[gG:] [MUC] Gegen das Vergessen und die Kontinuitäten rechten Terrors. Antifaschistische Demonstration am 26.09.

Der Rech­te Ter­ror der Gegen­wart hat eine lan­ge Tra­di­ti­on, die bis zum Ende des Natio­nal­so­zia­lis­mus zurück­reicht. Im Jahr 1980 for­der­ten drei rechts­ter­ro­ris­ti­sche Anschlä­ge in Ham­burg, Mün­chen und Erlan­gen allein ins­ge­samt 16 Todes­op­fer. Die Erin­ne­rung an die­se Taten wach­zu­hal­ten bedeu­tet auch, auf Kon­ti­nui­tä­ten hin­zu­wei­sen, die von 1980 bis heu­te rei­chen.
Das Jahr 1980 mar­kiert einen bru­ta­len Kul­mi­na­ti­ons­punkt rech­ter Gewalt in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. In die­sem Jahr ent­lud sich das gefähr­li­che Poten­ti­al der neo­na­zis­ti­schen Struk­tu­ren, die sich seit dem Ende des Natio­nal­so­zia­lis­mus for­miert hat­ten. Zen­tra­le Ereig­nis­se von 1980 ste­hen exem­pla­risch für Kon­ti­nui­tä­ten im Umgang mit rech­tem Ter­ror, die bis heu­te fort­be­stehen. 2020 jäh­ren sich die töd­li­chen Anschlä­ge auf Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân in der Ham­bur­ger Hals­ke­stra­ße, auf das Okto­ber­fest in Mün­chen und auf Shlo­mo Lewin und Fri­da Poeschke in Erlan­gen zum 40. Mal. Das Geden­ken an sie hat auch des­halb beson­de­re Auf­merk­sam­keit ver­dient, weil der gegen­wär­tig so wich­ti­ge Kampf gegen rech­ten Ter­ror nur im Bewusst­sein sei­ner lan­gen Geschich­te geführt wer­den kann.

Bei der Anschlag­se­rie der „Deut­schen Akti­ons­grup­pen“, der am 22.08.1980 Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân zum Opfer fie­len, zeig­ten sich die Igno­ranz der Behör­den gegen­über rech­ten Gewalt­ta­ten, die Gleich­gül­tig­keit der deut­schen Mehr­heits­ge­sell­schaft gegen­über migran­ti­schen Betrof­fe­nen und die Ein­bet­tung sol­cher Gewalt­ta­ten in einen eta­blier­ten ras­sis­ti­schen Diskurs.Das von dem Neo­na­zi Gun­dolf Köh­ler began­ge­ne Okto­ber­festat­ten­tat ist mit 12 Todes­op­fern nicht nur der bis dato ver­hee­rends­te Ter­ror­an­schlag der deut­schen Geschich­te, son­dern steht auch exem­pla­risch für die Ver­drän­gung rech­ter Gewalt­ta­ten im post-natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deutsch­land, die rela­ti­vie­ren­de Ein­zel­tä­ter­the­se und für ver­hin­der­te Aufklärung.Die anti­se­mi­tisch moti­vier­te Ermor­dung von Shlo­mo Lewin und Fri­da Poeschke durch ein Mit­glied der „Wehr­sport­grup­pe Hoff­mann“ steht für die Kon­ti­nui­tät anti­se­mi­ti­scher Gewalt in Deutsch­land seit 1945 und die Ver­harm­lo­sung rech­ter Struk­tu­ren durch füh­ren­de Politiker*innen, für Täter-Opfer-Umkehr durch Pres­se und Behör­den und den Ent­zug der Soli­da­ri­tät mit den Opfern sei­tens der Bevöl­ke­rung.

Bereits vor vier­zig Jah­ren wur­den Dro­hun­gen und War­nun­gen vor der Gefahr durch rech­ten Ter­ror nicht ernst genom­men und Zusam­men­hän­ge zwi­schen ein­zel­nen Taten und Täter*innen sys­te­ma­tisch igno­riert. Rechts­ter­ro­ris­ti­sche Anschlä­ge wur­den im Nach­gang ent­po­li­ti­siert und immer wie­der ging man von Einzeltäter*innen mit indi­vi­du­el­len Tat­mo­ti­va­tio­nen aus. So wur­den die Bedin­gun­gen für wei­te­re Anschlä­ge geschaf­fen. Doch die Taten des Ter­ror­jah­res 1980 ste­hen sowohl unter­ein­an­der, als auch mit dem rech­ten Ter­ror der Gegen­wart in Zusam­men­hang. Die­ser wird durch die fort­wäh­ren­de Ver­harm­lo­sung rech­ter Gewalt, Kri­mi­na­li­sie­rung der Betrof­fe­nen, sowie den poli­ti­schen Kampf gegen Antifaschist*innen wei­ter ermög­licht. All die­se Kon­ti­nui­tä­ten gilt es zu benen­nen und zu been­den.

Das heißt auch, wei­ter­hin brei­te anti­fa­schis­ti­sche Bünd­nis­se mit Betrof­fe­nen ras­sis­ti­scher und anti­se­mi­ti­scher Gewalt auf- und aus­zu­bau­en, die den Rah­men für prak­ti­sche Soli­da­ri­tät bie­ten. Denn auf den Staat kön­nen wir uns nicht ver­las­sen. Gleich­zei­tig for­dern wir den Schutz aller Men­schen vor rech­ter Gewalt als abso­lu­tes Min­dest­maß gesell­schaft­li­chen Zusam­men­le­bens ein. Geht mit uns auf die Stra­ße, zeigt euch mit eige­nen Aktio­nen soli­da­risch, macht auf die lan­ge Geschich­te des Ter­rors auf­merk­sam, um zusam­men gegen das Ver­ges­sen und für eine Über­win­dung die­ser Zustän­de zu kämp­fen. Erhö­hen wir den Druck, um der Nor­ma­li­tät des Ter­rors end­lich ein Ende zu set­zen. Die For­de­run­gen sind und blei­ben klar:

Nazi­netz­wer­ke ent­waff­nen und zer­schla­gen!
Ver­fas­sungs­schutz auf­lö­sen!
Akten frei­ge­ben!
Ent­na­zi­fi­zie­rung aller staat­li­chen Behör­den jetzt!
Schluss mit der Kri­mi­na­li­sie­rung anti­fa­schis­ti­scher und migran­ti­scher Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on!

Tragt die ver­dräng­te und ver­ges­se­ne Geschich­te der Opfer des rech­ten Ter­rors in die Öffent­lich­keit! Zeigt eure Soli­da­ri­tät auf der Stra­ße und im Netz unter #mehrals40jahre!

Den kom­plet­ten Kam­pagn­en­text fin­det ihr unter 40jah​re​.nona​zis​.net

Kommt zur anti­fa­schis­ti­schen Demons­tra­ti­on in Mün­chen, am 26.09.!
Kein Ver­ges­sen!

In Erin­ne­rung an:
Nguyễn Ngọc Châu
Đỗ Anh Lân
Gabrie­le Deutsch
Robert Gmein­wie­ser
Axel Hirsch
Mar­kus Hölzl
Paul Lux
Franz Schie­le
Ignaz Plat­zer
Ilo­na Plat­zer
Ange­la Schüt­t­rig­keit
Errol Vere-Hod­ges
Ernst Ves­t­ner
Bea­te Wer­ner
Shlo­mo Lewin
Fri­da Poeschke

und alle Opfer rech­ter Gewalt!

Zug­an­rei­se aus Bay­ern

Erlan­gen: 8:45 Uhr vor dem Hbf

Nürn­berg: 9:15 Uhr Hbf Mit­tel­hal­le Ost

Regens­burg: Zustieg 10:46 Uhr Gleis 9

Read More