[labournet:] Orbans Werk und Brüssels Beitrag: Wie die rechte Offensive in Ungarn von der EU gestützt wird

Ungarn: 20.000 in Budapest gegen Orbans Schulpolitik im Februar 2016„… Aller­dings lässt die Debat­te über euro­päi­sche Sank­ti­ons­me­cha­nis­men häu­fig außer Acht, dass das Regie­rungs­pro­jekt von Fidesz sich nicht im Angriff auf die Unab­hän­gig­keit der Jus­tiz sowie der Repres­si­on gegen unab­hän­gi­ge Medi­en und zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen erschöpft. Trotz der inter­na­tio­na­len Kri­tik genießt die Par­tei gro­ßen Rück­halt in der Bevöl­ke­rung. Das zeig­te sich zuletzt bei den Par­la­ments­wah­len im Jahr 2018: Knapp die Hälf­te der Wäh­ler stimm­te für die Fidesz-KDNP-Koali­ti­on. Zweit­stärks­te Kraft wur­de mit knapp 20 Pro­zent die rechts­ex­tre­me Job­bik. Damit sind fast 70 Pro­zent der Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler in Ungarn dem rech­ten bis extrem rech­ten Lager zuzu­ord­nen. Die­se Mehr­hei­ten sind nicht vom Him­mel gefal­len. Sie sind auch das Resul­tat einer Stra­te­gie, die man heu­te als neu­rech­te Meta­po­li­tik kennt. Spä­tes­tens seit Anfang der 2000er Jah­re ver­sucht Fidesz, im vor­po­li­ti­schen Raum, also in Medi­en, Kul­tur, Zivil­ge­sell­schaft und im All­tag, eine natio­na­lis­tisch-völ­ki­sche Ideo­lo­gie zu ver­an­kern. (…) Gleich­zei­tig sorg­ten vor allem die Mit­glie­der der christ­de­mo­kra­ti­schen Euro­päi­schen Volks­par­tei (EVP) für eine euro­pa­po­li­ti­sche Inte­gra­ti­on der Fidesz und ihres Vor­sit­zen­den. Aus­ge­rech­net der ehe­ma­li­ge Bun­des­kanz­ler Hel­mut Kohl, der vie­len als gro­ßer Euro­pä­er gilt, lud Orbán im Jahr 2000 zum Über­tritt in die EVP ein – also zu einer Zeit, in der die natio­na­lis­tisch-völ­ki­schen Posi­tio­nen von Fidesz schon erkenn­bar waren. Der Rück­halt der EVP-Frak­ti­on half Orbán in der Ver­gan­gen­heit, Kri­tik aus dem Euro­pa­par­la­ment als par­tei­po­li­tisch moti­vier­ten Angriff abzu­tun. Inzwi­schen brö­ckelt der Rück­halt jedoch. Seit März 2019 ist Fidesz offi­zi­ell sus­pen­diert und nach dem Erlass der Coro­na-Not­ver­ord­nun­gen for­der­ten 13 Mit­glieds­par­tei­en sogar den Aus­schluss aus der EVP. Nicht dabei waren die deut­schen Uni­ons­par­tei­en, die wie schon in der Ver­gan­gen­heit auch jetzt wie­der beharr­lich schwei­gen…“ – aus dem Bei­trag „Orbáns Durch­marsch, Euro­pas Ver­ant­wor­tung“ von Moritz Ellie­sen und Maxi­mi­li­an Pichl in der Aus­ga­be Sep­tem­ber 2020 der Blät­ter externer Link zur meist „über­se­he­nen“ Unter­stüt­zung für Orb­ans Kurs durch ver­schie­dens­te Kräf­te inner­halb der EU. Sie­he dazu auch einen unse­rer bis­he­ri­gen Bei­trä­ge zur Unter­stüt­zung Orb­ans durch Brüs­sel – und durch Ber­lin…

Der Bei­trag Orb­ans Werk und Brüs­sels Bei­trag: Wie die rech­te Offen­si­ve in Ungarn von der EU gestützt wird erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More