[perspektive:] Konflikt um türkische Erdgasbohrungen: Griechenland steht vor massiver Aufrüstung

Seit Wochen wachsen die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei. Grund sind türkische Erdgaserkundundungen in Gebieten des östlichen Meers, die auch von Griechenland beansprucht werden. Nun kündigte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis ein umfangreiches Aufrüstungsprogramm an.

Der grie­chi­sche Minis­ter­prä­si­dent ver­kün­de­te dies bei einer Rede in Thes­sa­lo­ni­ki als Ent­ste­hung eines „natio­na­len Schilds“.

Zu den Maß­nah­men zählt unter ande­rem die Anschaf­fung 18 fran­zö­si­scher Kampf­jets vom Typ Rafa­le. Außer­dem sol­len vier neue Fre­gat­ten ange­schafft und vier bereits erwor­be­ne aus deut­scher Pro­duk­ti­on moder­ni­siert wer­den. Auch ein Aus­bau des Bestands an Flug­ab­wehr­ra­ke­ten, Tor­pe­dos und ande­rer Muni­ti­on steht an.

Wäh­rend­des­sen soll die Rüs­tungs­in­dus­trie des eige­nen Lan­des gestärkt wer­den. Tau­sen­de Arbeits­plät­ze sol­len dabei ent­ste­hen. Auch die Armee möch­te die Regie­rung in Athen inner­halb der nächs­ten fünf Jah­re um 15 000 Berufs­sol­da­tIn­nen erwei­tern.

Die fran­zö­si­sche Außen­mi­nis­te­rin Flo­rence Par­ly begrüß­te die Auf­rüs­tungs­plä­ne. Ins­be­son­de­re, da zum ers­ten Mal ein euro­päi­scher Staat die Rafa­le-Kampf­jets kau­fen wür­de.

„Legt euch nicht mit der Türkei an“

Der tür­ki­sche Prä­si­dent Erdo­gan mahn­te indes­sen an, Macron sol­le sich nicht mit der Tür­kei anle­gen. Seit Wochen wach­sen die Span­nun­gen wach­sen die Span­nun­gen zwi­schen bei­den Staa­ten. Grund sind tür­ki­sche Test­boh­run­gen in erd­gas­rei­chen Gebie­ten des öst­li­chen Mit­tel­meers, wel­ches von bei­den Staa­ten bean­sprucht wird.

Bei­de NATO-Staa­ten ent­sand­ten Kriegs­schif­fe in das Gebiet. Frank­reich eil­te dabei Grie­chen­land zur Hil­fe und erhöh­te die eige­ne mili­tä­ri­sche Prä­senz im öst­li­chen Mit­tel­meer.

„Geplante Bewegungen zurück und vorwärts“

Kürz­lich hat die Tür­kei dabei ihr For­schungs­schiff Oruc Reis wie­der aus dem Gebiet abge­zo­gen. Der grie­chi­sche Minis­ter­prä­si­dent Mit­sota­kis sah dar­in einen posi­ti­ven ers­ten Schritt.

Anka­ras Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Hulu­si Akar erklär­te hin­ge­gen, dass es sich dabei nicht um eine Auf­ga­be tür­ki­scher Inter­es­sen son­dern ledig­lich um „geplan­te Bewe­gun­gen zurück und vor­wärts“ han­de­le.

Bei­de Staa­ten las­sen aber auch ver­lau­ten, sie sei­en an einer fried­li­chen Lösung inter­es­siert. So wol­le Mit­sota­kis bei ers­ten Anzei­chen einer Dees­ka­la­ti­on an den Ver­hand­lungs­tisch. Soll­te die Tür­kei eben­so gestimmt sein, man kom­me aber auf kei­nen gemein­sa­men Nen­ner, sei auch eine Lösung vor dem Inter­na­tio­na­len Gerichts­hof mög­lich.

Die Tür­kei ihrer­seits, so Akar, unter­stüt­ze eben­falls Frie­den und Dia­log, sobald ihre „Wün­sche und For­de­run­gen erfüllt“ sei­en.

Der Bei­trag Kon­flikt um tür­ki­sche Erd­gas­boh­run­gen: Grie­chen­land steht vor mas­si­ver Auf­rüs­tung erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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