kan­di­diert für Pfle­ge­kam­mer
    ver.di wird sich an der Wahl zur Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Lan­des­pfle­ge­kam­mer Rhein­land-Pfalz betei­li­gen und dazu Lis­ten auf­stel­len,“ dies teil­te Sil­ke Präf­ke, Prä­si­den­tin des ver.di- Pfle­ge­bei­ra­tes den Mit­glie­dern des Lan­des­fach­be­reichs­vor­stan­des der Gewerk­schaft auf der letz­ten Sit­zung mit. “Der Pfle­ge­bei­rat will sich auf sei­ner Sit­zung am 1. Febru­ar 2020 mit den For­ma­li­tä­ten befas­sen und bit­tet alle Inter­es­sen­ten und Inter­es­sen­ten, die eine ver.di-Liste unter­stüt­zen wol­len, sich bei dem Pfle­ge­be­auf­trag­ten Mchael.​Quetting@​verdi.​de zu mel­den. Man­che Kol­le­gin­nen oder auch Kol­le­gen hof­fen, die Pro­ble­me der Pfle­ge­be­ru­fe durch die Errich­tung von Pfle­ge­kam­mern lösen zu kön­nen. Die Gewerk­schaft ver.di sieht die Errich­tung von Pfle­ge­kam­mern aus einer Rei­he von Grün­den kri­tisch und hat sich mehr­heit­lich des­halb dage­gen aus­ge­spro­chen. ver.di ver­kennt aber durch­aus nicht, dass es auch Gewerk­schafts­mit­glie­der gibt, die durch eine Kam­mer höhe­re Wert­schät­zung und ver­bes­ser­ter Ein­fluss­nah­me erhof­fen. In Rhein­land-Pfalz hat der Gesetz­ge­ber eine Pfle­ge­kam­mer geschaf­fen. „Des­we­gen gehen wir mit in Ver­ant­wor­tung und brin­gen unse­re Fach­kom­pe­tenz zum Nut­zen für die Pfle­ge­be­ru­fe ein,“ erklärt Sil­ke Präf­ke, die Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­de im Bun­des­wehr­kran­ken­haus in Koblenz ist und der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Pfle­ge­kam­mer ange­hört. (…) Im Zen­trum der Pfle­ge­kam­mer steht der Schutz vor unsach­ge­mä­ßer Pfle­ge. Des­we­gen wur­de eine Berufs­ord­nung ver­ab­schie­det. Sil­ke Präf­ke und ihre Kol­le­gin­nen aus der ver.di-Fraktion haben die­ser nicht zuge­stimmt, weil ver.di eine Über­wa­chung und Sank­tio­nie­rung der Pfle­ge­kräf­te, die sich tag­täg­lich unter wid­ri­gen Bedin­gun­gen um gute Pfle­ge bemü­hen, befürch­tet. Sil­ke kün­digt an, bei ent­spre­chend ande­ren Mehr­hei­ten in der Ver­tre­ter­ver­samm­lung, eine neue Berufs­ord­nung erar­bei­ten zu wol­len…“ Mit­tei­lung bei ver­di Rhein­land-Pfalz externer Link (ohne Datum)
  • Demo in Neu­müns­ter (Schles­wig-Hol­stein): Pro­test gegen Zwangs­mit­glied­schaft in der Pfle­ge­kam­mer
    „Wir brau­chen mehr Per­so­nal und kei­ne Pfle­ge­be­ru­fe­kam­mer“, rief Mit­or­ga­ni­sa­to­rin Chris­ti­ne Wät­zold ins Mikro­fon und ern­te­te Tril­ler­pfei­fen-Zustim­mung. Rund 300 Beschäf­tig­te zogen vom Kon­rad-Ade­nau­er-Platz zum Groß­fle­cken und demons­trier­ten gegen die Pfle­ge­be­ru­fe­kam­mer. 2015 wur­de die Kam­mer von Land geschaf­fen. „Damals wur­den ledig­lich 1170 Beschäf­tig­te befragt, ob sie so ein Organ wol­len, davon waren nur 51 Pro­zent dafür. Die rest­li­chen 26.000 Men­schen, die in den ver­schie­dens­ten Pfle­ge­be­ru­fen arbei­ten, wur­den gar nicht ein­be­zo­gen“, so Wät­zold, die selbst seit 20 Jah­ren Alten­pfle­ge­rin ist. Mit etli­chen Mahn­wa­chen und Demons­tra­tio­nen haben die Ange­stell­ten sich bereits im ver­gan­ge­nen Jahr mas­siv gegen die Exis­tenz der Kam­mer und die Zwangs­mit­glied­schaft gestellt. „Eine Pfle­ge­be­ru­fe­kam­mer löst kein ein­zi­ges der vie­len Pro­blem­fel­der der Pfle­ge“, sagt Mari­us Schnee­kloth-Her­zog, Vor­sit­zen­der des Bünd­nis­ses „Pfle­ge­stim­me“ externer Link . Kei­ner wis­se, was die Kam­mer leis­ten wol­le. (…) Der Fokus der Kam­mer habe sich bis­her auf die Finan­zie­rung gerich­tet, „nun wol­len wir uns auf unse­re eigent­li­che Auf­ga­be besin­nen: Ansprech­part­ner für Sor­gen und Pro­ble­me der Pfle­ge­kräf­te“, so Dru­be. Eines der wich­ti­gen Zie­le sei, den Per­so­nal­schlüs­sel zu ver­bes­sern. „Wenn man 22.000 Euro allein für Weih­nachts­post aus­gibt, ist das ein schlech­ter Umgang mit Steu­er­gel­dern. Die­se Kam­mer setzt sich nicht wirk­lich für uns ein“, beton­te Wät­zold.” Bericht von Gun­da Mey­er vom 06. Janu­ar 2020 bei Schles­wig-Hol­stei­ni­scher Zei­tung online externer Link
  • Ein­rich­tung oder Ver­hin­de­rung einer Pfle­ge­kam­mer: Wie ein Kam­mer­geg­ner argu­men­tiert 
    “Der­zei­tig kochen die Fron­ten gera­de wie­der hoch, wenn es um die Ein­rich­tung oder Ver­hin­de­rung einer Pfle­ge­kam­mer geht. Dass es gera­de bei den Geg­ner nicht immer fak­ti­sche ein­wand­frei zugeht, möch­te ich ger­ne in die­sem Text dar­le­gen. (…) Zu den Haupt­geg­nern der Pfle­ge­kam­mern zäh­le ich DIE LINKE, Ver.di und die Arbeit­ge­ber­ver­bän­de in der Pfle­ge. In man­chen Punk­ten ähneln sich deren Argu­men­te, in ande­ren Punk­ten gibt es laten­te Unter­schei­dun­gen. Den­noch ist ihnen ein Ziel gemein, näm­lich die Ver­hin­de­rung der Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Pfle­ge­fach­be­ru­fe und so deren Stär­kung. Es wird mit Begrif­fen wie „Zwangs­ver­kam­me­rung“, „Zwangs­mit­glied­schaft“ oder „Zwangs­bei­trag“ gear­bei­tet. Das Wort „Zwang“, das als ein Ein­wir­ken von außen auf jeman­den unter Anwen­dung oder Andro­hung von Gewalt ver­stan­den wer­den kann, also als etwas, was die Men­schen, in die­sem Fall die Pfle­ge­fach­kräf­te, über Regu­lie­run­gen ihr Leben stark ein­schränkt, erweckt grund­sätz­lich Wider­stand. Und ist des­halb ein argu­men­tum ad metum. Ich sehe jetzt vor mei­nem inne­ren Auge schon so man­che hef­tig nicken. „Zwang? Das geht gar nicht!“ Denn wer möch­te sich schon „zwin­gen“ las­sen. Und das von außen! Von drit­ter Sei­te her! Auf das Argu­ment „Zwang“ möch­te ich jetzt nicht wei­ter ein­ge­hen. Ich möch­te jetzt nur über die bewusst her­vor­ge­ru­fe­nen Emo­tio­nen spre­chen, die die­ses Wort her­vor­ruft. Und ich unter­stel­le, dass die­se Wir­kung abso­lut beab­sich­tigt ist, um popu­lis­tisch wei­ter gegen die Kam­mern zu agie­ren. (…) Des­halb mein Appell an mei­ne Berufs­kol­le­gen und ‑Kol­le­gin­nen! Fangt bit­te end­lich an, Selbst­be­wusst­sein zu zei­gen und Euch gegen Fremd­be­stim­mung sei­tens der Arbeit­ge­ber, der Par­tei­en und Gewerk­schaft zu weh­ren. Kei­ner kann bes­ser für Euch spre­chen, als Ihr für Euch selbst! Las­sen wir uns nicht wei­ter dumm hal­ten!“ Bei­trag vom 24.11.2019 von und bei Frau Sofa externer Link
  • Bun­des­pfle­ge­kam­mer am Start 
    Die Lan­des­pfle­ge­kam­mern in Rhein­land-Pfalz, Nie­der­sach­sen und Schles­wig-Hol­stein haben mit dem Deut­schen Pfle­gerat in Ber­lin eine gemein­sa­me Ver­tre­tung gegrün­det: die Pfle­ge­kam­mer­kon­fe­renz. Die Lan­des­pfle­ge­kam­mern und der DPR ver­spre­chen sich von dem Zusam­men­schluss wach­sen­den Ein­fluss auf die gesund­heits­po­li­ti­sche Bun­des­ebe­ne. Die Pfle­ge­kam­mer­kon­fe­renz (Arbeits­ge­mein­schaft der Pfle­ge­kam­mern – Bun­des­pfle­ge­kam­mer) begreift sich als neue berufs­po­li­ti­sche Inter­es­sen­ver­tre­tung der geschätzt 1,3 Mil­lio­nen Pfle­ge­fach­per­so­nen in Deutsch­land. Außer­dem die­ne sie der „län­der­über­grei­fen­den Kom­mu­ni­ka­ti­on sowie dem Har­mo­ni­sie­ren von Ord­nun­gen“, heißt es in einem State­ment der Pfle­ge­kam­mer­kon­fe­renz. (…) Die Pfle­ge­kam­mern, so heißt es, sei­en ange­tre­ten, die Situa­ti­on der beruf­lich Pfle­gen­den nach­hal­tig zu ver­bes­sern und die pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge der Bevöl­ke­rung sicher­zu­stel­len. Auch die Bun­des­län­der Baden-Würt­tem­berg und Nord­rhein-West­fa­len pla­nen jeweils eine Pfle­ge­kam­mer. Die­se – und alle danach noch ent­ste­hen­den Kam­mern – kön­nen eben­falls in der Pfle­ge­kam­mer­kon­fe­renz mit­wir­ken (…)Die Pfle­ge­kam­mer­kon­fe­renz steht der Zusam­men­ar­beit mit Gewerk­schaf­ten und Berufs­ver­bän­den offen gegen­über. Nur gemein­sam sei die Situa­ti­on der Pfle­ge in Deutsch­land „nach­hal­tig zu ver­bes­sern“, heißt es. Die Gewerk­schaf­ten sei­en in Tarif­ver­hand­lun­gen unver­zicht­bar, Berufs­ver­bän­de führ­ten seit Jah­ren erfolg­reich pfle­ge­fach­li­che und gesund­heits­po­li­ti­sche Dis­kus­sio­nen. Aber nur Pfle­ge­kam­mern könn­ten den Beruf wei­ter­ent­wi­ckeln…” Bei­trag vom 14. Juni 2019 bei Pfle­gen online externer Link, sie­he auch
    • End­lich! Sie ist da! die Bun­des­pfle­ge­kam­mer!
      “Alle drei Lan­des­pfle­ge­kam­mern (Rhein­land-Pfalz, Schles­wig-Hol­stein und Nie­der­sach­sen) haben sich heu­te Vor­mit­tag in Ber­lin getrof­fen und zusam­men mit dem DPR (Deut­scher Pfle­gerat) die Bun­des­pfle­ge­kam­mer kon­sti­tu­iert. Ich gra­tu­lie­re hier­mit allen Betei­lig­ten zu die­sem Schritt. Die­ser Tag wird für uns Pfle­ge­fach­kräf­te eine Wen­de brin­gen, denn nun haben wir eine gewich­ti­ge Stim­me an der bun­des­po­li­ti­schen Stel­le, wo bis­lang Ent­schei­dun­gen über unse­re Köp­fe hin­weg getrof­fen wur­den. Nun hof­fe ich, dass in Anbe­tracht der Tat­sa­che, dass Pfle­ge zu 80% weib­lich ist, eine Frau Prä­si­den­tin wird…” State­ment von Frau Sofa vom 14. Juni 2019 bei Frau Sofa & Freun­de externer Link
    • Mehr zur Pfle­ge­kam­mer­kon­fe­renz unter https://​pfle​ge​kam​mer​kon​fe​renz​.bun​des​pfle​ge​kam​mer​.de/ externer Link
  • Pfle­ge­kam­mer – Was kann sie?
    Das The­ma Pfle­ge­kam­mer bestimmt in regel­mä­ßi­gen Abstän­den die öffent­li­che Debat­te. Inner­halb der Gewerk­schaft ver.di ist eine umfas­sen­de Aus­ein­an­der­set­zung und Wil­lens­bil­dung zum The­ma Pfle­ge­kam­mern erfolgt…” Über­sicht bei ver.di Gesund­heit & Sozia­les externer Link (ohne Datum)
  • Debat­te und Neus bei Twit­ter: #Pfle­ge­kam­mer

Der Bei­trag Streit um Pfle­ge­kam­mern (am Bei­spiel Nie­der­sach­sen) erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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