[labournet:] Immer mehr rechte Übergriffe auf Journalisten

Dossier

Neue „Feinde der Pressefreiheit““… Angrif­fe von rechts auf Medi­en­ver­tre­ter neh­men in Deutsch­land zu. Der ARD-Vor­sit­zen­de Ulrich Wil­helm erklär­te nach Über­grif­fen auf Medi­en­ver­tre­ter in Chem­nitz und Köthen Mit­te Sep­tem­ber, es gebe ein »erschre­cken­des Aus­maß an Hass« gegen­über Jour­na­lis­ten, Foto­gra­fen und Kame­ra­leu­ten. »Repor­ter ohne Gren­zen« rech­net damit, dass die Zahl gewalt­tä­ti­ger Angrif­fe 2018 im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren deut­lich gestie­gen ist. Nach Anga­ben des Euro­päi­schen Zen­trums für Pres­se- und Medi­en­frei­heit gab es bis Mit­te Sep­tem­ber in die­sem Jahr bereits 22 tät­li­che Über­grif­fe auf Jour­na­lis­ten. Tobi­as Wolf, Repor­ter der »Säch­si­schen Zei­tung«, berich­tet über die frem­den­feind­li­che »Pegida«-Bewegung seit ihren Anfän­gen 2015. Im August war er auch in Chem­nitz vor Ort. Wolf wird dort mit Fla­schen bewor­fen, das kennt er. »Da stellt sich eine gewis­se Gewöh­nung ein«, sagt der 40-Jäh­ri­ge. Doch er erlebt in Chem­nitz auch, wie ein Kol­le­ge von einem unschein­bar wir­ken­den Rent­ner ange­grif­fen wird. »Das ist eine neue Qua­li­tät«, sagt Wolf. Er, der sich schon län­ger in sei­nem All­tag auf der Stra­ße umschaut, um zu sehen, wer hin­ter ihm läuft, sagt inzwi­schen: »Heu­te müs­sen Sie als Jour­na­list in Dres­den, der über ‘Pegi­da’ berich­tet, damit rech­nen, von einer lie­ben Oma in der Stra­ßen­bahn ange­grif­fen zu wer­den.« Die Fol­gen sei­ner Arbeit beein­flus­sen das Sicher­heits­ge­fühl des gebür­ti­gen Dresd­ners im pri­va­ten All­tag…“ Arti­kel von Ellen Nebel vom 01.10.2018 in neu­es Deutsch­land online externer Link, sie­he dazu:

  • Pres­se­frei­heit: Geschla­gen, geschubst, bedroht – Gewerk­schaf­ter Jörg Rei­chel über Angrif­fe auf die Pres­se und Kon­se­quen­zen für die Bericht­erstat­tung New
    “… An den bei­den Wochen­en­den wur­den ins­ge­samt elf TV-Teams ange­grif­fen, die in der Regel aus zwei bis drei Per­so­nen bestehen; zwei Redak­tio­nen bedroht, sowie 29 freie Journalist*innen, Pressefotograf*innen aber auch Videojournalist*innen. Die Textkolleg*innen, die kei­ne Kame­ra dabei hat­ten, waren rela­tiv unsicht­bar. Und wir hat­ten im Nach­hin­ein vier Behin­de­run­gen durch die Poli­zei, ins­be­son­de­re aber auch eine Kör­per­ver­let­zung und einen Sach­scha­den. Ins­ge­samt war alles dabei: schla­gen, schub­sen, bedro­hen, belei­di­gen, anspu­cken, Ver­su­che, Mund-Nasen-Schut­ze abzu­rei­ßen, Schlag auf die Kame­ra, weg­drü­cken. Also es ging nicht um ein bei­läu­fi­ges Beschimp­fen als »Lügen­pres­se«, das haben wir gar nicht doku­men­tiert. Über die Dun­kel­zif­fer kann man nur spe­ku­lie­ren. [Was hat Sie am meis­ten scho­ckiert?] Am meis­ten scho­ckiert hat mich, dass Journalist*innen teil­wei­se orga­ni­siert ange­grif­fen wor­den sind. Dass der Hass und die Aggres­si­on, die da auf den Demons­tra­tio­nen gegen­über den Medienvertreter*innen aus­ge­spro­chen wur­den, spür­bar ein zen­tra­les The­ma der Demonstrationsteilnehmer*innen war. Da gab es einen Vor­fall mit der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung, die eine Grup­pe von vier bis fünf Journalist*innen ange­grif­fen hat. Es gab nie­man­den, der sich vor die betrof­fe­nen Journalist*innen gestellt hat und sie geschützt hat oder dazwi­schen gegan­gen ist. Das war ein Aggres­si­ons­le­vel auf einem rela­tiv hohen Niveau. Und im Grund genom­men hat nur die Anwe­sen­heit der Poli­zei Schlim­me­res ver­hin­dert. (…) [Jour­na­lis­ten konn­ten sich für den Pres­se­be­reich hin­ter der gro­ßen Büh­ne bei der Sie­ges­säu­le akkre­di­tie­ren. Wie­so hal­ten Sie das für einen Angriff auf die Pres­se­frei­heit?] Weil die Regis­trie­rung und die Regle­men­tie­rung von Pres­se­be­rei­chen bei öffent­li­chen Kund­ge­bun­gen nicht zuläs­sig ist. Man muss­te sei­ne Kon­takt­da­ten, Namen und das Medi­um ange­ben, für das man arbei­tet. Die Journalist*innen muss­ten sich am Ein­gang mel­den und dann wur­de geguckt, ob man auf der Lis­te steht und wenn man nicht auf der Lis­te steht, muss­te man dem Pres­se­spre­cher sei­ne Daten geben. Das sind Beschrän­kun­gen auf Demons­tra­tio­nen, wo das Pres­se­recht sagt, es ist frei­er Zugang zu gewäh­ren. Der Anmel­der darf den Zugang nicht ein­schrän­ken. [Haben Sie ver­sucht, die Pres­se­frei­heit durch­zu­set­zen?] Ich habe am 1. August hin­ter der Büh­ne ver­sucht, die Poli­zei stun­den­lang immer wie­der in Gesprä­chen dahin zu drü­cken und zu schie­ben, dass sie durch­set­zen, dass es einen frei­en Zugang für Journalist*innen in den Pres­se­be­reich gibt, aber die Poli­zei hat das am frü­hen Nach­mit­tag abge­lehnt, aus Sicher­heits­grün­den. Auch eine Bege­hung vor Ort mit Thi­lo Cablitz, dem Pres­se­spre­cher der Poli­zei, muss­te aus Sicher­heits­grün­den abge­bro­chen wer­den. An dem zwei­ten Wochen­en­de waren wir über 25 Stun­den im Regie­rungs­vier­tel. Am 2. Okto­ber sind wei­te­re Coro­na-Pro­tes­te ange­mel­det, da wer­den wir wie­der vor Ort sein, doku­men­tie­ren und recht­lich bera­ten.“ Inter­view von Jor­di Zio­ur mit Jörg Rei­chel vom 16.09.2020 in neu­es Deutsch­land online externer Link
  • Wie­der Angrif­fe auf Jour­na­lis­ten bei Anti-Coro­na-Demos: Kame­ra­teams und ein­zel­ne Journalist*innen bedroht und geschla­gen – Pres­se­ar­beit durch Poli­zei behin­dert
    Bei den vie­len Anti-Coro­na-Demos am Wochen­en­de in Ber­lin ist es wie­der zu zahl­rei­chen Angrif­fen und Bedro­hun­gen auf Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten gekom­men. Jörg Rei­chel, Lan­des­ge­schäfts­füh­rer der Deut­sche Jour­na­lis­tin­nen- und Jour­na­lis­ten-Uni­on (dju) in ver.di Ber­lin-Bran­den­burg erklärt dazu: „Die Demons­tra­tio­nen waren teil­wei­se von Gewalt und Hass gegen­über Jour­na­lis­ten geprägt. Jour­na­lis­ten wur­den gezielt ange­grif­fen. Das rechts­ex­tre­me Demons­tra­ti­ons­bünd­nis aus Quer­den­ken, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stel­le Demo­kra­ti­scher Wider­stand, Coro­na-Rebel­len, Reichs­bür­gern, Shoa-Leug­nern, AfD, NPD und Iden­ti­tä­rer Bewe­gung ist eine Bedro­hung für die Demo­kra­tie und die Pres­se­frei­heit.“ Nach den vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen der dju in ver.di wur­den zwei Redak­tio­nen bedroht, fünf Fern­seh-Kame­ra­teams (mit jeweils zwei bis drei Per­so­nen) sowie 12 wei­te­re Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten wur­den, bedrängt, belei­digt, bespuckt und geschla­gen. Zudem muss­ten auch zwei Behin­de­run­gen der Pres­se­ar­beit durch die Ber­li­ner Poli­zei und die Bun­des­po­li­zei fest­ge­stellt wer­den. Beson­ders bru­tal war ein Angriff auf vier Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten durch eine Grup­pe von 10 bis 15 rechts­ex­tre­men Akti­vis­ten der „Iden­ti­tä­ren Bewe­gung“ in der Nähe des Bran­den­bur­ger Tor am Sams­tag­nach­mit­tag. Sie wur­den mas­siv ange­grif­fen, bedrängt, belei­digt und mit den Wor­ten „Ihr wer­det tot­ge­macht“ beschimpft…” dju-Pres­se­mit­tei­lung vom 31.08.2020 externer Link, sie­he dazu:
    • Journalist:innen äußern sich sel­ten zu Angrif­fen. Alle, mit denen ich sprach oder unter­wegs war, wur­den von #B2808- & #B2908-Teil­neh­mern teils mas­siv an der Arbeit gehin­dert, bedroht und beschimpft. Ein Thread, damit das nicht unter­geht…” Thread von Hen­rik Mer­ker am 30.8.2020 bei Twit­ter externer Link
    • “#Coro­na­de­mo #b2908 #b3008 #Pres­se­frei­heit Zwi­schen­bi­lanz der rech­ten Demons­tra­tio­nen. Bedro­hung: 2 Redak­tio­nen, Bedrän­gung und Belei­di­gung: 3 Kame­ra­teams (mit jeweils 2–3 Per­so­nen) + 12 Journalist:innen bedrängt, belei­digt und geschla­gen. 2 Behin­de­run­gen durch Poli­zei und BPOL.” ver.di Jörg Rei­chel am 30.8.2020 bei Twit­ter externer Link
  • ver.di befürch­tet Über­grif­fe auf Journalist*innen
    “Im Zusam­men­hang mit den geplan­ten Demons­tra­tio­nen von „Querdenken711“ und ande­ren Anmel­de­rin­nen am kom­men­den Wochen­en­de (28. bis 30.8.2020) warnt ver.di vor der Akkre­di­tie­rung über die Sei­ten des Anmel­ders. Es bestehen aus Sicht von ver.di erheb­li­che Beden­ken an der Recht­mä­ßig­keit der Zugangs­kon­trol­le. Nach herr­schen­der Rechts­auf­fas­sung ist bei einer Demons­tra­ti­on oder Kund­ge­bung Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten frei­er Zugang zu gewäh­ren, die Erhe­bung von Daten durch den Anmel­der ist dabei aus Sicht von ver.di nicht zuläs­sig. Die Journalist*innen muss­ten bei der Demons­tra­ti­on am 1.8.2020 und für den 29.8.2020 Ihre per­sön­li­chen Daten beim Anmel­der hin­ter­las­sen und ange­ben, für wel­ches Medi­um sie berich­ten, wenn sie Zugang zum Pres­se­be­reich haben wol­len. Wir bewer­ten die­ses Ver­fah­ren als Angriff auf die Pres­se­frei­heit. Auf der ers­ten Demons­tra­ti­on und Kund­ge­bung des Anmel­ders am 1.8.2020 kam es nach Kennt­nis von ver.di zu zahl­rei­chen Belei­di­gun­gen, Bedrän­gen, Schlä­gen und Schub­sen und ver­such­ten Kör­per­ver­let­zun­gen gegen­über Jour­na­lis­ten, Pres­se­fo­to­gra­fen, Video­jour­na­lis­ten und TV-Kame­ra­teams. ver.di hat Kennt­nis von Atta­cken auf 10 Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten ver­schie­de­ner Medi­en sowie vier TV-Teams (je Team in der Regel drei Per­so­nen). Mit Sor­ge bli­cken die dju in ver.di nun auf das kom­men­de Wochen­en­de und die geplan­ten Kund­ge­bun­gen und Demons­tra­tio­nen des Anmel­ders „Quer­den­ken 711“. Nach Ana­ly­se der Social-Media-Dis­kus­sio­nen wie aber auch Erklä­run­gen von Sei­ten des Anmel­ders gehen wir von einer erheb­li­chen Radi­ka­li­sie­rung der Teil­neh­mer der Demons­tra­tio­nen aus. Es ist die Rede u.a. vom „Sturm auf das Par­la­ment“, „zwei Wochen Zelt­la­ger“ auf der Stra­ße des 17. Juni und wei­te­ren direk­ten Bedro­hun­gen auch gegen­über Pressevertreter*innen selbst. Fast die gesam­te Sze­ne des Rechts­ex­tre­mis­mus, u.a. NPD, III. Weg und die Iden­ti­tä­re Bewe­gung, hat ihr Erschei­nen ange­kün­digt…” dju in ver.di-Meldung vom August 2020 externer Link
  • Jour­na­list bei AfD-Ver­an­stal­tung in Plau­en ange­grif­fen /​Ber­lin: Neo­na­zis sol­len jüdi­schen Jour­na­lis­ten bedroht und belei­digt haben 
    • „Neue Eska­la­ti­ons­stu­fe des Rechts­ex­tre­mis­mus“: Neo­na­zis sol­len jüdi­schen Jour­na­lis­ten bedroht und belei­digt haben
      Bei einer Kund­ge­bung vor dem Reichs­tag sol­len Neo­na­zis einen Repor­ter des Jüdi­schen Forums bedrängt und anti­se­mi­tisch belei­digt haben. Anti­se­mi­ti­sche Belei­di­gun­gen und offe­ne Dro­hun­gen: Am Ran­de einer Kund­ge­bung der als rechts­ex­trem gel­ten­den Orga­ni­sa­ti­on „staa​ten​los​.info“ am 11. Juli vor dem Reichs­tag sol­len Teil­neh­mer, Ord­ner und ein bekann­ter Neo­na­zi-Anwalt einen Pres­se­ver­tre­ter des Jüdi­schen Forum (JFDA) mas­siv an sei­ner Arbeit gehin­dert haben. Der Betrof­fe­ne, des­sen Name dem Tages­spie­gel bekannt ist, spricht von einer „neu­en Eska­la­ti­ons­stu­fe des Rechts­ex­tre­mis­mus“ – denn offen bedroht hät­ten ihn nicht nur Ord­ner der Kund­ge­bung, son­dern auch der sze­ne­be­kann­te Anwalt Wolf­ram Nah­rath. Nah­rath war unter ande­rem Vor­sit­zen­der der 1994 ver­bo­te­nen „Wiking Jugend“ und enga­gier­te sich danach für die 2009 eben­falls ver­bo­te­ne „Hei­mat­treue Deut­sche Jugend“ sowie die NPD. Er war Pflicht­ver­tei­di­ger des NSU-Hel­fers Ralf Wohl­le­ben. Wie ein Video des JFDA doku­men­tiert, for­der­te Nah­rath den Jour­na­lis­ten „im Namen und in Voll­macht des Ver­an­stal­ters“ mehr­fach dazu auf, Film­auf­nah­men zu been­den. Zudem for­der­te er den Pres­se­aus­weis des Jour­na­lis­ten. Er soll dem Jour­na­lis­ten zudem gedroht haben, dass er dafür „sor­gen“ wer­de, dass die­ser nicht wei­ter fil­me. Ande­re Teil­neh­mer sol­len den Jour­na­lis­ten mehr­fach umstellt, ihm auf die Lin­se gefasst und ihn bedrängt haben, um ihn an sei­ner Arbeit zu hin­dern. Auch ande­re Pres­se­ver­tre­ter sei­en betrof­fen gewe­sen, berich­tet der Jour­na­list. Kurz dar­auf soll Rüdi­ger Hoff­mann, Anmel­der der Kund­ge­bung, ehe­ma­li­ger NPD-Poli­ti­ker und Betrei­ber des Por­tals „staa​ten​los​.info“, den Jour­na­lis­ten als Ver­tre­ter des Jüdi­schen Forums offen­bart haben. Dar­auf­hin hät­ten Umste­hen­de eine Gas­se gebil­det, aus der her­aus der Jour­na­list mit anti­se­mi­ti­schen Begrif­fen belei­digt wor­den sein soll. Hoff­mann selbst soll unter ande­rem mit dem Fin­ger auf den Jour­na­lis­ten gewie­sen haben, als er von „Satan, dem Vater der Lügen“ sprach. (…) Erst zwei Wochen zuvor soll es am Ran­de einer Kund­ge­bung des vega­nen Kochs und Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kers Atti­la Hild­mann zu ähn­li­chen Vor­fäl­len gekom­men sein. Auch dort sol­len unter ande­rem ein Jour­na­list des JFDA mas­siv bedrängt und an sei­ner Arbeit gehin­dert wor­den sein…” Arti­kel von Mad­len Haar­bach vom 14.7.2020 im Tages­spie­gel online externer Link
    • Jour­na­list bei AfD-Ver­an­stal­tung in Plau­en ange­grif­fen
      In der ver­gan­ge­nen Woche sind AfD-Mit­glie­der gewalt­sam gegen einen Jour­na­lis­ten vor­ge­gan­gen. Video­auf­nah­men doku­men­tie­ren das Gesche­hen und bele­gen, dass meh­re­re Man­dats­trä­ger der Par­tei betei­ligt waren. Auch der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Frank Schau­fel war am Tat­ort, pöbel­te mit – und ging nicht dazwi­schen. Jetzt wird ermit­telt. (…)Rund 30 Gäs­te folg­ten der öffent­lich ver­brei­te­ten Ein­la­dung, auch Medi­en soll­ten dem­nach aus­drück­lich will­kom­men sein. Doch der ein­zi­ge Jour­na­list vor Ort war es nicht: Video­auf­nah­men zei­gen, wie der jun­ge Mann am Arbei­ten gehin­dert, wie­der­holt belei­digt („ganz krank“, „Dreck­bein“), mit Gewalt bedroht („Sonst drü­cke ich dir eine ins Gesicht!“), zu Boden gerun­gen, unter Zwang fixiert und wei­ter gegen sei­nen Wil­len fest­ge­hal­ten wird. Einer der Betei­lig­ten erklär­te, es hand­le sich um eine „Fest­nah­me“, so ist es im Video zu hören. Bei der Akti­on wur­de der Betrof­fe­ne am Arm ver­letzt. Die her­bei­ge­ru­fe­ne Poli­zei aus dem Plaue­ner Revier ging schließ­lich dazwi­schen, befrei­te den Jour­na­lis­ten und nahm meh­re­re Straf­an­zei­gen auf. Inzwi­schen wur­den Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen des Ver­dachts der gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung und der Nöti­gung ein­ge­lei­tet…” Bericht vom 14.07.2020 beim Infor­ma­ti­ons­dienst zur AfD in Sach­sen externer Link
  • Angriff auf ZDF-Team am Ber­li­ner Land­ge­richt: „Hoch­gra­dig aggres­siv“
    Rech­te haben ein ZDF-Team um Arndt Gin­zel bei einem Dreh am Ber­li­ner Land­ge­richt bedrängt – nicht zum ers­ten Mal. Ein Team des ZDF wur­de am Don­ners­tag am Ran­de eines Pro­zes­ses am Ber­li­ner Land­ge­richt ange­grif­fen. Nach eige­ner Aus­kunft bedräng­te eine Grup­pe von etwa 15 Per­so­nen um den hal­le­schen Rechts­ex­tre­mis­ten Sven Lie­bich den ZDF-Jour­na­lis­ten Arndt Gin­zel und sei­nen Kame­ra­mann. Die Jour­na­lis­ten berich­te­ten von Bedro­hun­gen sowie Schlä­gen gegen sich und ihre Kame­ra. Vor dem Ver­hand­lungs­saal im Gericht hät­ten sich die Angrif­fe fort­ge­setzt. „Das war hoch­gra­dig aggres­siv und hand­greif­lich“, sag­te Gin­zel der taz. „Es wur­de gedroht, geschubst, genervt.“ Wie­der­holt sei gegen die Kame­ra geschla­gen und ver­sucht wor­den, Kabel aus ihr her­aus­zu­zie­hen. Die Angrif­fe sei­en unver­mit­telt erfolgt, nach­dem sie als Jour­na­lis­ten erkannt wor­den sei­en. Man selbst habe die Grup­pe um Lie­bich da noch gar nicht ange­spro­chen. Das Team war durch ein ZDF-Mikro erkenn­bar. Auch der freie Jour­na­list Hen­rik Mer­ker, der mit vor Ort war, berich­te­te, dass die Jour­na­lis­ten „mas­siv bedrängt und ange­gan­gen“ wur­den. Die Angrei­fer hät­ten unter ande­rem „Lügen­pres­se auf die Fres­se“ skan­diert. Bild­ma­te­ri­al, das der taz vor­liegt, bestä­tigt den Vor­fall. Dort ist zu sehen, wie die Jour­na­lis­ten beschimpft und bedrängt wer­den zu ver­schwin­den. Ein Mann schlägt wie­der­holt gegen die Kame­ra und ein Mikro. Zu sehen ist auch, wie ein Jus­tiz­be­diens­te­ter dem ZDF-Kame­ra­mann eben­falls das Arbeits­ge­rät nach unten weg­drückt...” Arti­kel von Kon­rad Litsch­ko vom 4.6.2020 in der taz online externer Link, sie­he dazu die Bericht­erstat­tung samt Video von Micha­el Mayr am 4.6.2020 bei Twit­ter externer Link und die Video­auf­nah­me bei Netz­po­li­tik externer Link , die zeigt, wie der Jus­tiz­be­am­te an die Kame­ra griff und sie weg­schubs­te – angeb­lich, weil er nicht gefilmt wer­den woll­te. Anschlie­ßend grif­fen auch Rech­te die Jour­na­lis­ten an
  • Vor­fall in Dort­mund: Rechts­ex­tre­mer atta­ckiert WDR-Team
    “… Der Angrei­fer habe am Sams­tag gegen die Kame­ra der Jour­na­lis­ten geschla­gen und eine Per­son leicht ver­letzt, teil­te die Poli­zei mit. Der 23-Jäh­ri­ge kam in Poli­zei­ge­wahr­sam. Zuvor habe der Mann auf einer unter­sag­ten Ver­samm­lung auf dem Alten Markt einen Medi­en­ver­tre­ter belei­digt. Die Stadt Dort­mund hat­te die für den Sams­tag­nach­mit­tag ange­mel­de­te Demons­tra­ti­on gegen Coro­na-Ein­schrän­kun­gen aus infek­ti­ons­schutz­recht­li­chen Grün­den ver­bo­ten. Den­noch erschie­nen der Poli­zei zufol­ge bis zu 150 Men­schen, unter ihnen eine Grup­pe poli­zei­be­kann­ter Rechts­ex­tre­mer. In der Stadt fan­den am Sams­tag meh­re­re wei­te­re Ver­samm­lun­gen statt, unter ande­rem eine eben­falls nicht geneh­mig­te Spon­tan­ver­samm­lung am Wil­ly-Brandt-Platz. Nach­dem sich die ver­bo­te­ne Ver­samm­lung am Alten Markt auf­ge­löst hat­te, kam es in Höhe der Han­sa­stra­ße zu dem Angriff. Der NRW-Lan­des­ver­band des Deut­schen Jour­na­lis­ten-Ver­bands (DJV-NRW) ver­ur­teil­te die Atta­cke auf die WDR-Jour­na­lis­ten und for­der­te die Sicher­heits­be­hör­den auf, Jour­na­lis­ten umfas­send zu schüt­zen. „Gera­de weil sich Angrif­fe wie die­se in den ver­gan­ge­nen Tagen häu­fen und sich extre­mis­ti­sche Grup­pen zuneh­mend gewalt­be­reit gegen­über Journalist*innen zei­gen, müs­sen sie mit größt­mög­li­chem Fahn­dungs­druck geahn­det wer­den“, erklär­te der Lan­des­vor­sit­zen­de Frank Stach…“ dpa-Mel­dung vom 09.05.2020 in der Rhei­ni­schen Post online externer Link
  • [Täter aus dem „lin­ken Spek­trum“?] Angriff auf Team der ZDF-„heute show“: Woher die­se Gewalt?
    Laut Poli­zei soll der Angriff auf das ZDF-Team von Lin­ken aus­ge­gan­gen sein. Die Fra­ge nach Tätern und Motiv ist aber kom­pli­zier­ter. Wie in einem Zom­bie­film sei das gewe­sen, nur dass die Zom­bies in die­sem Film ren­nen kön­nen. Bis zur letz­ten Sekun­de habe er gedacht, dass die Grup­pe von 15 bis 20 Per­so­nen gar nicht auf ihn und sein Team zuren­ne, son­dern weg von der Poli­zei – so beschreibt Sati­ri­ker Abdel­ka­rim Zem­hou­te den Angriff. Der ZDF-Kol­le­ge, der ihn inter­viewt, fragt nach den Tätern. „Haupt­säch­lich schwarz geklei­de­te, ver­mumm­te Leu­te“, ant­wor­tet Zem­hou­te, er wür­de aber kei­nen wie­der­erken­nen kön­nen. Was waren das für Leu­te? „Ich kann das echt nicht sagen“, ant­wor­tet Zem­hou­te auf die Nach­fra­gen. Er fra­ge sich aber, was die Angrei­fer getrie­ben habe. Auch eine Woche nach dem Angriff auf ein Team der „heu­te show“ externer Link gibt es noch kei­ne Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen. (…) Ob und was die sechs Fest­ge­nom­me­nen für „Lin­ke“ sind und aus wel­chen Moti­ven sie das Team der „heu­te show“ ange­grif­fen haben, ist zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt nicht klar. So hal­ten Poli­zei und Staats­an­walt­schaft am Mon­tag zwar dar­an fest, dass die Ver­däch­ti­gen „teil­wei­se der ‚lin­ken Sze­ne‘ zuzu­rech­nen sei­en“, sie geben aber auch zu, dass sich die Auf­klä­rung schwie­rig gestal­te, da die bis­he­ri­gen Zeu­gen­aus­sa­gen kein ein­heit­li­ches Bild ergä­ben. Zudem sag­te Mar­tin Steltner, Spre­cher der Staats­an­walt­schaft, der taz am Mitt­woch, dass jene bei­den Fest­ge­nom­me­nen, gegen die sich der Tat­ver­dacht erhär­tet habe, nicht jene sei­en, die in der poli­zei­li­chen Sta­tis­tik als Lin­ke auf­tau­chen. Auch das lässt an der The­se, die Angrei­fer sei­en Lin­ke gewe­sen, zwei­feln. Oder sind die Angrei­fer viel­leicht sol­che „Lin­ke“, die bei der veschwö­rungs­theo­re­ti­schen Hygie­ne-Demo unter­wegs waren, wo Links und Rechts seit Ende März zu einer kru­den Quer­front zusam­men­schmel­zen? Der Hass auf die „heu­te show“, als lin­ke Pro­po­pa­gan­da­show des Staats­funks ver­schimpft, ist vor allem bei Rech­ten groß. Aber auch die Sze­ne der Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gen ist über­aus miss­trau­isch: Schon am 30. April kün­digt Bern­hard Loy­en auf der Sei­te des ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Medi­en­ma­chers Ken Jeb­sen den Besuch des „heu­te show“-Teams an (…) Dass nach der Tat rechts­ex­tre­me Foren vor Genug­tu­ung über­quol­len, passt ins Bild…“ Arti­kel von Vol­kan Agar vom 08.05.2020 in der taz online externer Link
  • ARD-Kame­ra­team auf Demons­tra­ti­on ange­grif­fen /​Stu­die: Rechts­ex­tre­me neh­men Jour­na­lis­ten gezielt in den Fokus 
    • ARD-Kame­ra­team auf Demons­tra­ti­on ange­grif­fen
      “Erst in der ver­gan­ge­nen Woche muss­ten Mit­glie­der eines ZDF-Teams nach einem Angriff auf einer Demons­tra­ti­on ins Kran­ken­haus. (…) Bei einer Demons­tra­ti­on gegen die Beschrän­kun­gen in der Coro­na­kri­se vor dem Reichs­tags­ge­bäu­de in Ber­lin ist es schon wie­der zu einem Angriff auf Medi­en­ver­tre­ter gekom­men. Ein Demons­trant, der ein ARD-Kame­ra­team atta­ckiert haben soll, sei fest­ge­nom­men wor­den, twit­ter­te die Ber­li­ner Poli­zei. Wie das “ARD-Haupt­stadt­stu­dio” berich­te­te, habe sich ein Demons­trant spon­tan aus der Men­ge gelöst und den Ton­as­sis­ten­ten getre­ten. Dem Mann gehe es jedoch gut, hieß es. Nach Anga­ben der Poli­zei­spre­che­rin hat­ten sich am Mitt­woch 350 bis 400 Men­schen vor dem Reichs­tags­ge­bäu­de ver­sam­melt. (…) Augen­zeu­gen berich­te­ten, dass ganz ver­schie­de­ne Grup­pie­run­gen vor Ort waren. Vie­le Men­schen sei­en aggres­siv gewe­sen, Teil­neh­mer rie­fen “Wir sind das Volk”…” Mel­dung vom 6. Mai 2020 bei Spie­gel online externer Link
    • Stu­die: Rechts­ex­tre­me neh­men Jour­na­lis­ten gezielt in den Fokus – Hass­mails, Beschimp­fun­gen, Mord­dro­hun­gen: Jour­na­lis­ten wer­den immer häu­fi­ger Ziel von rech­ten Hass-Atta­cken
      “Jour­na­lis­ten sehen sich einer aktu­el­len Stu­die zufol­ge zuneh­mend Anfein­dun­gen und Angrif­fen aus rechts­ex­tre­men Krei­sen aus­ge­setzt. Sechs von zehn befrag­ten Jour­na­lis­ten erhiel­ten nach eige­nen Anga­ben in den ver­gan­ge­nen zwölf Mona­ten min­des­tens ein­mal hass­erfüll­te Reak­tio­nen, wie aus der am Mitt­woch in Ber­lin ver­öf­fent­lich­ten Stu­die her­vor­geht. Laut Gewalt­for­scher Andre­as Zick haben die­se Atta­cken zuge­nom­men. Chris­toph Heb­be­cker, Cybercrime-Exper­te von der Staats­an­walt­schaft Köln, mahn­te bes­se­re Anzei­ge­mög­lich­kei­ten und mehr Spe­zia­lis­ten für die Straf­ver­fol­gung an. Die Jour­na­lis­tin Gil­da Sahe­bi for­der­te mehr Unter­stüt­zung für betrof­fe­ne Jour­na­lis­ten. Für die Unter­su­chung wur­den bun­des­weit 322 Medi­en­schaf­fen­de anonym online befragt. Die Stu­die sei nicht reprä­sen­ta­tiv für alle Medi­en­schaf­fen­den in Deutsch­land, hieß es. (…) Jeder sechs­te Befrag­te (16,2 Pro­zent) wur­de nach eige­nem Bekun­den im Berufs­all­tag kör­per­lich ange­grif­fen, etwa gleich vie­le (15,8 Pro­zent) erhiel­ten Mord­dro­hun­gen. Beson­ders bei den The­men Flücht­lin­ge, Migra­ti­on und AfD gibt es der Stu­die zufol­ge Hass­re­ak­tio­nen. Die meis­ten Atta­cken erle­ben Jour­na­lis­ten in sozia­len Netz­wer­ken und per E‑Mail. Der über­wie­gen­de Teil der von Hass betrof­fe­nen Jour­na­lis­ten (84 Pro­zent) ord­net die Anfein­dun­gen einem rech­ten poli­ti­schen Spek­trum zu. 29 Jour­na­lis­ten, die Opfer von Angrif­fen wur­den, stell­ten nach eige­nen Anga­ben Straf­an­zei­ge. In 21 Fäl­len nahm die Poli­zei Ermitt­lun­gen auf, fünf­mal kam es zu einer Ver­ur­tei­lung. Die Stu­die mache deut­lich, dass es hier um pro­fes­sio­nel­le Aktio­nen von rechts­ex­tre­men Netz­wer­ken gehe, erläu­ter­te Zick. Extre­mis­ten und Popu­lis­ten sähen in Hass­re­den eine Mög­lich­keit, ihre Fein­de ein­zu­schüch­tern und Zei­chen zu set­zen. Die Stu­die „Hass und Angrif­fe auf Medi­en­schaf­fen­de“ wur­de vom Insti­tut für Inter­dis­zi­pli­nä­re Kon­flikt – und Gewalt­for­schung der Uni­ver­si­tät Bie­le­feld in Zusam­men­ar­beit mit dem Medi­en­dienst Inte­gra­ti­on erstellt, einer Infor­ma­ti­ons­platt­form für Jour­na­lis­ten. (…) Die typi­schen Ver­brei­ter von Hass­kom­men­ta­ren sind nach Erkennt­nis­sen der Staats­an­walt­schaft älte­re Män­ner, wie Heb­be­cker erläu­ter­te. In der Regel han­de­le es sich um Men­schen, die bis­lang nicht auf­fäl­lig oder vor­be­straft gewe­sen sei­en.” Bei­trag vom 7. Mai 2020 von und bei MiGA­ZIN externer Link mit Link zur Stu­die “Hass und Angrif­fe auf Medi­en­schaf­fen­de”
  • [ECPMF-5-Jah­re-Bilanz] Feind­bild Jour­na­list IV: Bedro­hung als Nor­mal­zu­stand 
    “Der ers­te Monat des Jah­res 2020 zeigt, dass Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten wei­ter­hin mit Gewalt gegen ihren Berufs­stand rech­nen müs­sen. In fünf Fäl­len wur­den Medi­en­schaf­fen­de allein im Janu­ar ange­grif­fen. Kei­ner der Angrif­fe erfolg­te auf einer rech­ten Demons­tra­ti­on. Dort wur­de seit Beginn der Erfas­sung jeweils der Haupt­an­teil der Angrif­fe regis­triert. Seit 2015 erfasst das ECPMF tät­li­che Angrif­fe auf Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten sys­te­ma­tisch. Nach fünf Jah­ren zeich­net sich ein deut­li­ches Bild: Angrif­fe auf die Pres­se sind inzwi­schen der Nor­mal­zu­stand. Die Ergeb­nis­se des Jah­res 2019 hin­ge­gen bestä­ti­gen das Tat­bild der Vor­jah­re – trotz gesun­ke­ner Fall­zah­len. 14 tät­li­che Angrif­fe auf Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten hat das ECPMF ver­zeich­net. Zum Ver­gleich: Im Vor­jahr 2018 wur­den 26 gewalt­sa­me Über­grif­fe bestä­tigt. 2019 kamen mit Aus­nah­me von drei Angrif­fen alle aus dem rech­ten Lager. Der Befund der zurück­lie­gen­den vier Jah­re wird damit unter­mau­ert: Medi­en­schaf­fen­de, Jour­na­lis­tin­nen und Repor­ter waren nach wie vor am stärks­ten durch Pres­se­geg­ne­rin­nen und ‑geg­ner aus dem rech­ten Lager¹ gefähr­det. Tät­li­che Angrif­fe von links sind dem ECPMF für das Jahr 2019 nicht bekannt. Atta­cken aus rech­ten Zir­keln hat es bis­her immer gege­ben, haupt­säch­lich gegen Fach­jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten. Seit 2015 hat sich dies geän­dert: Sowohl das Feld der Betrof­fe­nen als auch die Täter­krei­se haben sich erwei­tert. Eine brei­te, hete­ro­ge­ne Mas­se trägt die Pres­se­feind­lich­keit. Jour­na­lis­mus ist unter­schieds­los für alle Medi­en­schaf­fen­de – ins­be­son­de­re, wenn sie von rech­ten Groß­de­mons­tra­tio­nen berich­ten – zum Wag­nis gewor­den. (…) 92 von 119 Angrif­fen sind dem rech­ten Spek­trum zuzu­ord­nen. In 16 Fäl­len ist die poli­ti­sche Zuord­nung nicht ein­deu­tig und bei elf han­delt es sich um lin­ke Angrif­fe. Von den ins­ge­samt 92 rech­ten Angrif­fen fan­den 79 auf oder im Umfeld von Demons­tra­tio­nen statt. Damit sind poli­ti­sche Demons­tra­tio­nen des rech­ten Lagers die gefähr­lichs­ten Orte für Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten in Deutsch­land…“ Mel­dung vom 11.03.2020 vom und beim Euro­päi­schen Zen­trums für Pres­se- und Medi­en­frei­heit (ECPMF) externer Link zur Stu­die externer Link
  • [dju Bay­ern zur AfD-Atta­cke in Lin­dau] Soli­da­ri­tät für bedroh­ten Kol­le­gen und Jour­na­lis­ten Sebas­ti­an Lipp – Angriff auf die Pres­se­frei­heit wird nicht akzep­tiert 
    “Als völ­lig inak­zep­ta­bel bezeich­net die Deut­sche Jour­na­lis­tin­nen- und Jour­na­lis­ten-Uni­on (dju) Bay­ern die Bedro­hung des Lin­dau­er Jour­na­lis­ten Sebas­ti­an Lipp. Der AfD-Kreis­tags- und Stadt­rats­kan­di­dat Peter Birn­böck hat­te öffent­lich erklärt: “Ich wer­de ihn zer­fet­zen und wer­de ihm fürch­ter­li­che Schmer­zen zufü­gen.” Bei einer Kund­ge­bung nahe des Redak­ti­ons­bü­ros der Lin­dau­er Zei­tung wur­de am Don­ners­tag­abend gegen die­se Atta­cke demons­triert. Dort wur­de auch unse­re Soli­da­ri­täts-Adres­se ver­le­sen: Klaus Schrage, einer der bei­den Spre­cher der dju Bay­ern, schreibt dar­in: “Erschüt­tert und besorgt haben wir, die Deut­sche Journalist*innen-Union im ver.di-Landesbezirk Bay­ern, die Nach­rich­ten über die Vor­gän­ge in Lin­dau zur Kennt­nis genom­men. Wie­der ein­mal hat ein Ver­tre­ter der AfD die tat­säch­li­che Gesin­nung die­ser Par­tei für uns alle wahr­nehm­bar zum Aus­druck gebracht. Zwar kön­nen uns Aus­fäl­le von AFD-Vertreter*innen kaum noch aufs Neue scho­ckie­ren. Aber die Dro­hung, einen Jour­na­lis­ten-Kol­le­gen zu zer­fet­zen und ihm „fürch­ter­li­che Schmer­zen“ zuzu­fü­gen, hat eine beson­ders üble Qua­li­tät. Dies ist die Spra­che des Faschis­mus, die Spra­che jener, die unge­stört von unab­hän­gi­gen Medi­en die Macht über die Köp­fe der Men­schen gewin­nen wol­len. Die dju hat den Kol­le­gen (Lipp) schon vor eiin­ein­halb Jah­ren unter­stützt. Damals wur­de ihm hart­nä­ckig die Akkre­di­tie­rung zu Ver­samm­lun­gen der AfD Ober­all­gäu ver­wehrt. Das Vor­ge­hen und die dazu­ge­hö­ri­ge Spra­che fol­gen dem­sel­ben Mus­ter. (…) Als Gewerk­schaft dan­ken wir allen Kolleg*innen (wie Sebas­ti­an Lipp), die sich gegen faschis­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen posi­tio­niert haben und Kon­trol­le aus­üben. Ihnen gilt unse­re Unter­stüt­zung und volls­te Soli­da­ri­tät.Mit­tei­lung der DJU Mit­tel­fran­ken vom 9.3.2020 externer Link, sie­he zum Hin­ter­grund:
    • AfD-Geg­ner blo­cken Angrif­fe auf die Pres­se­frei­heit in Lin­dau
      Unter dem Mot­to »Fin­ger weg von der Pres­se­frei­heit« stel­len sich AfD-Geg­ner am Mon­tag mit einer Kund­ge­bung externer Link zwi­schen eine Ver­samm­lung der Rechts­au­ßen­par­tei und das Redak­ti­ons­ge­bäu­de der Lin­dau­er Zei­tung. Gegen die Angrif­fe der AfD Lin­dau auf die Pres­se­frei­heit wol­len die Initia­ti­ve gegen Ras­sis­mus – West­all­gäu und die Kam­pa­gne Kei­ne Stim­me für Ras­sis­mus am Mon­tag vor dem Redak­ti­ons­ge­bäu­de der Lin­dau­er Zei­tung demons­trie­ren. Das geht aus einer gemein­sa­men Stel­lung­nah­me her­vor, die die bei­den Grup­pen seit Frei­tag ver­brei­ten. Dar­in rufen sie zur Teil­nah­me an der Kund­ge­bung ab 17:30 Uhr auf der Lin­dau­er Insel, Höhe Maxi­mi­li­an­stra­ße 40, auf. Dem ging ein Auf­ruf von AfD-Orts­chef Rai­ner Roth­fuß an sei­ne Anhän­ger vor­aus, am Mon­tag vor dem Gebäu­de der Lin­dau­er Zei­tung zu demons­trie­ren. Dem Medi­en­haus wirft Roth­fuß in dem Schrei­ben von Mitt­woch »lin­ke Het­ze« vor. Funk­tio­nä­re der AfD Lin­dau fie­len in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach mit mas­si­ven Bedro­hun­gen und Belei­di­gun­gen gegen­über Pres­se­ver­tre­tern auf externer Link. »LIPP WERDE ICH ZERFETZEN. […] Die­sen wich­ser wer­de ich fürch­ter­li­che Schmer­zen zufü­gen«, zitie­ren die AfD-Geg­ner eine öffent­lich ein­seh­ba­re Dro­hung des Lin­dau­er AfD-Funk­tio­närs Peter Birn­böck (Feh­ler im Ori­gi­nal). Nach Auf­fas­sung der anti­ras­sis­ti­schen Initia­ti­ven bedroht Birn­böck damit de fac­to das Leben des All­gäu­er Jour­na­lis­ten und Chef­re­dak­teurs von All­gäu rechts­au­ßen. Den Betrof­fe­nen zeich­ne­te der Baye­ri­sche Jour­na­lis­ten­ver­band zum Tag der Pres­se­frei­heit im ver­gan­ge­nen Jahr für sei­ne Recher­chen zum rech­ten Unter­grund im All­gäu aus externer Link. (…) »Wir wer­den nicht zulas­sen, dass Roth­fuß und sei­ne Kame­ra­den die Stim­mung bei uns in Lin­dau wei­ter ver­gif­ten«, heißt es im Auf­ruf gegen die AfD-Kund­ge­bung. Die Angrif­fe und Bedro­hun­gen auf Pres­se­ver­tre­ter durch die Lin­dau­er AfD sei­en »kla­rer Aus­druck von deren faschis­ti­schen Ten­den­zen und ver­deut­li­chen ein­mal mehr, wel­che Gefahr von der Rechts­au­ßen­par­tei auch hier in der Regi­on aus­geht.« Mit der Anmel­dung der Ver­samm­lung wol­le man auch dafür sor­gen, dass die AfD nicht direkt vor dem Gebäu­de der Zei­tung ste­hen kön­ne…” Bericht von Nor­bert Kel­pp vom 8. März 2020 bei All­gäu ⇏ rechts­au­ßen externer Link
    • Sie­he Sebas­ti­an Lipp bei Twit­ter: @SebastianLipp
  • Mei­ne Oma fährt im Hüh­ner­stall Motor­rad: Desi­gnier­ter ARD-Vor­sit­zen­der fällt Mitarbeiter*innen in den Rücken – Die Fol­gen von Buhr­ows Han­deln sind nicht nur kurz­fris­tig 
    Mit sei­ner Reak­ti­on auf einen von rechts­au­ßen domi­nier­ten Shit­s­torm, das Video von WDR 2 mit einer Sati­re-Ver­si­on von „Mei­ne Oma fährt im Hüh­ner­stall Motor­rad“ zu löschen, hat WDR-Inten­dant Tom Buhr­ow Fak­ten geschaf­fen. Die Löschung eines Inhalts ist immer nur das letz­te Mit­tel. Übli­cher­wei­se fin­det eine Manö­ver­kri­tik statt. Was lief gut? Was kön­nen wir beim nächs­ten Mal bes­ser machen? So ent­wi­ckeln sich Mitarbeiter*innen und die Inhal­te wer­den immer pro­fes­sio­nel­ler. Wenn kei­ne gro­ben inhalt­li­chen Feh­ler gemacht wer­den, liegt nor­ma­ler­wei­se kein Grund vor, eine Pro­duk­ti­on aus dem Netz/​Programm zu neh­men. Buhr­ow hat mit der Löschung in die inne­re Rund­funk­frei­heit ein­ge­grif­fen und damit den betei­lig­ten Kolleg*innen die Rücken­de­ckung genom­men. Mit sei­ner per­sön­li­chen Ent­schul­di­gung beim empör­ten Teil des Publi­kums in einer WDR2-Cal­lin-Sen­dung kam dann noch ein zusätz­li­ches „in den Rücken fal­len“ oben­drauf. Glei­ches gilt für einen Kol­le­gen, der auf Twit­ter ins Visier des (vor­wie­gend) rech­ten Shit­s­torms geriet. Über den Twit­ter-Account der Aktu­el­len Stun­de wur­de mehr­fach in einer als Abgren­zung wir­ken­den Art und Wei­se dar­auf ver­wie­sen, dass es sich um einen „frei­en Mit­ar­bei­ter“ han­deln wür­de. Die­se Ent­so­li­da­ri­sie­rung blieb nicht ohne Kon­se­quen­zen: Der Mit­ar­bei­ter wird mitt­ler­wei­le mas­siv von der rech­ten Sze­ne bedroht, vor dem Haus sei­ner Eltern demons­trier­te bereits ein Füh­rungs­ka­der der Dort­mun­der Neo­na­zi­sze­ne. Der künst­le­ri­sche Lei­ter der Chor­aka­de­mie Dort­mund wur­de als Kin­der­schän­der beschimpft und sei­ne Tele­fon­num­mer ver­öf­fent­licht. Der im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus sit­zen­de AfD-Poli­ti­ker Harald Laats­ch ver­öf­fent­lich­te unter dem Stich­wort „Kin­des­miss­brau­cher“ die Namen und Fotos aller sie­ben Ver­ant­wort­li­chen des Kin­der­chors. Aber auch nach außen wur­de erheb­li­cher Scha­den ange­rich­tet. Hät­te ein*e Intendant*in eines Thea­ters nach der Pre­mie­re eines von bestimm­ten Krei­sen unter Beschuss genom­me­nen Stü­ckes ähn­lich reagiert und es aus dem Spiel­plan gestri­chen? Ähn­lich wie am Thea­ter ist es auch Auf­ga­be des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks, eine gesell­schaft­li­che Debat­te anzu­sto­ßen und zu för­dern. Anhand des umge­dich­te­ten Kin­der­lieds konn­te anfangs auch noch über den Inhalt dis­ku­tiert wer­den, wenn auch durch den Shit­s­torm erschwert. Mit sei­ner Ent­schei­dung zur Löschung des Vide­os hat der Inten­dant einen Schluss­strich gesetzt und somit der Gesell­schaft die Mög­lich­keit genom­men, sich anhand eines über den öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk zugäng­li­chen Vide­os eine eige­ne Mei­nung zu bil­den. Und so wur­de die Löschung des Vide­os zum Tri­umph­zug vor allem für die, die sich auch sonst bei jeder Gele­gen­heit eine Welt ohne einen öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk wün­schen. Ihre Sie­ges­par­ty fei­er­ten die­se Leu­te dann am Sonn­tag­nach­mit­tag auf dem Appell­hof­platz. Die Fol­gen von Buhr­ows Han­deln sind nicht nur kurz­fris­tig. Wel­che Aus­wir­kun­gen das auf die Zusam­men­ar­beit der Mitarbeiter*innen? Sor­gen gibt es: Bekom­me ich Rücken­de­ckung für mei­ne Arbeit? Oder lau­fen wir jetzt bei jeder Gele­gen­heit Gefahr, die Rücken­de­ckung von ganz oben zu ver­lie­ren? Die Basis für eine ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit sieht anders aus. Das hat mas­si­ven Ein­fluss auf die inne­re Pres­se-/Rund­funk­frei­heit. Den Umfang kön­nen wir nur erah­nen. Müs­sen alle Autor*innen und Redakteur*innen in Zukunft mit einer „Sche­re im Kopf“ arbei­ten? Machen wir lie­ber ein ein­fa­ches Kolleg*innengespräch als auf­wän­di­ge künst­le­ri­sche und sati­ri­sche Pro­duk­tio­nen? Wir for­dern soli­da­ri­sche Unter­stüt­zung der betrof­fe­nen Mitarbeiter*innen statt Ent­so­li­da­ri­sie­rung…” Stel­lung­nah­me von und bei ver.di Sen­der­ver­band WDR externer Link (ohne Datum) – sie­he dazu auch:
    • Deut­sche TV-AutorIn­nen erklä­ren sich soli­da­risch mit den WDR-Mit­ar­bei­te­rIn­nen und for­dern die Wie­de­ron­linestel­lung des “Umweltsau”-Beitrags 
      Wir als Fern­seh-AutorIn­nen erklä­ren uns soli­da­risch mit den Kol­le­gIn­nen vom WDR, die von Ihrem Arbeit­ge­ber aufs Fahr­läs­sigs­te allein gelas­sen wer­den, und for­dern die sofor­ti­ge Wie­de­ron­linestel­lung des „Umwelt-Sau“-Beitrags. Der Streit um das Lied ent­behrt jeder ratio­na­len Grund­la­ge. Selbst das Wort „Sati­re­frei­heit“ scheint unan­ge­mes­sen, wenn die Empö­rungs­schwel­le so nied­rig liegt, dass sie auch von jedem zwei­ten Pop­song geris­sen wird. Eine (!) fik­tio­na­le Oma dis­kri­mi­niert genau­so wenig eine gan­ze Genera­ti­on wie der Alko­ho­li­ker-Vater aus „Papa Was a Rol­lin’ Stone“ nicht alle Män­ner für untaug­lich erklärt. Der Skan­dal ist ein ande­rer: die Skan­da­li­sie­rung des Lie­des folgt gut bekann­ten Mus­tern rech­ter Trol­le. (…) Tom Buhr­ow ist mit sei­ner Reak­ti­on auf den künst­lich erzeug­ten Skan­dal in eine Fal­le getappt, aus der er ohne mas­si­ven Glaub­wür­dig­keits­ver­lust nicht mehr her­aus kommt. Ein Medi­en­ma­na­ger, des­sen Umgang mit moder­ner, rech­ter Pro­pa­gan­da von so viel Nai­vi­tät und Unge­schicktheit zeugt und der nicht in der Lage ist, sich in ein­fachs­ten Fra­gen der Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit vor sei­ne Mit­ar­bei­te­rIn­nen zu stel­len, gefähr­det eben die­se Frei­hei­ten. Er soll­te die Kon­se­quen­zen zie­hen.” Soli­da­ri­täts­er­klä­rung vom 6.1.2020 bei Ste­fan Stuck­mann externer Link: “Zusam­men mit Tho­mas Rogel von der heu­te Show habe ich eine Soli­da­ri­täts­er­klä­rung für die WDR-Mit­ar­bei­te­rIn­nen ver­fasst, die hier auch als PDF abruf­bar externer Link ist. Unter den Unter­zeich­ne­rIn­nen sind unter ande­rem AutorIn­nen von allen gro­ßen Sati­re-Sen­dun­gen wie der heu­te Show, dem Neo­ma­ga­zin, extra3 sowie der rbb Abend­show
    • Die rech­ten Het­zer gegen WDR-Sati­re mobi­li­sier­ten am 4.1. trotz dem Kotau des Inten­dan­ten nur Weni­ge: Die meis­ten ihrer Par­tei­gän­ger tru­gen Uni­form
      „… Über 2000 Demonstrant*innen waren heu­te bei den Pro­tes­ten gegen meh­re­re Naz­i­kund­ge­bun­gen vor dem WDR und am Dom. Gleich vier ver­schie­de­ne Kund­ge­bun­gen und Aktio­nen hat­ten extrem rech­te Grup­pie­run­gen anläss­lich des WDR-Hüh­ner­stall-Vide­os für Sams­tag in der Köl­ner Innen­stadt ange­kün­digt. Über 2000 Gegen­de­mons­tran­ten­in­nen sorg­ten dafür, dass die­se zum Flop wur­den, oder gar nicht statt­fan­den. Der Tag begann mit einem Info­stand der AfD. Die­ser war ursprüng­lich für den Wall­raf­platz ange­mel­det, fand dann aber auf­grund von Gegen­pro­tes­ten iso­liert und umringt von Pro­tes­tie­ren­den vor dem Muse­um für Ange­wand­te Kunst statt. Beim AfD-Stand war u.a. auch ein Rech­ter, der am Ran­de der letz­ten 1. Mai Demo in Köln anti­se­mi­ti­sche Paro­len geru­fen hat­te und des­we­gen eine Anzei­ge von der Poli­zei bekom­men hat­te. Um 11.30h ver­sam­mel­ten sich dann etwa 1000 Demons­tran­ten­in­nen zu einer Kund­ge­bung von Köln gegen Rechts auf der Dom­plat­te. Ent­ge­gen den Ankün­di­gun­gen der Poli­zei fand am Ran­de der Dom­plat­te zeit­gleich eine Nazi­mo­bi­li­sie­rung statt. Die­se ver­such­te Kund­ge­bung von Nazis aus Köln und Mön­chen­glad­bach muss­te auf­grund der Gegen­pro­tes­te, spä­tes­tens nach­dem dem Anmel­der das Mikro abge­nom­men wur­de, nach kur­zer Zeit abge­bro­chen wer­den. 2000 Demons­tran­ten­in­nen auf Kund­ge­bung von KgR vor dem WDR. Nach einer kur­zen Demons­tra­ti­on von der Dom­plat­te ver­sam­mel­ten sich vor dem WDR 2000 Pro­tes­tie­ren­de. Auch hier hielt die Poli­zei sich nicht an Abspra­chen von der Anmel­dung und ließ die Gegen­de­mons­tra­ti­on nicht auf den Appell­hof­platz. Die Pro­tes­tie­ren­den muss­ten sich in der Kup­fer­gas­se zusam­men­quet­schen. Eine par­al­lel ange­kün­dig­te Kund­ge­bung des Rhei­ni­schen Anti­fa­schis­ti­schen Bünd­nis­ses gegen Anti­se­mi­tis­mus konn­te des­we­gen nicht statt­fin­den. Auf der Kund­ge­bung von KgR spra­chen Ver­tre­ter des DJV und der WDR-VER­DI-Betriebs­grup­pe, sowie meh­re­re freie Jour­na­lis­ten­in­nen des WDR. Sie kri­ti­sier­ten deut­lich das Ein­kni­cken des WDR-Inten­dan­ten vor dem rech­ten Shit­s­torm. Zudem gab es wei­te­re Rede­bei­trä­ge u.a. von den Par­ents for Future, RABA und Köln gegen Rechts…“ – aus dem Demons­tra­ti­ons­be­richt „2000 Demonstrant*innen gegen 60 Nazis in Köl­ner Innen­stadt“ am 04. Janu­ar 2020 bei Köln gegen Rechts externer Link, wor­in zur rech­ten Mobi­li­sie­rung von uni­for­mier­ten Unter­stüt­zern noch nichts gesagt wird. Sie­he dazu auch:
      • „Rechts­ex­tre­me gegen WDR“ von Annett Sel­le am 04. Janu­ar 2020 in der taz online externer Link wid­met sich auch dem „Wir­ken“ der Poli­zei im Sin­ne der Nazi­ban­de: „… Für die­sen Sams­tag aller­dings sind Zusam­men­stö­ße doku­men­tiert. Es beginnt gleich auf der Dom­plat­te, wo sich der Gegen­pro­test zur ange­mel­de­ten ers­ten Kund­ge­bung ver­sam­melt. Die Rechts­ex­tre­men sol­len sich laut Anmel­dung eini­ge Stra­ßen wei­ter sam­meln – dann steht plötz­lich eine Grup­pe aus etwa zehn Men­schen mit dem Ban­ner einer rechts­ex­tre­men Grup­pe auf der Dom­plat­te. „Aler­ta, Aler­ta, Anti­fa­schis­ta!“ Der Gegen­pro­test eilt her­bei, eben­so die Poli­zei. Gelangt Gegen­pro­test auf eine ange­mel­de­te Nazi­rou­te, for­dert die Poli­zei die­sen unan­ge­mel­de­ten Gegen­pro­test in der Regel dazu auf, den Bereich der ange­mel­de­ten Nazi-Ver­samm­lung zu ver­las­sen, und räumt bei Nicht­be­fol­gung. Nun aber ste­hen unan­ge­mel­det Men­schen mit dem Ban­ner einer für Nazi­hoo­li­gans bekann­ten Grup­pe im ange­mel­de­ten Gegen­pro­test. Die Beamt*innen schrei­ten zwar auch hier ein – drän­gen aber den Gegen­pro­test zurück. Sie tren­nen die Grup­pen erfolg­reich. Dann las­sen sie die Nazis, wo sie sind und schaf­fen im Bereich der ange­mel­de­ten Ver­samm­lung des Gegen­pro­tests Platz für unan­ge­mel­de­ten rech­ten Pro­test. Unüber­sicht­lich ist es, eigent­lich durch­ge­hend, auch für die Poli­zei­kräf­te. Als sie spä­ter am WDR-Gebäu­de rech­te Ver­samm­lungs­teil­neh­mer durch den Gegen­pro­test schleu­sen wol­len, schlägt einer der Rech­ten einen Poli­zei­be­am­ten. Wei­te­re Poli­zis­ten stür­men in die enge, vom Gegen­pro­test gut gefüll­te Unter­füh­rung, um den Kolleg*innen zu hel­fen. Die Gegendemonstrant*innen mischen mit. Es eska­liert. Schließ­lich set­zen Beamt*innen Pfef­fer­spray und Schlag­stö­cke gegen den Gegen­pro­test ein. Danach ist die Unter­füh­rung leer...“
      • „Von der Lügen­pres­se zum Kampf gegen die GEZ-finan­zier­ten Medi­en“ von Peter Nowak am 05. Janu­ar 2020 bei tele­po­lis externer Link zu den „Wei­te­run­gen“ der faschis­ti­schen Ran­da­le unter ande­rem: „… Es ist wahr­schein­lich, dass die Empö­rung über den kon­kre­ten Fall beim WDR bald erschöpft sein dürf­te. Doch die Rech­ten könn­ten hier ein neu­es Pro­pa­gan­da­the­ma haben, das sie bei Bedarf immer wie­der akti­vie­ren kön­nen. Es geht um den Kampf gegen den Öffent­li­chen Rund­funk. In rech­ten Krei­sen wird schon lan­ge in dif­fa­mie­ren­der Absicht von den GEZ-Medi­en gespro­chen. Die Lügen­pres­sen­ru­fe bei den Pegi­da-Auf­mär­schen waren noch aus­drück­lich gegen sämt­li­che Medi­en gerich­tet. Auch kon­ser­va­ti­ve Medi­en wie die FAZ und die sel­ber oft popu­lis­tisch auf­tre­ten­de Sprin­ger­pres­se war da nicht aus­ge­nom­men. Man hat­te gele­gent­lich den Ein­druck, dass die­se Medi­en, wenn sie sich kri­tisch zur AfD und Pegi­da äußer­ten, beson­ders stark ange­grif­fen wur­den. Dass in letz­ter Zeit beson­ders die öffent­lich recht­li­chen Medi­en in den Fokus der rech­ten Angrif­fe rück­ten, ist kein Zufall und auch nicht nur auf Deutsch­land beschränkt. Kon­ser­va­ti­ve und Ultra­rech­te sind bei ihren Angrif­fen gegen die­se Medi­en oft gar nicht weit von­ein­an­der ent­fernt. So hat­te die rechts­kon­ser­va­ti­ve SVP in der Schweiz mit einer Volks­ab­stim­mung die Gebüh­ren für die öffent­lich-recht­li­chen Medi­en abschaf­fen wol­len und war damit geschei­tert. Auch der bri­ti­sche Minis­ter­prä­si­dent John­son hat­te sich in Medi­en­schel­te geübt und die BBC ange­grif­fen, was bei den Rech­ten in Deutsch­land auf viel Zustim­mung stößt. Die Kam­pa­gne von US-Prä­si­dent Trump gegen alle Medi­en, die ihn kri­ti­sie­ren, ist bekannt. Es gibt zahl­rei­che Grün­de für den rech­ten Kul­tur­kampf gegen die Öffent­lich-Recht­li­chen. Es ist ein­deu­tig, dass sowohl auf poli­ti­schem als auch auf kul­tu­rel­lem Gebiet gele­gent­lich auch mino­ri­tä­re Posi­tio­nen dort Gehör fin­den. Es ist aller­dings falsch zu den­ken, sie wür­den die Öffent­lich-Recht­li­chen domi­nie­ren, wie man­che Rech­ten glau­ben machen wol­len. Aber sie hat­ten dort gele­gent­lich ein Eck­chen, wo sie auch mal radi­ka­le­re Kri­tik äußern konn­ten. Der Sati­re­song ist dafür ein Bei­spiel. Es ist schon bezeich­nend, dass sich über Tage Men­schen über einen Bei­trag auf­re­gen, der unver­kenn­bar Sati­re ist. Schon das Lied, das zur Grund­la­ge genom­men wur­de, ist unschwer als Per­si­fla­ge zu erken­nen. Oder ist es irgend­wo ein regio­na­ler Brauch, dass Omas im Stall Mofa fah­ren? Und die­se Sati­re hat der Chor der Jugend­li­chen aktua­li­siert. Man kann auch dar­über lachen oder die gan­ze Cho­se igno­rie­ren. Dass aber dadurch eine Debat­te aus­ge­löst wur­de, an der sich bereits Poli­ti­ker der Uni­on und SPD auf unter­schied­li­chen Sei­ten betei­li­gen, zeigt auch an, dass es bei der rech­ten Kam­pa­gne kei­nes­wegs um ein Stroh­feu­er han­delt...“
    • Am 04. Janu­ar wol­len rech­te Umwelt­säue erneut gegen den WDR demons­trie­ren – trotz Kotau
      Für den kom­men­den Sams­tag, den 4. Janu­ar 2020 um 14 Uhr gibt es erneut einen Auf­ruf aus Naz­i­k­rei­sen eine Kundgebung/​Demonstration vorm WDR am Appel­hof­platz abzu­hal­ten. Die­ser kur­siert sowohl im Umfeld der „Bru­der­schaft Deutsch­land“ und Iden­ti­tä­ren-nahen Grup­pen, die am letz­ten Sonn­tag dort auf­ge­lau­fen sind, wie auch in Krei­sen der AfD. Mit­glie­der des Flü­gels rufen zu der Demons­tra­ti­on auf. Für den sel­ben Tag wird aus den Rei­hen der AfD auch zu einer Kund­ge­bung vor dem SWR in Baden-Baden auf­ge­ru­fen…“ – aus der Pres­se­mit­tei­lung „Erneu­ter Nazi­auf­marsch vor dem WDR am Sams­tag“ am 01. Janu­ar 2020 bei Köln gegen Rechts externer Link – wor­in auch dazu auf­ge­ru­fen wird, sich an einer Gegen­pro­test-Akti­on dort­selbst zu betei­li­gen
    • WDR: Kol­le­gen nicht im Regen ste­hen las­sen
      Der Deut­sche Jour­na­lis­ten-Ver­band for­dert die Ver­ant­wort­li­chen des West­deut­schen Rund­funks auf, sich aktiv um den Schutz und die Sicher­heit des frei­en Jour­na­lis­ten Dan­ny Hol­lek zu bemü­hen. Der Jour­na­list ist der­zeit Opfer von Belei­di­gun­gen und Mord­dro­hun­gen im Zusam­men­hang mit sei­nen Tweets zur „Umweltsau“-Satire. Ange­hö­ri­ge der rechts­ex­tre­men Sze­ne mar­schier­ten vor sei­nem Haus auf und ver­such­ten, den Jour­na­lis­ten ein­zu­schüch­tern. „Sowohl der WDR, für den der Kol­le­ge arbei­tet, als auch die Sicher­heits­be­hör­den sind auf­ge­for­dert, Dan­ny Hol­lek zu schüt­zen“, ver­langt DJV-Bun­des­vor­sit­zen­der Frank Über­all. Es gehe nicht um Geschmacks­fra­gen von Sati­re, son­dern um den Schutz von Sati­re- und Mei­nungs­frei­heit. Als „wenig hilf­reich“ bezeich­net der DJV-Vor­sit­zen­de in dem Zusam­men­hang die redak­tio­nel­le Distan­zie­rung des WDR-Inten­dan­ten Tom Buhr­ow von der „Umweltsau“-Satire: „Tom Buhr­ow muss sich der Fra­ge stel­len, ob er mit sei­ner eil­fer­ti­gen redak­tio­nel­len Distan­zie­rung für den Bei­trag nicht all denen Ober­was­ser gege­ben hat, die nicht auf den Aus­tausch von Argu­men­ten, son­dern auf das Mund­tot­ma­chen kri­ti­scher Jour­na­lis­ten aus sind.“ Wün­schens­wert wäre eine Ver­sach­li­chung der Aus­ein­an­der­set­zung.” djv-Pres­se­mit­tei­lung vom 30. Dezem­ber 2019 externer Link
    • @Verdi_im_NDR bei Twit­ter externer Link: @Verdi_im_NDR for­dert wie @verdi_WDR von @ARDde und @ZDFpresse, dass Beschäf­tig­te, egal ob fest oder frei, in der Aus­übung ihrer Tätig­keit durch die Sen­der geschützt wer­den müs­sen!
  • Allein­ge­las­sen nach rech­ten Mord­dro­hun­gen? Jour­na­list Richard Gut­jahr macht Baye­ri­schem Rund­funk schwe­re Vor­wür­fe 
    Geben öffent­lich-recht­li­che Sen­der frei­en Mit­ar­bei­tern zu wenig Rücken­de­ckung? Repor­ter Richard Gut­jahr heizt die Debat­te an. Der BR weist die Kri­tik zurück. Nach der Dis­kus­si­on um die “Umweltsau”-Satire in und um den WDR heizt nun Richard Gut­jahr die Debat­te um die Sicher­heit der Mit­ar­bei­ter in öffent­lich-recht­li­chen Sen­dern an. In einem offe­nen Brief an BR-Inten­dant Ulrich Wil­helm kri­ti­siert der Blog­ger und Repor­ter den Umgang mit frei­en Mit­ar­bei­tern scharf. Gut­jahr ver­lässt die Anstalt nach 22 Jah­ren als fes­ter frei­er Mit­ar­bei­ter. Der BR habe Gut­jahr und sei­ne Fami­lie mit dem “Hass und der Het­ze” in Fol­ge sei­ner ARD-Bericht­erstat­tung allein gelas­sen, so der Jour­na­list. Gut­jahr wirft Wil­helm vor, den Rund­funk­rat mit Unwahr­hei­ten getäuscht zu haben. Nach­dem Gut­jahrs Rechts­schutz­ver­si­che­rung ihm nach einem Jahr kün­dig­te, habe der Jour­na­list den BR um juris­ti­sche Unter­stüt­zung gebe­ten, die ihm ver­wehrt wor­den sei…” Arti­kel von Mar­kus Ehren­berg vom 01.01.2020 beim tages­spie­gel online externer Link und der Offe­ne Brief von und bei Richard Gut­jahr externer Link – emp­feh­lens­wert!
  • So bedro­hen Neo­na­zis kri­ti­sche Jour­na­lis­ten
    “Auf Demons­tra­tio­nen het­zen Rechts­ex­tre­me gegen die Medi­en. Jour­na­lis­ten, die über die Sze­ne berich­ten, ste­hen unter enor­mem Druck. Hier erzäh­len drei von ihnen aus ihrem schwie­ri­gen Arbeits­all­tag. Es war ein Fanal gegen unlieb­sa­me Bericht­erstat­tung: Auf einer Demons­tra­ti­on in Han­no­ver mar­schier­ten Rechts­ex­tre­mis­ten durch die Stadt, um gegen die Arbeit drei­er nament­lich genann­ter Jour­na­lis­ten zu pro­tes­tie­ren. Doch dahin­ter steck­te mehr: Die Kund­ge­bung war eine geziel­te Ein­schüch­te­rung von Medi­en­ver­tre­te­rin­nen und Medi­en­ver­tre­tern, die über das Trei­ben der rech­ten Sze­ne berich­ten. Und es blieb nicht die ein­zi­ge ihrer Art. Im All­tag ist der Druck auf Jour­na­lis­ten noch höher. Sie erhal­ten Todes­dro­hun­gen, auf ihre Woh­nun­gen wer­den Angrif­fe ver­übt – so berich­te­te es unser Autor David Jan­zen in einer Repor­ta­ge. Und er ist nicht allein. Drei Autoren, die im Bereich Rechts­ex­tre­mis­mus recher­chie­ren, haben für den Stö­rungs­mel­der auf­ge­schrie­ben, wie es ist, im Faden­kreuz der Sze­ne zu ste­hen. (…) Seit wir 2017 beim Baye­ri­schen Rund­funk mit den Kol­le­gen der Nürn­ber­ger Nach­rich­ten ein Recher­che­team zum NSU-Kom­plex und den Ver­bin­dun­gen in die baye­ri­sche Sze­ne gegrün­det haben, häu­fen sich Schmie­re­rei­en und Graf­fi­tis in der Nähe mei­ner Woh­nung. Mir wird dort mit einem „Haus­be­such“ gedroht. Die Rechts­ex­tre­men wol­len damit offen­sicht­lich ver­mit­teln, dass sie wis­sen, wo ich woh­ne, mir das Gefühl geben, jeder­zeit könn­te etwas pas­sie­ren. (…) Wäh­rend mei­ner Bericht­erstat­tung über den NSU-Pro­zess in Mün­chen externer Link mach­te mir das vor Jah­ren ein Mann deut­lich, der einst Kon­takt­per­son der NSU-Grup­pe war und heu­te für die AfD im Chem­nit­zer Stadt­rat sitzt. 2015 beglei­te­te er einen Zeu­gen aus der Chem­nit­zer Neo­na­zi­sze­ne zum Ver­fah­ren und setz­te sich in den Zuschau­er­raum. Als er ging, beug­te er sich zu mir und raun­te mir mit dem Zusatz „Alles klar?“ mei­ne Adres­se zu. Nicht nur ich, son­dern alle umsit­zen­den Jour­na­lis­ten ver­stan­den den Hin­weis gleich: Wir wis­sen, wo du wohnst, pass auf, was du schreibst! Ich habe den Sach­ver­halt damals ange­zeigt, damit er schrift­lich fest­ge­hal­ten ist, für den Fall, dass wirk­lich etwas pas­siert. (…) Ein Schlag mit einer Fla­sche auf den Kopf im säch­si­schen Ost­ritz – Ver­fah­ren ein­ge­stellt, Täter nicht ermit­tel­bar. Ein Fla­schen­wurf gegen mei­nen Kopf in Chem­nitz – wegen unüber­sicht­li­cher Lage gar nicht erst ange­zeigt. Schlag gegen Kame­ra und Unter­arm in Wur­zen – Ermitt­lun­gen lau­fen. Immer wie­der gehen Neo­na­zis so rabi­at gegen mich vor…“ Arti­kel von Jonas Mil­ler, Jens Eumann und Hen­rik Mer­ker vom 11.12.2019 im Stö­rungs­mel­der-Blog bei der Zeit online externer Link
  • Auf­ruf zu anti­de­mo­kra­ti­schem Han­deln: Jim­do löscht AfD-Mel­de­por­tal gegen Jour­na­lis­ten 
    Der Ham­bur­ger Web­sei­ten-Bau­kas­ten Jim­do hat eine von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten der AfD ein­ge­rich­te­te Web­site gelöscht. Dar­auf war zur Mel­dung von „lügen­den“ und „mani­pu­lie­ren­den“ Jour­na­lis­ten auf­ge­ru­fen wor­den. „Doku­men­tie­ren Sie mit uns die schlimms­ten Lügen und Mani­pu­la­tio­nen der Hal­tungs­re­dak­tio­nen und schi­cken Sie sie – garan­tiert anonym und kom­plett ver­trau­lich – an die­se E‑Mail-Adres­se.“ Unter ande­rem die­se Auf­for­de­rung fin­det sich auf dem Mel­de­por­tal der AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Petr Bystron, Uwe Schulz, Nico­le Höchst und Udo Hem­mel­garn. (…) Offen­bar sieht Hen­ze in der Auf­for­de­rung zur geziel­ten und anony­men Mel­dung von Jour­na­lis­ten einen Ver­stoß gegen die Richt­li­ni­en des Unter­neh­mens. So wol­le er sich an einem Angriff auf die Pres­se­frei­heit nicht betei­li­gen. Laut dpa teil­te der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Petr Bystron mit, dass von ihm und drei wei­te­ren AfD-Abge­ord­ne­ten initi­ier­te Mel­de­por­tal sei für Jour­na­lis­ten, die „Fake­news, Mani­pu­la­ti­on und ein­sei­ti­ge Bericht­erstat­tung satt­ha­ben“. Die Kri­tik Hen­zes weist Bystron zurück. Vor allem den Vor­wurf „anti­de­mo­kra­ti­schen Han­delns“ sehe er nicht, das Gegen­teil sei der Fall. Das „Aus­stei­ger­pro­gramm für Main­stream-Jour­na­lis­ten“ sei über­dies inzwi­schen auf einen ande­ren Ser­ver aus­ge­wi­chen. Der Deut­sche Jour­na­lis­ten-Ver­band DJV wer­tet das Mel­de­por­tal als Pro­vo­ka­ti­on externer Link gegen den kri­ti­schen Jour­na­lis­mus…” Mel­dung vom 02.12.2019 bei t3n externer Link
  • Angrif­fe auf die Fak­ten­check-Redak­ti­on von CORRECTIV. Hass­nach­rich­ten, Belei­di­gun­gen und Dro­hun­gen: Wie wir ange­grif­fen wer­den und wie wir uns gemein­sam dage­gen weh­ren kön­nen 
    „Pro­sti­tu­ier­te der Lügen­me­di­en“. „Lügen­me­di­en­nut­te“. „Berufs­lüg­ne­rin“. Sol­che Beschimp­fun­gen müs­sen wir uns im Fak­ten­check-Team fast täg­lich anhö­ren, weil wir Falsch­mel­dun­gen öffent­lich Fak­ten gegen­über­stel­len. Beson­ders unse­re Redak­teu­rin­nen wer­den nicht nur in pri­va­ten Nach­rich­ten, son­dern auch öffent­lich beschimpft. Reich­wei­ten­star­ke Blogs ver­öf­fent­li­chen ihre Namen, teil­wei­se mit Foto, und prä­sen­tie­ren sie der Leser­schaft als Feind­bild. Aus Belei­di­gung wer­den schnell Dro­hun­gen. (…) Vie­le Redak­tio­nen erhal­ten Hass­nach­rich­ten und Dro­hun­gen, auch die Fak­ten­che­cker von CORRECTIV. Das liegt an unse­rer Arbeit: Wir durch­su­chen das Netz sys­te­ma­tisch nach Falsch­mel­dun­gen, die wir dann in Fak­ten­check-Arti­keln rich­tig stel­len. Die The­men sind oft kon­tro­vers. Die Hass­nach­rich­ten fol­gen in Wel­len. An man­chen Tagen bleibt es still, an ande­ren ist das Post­fach voll. (…) Aber jeder Hass­kom­men­tar, jeder ver­ach­ten­de Arti­kel über uns, ist auch ein Zei­chen, dass wir etwas errei­chen. Wir ertra­gen die­se Belei­di­gun­gen und Bedro­hun­gen, weil wir dar­an glau­ben, dass gesell­schaft­li­cher Dia­log nur auf Basis von Fak­ten und Auf­klä­rung funk­tio­nie­ren kann. Het­ze gegen Geflüch­te­te und Aus­län­der, das Leug­nen des Kli­ma­wan­dels, das sind nur zwei der The­men, über die Web­sei­ten und Blogs gezielt Des­in­for­ma­ti­on ver­brei­ten. Die Fak­ten­check-Redak­ti­on von CORRECTIV recher­chiert, was stimmt und was nicht. Und wir sind damit sehr erfolg­reich. Für die Sei­ten, die Falsch­mel­dun­gen und Des­in­for­ma­ti­on ver­brei­ten, ist unse­re Arbeit unter­des­sen zu einer enor­men Bedro­hung gewor­den. Wenn wir Bei­trä­ge einer Web­sei­te mehr­fach als falsch ein­stu­fen, sinkt die Reich­wei­te der Sei­ten bei Face­book. Weil Face­book einer der wich­tigs­ten Ver­brei­tungs­ka­nä­le für Popu­lis­ten, Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, Impf­leug­ner, Reichs­bür­ger und Des­in­for­man­ten ist, ver­lie­ren sie deut­lich an Lesern…“ Bei­trag vom 27.11.2019 bei Cor​rek​tiv​.org externer Link

  • [Han­no­ver am 23.11.19]: Poli­zei­di­rek­ti­on Han­no­ver ver­bie­tet NPD-Demo – NPD stellt Eil­an­trag gegen Demo-Ver­bot – Gegen­de­mo “Journalist*innen gegen Nazis ver­tei­di­gen” fin­det statt – Berich­te 
    Die rechts­ex­tre­me NPD wehrt sich mit recht­li­chen Schrit­ten gegen das von der Poli­zei­be­hör­de ver­häng­te Demons­tra­ti­ons­ver­bot. Die NPD hat einen Eil­an­trag sowie eine Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver ein­ge­reicht. Das berich­tet NDR 1 Nie­der­sach­sen. Über den Eil­an­trag will die zustän­di­ge 10. Kam­mer des Gerichts gegen Mit­tag ent­schei­den, teil­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver am Vor­mit­tag mit. Bei der Lan­des­pres­se­kon­fe­renz sag­te Poli­zei­prä­si­dent Vol­ker Klu­we, dass das Gericht die Poli­zei­di­rek­ti­on auf­ge­for­dert habe, bis zum Mit­tag zum Eil­an­trag der NPD Stel­lung zu neh­men. Klu­we mach­te noch ein­mal deut­lich, dass sei­ne Behör­de das Ver­bot auch mit der Gefähr­dung der Pres­se­frei­heit begrün­de. Unter ande­rem wer­de von Rechts­ex­tre­men der Ver­such unter­nom­men, durch psy­chi­sche Gewalt Jour­na­lis­ten ein­zu­schüch­tern. (…) Ges­tern hat­te die Poli­zei­di­rek­ti­on Han­no­ver eine für Sonn­abend ange­mel­de­te Kund­ge­bung der NPD ver­bo­ten. Brit­ta Schwarz, Spre­che­rin der Behör­de, sag­te dem NDR am Don­ners­tag­abend, Gefah­ren für Drit­te und auch für die Pres­se­frei­heit sei­en nicht aus­zu­schlie­ßen gewe­sen. Zuvor hat­te das Innen­mi­nis­te­ri­um mit­ge­teilt, dass “Erkennt­nis­se über Akti­vi­tä­ten in sozia­len Medi­en ein aggres­si­ves Bild der geplan­ten Ver­samm­lung zeich­ne­ten”. (…) Eben­falls am Don­ners­tag hat­te das Akti­ons­bünd­nis “bunt statt braun”, dem unter ande­rem die Gewerk­schaft ver.di ange­hört, zu einer Gegen­de­mons­tra­ti­on auf­ge­ru­fen. Erwar­tet wer­den rund 2.000 Teil­neh­mer, sag­te ein ver.di-Sprecher dem NDR in Nie­der­sach­sen. Die Kund­ge­bung wer­de auf jeden Fall statt­fin­den…” Mel­dung vom 22.11.2019 beim NDR externer Link, sie­he dazu:
    • 7500 für die Pres­se­frei­heit: Brei­tes Bünd­nis pro­tes­tier­te in Han­no­ver gegen einen Auf­marsch der NPD 
      “… Ins­ge­samt nah­men laut Poli­zei­an­ga­ben 120 Men­schen an der Demons­tra­ti­on der NPD in Han­no­ver teil. Nach nd-Schät­zun­gen waren es höchs­tens 100. Die Demons­tra­ti­on rich­te­te sich gegen »die GEZ und Feld­mann«, ein frei­er Jour­na­list des NDR. Min­des­tens 7500 Men­schen betei­lig­ten sich am Sams­tag an den Gegen­pro­tes­ten. Sie hat­ten eige­ne Kund­ge­bun­gen und Demons­tra­ti­ons­zü­ge ange­mel­det, ande­re stell­ten sich den Neo­na­zis am Ran­de von deren Auf­takt­kund­ge­bung und Lauf­stre­cke ent­ge­gen. (…) Mit einem Auf­ruf »Schützt die Pres­se­frei­heit« hat­ten sich in der ver­gan­ge­nen Woche mehr als 500 Jour­na­lis­ten und ande­re Ein­zel­per­so­nen, Ver­bän­de und Redak­tio­nen hin­ter ihre Kol­le­gen gestellt. An einer Demons­tra­ti­on unter dem Mot­to »Bunt statt Braun« betei­lig­ten sich unter ande­rem Gewerk­schaf­ten wie ver.di und die GEW. Auch Fah­nen der Grü­nen und der Jusos waren zu sehen. Unter den rund 7000 Teil­neh­mern waren auch der nie­der­säch­si­sche Minis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weill, Innen­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us und der neu ins Amt gewähl­te Ober­bür­ger­meis­ter von Han­no­ver Belit Onay. (…) Par­al­lel zur Abschluss­kund­ge­bung star­te­te die NPD ihre Demons­tra­ti­on. Kurz dar­auf wur­de sie von Gegen­de­mons­tran­ten am Wei­ter­lau­fen gehin­dert. Die Blo­cka­de wur­de jedoch bald von der Poli­zei auf­ge­löst. Am Sitz des NDR hielt die NPD eine Zwi­schen­kund­ge­bung ab. Red­ner war unter ande­rem der »Volks­leh­rer« Niko­lai Ner­ling aus Ber­lin, der eine »gesun­de Gemein­schaft« anmahn­te und die »Abgrenze­ri­tis«, auch zwi­schen AfD und NPD, kri­ti­sier­te. Einem Red­ner hat­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt unter­sagt zu spre­chen. Ver­mut­lich han­delt es sich dabei um NPD-Bun­des­vi­ze Thors­ten Hei­se, der dem Jour­na­lis­ten Juli­an Feld­mann bei einer vori­gen Gele­gen­heit mit den Wor­ten droh­te: »Der Revol­ver ist gela­den«.Bericht von Johan­na Treb­lin vom 23.11.2019 beim ND online externer Link, sie­he dazu:
      • 23.11.2019 – Han­no­ver – Demons­tra­ti­on gegen einen Auf­marsch der NPD in Han­no­ver „Bunt statt Braun!“ – NPD-Auf­marsch „Schluss mit steu­er­fi­nan­zier­ter Het­ze!“
        Am 23.11.2019 sind in Han­no­ver über 8.000 Men­schen auf die Stra­ße gegan­gen, um ein Zei­chen gegen Neo­na­zis, Rechts­po­pu­lis­mus und zuneh­men­den Rechts­ruck in der Gesell­schaft zu set­zen…” Bil­der­ga­le­rie von PM Che­ung bei Flickr externer Link
      • Han­no­ver: Shit­s­torm für Tweets bei NPD-Demo – jetzt reagiert die Poli­zei!
        Tweets der Poli­zei Han­no­ver wäh­rend der NPD-Demo sor­gen der­zeit für Wir­bel im Netz. Es geht dabei um die poli­zei­li­che Reak­ti­on auf die Ver­mum­mung eini­ger Neo­na­zis wäh­rend der Demo am Sams­tag. In einem viel­dis­ku­tier­ten Tweet aus Han­no­ver heißt es, die Poli­zei­be­am­ten hät­ten mit den ver­mumm­ten Per­so­nen gespro­chen. „Dem­nach dien­te die Ver­mum­mung nicht zur Ver­hin­de­rung der Iden­ti­täts­fest­stel­lung“, so die Poli­zei bei Twit­ter. Somit sei den Kol­le­gen nach dem Nie­der­säch­si­schen Ver­samm­lungs­ge­setz kei­ne recht­li­che Hand­ha­be gege­ben, dar­über hin­aus sei­en kei­ne Stö­run­gen erkenn­bar gewe­sen. Auf Nach­fra­ge, was die Neo­na­zis der NPD den Beam­ten erzählt hät­ten, wozu die Ver­mum­mung denn genau die­ne, ant­wor­te­te die Poli­zei Han­no­ver bei Twit­ter: „Die Teil­neh­mer gaben an, dass sie nicht auf Bil­dern der Medi­en­ver­tre­tern erkenn­bar sein woll­ten.“ (…) Ihren Tweet recht­fer­tig­te die Poli­zei Han­no­ver am Sonn­tag gegen­über new​s38​.de: „Sie (die Demons­tran­ten) erwi­der­ten, dass die­se aus­schließ­lich dem Schutz der Iden­ti­tät vor unge­woll­ter Ver­öf­fent­li­chung von Por­trait­auf­nah­men durch die die Ver­samm­lung beglei­ten­den Pres­se­ver­tre­ter dient.“ Die Gesamt­ein­satz­lei­tung der Poli­zei habe dar­auf­hin ent­schie­den, die Befrei­ung der Ver­samm­lungs­teil­neh­men­den vom Ver­mum­mungs­ver­bot nicht auf­zu­he­ben…” Bei­trag vom 24.11.2019 bei new​s38​.de externer Link
      • Und die Berich­te auf Twit­ter unter #h2311
    • Demo am 23.11.19 in Han­no­ver: Journalist*innen gegen Nazis ver­tei­di­gen 
      “… die NPD will am kom­men­den Sonn­abend, 23. Novem­ber, in Han­no­ver gegen Pres­se­frei­heit und Rund­funk­bei­trä­ge demons­trie­ren. Ihr Ziel: drei NDR-Kol­le­gen und wei­te­re Journalist*innen, die kri­tisch über sie berich­tet haben. Die Demo soll sich auch gegen den NDR rich­ten, der die Bei­trä­ge sei­ner Mit­ar­bei­ter ver­öf­fent­lich­te. Am Don­ners­tag­abend hat die Poli­zei­di­rek­ti­on die Nazi-Demo ver­bo­ten, weil ein Flug­blatt mit dem Titel “Rache für Karl” bekannt­ge­wor­den war. Mit Karl ist der im Herbst gestor­be­ne Karl M. (96) gemeint, der von einem NDR-Jour­na­lis­ten zu sei­nen Kriegs­ver­bre­chen befragt wor­den war. Weil die­ser und ande­re kri­ti­sche Berich­te den Rech­ten nicht gefie­len, rufen sie zur Demo gegen zehn nament­lich genann­te Journalist*innen auf. Gleich­zei­tig rich­tet sich ihr Auf­ruf auch gegen den NDR und Rund­funk­ge­büh­ren. Es wird erwar­tet, dass die NPD vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver Wider­spruch gegen die Ver­bots­ver­fü­gung ein­le­gen wird. Wie auch immer das gericht­lich aus­ge­hen mag, ver.di hält an der ange­kün­dig­ten Gegen­de­mo fest. Denn: Die per­sön­li­chen Bedro­hun­gen gegen demo­kra­ti­sche Journalist*innen und ihre Fami­li­en haben mit der Namens­nen­nung eine neue Dimen­si­on erreicht. Es soll ein Kli­ma der Angst und der Ein­schüch­te­rung geschaf­fen wer­den, das sich gegen die Pres­se­frei­heit und wei­te­re Grund­rech­te rich­tet. Immer häu­fi­ger nut­zen Neo­na­zis auch juris­ti­sche Mit­tel, um die Bericht­erstat­tung über sie zu ver­hin­dern. Selbst wenn ihre Kla­gen am Ende vor Gericht schei­tern, gelingt es ihnen so, die Pres­se zu behin­dern. Die­sen Neo­na­zis und ihren Ein­schüch­te­rungs­ver­su­chen stel­len wir uns ent­ge­gen!…” Auf­ruf der dju Nie­der­sach­sen-Bre­men externer Link – Die zen­tra­le Demons­tra­ti­on des Bünd­nis­ses “bunt statt braun” beginnt um 13.30 Uhr am Ste­phans­platz und endet um 15 Uhr am Aegi­dien­tor­platz, wo der neu­ge­wähl­te Ober­bür­ger­meis­ter von Han­no­ver, Belit Onay (Grü­ne), spre­chen wird.
    • Neo-Nazis rufen zur Demo gegen Jour­na­lis­ten auf
      Text und Video des Bei­trags von Lea Struck­mei­er in der NDR-Sen­dung ZAPP vom 20.11.2019 externer Link
    • Gegen wel­che Jour­na­lis­ten Nazi-Ban­den mobi­li­sie­ren ist auch klar. Und zu „gegen wel­che nicht“ gibt es kei­ne Mel­dun­gen… Auf­ruf des Netz­werks Recher­che zur Gegen­ak­ti­on 
      „… Rechtsextremist*innen, die gezielt gegen öffent­lich-recht­li­che Medi­en und einen Jour­na­lis­ten het­zen und sogar eine Demo dazu anmel­den, das emp­fin­den in Nie­der­sach­sen vie­le Men­schen als kras­se Grenz­über­schrei­tung. Am kom­men­den Sams­tag pla­nen meh­re­re Gewerk­schaf­ten und anti­fa­schis­ti­sche Initia­ti­ven gegen den ange­kün­dig­ten Marsch der NPD in Han­no­ver ver­schie­de­ne Aktio­nen. Es wer­den über 1.000 Gegen­de­mons­tran­ten erwar­tet. Seit Wochen hetzt die rechts­ex­tre­me Par­tei im Netz gegen den frei­en Mit­ar­bei­ter des NDR, Juli­an Feld­mann. Der Auf­ruf zur Kund­ge­bung rich­tet sich expli­zit gegen ihn: „Feld­mann in die Schran­ken wei­sen!“. Die­se Bedro­hung hat schon eine „neue Qua­li­tät“, sagt Feld­mann, der auch für das NDR-Maga­zin „Pan­ora­ma“ arbei­tet. Ein dort aus­ge­strahl­ter Bericht über den NS-Kriegs­ver­bre­cher Karl Mün­ter aus dem nie­der­säch­si­schen Nordstem­men hat­te in der rech­ten Sze­ne für Auf­re­gung gesorgt. Feld­mann hat­te das Inter­view gemein­sam mit zwei Kol­le­gen im Novem­ber 2018 geführt. Der damals 96-Jäh­ri­ge Mün­ter hat­te dar­in den Holo­caust rela­ti­viert und die Opfer eines SS-Mas­sa­kers ver­höhnt..“ – aus dem Bei­trag „Der Revol­ver ist gela­den“ von Andre­as Speit am 19. Novem­ber 2019 in der taz online externer Link zur aktu­el­len Mobi­li­sie­rung gegen Nazi-Ter­ror am Wochen­en­de. Sie­he dazu auch den Auf­ruf des Netz­werks Recher­che zur Gegen­ak­ti­on:
    • „Auf­ruf: Schützt die Pres­se­frei­heit!“ vom und beim Netz­werk Recher­che am 15. Novem­ber 2019 externer Link unter­streicht: „… Rechts­ex­tre­me has­sen Men­schen, die über ihre Ver­an­stal­tun­gen, Ver­ei­ne, Par­tei­en und Straf­ta­ten berich­ten. Die Kol­le­gen Juli­an Feld­mann, David Jan­zen und André Aden arbei­ten seit über zehn Jah­ren als freie Jour­na­lis­ten und sind, wie so vie­le, ins Faden­kreuz der brau­nen Sze­ne gera­ten. Der Hass auf die Kol­le­gen geht so weit, dass sie regel­mä­ßig Mord­dro­hun­gen erhal­ten. Ein hoch­ran­gi­ger Neo­na­zi-Kader sprach auf meh­re­ren Ver­an­stal­tun­gen über Juli­an Feld­mann und erwähn­te dabei einen Revol­ver, der schon bereit lie­ge. David Jan­zen wur­de von einem bekann­ten Braun­schwei­ger Neo­na­zi mit den Wor­ten “Heu­te Wal­ter [Lüb­cke, Anm. d. V.], mor­gen Jan­zen” bedroht. Die­sen Dro­hun­gen fol­gen Taten, auf Jan­zens Pri­vat­woh­nung gab es die­ses Jahr bereits meh­re­re Anschlä­ge. Von zahl­rei­chen Rechtsextremismus-Expert*innen sam­meln Neo­na­zis der­zeit Bil­der, öffent­li­che sowie pri­va­te Daten. In Tele­gram-Grup­pen der Sze­ne wur­de ein ent­spre­chen­der Auf­ruf ver­brei­tet. Offen­bar wird ein breit ange­leg­tes Doxxing vor­be­rei­tet, zum Scha­den der Kolleg*innen. Angrif­fe auf Journalist*innen und Ein­grif­fe in deren Pri­vat­le­ben sind mitt­ler­wei­le kei­ne Sel­ten­heit mehr. Bei Sze­ne-Ver­an­stal­tun­gen wer­den Journalist*innen regel­mä­ßig Opfer rech­ter Gewalt. Die NPD-Demons­tra­ti­on in Han­no­ver ist der nächs­te Schritt, um Kol­le­gen das Leben zur Höl­le zu machen. Auch neu­rech­te Kleinst­grup­pen orga­ni­sie­ren Angrif­fe auf die freie Bericht­erstat­tung. In zahl­rei­chen Tex­ten wer­den Journalist*innen ver­ächt­lich gemacht und denun­ziert. Kri­ti­sche Journalist*innen wer­den mit kos­ten­in­ten­si­ven Unter­las­sungs­er­klä­run­gen, Kla­gen und Anzei­gen über­zo­gen. Fotos von Kolleg*innen wer­den über Sze­ne-Medi­en gezielt ver­brei­tet und zur Mar­kie­rung poten­ti­el­ler Angriffs­zie­le benutzt…“ – mit­zeich­nen unter info@​netzwerkrecherche.​de (Labour­Net Ger­ma­ny hat bereits!)
    • Schützt die Pres­se­frei­heit!
      Gegen die frei­en Jour­na­lis­ten Juli­an Feld­mann, David Jan­zen und André Aden wol­len Hun­der­te Neo­na­zis am 23.11.2019 in Han­no­ver demons­trie­ren. Als Journalist*innen und Medi­en­schaf­fen­de ver­ur­tei­len wir die Dro­hun­gen und Anschlä­ge auf unse­re Kol­le­gen. Wir rufen mit dazu auf, sich an den Pro­tes­ten gegen die Demons­tra­ti­on zu betei­li­gen und for­dern Maß­nah­men zum Schutz der Pres­se­frei­heit. 450 Ein­zel­per­so­nen, 20 Ver­bän­de und 17 Redak­tio­nen haben den Auf­ruf bereits unter­zeich­net…” dju-Mel­dung vom 15. Novem­ber 2019 externer Link
    • Auf­ruf des Bünd­nis­ses “bunt statt braun” Han­no­ver zur externer Link Gegen­de­mo am 23.11.2019 um 13:30 auf dem Gei­bel­platz in Han­no­ver
  • Stra­te­gie der Ein­schüch­te­rung: Wenn Jour­na­lis­ten bedroht wer­den 
    “… „Wir töten dich“ stand im Juni an der Haus­tür des Jour­na­lis­ten David Jan­zen, der seit Jah­ren über die rech­te Sze­ne recher­chiert und zugleich Spre­cher des Braun­schwei­ger „Bünd­nis­ses gegen Rechts“ ist. Ein Auf­kle­ber führ­te die Poli­zei zu einer Grup­pe von Neo­na­zis. „Monitor“-Chef Georg Rest­le erhielt im Juli nach einem AfD-kri­ti­schen Kom­men­tar in den „Tages­the­men“ eine ver­schlüs­sel­te Mail mit einem Auf­ruf zum Mord an ihm. Zwei Mord­dro­hun­gen inner­halb kür­zes­ter Zeit: Wer­den Jour­na­lis­ten zuneh­mend zur Ziel­schei­be von extre­mis­ti­schen Gewalt­tä­tern? Frank Über­all, Vor­sit­zen­der des Deut­schen Jour­na­lis­ten-Ver­bands (DJV), sagt: „Aus unse­rer täg­li­chen Bera­tungs­ar­beit wis­sen wir: Bedro­hun­gen sind kei­ne Ein­zel­fäl­le. Es sind vie­le.“ Im Netz schla­gen die Wel­len bei The­men wie Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on hoch, Belei­di­gun­gen und Ver­leum­dun­gen gehö­ren seit Jah­ren zum All­tag. (…) Auch „Repor­ter ohne Gren­zen“ regis­trier­te für 2018 eine Zunah­me an gewalt­tä­ti­gen Angrif­fen auf Jour­na­lis­ten in Deutsch­land: Ins­ge­samt sei­en es 22 im Ver­gleich zu 16 im Vor­jahr gewe­sen. (…) Eine Umfra­ge bei ARD, ZDF, der RTL Group, ProSiebenSat1 sowie den Ver­la­gen Axel Sprin­ger und „Spie­gel“ ergab, dass die Medi­en­häu­ser regel­mä­ßig Straf­an­zei­gen stel­len – vor allem wegen Belei­di­gung. (…) Kon­kre­te Anga­ben mach­ten ledig­lich RBB, MDR und HR. Der RBB stell­te seit 2014 elf Straf­an­zei­gen wegen einer Bedro­hung oder wegen einer Kör­per­ver­let­zung, der MDR zehn Anzei­gen in die­sem Jahr, vier davon wegen Bedro­hung, beim HR waren es im Schnitt fünf Anzei­gen, nicht nur wegen Bedro­hung. Aber: „Bis­lang kam es zu kei­nem Pro­zess“, teil­te der HR mit. Und auch bei RBB und WDR lie­gen kei­ne Erkennt­nis­se über rechts­kräf­ti­ge Urtei­le vor. In drei der vier vom MDR ange­zeig­ten Bedro­hungs­fäl­le lau­fen die Ermitt­lun­gen noch, ein Ver­fah­ren sei ein­ge­stellt wor­den, erklär­te der Sen­der. Immer­hin macht das Pro­jekt „Ver­fol­gen statt nur löschen“ – 2017 auf Initia­ti­ve der Lan­des­an­stalt für Medi­en in Nord­rhein-West­fa­len ins Leben geru­fen – mitt­ler­wei­le in meh­re­ren Bun­des­län­dern Schu­le, etwa in Ber­lin, Bre­men und im Saar­land. Dabei koope­rie­ren Medi­en­häu­ser mit den Ermitt­lern der „Zen­tral- und Ansprech­stel­le Cybercrime Nord­rhein-West­fa­len“ und mel­den Hass­kom­men­ta­re und seit kur­zem auch Bedro­hun­gen gegen Ein­zel­ne. (…) Gleich­zei­tig hat die Gewalt­be­reit­schaft zuge­nom­men. Davon berich­ten nicht nur die Jour­na­lis­ten-Gewerk­schaf­ten. „Es gibt in den letz­ten drei Jah­ren einen kla­ren Trend: Bei rechts­ge­rich­te­ten Demos kommt es immer wie­der zu Zwi­schen­fäl­len, bei denen Repor­ter und Kame­ra­leu­te kör­per­lich atta­ckiert wer­den. Dabei muss man zuneh­mend auch mit Per­so­nen­schä­den rech­nen“, sagt Gun­nar Rechen­burg, Lei­ter des „Sicher­heits­ma­nage­ments Rei­se“ bei der Deut­schen Wel­le (DW), das die Rei­sen der Repor­ter vor­be­rei­tet und absi­chert…“ Arti­kel von Tho­mas Gehrin­ger vom 02.10.2019 beim MIGAZIN externer Link
  • Sechs Ver­ei­ni­gun­gen von Medi­en­schaf­fen­den im offe­nen Brief an Bun­des­in­nen­mi­nis­ter See­hofer: Sor­gen Sie für unse­re Sicher­heit! 
    Mel­dun­gen dar­über, dass Journalist*innen von Rechts­ex­tre­mis­ten bedroht wer­den, häu­fen sich. Sechs Ver­ei­ni­gun­gen von Medi­en­schaf­fen­den wen­den sich in einem offe­nen Brief an den Bun­des­in­nen­mi­nis­ter und for­dern ihn auf, Vor­keh­run­gen für ihre Sicher­heit zu tref­fen. Eine Ent­war­nung wegen ein­zel­ner ‚Todes­lis­ten‘ rei­che nicht. Die Pres­se­frei­heit ist ein Grund­pfei­ler unse­rer Demo­kra­tie. Doch immer mehr Kolleg*innen füh­len sich bedroht. Sie erle­ben in ihrem Arbeits­all­tag Hass, Anfein­dun­gen und Dro­hun­gen. Seit neu­es­tem ist bekannt, dass rechts­ex­tre­me Akteur*innen soge­nann­te ‚Todes­lis­ten‘ füh­ren. In Anbe­tracht der erwie­se­nen Tat­sa­che, dass Medi­en ein beson­de­res Feind­bild und Hass­ob­jekt vie­ler Rechts­ex­tre­mer sind, ist es unab­ding­bar, dass die Sicher­heit von Medi­en­schaf­fen­den gewähr­leis­tet wird, damit wir unse­ren Beruf unge­hin­dert aus­üben kön­nen. Den Sicher­heits­be­hör­den lie­gen Lis­ten mit Angriffs­zie­len vor. Die betrof­fe­nen Kolleg*innen sind jedoch nur in Ein­zel­fäl­len infor­miert wor­den. (…) Unter Beru­fung auf den Arti­kel 2 der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on – die Ver­pflich­tung des Staa­tes, Leben zu schüt­zen – for­dern wir das Innen­mi­nis­te­ri­um auf, für die Sicher­heit von Journalist*innen in die­sem Lan­de zu sor­gen. Laut Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te beinhal­tet es die Bring­schuld der Behör­den, prä­ven­ti­ve Maß­nah­men zu ergrei­fen, um eine iden­ti­fi­zier­te Per­son zu schüt­zen, deren Leben durch kri­mi­nel­le Akte einer ande­ren Per­son gefähr­det ist. Dazu zählt zum Bei­spiel eine unkom­pli­zier­te Aus­kunfts­sper­re für Pri­vat­adres­sen im Mel­de­re­gis­ter. In eini­gen Bun­des­län­dern müs­sen Medi­en­schaf­fen­de erst eine aku­te Gefahr für Leib und Leben nach­wei­sen, damit eine Aus­kunfts­sper­re erfolgt – doch dann könn­te es bereits zu spät sein, um sich zu schüt­zen…” Offe­ner Brief an Bun­des­in­nen­mi­nis­ter See­hofer vom 28. August 2019 bei der dju externer Link und bei den Neu­en deut­schen Medienmacher*innen externer Link und dazu:
    • Jour­na­lis­tin über rechts­ex­tre­me Lis­ten: „Kon­se­quent durch­grei­fen“
      Rechts­ex­tre­me sam­meln Infor­ma­tio­nen über ihre Geg­ner. Shei­la Mys­o­re­kar erklärt, war­um Orga­ni­sa­tio­nen von Innen­mi­nis­ter See­hofer Auf­klä­rung ver­lan­gen…” Inter­view von Dani­el Kret­sch­mar vom 28.8.2019 bei der taz online externer Link
    • Jour­na­lis­ten schrei­ben Offe­nen Brief an See­hofer „Pres­se ist Hass-Objekt von Rechts­ex­tre­men“
      Jour­na­lis­ten ste­hen häu­fig auf Fein­des­lis­ten von Neo­na­zis. Medi­en-Orga­ni­sa­tio­nen ver­lan­gen von Innen­mi­nis­ter See­hofer, mehr die Sicher­heit der Pres­se zu tun. Nach immer neu­en Berich­ten über Bedro­hun­gen von Jour­na­lis­ten durch Rechts­ex­tre­me haben Medi­en-Orga­ni­sa­tio­nen von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer Kon­se­quen­zen ver­langt. Sie for­dern zum einen, Betrof­fe­ne über mög­li­che Gefah­ren durch “Todes­lis­ten” oder “Fein­des­lis­ten” zu unter­rich­ten – und zum ande­ren, unkom­pli­zier­te Aus­kunfts­sper­ren im Mel­de­re­gis­ter zu ermög­li­chen. Die Orga­ni­sa­tio­nen, unter ihnen der Deut­sche Jour­na­lis­ten­ver­band, die zu Ver­di gehö­ren­de Deut­sche Jour­na­lis­ten-Uni­on und die Neu­en deut­schen Medi­en­ma­cher, rich­ten einen umfang­rei­chen Fra­gen­ka­ta­log an die CSU-Poli­ti­ker: Kön­ne er ver­si­chern, dass jede Per­son, deren Name auf sol­chen Lis­ten ste­he, auf Anfra­ge Aus­kunft dar­über und Emp­feh­lun­gen für ihre Sicher­heit erhal­te, wird in dem Offe­nen Brief gefragt. “Wer­den Ein­zel­per­so­nen pro­ak­tiv infor­miert, falls kon­kre­te Lebens­ge­fahr besteht?” Auch nach der Gefähr­dung von Jour­na­lis­ten-Orga­ni­sa­tio­nen erkun­di­gen sich die Unter­zeich­ner des Schrei­bens, zu denen auch Kraut­re­por­ter, das Netz­werk Recher­che und das Kol­lek­tiv “Peng!” gehö­ren…” Arti­kel von Mat­thi­as Meis­ner vom 28.8.2019 beim Tages­spie­gel online externer Link
    • Sie­he dazu auch unser Dos­sier: Fein­des­lis­ten der Rechts­ex­tre­men: »Baga­tel­li­sie­rung von Sei­ten der Behör­den«
  • Mehr Dro­hun­gen von rechts gegen Jour­na­lis­ten /​Mord­dro­hung gegen Georg Rest­le 
    Gewalt, Mob­bing, Todes­dro­hun­gen: Jour­na­lis­ten, die über Rechts­ex­tre­mis­ten berich­ten, müs­sen eini­ges aus­hal­ten. Einem Jour­na­lis­ten­ver­band zufol­ge gibt es immer mehr Angrif­fe. Sinkt nach dem Mord an Regie­rungs­prä­si­dent Lüb­cke die Hemm­schwel­le wei­ter? Erst am Frei­tag wur­de bekannt, dass der West­deut­sche Rund­funk eine Straf­an­zei­ge gestellt hat – wegen einer Mord­dro­hung gegen Georg Rest­le, dem Lei­ter der WDR-Redak­ti­on “Moni­tor”. Rest­le hat­te am 11. Juli in einem Kom­men­tar für die “Tages­the­men” die AfD kri­ti­siert und sie als “par­la­men­ta­ri­schen Arm” der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung bezeich­net. “Das Schrei­ben ist dem Anschein nach dem rechts­ex­tre­men Spek­trum zuzu­ord­nen”, erklär­te eine WDR-Spre­che­rin. Ob der WDR Anzei­ge gegen Unbe­kannt oder eine Per­son gestellt hat und was genau der Inhalt des Droh­schrei­bens war, dar­über wur­de zunächst nichts bekannt. Die Mord­dro­hung gegen Rest­le ist kein Ein­zel­fall. Die meis­ten der Über­grif­fe auf Medi­en­schaf­fen­de sind dem rech­ten Spek­trum zuzu­ord­nen. Laut dem Euro­päi­schen Zen­trum für Pres­se- und Medi­en­frei­heit hat­ten im letz­ten Jahr von ins­ge­samt 26 Über­grif­fen 22 einen rechts­ex­tre­men Hin­ter­grund. Laut Cor­ne­lia Ber­ger, Geschäfts­füh­re­rin der Deut­schen Jour­na­lis­tin­nen- und Jour­na­lis­ten-Uni­on, gibt immer mehr Angrif­fe. In vie­len Fäl­len wer­de zu deut­lich här­te­ren Mit­teln gegrif­fen als noch vor ein paar Jah­ren…” Arti­kel von Jonas Schnei­der vom 21.07.2019 beim Baye­ri­schen Rund­funk externer Link
    • WDR stellt Straf­an­zei­ge wegen Mord­dro­hung
      Nach einer Mord­dro­hung gegen den Lei­ter der Redak­ti­on „Moni­tor“, Georg Rest­le, hat der WDR Straf­an­zei­ge erstat­tet. Das Schrei­ben ist dem Anschein nach dem rechts­ex­tre­men Spek­trum zuzu­ord­nen. WDR-Inten­dant Tom Buhr­ow: „Dass es eine Mord­dro­hung gegen einen unse­rer Jour­na­lis­ten gibt, ent­setzt und erschüt­tert mich. Wir tun alles, um unse­ren Kol­le­gen – wie alle ande­ren auch – zu schüt­zen und ihn zu unter­stüt­zen. Georg Rest­le ist ein aus­ge­zeich­ne­ter inves­ti­ga­ti­ver Jour­na­list, der die poli­ti­sche Land­schaft in Deutsch­land kri­tisch beglei­tet. Per­fi­de Droh­ge­bär­den die­ser Art wer­den uns nicht davon abhal­ten, unse­ren Job als Jour­na­lis­ten zu machen. Mei­nungs­frei­heit und Pres­se­frei­heit sind ein hohes Gut. Wer das nicht akzep­tiert, ist ein Feind der Demo­kra­tie.“…” WDR-Mit­tei­lung vom 19.7.2019 externer Link
  • Reso­lu­ti­on der Deut­schen Pres­se-Agen­tur: „Jour­na­lis­ten sind schüt­zens­wert“ 
    “Der Auf­sichts­rat der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa) hat in einer Reso­lu­ti­on externer Link Gewalt gegen Jour­na­lis­ten ver­ur­teilt und gleich­zei­tig bes­se­ren Poli­zei­schutz ein­ge­for­dert. Das Gre­mi­um beklagt in dem Text eine „mas­si­ve Zunah­me von per­sön­li­chen Anfein­dun­gen, ehr­ver­let­zen­den Beschimp­fun­gen und auch kör­per­li­chen Angrif­fen auf Bild­be­richt­erstat­ter und Repor­ter der Agen­tur ins­be­son­de­re in Ost­deutsch­land, aber auch in Regio­nen West­deutsch­lands“. Es habe sehr vie­le Anläs­se für die Reso­lu­ti­on gege­ben, sag­te dpa-Chef­re­dak­teur Sven Gös­mann im Dlf. Tät­li­che Angrif­fe auf dpa-Jour­na­lis­ten sei­en inzwi­schen „eine nahe­zu wöchent­li­che Erfah­rung“, vor allem im Osten Deutsch­lands. Gewalt­tä­ti­ge Demons­tra­tio­nen von Lin­ken und Rech­ten sei­en schon immer gefähr­lich gewe­sen. „Es gibt aber eine Ent­wick­lung, die seit vie­len Jah­ren so ist, dass der öffent­li­che Raum gene­rell von Gewalt erobert wird, spe­zi­ell im Umfeld von Demons­tra­tio­nen von Pegi­da, AfD und ande­ren rechts­ge­rich­te­ten Orga­ni­sa­tio­nen Deutsch­lands.“ (…) Gös­mann for­der­te von den Sicher­heits­be­hör­den, bei öffent­li­chen Ereig­nis­sen stär­ker als bis­her ein­zu­schrei­ten, um die im Grund­ge­setz garan­tier­te Frei­heit der Bericht­erstat­tung zu schüt­zen …“ Gespräch von Hen­ning Hübert mit Sven Gös­mann vom 06.12.2018 auf Deutsch­land­funk externer Link
  • Mes­ser­at­ta­cke auf Jour­na­lis­ten in Naum­burg
    Ein frei­er Mit­ar­bei­ter des Naum­bur­ger Tage­blatts wur­de Opfer eines Mes­ser­an­griffs durch Jugend­li­che. Dabei hat­te er Glück im Unglück. Sei­ne Zei­tung, das Naum­bur­ger Tage­blatt, schil­der­te ges­tern [Jugend­li­che atta­ckie­ren Naum­bur­ger: Mes­ser­stich in den Bauch und Hit­ler­gruß externer Link], was dem frei­en Mit­ar­bei­ter pas­sier­te. Am Frei­tag­abend stell­ten sich drei Jugend­li­che auf einem Super­markt­park­platz vor das Auto des Jour­na­lis­ten. “Einer spuckt Rich­tung Wagen und zeigt den Stin­ke­fin­ger”, heißt es in dem Bericht. Der Kol­le­ge “will wis­sen, war­um und läuft dem Trio hin­ter­her – was ihm zum Ver­häng­nis wird”. Als er die Grup­pe ein­holt, ver­sucht er, die Jugend­li­chen zur Rede zu stel­len, als ihm plötz­lich einer von ihnen in den Bauch schlägt. “Ein ande­rer zeigt den Hit­ler­gruß. Was er nicht bemerkt, ist, dass der Schlä­ger ein Mes­ser benutzt hat.” Er trägt eine sechs Zen­ti­me­ter lan­ge Stich­wun­de davon. Im Kran­ken­haus stel­len die Ärz­te fest, dass zum Glück kei­ne Orga­ne getrof­fen wur­den. Bewun­derns­wert ist der Mut des Kol­le­gen, der sich nicht ein­fach grund­los belei­di­gen las­sen will. Zu Recht hofft er dar­auf, dass die Poli­zei die Jugend­li­chen fasst. An Über­wa­chungs­ka­me­ras dürf­te vor dem Super­markt kein Man­gel bestan­den haben. Eine Mes­ser­at­ta­cke auf einen Jour­na­lis­ten ist kein Kava­liers­de­likt!“ Ein Kom­men­tar von Hen­drik Zör­ner vom 02.10.2018 im DJV-Blog externer Link

Der Bei­trag Immer mehr rech­te Über­grif­fe auf Jour­na­lis­ten erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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