[labournet:] Blackrock-Kapitalismus: Das neue transatlantische Finanzkartell

Dossier

Der Vermögensverwalter BlackRockDer größ­te die­ser Finanz­in­ves­to­ren heißt Black­rock, der „schwar­ze Fels“. Sein Grün­der Lau­rence Fink gilt als Initia­tor jener angeb­li­chen „Wert­pa­pie­re“, die aus ver­brief­ten, also von den Ban­ken wei­ter­ver­kauf­ten und dann gebün­del­ten Immo­bi­li­en­kre­di­ten gebil­det wer­den. Die­se von Fink mit­ent­wi­ckel­ten Finanz­spe­ku­la­tio­nen ver­hal­fen Black­rock zu sei­nem ers­ten gro­ßen Sprung. Sie führ­ten 2007 zum Bank­rott der tra­di­tio­nel­len west­li­chen Ban­ken, der soge­nann­ten Finanz­kri­se. Das ver­wal­te­te Ver­mö­gen von Black­rock schnell­te in die­ser Zeit rapi­de in die Höhe – von etwa 300 Mrd. US-Dol­lar im Jah­re 2004 auf 1,3 Bil­lio­nen im Jah­re 2008. Der nächs­te gro­ße Sprung gelang Black­rock in den zwei Jah­ren seit der „Abwick­lung“ der Finanz­kri­se. Die US-Regie­rung unter Prä­si­dent Barack Oba­ma beauf­trag­te Black­rock damals, bank­rot­te Ban­ken und Ver­si­che­run­gen mit Steu­er­gel­dern zu ret­ten, bei­spiels­wei­se den Ver­si­che­rungs­kon­zern Ame­ri­can Inter­na­tio­nal Group bzw. die von ihm unzu­rei­chend ver­si­cher­ten Kun­den wie Gold­man Sachs und Deut­sche Bank. Der Regie­rungs­auf­trag brach­te für Black­rock nicht nur ein drei­stel­li­ges Mil­lio­nen-Hono­rar, son­dern ver­schaff­te der Fir­ma durch die so ent­stan­de­ne staat­lich-pri­va­te Insi­der­po­si­ti­on eine noch bes­se­re Markt- und Macht­stel­lung: In den zwei Jah­ren bis 2009 schnell­te das von Black­rock ver­wal­te­te Ver­mö­gen auf 3,3 Bil­lio­nen hoch. Inzwi­schen, im Jahr 2016, beträgt es bereits 4,9 Bil­lio­nen, bei wei­ter stei­gen­dem Trend nach oben. Heu­te besitzt Black­rock 70 Nie­der­las­sun­gen in 30 Staa­ten (Auf­sichts­rat­chef des deut­schen Able­gers ist die neo­li­be­ra­le Speer­spit­ze der CDU, Fried­rich Merz)… “ Bei­trag von Wer­ner Rüge­mer aus Blät­ter für deut­sche und inter­na­tio­na­le Poli­tik 10/​2016 externer Link, sie­he dazu auch:

  • [Tri­bu­nal gegen Black­Rock am 26./27. Sep­tem­ber 2020] Kapi­ta­lis­mus am Pran­ger – wo aber bleibt Black­Rock? New
    “Es wird viel über den Kapi­ta­lis­mus geme­ckert. Aber des­sen wich­tigs­te Akteu­re, die Kapi­ta­lis­ten, blei­ben weit­ge­hend unsicht­bar. Das gilt auch für den gegen­wär­tig größ­ten die­ser Kapi­ta­lis­ten: Black­Rock. Black­Rock ist Aktio­när, also Mit­ei­gen­tü­mer in 18.000 Ban­ken und Unter­neh­men welt­weit, bei Coca Cola, Lock­heed, Boe­ing, Alli­anz, United Bank of Switz­er­land, Nest­lé, Bay­er, Mon­s­an­to, Rhein­me­tall, Luft­han­sa, RWE genau­so wie bei Ama­zon, Face­book, Apple, Micro­soft und Goog­le. Black­Rock ist der ein­fluss­reichs­te Kapi­tal­or­ga­ni­sa­tor des US-geführ­ten Wes­tens. Chef Lau­rence Fink for­dert die Unter­neh­men auf, mehr gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, denn die Regie­run­gen hät­ten ver­sagt. Doch nach dem eige­nen Unter­neh­mens­ko­dex und noch viel mehr nach den eige­nen Prak­ti­ken ist Black­Rock nur den Inter­es­sen sei­ner Kapi­tal­ge­ber ver­pflich­tet. Green­wa­shing, Trans­pa­renz- und Ver­ant­wor­tungs-Retho­rik gehö­ren dazu, gern über­nom­men etwa von der Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, Ursu­la von der Ley­en: Sie lässt sich von Black­Rock bera­ten. (…) Black­Rock schafft als kar­tel­l­arti­ger Aktio­när den Wett­be­werb ab, etwa in Deutsch­land durch die gleich­ar­ti­ge Eigen­tü­mer­schaft nicht nur in allen 30 DAX-Kon­zer­nen, son­dern in eini­gen hun­dert wei­te­rer wich­ti­ger Unter­neh­men wie free­n­et, Fre­se­ni­us, Rhön-Kli­ni­ken, Hoch­tief, Hugo Boss, Lan­xess, Osram, Scout24, Süd­zu­cker, Tele­fo­ni­ca, TUI, Wacker Che­mie, Uni­per, Jen­op­tik, Thys­sen­Krupp, Con­ti­nen­tal, Deli­very Hero usw. Black­Rock ist auch gleich­zei­ti­ger Eigen­tü­mer in den Kon­zer­nen, die nach der herr­schen­den Irr­leh­re in Kon­kur­renz mit­ein­an­der ste­hen: Bay­er und BASF und Mon­s­an­to; BMW und VW und Daim­ler; Com­merz­bank und Deut­sche Bank und so wei­ter. (…) Und ach, war­um wird dar­über bei der öffent­li­chen Skan­da­li­sie­rung der Betrü­ge­rei­en beim Finanz­dienst­leis­ter Wire­card nicht gespro­chen? Black­Rock ist nicht nur Aktio­när bei Wire­card, son­dern auch Aktio­när bei den ande­ren Aktio­nä­ren von Wire­card wie Gold­man Sachs und übri­gens auch bei den größ­ten Kre­dit­ge­bern von Wire­card, zum Bei­spiel bei der Com­merz­bank, bei der PNB Pari­bas und der Deut­schen Bank. (…) Gegen die Des­in­for­ma­ti­on der Öffent­lich­keit und gegen die Kom­pli­zen­schaft der Regie­run­gen, der EU und der staat­li­chen wie pri­va­ten Leit­me­di­en ist Auf­klä­rung bit­ter nötig. Das Tri­bu­nal in Ber­lin ist ein Anfang. Es steht mit ähn­li­chen Initia­ti­ven welt­weit in Ver­bin­dung. Black­Rock wird stell­ver­tre­tend für ande­re Schat­ten­ban­ken ange­klagt (…) Dazu wer­den 15 Zeu­gen und Sach­ver­stän­di­ge beim Tri­bu­nal aus­sa­gen. Als Ver­tei­di­ger von Black­Rock ist der bis­he­ri­ge Vor­sit­zen­de des Auf­sichts­rats der Black­Rock Asset Manage­ment Deutsch­land AG, Fried­rich Merz, ange­fragt. Am zwei­ten Tag ver­kün­det die Jury ihr Urteil und dis­ku­tiert es mit den Sach­ver­stän­di­gen, Zeu­gen und Ver­tre­tern von Initia­ti­ven und Pres­se…” Bei­trag von Wer­ner Rüge­mer vom 14. Sep­tem­ber 2020 bei Tele­po­lis externer Link
    • Tri­bu­nal gegen Black­Rock externer Link: Am 26. und 27. Sep­tem­ber 2020 fin­det im Kon­gress­zen­trum der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin das Tri­bu­nal gegen Black­Rock statt. Black­Rock prä­sen­tiert sich, auch durch sei­nen bekann­tes­ten Lob­by­is­ten in Deutsch­land, Fried­rich Merz, als net­ter Ver­mö­gens­ver­wal­ter. Doch Black­Rock, offi­zi­ell aner­kannt als unre­gu­lier­te “Schat­ten­bank”, Geschäfts­füh­rer der anony­mi­sier­ten Super­rei­chen, ist eine Gefahr für Demo­kra­tie, Wohl­stand und Frie­den. Sie­he Pro­gramm und Ver­an­stal­tungs­ort externer Link, Arti­kel externer Link und Links zu ver­wand­ten Initia­ti­ven in ande­ren Staa­ten externer Link. Die Ver­an­stal­ten bit­ten bei Inter­es­se um Anmel­dung, da die Auf­la­ge besteht, dass alle Teil­neh­mer – 350 sind zuge­las­sen – regis­triert wer­den müs­sen.
  • Grü­ner Kapi­ta­lis­mus: Über die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Deutsch­land, Frank­reich und dem US-Finanz­kon­zern Black­rock beim Kli­ma­schutz
    “Für manch einen ist der Ver­mö­gens­ver­wal­ter Black­rock der Inbe­griff des Bösen. Nüch­tern betrach­tet ist er jedoch nur ein guter Indi­ka­tor, wo der Kapi­ta­lis­mus der­zeit steht. Qua­si als Gemischt­wa­ren­la­den der Finanz­welt ist er fast bei jedem grö­ße­ren Kon­zern mit ein paar Pro­zent Antei­len dabei, nimmt damit aber nur sel­ten Ein­fluss auf Unter­neh­mens­ent­schei­dun­gen. So ist es nicht über­ra­schend, dass nun auch Black­rock als Finanz­schwer­ge­wicht grü­ner wer­den will und mit Deutsch­land und Frank­reich eine Kli­ma-Finanz-Part­ner­schaft ein­geht. Schon län­ger ist in der Finanz­welt klar, dass der Kli­ma­wan­del zu einem ernst­haf­ten Risi­ko für die Märk­te wird und Inves­ti­tio­nen in Koh­le sich nicht mehr rech­nen. Black­rock ist mit sei­nem Schritt auch nicht der ers­te, ande­re Kon­zer­ne sind da schon wei­ter. Das hat nichts mit Altru­is­mus zu tun. In ris­kan­te und unpro­fi­ta­ble Geschäf­te inves­tiert man ein­fach nicht. Kri­tik­wür­di­ger ist hin­ge­gen, dass Ber­lin und Paris eine Part­ner­schaft mit Black­rock ein­ge­hen. Sie machen damit die Kli­ma­wen­de zu einem Anlie­gen des pri­va­ten Kapi­tals und schmä­lern die Rol­le und den Ein­fluss des Staa­tes. Doch auch grü­ner Kapi­ta­lis­mus bleibt Kapi­ta­lis­mus. Des­sen Zweck ist nicht ein gutes Leben in einer gesun­den Umwelt für alle ist, son­dern mög­lichst viel Pro­fit für eini­ge Weni­ge.” Kom­men­tar von Simon Poel­chau in neu­es Deutsch­land vom 22. Janu­ar 2020 externer Link
  • Black­Rock: Kann man eine sol­che Kapi­tal­macht mit einem Tri­bu­nal angrei­fen?
    “Das Vor­be­rei­tungs­tref­fen für ein Black­Rock-Tri­bu­nal wirft vie­le Fra­gen auf, auch über unter­schied­li­che For­men des zivi­len Unge­hor­sams (…) Der Poli­to­lo­ge Brett­hau­er ist Teil eines klei­nen Teams, das ein Black­Rock-Tri­bu­nal in Ber­lin vor­be­rei­tet. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag hat­ten sich in Ber­lin ca. 30 Per­so­nen getrof­fen, um dar­über zu dis­ku­tie­ren, ob es rea­lis­tisch ist, ein sol­ches Tri­bu­nal für Mai 2020 zu ter­mi­nie­ren. Das Tref­fen zeig­te einer­seits, wie sinn­voll es ist, sich genau­er mit dem welt­wei­ten Agie­ren von Black­Rock zu befas­sen. Aber es mach­te auch die Schwie­rig­kei­ten deut­lich, vor denen eine kon­zern­kri­ti­sche Bewe­gung in Deutsch­land heu­te steht. (…) Auf dem Tref­fen wur­de auch ein Kurz­film mit Pro­test­ak­tio­nen gegen Black­Rock vor allem in den USA gezeigt. In den letz­ten Mona­ten sind Kli­ma­ak­ti­vis­ten, Kri­ti­ker der Waf­fen­pro­duk­ti­on und indi­ge­ne Gemein­den gegen Black­Rock-Pro­jek­te in den USA aktiv gewor­den. Es geht dabei immer um sehr kon­kre­te Pro­jek­te, die hier ange­grif­fen wer­den, und es gibt in den USA mitt­ler­wei­le eine Ver­net­zung der gegen Black­Rock akti­ven Grup­pen. Hier wird schon ein Pro­blem deut­lich, das Gegen­stand der inten­si­ven Dis­kus­si­on auf dem Ber­li­ner Tref­fen war. Wel­chen Zweck soll ein Black­Rock-Tri­bu­nal in Ber­lin haben? Der eme­ri­tier­te Poli­to­lo­gie­pro­fes­sor Peter Grot­ti­an und der Publi­zist Wer­ner Rüge­mer lis­te­ten auf einem ver­teil­ten Handout die unter­schied­li­chen Grün­de auf, gegen Black­Rock aktiv zu wer­den. Eini­ge Stich­wor­te sind der Umwelt­schutz, Kon­zern­lob­by­is­mus, Nied­rig­löh­ne und För­de­rung von hohen Mie­ten in den Städ­ten. Theo­re­tisch könn­ten hier die unter­schied­li­chen sozia­len Bewe­gun­gen, die in die­sen The­men­fel­dern arbei­ten, für eine Koope­ra­ti­on am Black­Rock-Tri­bu­nal gewon­nen wer­den. In der Pra­xis ist es aller­dings schwer, die unter­schied­li­chen Grup­pen zu moti­vie­ren, die alle ihre eige­ne poli­ti­sche Agen­da haben. So gab es die Fra­ge, an wen sich das Tri­bu­nal genau rich­ten und wel­chen Zweck es erfül­len soll. Eini­ge der Anwe­sen­den sahen es nur als sinn­voll an, wenn dar­aus eine Kam­pa­gne gegen Black­Rock fol­gen wür­de. (…) Es zeig­te sich nun bei dem Tref­fen zu Black­Rock, dass es auch eine Dis­kus­si­on über den Stand der NGOi­sie­rung der Pro­test­be­we­gung und die unter­schied­li­chen For­men des zivi­len Unge­hor­sams gege­ben hat. Die­se sehr not­wen­di­ge Debat­te könn­te auch Teil eines Black­Rock-Tri­bu­nals sein. Der Ter­min soll nach den kon­tro­ver­sen Dis­kus­sio­nen erst auf einem nächs­ten Vor­tref­fen fest­ge­legt wer­den. Einen Moti­va­ti­ons­schub könn­te die Vor­be­rei­tungs­grup­pe bekom­men, wenn der lang­jäh­ri­ge Black­Rock-Mit­ar­bei­ter Fried­rich Merz grö­ße­ren Ein­fluss in der Uni­on erlan­gen oder gar zum Kanz­ler­kan­di­dat gekürt wür­de. Schließ­lich stel­len auch Grot­ti­an und Rüge­mer ihrem Handout eine Vor­be­mer­kung unter dem Titel “Mehr Auf­klä­rung über Fried­rich Merz” vor­an.” Bei­trag von Peter Nowak vom 20. Janu­ar 2020 bei Tele­po­lis externer Link
  • [Doku­men­tar­film] Schat­ten­macht Black­rock – Wie mäch­tig ist der Finanz-Gigant? 
    “Geld regiert die Welt. Und kei­ner ver­fügt über mehr davon als der ame­ri­ka­ni­sche Finanz­in­ves­tor Black­Rock. Wie viel Ein­fluss gibt ihm das auf Fir­men, Poli­ti­ker, gan­ze Län­der – und auf uns? Über sechs Bil­lio­nen Dol­lar ver­wal­tet Black­Rock im Auf­trag sei­ner Kun­den. Das meis­te stammt von gro­ßen Anle­gern, aber auch Mil­lio­nen Klein­spa­rer welt­weit ver­trau­en dem mäch­tigs­ten Finanz­kon­zern der Welt ihr Geld an. Erst­mals blickt eine Doku­men­ta­ti­on hin­ter die Kulis­sen. Sie zeigt, wie des­sen Macht­fül­le in den Jah­ren nach der Finanz­kri­se rasant gewach­sen ist. Längst gibt es nam­haf­te Exper­ten, die in der unfass­ba­ren Grö­ße von Black­Rock eine Bedro­hung für den frei­en Wett­be­werb und die Sta­bi­li­tät der glo­ba­len Finanz­märk­te sehen. (…) Es ist das gelie­he­ne Geld sei­ner Kun­den, das Black­Rock immense Macht ver­leiht. Denn Black­Rock ent­schei­det dar­über, was mit den Bil­lio­nen Dol­lars geschieht. Mit ihnen hat sich der Finanz­in­ves­tor bei füh­ren­den Welt­kon­zer­nen ein­ge­kauft. Der­zeit ist Black­Rock Groß­ak­tio­när bei Apple, Micro­soft, Face­book, McDonald’s, Sie­mens, BASF, Bay­er, Air­bus, PSA, Viven­di und vie­len mehr. Die Lis­te lie­ße sich belie­big fort­set­zen. Doch Black­Rocks Ein­fluss geht weit über Unter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen hin­aus. Der Inves­tor berät Noten­ban­ken und Finanz­mi­nis­ter, hat direk­ten Zugang zu Regie­rungs- und Staats­chefs. Nach sei­ner Wahl zum fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten etwa lud Emma­nu­el Macron Ver­tre­ter von Black­Rock zu einem ver­trau­li­chen Ter­min in den Ély­sée-Palast. Das Wis­sen, das Black­Rock bei sol­chen Gesprä­chen sam­melt, ist Gold wert: Kein ande­rer Kon­zern und kei­ne Behör­de der Welt besit­zen heu­te einen so umfas­sen­den Ein­blick in die glo­ba­le Finanz­welt wie Black­Rock. (…) In die­sem Zusam­men­hang war­nen Exper­ten auch vor Black­Rocks com­pu­ter­ge­stütz­tem Ana­ly­se­pro­gramm “Alad­din”. Denn des­sen Algo­rith­men sind längst nicht mehr nur für das Risi­ko­ma­nage­ment bei Black­Rock ver­ant­wort­lich, son­dern auch für das ande­rer Inves­to­ren. Die­se sichern sich gegen Bezah­lung Zugriff auf das Pro­gramm. Damit aber beein­flusst “Alad­din” direkt oder indi­rekt die Anla­ge­ent­schei­dun­gen von Inves­to­ren, die zusam­men geschätzt etwa zehn Pro­zent aller welt­wei­ten Anla­ge­ver­mö­gen ver­wal­ten…” Doku­men­ta­ti­on von Tom Ockers und Chris­toph Weber beim ZDF vom 17. Okto­ber 2019 externer Link (Video­län­ge: 90 Min., ver­füg­bar bis zum 15. Janu­ar 2020) – sie­he auch eine ande­re Vari­an­te: 
    • Black­Rock – Die unheim­li­che Macht eines Finanz­kon­zerns | Doku | ARTE
      Kei­ner ver­fügt über mehr Geld als der ame­ri­ka­ni­sche Finanz­in­ves­tor Black­Rock. Über sechs Bil­lio­nen Dol­lar ver­wal­tet der Kon­zern. Wer über so viel Geld ver­fügt, hat gro­ßen Ein­fluss. Doch was genau bedeu­tet das für uns alle? Längst gibt es Exper­ten, die in der unfass­ba­ren Grö­ße von Black­Rock eine Bedro­hung für den frei­en Wett­be­werb und die Sta­bi­li­tät der Finanz­märk­te sehen. Es ist das gelie­he­ne Geld der Kun­den, das Black­Rock immense Macht ver­leiht. Denn Black­Rock ent­schei­det dar­über, was mit den Bil­lio­nen Dol­lar geschieht. Mit ihnen hat sich der Finanz­in­ves­tor bei füh­ren­den Welt­kon­zer­nen ein­ge­kauft. Der­zeit ist Black­Rock Groß­ak­tio­när bei Apple, Micro­soft, Face­book, McDonald’s, Sie­mens, BASF, Bay­er und vie­len, vie­len mehr. Black­Rocks Ein­fluss geht jedoch weit über Unter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen hin­aus. Der Inves­tor berät Noten­ban­ken und Finanz­mi­nis­ter, hat Zugang zu Staats­chefs. Kein ande­rer Kon­zern und kei­ne Behör­de der Welt besitzt heu­te einen so umfas­sen­den Ein­blick in die glo­ba­le Finanz­welt wie Black­Rock. In die­sem Zusam­men­hang war­nen Exper­ten auch vor “Alad­din”, dem com­pu­ter­ge­stütz­ten Ana­ly­se­pro­gramm des Kon­zerns. Des­sen Algo­rith­men sind längst nicht mehr nur für das Risi­ko­ma­nage­ment bei Black­Rock ver­ant­wort­lich, son­dern auch für das ande­rer Inves­to­ren. Dadurch wird der Markt mehr und mehr gleich­ge­schal­tet – und anfäl­li­ger für Kri­sen. Finanz­ex­per­ten fra­gen sich: Wie groß darf der Ein­fluss von Black­Rock noch wer­den? Sie treibt die Sor­ge um, dass die wach­sen­de Domi­nanz des ame­ri­ka­ni­schen Finanz­in­ves­tors bei einer zukünf­ti­gen Bör­sen­kri­se zu einem gefürch­te­ten “Run for the Exit” füh­ren könn­te, zu einer Panik, bei der alle ihre Akti­en nur noch ver­kau­fen wol­len.” Text zum Doku­men­tar­film von Tom Ockers bei you­tube externer Link (D 2019, 90 Min)
  • Fried­rich Merz und der Black­rock-Kapi­ta­lis­mus 
    “… Black­rock ist kein harm­lo­ser „Ver­mö­gens­ver­wal­ter“, wie von Merz und den Leit­me­di­en ger­ne dar­ge­stellt. Black­rock ist Lob­by­ist der Super­rei­chen, größ­ter Insi­der der west­li­chen Wirt­schaft, Ver­käu­fer kri­sen­ver­ur­sa­chen­der Finanz­pro­duk­te, größ­ter Orga­ni­sa­tor von Brief­kas­ten­fir­men, Lob­by­ist für die Pri­va­ti­sie­rung von Ren­ten und Miet­woh­nun­gen und Finan­zier von poli­ti­schen Ein­fluss-Netz­wer­ken. Und Black­rock ist die größ­te Schat­ten­bank der Welt. (…) Black­rock ist der größ­te Kapi­tal­or­ga­ni­sa­tor der west­li­chen Welt. Das ein­ge­setz­te Kapi­tal von 6,4 Bil­lio­nen Dol­lar beträgt das Dop­pel­te des Brut­to­in­lands­pro­dukts Deutsch­lands, immer­hin die größ­te euro­päi­sche Volks­wirt­schaft. Doch was macht die­se Schat­ten­bank eigent­lich? Black­rock-Grün­der Law­rence Fink ent­wi­ckel­te an der Wall Street das neue Finanz­pro­dukt, das spä­ter wei­te Ver­brei­tung fand und zur Finanz­kri­se 2008 führ­te: Immo­bi­li­en- und ande­re lang­lau­fen­de Kre­di­te in grö­ße­rer Zahl bün­deln, zu einem Wert­pa­pier machen und wei­ter­ver­kau­fen…” Bei­trag von Wer­ner Rüge­mer vom 6. Dezem­ber 2018 beim Lower Class Maga­zi­ne externer Link (der Bei­trag stammt aus Wer­ner Rüge­mer “Die Kapi­ta­lis­ten des 21. Jahr­hun­derts. Gemein­ver­ständ­li­cher Abriss zum Auf­stieg der neu­en Finanz­ak­teu­re” Köln 2018, 357 Sei­ten, 19,90 Euro)
  • FAQ: Noch Fra­gen? Wer oder was ist Black­rock? 
    “… Das 1988 von Lau­rence, genannt Lar­ry Fink gegrün­de­te Finanz­un­ter­neh­men ist seit 2009 der größ­te Ver­mö­gens­ver­wal­ter welt­weit. 6,2 Bil­lio­nen US-Dol­lar wer­den durch die New Yor­ker Fir­ma ver­wal­tet. Das ist knapp dop­pelt so viel wie das jähr­li­che Brut­to­in­lands­pro­dukt der Bun­des­re­pu­blik und das Dop­pel­te des­sen, über das alle Hedge­fonds welt­weit zusam­men ver­fü­gen. Aber Black­rock über­wacht indi­rekt noch ein paar Bil­lio­nen US-Dol­lar mehr. Denn sein Com­pu­ter­sys­tem Alad­din stellt es gegen Gebüh­ren ande­ren Inves­to­ren zur Ver­fü­gung. Über 170 insti­tu­tio­nel­le Kapi­tal­sam­mel­stel­len sind bereits Kun­den. (…) Als die Finanz­kri­se 2008 die Welt­wirt­schaft in den Abgrund zog, schlug die Stun­de Black­rocks. Das Unter­neh­men bekam den Auf­trag der US-Regie­rung für das Manage­ment der toxi­schen Finanz­pa­pie­re, die der Staat mit der Ver­staat­li­chung der Plei­te­ban­ken über­nom­men hat­te. Ande­re Regie­run­gen folg­ten, selbst Zen­tral­ban­ken neh­men die Diens­te der rund 13.000 Black­rock-Mit­ar­bei­ter_in­nen in Anspruch. (…) Ein gro­ßes Ziel Black­rocks ist es, die Ren­ten­sys­te­me zu pri­va­ti­sie­ren. Das wür­de dem Kon­zern rie­si­ge neue Anla­ge­mög­lich­keit eröff­nen. Dass sich die Lohn­ab­hän­gi­gen dadurch ein bes­se­res Aus­kom­men im Alter ver­spre­chen kön­nen, ist nicht anzu­neh­men.” Arti­kel von Gui­do Speck­mann aus ak – ana­ly­se & kri­tik – zei­tung für lin­ke Debat­te und Pra­xis Nr. 643 vom 13. Novem­ber 2018 externer Link
  • Mäch­tig und unbe­kannt – Der Ver­mö­gens­ver­wal­ter Black­Rock 
    “Black­Rock ist der größ­te Ver­mö­gens­ver­wal­ter der Welt und den­noch bei vie­len unbe­kannt – bis jetzt. Denn nun will der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de des Deutsch­land­ge­schäf­tes, der ehe­ma­li­ge Spit­zen­po­li­ti­ker Fried­rich Merz, CDU-Vor­sit­zen­der wer­den. Black­Rock ver­wal­tet ein Ver­mö­gen von gut 5,5 Bil­lio­nen Euro , aus­ge­schrie­ben also fünf­tau­send­fünf­hun­dert Mil­li­ar­den Euro. „Ver­wal­ten“ bedeu­tet Kun­den­ver­mö­gen anzu­le­gen und dafür Men­schen und Tech­nik bereit­zu­stel­len. Hier­bei ist Black­Rock Markt­füh­rer und die­se Dienst­leis­tung ist es im Kern, mit der Black­Rock 2017 knapp elf Mil­li­ar­den Euro umsetz­te und dar­aus einen Gewinn von 4,37 Mil­li­ar­den Euro zog. (…) Ver­si­che­run­gen, Pen­si­ons­fonds, Zen­tral­ban­ken, Stif­tun­gen – also Kapi­tal­sam­mel­stel­len aller Art: Das ist die welt­wei­te Kund­schaft von Black­Rock und dadurch sind die meis­ten Men­schen mit ihren Bei­trä­gen oder Spar­ver­mö­gen indi­rekt eben­falls Kun­den. Oder wer bei sei­ner Direkt­bank einen Index­fonds auf den DAX kauft, lan­det mit eini­ger Wahr­schein­lich­keit bei einem Podukt von isha­res, einer Toch­ter von – genau: Black­Rock. Die für sie über­ra­gen­de Bedeu­tung, von der Herr und Frau Nor­mal­spa­rer oft nichts ahnen, erwähnt Black­Rock selbst in sei­nen Geschäfts­be­rich­ten: „Rund zwei Drit­tel der von Black­Rock im Auf­trag sei­ner Kun­den ver­wal­te­ten Ver­mö­gens­wer­te betref­fen die Alters­vor­sor­ge“…” Bei­trag von Jür­gen Seitz vom 31. Okto­ber 2018 bei BR24 externer Link

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Der Bei­trag Black­rock-Kapi­ta­lis­mus: Das neue trans­at­lan­ti­sche Finanz­kar­tell erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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