[KgK:] Schaeffler-Milliardärin feuert 4400 Arbeiter*innen – Für ein Entlassungsverbot!

Die Scha­eff­ler Grup­pe ist ein welt­weit agie­ren­des Unter­neh­men, das Getrie­be, Wal­zen, Fahr­wer­ke und Gleit­la­ger­lö­sun­gen für eine Viel­zahl von Indus­trie­an­wen­dun­gen pro­du­ziert, sowie Prä­zi­si­ons­kom­po­nen­ten und Sys­te­me für Moto­ren aus der Indus­trie. 14,4 Mrd. Umsatz mach­te die Scha­eff­ler Grup­pe im letz­ten Jahr, davon waren 428. Mio. Euro Gewinn. 2018 war der Kon­zern auf dem 23. Platz der größ­ten Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer.

Die Grup­pe wird von Maria-Eli­sa­beth Scha­eff­ler und ihrem Sohn Georg Fried­rich Wil­helm Scha­eff­ler kontrolliert.Wilhelm Scha­eff­ler über­nahm als 31-Jäh­ri­ger Bank­an­ge­stell­ter 1940 das in Kon­kurs gera­te­ne jüdi­sche Unter­neh­men Davi­stan, nach­dem die Eigen­tü­mer­fa­mi­lie Frank aus dem Land flie­hen muss­te. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges pro­du­zier­te Wil­helm Scha­eff­ler Güter für den Rüs­tungs­sek­tor und beschäf­tig­te Zwangsarbeiter*innen. Auf Grund­la­ge die­ser Berei­che­rung expan­dier­te das Unter­neh­men ab den 1950ern inter­na­tio­nal. Zeit­wei­lig wur­de Maria-Eli­sa­beth Scha­eff­ler vom Maga­zin Bilanz mit einem Ver­mö­gen von 21,5 Mil­li­ar­den Euro als die reichs­te Deut­sche ein­ge­schätzt.

Bay­erns IG-Metall Chef Johann Horn wirft dem Unter­neh­men vor, die Kri­se nur zu nut­zen um Kos­ten zu spa­ren und die Pro­fi­te zu stei­gern. „Die Beschäf­tig­ten und die IG-Metall wer­den die­se Abbau­plä­ne nicht akzep­tie­ren“, so Horn. Er füg­te hin­zu, dass die Stand­ort­schlie­ßung und Ver­la­ge­rung in Bil­lig­lohn­län­der nicht zur Dis­kus­si­on stün­den. Erst vor 2 Jah­ren hat­te das Unter­neh­men eine Zukunfts­ver­ein­ba­rung unter­schrie­ben, in der es erklär­te, nie­man­den betriebs­be­dingt zu kün­di­gen. Die geplan­ten Ent­las­sun­gen und die Schlie­ßung des Wer­kes in Elt­man las­sen tau­sen­de Arbeiter*innen ohne gesi­cher­te Exis­tenz zurück, da das Unter­neh­men der größ­te Arbeit­ge­ber der Regi­on ist. Und wofür die Exis­tenz­angst? Damit den Investor*innen wei­ter­hin hohe Divi­den­den aus­ge­zahlt wer­den und die Unter­neh­mens­lei­tung ihre Pro­fi­te wei­ter stei­gert.

Es han­delt sich hier um eine wei­te­re Wel­le an Ent­las­sun­gen. So sagt der Betriebs­rats­vor­sit­zen­de des Stand­orts in Wup­per­tal Özgür Sön­mez­cicek: „Wir waren noch vor weni­gen Jah­ren 1.500 Beschäf­tig­te und haben in drei Abbau­wel­len 2013, 2016 und 2019 knapp die Hälf­te der Arbeits­plät­ze ver­lo­ren.“
Die IG-Metall hat ange­kün­digt, sich auf einen lan­gen und har­ten Arbeits­kampf ein­zu­stel­len. Doch nur zu oft hat die Gewerk­schafts­bü­ro­kra­tie die Arbeiter*innen ent­täuscht und nach nur klei­nen Zuge­ständ­nis­sen die wei­ße Fah­ne gehisst (wie zuletzt auch bei Voith).

Die Beleg­schaf­ten des Metall­sek­tors müs­sen sich gemein­sam orga­ni­sie­ren und strei­ken, wie z.B. mit den Ange­stell­ten von Con­ti­nen­tal, die 2640 Stel­len in Bay­ern abbau­en wol­len, oder mit Bro­se, die 400 Arbeits­plät­ze strei­chen wol­len. MAN hat bereits ange­kün­digt, 9500 Stel­len zu kür­zen, davon 7000 in Deutsch­land. Trotz der Mil­li­ar­den­hil­fen, die die Unter­neh­men aus dem Ret­tungs­pa­ket der Regie­rung erhal­ten haben, wol­len sie wei­ter­hin zehn­tau­sen­de Arbeiter*innen ent­las­sen. Zuletzt hob die Luft­han­sa die Zahl der Ent­las­sung auf 28.000 Stel­len, obwohl sie 9 Mil­li­ar­den Euro aus der Staats­kas­se erhielt.

Unter­neh­men Geld in die Taschen zu ste­cken, um Arbeits­plät­ze zu sichern, funk­tio­niert für die Beleg­schaf­ten nicht, weil sie wei­ter­hin gekün­digt wer­den kön­nen. Die kapi­ta­lis­ti­sche Logik der Kon­kur­renz ver­langt einer­seits nach mehr Steu­er­erlas­sen und staat­li­chen Hil­fen, um gegen­über ande­ren Kon­kur­ren­ten einen Vor­teil zu erlan­gen und eige­ne Struk­tur­wan­del auf Kos­ten des Staa­tes zu voll­zie­hen. Aus dem Grund ist es not­wen­dig, bun­des­weit ein Ent­las­sungs­ver­bot ein­zu­füh­ren. Wenn die Unter­neh­men ihre Arbeiter*innen ent­las­sen wol­len, sol­len sie unter Arbeiter*innenkontrolle ent­schä­di­gungs­los ver­staat­licht wer­den.

Bild­quel­le: „Scha­eff­ler Grup­pe Aus­tausch mit BM Dob­rindt“ von BMVI​.de, lizen­siert unter CC BY-ND 2.0

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