[labournet:] Wie sich in Südafrika eine Basisbewegung gegen Epidemie und Regierungspolitik organisiert

Das Plakat der südafrikanischen Xcluded Kampagne ab Februar 2020Nach­dem am 05. März 2020 der ers­te Coro­na-Fall in Süd­afri­ka regis­triert wur­de, erließ die Regie­rung bereits drei Wochen spä­ter eine all­ge­mei­ne Aus­gangs­sper­re, inklu­si­ve zahl­rei­cher rigi­der restrik­ti­ver Maß­nah­men in ver­schie­dens­ten Berei­chen, die dann im Ver­lauf der Mona­te nach und nach wie­der gelo­ckert wur­den. Aber die Aus­wir­kun­gen waren nicht nur enorm, son­dern auch in Süd­afri­ka gilt die offen­bar welt­wei­te Regel: Je ärmer, des­to mehr wird man getrof­fen. Bei einer Ein­ord­nung in drei Ein­kom­mens­grup­pen (nied­rig bis zu 550 Dollar/​Monat, also 10.000 Rand – das sind 83% aller Erwach­se­nen, mit­tel, bis zu 40.000 Rand – wor­un­ter 13% aller Erwach­se­nen fal­len, und hoch – eben über 40.000, das sind dann 4% der erwach­se­nen Bevöl­ke­rung) ist es nahe­lie­gend, dass von der unters­ten Ein­kom­mens­grup­pe 89% anga­ben, ech­te Pro­ble­me bei der Bezah­lung der Rech­nun­gen für die Grund­be­dürf­nis­se zu haben. In dem Arti­kel „Hun­ger, Anger and a New Social Move­ment in South Afri­ca“ von Kate Alex­an­der am 08. Sep­tem­ber 2020 im Roape​.net externer Link ist die­se Dif­fe­ren­zie­rung Grund­la­ge für die Ana­ly­se der Ent­wick­lung selbst­or­ga­ni­sier­ter Abwehr­maß­nah­men und Über­le­bens­stra­te­gien gera­de eben mit mas­si­ver Betei­li­gung der unters­ten Ein­kom­mens­grup­pen bei der Ent­ste­hung und Ent­wick­lung eines Netz­wer­kes, das zu einer regel­rech­ten neu­en sozia­len Bewe­gung in Süd­afri­ka wur­de: Die C‑19 People’s Coali­ti­on externer Link (C19PC), ent­stan­den aus zahl­rei­chen loka­len sozia­len Initia­ti­ven über­all dort, wo die Men­schen sich von der Regie­rung „im Stich gelas­sen“ fühl­ten. Einer Ent­wick­lung im Übri­gen, bei der Gewerk­schaf­ten so gut wie kei­ne Rol­le spiel­ten, einer­seits weil wenig akti­ons­fä­hig wegen geschlos­se­ner Unter­neh­men, and­rer­seits aber auch, weil, wie im Fall des größ­ten Gewerk­schafts­bun­des COSATU, ohne­hin ein­mal mehr die Regie­rungs­po­li­tik mit tra­gend, wes­we­gen Stadt­teil-Initia­ti­ven, vor allem eben aus dem Gesund­heits­be­reich, die es bereits vor­her gab, sowohl regen „Zulauf“ als auch wei­te­re Ver­brei­tung fan­den und all­mäh­lich sowohl ihre Akti­vi­tä­ten, als auch ihre Zie­le koor­di­nier­ten… Sie­he dazu auch unse­ren bis­her letz­ten Bei­trag zu selbst­or­ga­ni­sier­ten Reak­tio­nen auf Epi­de­mie und Regie­rungs­po­li­tik in Süd­afri­ka

Der Bei­trag Wie sich in Süd­afri­ka eine Basis­be­we­gung gegen Epi­de­mie und Regie­rungs­po­li­tik orga­ni­siert erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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