[labournet:] Kommst Du mit ins Gefahrengebiet? Hamburg: Gipfel der G20 7./8. Juli 2017

Dossier

Kommst Du mit mir ins Gefahrengebiet? Gegen den G20-Gipfel am 7./8. Juli 2017 in HamburgAm 7. & 8. Juli ’17 fin­det mit­ten in Ham­burg ein G20-Gip­fel statt: geschützt von einem mas­si­ven Sicher­heits­ap­pa­rat tref­fen sich die Regieraungschef_​innen der reichs­ten und mäch­tigs­ten Staa­ten der Erde, die für eine auf Pro­fit­ma­xi­mie­rung aus­ge­rich­te­te Poli­tik ste­hen und die­se mit “Freihandels”-Verträgen wie CETA, TTIP, EPA & Co. ver­ewi­gen wol­len. Die glo­ba­len Fol­gen sind bru­ta­le sozia­le Ungleich­heit, Kli­ma­wan­del, Krie­ge, Flucht und Pre­ka­ri­tät. Doch wo sie sind, sind auch wir! Krea­tiv, viel­fäl­tig und mas­sen­haft wer­den wir unse­re Kri­tik auf die Stras­se tra­gen – seid dabei!” Aus dem Auf­ruf bei #NOG20_​2017 – Info­por­tal zu den Pro­tes­ten gegen G20-Gip­fel 2017 in Ham­burg vom 17. Sep­tem­ber 2016. Nun, nach dem Event sie­he Links zu Grund­in­fos am Ende des Dos­siers und zur Pres­se als Opfer unser Dos­sier: G20-Gip­fel in Ham­burg: Poli­zei­ge­walt gegen Pres­se­frei­heit sowie­zur juris­ti­schen Auf­ar­bei­tung das Dos­sier: G20-Pro­tes­te in Ham­burg: Kei­ne Ermitt­lun­gen gegen ver­mumm­te Poli­zis­ten – Beschwer­de und Straf­an­zei­ge dage­gen. Bleibt wich­tig: Spen­det für von Repres­si­on betrof­fe­ne Akti­vis­tIn­nen: Rote Hil­fe e.V.: IBAN: DE25 2605 0001 0056 0362 39, Spar­kas­se Göt­tin­gen, Stich­wort „G20“. Sie­he dazu:

  • Poli­zei Ham­burg löscht die bio­me­tri­sche Daten­bank zu G20: Die Poli­zei “ermit­tel­te” auf uner­laub­te Wei­se New
    “Was lan­ge wärt wird gut? Na ja, zumin­dest hat der Daten­schutz­be­auf­trag­te (DSB) der Han­se­stadt nun doch durch­set­zen kön­nen, dass die anläss­lich der Ermitt­lun­gen zu den G20-Aus­schrei­tun­gen mit Hil­fe einer Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware erstell­te bio­me­tri­sche Daten­bank nun­mehr gelöscht hat. Die Aus­ein­an­der­set­zung des DSB mit der Poli­zei geht bis in den Novem­ber 2017 zurück. Die Poli­zei hat­te ver­sucht aus hoch­ge­la­de­nen pri­va­ten Auf­nah­men, poli­zei­ei­ge­nen Vide­os sowie Bild- und Video­ma­te­ri­al von S‑Bahnstationen und aus den Medi­en per Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware Gesich­ter aller im Mate­ri­al fest­stell­ba­rer Per­so­nen auto­ma­tisch aus­zu­mes­sen und mit Hil­fe die­ser Infor­ma­tio­nen maschi­nen­les­ba­re Tem­pla­tes zu erstel­len. Schon damals hat­te der DSB die Poli­zei dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sie für die bio­me­tri­sche Ana­ly­se der Gesich­ter kei­ne hin­rei­chen­de Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge besit­ze, die der­ar­tig inten­si­ve Grund­rechts­ein­grif­fe zum wesent­li­chen Teil völ­lig unbe­tei­lig­ter Per­so­nen recht­fer­ti­gen könn­te. Auch eine Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg half nicht. Der DSB muss­te bis vor das OVG. War­um braucht man 2 Instan­zen für eine Selbst­ver­ständ­lich­keit? Die Daten­schüt­zer Rhein Main hat­ten schon vor über einem Jahr dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Ver­ar­bei­tung beson­ders sen­si­bler Daten, dazu gehö­ren bio­me­tri­sche Daten eines Men­schen, durch die DSGVO sehr enge Gren­zen gesetzt sind. Eine Ver­ar­bei­tung sol­cher Daten völ­lig Unbe­tei­lig­ter darf des­halb nie durch­ge­führt wer­den…. und wir haben über die Jah­re mehr als ein Dut­zend Arti­kel zu den G‑20 Aus­ein­an­der­set­zun­gen schrei­ben müs­sen …” Bei­trag vom 17. Sep­tem­ber 2020 von und bei der Akti­on ‘Frei­heit statt Angst’ externer Link
  • G20-Pro­tes­te in Ham­burg: Gericht ver­kennt Bedeu­tung von Camps für Ver­samm­lungs­recht. Ver­let­zung der Ver­samm­lungs­frei­heit durch Stadt und Poli­zei bleibt unge­rügt /​Attac prüft Beru­fung 
    Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg lässt die Ver­let­zung des Grund­rechts auf Ver­samm­lungs­frei­heit durch die Stadt Ham­burg und die Poli­zei wäh­rend der G20-Pro­tes­te 2017 unge­rügt: Die Richter*innen der ers­ten Instanz haben am Mitt­woch die Kla­ge von Attac und wei­te­ren Betrof­fe­nen gegen die zeit­wei­li­ge Ver­hin­de­rung und die Beschrän­kun­gen des Pro­test­camps im Alto­na­er Volks­park abge­wie­sen. Attac wird eine Beru­fung gegen das Urteil prü­fen, sobald die Urteils­be­grün­dung vor­liegt…” attac-Pres­se­mit­tei­lung vom 16.7.2020 externer Link
  • Elb­chaus­see-Urteil: 5 Ver­ur­tei­lun­gen bis zu 5 Jah­ren 
    • [G20-Elb­chausse-Urteil] »This is not jus­ti­ce, this is shit«
      “Das Urteil im G20-Elb­chausse-Pro­zess ist gefal­len: Gemes­sen am Plä­doy­er der Staats­an­walt­schaft ein guter Tag – gemes­sen an den Tat­vor­wür­fen ein schlech­ter. Sel­ten hat sich die oft dahin­ge­sag­te Paro­le »Gemeint sind wir alle« so real ange­fühlt wie bei der heu­ti­gen Urteils­ver­kün­dung im Elb­chaus­see-Pro­zess am Ham­bur­ger Land­ge­richt. Drei Jah­re nach den G20-Pro­tes­ten wer­te­te das Gericht die rei­ne Anwe­sen­heit der Ange­klag­ten beim mili­tan­ten Demons­tra­ti­ons­zug am 7. Juli 2017 in der Elb­chaus­see als »psy­chi­sche Bei­hil­fe« und sprach die Ange­klag­ten des schwe­ren Land­frie­dens­bruchs schul­dig. Dabei wur­de vier von fünf ange­klag­ten G20-Geg­nern kei­ne eigen­hän­di­ge Straf­tat vor­ge­wor­fen, einem fünf­ten zwei Stein- und zwei Fla­schen­wür­fe, bei denen nie­mand zu Scha­den gekom­men war. (…) Brit­ta Rabe vom Grund­rech­te­ko­mi­tee kri­ti­siert die Beweis­auf­nah­me: »Die wäh­rend des Pro­zes­ses zuta­ge geför­der­ten Vor­komm­nis­se wie die Mani­pu­la­ti­on von Zeu­gen­aus­sa­gen durch die Ankla­ge oder die Inter­ven­ti­on der Poli­zei beim Ein­satz der Feu­er­wehr in der Elb­chaus­see sind kei­ne ideo­lo­gisch zu dis­qua­li­fi­zie­ren­den For­de­run­gen einer Ver­tei­di­gung, son­dern soll­ten zen­tra­les gesell­schaft­li­ches Auf­klä­rungs­in­ter­es­se der Gip­fel­ta­ge sein. Das Urteil und sei­ne Begrün­dung ist ins­ge­samt nicht als gemä­ßigt zu bewer­ten, son­dern ergänzt die Ham­bur­ger Linie gegen Pro­tes­tie­ren­de gegen den G20.« (…) Drau­ßen vor dem Gericht harr­ten am Frei­tag indes etwa 200 Men­schen im Regen bei der Soli­da­ri­täts­kund­ge­bung aus und war­te­ten dar­auf, die ver­ur­teil­ten Akti­vis­ten in Emp­fang neh­men zu kön­nen. Nach Ende der Urteils­ver­kün­dung wur­den die­se mit einem war­men Applaus und Soli­da­ri­täts-Pla­ka­ten begrüßt. Loïc, der als ein­zi­ger der fünf Ange­klag­ten nach Rechts­kräf­tig­keit des Urteils erneut eine Haft­stra­fe antre­ten muss, trat an das Mega­fon und bedank­te sich für die Soli­da­ri­tät. Ob es für ihn und die Mit­an­ge­klag­ten bei dem heu­ti­gen Urteil bleibt, hängt davon ab, ob Revi­si­on ein­ge­legt wird. Für Loïc aber ist klar: »What hap­pen­ed today is no jus­ti­ce, this is shit!« Im Anschluss an die Urteils­ver­kün­dung setz­te die Soli­da­ri­täts­kund­ge­bung mit einer Demons­tra­ti­on den Pro­test gegen die Ham­bur­ger Jus­tiz und die irr­wit­zi­gen Urtei­le gegen die G20-Gegner*innen fort. Auch für Frei­tag­abend waren Pro­tes­te auf der Elb­chaus­see gegen Repres­si­on ange­kün­digt” Arti­kel von Cari­na Book vom 10. Juli 2020 bei ak – Zei­tung für lin­ke Debat­te & Pra­xis externer Link, sie­he auch:
    • Die Bilanz der Rich­te­rin: Fünf Teil­neh­mer der Pro­tes­te gegen den G20-Gip­fel 2017 zu Haft­stra­fen und Arbeits­ein­sät­zen ver­ur­teilt
      “Wäh­rend am Frei­tag im Straf­jus­tiz­ge­bäu­de am Ham­bur­ger Sie­ve­kings­platz die Rich­te­rin ihre Urteils­be­grün­dung vor­trug, for­der­ten drau­ßen Demonstrant*innen »Soli­da­ri­tät mit den G20-Gefan­ge­nen«. Am Land­ge­richt fiel das Urteil gegen fünf Ange­klag­te, die an einem Auf­marsch des »Schwar­zen Blocks« am 7. Juli 2017 im Rah­men der Pro­tes­te gegen den G20-Gip­fel in der Han­se­stadt teil­ge­nom­men hat­ten und über die Elb­chaus­see gezo­gen waren. Dabei kam es zu Brand­stif­tun­gen und Sach­be­schä­di­gun­gen. Geschätz­ter Scha­den: rund eine Mil­li­on Euro. Das Gericht ver­ur­teil­te den angeb­li­chen Haupt­tä­ter Loïc S. zu drei Jah­ren Haft wegen schwe­ren Land­frie­dens­bruchs in Tat­ein­heit mit Bei­hil­fe zur Brand­stif­tung, gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und tät­li­chen Angriffs auf Voll­stre­ckungs­be­am­te. Der Haft­be­fehl gegen den 24-jäh­ri­gen Fran­zo­sen wur­de auf­ge­ho­ben. Er hat bereits 16 Mona­te in Unter­su­chungs­haft geses­sen. Eine Flucht­ge­fahr bestehe auf­grund sei­ner fami­liä­ren Bin­dun­gen nicht, sag­te Rich­te­rin Anne Mei­er-Göring. Sie gehe davon aus, dass Loïc S. sei­ne Rest­stra­fe antre­ten wer­de. Ein 26-Jäh­ri­ger aus Hes­sen erhielt eine Haft­stra­fe von einem Jahr und fünf Mona­ten, ein 24-Jäh­ri­ger wur­de zu einem Jahr und drei Mona­ten ver­ur­teilt. Die Stra­fen der bei­den Hes­sen wur­den zur Bewäh­rung aus­ge­setzt. Zwei wei­te­re jun­ge Män­ner, eben­falls Hes­sen, müs­sen 20 Arbeits­stun­den erbrin­gen. Sie waren zur Tat­zeit noch min­der­jäh­rig. Daher ver­lief der Pro­zess teil­wei­se unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit, wohl aber auch, um Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen zu unter­bin­den. Die Ver­tei­di­ger hat­ten für alle Beschul­dig­ten Frei­spruch gefor­dert. (…) Dem­nächst wer­den die Vor­komm­nis­se am Ron­den­barg am Ham­bur­ger Volks­park juris­tisch auf­ge­ar­bei­tet. Obwohl dort vie­le Demons­tran­ten schwer ver­letzt wur­den, wer­den zahl­rei­che Teil­neh­mer eben jener Demo ange­klagt. (…) Bis­her kam es zu kei­ner Ankla­ge gegen Beam­te, denen Über­grif­fe gegen fried­li­che Demons­tran­ten und Unbe­tei­lig­te vor­ge­wor­fen wer­den.” Arti­kel von Rein­hard Schwarz vom 11.7.2020 in neu­es Deutsch­land online externer Link
    • G20-Pro­zes­se: Skan­dal­ur­teil bedeu­tet Angriff auf Grund­rech­te!
      “Am heu­ti­gen Frei­tag wur­de im Ham­bur­ger Elb­chaus­see-Pro­zess nach über ein­ein­halb Jah­ren das Urteil gefällt und die fünf ange­klag­ten Gip­fel­geg­ner ver­ur­teilt. (…) Schon im Ver­lauf des Ver­fah­rens war unüber­seh­bar gewor­den, dass es dem Gericht aus­schließ­lich um eine Ver­ur­tei­lung ging: offen­sicht­li­che Pfu­sche­rei­en bei den Ermitt­lun­gen, sys­te­ma­ti­sche Beweis­fäl­schun­gen sei­tens der SoKo „Schwar­zer Block“ und mani­pu­lier­te Zeug*innenaussagen rie­fen beim Gericht zwar Ver­är­ge­rung her­vor, führ­ten aber kei­nes­wegs zur sofor­ti­gen Ein­stel­lung des Ver­fah­rens. Die ange­klag­ten Akti­vis­ten selbst waren im Som­mer 2018 bei bru­ta­len Raz­zi­en von mar­tia­li­schen Poli­zei­kom­man­dos ver­haf­tet und nach Ham­burg in Unter­su­chungs­haft ver­schleppt wor­den, in der drei über vie­le Mona­te fest­ge­hal­ten wur­den; der fünf­te Betrof­fe­ne kam erst nach sech­zehn Mona­ten frei. „Durch die­sen poli­ti­schen Pro­zess, der lehr­buch­haft die Prin­zi­pi­en der poli­ti­schen Jus­tiz und den unbe­ding­ten staat­li­chen Ver­fol­gungs­wil­len zeigt, will der Staat erneut ein Exem­pel an G20-Geg­nern sta­tu­ie­ren, lin­ke Bewe­gun­gen dele­gi­ti­mie­ren und alle Aktivist*innen ein­schüch­tern“, merk­te Anja Som­mer­feld vom Bun­des­vor­stand der Roten Hil­fe e. V. an. „Indem Men­schen, die sich an einem Pro­test­zug betei­li­gen, aus ihrem Leben geris­sen, in Unter­su­chungs­haft genom­men und mit so offen­sicht­lich mani­pu­lier­ten Bewei­sen zu hohen Gefäng­nis­stra­fen ver­ur­teilt wer­den, sol­len ande­re Lin­ke davon abge­hal­ten wer­den, sich an poli­ti­schen Aktio­nen zu betei­li­gen.“ Abschlie­ßend füg­te Som­mer­feld hin­zu: „Mit die­sem Urteil wird der Kri­mi­na­li­sie­rung wei­te­rer Demons­tra­tio­nen Tür und Tor geöff­net. Aus der Wahr­neh­mung des Grund­rechts auf Ver­samm­lungs­frei­heit wird nach Ansicht des Gerichts die Mit­glied­schaft in einer kri­mi­nel­len Ban­de – Demons­tra­tio­nen sind damit also kein grund­ge­setz­lich geschütz­tes hohes Gut mehr, son­dern wer­den zur Bedro­hung und zur poten­zi­el­len Straf­tat erklärt. Ein sol­cher Angriff auf ele­men­ta­re Rech­te kann nicht hin­ge­nom­men wer­den, und es ist von größ­ter Bedeu­tung, dass die­ses Urteil in zwei­ter Instanz gekippt wird.“ Stel­lung­nah­me der Rote Hil­fe e.V. vom 10. Juli 2020 externer Link
    • “Elb­chaus­see-Aus­schrei­tun­gen: Fünf jun­ge Män­ner ver­ur­teilt”
      Drei Jah­re nach dem G20-Gip­fel in Ham­burg ist am Frei­tag das ers­te Urteil im Zusam­men­hang mit dem gewalt­tä­ti­gen Auf­marsch an der Elb­chaus­see gefal­len. Das Land­ge­richt ver­ur­teil­te die fünf Ange­klag­ten wegen Land­frie­dens­bruchs und Bei­hil­fe zu Brand­stif­tung. Der Haupt­an­ge­klag­te, ein 24-Jäh­ri­ger aus Frank­reich, bekam eine Haft­stra­fe von drei Jah­ren. Ein 26-Jäh­ri­ger aus Hes­sen erhielt ein Jahr und fünf Mona­te Haft auf Bewäh­rung, ein 24-jäh­ri­ger Hes­se eine Bewäh­rungs­stra­fe von einem Jahr und drei Mona­ten. Die bei­den ande­ren, zwei jun­ge Män­ner aus Hes­sen im Alter von 20 Jah­ren, müs­sen wegen Land­frie­dens­bruchs 20 Arbeits­leis­tun­gen erbrin­gen. Mit ihrem Urteil wür­de sie sicher bei­de Sei­ten ent­täu­schen, sag­te die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin. Sowohl den Staats­an­walt, der deut­li­che höhe­re Stra­fen ver­langt hat­te, als auch die Ver­tei­di­gung. Die hat­te auf Frei­spruch für die Män­ner plä­diert. Die Kam­mer kam zu dem Ergeb­nis, dass sie den­noch einen Land­frie­dens­bruch began­gen hät­ten. Der Auf­marsch sei von Anfang an nicht fried­lich und auf Ein­schüch­te­rung ange­legt gewe­sen, so die Rich­te­rin. Dem Staats­an­walt hielt sie ent­ge­gen, dass nicht alle Teil­neh­mer Gewalt­tä­ter gewe­sen sei­en, die eine Schnei­se der Ver­wüs­tung hin­ter­las­sen woll­ten. Er habe poli­ti­sche Stim­mung gemacht, kri­ti­sier­te die Rich­te­rin. Aber auch den Ange­klag­ten und deren Ver­tei­di­gung hielt sie ideo­lo­gi­sche Stim­mungs­ma­che vor. Die Welt, sag­te sie, sei durch die­sen Auf­marsch auf der Elb­chaus­see sicher kei­ne bes­se­re gewor­den. (…) Unter­stüt­zer der fünf Ange­klag­ten wol­len heu­te demons­trie­ren. Die Poli­zei spricht von einer “Pro­vo­ka­ti­on” der Sicher­heits­be­hör­den und der Anwoh­ner in Alto­na. Die Rou­te der soge­nann­ten “Anti­re­pres­si­ons­de­mo” ent­spricht genau der Rou­te, die die Ran­da­lie­rer vor drei Jah­ren genom­men hat­ten. Die Poli­zei rech­net heu­te mit 300 bis 500 Teil­neh­mern aus dem links­ex­tre­mis­ti­schen Spek­trum. Mit dabei sind auch Demons­tran­ten aus dem Aus­land…” NDR-Mel­dung vom 10.07.2020 externer Link
    • Katha­ri­na Schip­kow­ski twit­tert externer Link dazu: “Die Rich­te­rin spart nicht mit Kri­tik an poli­zei­li­chen Ermitt­lun­gen und poli­ti­scher Stim­mungs­ma­che durch die Staats­an­walt­schaft und den ers­ten Straf­se­nat des OLG. Deren The­se von einem para­mi­li­tä­ri­schen Auf­marschs in der #Elb­chaus­see sei eine Mär.”
    • detail­iert berich­tet auch Rote Hil­fe Frank­furt am Main externer Link
    • Sie­he für wei­te­re Kom­men­ta­re #Elb­chaus­see
    • G20-Demons­trant über Unter­su­chungs­haft: „Die ers­te Zeit ist schmerz­haft“
      Loïc S. ist ange­klagt, 2017 bei Kra­wal­len gegen den G20-Gip­fel in der Ham­bur­ger Elb­chaus­see gewe­sen zu sein. Ein Gespräch über Gerech­tig­keit…” Inter­view von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 10.7.2020 in der taz online externer Link
  • [Ver­hand­lung am 15. Juli] G20-Pro­tes­te in Ham­burg: Camp­ver­bot vor Gericht – Mas­si­ve Ver­let­zung der Ver­samm­lungs­frei­heit darf sich nicht wie­der­ho­len
    “Das glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­sche Netz­werk Attac wehrt sich gegen die mas­si­ve Ver­let­zung des Grund­rechts auf Ver­samm­lungs­frei­heit wäh­rend der G20-Pro­tes­te 2017 in Ham­burg. Dazu hat Attac 2018 mit wei­te­ren Klä­gern beim Ham­bur­ger Ver­wal­tungs­ge­richt Kla­ge gegen die zeit­wei­li­ge Ver­hin­de­rung und die Beschrän­kun­gen des Pro­test­camps im Alto­na­er Volks­park ein­ge­reicht. Am Mitt­woch steht die Ver­hand­lung an. „Von dem ver­spro­che­nen Fes­ti­val der Demo­kra­tie war Ham­burg wäh­rend des G20-Gip­fels im Jahr 2017 Licht­jah­re ent­fernt. Nicht genug damit, dass die Stadt­re­gie­rung gan­ze 38 Qua­drat­ki­lo­me­ter mit einem tota­lem Ver­samm­lungs­ver­bot zur demo­kra­tiefrei­en Zone­er­klär­te. Der dama­li­ge Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz und G20-Ein­satz­lei­ter Hart­mut Dud­de ver­such­ten auch mit allen Mit­teln, Schlaf- und Pro­test­camps sogar außer­halb der Sperr­zo­ne zu ver­hin­dern. Das zeigt, dass es ihnen weni­ger um den Schutz der Gipfelteilnehmer*innen ging, als dar­um, den Pro­test gegen die G20 aus der Stadt zu hal­ten“, sagt Maria Wahle­vom bun­des­wei­ten Attac-Koor­di­nie­rungs­kreis. Dirk Fried­richs, eben­falls Mit­glied im Attac-Koor­di­nie­rungs­kreis ergänzt: „Wer umstrit­te­ne Staats­chefs wie Trump, Putin, Erdo­gan und Xi Jin­ping ein­lädt, der steht auch in der Pflicht, Ver­samm­lun­gen dage­gen zu ermög­li­chen. Dazu gehö­ren auch Orte zum Essen und Schla­fen, ohne die Bürger*innen, die von aus­wärts anrei­sen, nicht an mehr­tä­ti­gen Pro­tes­te teil­neh­men kön­nen. Ein sol­cher Angriff auf poli­ti­sche Grund­rech­te wie 2017 in Ham­burg darf sich nicht wie­der­ho­len. Das klar­zu­stel­len ist auch drei Jah­re nach dem G20-Gip­fel­wich­tig.“…” Attac-Pres­se­mit­tei­lung vom 9. Juli 2020 externer Link zur Ver­hand­lung am 15. Juli, 11 Uhr, Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg, Raum 6.02, Gebäu­de Lübe­cker­tor­damm 4
  • Metho­den getes­tet: Drei Jah­re nach G‑20-Gip­fel in Ham­burg kein Ende der Pro­zess­wel­le gegen lin­ke Akti­vis­ten in Sicht /​Demos zum Urteil im Elb­chaus­see-Ver­fah­rens und dem 3. Jah­res­tag des G20-Gip­fels in Ham­burg 
    • Demos zum Urteil im Elb­chaus­see-Ver­fah­rens und dem 3. Jah­res­tag des G20-Gip­fels in Ham­burg
      • [Demo in Frankfurt/​M. am 9.7.20] United we stand!
        Demons­tra­ti­on in Frankfurt/​M. anläss­lich des bevor­ste­hen­den Urteils im Elb­chaus­see-Ver­fah­rens und dem 3. Jah­res­tag des G20-Gip­fels in Ham­burg am Don­ners­tag, 9. Juli 2020 – 19:00, sie­he den Auf­ruf externer Link
      • Ham­burg: Frei­tag 10. Juli: Urteil im Elb­chau­see-Pro­zess (G20) – 17:00 Uhr: Ange­mel­de­te Anti­re­pres­si­ons­de­mo: Es muss ein Zei­chen gesetzt wer­den! Soli­da­ri­tät mit den Ange­klag­ten im Elb­chaus­see-Pro­zess! Sie­he Auf­ruf und Infos bei United we stand externer Link
    • Metho­den getes­tet: Drei Jah­re nach G‑20-Gip­fel in Ham­burg kein Ende der Pro­zess­wel­le gegen lin­ke Akti­vis­ten in Sicht
      “… Für die exzes­si­ve Poli­zei­ge­walt vor und wäh­rend des G‑20-Gip­fels, die mit zahl­rei­chen Vide­os und Fotos doku­men­tiert ist, muss­te sich bis heu­te kein Beam­ter ver­ant­wor­ten. (…) Der offen­sicht­li­che Unwil­le der Jus­tiz, die Prüg­ler in Uni­form zur Rechen­schaft zu zie­hen, steht im schar­fen Kon­trast zur Straf­ver­fol­gung von Gip­fel­geg­nern, die mehr an einen Rache­feld­zug von Poli­zei und Jus­tiz erin­nert. Nach Zah­len, die die Staats­an­walt­schaft am Mon­tag gegen­über jun­ge Welt nann­te, sind bis zum Stich­tag 31. Mai 2020 Ver­fah­ren gegen 1.284 »iden­ti­fi­zier­te Beschul­dig­te« geführt wor­den und 1.666 gegen Unbe­kannt, von denen die meis­ten bereits ein­ge­stellt wur­den. Aus den Ver­fah­ren gegen nament­lich bekann­te Per­so­nen hät­ten sich 449 Ankla­gen und 76 Straf­be­feh­le erge­ben. 446 die­ser Ver­fah­ren sei­en bereits ein­ge­stellt wor­den. Bis heu­te wird mit rie­si­gen Auf­wand, mit gro­ßer Akri­bie und Aus­dau­er noch dem kleins­ten Ver­dacht nach­ge­gan­gen. (…) Am Frei­tag soll nach ein­ein­halb Jah­ren vor dem Land­ge­richt Ham­burg der soge­nann­te Elb­chaus­see-Pro­zess zu Ende gehen. Nach der Urteils­ver­kün­dung soll noch in die­sem Som­mer das Mam­mut­ver­fah­ren gegen ins­ge­samt 86 Ange­klag­te im »Ron­den­barg-Kom­plex« begin­nen. Bei­de Ver­fah­ren sind von über­ge­ord­ne­ter poli­ti­scher Bedeu­tung, weil sie über die Zukunft des Ver­samm­lungs­rechts ent­schei­den. Kei­nem der Ange­klag­ten im Ron­den­barg-Ver­fah­ren wer­den kon­kre­te Straf­ta­ten vor­ge­wor­fen. Wie im Elb­chaus­see-Pro­zess ver­tritt die Staats­an­walt­schaft die Ansicht, dass es sich nicht um eine Demons­tra­ti­on han­del­te, son­dern um eine »von vorn­her­ein auf Gewalt aus­ge­rich­te­te« Akti­on. Daher könn­ten allen Teil­neh­mern die aus dem Auf­zug began­ge­nen Straf­ta­ten zuge­rech­net wer­den. Soll­te die Staats­an­walt­schaft sich mit die­ser Rechts­auf­fas­sung durch­set­zen, wür­de das auf eine mas­si­ve Ein­schrän­kung der Ver­samm­lungs­frei­heit hin­aus­lau­fen. Jeder Demons­trant könn­te belangt wer­den, wenn irgend­wo aus dem Auf­zug Stei­ne flie­gen…” Arti­kel von Kris­ti­an Stemm­ler in der jun­gen Welt vom 7. Juli 2020 externer Link – da bekannt ist, dass sich auch als Demons­trant ver­klei­de­te Poli­zis­ten uner­kannt unter die Ver­samm­lungs­teil­neh­mer misch­ten, kann der flie­gen­de und die Poli­zei­ge­walt aus­lö­sen­de Stein übri­gens auch vom einem ver­klei­de­ten Poli­zis­ten stam­men. Vie­les spricht dafür, dass in Ham­burg eine aus­ge­klü­gel­te Agent-Pro­vo­ka­teur-Stra­te­gie gegen das Demons­tra­ti­ons­recht ange­wen­det wur­de.
  • [Soli­da­ri­täts­auf­ruf] G20-Mas­sen­pro­zes­se: 86 Ankla­gen – Aktu­el­les zu den „Ron­den­barg“- Ver­fah­ren
    “… Im Sep­tem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res ging die ers­te Ankla­ge­schrift an 19 Demonstrant*innen raus, die zum Zeit­punkt des Gip­fel­tref­fens in Ham­burg noch unter 21 Jah­re alt waren. Mitt­ler­wei­le ist die Zahl der Ange­klag­ten ins­ge­samt auf 86 Per­so­nen, ver­streut über das gesam­te Bun­des­ge­biet, gestie­gen. Auf­ge­teilt in 8 Ver­fah­rens­grup­pen, wer­den ihnen meh­re­re Straf­ta­ten wie schwe­rer Land­frie­dens­bruch, Angriff auf Voll­stre­ckungs­be­am­te, ver­such­te gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung und Bil­dung bewaff­ne­ter Grup­pen vor­ge­wor­fen – eini­ge die­ser Straf­ge­set­ze wur­den erst kurz vor dem Gip­fel ver­schärft. Mehr­jäh­ri­ge Haft­stra­fen ste­hen im Raum. Auf­grund der umfang­rei­chen Ankla­ge­schrift und der dar­in ent­hal­te­nen hohen Anzahl an Zeug*innen, haupt­säch­lich Polizist*innen, wird von einer Pro­zess­dau­er von min­des­tens einem, eher jedoch meh­re­ren Jah­ren aus­ge­gan­gen. Die Betrof­fe­nen wer­den wäh­rend die­ses Zeit­rau­mes wahr­schein­lich ein bis zwei Mal pro Woche in Ham­burg vor Gericht erschei­nen müs­sen. Für vie­le wird dies wegen der wei­ten Ent­fer­nung zum Wohn­ort weit­rei­chen­de sozia­len Kon­se­quen­zen wie Arbeits- und Aus­bil­dungs­platz­ver­lust und Tren­nung vom der­zei­ti­gen Umfeld, von Freund*innen und Fami­lie, mit sich brin­gen. Wann die Pro­zes­se los­ge­hen und mit wel­chen Grup­pen­ver­fah­ren begon­nen wird, ist bis­her nicht bekannt. Die Ankla­ge­schrif­ten selbst ähneln sich. Mit­hil­fe des Kon­strukts der „gemein­schaft­li­chen Tat“ wird eine Ver­ur­tei­lung ohne kon­kret indi­vi­du­el­len Straf­nach­weis anvi­siert. Die­se Vor­ge­hens­wei­se soll dem­nächst bereits beim Elb­chaus­see-Ver­fah­ren, des­sen Urteils­ver­kün­dung auf den 10. Juli 2020 datiert ist, durch­ge­setzt wer­den. Ähn­li­che Argu­men­ta­ti­ons­mus­ter gab es in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit auch bei Gerichts­ver­fah­ren zu Haus­be­set­zun­gen. (…) Nur mit prak­ti­scher Soli­da­ri­tät kön­nen wir die Ver­fah­ren in Ver­bin­dung mit kon­se­quen­ter Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rung zu einem Desas­ter für Poli­zei und Staats­an­walt­schaft machen…” Bei­trag von und bei gemein​schaft​lich​.noblogs​.org vom 4. Juli 2020 externer Link
  • Poli­zei­ge­walt beim G20: Kei­ne ein­zi­ge Ankla­ge 
    “Kein ein­zi­ger Poli­zist wur­de wegen Poli­zei­ge­walt beim G20-Gip­fel in Ham­burg ange­klagt. Die Straf­lo­sig­keit ist eine Bank­rott­erklä­rung des viel­be­schwo­re­nen Rechts­staats und ein Frei­brief für Täter:innen in Uni­form. Unmit­tel­bar nach dem G20-Gip­fel in Ham­burg tauch­ten dut­zen­de Vide­os, Fotos und Augen­zeu­gen­be­rich­te auf, in denen Fäl­le von mut­maß­lich rechts­wid­ri­ger Poli­zei­ge­walt doku­men­tiert sind. Die teil­wei­se bru­ta­len Vide­os lös­ten eine bun­des­wei­te Debat­te über Poli­zei­ge­walt aus. Drei Jah­re spä­ter sind die Ermitt­lun­gen so gut wie abge­schlos­sen. Die trau­ri­ge Bilanz: Von den 169 ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­ren, 133 davon wegen Kör­per­ver­let­zung im Amt, hat bis­lang kein ein­zi­ges zu einer Ankla­ge geführt. Täter:innen konn­ten oft­mals ent­we­der nicht iden­ti­fi­ziert wer­den oder die Ermitt­lungs­be­hör­den hiel­ten den Gewalt­ein­satz für gerecht­fer­tigt. Mitt­ler­wei­le sind 120 Ver­fah­ren ein­ge­stellt. Das geht aus den Ant­wor­ten auf eine Gro­ße Anfra­ge der Frak­ti­on der Lin­ken in Ham­burg her­vor. Der ein­zi­ge erlas­se­ne Straf­be­fehl rich­te­te sich gegen einen Poli­zei­be­am­ten, der einen ande­ren Poli­zei­be­am­ten am Fin­ger ver­letz­te. (…) Der Repu­bli­ka­ni­sche Anwalts­ver­ein (RAV) spricht bei der Auf­ar­bei­tung der Poli­zei­ge­walt beim G20-Gip­fel von einer „Far­ce“. Es sei­en kei­ne Ermitt­lun­gen, son­dern es gehe um die „umfas­sen­de Immu­ni­sie­rung der Poli­zei gegen jede Straf­ver­fol­gung“. Phil­ipp Krü­ger von Amnes­ty Inter­na­tio­nal nennt die bis­he­ri­ge Auf­ar­bei­tung „eine Bank­rott­erklä­rung des Rechts­staats“. Deniz Celik von der Frak­ti­on der Links­par­tei in Ham­burg sagt gegen­über netz​po​li​tik​.org, es sei „unfass­bar, dass nach wie vor kein ein­zi­ger Poli­zist ange­klagt wur­de.“ Die der­zei­ti­gen Struk­tu­ren zur Auf­ar­bei­tung und Ver­fol­gung von Poli­zei­ge­walt sei­en offen­bar völ­lig unge­eig­net. Das Signal, das von Ham­burg aus­geht, ist fatal: Polizist:innen kön­nen sich sicher sein, dass sie selbst in ein­deu­ti­gen Fäl­len kei­ne Straf­ver­fol­gung zu befürch­ten haben und dabei die Rücken­de­ckung der Poli­tik genie­ßen. Wäh­rend gegen mut­maß­li­che Gewalttäter:innen unter den Demons­trie­ren­den immer wie­der die „gan­ze Här­te des Rechts­staa­tes“ in Stel­lung gebracht wird, bleibt die­ser in der Ver­fol­gung von Straf­ta­ten von Polizist:innen win­del­weich und zahn­los…” Kom­men­tar von Mar­kus Reu­ter vom 30. Juni 2020 bei Netz​po​li​tik​.org externer Link
  • Kraft­voll und mit Schwung. G‑20-Pro­tes­te: Expo­li­zist droht wegen Dosen­wurfs Bewäh­rungs­stra­fe 
    “Am 6. Juli ist der drit­te Jah­res­tag der »Wel­co­me to Hell«-Demonstration, mit der die Pro­tes­te gegen den G‑20-Gip­fel in Ham­burg in ihre hei­ße Pha­se tra­ten. Das Tref­fen von Staats- und Regie­rungs­chefs im Som­mer 2017, zu dem rund 33.000 Poli­zei­be­am­te aus der gan­zen BRD und dem benach­bar­ten Aus­land zusam­men­ge­zo­gen waren, wird auch und vor allem wegen der exzes­si­ven Poli­zei­ge­walt bei die­ser Demo und an den Tagen danach in Erin­ne­rung blei­ben. Zu den Absur­di­tä­ten der juris­ti­schen Auf­ar­bei­tung des Gip­fels gehört: Ein ein­zi­ger Poli­zei­be­am­ter wur­de bis­her ange­klagt – der Münch­ner war pri­vat in Ham­burg gewe­sen und hat­te sei­ne Kol­le­gen am Ran­de der »Wel­co­me to Hell«-Demo aus Wut über ihr Vor­ge­hen von einer Fuß­gän­ger­brü­cke aus mit einer Bier­do­se bewor­fen. Für die­sen Wurf, der nie­man­den traf, for­der­te der Staats­an­walt am Frei­tag vor dem Amts­ge­richt Alto­na ein Jahr Haft auf Bewäh­rung für den Ange­klag­ten, wie die Nach­rich­ten­agen­tur dpa berich­te­te. Der 38jährige, der inzwi­schen aus dem Poli­zei­dienst aus­ge­schie­den ist und ein Medi­zin­stu­di­um auf­ge­nom­men hat, habe sich der ver­such­ten gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung und eines tät­li­chen Angriffs auf Voll­stre­ckungs­be­am­te schul­dig gemacht, so der Staats­an­walt. Es sei »ein sehr kraft­vol­ler Wurf mit sehr viel Schwung« gewe­sen, sag­te er. (…) In sei­nem Schluss­wort beklag­te der Ange­klag­te eine Vor­ver­ur­tei­lung in den Medi­en. Er räum­te ein: »Das war eine Scheiß­ak­ti­on, da sind wir uns alle einig.« Es gehö­re sich aber auch nicht, gegen die Teil­neh­mer einer Demons­tra­ti­on, dar­un­ter älte­re Men­schen und Kin­der, ohne Vor­ankün­di­gung mit dem Schlag­stock vor­zu­ge­hen, sag­te er mit Blick auf die »Wel­co­me to Hell«-Demo, die von der Poli­zei bru­tal auf­ge­löst wor­den war. Durch das Vor­ge­hen der Poli­zei ent­stand eine Panik in der Men­ge, die zwi­schen Häu­ser­wän­den und einer Flut­schutz­mau­er ein­ge­klemmt war. Das hät­te durch­aus zu Todes­op­fern füh­ren kön­nen. »Die­se Bil­der erschüt­tern mich bis heu­te«, sag­te der Ange­klag­te. Auch dies habe dazu bei­getra­gen, dass er den Dienst quit­tiert habe…” Arti­kel von Kris­ti­an Stemm­ler in der jun­gen Welt vom 27. Juni 2020 externer Link
    • Anm.: Der ehe­ma­li­ge Poli­zist hat mit sei­ner Kri­tik völ­lig recht: Nur weil nicht alle Demo­teil­neh­mer ihre Ver­mum­mung abnah­men – ein­schließ­lich eini­ger als Demons­trant ver­klei­de­te Poli­zis­ten – ant­wor­te­te die Poli­zei mit einem bru­ta­len, völ­lig unver­hält­nis­mäß­gen Vor­ge­hen gegen Demons­tran­ten. Dass die Gerich­te, nicht nur bei Ras­sis­mus, son­dern auch bei Mas­sen­pro­tes­ten wie in Ham­burg den Poli­zei­staat mehr ver­tei­di­gen als den Rechts­staat, scheint lei­der eine nicht zu leug­nen­de Tat­sa­che zu sein.
    • Frei­spruch für Ex-Poli­zis­ten nach Dosen­wurf bei G‑20-Demo
      “… Auf den Tag genau drei Jah­re nach sei­nem Bier­do­sen­wurf bei einer Demons­tra­ti­on gegen den G‑20-Gip­fel in Ham­burg ist ein ehe­ma­li­ger Poli­zist aus Mün­chen frei­ge­spro­chen wor­den. Dem 38-Jäh­ri­gen sei nicht nach­zu­wei­sen, dass er bei dem Wurf in Rich­tung Poli­zei bil­li­gend in Kauf genom­men habe, dass sei­ne dama­li­gen Kol­le­gen ver­letzt wer­den könn­ten, sag­te Rich­ter Rein­hard Kloß am Mon­tag bei der Ver­kün­dung des Urteils vor dem Amts­ge­richt Alto­na. Glei­ches gel­te für die eben­falls ange­klag­te 31 Jah­re alte Freun­din des Man­nes, die auch eine Dose gewor­fen hat­te. (…) “Dies ist kein Frei­spruch auf­grund erwie­se­ner Unschuld, son­dern Ergeb­nis des Rechts­grund­sat­zes in dubio pro reo (im Zwei­fel für den Ange­klag­ten)”, sag­te der Rich­ter. (…) Die Ange­klag­ten hat­ten aus­ge­sagt, dass sie damit ihren Unmut über den aus ihrer Sicht völ­lig über­zo­ge­nen Poli­zei­ein­satz zum Aus­druck brin­gen, aber nie­man­den tref­fen und ver­let­zen woll­ten. (…) Der Ange­klag­te hat­te ange­ge­ben, dass er sich pri­vat in Ham­burg auf­ge­hal­ten habe und sich die Demons­tra­ti­on anschau­en woll­te. Sei­ne dama­li­gen Kol­le­gen sei­en ohne Vor­ankün­di­gung mit Schlag­stö­cken auf die Demons­tran­ten los­ge­gan­ge­nen, sag­te er am vor­letz­ten Pro­zess­tag. “Die­se Bil­der erschüt­tern mich bis heu­te” und sie hät­ten dazu “bei­getra­gen, dass ich nicht mehr Poli­zei­be­am­ter sein woll­te und nicht mehr bin”.” Bericht vom 6. Juli 2020 von und bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link – ange­merkt sei dazu, dass die gan­zen Anzei­gen wegen Poli­zei­ge­walt, von denen kei­ne ein­zi­ge zur Ver­ur­tei­lung führ­te, auch kei­ne Frei­sprü­che “auf­grund erwie­se­ner Unschuld” sind!
  • Tag X – Gemein­schaft­li­cher Wider­stand. Dezen­tra­ler Akti­ons­tag gegen Repres­si­on am Sams­tag vor dem Pro­zess­auf­takt zu den G20-Pro­tes­ten am Ron­den­barg 
    In die­sem Jahr sol­len Mas­sen­pro­zes­se gegen Aktivist*innen begin­nen, die im Juli 2017 gegen das Tref­fen der G20 auf die Stra­ße gegan­gen sind. Die Staats­an­walt­schaft Ham­burg hat bereits gegen 37 Aktivist*innen rund um die Pro­tes­te am Ron­den­barg Ankla­ge erho­ben – min­des­tens drei poli­ti­sche Mas­sen­pro­zes­se ste­hen bevor. Ihnen wird die blo­ße Teil­nah­me an einer Demons­tra­ti­on zur Last gelegt. Des­we­gen wer­den sie unter ande­rem wegen „gemein­schaft­li­chem schwe­ren Land­frie­dens­bruch“ ange­klagt. Eine Ver­ur­tei­lung wür­de einen mas­si­ven Angriff auf das Ver­samm­lungs­recht bedeu­ten. Bun­des­weit rufen Grup­pen und Initia­ti­ven unter dem Mot­to „Gemein­schaft­li­cher Wider­stand“ zu Pro­tes­ten am Tag X, dem Sams­tag vor dem vor dem Pro­zess­auf­takt zu den G20-Pro­tes­ten am Ron­den­barg auf.” Ankün­di­gung auf der Akti­ons­sei­te externer Link und dazu:
    • »In sol­chen Fäl­len scheut der Staats­ap­pa­rat kei­ne Mühen«. Vor neu­en Mam­mut­pro­zes­sen zu Ham­bur­ger G‑20-Gip­fel: Akti­vis­ten pla­nen Pro­tes­te am »Tag X« 
      Im Inter­view von Kris­ti­an Stemm­ler bei der jun­gen Welt vom 3. Febru­ar 2020 begrün­det Gesi­ne Schwarz externer Link als Spre­che­rin der Kam­pa­gne »Gemein­schaft­li­cher Wider­stand« ihre Posi­ti­on: “… In Ber­lin wer­den wir eine Demo orga­ni­sie­ren. Neben der Repres­si­on gegen die G‑20-Pro­tes­te in Ham­burg sol­len die viel­fäl­ti­gen lin­ken Bewe­gun­gen the­ma­ti­siert wer­den, die immer wie­der mit staat­li­cher Unter­drü­ckung kon­fron­tiert sind: wie die Beset­zer der Borns­dor­fer Stra­ße in Ber­lin, gegen die aktu­ell Pro­zes­se lau­fen, oder auch das 129-b-Ver­fah­ren gegen die kur­di­sche Femi­nis­tin Yil­diz Aktas. Wir hof­fen, dass am »Tag X« bun­des­weit Aktio­nen statt­fin­den. (…) Am Mor­gen des 7. Juli 2017 wur­de in der Stra­ße Ron­den­barg ein Demons­tra­ti­ons­zug, der auf dem Weg zu Blo­cka­den von Pro­to­koll­stre­cken war, von der soge­nann­ten Beweis- und Fest­nah­me­ein­heit Blum­berg sowie von Was­ser­wer­fern ein­ge­kes­selt und ohne vor­he­ri­ge Durch­sa­ge bin­nen weni­gen Minu­ten bru­tal zer­schla­gen. Poli­zis­ten prü­gel­ten Demons­trie­ren­de mit den Wor­ten »Das ist euer Früh­stück, ihr Antifa­fot­zen!« eine hohe Mau­er her­un­ter. 14 Men­schen erlit­ten schwe­re Ver­let­zun­gen wie offe­ne Brü­che, ange­bro­che­ne Hals­wir­bel und blei­ben­de Schä­den – bis hin zur Arbeits­un­fä­hig­keit. Der Kom­men­tar eines Poli­zis­ten hier­zu: »Die ham­se ja schön platt­ge­macht alle.« (…) Kommt es auf die­ser Grund­la­ge zu Ver­ur­tei­lun­gen, ist das ein erneu­ter schwe­rer Angriff auf die Ver­samm­lungs­frei­heit. Die Staats­an­walt­schaft will die blo­ße Teil­nah­me an einer Demons­tra­ti­on kri­mi­na­li­sie­ren, ohne den ein­zel­nen Per­so­nen indi­vi­du­el­le Straf­ta­ten nach­zu­wei­sen. So soll Pro­test, ob gegen Gip­fel­tref­fen oder faschis­ti­sche Auf­mär­sche, künf­tig klein­ge­hal­ten wer­den. (…) Das Gan­ze soll den poli­ti­schen Pro­test gegen die herr­schen­de Poli­tik dele­gi­ti­mie­ren…”
    • [G20] Mit­ge­gan­gen, mit­ge­fan­gen? Michè­le Wink­ler über das Ron­den­barg­ver­fah­ren, in dem es um die Grund­fes­ten des Demons­tra­ti­ons­rechts gehen wird 
      Michè­le Wink­ler vom Grund­rech­te­ko­mi­tee im Gespräch mit Cari­na Book bei ak – ana­ly­se & kri­tik – zei­tung für lin­ke Debat­te und Pra­xis Nr. 656 vom 21. Janu­ar 2020 externer Link zum Ver­such der Kon­struk­ti­on einer Kol­lek­tiv­schuld bei der G20-Demons­tra­ti­on am 7. Juli 2017 beim Ron­den­barg­kom­plex: “… Der [Poli­zei-]Ein­satz zählt neben dem Angriff auf die Wel­co­me-To-Hell-Demo am Abend zwei Tage zuvor zu den bru­tals­ten wäh­rend des G20-Tref­fens in Ham­burg. Die erwähn­ten Straf­pro­zes­se lau­fen aber natür­lich gegen die nament­lich bekann­ten Demonstrant*innen, nicht etwa gegen die Poli­zei. (…) Zunächst mal ist es für die Betei­lig­ten aus Staats­an­walt­schaft, Sicher­heits­be­hör­den und Poli­tik wich­tig, bezüg­lich des Ron­den­barg­kom­ple­xes ihr Gesicht zu wah­ren. Die Situa­ti­on im Ron­den­barg zeigt sehr anschau­lich, wie bru­tal die Poli­zei über die gesam­ten Gip­fel­ta­ge agiert hat. Mit die­sem Mam­mut­pro­zess sol­len in gewis­ser Wei­se auch die­se Sze­nen von Poli­zei­ge­walt gerecht­fer­tigt wer­den. Der Pro­zess gegen Fabio V. war ein Desas­ter für Staats­an­walt­schaft und Poli­zei­füh­rung. Die Ankla­ge fiel in sich zusam­men. Es wur­de über­deut­lich, dass eine Art Schau­pro­zess statt­fand und dass die Kon­struk­te der Staats­an­walt­schaft nicht durch Fak­ten belegt wer­den konn­ten. Die gan­ze Bru­ta­li­tät des Ein­sat­zes wur­de in die Öffent­lich­keit gezerrt. Die nun anste­hen­den Pro­zes­se mit Ver­ur­tei­lun­gen abzu­schlie­ßen, wür­de der Erzäh­lung, dass die Poli­zei und die Lan­des­po­li­tik alles rich­tig gemacht hät­ten, öffent­lich ein Stück mehr Legi­ti­mi­tät ver­lei­hen. Es wird span­nend, wie Staats­an­walt­schaft und Poli­zei die Geschich­te des Ein­sat­zes im Gericht erzäh­len wer­den. (…) Vor allem aber ist der Pro­zess auch aus ver­samm­lungs­recht­li­cher Sicht von Bedeu­tung. Wenn sich die Staats­an­walt­schaft hier mit ihrem »Mitgegangen-Mitgefangen«-Konstrukt durch­setzt, dann hät­te das schlim­me Kon­se­quen­zen für die Ver­samm­lungs­frei­heit. Als Demonstrant*in könn­te ich dann künf­tig nicht mehr sicher sein, ob ich nicht im Nach­hin­ein für Taten von ande­ren bestraft wer­de. Das schreckt poten­zi­ell vie­le Men­schen ab, ihre Mei­nung auf die Stra­ße zu tra­gen. Damit geht ein Stück Demo­kra­tie ver­lo­ren. (…) Die Staats­an­walt­schaft behaup­tet, es habe sich nicht um eine Demons­tra­ti­on gehan­delt. Was bedeu­tet das für die Ver­hand­lung und für künf­ti­ge Fäl­le? Das behaup­tet die Staats­an­walt­schaft, weil sie nur so das BGH-Urteil anwen­den kann. Denn dar­in wur­den Demons­tra­tio­nen expli­zit aus­ge­nom­men, um das Ver­samm­lungs­recht nicht unzu­läs­sig zu beschnei­den. (…) Bis Ende 2019, also mehr als zwei Jah­re nach dem G20-Tref­fen, war kein ein­zi­ger Poli­zist ange­klagt wor­den. Zum 11. Okto­ber 2019 waren von 168 ein­ge­lei­te­ten Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Beamt*innen 107 bereits ein­ge­stellt. (…) Es offen­ba­ren sich die struk­tu­rel­len Pro­ble­me im Umgang mit Poli­zei­ge­walt: das schlich­te Negie­ren ihrer Exis­tenz; die sys­te­ma­ti­sche Täter-Opfer-Umkehr; die Nicht­iden­ti­fi­zier­bar­keit der Täter*innen; die feh­len­de Unab­hän­gig­keit der Ermitt­lun­gen gegen Polizeibeamt*innen und der feh­len­de Ver­fol­gungs­wil­le durch die Staats­an­walt­schaf­ten.” – da es hier aus­schließ­lich gegen “Links” geht, wird die­ser gan­ze Pro­zess auch zu einem Maß­stab dafür, wie weit sich bereits, neben Poli­tik und Exe­ku­ti­ve, auch die Judi­ka­ti­ve sich nach rechts ent­wi­ckelt hat und die Gefahr einer dik­ta­to­ri­schen Herr­schafts­form des Kapi­tals zuge­nom­men hat…
    • der Auf­ruf externer Link: “… Die Staats­an­walt­schaft Ham­burg hat nun auch gegen 37 Aktivist*innen rund um die Pro­tes­te am Ron­den­barg Ankla­ge erho­ben – min­des­tens drei poli­ti­sche Mas­sen­pro­zes­se ste­hen bevor. Am Mor­gen des ers­ten Gip­fel­ta­ges bra­chen hun­der­te Men­schen auf, um die Zufahrts­we­ge zum Aus­tra­gungs­ort zu blo­ckie­ren. Im Gewer­be­ge­biet Ron­den­barg atta­ckier­ten Poli­zei­ein­hei­ten ohne Vor­war­nung einen Demons­tra­ti­ons­zug. Bei die­sem Angriff wur­den 14 Demons­trie­ren­de schwer ver­letzt und muss­ten im Kran­ken­haus behan­delt wer­den. Bei eini­gen kam es zu blei­ben­den Ver­let­zun­gen, deren Behand­lung noch andau­ert. 59 wei­te­re Aktivist*innen wur­den fest­ge­nom­men. Fabio saß fast fünf Mona­te in Unter­su­chungs­haft. Gegen 19 soll das Ver­fah­ren auf­grund des dama­li­gen Alters unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit statt­fin­den. Ihnen wird gemein­schaft­li­cher schwe­rer Land­frie­dens­bruch, gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung, Wider­stand gegen und tät­li­cher Angriff auf Vollstreckungsbeamt*innen, Sach­be­schä­di­gung und Bil­dung bewaff­ne­ter Grup­pen vor­ge­wor­fen. Wie auch beim Elb­chaus­see-Pro­zess geht es um kei­ne indi­vi­du­el­len Hand­lun­gen der Aktivist*innen. Gegen­stand der Ankla­ge­schrift ist die Teil­nah­me an einer gemein­schaft­li­chen Hand­lung. Hier­bei wird sich auf einen gemein­sa­men Tat­plan in Ver­bin­dung mit den Blo­cka­den ver­schie­de­ner „Fin­ger“ am Frei­tag­mor­gen beru­fen. Eine Ver­ur­tei­lung wür­de einen mas­si­ven Angriff auf das Ver­samm­lungs­recht bedeu­ten. (…) Die­se Ent­wick­lun­gen neh­men wir nicht ein­fach hin. Blei­ben wir gemein­schaft­lich wider­stän­dig und stel­len wir uns der mas­si­ven Repres­si­on geschlos­sen ent­ge­gen. Lasst uns durch dezen­tra­le Aktio­nen am Sams­tag vor dem Ron­den­barg-Pro­zess­auf­takt zei­gen, dass wir uns weder ver­ein­zelt angrei­fen, noch spal­ten, noch kri­mi­na­li­sie­ren las­sen. Die­sem Sys­tem mit­samt sei­ner Repres­si­on ant­wor­ten wir mit prak­ti­schem Wider­stand. Soli­da­ri­tät mit allen eman­zi­pa­to­ri­schen Kämp­fen! Frei­heit für die Gefan­ge­nen! Stopp aller Ver­fah­ren! Unse­re Soli­da­ri­tät gegen ihre Repres­si­on! United We Stand!
  • Im Zei­chen des Fischer­huts: Ein Kie­ler wur­de wegen eines Fla­schen­wurfs beim G20-Gip­fel zu einer Haft­stra­fe ohne Bewäh­rung ver­ur­teilt. Ein Hut soll ihn belas­tet haben 
    “Noch ist er frei, weil das Urteil nicht rechts­kräf­tig ist: Der 31-jäh­ri­ge Kie­ler Toto, so lau­tet sein Spitz­na­me, wur­de zu einem Jahr und vier Mona­ten Haft ohne Bewäh­rung ver­ur­teilt. (…) Im März erreich­te ihn die Ankla­ge: Wider­stand, tät­li­cher Angriff, Land­frie­dens­bruch und ver­such­te schwe­re Kör­per­ver­let­zung wirft die Staats­an­walt­schaft Toto vor. Eine Soli-Grup­pe schreibt auf dem Blog „Free Toto“: „Da die Ankla­ge sich recht schwam­mig anhör­te und es laut die­ser eigent­lich kei­nen rich­ti­gen Beweis für die Tat gab, gin­gen wir erst mal posi­tiv an den Pro­zess her­an.“ In den ers­ten Ver­hand­lun­gen im Mai 2019 zeig­te die Staats­an­walt­schaft meh­re­re Vide­os, aber auf kei­nem sei Toto zu erken­nen gewe­sen, sagen Prozessbeobachter*innen der Soli­grup­pe. Das bestä­tigt auch Gerichts­spre­cher Want­zen. Ein Poli­zist sag­te aus, er habe den Ange­klag­ten anhand sei­nes schwar­zen Fischer­hu­tes iden­ti­fi­ziert. Nur war davon in den Berich­ten, die der Poli­zist ange­fer­tigt hat­te, nichts zu lesen. (…) „War­um steht das dann nicht in den Pro­to­kol­len?“, fragt Totos Ver­tei­di­ge­rin Kris­tin Pie­trzyk. (…) Dem Rich­ter reich­te das aber. Am neun­ten Ver­hand­lungs­tag ver­ur­teil­te er Toto zu einem Jahr und vier Mona­ten Haft. „Ich bin vom Glau­ben abge­fal­len“, sagt Pie­trzyk. Wie das Gericht trotz der Vide­os und der dazu wider­sprüch­li­chen Aus­sa­gen der Poli­zei, trotz des plötz­lich als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­merk­mal aus dem Hut gezau­ber­ten Fischer­huts und der ins­ge­samt dün­nen Beweis­la­ge den Vor­wür­fen fol­gen kön­ne, sei ihr unver­ständ­lich. Ein poli­ti­scher Rich­ter­spruch? „Ich glau­be, dass alle G20-Urtei­le mit so hohen Stra­fen unter Ein­druck des Gip­fels gefällt wur­den“, sagt sie. Dass damit Exem­pel sta­tu­iert wer­den sol­len, sei offen­sicht­lich. Toto und sei­ne Ver­tei­di­ge­rin haben mitt­ler­wei­le Beru­fung ein­ge­legt. Auch die Staats­an­walt­schaft ihrer­seits hat Beru­fung ein­ge­legt. Die Soli­grup­pe erklärt unter­des­sen den Fischer­hut zum Sym­bol des Wider­stands: „Der Fischer­hut ist das Sym­bol für die Absur­di­tät des Pro­zes­ses gegen Toto“, steht auf dem Blog. Und: „Die­ser Pro­zess ist genau wie die ande­ren G20-Pro­zes­se und die extre­me Poli­zei­ge­walt wäh­rend der Pro­tes­te ein Mit­tel der Repres­si­on und Abschre­ckung gegen­über lin­ken Aktivist*innen. Kampf ihrer Klas­sen­jus­tiz!“ Arti­kel von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 31. Dezem­ber 2019 bei der taz online externer Link
  • Poli­zei igno­riert Lösch­an­ord­nung des Daten­schüt­zers – Eigent­lich soll­te die Ham­bur­ger Poli­zei eine Daten­bank mit Bil­dern von G20-Demons­tran­ten löschen, doch sie nutzt sie mun­ter wei­ter 
    “Die Poli­zei Ham­burg nutzt wei­ter rege eine bio­me­tri­sche Refe­renz­da­ten­bank auf der Suche nach Ran­da­lie­rern rund um den G20-Gip­fel im Juli 2017 in der Han­se­stadt. Der Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te Johan­nes Cas­par hat­te Ende 2018 ange­ord­net, dass das IT-Sys­tem gelöscht wer­den muss, in dem die Fahn­der Gesich­ter Tau­sen­der Bür­ger gespei­chert haben. Trotz­dem haben Straf­ver­fol­ger seit­dem in 92 Fäl­len in der bio­me­tri­schen Daten­bank recher­chiert und ein­schlä­gi­ge Maß­nah­men nicht zumin­dest auf Eis gelegt. (…) Die Zah­len stam­men aus einer jetzt ver­öf­fent­lich­ten Ant­wort des Senats auf eine Anfra­ge der Links­frak­ti­on der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft. (…) Cas­par hat­te die umstrit­te­ne Fahn­dungs­ak­ti­on bereits vor über einem Jahr als rechts­wid­rig ein­ge­stuft und die Poli­zei vor Ort auf­ge­for­dert, die “ohne Rechts­grund­la­ge erho­be­nen bio­me­tri­schen Daten” zu löschen und den Ein­satz der auto­ma­ti­sier­ten Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware Vide­mo 360 zu stop­pen. Sei­ne spä­te­re Anord­nung begrün­de­te er vor allem damit, dass die auto­ma­ti­sier­te Erfas­sung “unter­schieds- und anlass­los” gesche­he. Sie betref­fe mas­sen­haft Per­so­nen, die nicht tat­ver­däch­tig sei­en. (…) Die Innen­be­hör­de der Stadt Ham­burg klag­te im Janu­ar gegen die Auf­for­de­rung Cas­pars, da sie das eigens ange­schaff­te Ana­ly­se­pro­gramm dau­er­haft nut­zen will. Vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt soll dar­über am 23. Okto­ber münd­lich ver­han­delt wer­den. Der Senat will aber par­al­lel noch vor einem Urteil auf Num­mer sicher gehen: obwohl der Daten­schutz­be­auf­trag­te das ver­gleichs­wei­se schar­fe Mit­tel der Anord­nung bis­lang erst ein­mal genutzt hat, soll es ihm laut dem Ent­wurf der schwarz-grü­nen Lan­des­re­gie­rung für eine Reform des Poli­zei­ge­set­zes gegen­über der Ver­wal­tung ganz ent­zo­gen wer­den. Er könn­te die­ser gegen­über dann nur noch War­nun­gen oder Bean­stan­dun­gen aus­spre­chen, die oft unbe­ach­tet blei­ben…” Bei­trag von Ste­fan Krempl vom 23. Sep­tem­ber 2019 bei hei­se online externer Link
  • [Film] HAMBURGER GITTER – Der G20 Gip­fel als “Schau­fens­ter moder­ner Poli­zei­ar­beit” nun online und gra­tis ver­füg­bar 
    170 Ermitt­ler arbei­ten an hun­der­ten Ver­fah­ren gegen mili­tan­te Demons­tran­ten und Men­schen, die sich an Aus­schrei­tun­gen und Plün­de­run­gen betei­lig­ten. Har­te Stra­fen wur­den gefor­dert und in bis­her über 40 Fäl­len auch ver­hängt. Der Staat ver­lor im Som­mer 2017 die Kon­trol­le in Ham­burg und ver­sucht sie nun zurück zu gewin­nen. Die Doku­men­ta­ti­on kon­zen­triert sich auf den Umgang mit den Pro­tes­ten und die staat­li­che Sicher­heits­po­li­tik. Ver­samm­lungs­frei­heit, Bewe­gungs­frei­heit und Pres­se­frei­heit spie­len in den Betrach­tun­gen eine eben­so gro­ße Rol­le wie die Ver­än­de­rung der poli­zei­li­chen Stra­te­gien. Konn­ten wäh­rend der Pro­tes­te Grund­rech­te außer Kraft gesetzt wer­den? Gibt es in der Judi­ka­ti­ve und Legis­la­ti­ve Akteu­re und Über­zeu­gun­gen, wel­che auf gewalt­sa­me Pro­tes­te anders reagie­ren als in der Ver­gan­gen­heit? Wel­che Metho­den der „Aus­nah­me­si­tua­ti­on G20″ in Ham­burg könn­ten zur Nor­ma­li­tät wer­den? Dem sind wir nach­ge­gan­gen, indem wir die rele­van­ten Gescheh­nis­se nach­zeich­ne­ten, mit Betrof­fe­nen auf bei­den Sei­ten spra­chen und Exper­ten zu Pro­test­ge­schich­te, Grund­rech­ten, Sicher­heits­po­li­tik und der poli­ti­schen Gesamt­si­tua­ti­on befrag­ten.” Film von left­vi­si­on (1:17) seit dem 20.8.2019 bei you­tube externer Link – und bereits über 20. Tau­send mal geschaut…
  • Repres­sio­nen gegen G‑20-Geg­ner: »Da bleibt die Rechts­staat­lich­keit auf der Stre­cke« 
    Kris­ti­an Stemm­ler im Gespräch mit Uwe Maef­fert und Lino Peters bei der jun­gen Welt vom 17. August 2019 externer Link über “einen selbst­herr­li­chen Rich­ter und die Ham­bur­ger Jus­tiz nach dem G‑20-Gip­fel von 2017. (…) Uwe Maef­fert: Wir haben Beru­fung ein­ge­legt, weil wir die Stra­fe für viel zu hoch hal­ten und gehen davon aus, dass wir Erfolg haben wer­den. Der Rich­ter Krie­ten ist sogar über den Antrag der Staats­an­walt­schaft hin­aus­ge­gan­gen, die drei Jah­re gefor­dert hat­te. Höher hät­te die Stra­fe übri­gens nicht aus­fal­len kön­nen, weil vier Jah­re die Gren­ze für Amts­ge­rich­te ist. Nach unse­rer Auf­fas­sung sind die Fla­schen­wür­fe in dem Ver­fah­ren nicht bewie­sen wor­den. Zahl­rei­che Vide­os vom Gesche­hen haben eine sol­che Tat gera­de nicht gezeigt. Das Urteil stützt sich auf die Aus­sa­ge von soge­nann­ten Tat­be­ob­ach­tern der Poli­zei. Deren Aus­sa­gen sind pro­ble­ma­tisch. (…) L. P.: Ent­schei­dend ist aus mei­ner Sicht gar nicht, ob Rich­ter sich popu­lis­tisch oder libe­ral ver­hal­ten, son­dern etwas ande­res: Wir ver­zeich­nen eine Abnah­me an Rechts­staat­lich­keit. Die grund­sätz­li­chen Ver­fah­rens­ga­ran­tien wer­den in den Ver­fah­ren teil­wei­se kaum noch beach­tet. Gera­de wenn man sich die Ent­schei­dun­gen des Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richts im Fall des ita­lie­ni­schen Gip­fel­geg­ners Fabio V. oder in ande­ren Pro­zes­sen ansieht, dann ist das nicht mehr mit der Gewal­ten­tei­lung zu ver­ein­ba­ren. Bei Fabio V. gab es die Argu­men­ta­ti­on des OLG, wer die Poli­zei als Teil des Staa­tes angrei­fe, der leh­ne auch die Jus­tiz ab und wer­de sich dem Ver­fah­ren ent­zie­hen. Bei solch einer Argu­men­ta­ti­on bleibt die Rechts­staat­lich­keit auf der Stre­cke. (…) Es ist absurd, zwei Jah­re nach dem G‑20-Som­mer Jugend­li­che anzu­kla­gen, von denen vie­le gar nicht in Ham­burg leben. Man reißt sie aus ihren sozia­len Bezü­gen, über­zieht sie mit einem Ver­fah­ren. Das ist wider den Grund­ge­dan­ken des Jugend­straf­rechts. (…) Prak­tisch erle­ben wir es so, dass in der Moder­ne immer mehr die Macht – sei es in Form von Aus­stat­tung, poli­ti­schem Ein­fluss, Durch­set­zung von Inter­es­sen – auf die Sei­te der Poli­zei ver­la­gert wird. Wenn man über die Sinn­haf­tig­keit des Ver­fah­rens in Sachen Ron­den­barg spricht, dann lie­gen Sie sicher rich­tig, wenn Sie fra­gen: Was ist dabei das Inter­es­se der Poli­zei? Ver­mut­lich ist das die ent­schei­den­de Fra­ge” (Lino Peters und Uwe Maef­fert sind Rechts­an­wäl­te in Ham­burg)
  • Angriff auf Ver­samm­lungs­recht. Nächs­tes Kapi­tel bei Ver­fol­gung von Ham­bur­ger G‑20-Geg­nern: Berich­te über neue »Mam­mut­ver­fah­ren« im Ron­den­barg-Kom­plex 
    Bei der Ver­fol­gung von Geg­nern des G‑20-Gip­fels vor gut zwei Jah­ren in Ham­burg scheut die Jus­tiz weder Kos­ten noch Mühen. Die Staats­an­walt­schaft der Han­se­stadt will offen­bar mit rie­si­gem Auf­wand rund 100 Gip­fel­geg­ner vor Gericht stel­len, die von der Poli­zei am 7. Juli 2017 im Indus­trie­ge­biet Ron­den­barg fest­ge­setzt wor­den waren. Es sei­en meh­re­re »Mam­mut­ver­fah­ren« gegen eine jeweils nied­ri­ge zwei­stel­li­ge Zahl von Ange­klag­ten geplant, berich­te­te die Welt am Wochen­en­de. (…) Hin­ter­grund der geplan­ten Ver­fah­ren: Am frü­hen Mor­gen des 7. Juli 2017, dem ers­ten Tag des Gip­fels, waren vom Pro­test­camp am Volks­park meh­re­re Züge von Demons­tran­ten – soge­nann­te »Fin­ger« – Rich­tung Innen­stadt auf­ge­bro­chen, um Pro­to­koll­stre­cken zu blo­ckie­ren. Einer die­ser Auf­zü­ge mit rund 200 Teil­neh­mern wur­de von der bran­den­bur­gi­schen Beweis- und Fest­nah­me­ein­heit (BFE) »Blum­berg« der Bun­des­po­li­zei am Ron­den­barg gestoppt und zer­schla­gen. Beim Ein­satz der für ihre Bru­ta­li­tät bekann­ten Ein­heit wur­den 14 Per­so­nen ver­letzt, eini­ge davon schwer. Zum poli­ti­schen Skan­dal geriet der Vor­gang spä­tes­tens, als die Jus­tiz sich aus­ge­rech­net den 19 Jah­re alten Ita­lie­ner Fabio V., der zu den am Ron­den­barg Fest­ge­set­zen gehör­te, als sprich­wört­li­chen Prü­gel­kna­be erwähl­te. Obwohl ihm kei­ne kon­kre­te Straf­tat vor­ge­wor­fen wur­de, hielt man den Ita­lie­ner mit gro­tes­ken Begrün­dun­gen vier­ein­halb Mona­te lang in Unter­su­chungs­haft fest. Ein Ver­fah­ren gegen V. vor dem Amts­ge­richt Alto­na platz­te im April 2018, weil die Rich­te­rin in Mut­ter­schafts­ur­laub ging. Offen­sicht­lich sind die jetzt geplan­ten Ver­fah­ren der nächs­te Ver­such der Staats­an­walt­schaft, ihre umstrit­te­ne Rechts­auf­fas­sung durch­zu­set­zen. Nach der Devi­se »Mit­ge­gan­gen, mit­ge­han­gen« soll das rei­ne Mit­lau­fen in einem Auf­zug, aus dem her­aus Straf­ta­ten began­gen wer­den, als schwe­rer Land­frie­dens­bruch bestraft wer­den…” Arti­kel von Kris­ti­an Stemm­ler in der jun­gen Welt vom 23.07.2019 externer Link
  • Bis­her höchs­te Frei­heits­stra­fe wegen G20-Pro­test: Vier Jah­re Haft. 
    “Zwei Jah­re nach den Pro­tes­ten am Ran­de des G20-Gip­fels in Ham­burg hat das Amts­ge­richt die bis­her höchs­te Frei­heits­stra­fe gegen einen Tat­ver­däch­ti­gen ver­hängt. Ein 36-Jäh­ri­ger wur­de am Mon­tag zu vier Jah­ren Gefäng­nis ver­ur­teilt, wie ein Gerichts­spre­cher am Diens­tag bestä­tig­te. Der Ange­klag­te, der bereits meh­re­re Vor­stra­fen hat, soll am 7. Juli 2017 im Bereich des links­au­to­no­men Kul­tur­zen­trums Rote Flo­ra sechs lee­re Fla­schen auf Poli­zei­be­am­te gewor­fen haben. Außer­dem habe er ande­re zum Mit­ma­chen auf­ge­for­dert. Des­halb sei er laut dem Gericht für die »Gewalt­ex­zes­se mit ver­ant­wort­lich« und müs­se dafür zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den. Bei dem Urteil nahm aller­dings eine wei­te­re Kör­per­ver­let­zung, die der Ange­klag­te unab­hän­gig von den G20-Pro­tes­ten im März 2017 began­gen hat­te, einen hohen Anteil an der Gesamt­stra­fe ein. Dabei hat­te der 36-Jäh­ri­ge einen Mann mit Schlä­gen und Trit­ten schwer ver­letzt. Mit 50 Pro­zess­ta­gen und fast 15 Mona­ten Ver­hand­lungs­dau­er war es nach Anga­ben des Gerichts­spre­chers der bis­her längs­te G20-Pro­zess. Bis Ende Mai hat­te die Staats­an­walt­schaft mehr als 900 Ver­fah­ren gegen 1228 Beschul­dig­te ein­ge­lei­tet. Dabei wur­den 310 Ankla­gen erho­ben und mehr als 180 Urtei­le gespro­chen. Sechs Ange­klag­te wur­den bis­her zu Haft­stra­fen ohne und 59 zu Haft­stra­fen mit Bewäh­rung ver­ur­teilt. Gegen­über den Sicher­heits­be­hör­den scheint der Auf­klä­rungs­wil­le dage­gen weni­ger stark aus­ge­prägt: 94 von 154 Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Poli­zis­ten wur­den ein­ge­stellt, in kei­nem ein­zi­gen Fall wur­de Ankla­ge erho­ben…” Mel­dung von und bei neu­es Deutsch­land vom 10. Juli 2019 externer Link
  • G20-Gip­fel in Ham­burg: Ein Vier­tel ohne Poli­zei ist noch nicht die Mor­gen­rö­te der Revo­lu­ti­on 
    Der Ham­bur­ger Auto­no­me Andre­as Blech­schmidt kri­ti­siert im Gespräch mit Gas­ton Kir­sche bei neu­es Deutsch­land vom 6. Juli 2019 externer Link: “die Auf­stands­ro­man­tik, die sich zwei Jah­re nach den Pro­tes­ten gegen den G20-Gip­fel in lin­ken Publi­ka­tio­nen immer wie­der fin­det. (…) Vor zwei Jah­ren hat mit dem G20-Gip­fel der größ­te Poli­zei­ein­satz in der Nach­kriegs­ge­schich­te Deutsch­lands statt­ge­fun­den. Erwar­tungs­ge­mäß hat es im Nach­gang bei den poli­tisch und poli­zei­lich Ver­ant­wort­li­chen für die sys­te­ma­ti­schen Rechts­brü­che und die mas­si­ve Poli­zei­ge­walt kei­ner­lei erkenn­ba­re Selbst­kri­tik gege­ben. Was mich aber dann doch über­rascht hat, war die Tat­sa­che, dass auch inner­halb der radi­ka­len Lin­ken in den öffent­lich wahr­nehm­ba­ren Ana­ly­sen und Reak­tio­nen über­wie­gend nur Erfolgs­mel­dun­gen ver­brei­tet wur­den. (…) Für mich drück­te sich dar­in ein grund­le­gen­des Defi­zit links­ra­di­ka­ler Debat­ten aus, in denen näm­lich poli­ti­scher Wider­spruch zu oft als unso­li­da­risch, spal­te­risch und als Aus­druck von Rene­ga­ten­tum abge­tan wird. Die­se uner­freu­li­che Erfah­rung durf­te ich lei­der auch per­sön­lich machen, da hat­te ich kei­ne Lust, das so ste­hen zu las­sen. (…) Mir wur­de im Nach­hin­ein aus der Sze­ne vor­ge­wor­fen, ich hät­te hier als Alt­ka­der per­sön­lich mei­nem Gel­tungs­be­dürf­nis Raum ver­schaf­fen wol­len. In der Sache haben wir jeden­falls geäu­ßert, dass wir Mili­tanz für berech­tigt hal­ten, aber Wider­spruch zu den Aus­drucks­for­men hat­ten, womit wir natür­lich die Brand­stif­tun­gen an Geschäf­ten, über denen sich Woh­nun­gen befan­den, mein­ten, die uns tat­säch­lich ent­setzt haben. In der Nacht haben wir aus tak­ti­schen Grün­den die­se Brand­stif­tun­gen, von denen wir eben wuss­ten, bewusst nicht aktiv benannt. Des­we­gen klang im Nach­hin­ein die­se Kri­tik der Mili­tanz mit der sehr all­ge­mei­nen For­mu­lie­rung, sie habe sich an sich selbst berauscht, natür­lich alt­ba­cken und belei­digt. (…) Das Gere­de der Poli­tik vom »Fes­ti­val der Demo­kra­tie«, gefolgt von den offe­nen Rechts­brü­chen der Poli­zei und der kras­sen Poli­zei­ge­walt, das über­wie­gen­de Schwei­gen der soge­nann­ten Zivil­ge­sell­schaft und die Kom­pli­zen­schaft der Leit­me­di­en mit die­ser Macht­de­mons­tra­ti­on hat zu einer gro­ßen Wut auf der Stra­ße geführt. Wenn es so etwas wie »die« Poli­tik der Herr­schen­den gibt, dann waren die mili­tan­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen wäh­rend des G20 in Ham­burg eine Ant­wort auf die Arro­ganz die­ser Herr­schen­den. Das wun­dert mich ange­sichts des Eska­la­ti­ons­kur­ses der Poli­zei­füh­rung nicht. Aber dann müs­sen wir wei­ter­re­den: Des­halb gibt es kei­nen Grund, Geschäf­te, über denen Men­schen woh­nen, anzu­zün­den. Wer das nicht aus­ein­an­der­hal­ten kann, wer das klein­re­det oder bit­te nur szenein­tern bespre­chen möch­te, hat ein ech­tes poli­ti­sches Pro­blem…” Von Andre­as Blech­schmidt erschien kürz­lich im Unrast Ver­lag »Gewalt. Macht. Wider­stand. G20 – Streit­schrift um die Mit­tel zum Zweck«, 160 Sei­ten, zum Preis von 12,80 Euro
  • Staats­an­walt­schaft will G20-Pro­zess plat­zen las­sen. Ist die Rich­te­rin zu mil­de? 
    “… In der vori­gen Woche hat die Staats­an­walt­schaft einen Befan­gen­heits­an­trag gegen die drei Berufs­rich­ter der Straf­kam­mer um die Vor­sit­zen­de Anne Mei­er-Göring gestellt. Das bestä­tig­te ein Spre­cher des Ham­bur­ger Land­ge­richts dem SPIEGEL. (…) Im Kern geht es offen­kun­dig dar­um, dass die Staats­an­walt­schaft die Kam­mer um Mei­er-Göring für zu mil­de hält. Die­sen Schluss legen zumin­dest meh­re­re Gerichts­do­ku­men­te nahe, die der SPIEGEL ein­se­hen konn­te. (…) Die Ver­hand­lung, die im Dezem­ber begann, läuft seit Janu­ar unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit (…) Im Pro­zess behaup­tet die Staats­an­walt­schaft, der Auf­zug sei strikt orga­ni­siert gewe­sen – auch wenn man die Draht­zie­her nicht ken­ne. Ein­zi­ges Ziel, von allen gewollt, war dem­nach Gewalt auf gan­zer Stre­cke. (…) In die­ser Les­art spielt es kei­ne Rol­le, dass man zumin­dest den vier deut­schen Ange­klag­ten kei­ne eige­ne Gewalt­hand­lung vor­wirft. (…) Die Rich­te­rin zer­pflückt auch Aus­sa­gen von G20-Poli­zei­chef Dud­de. Der Poli­zist hat­te vor dem Son­der­aus­schuss der Bür­ger­schaft gesagt: Man gehe “fest davon aus”, dass die Teil­neh­mer bewusst in Abwe­sen­heit der Poli­zei ran­da­lier­ten. Sie hät­ten gewusst, dass es an Kräf­ten man­ge­le. Dafür, so die Rich­te­rin, gebe es kei­ne Bele­ge. Die Aus­sa­ge von Dud­de sei eine per­sön­li­che Schluss­fol­ge­rung. Im März ord­ne­te Mei­er-Göring jedem Ange­klag­ten einen zwei­ten Pflicht­ver­tei­di­ger bei. Und lös­te so den nächs­ten Eklat aus. Der NDR mach­te den ent­spre­chen­den Beschluss publik, in dem die Rich­te­rin die Arbeit der Poli­zei rüg­te. Auf das in der Akte geschrie­be­ne Wort sei wenig Ver­lass. Mehr­fach hät­ten sich Zeu­gen vor Gericht anders geäu­ßert als es in Ver­mer­ken ste­he. Im Abschluss­be­richt der Poli­zei wür­den Ermitt­lungs­er­geb­nis­se auf­ge­führt, die nicht mehr sei­en als Arbeits­hy­po­the­sen. Über­wa­chungs­vi­de­os sei­en von der Poli­zei sug­ges­tiv bear­bei­tet wor­den, was ihren Wert vor Gericht schmä­le­re. Mei­er-Göring kün­dig­te an, mehr Zeu­gen zu hören. Der Pro­zess ver­län­ge­re sich bis Sep­tem­ber. Eigent­lich soll­te das Ver­fah­ren im Mai nach 26 Tagen enden…” Bei­trag von Ans­gar Sie­mens vom 13. Juni 2019 beim Spie­gel online externer Link, sie­he dazu den Kom­men­tar von Armin Kamm­rad und neue Ent­wick­lung:
    • Staats­an­walt­schaft wird umstrit­te­ne G20-Rich­te­rin nicht los – Befan­gen­heits­an­trag erneut abge­lehnt 
      Die Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft woll­te einen pro­mi­nen­ten G20-Pro­zess plat­zen las­sen. Offen­bar war den Ermitt­lern das Gericht zu mil­de. Doch aus dem Ansin­nen wird nichts. In einem pro­mi­nen­ten Pro­zess um Ran­da­le beim G20-Gip­fel 2017 ist die Staats­an­walt­schaft Ham­burg mit einem Befan­gen­heits­an­trag gegen das Gericht geschei­tert. Es gebe “kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass die abge­lehn­ten Berufs­rich­ter gezielt Gesprä­che an der Staats­an­walt­schaft vor­bei” geführt hät­ten, teil­te der Spre­cher des Ham­bur­ger Land­ge­richts mit. (…) Über den Befan­gen­heits­an­trag muss­ten bis dato unbe­tei­lig­te Rich­ter des Land­ge­richts ent­schei­den. Dem Spre­cher zufol­ge unter­stri­chen die Rich­ter in ihrem ableh­nen­den Beschluss: Mei­er-Göring habe mit den Tele­fo­na­ten nur in Erfah­rung brin­gen wol­len, ob Ein­las­sun­gen der Ange­klag­ten zu erwar­ten sei­en. Das habe der Pla­nung des nächs­ten Ver­hand­lungs­ter­mins gedient. Der Inhalt der Tele­fo­na­te sei in Ver­mer­ken fest­ge­hal­ten. Dar­über sei die Staats­an­walt­schaft infor­miert wor­den. Mei­er-Göring sei “der erfor­der­li­chen Trans­pa­renz gegen­über allen Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten” nach­ge­kom­men. Im Fall einer Befan­gen­heit der Kam­mer wäre der Pro­zess geplatzt und hät­te von vorn begin­nen müs­sen. Nun kann der nächs­te Ver­hand­lungs­tag am Mitt­woch wie geplant statt­fin­den. (…) SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen zufol­ge geht es in der nicht-öffent­li­chen Ver­hand­lung bis­her vor allem dar­um, mit wel­cher Gewalt Teil­neh­mer rech­nen muss­ten – und ob sie für sämt­li­che Schä­den zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den kön­nen. Die Staats­an­walt­schaft geht von einem homo­ge­nen Mob aus. Auch wer nicht selbst Gewalt­ak­te began­gen habe, ist in die­ser Les­art Mit­tä­ter. Mei­er-Göring ließ dage­gen durch­bli­cken, dass sie Teil­neh­mer­grup­pen unter­schei­det…” Bei­trag vom 18.06.2019 beim Spie­gel online externer Link
    • Kom­men­tar von Armin Kamm­rad vom 15. Juni 2019
      Die­ser Angriff auf die unab­hän­gi­ge Jus­tiz durch eine, von poli­ti­schen Anwei­sun­gen abhän­gi­ge Staats­an­walt­schaft, reiht sich sehr orga­nisch in den bis­he­ri­gen rech­ten Umgang mit dem G20-Pro­tes­ten ein. Ver­sagt die Poli­tik bei rech­ter Gewalt genau­so wie bei Poli­zei­ge­walt, ist hier der Ver­such lin­ken Pro­test zur rei­nen Gewalt­or­gie zu ent­po­li­ti­sie­ren nicht zu über­se­hen. Die Kam­mer unter Vor­sitz von Anne Mei­er-Göring ver­fuhr schein­bar zu sehr nach recht­staat­li­chen Kri­te­ri­en, wes­halb sie nun ent­mach­tet wer­den soll. Man hofft auf eine pas­sen­de Gesin­nung der nächs­ten Instanz bezüg­lich einer angeb­li­chen Befan­gen­heit, die sich – laut Mel­dung – allein auf “Mil­de” auf­grund berech­tig­ter Kri­tik an den ange­bo­te­nen Bewei­sen redu­ziert. Tat­säch­lich stell­te sich das OLG bereits vor Pro­zess­be­ginn gegen die Ent­schei­dung von Mei­er-Göring, der Auf­he­bung des Haft­be­fehls zwei­er Ver­däch­ti­ger, mit der Begrün­dung, Frau “Mei­er-Göring ver­ken­ne die Dimen­si­on des Falls. (…) Die Ange­klag­ten müss­ten mit hohen Frei­heits­stra­fen rech­nen.” Unter Igno­ranz der Unschulds­ver­mu­tung, wuss­te das OLG also bereits vor Beweis­auf­nah­me, mit was die Ange­klag­ten rech­nen müs­sen. Wei­mar lässt grü­ßen. Und man ach­te auch bei der Jus­tiz bit­te mehr als bis­her auf mög­li­che unan­ge­neh­me Fol­gen für den demo­kra­ti­schen Rechts­staat.
      Dass der Pro­zess mög­lichst geheim ablau­fen soll, passt dazu. Denn eine kri­ti­sche Öffent­lich­keit stört nur. Sie wur­de aus­ge­schlos­sen, nicht auf Wunsch der Ange­klag­ten, son­dern auf gericht­li­che Anord­nung. Auch bei der Ver­tei­di­gung läuft es eher nach dem Prin­zip “Geheim­pro­zess” ab. Als näm­lich Frau Mei­er-Göring im März den Ange­klag­ten einen zwei­ten Pflicht­ver­tei­di­ger zuord­nen woll­te, schien sich die Staats­an­walt­schaft, in ihren Bestre­ben die Ange­klag­ten durch mög­lichst weit­ge­hen­de Iso­la­ti­on bes­ser gefü­gig machen zu kön­nen, behin­dert zu füh­len. Es kam zu einem Eklat.
      Der Wunsch nach Geheim­hal­tung grün­det sich jedoch nicht allein auf den Umstand, dass man kaum ernst­zu­neh­men­de Bewei­se hat und per­ma­nent mani­pu­liert bzw. rechts­wid­rig in Geheim­pro­zes­sen agiert. Es scheint ein durch­ge­hen­des Grund­an­lie­gen zu sein. Denn wie mir gegen­über die Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft vor einem hal­ben Jahr bestä­tig­te, waren Poli­zis­ten heim­lich als ver­mumm­te Demons­tran­ten bei einer Demo aktiv, die wegen Ver­mum­mung gewalt­sam auf­ge­löst wur­de. Dies kam nur durch Zufall her­aus. In wie­fern die Demons­tra­tio­nen anläss­lich G20 über­haupt durch ver­klei­de­te Poli­zis­ten infil­triert waren, ist unbe­kannt, und so soll es auch blei­ben.
      Aller­dings sag­te der G20-Poli­zei­chef Dud­de – laut Mel­dung – vor dem Son­der­aus­schuss der Bür­ger­schaft: “Man gehe “fest davon aus”, dass die Teil­neh­mer bewusst in Abwe­sen­heit der Poli­zei ran­da­lier­ten. Sie hät­ten gewusst, dass es an Kräf­ten man­ge­le.” Ja, woher wuss­ten sie das? Die Rich­te­rin Mei­er-Göring sah hier­für kei­ne Bele­ge und bezeich­net Dud­des Behaup­tung des­halb als “per­sön­li­che Schluss­fol­ge­rung”. Dabei wuss­te sie natür­lich nicht, dass mir gegen­über die heim­li­che Infil­tra­ti­on von Demos durch ver­klei­de­te Poli­zis­ten mit dem Zweck des Infor­ma­ti­ons­sam­melns begrün­det wur­de. Es kann also nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass der Kon­takt zwi­schen Elb­chaus­see-Ran­da­le und Poli­zei sehr eng war und Dud­de tat­säch­lich so über Infor­ma­tio­nen aus ers­ter Hand ver­füg­te. Um das zu klä­ren müss­te Dud­de gezwun­gen wer­den offen­zu­le­gen, wo und wie vie­le als Demons­trant ver­klei­de­te Poli­zis­ten im Ein­satz waren und ob sie viel­leicht sogar straf­fäl­li­ge Hand­lun­gen gedul­det, geför­dert oder sogar selbst betrie­ben haben – wie die nun bekann­te Ver­mum­mung bei einer Demo, die wegen Ver­stoß gegen das Ver­mum­mungs­ver­bot bru­tal auf­ge­löst wur­de. War die Ran­da­le in der Elb­chaus­see viel­leicht tat­säch­lich orga­ni­siert, nur nicht von denen, die man vor Gericht zer­ren will? Pro­test ist jeden­falls ange­bracht. Offen­sicht­lich muss nicht nur das Grund­recht auf Ver­samm­lung, son­dern auch auf die Unab­hän­gig­keit der Jus­tiz gegen ver­fas­sungs­feind­li­che poli­ti­sche Bestre­bun­gen ver­tei­digt wer­den
      .” Wir dan­ken und schlies­sen uns an!
  • Pro­zess zu G20-Kra­wal­len: Rich­ter zwei­feln an Poli­zei­ar­beit 
    “Der Pro­zess um Kra­wal­le auf der Ham­bur­ger Elb­chaus­see beim G20-Gip­fel wird deut­lich län­ger dau­ern. Die Rich­ter wol­len sich laut NDR-Recher­chen nicht mehr auf Poli­zei­ver­mer­ke ver­las­sen und laden daher mehr Zeu­gen vor. Im Straf­pro­zess um die gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen auf der Elb­chaus­see wäh­rend des G20-Gip­fels im Jahr 2017 äußert das Gericht Zwei­fel an der Ermitt­lungs­ak­te der Poli­zei. In einem Beschluss der zustän­di­gen Straf­kam­mer des Land­ge­richts Ham­burg soll es hei­ßen, auf das “geschrie­be­ne Wort” sei “wenig Ver­lass”. Ange­klagt sind vier Deut­sche und ein Fran­zo­se. Gegen sie wird unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit ver­han­delt. Nach Recher­chen des NDR sol­len Zeu­gen bei ihrer Ver­neh­mung wäh­rend der Haupt­ver­hand­lung Aus­sa­gen ent­schie­den bestrit­ten haben, die die Poli­zei in deren Namen in der Ermitt­lungs­ak­te ver­merkt hat­te. Zeu­gen sol­len Poli­zei­ver­mer­ke gar als “Quatsch” bezeich­net und beteu­ert haben, sie hät­ten sol­che Aus­sa­gen nie gemacht. Den Recher­chen zufol­ge wol­len sich die Rich­ter dar­um nicht mehr auf “wei­te­re Poli­zei­ver­mer­ke” ver­las­sen und laden statt­des­sen deut­lich mehr Zeu­gen vor als ursprüng­lich geplant.(…) Die Rich­ter sind nach der Ver­neh­mung des Ermitt­lungs­füh­rers der Poli­zei außer­dem zu dem Schluss gekom­men, dass auf des­sen Abschluss­be­richt “nur wenig gestützt wer­den kann”, nach­dem der Beam­te in sei­ner Ver­neh­mung selbst angeb­li­che Ermitt­lungs­er­geb­nis­se als “Arbeits­hy­po­the­sen” bezeich­net hat­te. Auch die Vide­os vom Auf­marsch auf der Elb­chaus­see wäh­rend des G20-Gip­fels sei­en nicht so aus­sa­ge­kräf­tig, wie es zuerst schien. Das gel­te beson­ders dann, wenn man die Vide­os ohne die – aus Sicht der Rich­ter – “sug­ges­ti­ven Bear­bei­tun­gen” der Poli­zei anschaue. Für die Iden­ti­fi­zie­rung des Ange­klag­ten Fran­zo­sen sei nun ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten gebo­ten…” Bei­trag von Stel­la Peters, NDR, vom 25. April 2019 bei tages​schau​.de externer Link
  • G20-Gip­fel: Inge­wahrsam­nah­me des Ita­lie­ners in “sze­ne­ty­pi­sche Klei­dung” war rechts­wid­rig 
    “Die Inge­wahrsam­nah­me eines Ita­lie­ners wäh­rend des G20-Gip­fels im Juli des ver­gan­ge­nen Jah­res war nach Über­zeu­gung des Ham­bur­ger Ver­wal­tungs­ge­richts rechts­wid­rig. Das hat die Kam­mer am Diens­tag in einem Urteil fest­ge­stellt, wie NDR 90,3 berich­te­te. (…) Dem Klä­ger sei schwer­wie­gen­des Unrecht gesche­hen, erklär­te der Rich­ter in sei­ner Urteils­be­grün­dung. Der 31-Jäh­ri­ge war zusam­men mit Lands­leu­ten – dar­un­ter auch eine EU-Abge­ord­ne­te – von der Poli­zei am Hols­ten­wall fest­ge­hal­ten wor­den. Der Grund: Die Grup­pe habe sze­ne­ty­pi­sche Klei­dung getra­gen und ita­lie­nisch gespro­chen, wie ein Poli­zist als Zeu­ge sag­te. Kurz zuvor habe man über Funk von einer War­nung des Ver­fas­sungs­schut­zes vor gewalt­be­rei­ten Ita­lie­nern erfah­ren. Und das SOG sähe ja vor, dass jemand in Gewahr­sam genom­men wer­den darf, um die Bege­hung von Straf­ta­ten zu ver­hin­dern, so die Auf­fas­sung des lei­ten­den Beam­ten vor Ort. (…) Zum einen sei so eine War­nung aber kei­ne Auf­for­de­rung, alle Ita­lie­ner unab­hän­gig von mög­li­chen Bewei­sen sofort in Gewahr­sam zu neh­men, so der Rich­ter. Zum ande­ren sei die im Grund­ge­setz garan­tier­te Ver­samm­lungs­frei­heit ohne­hin deut­lich höher zu bewer­ten. Auch für EU-Bür­ger. Ob der Mann von der Stadt Ham­burg für die 25 Stun­den in der Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le jetzt Scha­dens­er­satz for­dert, woll­te er mit sei­nem Anwalt in den kom­men­den Tagen ent­schei­den…” Mel­dung vom 5. April 2019 bei NDR online externer Link
  • G20-Gip­fel: Bis­her kein Poli­zist ange­klagt 
    “Etwa andert­halb Jah­re nach dem G20-Gip­fel in Ham­burg ermit­telt die Staats­an­walt­schaft noch gegen 60 Poli­zis­ten. Gegen wei­te­re 94 Poli­zis­ten wur­den die Ver­fah­ren dage­gen ein­ge­stellt. Eine Ankla­ge gegen einen Poli­zis­ten habe es bis­lang nicht gege­ben, hieß es. Nach den Aus­schrei­tun­gen wäh­rend des Gip­fels hat­ten Pro­tes­tie­ren­de Vor­wür­fe gegen Poli­zis­ten erho­ben. (…) In vie­len Fäl­len habe der Tat­ver­dacht gegen die beschul­dig­ten Beam­ten nicht aus­ge­reicht, erklär­te die Spre­che­rin der Ankla­ge­be­hör­de. In elf die­ser Fäl­le habe es kei­ne wei­te­ren Ermitt­lun­gen gege­ben, weil die Namen der Poli­zis­ten nicht her­aus­ge­fun­den wer­den konn­ten. Pro­blem bei der Auf­klä­rung ist nach Anga­ben der Staats­an­walt­schaft zudem, dass Aus­sa­gen von mut­maß­lich Geschä­dig­ten und Zeu­gen feh­len. (…) Gegen mut­maß­li­che Ran­da­lie­ren hat die Staats­an­walt­schaft dage­gen bis­lang 856 Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen 1.156 bekann­te Beschul­dig­te ein­ge­lei­tet. Die­se Zah­len von Ende Febru­ar nann­te eine Spre­che­rin am Frei­tag, zuvor hat­te der News­let­ter “Elb­ver­tie­fung” der Wochen­zei­tung “Die Zeit” berich­tet. Hin­zu kom­men nach Anga­ben der Staats­an­walt­schaft noch 1.587 Ver­fah­ren gegen unbe­kann­te Beschul­dig­te. Ins­ge­samt sei­en 276 Ankla­gen erho­ben wor­den…” Mel­dung vom 15. März 2019 beim NDR Ham­burg Jour­nal externer Link – sehr typisch ver­öf­fent­lich die Poli­zei wie­der Fotos, auf denen KEINE straf­tä­ti­gen Per­so­nen zu erken­nen sind. Offen­sicht­lich hat man ein­fach jede Men­ge Fotos gemacht und erklärt die Per­so­nen, unter Ver­let­zung des Per­sön­lich­keits­rechts, zu mög­li­cher­wei­se Straf­tä­tern. Es fehlt über­haupt auf, dass die Poli­zei auch bis­her schon, kaum Fotos von Straf­ta­ten besitzt, wäh­rend es durch­aus Auf­nah­men von wild prü­geln­den Poli­zis­ten gibt. Offen­sicht­lich sind bereits Ver­samm­lungs­teil­neh­mer grund­sätz­lich immer “böse”, und Poli­zis­ten – egal, was sie tun – grund­sätz­lich “gut”. Poli­zei­staat halt, statt demo­kra­ti­scher Rechts­staat.
  • The Empi­re strikes back – Rache­jus­tiz bei G20-Pro­zes­sen 
    “In Ham­bur­ger Gericht­sä­len ist zu beob­ach­ten, wie im Zuge des all­ge­mei­nen Rechts­rucks auch die Jus­tiz immer mehr abkippt. Die Ver­fah­ren nach dem G‑20-Gip­fel 2017 sind geprägt vom Bedürf­nis nach Rache für die Tage staat­li­chen Kon­troll­ver­lus­tes. Das gilt auch für das im Dezem­ber gestar­te­te und bis Mai ter­mi­nier­te Ver­fah­ren am Land­ge­richt Ham­burg zu den Aus­schrei­tun­gen an der Elb­chaus­see, bei dem Mit­te Janu­ar die Öffent­lich­keit aus­ge­schlos­sen wur­de. Das Straf­jus­tiz­ge­bäu­de liegt in Ham­burg zen­tral. Gleich neben­an erstre­cken sich die Mes­se­hal­len, in denen sich die Herr­schen­den der Welt beim G20 zum Kun­geln tra­fen, auf der ande­re Sei­te befin­det sich der Gebäu­de­kom­plex des Sprin­ger-Ver­lags. Noch ein paar hun­dert Meter wei­ter kom­men die edlen Ham­bur­ger Adres­sen, Gro­ße Blei­chen, Neu­er Wall usw., mit ihren Luxus­lä­den, schwei­ne­teu­ren Hotels, Nobel­re­stau­rants. Da lau­fen sie frei her­um, die Wirt­schafts­an­wäl­te und Ban­ker, die Mak­ler und Inves­to­ren. Im Straf­jus­tiz­ge­bäu­de inter­es­siert man sich für die Ver­bre­chen die­ser Kli­en­tel kaum – hier wer­den Leu­te ver­knackt, die sich gegen das Sys­tem weh­ren. Zum Bei­spiel Can, Loïc und Halil. (…)Das Ver­fah­ren hat für Poli­zei und Staats­an­walt­schaft des­halb eine so gro­ße Bedeu­tung, weil der Kon­troll­ver­lust wäh­rend G20 zu kei­ner Zeit und an kei­nem Ort deut­li­cher war als an die­sem Mor­gen des 7. Juli 2017 in Alto­na, mal abge­se­hen von der Nacht dar­auf im Schan­zen­vier­tel, wo die Poli­zei die Aus­schrei­tun­gen aller­dings ein Stück weit evo­ziert hat. Trotz der mehr als 30.000 Polizist*innen in der Stadt konn­te sie den Zug von der Elb­chaus­see zur Gro­ßen Berg­stra­ße nicht stop­pen. Die Beam­ten waren in der Mehr­heit damit beschäf­tigt, die Pro­to­koll­stre­cken der Mäch­ti­gen zu bewa­chen. Die­se Momen­te des Kon­troll­ver­lus­tes im Beson­de­ren aber auch die Pro­tes­te bei G20 ins­ge­samt stel­len eine Nie­der­la­ge und eine Schmach für die Repres­si­ons­be­hör­den dar. Und nur so ist der Ver­fol­gungs­fu­ror zu begrei­fen, den die Son­der­kom­mis­si­on „Schwar­zer Block“, mitt­ler­wei­le zu einer Ermitt­lungs­grup­pe abge­schmol­zen, an den Tag leg­te, um jeden und jede zu jagen, die bei dem Gip­fel auch nur in der Nähe von Ver­mumm­ten war…” Bei­trag vom 1. Febru­ar 2019 von und bei Lower Class Maga­zi­ne externer Link
  • Libe­ral war ein­mal: Im Pro­zess um die Ham­bur­ger Elb­chaus­see zeigt sich eine Abkehr von der Ver­samm­lungs­frei­heit 
    “… Die straf­recht­li­che Auf­ar­bei­tung der G20-Pro­tes­te wid­met sich nun die­sem „Elb­chaus­see­kom­plex“. Kon­kret sind vor dem Land­ge­richt Ham­burg fünf jun­ge Män­ner wegen Land­frie­dens­bruchs in einem beson­ders schwe­ren Fall, Brand­stif­tung, gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und Ver­stö­ßen gegen das Waf­fen­ge­setz ange­klagt. Das Beson­de­re an die­sem Fall: Die Staats­an­walt­schaft kann den Ange­klag­ten die kon­kre­ten Taten gar nicht nach­wei­sen. Das ist auch nicht das Ziel ihrer Ankla­ge­schrift. Bereits die blo­ße Anwe­sen­heit der Ange­klag­ten rei­che aus, argu­men­tiert sie, um ihnen die Taten im Rah­men der Mit­tä­ter­schaft zuzu­rech­nen. Auch eine psy­chi­sche Bei­hil­fe könn­te in Betracht kom­men, mein­te das Gericht im Dezem­ber, am ers­ten von über 30 Ver­hand­lungs­ta­gen. Die Stra­te­gie der Staats­an­walt­schaft ist kein Ein­zel­fall, son­dern folgt einer Ten­denz inner­halb des Straf- und Ver­samm­lungs­rechts, ein­zel­ne für das Ver­hal­ten ande­rer haft­bar zu machen und dafür eine Ein­schrän­kung der Grund­rech­te hin­zu­neh­men. (…) Die in den 1970er und ‑80er Jah­ren im Par­la­ment und vor Gericht erkämpf­ten Rech­te und Ent­kri­mi­na­li­sie­run­gen wer­den nicht erst seit der straf­recht­li­chen Auf­ar­bei­tung der G20-Pro­tes­te infra­ge gestellt. Die Sicher­heits­be­hör­den arbei­te­ten nach 1970 zusam­men mit Tei­len der Recht­spre­chung dar­an, den Gewalt­be­griff des Land­frie­dens­bruchs exten­siv aus­zu­deh­nen. Einen vor­läu­fi­gen Höhe­punkt mar­kiert dabei das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs von 2017 zu einer Schlä­ge­rei zwi­schen Fuß­ball­fans. Der straf­recht­li­che Umgang mit Hoo­li­gans ist häu­fig ein Expe­ri­men­tier­feld der Exe­ku­ti­ve, um erprob­te Repres­sio­nen auf ande­re Berei­che anzu­wen­den – etwa stadt­wei­te Auf­ent­halts­ver­bo­te für poten­zi­el­le Demons­tra­ti­ons­teil­neh­men­de. Der Bun­des­ge­richts­hof bestä­tig­te, dass eine Straf­bar­keit wegen Land­frie­dens­bruchs selbst dann gege­ben sei, wenn die Beklag­ten nicht selbst die Gewalt­hand­lun­gen began­gen haben, son­dern ledig­lich psy­chi­sche Bei­hil­fe getä­tigt hät­ten. Eine Argu­men­ta­ti­on, die im Elb­chaus­see­pro­zess genutzt wird. Es geht jedoch noch wei­ter. Der Bun­des­ge­richts­hof füg­te hin­zu, dass auch der­je­ni­ge zu bestra­fen sei, der die Men­schen­men­ge ver­lässt. Die Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft knüpft hier an: Den Ange­schul­dig­ten sol­len nicht nur Straf­ta­ten zuge­ord­net wer­den, die wäh­rend ihrer Teil­nah­me an der Demons­tra­ti­on ver­übt wur­den, son­dern auch jene, die nach ihrem Ver­las­sen noch ver­übt wor­den sind. Argu­men­tiert wird hier mit einem „gemein­sa­men Tatent­schluss“ der über 200 Men­schen umfas­sen­den Grup­pe. Die Staats­an­walt­schaft geht aber noch wei­ter als der BGH, weil sie die Beklag­ten als Mit­tä­ter bestra­fen will…” Bei­trag von Maxi­mi­li­an Pichl aus ‘der Frei­tag’ Aus­ga­be 03/​2019 externer Link
  • Nebel­ker­zen im Gerichts­saal – G‑20-Pro­zess in Ham­burg: Rich­te­rin schließt Öffent­lich­keit aus 
    “Eines der wich­tigs­ten Ver­fah­ren gegen Geg­ner des G‑20-Gip­fels in Ham­burg im Juli 2017 wird unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit statt­fin­den. Im Pro­zess um die Aus­schrei­tun­gen in Alto­na am 7. Juli 2017 – »Elb­chaus­see-Ver­fah­ren« genannt – schloss die Gro­ße Straf­kam­mer 17 des Land­ge­richts Ham­burg am Diens­tag auf Antrag der Staats­an­walt­schaft die Öffent­lich­keit bis zum Ende der Beweis­auf­nah­me aus. Das ist mög­lich, weil zwei der fünf Ange­klag­ten zur Tat­zeit noch min­der­jäh­rig waren. In sol­chen Fäl­len kann laut Jugend­ge­richts­ge­setz die Öffent­lich­keit aus­ge­schlos­sen wer­den, wenn dies »im Inter­es­se der Erzie­hung« gebo­ten ist. Zur Begrün­dung zog die Kam­mer aus­ge­rech­net die gro­ße Soli­da­ri­tät für die fünf Ange­klag­ten her­an, die sie zu einem »erzie­hungs­schäd­li­chen Ein­fluss« umdeu­te­te. Die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin Anne Mei­er-Göring ver­wies auf Akti­vi­tä­ten von Unter­stüt­zern, etwa eine Demons­tra­ti­on am Vor­abend des ers­ten Ver­hand­lungs­tags und die Anwe­sen­heit »zahl­rei­cher Sym­pa­thi­san­ten« am ers­ten Ver­hand­lungs­tag im Gerichts­saal, die die Ange­klag­ten mit »tosen­dem und lang anhal­ten­dem Applaus« begrüßt hät­ten. (…) Die Ham­bur­ger Anwäl­tin Gabrie­le Hein­ecke kri­ti­sier­te die Argu­men­te der Staats­an­walt­schaft als »aggres­siv pau­scha­li­sie­rend«. Es sei »Blöd­sinn«, den Ange­klag­ten vor­zu­wer­fen, sie wür­den sich für Taten fei­ern las­sen, deren Bege­hung sie gera­de von sich wie­sen. Der Beschluss der Kam­mer sei »bedenk­lich und dif­fa­mie­rend«, Soli­da­ri­tät wer­de umge­deu­tet in eine Befür­wor­tung von Ran­da­le. Auch wenn die Öffent­lich­keit drau­ßen blie­be, blei­be »die Poli­tik drin«…” Bei­trag von Kris­ti­an Stemm­ler in der jun­gen Welt vom 16. Janu­ar 2019 externer Link – Ein kla­rer Fall von Befan­gen­heit, weil das Gericht bereits im Vor­feld gegen die Inter­es­sen der Ange­klag­ten und aus­schließ­lich im Sin­ne der Inter­es­se der Staats­an­walt han­delt…
  • “Ein Fes­ti­val der Demo­kra­tie” – Bro­schü­re zur Auf­ar­bei­tung des G20-Gip­fels 
    Als „Fes­ti­val der Demo­kra­tie“ kün­dig­te Innen­se­na­tor Andy Gro­te im Mai 2017 den bevor­ste­hen­den G20-Gip­fel in Ham­burg an. Die Rea­li­tät war dann eine rie­si­ge Demons­tra­ti­ons­ver­bots­zo­ne, ein von vorn­her­ein auf Eska­la­ti­on aus­ge­leg­ter Poli­zei­ein­satz und eine frag­wür­di­ge Aus­wei­tung poli­zei­li­cher Befug­nis­se bei den Ermitt­lun­gen gegen Gipfelgegner_​innen. Unse­re Abge­ord­ne­te Chris­tia­ne Schnei­der war als Obfrau im Son­der­aus­schuss „Gewalt­tä­ti­ge Aus­schrei­tun­gen rund um den G20-Gip­fel in Ham­burg“, der ein Jahr lang die Ereig­nis­se auf­ar­bei­ten soll­te. Von Sei­ten des Senats gab es aller­dings kein Inter­es­se an einer wirk­li­chen Auf­ar­bei­tung: Der Aus­schuss dien­te der Innen­be­hör­de vor allem dazu, ihre eige­ne Deu­tung der Ereig­nis­se publik zu machen. Par­al­lel zu unse­rer Arbeit im Son­der­aus­schuss haben wir mit meh­re­ren Klei­nen und Gro­ßen Anfra­ge ver­sucht, abseits der öffent­li­chen Ver­laut­ba­run­gen staat­li­ches Han­deln auf­zu­klä­ren. Wir haben die Ergeb­nis­se unse­rer Arbeit in einer 48-Sei­ti­gen Bro­schü­re zusam­men­ge­fasst. Dar­in neh­men wir das Vor­ge­hen von Poli­zei und Innen­be­hör­de bei ver­schie­de­nen Pro­test­ereig­nis­sen kri­tisch unter die Lupe. Wir ana­ly­sie­ren die Rol­le des Ver­fas­sungs­schut­zes und gehen der Fra­ge nach wel­che lang­fris­ti­gen Aus­wir­kun­gen auf Grund­rech­te und Demo­kra­tie zu befürch­ten sind.” Info vom 16. Dezem­ber 2018 externer Link zum pdf-Down­load bzw kos­ten­lo­sen Bezug der Bro­schü­re bei der Frak­ti­on DIE LINKE in der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft
  • G20-Gip­fel in Ham­burg: V‑Mann des Ver­fas­sungs­schut­zes blo­ckier­te Regie­rungs­kon­vois 
    “… Der im Novem­ber ent­tarn­te V‑Mann des nie­der­säch­si­schen Ver­fas­sungs­schut­zes ist gemein­sam mit Göt­tin­ger Auto­no­men zum G20-Gip­fel nach Ham­burg gereist und hat dort mit Stra­ßen­blo­cka­den Regie­rungs­kon­vois behin­dert. Wie der SPIEGEL in sei­ner aktu­el­len Aus­ga­be unter Ver­weis auf Zeu­gen­aus­sa­gen und inter­ne Doku­men­te berich­tet, war der V‑Mann an diver­sen Aktio­nen der “Basis­de­mo­kra­ti­schen Lin­ken” betei­ligt, die er für den Ver­fas­sungs­schutz aus­spio­nier­te. (…) Der V‑Mann blo­ckier­te Kon­vois und ließ sich weg­tra­gen. Zwei­mal wur­de er vor­über­ge­hend in Gewahr­sam genom­men, sei­ne Per­so­na­li­en nahm die Poli­zei aber nicht auf. Anschlie­ßend berich­te­te er dem Ver­fas­sungs­schutz von den Ein­sät­zen…” Bei­trag von und bei Spie­gel online vom 4. Janu­ar 2019 externer Link
  • G20: Was wur­de aus Anzei­gen gegen Poli­zis­ten? 
    “Kurz nach dem G20-Gip­fel in Ham­burg im Juli 2017 rasier­te sich Lola Diaz die lan­gen Locken ab. Ihr Bein war gebro­chen, sie muss­te meh­re­re Wochen im Bett ver­brin­gen. Ein Poli­zist habe sie wäh­rend einer fried­li­chen Feie­rei am Ran­de des Gip­fels so hef­tig mit dem Knüp­pel geschla­gen, dass es brach, sagt sie. Mitt­ler­wei­le hat sie wie­der Locken. Sie arbei­tet als Leh­re­rin an einem Gym­na­si­um und hat nun im Herbst schließ­lich doch Anzei­ge gegen die Poli­zei erstat­tet. (…) Nach­dem das Fern­seh­ma­ga­zin Pan­ora­ma und NDR Info über ihren Fall berich­tet hat­ten, bekam Diaz eine Vor­la­dung von der Staats­an­walt­schaft. Sie sol­le als Zeu­gin aus­sa­gen. Es gibt Vide­os von dem Über­griff und ande­re Zeu­gen. Des­halb hat die 28-Jäh­ri­ge sich nun getraut, das juris­ti­sche Ver­fah­ren anzu­schie­ben. Angst habe sie trotz­dem noch, sagt sie. Sie zei­ge schließ­lich nicht ihren Nach­barn oder jeman­den von der Stra­ße an, son­dern die Poli­zei. “Es klingt schon hef­tig und es ist sehr hef­tig für mich, weil es gibt auf jeden Fall einen Macht­un­ter­schied hier.” (…) Laut Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft lau­fen aktu­ell 66 Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Poli­zei­be­am­te zum G20-Ein­satz. 84 Ver­fah­ren wur­den mitt­ler­wei­le ein­ge­stellt. Ent­we­der weil die Tat nicht nach­weis­bar oder nicht straf­recht­lich rele­vant war. Ankla­gen wur­den bis­her nicht erho­ben. Die­ter Magsam ver­tritt Lola Diaz als Anwalt. Er sagt: “Wenn Straf­ta­ten im Amt began­gen wer­den und das war hier offen­sicht­lich so, haben ande­re Poli­zei­be­am­te, die das mit­be­kom­men, die Pflicht, das inner­halb kür­zes­ter Zeit ihren Vor­ge­setz­ten, der Staats­an­walt­schaft, zur Kennt­nis zu brin­gen.” Doch da pas­sie­re nichts. “Und ich fra­ge mich, was ist das für eine Poli­zei­kul­tur?”.(…) Gene­rell wird in Deutsch­land aus Anzei­gen gegen Poli­zei­be­am­te nur sehr sel­ten eine Ankla­ge. Nach einer Aus­wer­tung der Uni Bochum für das Jahr 2016 wur­den in 90 Pro­zent der Fäl­le die Ver­fah­ren ein­ge­stellt, in nur 2,3 Pro­zent der Fäl­le wur­de Ankla­ge erho­ben oder Straf­be­fehl erlas­sen. Doch Lola Diaz und ihr Anwalt hof­fen nun, dass ihre Anzei­ge zu einer Ankla­ge führt…” Bei­trag von Eli­sa­beth Weydt vom 4. Janu­ar 2019 beim NDR externer Link
  • Ter­ror-Ver­fah­ren nach G20-Gip­fel ein­ge­stellt 
    “Knapp andert­halb Jahre nach den Aus­schrei­tun­gen beim G20-Gip­fel in Ham­burg hat die Ros­to­cker Staats­an­walt­schaft ein Ter­ror-Ver­fah­ren gegen drei Beschul­dig­te aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein­ge­stellt. Die drei stan­den in Ver­dacht, Waf­fen und Spreng­stoff gehor­tet zu haben, um beim Tref­fen der Staats- und Regie­rungs­chefs gegen ein­ge­setz­te Poli­zis­ten vor­zu­ge­hen. Ein Spre­cher der Staats­an­walt­schaft bestä­tig­te auf Anfra­ge von NDR 1 Radio MV jetzt, dass es kei­nen aus­rei­chen­den Tat­ver­dacht für eine Ankla­ge gege­ben hat. (…) Unter­des­sen hat eine Klei­ne Anfra­ge des Links­ab­ge­ord­ne­ten Peter Rit­ter erge­ben, dass die Staats­an­walt­schaf­ten des Lan­des seit Mit­te 2012 ins­ge­samt 15 Ter­ror-Ver­fah­ren wegen des Ver­dachts einer schwe­ren staats­ge­fähr­den­den Gewalt­tat geführt haben, dar­un­ter mehr als dop­pelt so vie­le Ermitt­lun­gen gegen mut­maß­lich Rechts­ex­tre­me als gegen Links­ex­tre­me. In einem Fall erfolg­te eine Ankla­ge und schließ­lich eine Ver­ur­tei­lung, aller­dings am Ende wegen eines Ver­sto­ßes gegen das Waf­fen­ge­setz. Für Rit­ter sind die Zah­len ein wei­te­rer Beleg dafür, dass der Schwer­punkt der Auf­merk­sam­keit wei­ter der rechts­ex­tre­men Sze­ne gel­ten müs­se und “kein Stra­te­gie­wech­sel nach links” erfol­gen dür­fe…” Bei­trag von Ste­fan Lud­mann 3. Janu­ar 2019 beim NDR externer Link
  • Kei­ne Rechts­grund­la­ge. Dürf­ti­ge Ankla­ge­kon­struk­ti­on, frag­wür­di­ge Ermitt­lungs­me­tho­den: Ver­tei­di­ger stel­len G‑20-Ver­fah­ren in Ham­burg grund­sätz­lich in Fra­ge 
    “Mit Blick auf den Pro­zess um die G‑20-Pro­tes­te in Alto­na am 7. Juli 2017, der am Diens­tag vor dem Land­ge­richt Ham­burg begann, hat die Straf­ver­tei­di­ge­rin Gabrie­le Hein­ecke schar­fe Kri­tik an Tei­len der Jus­tiz geübt. Das Vor­ge­hen der Staats­an­walt­schaft Ham­burg und des 1. Senats des Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) in dem Ver­fah­ren bezeich­ne­te die Anwäl­tin, die einen der fünf Ange­klag­ten ver­tritt, am Mitt­woch im Gespräch mit jW als »Angriff auf das Demons­tra­ti­ons­recht«. In dem Pro­zess stün­den Grund­rech­te auf dem Spiel, die für die Demo­kra­tie essen­ti­ell sei­en. (…) Im Zen­trum steht dabei erneut die Inter­pre­ta­ti­on eines Urteils des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH), das im Mai 2017 ein »osten­ta­ti­ves Mit­mar­schie­ren« in einer gewalt­be­rei­ten Grup­pe für straf­bar erklär­te. Für den OLG-Senat steht fest, dass die­ses Urteil auch auf G‑20-Geg­ner anwend­bar ist. Aus Hein­eckes Sicht wird dabei unter­schla­gen, dass es vor dem BGH um Fuß­ball-Hoo­li­gans ging, die sich per Whats-App zu einer Prü­ge­lei ver­ab­re­det hat­ten. Und dass das Urteil poli­ti­sche Demons­tra­tio­nen aus­nahm, bei denen es zu Gewalt kommt, die aber nicht von allen Teil­neh­mern unter­stützt wird. (…) Wie geru­fen kam der Ver­tei­di­gung eine Ent­schei­dung des Ham­bur­ger Daten­schutz­be­auf­trag­ten Johan­nes Cas­par, die er am Diens­tag pünkt­lich zum Pro­zess­be­ginn traf. Cas­par ord­ne­te die Löschung der bio­me­tri­schen Daten­bank an, mit deren Hil­fe die inzwi­schen auf eine Ermitt­lungs­grup­pe redu­zier­te Son­der­kom­mis­si­on (Soko) »Schwar­zer Block« der Poli­zei nach Ran­da­lie­rern beim G‑20-Gip­fel im Juli 2017 fahn­det. Eine Steil­vor­la­ge für die Ver­tei­di­ger, denn die bestrei­ten die Recht­mä­ßig­keit die­ser Fahn­dungs­me­tho­de, mit der auch die fünf Ange­klag­ten ermit­telt wur­den…” Pro­zess­be­richt von Kris­ti­an Stemm­ler in der jun­gen Welt vom 20. Dezem­ber 2018 externer Link
  • G20: Ham­bur­ger Poli­zei muss bio­me­tri­sche Daten tau­sen­der Bür­ger löschen 
    Der Ham­bur­ger Daten­schutz­be­auf­trag­te hat die Löschung einer Refe­renz­da­ten­bank der Ham­bur­ger Poli­zei ange­ord­net, in der die­se bio­me­tri­sche Daten tau­sen­der Bürger:innen erfasst hat­te. In die­se Daten­bank sind nicht nur Bil­der und Vide­os der Poli­zei, Mate­ri­al aus öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln und aus Medi­en ein­ge­flos­sen, son­dern auch pri­va­te Auf­nah­men, die Bür­ger über ein Fahn­dungs­por­tal hoch­ge­la­den hat­ten. Ins­ge­samt umfasst die Daten­bank über 100 Tera­byte bei 32.000 Video- und Bild­da­tei­en. Nach Aus­kunft des Daten­schutz­be­auf­trag­ten Johan­nes Cas­par sei die bio­me­tri­sche Erfas­sung „unter­schieds- und anlass­los“ gesche­hen. Sie betref­fe mas­sen­haft Per­so­nen, die nicht tat­ver­däch­tig sei­en…” Mel­dung von Mar­kus Reu­ter vom 18.12.2018 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • G20-Pro­zess zum „Elb­chaus­see-Kom­plex“: Wenn die Anwe­sen­heit in einer Men­schen­men­ge bei der Bege­hung einer Straf­tat straf­bar sein soll 
    In Ham­burg hat heu­te der Pro­zess gegen fünf Akti­vis­ten aus Frank­furt, Offen­bach und Frank­reich begon­nen. Die drei Erwach­se­nen und zwei Jugend­li­chen sind ange­klagt, bei Aus­schrei­tun­gen auf der Elb­chaus­see wäh­rend des G20-Gip­fels im ver­gan­ge­nen Jahr in Ham­burg „dabei gewe­sen“ zu sein. (…) Nach der Ver­le­sung der Ankla­ge­schrif­ten bekam die Ver­tei­di­gung das Wort. Es wur­de fest­ge­stellt, dass die Anwe­sen­heit in einer Men­schen­men­ge bei der Bege­hung einer Straf­tat nicht straf­bar ist und die­se ohne­hin nur auf Indi­zi­en gestützt sei. Das Ver­fah­ren die­ne der Ver­schleie­rung des poli­ti­schen Ver­sa­gens bei der Orga­ni­sa­ti­on des G20-Gip­fels und sol­le die Öffent­lich­keit beru­hi­gen. Wei­ter­hin kri­ti­siert die Ver­tei­di­gung die unter­blei­ben­de Haft­ver­scho­nung für die Ange­klag­ten Halil und Can. Den bei­den war vor drei Wochen von der Rich­te­rin eine Haft­ver­scho­nung zuge­stan­den wor­den. Dar­auf­hin wur­den sie auf frei­en Fuß gesetzt und muss­ten nach statt­ge­ge­be­nem Ein­spruch der Staats­an­walt­schaft nach zwei Stun­den in die Haft zurück­keh­ren. Die Inhaf­tie­rung wird mit Flucht­ge­fahr begrün­det, was durch die frei­wil­lig erfolg­te Rück­kehr in die Haft­an­stalt hin­rei­chend wider­legt sein soll­te. Die Ver­tei­di­gung ging außer­dem auf die Über­schrei­tung von Kom­pe­ten­zen der „Soko Schwar­zer Block“ mit ihren 180 Beam­ten bei den Ermitt­lun­gen ein. (…) Die nächs­ten Ter­mi­ne sind am 8. und 10. Janu­ar 2019. Am kom­men­den Sams­tag fin­det ab 12 Uhr eine Kund­ge­bung vor dem Unter­su­chungs­ge­fäng­nis Hols­teng­la­cis statt…” Bericht vom 18. Dezem­ber 2018 beim Bünd­nis „United we stand“ externer Link
  • Ver­fah­ren gegen Prü­gel-Poli­zis­ten ein­ge­stellt. Beam­te schlu­gen Ord­ner bewusst­los – Anwalt legt Beschwer­de bei der Gene­ral­staats­an­walt­schaft ein 
    Der mas­si­ve Angriff Braun­schwei­ger Poli­zis­ten vor einem Jahr auf Demons­tran­ten in Göt­tin­gen bleibt nach dem Wil­len der Göt­tin­ger Staats­an­walt­schaft ohne straf­recht­li­che Kon­se­quen­zen. Die Behör­de stell­te das Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Kör­per­ver­let­zung im Amt ein. Der Anwalt des Haupt­be­trof­fe­nen gab am Frei­tag bekannt, dass er Beschwer­de bei der Gene­ral­staats­an­walt­schaft ein­ge­legt hat. (…) Auf einem Video ist zu sehen, wie R. von Poli­zis­ten meh­re­re Schlä­ge ins Gesicht bekommt und zu Boden geht. Er wird am Kopf im Wür­ge­griff hin­ter die Poli­zei­ket­te gezo­gen und auf den Boden fal­len gelas­sen. Ein Beam­ter kniet auf sei­nem Nacken. R. ringt nach Luft. Sei­ne Hän­de wer­den mit Kabel­bin­dern auf dem Rücken fixiert. Poli­zis­ten schlei­fen ihn an den Armen über die Stra­ße und legen ihn vor einem Poli­zei­bus ab. R.s Mut­ter wird nicht zu dem Ver­letz­ten durch­ge­las­sen. (…) Der Göt­tin­ger Rechts­an­walt Sven Adam, der R. ver­tritt, zeigt die an der Prü­ge­lei betei­lig­ten, nament­lich nicht bekann­ten Beam­ten der Braun­schwei­ger Beweis­si­che­rungs- und Fest­nah­me­ein­heit (BFE) an. Jetzt hat die Staats­an­walt­schaft die Ein­stel­lung des Ver­fah­ren ver­fügt. Sie erklärt, dass der Ord­ner kei­ne bemer­kens­wer­ten Schlä­ge mit einem Schlag­stock erhal­ten habe und sich das Han­deln der Beam­ten als Not­wehr dar­stel­le. Für Adam lässt das Video »wenig Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum«. Es zei­ge ins­be­son­de­re einen Poli­zis­ten, der mit meh­re­ren Ton­fa-Schlä­gen auf die Demons­tra­ti­on, vor allem aber auch auf den Ord­ner ein­schla­ge. Wäh­rend die­ser kaum noch ste­he, tref­fe ihn ein Faust­schlag mit­ten im Gesicht, und er geht zu Boden. »Was hier­an Not­wehr sein soll erschließt sich mir nicht«, sag­te Adam am Frei­tag. »Das ist bru­ta­le und unver­hält­nis­mä­ßi­ge Gewalt.« Eben­falls straf­los soll laut Staats­an­walt­schaft das wei­te­re Vor­ge­hen der Poli­zei gegen R. Blei­ben. »Auch die­se Maß­nah­me soll laut Staats­an­walt­schaft nicht über­trie­ben gewe­sen sein«, so Adam. »Das Video spricht aller­dings auch hier für sich.«…” Arti­kel von Rei­mar Paul vom 14.12.2018 beim ND online externer Link
  • Pro­zess um G20-Pro­test: Land­ge­richt nicht hart genug. Ham­bur­ger Rich­ter haben die U‑Haft in einem G20-Pro­zess aus­ge­setzt. Die Staats­an­walt­schaft hält sie nun für befan­gen 
    Nie in der „Nach­kriegs­ge­schich­te“ sei­en in Ham­burg solch schwe­re „Gewalt- und Sach­beschädigungshandlungen“ ver­übt wor­den wie wäh­rend der Pro­tes­te gegen den G20-Gip­fel am Mor­gen des 7. Juli 2017. Ent­lang der Elb­chaus­see und in der Gro­ßen Berg­stra­ße habe ein „schwarz uni­for­mier­ter Mob“ gewü­tet. So begrün­det das Han­sea­ti­sche Ober­lan­des­ge­richt (OLG), war­um zwei mut­maß­li­che Teil­neh­mer des gewalt­sa­men Auf­marschs im Stadt­teil Alto­na in Unter­su­chungs­haft blei­ben müs­sen. Das OLG hebt damit eine Ent­schei­dung des Land­ge­richts auf. Die­ses hat­te zwei der ins­ge­samt fünf Ange­klag­ten am 9. Novem­ber unter stren­gen Mel­de­auf­la­gen frei­ge­las­sen und den Voll­zug der Unter­su­chungs­haft aus­ge­setzt. Die Rich­ter der 17. Gro­ßen Straf­kam­mer hal­ten die 22 und 24 Jah­re alten Män­ner aus Hes­sen zwar des schwe­ren Land­frie­dens­bruchs für drin­gend ver­däch­tig. Sie müss­ten sehr wohl mit einer Stra­fe rech­nen. Aller­dings sei ihnen eine „Mit­tä­ter­schaft“ im enge­ren Sin­ne wahr­schein­lich nicht nach­zu­wei­sen. (…) Gegen die­se Ent­schei­dung lau­fen OLG und Staats­an­walt­schaft nun Sturm. Das OLG setz­te den Haft­be­fehl schon nach weni­gen Stun­den wie­der in Voll­zug. Die 17. Straf­kam­mer des Land­ge­richts habe „die Dimen­si­on der Taten“ voll­stän­dig aus den Augen ver­lo­ren, heißt es zur Begrün­dung. Nun setzt die Staats­an­walt­schaft noch eins drauf: Sie lehnt die drei Rich­ter der 17. Gro­ßen Straf­kam­mer des Land­ge­richts ab und hat einen Befan­gen­heits­an­trag ein­ge­reicht. „Es liegt ein Grund vor, der geeig­net ist, Miss­trau­en gegen die Unpar­tei­lich­keit der abge­lehn­ten Rich­ter zu recht­fer­ti­gen“, heißt es in dem Antrag, der der taz vor­liegt…” Bericht von Ste­fan Buchen vom 7.12.2018 bei der taz online externer Link
  • Gericht rügt Poli­zei Ham­burg: G20-Knast-Schi­ka­ne war ille­gal 
    Die Inge­wahrsam­nah­me von ita­lie­ni­schen G20-Demons­tran­ten war unrecht­mä­ßig. So urteil­te nun das Ver­wal­tungs­ge­richt. Das Urteil am Diens­tag konn­te nicht über­ra­schen: „Rechts­wid­rig“, so befand Diet­rich Hölz, Vor­sit­zen­der der 17. Kam­mer des Ham­bur­ger Ver­wal­tungs­ge­richts, sei die fast 24 Stun­den andau­ern­de Inge­wahrsam­nah­me von drei Ita­lie­nern wäh­rend des G20-Gip­fels gewe­sen. Das Ver­fah­ren habe „kei­ne Anknüp­fungs­punk­te“ für bevor­ste­hen­de Straf­ta­ten der Män­ner erbracht, die deren Fest­set­zung hät­ten recht­fer­ti­gen kön­nen. Zudem sei „kei­ne rich­ter­li­che Anord­nung ein­ge­holt“ wor­den, die die juris­ti­sche Vor­aus­set­zung für den Voll­zug einer sol­chen Maß­nah­me gewe­sen wäre, sag­te Hölz. Und es sei „nicht nach­voll­zieh­bar“, auf wel­chen Erkennt­nis­sen eine Gefah­ren­pro­gno­se des Ver­fas­sungs­schut­zes beruht habe, nach der am Abend des 8. Juli, mit­ten wäh­rend des G20-Gip­fels, Straf­ta­ten spe­zi­ell von ita­lie­ni­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen, zu erwar­ten gewe­sen sei­en…” Bericht von Mar­co Cari­ni vom 5.12.2018 bei der taz online externer Link
  • Gesichts­er­ken­nung der G20-Ermitt­lun­gen kommt vor Gericht 
    “Der Ham­bur­ger Daten­schutz­be­auf­trag­te Cas­par will die auto­ma­ti­sier­te Gesichts­er­ken­nung, die im Rah­men der Ermitt­lun­gen zum G20-Gip­fel ein­ge­setzt wird, gericht­lich unter­sa­gen las­sen. Herr Cas­par hat­te bereits Ende August bekannt gege­ben, dass er die Nut­zung die­ses Instru­ments für unzu­läs­sig hält. Die Innen­be­hör­de sieht dies jedoch anders. (…) Die Soft­ware mit dem Namen Vide­mo 360 kann laut Cas­par Bewe­gungs­pro­fi­le erstel­len, Bezie­hungs­struk­tu­ren und Ver­hal­tens­mus­ter doku­men­tie­ren. Die Soft­ware macht dabei kei­nen Unter­schied zwi­schen Tat­be­tei­lig­ten und unbe­tei­lig­ten Per­so­nen. Innen­se­na­tor Andy Gro­te möch­te an dem Pro­jekt fest­hal­ten, und setzt auf eine gericht­li­che Ent­schei­dung. Sei­ner Mei­nung nach hät­te es ohne die Soft­ware kaum Ermitt­lungs­er­fol­ge für die Poli­zei gege­ben. Für ihn geht es bei der Soft­ware nicht um Gesich­ter und per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten, son­dern um mathe­ma­ti­sche For­meln…” Mel­dung vom 26. Okto­ber 2018 von und bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal externer Link
  • G20-Gip­fel: Poli­zei­ge­walt ohne Kon­se­quen­zen – Staats­an­walt­schaft stellt Ermitt­lun­gen ein 
    “Mit weiß-pin­ken Turn­schu­hen, knall­ro­ter Stretch­ho­se und blau­em T‑Shirt stand die Künst­le­rin Fio­na O. wäh­rend der G20-Pro­tes­te Juli 2017 in Ham­burg allei­ne auf einem Räum­pan­zer. Beam­te der hes­si­schen Bereit­schafts­po­li­zei reagier­ten dar­auf völ­lig über­zo­gen und sprüh­ten die jun­ge Frau mit Pfef­fer­spray ein. Kon­se­quen­zen für das über­zo­ge­ne Han­deln der Beam­ten gibt es: kei­ne. Chris­tia­ne Schnei­der, innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Links­frak­ti­on in der ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft, sieht sich in dem Ein­druck bestärkt, dass die Staats­an­walt­schaft mit unter­schied­li­chem Maß misst. Auf Nach­fra­ge der Frank­fur­ter Rund­schau (FR) berich­tet die Spre­che­rin der Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft Nana From­bach, dass drei Anzei­gen vor­ge­le­gen hät­ten und drei Staats­an­wäl­te unab­hän­gig von­ein­an­der ermit­tel­ten. Die Ver­fah­ren wur­den »ein­ge­stellt, weil das Han­deln der Poli­zei­be­am­ten recht­mä­ßig war«, teil­te die Staats­an­walt­schaft der FR mit. Die Ver­fah­ren waren bereits im März und April ein­ge­stellt wor­den, aber bis­her nicht öffent­lich bekannt. (…) Aus einer klei­nen Anfra­ge der Ham­bur­ger LINKEN geht her­vor, dass bis März 2018 gegen 118 Poli­zei­be­am­te von der Staats­an­walt­schaft Ermitt­lun­gen ein­ge­lei­tet wor­den waren. Dar­aus resul­tier­ten weder Ankla­gen noch Straf­be­feh­le. Schnei­der sagt gegen­über »nd«: »Das Pro­blem ist kom­plex. Zum einen trau­en sich Betrof­fe­ne gar nicht erst Anzei­ge zu erstat­ten. Zum ande­ren ist die Staats­an­walt­schaft von der Zusam­men­ar­beit mit der Poli­zei abhän­gig. Die­se tut sich daher schwer Ver­fah­ren gegen Poli­zis­ten zu eröff­nen.«…” Bei­trag von Ulri­ke Kum­pe bei der neue Deutsch­land vom 16. Okto­ber 2018 externer Link
  • [G20] Der lan­ge Arm der Repres­si­on 
    “… Mit­ar­bei­ter der Ham­bur­ger Son­der­kom­mis­si­on “Schwar­zer Block” sind nach dem G20-Gip­fel mehr­mals für einen “Erkennt­nis­aus­tausch” in Nach­bar­län­der gereist. Das teil­te der Ham­bur­ger Senat auf Anfra­ge der Abge­ord­ne­ten Chris­tia­ne Schnei­der in einem Schrei­ben mit, das der Redak­ti­on vor­liegt. Um wel­che Maß­nah­men und besuch­te Behör­den es sich han­delt, schreibt der Senat nicht. Vor zwei Wochen hat­te die Ham­bur­ger Poli­zei die Auf­lö­sung der Son­der­kom­mis­si­on bekannt gemacht. Sämt­li­che straf­recht­li­chen Ermitt­lun­gen zum G20-Gip­fel wer­den jetzt von einer Ermitt­lungs­grup­pe wei­ter­ge­führt, die bei der Staats­schutz­ab­tei­lung des Lan­des­kri­mi­nal­amts (LKA) ange­sie­delt ist. Bis­lang war nur bekannt, dass die Soko “Schwar­zer Block” zur Voll­stre­ckung deut­scher rich­ter­li­cher Beschlüs­se im Aus­land war. Am 29. Mai hat­ten die Beam­ten Durch­su­chun­gen bei sie­ben Per­so­nen in Frank­reich, Ita­li­en, Spa­ni­en und der Schweiz ver­an­lasst, um dort mög­li­che Beweis­mit­tel zu sichern. Neun Objek­te wur­den durch­sucht und dabei Rech­ner und Lap­tops, Mobil­te­le­fo­ne, Spei­cher­me­di­en und Beklei­dung beschlag­nahmt. Zwei der Beschul­dig­ten waren zunächst unbe­kannt und wur­den durch eine Öffent­lich­keits­fahn­dung iden­ti­fi­ziert. Die Fotos und Beschrei­bun­gen der Betrof­fe­nen hat­te die Soko “Schwar­zer Block” zur Iden­ti­fi­zie­rung auch an aus­län­di­sche Behör­den geschickt. (…) Die Funk­ti­on des BKA wird vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um als “Unter­stüt­zung” bezeich­net. Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um mit­ge­teilt, dass “Per­so­nen­da­ten über poli­zei­be­kann­te lin­ke Akti­vis­ten mit dem Aus­land aus­ge­tauscht” wur­den. Die­ser Aus­tausch erfolg­te unter ande­rem über die infor­mel­le “Poli­ce Working Group on Ter­ro­rism” (PWGT), in der sich alle EU-Mit­glied­staa­ten orga­ni­sie­ren. Anfra­gen zu Tat­ver­däch­ti­gen erfolg­ten aber auch in Island, Kana­da, der Schweiz, und in den USA. Das BKA über­nahm in den G20-Ermitt­lun­gen außer­dem die Funk­ti­on einer Zen­tral­stel­le…” Bei­trag von Mat­thi­as Mon­roy vom 13. Okto­ber 2018 bei Tele­po­lis externer Link
  • Raz­zi­en bei Anti­ka­pi­ta­lis­ten: Poli­zei durch­sucht Woh­nun­gen in drei Bun­des­län­dern /​Eine Fest­nah­me in Ham­burg /​Euro­pa­wei­te öffent­li­che Fahn­dung 
    “Die Poli­zei durch­sucht im Zusam­men­hang mit den Ereig­nis­sen beim G20-Gip­fel in Ham­burg vor mehr als einem Jahr seit den frü­hen Mor­gen­stun­den Woh­nun­gen in der Han­se­stadt, Schles­wig-Hol­stein und Nord­rhein-West­fa­len. Die Raz­zi­en rich­te­ten sich gegen zwölf Beschul­dig­te. Im Fokus des Ein­sat­zes ste­hen Tat­ver­däch­ti­ge, die bei der »Wel­co­me to Hell«-Demonstration Straf­ta­ten began­gen haben sol­len. Das teil­ten Poli­zei und Staats­an­walt­schaft am Diens­tag­mor­gen mit. Bei den angeb­li­chen Straf­ta­ten soll es sich dem­nach unter ande­ren um schwe­ren Land­frie­dens­bruch, Wider­stand gegen Poli­zei­be­am­te und tät­li­chen Angriff auf Voll­stre­ckungs­be­am­te han­deln. Im Ham­bur­ger Stadt­teil Win­ter­hu­de wur­de indes ein 35-Jäh­ri­ger ver­haf­tet, wie eine Poli­zei­spre­che­rin am Diens­tag­mor­gen bestä­tig­te. (…) Par­al­lel zu den neu­en Raz­zi­en ver­öf­fent­lich­te die Poli­zei am Diens­tag in ver­schie­de­nen euro­päi­schen Spra­chen inter­na­tio­na­le Fahn­dungs­auf­ru­fe mit Bil­dern von vier wei­te­ren Beschul­dig­ten im Inter­net. (…) Bei der Suche nach Ver­däch­ti­gen stüt­zen sich die Ermitt­ler unter ande­rem auf eine umfang­rei­che Daten­bank von Film- und Video­auf­nah­men, die wäh­rend der Aus­schrei­tun­gen ent­stan­den und mit­tels einer Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware ana­ly­siert wer­den. Außer­dem wird öffent­lich und in poli­zei­in­ter­nen Daten­ban­ken nach Beschul­dig­ten gesucht. Ham­burgs Daten­schüt­zer und die LINKE bean­stan­de­ten den Ein­satz der Soft­ware jüngst. Es gebe kei­ne gesetz­li­che Grund­la­ge…” Mel­dung von und bei neu­es Deutsch­land vom 18. Sep­tem­ber 2018 externer Link
  • Sozio­lo­gi­sche For­schung über G20-Pro­test: „Wann knallt es end­lich?“ 
    “For­scher aus Ber­lin und Ham­burg haben die Pro­test- und Poli­zei­dy­na­mik beim G20-Gip­fel in Ham­burg ergrün­det. Sie kri­ti­sie­ren die feh­len­de Refle­xi­on bei der Poli­zei.” Inter­view von Katha­ri­na Schip­kow­ski mit dem Sozio­lo­gen Simo­ne Teu­ne vom 6. Sep­tem­ber 2018 bei taz online externer Link. Simo­ne Teu­ne: “… Der Anlass war für uns nicht, dass es gewalt­tä­ti­ge Kon­fron­ta­tio­nen gab, das ist bei Gip­fel­pro­tes­ten rela­tiv bere­chen­bar. Was uns inter­es­siert hat ist: Wie konn­te es zur Ent­gren­zung kom­men? Dass Umste­hen­de und Anwohner*innen Teil der Aus­ein­an­der­set­zun­gen wur­den und die Poli­zei mit nied­rig­schwel­li­ger Schuss­frei­ga­be bis zum Äußers­ten geht, das woll­ten wir ver­ste­hen. (…) Die Öffent­lich­keits­ar­beit der Poli­zei ist in Kon­ti­nui­tät mit ande­ren Gip­fel­pro­tes­ten zu betrach­ten: Erst mal wird sie inten­siv und offen­siv betrie­ben und dann ist die Gewalt der Demons­trie­ren­den das Haupt­the­ma gegen­über den Medi­en. Dass es zu Gewalt kommt, wird als unaus­weich­lich dar­ge­stellt, damit eröff­net man sich einen grö­ße­ren Hand­lungs­spiel­raum. Die fast magi­sche und über­all ver­brei­te­te Zahl von 10.000 Gewalt­be­rei­ten ist so ein Bei­spiel. Da fragt im Nach­hin­ein nie­mand mehr, wo waren die? Mit der Zahl wur­de die „Wel­co­me to Hell“-Demonstration im Vor­feld dämo­ni­siert. Am Ende sprach die Poli­zei selbst von 10.000 fried­li­chen Teil­neh­men­den. (…) Alle, die Pro­test orga­ni­siert haben, wur­den immer wie­der auf Gewalt ange­spro­chen, ein ande­res The­ma gab es nicht. Das ist eine Poli­zei­per­spek­ti­ve, eine Ent­po­li­ti­sie­rung…” Der kom­plet­te Report des Ham­bur­ger Insti­tuts für Sozi­al­for­schung Eska­la­ti­on – Dyna­mi­ken der Gewalt im Kon­text der G20-Pro­tes­te in Ham­burg 2017″ externer Link ist als kos­ten­lo­ser Down­load ver­füg­bar
  • Evge­nii: Frei­spruch für G20-Geg­ner rechts­kräf­tig 
    “… Das Amts­ge­richt Ham­burg-Alto­na hat einen 32-jäh­ri­gen Ange­klag­ten nach 15 Ver­hand­lungs­ta­gen in sämt­li­chen Punk­ten frei­ge­spro­chen. Ihm war vor­ge­wor­fen wor­den, wäh­rend des G20-Gip­fels drei Fla­schen auf Poli­zei­be­am­te gewor­fen zu haben. Am Sams­tag ist die Beru­fungs­frist ver­stri­chen. Die Staats­an­walt­schaft hat das Urteil akzep­tiert. Damit ist es rechts­kräf­tig. Das Gericht hat die Arbeit der ver­deckt ermit­teln­den Poli­zei­be­am­ten deut­lich kri­ti­siert. Gleich sechs die­ser soge­nann­ten „Tat­be­ob­ach­ter“ gaben an, dem Ange­klag­ten gefolgt zu sein – für zuver­läs­sig hielt das Gericht ihre Anga­ben jedoch nicht. Die Beam­ten waren im Gerichts­saal ver­klei­det auf­ge­tre­ten. Auf wesent­li­che Fra­gen des Gerichts ver­wei­ger­ten sie die Aus­sa­ge, wobei sie sich auf nicht erteil­te Aus­sa­ge­ge­neh­mi­gun­gen berie­fen. Rich­ter genau­so wie Staats­an­wäl­tin stell­ten fest, dass die Poli­zei auf die­se Wei­se die gericht­li­che Sach­auf­klä­rung behin­de­re. Die Anwäl­tIn­nen haben dem Gericht ein Video vom Tat­ort und ‑zeit­raum prä­sen­tiert, dass den Anga­ben der Poli­zei­zeu­gen wider­sprach. Ob die Zeu­gen gelo­gen oder sich geirrt hat­ten, konn­te das Gericht nicht mehr auf­klä­ren. Selbst die Staats­an­walt­schaft hat­te daher Frei­spruch bean­tragt.(…) Der Ange­klag­te erhält eine Ent­schä­di­gung in Höhe von fast 4.000 € für die zu Unrecht erlit­te­ne Unter­su­chungs­haft von über vier Mona­ten…” Pres­se­mit­tei­lung der Ver­tei­di­gung Evge­ni­is bei United We Stand am 28. August 2018 externer Link
  • G20-Son­der­aus­schuss in Ham­burg endet: Ein Jahr nach G20 ist noch nichts klar 
    “… Die meis­ten Abge­ord­ne­ten der Ham­bur­ger Bür­ger­schaft blie­ben am Don­ners­tag­abend unzu­frie­den zurück. Der G20-Son­der­aus­schuss hat­te zum 15. und letz­ten Mal getagt. Ein­zig die SPD fei­er­te in ihrem Abschluss­state­ment den Aus­schuss als „gelun­gen“. Ihr Koali­ti­ons­part­ner, die Grü­nen, zogen ein eher gemisch­tes Fazit. Eine rich­ti­ge Bilanz wol­len die Aus­schuss­mit­glie­der aber erst in den kom­men­den Wochen zie­hen, Ende Sep­tem­ber sol­len die Abschluss­state­ments in der Bür­ger­schaft debat­tiert wer­den. Schon jetzt ist klar: Vie­le Erkennt­nis­se hat der Aus­schuss nicht gebracht. (…) Die Auf­ga­be des vor einem Jahr gestar­te­ten Son­der­aus­schus­ses war es gewe­sen, in 15 Sit­zun­gen die „gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen rund um den G20-Gip­fel in Ham­burg“ auf­zu­klä­ren. Die The­men­schwer­punk­te der oft zähen Sit­zun­gen im Rat­haus waren das Sicher­heits­kon­zept des Senats, die Aus­schrei­tun­gen und die Auf­lö­sung der „Wel­co­me to Hell“-Demo, die Kra­wal­le in der Schan­ze und der Elb­chaus­see sowie eine Demons­tra­ti­on am Ron­den­barg. (…) Fak­ten, die vor­her nicht bekannt waren, hat der Aus­schuss kaum zuta­ge geför­dert. Neu­ig­kei­ten waren immer eher am Ran­de auf­ge­taucht. So hat­te bei­spiels­wei­se Chris­tia­ne Schnei­der im Mai in einer Sit­zung öffent­lich gemacht, dass ver­mumm­te Polizist*innen under­co­ver im Schwar­zen Block der „Wel­co­me to Hell“-Demo gewe­sen waren. Im Juli war dem Soko-Chef Jan Hie­ber her­aus­ge­platzt, dass die Poli­zei jetzt dau­er­haft eine Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware zur Straf­ver­fol­gung ein­set­zen will. (…) So geht nun die Arbeit eines Gre­mi­ums unspek­ta­ku­lär zu Ende, das sich viel vor­ge­nom­men hat­te. Auf­zu­klä­ren bleibt noch viel.” Bei­trag von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 16. August 2018 bei taz online externer Link
  • Ein Jahr nach dem G‑20 Gip­fel in Ham­burg – Eine klei­ne Aus­wahl an Rück­bli­cken 
    • Ein Jahr G20 Ham­burg – Ein Rück­blick
      ND-Video bei you­tube externer Link
    • Ein Jahr nach G20 in Ham­burg: Mehr als Gewalt
      Über die Tage und Näch­te von Ham­burg und dem, was von ihnen bleibt. Eine Spu­ren­su­che in der radi­ka­len Lin­ken (…) Anne vom »ums Ganze«-Bündnis benennt auch nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen der Gip­fel­pro­tes­te: »Sozia­le und poli­ti­sche Kon­flik­te wer­den zuneh­mend poli­zei­lich bear­bei­tet.« Die Ent­wick­lun­gen ste­hen für sie im Kon­text einer »ins­ge­samt zu beob­ach­ten­den auto­ri­tä­ren Wen­de der west­li­chen Demo­kra­tien.« Erschre­ckend, wenn auch nicht über­ra­schend, fand sie es, mit wel­cher Lust sich in der Fol­ge der Pro­tes­te Hass auf die Pro­tes­tie­ren­den Bah­nen brach. »Dar­in zeigt sich eine Bru­ta­li­sie­rung der Gesell­schaft, wie sie sich auch in der Dis­kus­si­on um Geflüch­te­te fest­stel­len lässt.«…” Arti­kel von Fabi­an Hil­le­brand vom 09.07.2018 beim ND online externer Link
    • Poli­zei­wis­sen­schaft­ler über G20-Pro­tes­te: „Lin­ke zu Chao­ten abge­stem­pelt“
      Ein Jahr nach dem G20-Gip­fel sieht die Poli­zei alle Schuld an der Gewalt bei den Demons­tran­tIn­nen. Rafa­el Behr über Hel­den­ge­schich­ten und pau­scha­le Abwer­tun­gen. taz: Herr Behr, als Dozent an der Ham­bur­ger Poli­zei­aka­de­mie haben Sie eine Innen­sicht: Wie bewer­tet die Poli­zei den G20-Gip­fel ein Jahr danach? Rafa­el Behr: Das Bild, das mir Poli­zis­ten von den Tagen des G20-Gip­fels zeich­nen, setzt sich von dem der Ein­woh­ner des Schan­zen­vier­tels deut­lich ab. Ich höre durch­aus vie­le Hel­den­ge­schich­ten. Es gibt eine gro­ße Selbst­be­stä­ti­gung, wenig Refle­xi­on und noch weni­ger prak­ti­zier­te Feh­ler­kul­tur. Das ist wie eine eige­ne poli­zei­li­che Par­al­lel­welt. Ein Nar­ra­tiv unter Poli­zis­ten ist: Es hät­te alles viel schlim­mer kom­men kön­nen. (…) Der Begriff des „Rechts­staats“ heißt ja nicht, dass der Staat immer Recht hat, son­dern dass man als Bür­ger auch Rech­te gegen den Staat hat. Schon im Zuge der Vor­be­rei­tun­gen auf den G20-Gip­fel aber wur­den aus den Bür­gern nach und nach wie­der die klas­si­schen Herr­schafts­un­ter­wor­fe­nen. Die Poli­zei ver­ab­schie­de­te sich von ihrem Selbst­ver­ständ­nis als Bür­ger­schutz­po­li­zei und wur­de zur Staats­schutz­po­li­zei, mit mar­tia­li­schem Law-and-Order-Anspruch…” Inter­view von Jean-Phil­ipp Baeck vom 9.7.2018 bei der taz online externer Link
    • Ein Jahr nach dem G‑20 Gip­fel in Ham­burg: Der Schock sitzt
      Bei der G20-Auf­ar­bei­tung ste­hen sich zwei Wahr­hei­ten gegen­über: Der Senat sieht einen Erfolg, die Gip­fel-Geg­ner die Demo­kra­tie sus­pen­diert. (…) Ganz anders hört es sich an, wenn Aktivist*innen, Bürgerrechtler*innen, lin­ke Anwält*innen aber vie­le der Bürger*innen aus den betrof­fe­nen, alter­na­ti­ven Stadt­tei­len über das G20-Tref­fen spre­chen. Für sie war der Gip­fel ein Desas­ter: Die Demo­kra­tie wur­de schon vor dem Gip­fel sus­pen­diert, als die Poli­zei eine 38 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ße Demo­ver­bots­zo­ne ein­rich­te­te. Die Tage selbst waren ein ein­zi­ger Aus­nah­me­zu­stand, von dem vie­le Hamburger*innen noch immer trau­ma­ti­siert sind. Auf der Stra­ße Poli­zei­trup­pen, am Him­mel Hub­schrau­ber. Tag und Nacht. Die Schu­len und Kitas im Zen­trum: geschlos­sen, Schwimm­bä­der, Spar­kas­sen und Super­märk­te: ver­ram­melt. Zelt­la­ger, die das Gericht geneh­migt hat­te, ver­hin­der­te die Poli­zei. Sie miss­ach­te­te das Recht, betrach­te­te auch fried­li­chen Pro­test als Stö­rung, mach­te aber wenig Gefan­ge­ne, son­dern prü­gel­te auf Blockierer*innen ein. Bis heu­te, ein Jahr nach dem Ereig­nis, ste­hen sich die­se bei­den Erzäh­lun­gen immer noch dia­me­tral gegen­über. Ver­su­che, bei­de Sicht­wei­sen in ein Gesamt­bild zu brin­gen, gibt es wenig. Die Vertreter*innen bei­der Sei­ten begeg­nen sich höchs­tens vor Gericht. 61 G20-Gegner*innen wur­den bis­her ver­ur­teilt. Das Straf­maß reicht von Geld­stra­fen und gerin­gen Bewäh­rungs­stra­fen bis zu Haft­stra­fen von drei Jah­ren und drei Mona­ten. Der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as Wis­bar vom Repu­bli­ka­ni­schen Anwalts­ver­ein spricht auf der Pres­se­kon­fe­renz der G20-Geg­ner zum ers­ten Jah­res­tag von „Feind­straf­recht“…” Arti­kel von Jean-Phil­ipp Baeck vom 6.7.2018 bei der taz online externer Link
    • Unter der Ober­flä­che. Auto­no­me dis­ku­tie­ren, Laden­be­sit­zer schimp­fen und man­che ver­mis­sen die Offen­heit – Ham­burg ein Jahr nach G20
      “… Die links­ra­di­ka­le Grup­pe Grow hat im Rah­men des »Fes­ti­vals der gren­zen­lo­sen Soli­da­ri­tät«, das mit Podi­en und Vor­trä­gen, Film­vor­füh­run­gen, einer Rad­tour und einer Rave-Demo an den Jah­res­tag erin­nern will, den Autor Achim Sze­pan­ski gela­den, um über die Theo­rie des Auf­stan­des zu dis­ku­tie­ren. Knapp Hun­dert Leu­te sind gekom­men. Der angeb­li­che »Schwar­ze Block« erscheint an die­sem Tag eher bunt und gut geklei­det: Adi­das-Jacken und teu­re Turn­schu­he bestim­men die Sze­ne­rie. Eine Ver­stän­di­gung aber, wie man als radi­ka­le Lin­ke zu den Riots des Frei­tag Abend steht, gibt es nicht. Am Jah­res­tag des Gip­fels ist man, so scheint es, immer noch über­for­dert. Ver­le­gen reagie­ren auch die dezi­diert lin­ken Orte auf der Schan­ze. »Wir haben als Kol­lek­tiv kei­ne ein­heit­li­che Mei­nung zu den Pro­tes­ten« – so oder so ähn­lich ist es mehr­fach aus Läden und Cafés zu hören, in denen man heu­te noch G20-Pro­test-Pla­ka­te fin­det. (…)Spa­ziert man heu­te durch das Schan­zen­vier­tel, fällt vor allem die ver­än­der­te Geräusch­ku­lis­se auf. Das dau­ern­de Dröh­nen der Poli­zei­hub­schrau­ber und die Mar­tins­hör­ner der Hun­dert­schaf­ten des letz­ten Jah­res sind ver­schwun­den. An ihre Stel­le ist wie­der ganz nor­ma­ler Auto­lärm getre­ten. Wäh­rend des Gip­fels waren die Stra­ßen voll­stän­dig gesperrt und somit als öffent­li­cher Raum für die Pro­tes­tie­ren­den nutz­bar. Sie saßen zusam­men und kamen ins Gespräch. Haus­tü­ren stan­den offen, vie­le Soli-Küchen boten Kaf­fee und Essen an, in Knei­pen wur­den Ver­letz­te ver­sorgt – oder ein­fach nur Schlaf­plät­ze ange­bo­ten. Die Türen sind nun wie­der ver­schlos­sen und anstel­le der Gipfelgegner*innen bestim­men Jung­ge­sel­len­ab­schie­de und Fuß­ball­fans die Atmo­sphä­re im Vier­tel. Doch unter die­ser Ober­flä­che haben sich Bezie­hun­gen von Men­schen ent­wi­ckelt, die sich die Erfah­rung der Soli­da­ri­tät und die Mög­lich­keit des Wider­stands bewahrt haben…” Arti­kel von Chris­to­pher Wim­mer vom 08.07.2018 beim ND online externer Link
    • 1 Jahr G20 – das Schwei­gen bre­chen
      Vor einem Jahr fand der G20-Gip­fel in Ham­burg statt. Er war der Anlass für Pro­tes­te und Aus­schrei­tun­gen. Für mich per­sön­lich ende­te der Gip­fel bereits Frei­tag­nacht wäh­rend gro­ßen Aus­schrei­tun­gen vom Schul­ter­blatt. Gegen 21:30 Uhr begann ein sie­ben­tä­gi­ger inter­na­tio­na­ler Shit­s­torm gegen mich, inii­tiert von US-Ame­ri­ka­ni­schen Rech­ten. Das Fina­le waren Het­ze, öffent­li­che Outings, Mord­dro­hun­gen, Soli­da­ri­tät, aber auch ein gro­ßes Schwei­gen. Bis­lang gab es nur weni­ge Men­schen, die mich direkt frag­ten, wie ich die Zeit erleb­te. Beson­ders in der Zeit nach dem Gip­fel wur­de nur über und nicht mit mir gespro­chen. Lan­ge hat­te ich über­legt, ob ich mich äußern soll­te, doch seit einem Jahr ist das Arbei­ten nicht mehr wie vor­her. Es ver­geht kei­ne Woche, in der Rech­te mich nicht wis­sen las­sen, dass der G20-Gip­fel mich mein Leben lang wohl beglei­ten wird. (…) Ein Kol­le­ge bei ver.di mein­te, wenn der Sturm vor­bei­ge­zo­gen ist, wird sich die neu­ge­won­ne­ne Auf­merk­sam­keit posi­tiv aus­zah­len. Viel­leicht erst ein hal­bes Jahr spä­ter, viel­leicht ein gan­zes. Nun ist ein gan­zes Jahr ver­gan­gen. Die Erde dreht sich wei­ter. Die Rech­ten het­zen eben­falls wei­ter. Es ist ein wenig wie vor dem G20. Mit einem Unter­schied. Ich weiß auf wen ich mich in Zukunft ver­las­sen kann und für wen ich die­se Arbeit mache. An die­ser Stel­le noch­mal Dan­ke an die Men­schen, die mir in die­ser schwe­ren Woche im Juli 2017 bei­stan­den, mich nicht allei­ne lie­ßen. Ich wer­de dies nicht ver­ges­sen. Di ein­ge­schränk­te Soli­da­ri­tät war aber auch erschre­ckend. Gera­de in der Zeit es Rechts­rucks, ist es wich­tig, dass die eman­zi­pa­to­ri­schen, anti­fa­schis­ti­schen Kräf­te soli­da­risch zuein­an­der sehen, auch wenn es inhalt­li­che Dif­fe­ren­zen geben mag.” Bei­trag vom 7.7.2018 von und bei Sören Kohl­hu­ber externer Link
    • G20-Auf­ar­bei­tung: Eine ver­ta­ne Chan­ce
      Vor einem Jahr brann­ten in Ham­burg Bar­ri­ka­den – zwei Bücher wid­men sich den Kra­wal­len wäh­rend des G20-Gip­fels aus lin­ker Per­spek­ti­ve. Klä­ren die Autoren auf? Oder wie­der­ho­len sie nur die eige­ne Ver­si­on der Gescheh­nis­se? (…) Jetzt sind zwei Bücher erschie­nen, die die Gip­fel­ge­schich­te aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven der G20-Geg­ner erzäh­len: “G20 – Ver­kehrs­pro­ble­me in einer Geis­ter­stadt” vom Autoren­kol­lek­tiv “Komi­tee 17” und der Sam­mel­band “Riot – Was war da los in Ham­burg? Theo­rie und Pra­xis der kol­lek­ti­ven Akti­on” von Karl-Heinz Dell­wo…” Arti­kel von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 07.07.2018 beim Spie­gel online externer Link
    • Tanz-Demo erin­nert in Ham­burg an G20
      Ein Jahr nach dem G20-Gip­fel in Ham­burg hat die lin­ke Sze­ne an das kon­flikt­rei­che Tref­fen erin­nert. Vom Neu­en Pfer­de­markt zogen laut Poli­zei am Sonn­abend bis zu 2.500 Men­schen durch das Schan­zen­vier­tel und durch St. Pau­li. Die Ver­an­stal­ter der Tanz-Demo spra­chen von rund 3.000 Teil­neh­mern. Sie zogen mit lau­ter Musik an zen­tra­len Orten der dama­li­gen Pro­tes­te vor­bei. Sta­tio­nen waren die Rote Flo­ra, die Mes­se­hal­len, Lan­dungs­brü­cken, der Fisch­markt, das Mil­l­ern­tor­sta­di­on und der Neue Pfer­de­markt, wo die Abschluss­kund­ge­bung statt­fand. Am Sie­ve­king­platz wur­de nach der Demo eine klei­ne Rauch­bom­be im Ein­gang des Straf­jus­tiz­ge­bäu­des gezün­det, so ein Spre­cher der Poli­zei zu NDR​.de. Die Demo selbst ver­lief fried­lich. (…) Vor dem Tanz-Demo-Start hat­ten sich rund 100 Men­schen an einer Fahr­rad-Demo betei­ligt. Auf Trans­pa­ren­ten for­der­ten die Teil­neh­mer “Free­dom of move­ment” und “Freie und soli­da­ri­sche Stadt Ham­burg”. Eini­ge soli­da­ri­sier­ten sich auch mit Geflüch­te­ten…” NDR-Bericht vom 08.07.2018 externer Link
  • Korps­geist bei G20: Ver­blen­de­te Kol­le­gen 
    Poli­zis­ten müs­sen sich auf­ein­an­der ver­las­sen kön­nen, wenn es gefähr­lich wird. Doch meh­re­re Straf­ver­fah­ren nach dem G20-Gip­fel vor einem Jahr zei­gen, was pas­siert, wenn Soli­da­ri­tät zu weit geht. Die Zei­le klang dra­ma­tisch: “Mord-Ver­such mit Laser”, schrieb die “Ham­bur­ger Mor­gen­post” am 12. Juli 2017. Ein Mann, Nico B., sol­le einen schwe­ben­den Poli­zei­hub­schrau­ber geblen­det haben. Den Tod der bei­den Pilo­ten und den Absturz der Maschi­ne habe er bil­li­gend in Kauf genom­men, hieß es. Ein Amts­rich­ter schick­te den Ver­däch­ti­gen in U‑Haft, in der er fünf Mona­te blieb. Flucht­ge­fahr. Vor weni­gen Tagen ende­te der Pro­zess gegen B. Und anders als im Haft­be­fehl war von einem ver­such­ten Mord kei­ne Rede mehr. Das Gericht glaub­te den bei­den Poli­zei­pi­lo­ten nicht, dass der Laser sie geblen­det hat. Eine behaup­te­te Absturz­ge­fahr habe nie bestan­den. Das Urteil: sechs Mona­te auf Bewäh­rung, unter ande­rem wegen ver­such­ter Kör­per­ver­let­zung. (…) Der Ham­bur­ger Poli­zei­for­scher Rafa­el Behr sieht das Ver­hal­ten der bei­den Hub­schrau­ber­pi­lo­ten als “Aus­druck des soge­nann­ten Korps­geis­tes” in der Poli­zei. Man ver­ab­re­de sich, einen Men­schen durch alle Instan­zen als Täter zu iden­ti­fi­zie­ren, selbst wenn man Zwei­fel habe. “Ein ein­zel­ner Poli­zist kann dann nichts Abwei­chen­des zu Pro­to­koll geben, ohne Gefahr zu lau­fen, aus der Kame­rad­schaft aus­ge­schlos­sen zu wer­den.” Ein Jahr nach dem Ham­bur­ger G20-Gip­fel meh­ren sich die Indi­zi­en dafür, dass Korps­geist die Auf­klä­rung mut­maß­li­cher Straf­ta­ten wäh­rend des Gip­fels behin­dert. (…) Mehr als 680 Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen mut­maß­li­che Ran­da­lie­rer hat die Staats­an­walt­schaft inzwi­schen ein­ge­lei­tet. Die Bilanz: 160 Ankla­gen, 59 Straf­be­feh­le, 58 Ver­ur­tei­lun­gen. Gegen Poli­zis­ten wur­den 138 Ver­fah­ren eröff­net, über­wie­gend wegen Kör­per­ver­let­zung im Amt. Die Bilanz: 67 Ein­stel­lun­gen man­gels Tat­ver­dacht. Null Ankla­gen, null Straf­be­feh­le, null Urtei­le. In kei­nem Fall mel­de­te ein Poli­zist im Ein­satz einen Kol­le­gen. “Wir wis­sen, dass Poli­zis­ten sich gegen­sei­tig nicht oft anzei­gen”, sagt For­scher Behr. “Vor allem nicht, wenn es um eine Situa­ti­on geht, in der man als Gemein­schaft ange­grif­fen wird. Da wird alles gerecht­fer­tigt.”…” Arti­kel von Ans­gar Sie­mens vom 07.07.2018 beim Spie­gel online externer Link
  • Ein Jahr nach G20 – Fes­ti­val der gren­zen­lo­sen Soli­da­ri­tät am 5. + 6. Juli in Ham­burg 
    Ein Jahr nach dem G20-Gip­fel in Ham­burg wird das nächs­te Stell­dich­ein von Kriegs­trei­bern, auto­ri­tä­ren Füh­rern und kal­ten Neo­li­be­ra­len im Novem­ber 2018 in Argen­ti­ni­en statt­fin­den. Die Ober­häup­ter der mäch­tigs­ten und reichs­ten Staa­ten wer­den sich wie seit 1999 erneut das Recht her­aus­neh­men, Ent­schei­dun­gen für die gan­ze Welt zu tref­fen. Und schon jetzt ist sicher, dass die Ergeb­nis­se des mil­lio­nen­teu­ren Gip­fel­spek­ta­kels in Bue­nos Aires eben­so mager sein wer­den wie in Ham­burg. Nichts wird ver­ein­bart wer­den, das irgend­wie dabei hel­fen wür­de, die welt­wei­ten Unge­rech­tig­kei­ten zu über­win­den, die Kli­ma­kri­se zu bewäl­ti­gen oder die mör­de­ri­schen Krie­ge zu been­den. Kein Wun­der, ist es doch der von den G20 reprä­sen­tier­te glo­ba­le Kapi­ta­lis­mus selbst, der für die­sen Zustand unse­rer Welt ver­ant­wort­lich ist. (…) Die G20-Pro­tes­te sind nicht Ursa­che, son­dern nur ein wei­te­rer will­kom­me­ner Anlass, um immer mehr Bewaff­nung der Poli­zei, immer schär­fe­re Geset­ze und immer mehr Über­wa­chung durch­zu­set­zen. Bay­ern hat gera­de trotz mas­sen­haf­ter Pro­tes­te sein Poli­zei­ge­setz ver­schärft, Sach­sen, NRW und Nie­der­sach­sen wol­len fol­gen. Die G20-Pro­tes­te haben aber nicht nur ein­schüch­tern­de und trau­ma­ti­sie­ren­de Erleb­nis­se der Repres­si­on gebracht, son­dern wir haben auch viel Posi­ti­ves und Bestär­ken­des mit­ein­an­der erlebt. An vie­len Orten unse­rer Stadt wur­de die oft beschwo­re­ne Soli­da­ri­tät prak­tisch (…) Ein Jahr nach G20 ste­hen wir gemein­sam gegen die Repres­si­on. Wir for­dern die Ein­stel­lung aller Ver­fah­ren gegen Gipfelgegner_​innen und die sofor­ti­ge Frei­las­sung aller, die immer noch sit­zen. Wir for­dern statt­des­sen Kon­se­quen­zen für die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen im rot-grü­nen Senat für die poli­zei­li­che Eska­la­ti­ons­stra­te­gie – am drin­gends­ten die sofor­ti­ge Ent­las­sung des dama­li­gen Ein­satz­lei­ters und jüngst zum Schutz­po­li­zei­chef beför­der­ten Hart­mut Dud­de sowie von Innen­se­na­tor Andy Gro­te (SPD). Und wir ste­hen gemein­sam gegen alle Ver­schär­fun­gen des Poli­zei­rechts, den Aus­bau des Über­wa­chungs­staats und die wei­te­re Aus­höh­lung demo­kra­ti­scher Grund­rech­te…” Der Auf­ruf externer Link und das Pro­gramm – Fes­ti­val der Soli­da­ri­tät externer Link
  • Die Blau­pau­se für den Poli­zei­staat – “Ohn­macht, Angst, Wut”: Der Hafen­ge­burts­tag in der Gesell­schaft der Hilfs­po­li­zis­ten – eine Bilanz des G20 
    “Pünkt­lich zum ers­ten Geburts­tag die­ses “Hafen­ge­burts­tags” (Olaf Scholz, damals noch Ers­ter Bür­ger­meis­ter von Ham­burg), hat die Poli­zei vor weni­gen Tagen in Frank­furt und Offen­bach vier Per­so­nen ver­haf­tet. Pünkt­lich hat jetzt auch das “Komi­tee 17” eine sehr lesens­wer­te, ins­ge­samt her­vor­ra­gen­de Dar­stel­lung der Ereig­nis­se aus Sicht des Pro­tests ver­öf­fent­licht. Das “Komi­tee 17” besteht nach eige­nen Anga­ben “aus Zeu­gen, Akti­vis­ten und Beob­ach­tern, die sich für die Nach­be­spre­chung des G20-Gip­fels in Ham­burg gesam­melt haben, Frau­en und Män­ner mit dem Bedürf­nis, die­ses Groß­ereig­nis, sei­ne Vor­aus­set­zun­gen und sei­ne Kon­se­quen­zen in Wor­te zu fas­sen.” Was dabei her­aus­kommt, ist nicht unbe­dingt über­ra­schend, aber span­nend und vor allem für all jene lesens­wert, die die “Gewalt” von Pro­test­sei­te ganz schreck­lich fin­den und sich vor allem dafür sor­gen, dass sie Anlie­gen des Pro­tests ver­drän­gen wür­de. Dass das Gegen­teil der Fall ist, dass ohne die “Gewalt” sich heu­te nie­mand mehr erin­nern wür­de, dass es über­haupt einen Pro­test gab, zeigt die­ses Buch…” Rezen­si­on von Rüdi­ger Suchs­land vom 2. Juli 2018 bei Tele­po­lis externer Link, die Rezen­si­on bezieht sich auf die Nau­ti­lus Flug­schrift “G20. Ver­kehrs­pro­ble­me in einer Geis­ter­stadt” vom Komi­tee 17 externer Link Juni 2018, 98 Sei­ten, Preis: 10 Euro
  • Pres­se­er­klä­rung der RH Frank­furt zu den Raz­zi­en am 27. Juni 2018
    Am Mor­gen des 27. Juni wur­den in Frank­furt und Offen­bach meh­re­re Woh­nun­gen durch­sucht und vier Per­so­nen fest­ge­nom­men. Sie sol­len sich an gewalt­tä­ti­gen Pro­tes­ten gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg im Juli 2017 betei­ligt haben. Die vier Per­so­nen wur­den noch am Mor­gen nach Ham­burg gefah­ren und dem Haft­rich­ter vor­ge­führt. Einer der Betrof­fe­nen ist 17 Jah­re alt. An der Durch­su­chung in Frank­furt war auch der Lei­ter der SOKO Schwar­zer Block, Jan Hie­ber, betei­ligt. Jona Fritz von der Roten Hil­fe Frank­furt kri­ti­siert das Vor­ge­hen der Poli­zei: „Mit sol­chen PR-Ver­an­stal­tun­gen wie heu­te in Frank­furt und Offen­bach will die Poli­zei die Schlag­zei­len bestim­men und die Deu­tungs­ho­heit zurück­er­hal­ten. Durch rei­ße­risch insze­nier­te Raz­zi­en und Pres­se­mel­dun­gen soll von den mas­si­ven Grund­rechts­ver­let­zun­gen, der Poli­zei­ge­walt, der Behin­de­rung von Journalist*innen und den eige­nen Feh­lern abge­lenkt wer­den. Vie­le ihrer Maß­nah­men wäh­rend des G20-Gip­fels wur­den zwi­schen­zeit­lich von Gerich­ten als rechts­wid­rig erkannt.“ In ihrem Eifer gehe der Poli­zei dabei jedes Maß ver­lo­ren, so Fritz. „Jetzt sol­len zwei zum Tat­zeit­punkt 16- und 17-jäh­ri­ge der Öffent­lich­keit als Schul­di­ge an den Ereig­nis­sen in der Elb­chaus­see prä­sen­tiert wer­den. Das erin­nert fatal an den Fall eines 17-jäh­ri­gen Ita­lie­ners, dem die Jus­tiz auch in einem mehr­mo­na­ti­gen Pro­zess trotz media­ler Vor­ver­ur­tei­lung kei­ne Betei­li­gung an gewalt­tä­ti­gen Aktio­nen nach­wei­sen konn­te.“ – aus der Pres­se­er­klä­rung „Jedes Maß ver­lo­ren“ der RH Frank­furt vom 27. Juni 2018 externer Link über die Ein­schüch­te­rungs- und Pro­pa­gan­da­show der poli­zei­staat­li­chen Avant­gar­de Trup­pe Soko Schwar­zer Block mit den Haus­durch­su­chun­gen in Frank­furt und Offen­bach (und anders­wo) am Mitt­woch, 27. Juni 2018.
    Sie­he dazu auch einen wei­te­ren aktu­el­len Bei­trag zu den Raz­zi­en in Hes­sen und anders­wo – Demons­tra­ti­ons­grup­pen sol­len zu kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gun­gen gestem­pelt wer­den
    • „Der Feind steht links“ von Peter Scha­ber am 28. Juni 2018 in der jun­gen welt externer Link hebt zu den will­kür­li­chen Raz­zi­en her­vor: „Die so berühmt-berüch­tig­te wie bis­lang chro­nisch erfolg­lo­se »Soko Schwar­zer Block« schlug am Mitt­woch erneut in meh­re­ren Bun­des­län­dern zu. Wie einer Pres­se­mit­tei­lung der eigens zur Ver­fol­gung von G‑20-Geg­nern gebil­de­ten Son­der­kom­mis­si­on der Ham­bur­ger Poli­zei zu ent­neh­men war, habe man in Hes­sen, Nord­rhein-West­fa­len, Nie­der­sach­sen und Ham­burg »ins­ge­samt 13 Objek­te durch­sucht und sechs Haft­be­feh­le voll­streckt«. Im Fokus der Ermitt­lun­gen ste­hen vier Jugend­li­che und jun­ge Män­ner aus Frank­furt und Offen­bach, die wäh­rend der Gegen­ver­an­stal­tun­gen zum G‑20-Gip­fel Anfang Juli 2017 in Ham­burg schwe­re Straf­ta­ten began­gen haben sol­len. Am frü­hen Mor­gen dran­gen Beam­te in die Woh­nung der Beschul­dig­ten ein, berich­tet ein Ange­hö­ri­ger eines Fest­ge­nom­men gegen­über jun­ge Welt. »Sie haben Klei­dung mit­ge­nom­men. Und alle elek­tro­ni­schen Gerä­te: USB-Sticks, Fest­plat­ten, Lap­tops«, so Hüs­eyin D. Die Fami­lie sei­nes Cou­sins habe sich gera­de auf dem Weg in die Tür­kei befun­den, muss­te den Urlaub abbre­chen. »Natür­lich sind sie sehr besorgt. Ich habe auch mit Ange­hö­ri­gen der ande­ren Beschul­dig­ten gere­det. Sie sind ein­ge­schüch­tert, auch scho­ckiert, mit wel­chem Auf­wand der Staat gegen die­se Kids vor­geht. Ich mei­ne, die sind alle zwi­schen 18 und Anfang 20«, berich­tet D. Die »Soko Schwar­zer Block« dage­gen jubelt. Die Ver­haf­tung der vier jun­gen Män­ner sei »her­aus­ra­gend«, heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung. Tat­säch­lich hängt die Ham­bur­ger Poli­zei den Fall hoch. In einem der Haft­be­feh­le, der die­ser Zei­tung vor­liegt, ist nicht nur – wie bis­lang in Ver­fah­ren zu den G‑20-Pro­tes­ten – die Rede von »Land­frie­dens­bruch«, son­dern auch von der »Bil­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung«…
    • “Dem Staat ist zu miss­trau­en ist ein Kom­men­tar von Lena Kai­ser 22. Juni 2018 bei taz online externer Link wor­in es zum Rechts-Staat heißt: “… Wenn die Poli­zei eine öffent­li­che Ver­samm­lung infil­triert, ohne sich an kla­re Regeln zu hal­ten, wird sie zum Bor­der­li­ner des Rechts­staa­tes. Gesche­hen ist das am Vor­abend des G20-Gip­fels in Ham­burg. Gegen­stand viel­fäl­ti­ger Miss­ach­tung an die­sem Tag: das Ver­samm­lungs­recht. Unter­mau­ert wird die­se Les­art nun von einer Exper­ti­se der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te des Deut­schen Bun­des­ta­ges, in Auf­trag gege­ben vom Lin­ken-Abge­ord­ne­ten Andrej Hun­ko. (…) Die Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te des Bun­des­ta­ges machen in ihrer Aus­ar­bei­tung nun deut­lich: Die Beam­ten hät­ten bei die­ser Ange­le­gen­heit, die den Anlass für die Demo-Auf­lö­sung lie­fer­te, nicht die Fin­ger im Spiel haben dür­fen. Und sie hät­ten den Demo-Lei­ter und Flo­ra-Akti­vis­ten Andre­as Blech­schmidt infor­mie­ren müs­sen. Dass das nicht geschah, sei ein Ver­stoß gegen das Ver­samm­lungs­recht. Was ‚lernt’uns das? Haben wir uns schon dar­an gewöhnt, dass noch nicht mal die Staats­ge­walt die Geset­ze ernst nimmt – aus ermitt­lungs­tak­ti­schen Erwä­gun­gen, ver­steht sich? (…) Die Lek­ti­on ist also: Miss­traue dem Staat. Dass er sich an Recht und Gesetz hält, ist lei­der nur ein from­mer Wunsch“. 
  • Land­ge­richt Ham­burg: Ers­te Ent­schei­dun­gen über nach­träg­li­che Beschwer­den gegen G20-Inge­wahrsam­nah­men 
    In einer Rei­he von Beschwer­de­ver­fah­ren hat das Land­ge­richt Ham­burg über poli­zei­li­che Inge­wahrsam­nah­men wäh­rend des G20-Gip­fels ent­schie­den und die damit ver­bun­de­nen Maß­nah­men teils für recht­mä­ßig und teils für rechts­wid­rig erklärt. Die Beschwer­de­füh­rer waren nach ihrer Fest­nah­me zunächst in der Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le der Poli­zei und dann auf­grund rich­ter­li­cher Ent­schei­dung in Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten bis zum Ende des Gip­fel­wo­chen­en­des fest­ge­hal­ten wor­den. In den bis­lang ent­schie­de­nen Fäl­len waren die Inge­wahrsam­nah­men nach Ansicht des Land­ge­richts zwar erfor­der­lich, um die unmit­tel­bar bevor­ste­hen­de Bege­hung von Straf­ta­ten durch die Betrof­fe­nen zu ver­hin­dern. Aller­dings war es in die­sen Fäl­len zu erheb­li­chen Ver­zö­ge­run­gen zwi­schen der Fest­nah­me der Betrof­fe­nen und deren Vor­füh­rung zur rich­ter­li­chen Anhö­rung gekom­men. Dar­in sieht das Land­ge­richt einen Ver­stoß gegen das Gebot, unver­züg­lich eine rich­ter­li­che Ent­schei­dung über die Frei­heits­ent­zie­hung her­bei­zu­füh­ren und erklär­te die Inge­wahrsam­nah­men in der Zeit zwi­schen den Fest­nah­men der Betrof­fe­nen und der jewei­li­gen rich­ter­li­chen Ent­schei­dung für rechts­wid­rig. Etwas ande­res gilt nach Auf­fas­sung der zustän­di­gen Zivil­kam­mer für die Fort­dau­er der Frei­heits­ent­zie­hung nach dem jewei­li­gen amts­ge­richt­li­chen Beschluss. Soweit die­se Ent­schei­dun­gen bis zum Ende des Tages nach der jewei­li­gen Fest­nah­me vor­la­gen, war der wei­te­re Voll­zug der Inge­wahrsam­nah­men recht­mä­ßig…” Pres­se­mit­tei­lung vom 18. Juni 2018 externer Link
  • [Film] Ham­bur­ger Git­ter – G20 HH als Schau­fens­ter moder­ner Poli­zei­ar­beit 
    Der Film Ham­bur­ger Git­ter zieht ein Jahr nach G20 Bilanz und stellt Poli­zei und Jus­tiz in den Mit­tel­punkt. Ein Jahr geprägt durch öffent­li­chen Druck, Fahn­dun­gen und Aus­nah­me­zu­stand… Sie­he die Home­page zum Film externer Link samt Trai­ler
  • G20-Poli­zei­ge­walt nicht zu ermit­teln: „Kein geziel­ter Wurf“ 
    “… Ein Groß­teil der Fäl­le von mut­maß­lich straf­ba­rer Poli­zei­ge­walt beim G20-Gip­fel bleibt vor­aus­sicht­lich unauf­ge­klärt. 52, fast die Hälf­te der 124 Ver­fah­ren wegen Kör­per­ver­let­zung im Amt, sind bereits ein­ge­stellt. Aus einer Anfra­ge der Links­frak­ti­on in der Ham­bur­ger Bür­ger­schaft gehen nun erst­mals die Grün­de dafür vor: In 20 Fäl­len sei die Tat nicht nach­weis­bar gewe­sen. Elf­mal sei es unmög­lich gewe­sen, mut­maß­li­che Täter*innen zu ermit­teln, in ledig­lich drei Situa­tio­nen sei ein Gewalt­ein­satz gerecht­fer­tigt gewe­sen. Bei wei­te­ren Fäl­len fehl­ten Anhalts­punk­te für Straf­ta­ten, Straf­an­trä­ge oder wei­te­re Din­ge. Ledig­lich in sechs der ein­ge­stell­ten Fäl­le wur­den Zeu­gen ver­nom­men, vier­mal muss­ten beschul­dig­te Polizist*innen aus­sa­gen. Zudem sei in den ins­ge­samt 155 Ermitt­lungs­ver­fah­ren die Iden­ti­tät von 69 Geschä­dig­ten nicht bekannt. (…) 15 Ermittler*innen sind seit­dem bei den Inter­nen Ermitt­lun­gen mit der Auf­ar­bei­tung mut­maß­li­cher Poli­zei-Straf­ta­ten befasst – zur Ver­fü­gung stand ihnen dabei genau so viel Video­ma­te­ri­al, rund 100 Tera­byte, wie der Soko „Schwar­zer Block“, die aller­dings mit 144 Polizist*innen mut­maß­li­che G20-Straftäter*innen jagen – teil­wei­se sogar mit inter­na­tio­na­len Öffent­lich­keits­fahn­dun­gen unter groß­flä­chi­ger Unter­stüt­zung von Bou­le­vard­me­di­en. 714 Straf­ver­fah­ren allein rund um die auto­no­men „Welcome-To-Hell“-Demo stell­te Soko-Chef Jan Hie­ber dem G20-Son­der­aus­schuss kürz­lich in Aus­sicht. Die Zwi­schen­bi­lanz der inter­nen Ermittler*innen fällt im Ver­gleich dazu eher mager aus, obwohl der Poli­zei­ein­satz bei die­ser auto­no­men Demo beson­ders umstrit­ten war. Ein Ver­fah­ren gegen einen Poli­zis­ten etwa, der bei „Wel­co­me To Hell“ einen Feu­er­lö­scher in Rich­tung von Demonstrant*innen gewor­fen haben soll, ist bereits ein­ge­stellt. Begrün­dung: Es sei „kein geziel­ter Wurf in Rich­tung der Demons­tran­ten nach­weis­bar“, zudem nie­mand geschä­digt wor­den. Schnei­der regt der Fall auf: „Gegen Pro­tes­tie­ren­de wird jeder Fla­schen­wurf ange­klagt – da wird nicht der glei­che Maß­stab ange­legt.“ Arti­kel von Gareth Jos­wig vom 6. Juni 2018 in der taz online externer Link
  • G20-Gip­fel: Inge­wahrsam­nah­me rechts­wid­rig [wegen ita­lie­ni­scher Spra­che und sze­ne­ty­pi­scher Klei­dung] 
    Die Inge­wahrsam­nah­me eines Ita­lie­ners wäh­rend des G20-Gip­fels im Juli des ver­gan­ge­nen Jah­res war nach Über­zeu­gung des Ham­bur­ger Ver­wal­tungs­ge­richts rechts­wid­rig. Das hat die Kam­mer am Diens­tag in einem Urteil fest­ge­stellt, wie NDR 90,3 berich­te­te. Geklagt hat­ten acht Ita­lie­ner, eine Ent­schei­dung wur­de aber zunächst nur in einem Ver­fah­ren getrof­fen. In den Fäl­len der sie­ben ande­ren Klä­ger soll das Urteil schrift­lich erge­hen, wie das Gericht mit­teil­te. Die acht Klä­ger waren am Ran­de einer Demons­tra­ti­on gegen den G20-Gip­fel von der Poli­zei kon­trol­liert und eine Nacht in der Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le fest­ge­hal­ten wor­den. Sie waren zum Teil erst am Nach­mit­tag des Fol­ge­ta­ges und ohne rich­ter­li­che Ent­schei­dung wie­der auf frei­en Fuß gekom­men. (…) Dem Klä­ger sei schwer­wie­gen­des Unrecht gesche­hen, erklär­te der Rich­ter in sei­ner Urteils­be­grün­dung. Der 31-Jäh­ri­ge war zusam­men mit Lands­leu­ten – dar­un­ter auch eine EU-Abge­ord­ne­te – von der Poli­zei am Hols­ten­wall fest­ge­hal­ten wor­den. Der Grund: Die Grup­pe habe sze­ne­ty­pi­sche Klei­dung getra­gen und ita­lie­nisch gespro­chen, wie ein Poli­zist als Zeu­ge sag­te…” Mel­dung vom 05.06.2018 beim NDR externer Link
  • Jagd auf G20-Kra­wall­an­ten: Selt­sa­me Ein­bli­cke ins Schau­fens­ter der Poli­zei­ar­beit
    “… Die Poli­zei war mit dem Schutz der Staats­gäs­te der­art über­for­dert, dass ein Stoss­trupp ver­mumm­ter Sys­tem­geg­ner in einem Nobel­vier­tel wüten konn­te. Weil von den Kra­wall­an­ten jede Spur fehlt, ver­sucht es die Poli­zei nun mit der Metho­de Brech­stan­ge. Auf Gesuch der ver­zwei­fel­ten Ham­bur­ger Kol­le­gen ver­haf­te­ten Schwei­zer Poli­zis­ten einen jun­gen Schwei­zer und durch­su­chen öffent­lich­keits­wirk­sam das Kul­tur­zen­trum Brem­gar­ten. Der Mann und das Kul­tur­zen­trum ste­hen am Pran­ger. Spä­ter zeig­te sich: Offen­bar liegt gegen den Mann ein­zig vor, dass er sich in der Nähe des Kra­walls umge­zo­gen habe. Nach einer Befra­gung wur­de er frei­ge­las­sen. Das sind selt­sa­me Ein­bli­cke ins Schau­fens­ter der Poli­zei­ar­beit. Wäh­rend mut­mass­li­che Aar­gau­er Kra­wall­ma­cher gna­den­los gejagt wer­den, sind unse­re Nach­barn mit den poli­ti­schen Ver­ant­wort­li­chen weit­aus nach­sich­ti­ger…” Kom­men­tar von Pas­cal Rit­ter vom 2.6.2018 in der Aar­gau­er Zei­tung online externer Link
  • Tie­fe Grä­ben in Ham­burg. Anwoh­ner übten bei einer öffent­li­chen Sit­zung des G20-Son­der­aus­schus­ses schar­fe Kri­tik an Poli­zei und Senat 
    “… »Es war eine absurd schlech­te Idee, so ein Ereig­nis hier statt­fin­den zu las­sen«, stell­te Hen­ning Brau­er vom Stadt­teil­bei­rat Stern­schan­ze in einem umju­bel­ten Wort­bei­trag gleich zu Beginn fest. Der Senat habe alle War­nun­gen der Anwoh­ner igno­riert und wol­le nun kei­ne Ver­ant­wor­tung über­neh­men. »Falls Gro­te und Dud­de Anstand beses­sen hät­ten, dann wären sie zurück­ge­tre­ten«, so der Anwoh­ner. Zahl­rei­che Wort­mel­dun­gen zeig­ten an die­sem Abend eben­so ihr Unver­ständ­nis, dass der SPD-Innen­se­na­tor Andy Gro­te und der mitt­ler­wei­le zum Chef der Schutz­po­li­zei beför­der­te G20-Ein­satz­lei­ter Hart­mut Dud­de noch in Amt und Wür­den sind. »Kei­ne Straf­vor­wür­fe gegen ein­zel­ne Per­so­nen« und Zurück­hal­tung mit den »Emo­tio­nen« for­der­te der Vor­sit­zen­de Pein. Er wur­de aus­ge­buht. (…) In einem Teil der fol­gen­den Bei­trä­ge empör­ten sich Anwoh­ner dar­über, dass sie von der Poli­zei wäh­rend der Kra­wal­le im Stich gelas­sen wur­den. »Wir waren es, die immer wie­der Bar­ri­ka­den gelöscht und weg­ge­räumt haben«, sag­te Brau­er vom Stadt­teil­bei­rat. Gemein­sam mit ande­ren Anwoh­nern habe man sich gegen den Mob ver­tei­di­gen müs­sen, wäh­rend die Poli­zei dane­ben­stand. Das spä­ter ein­rü­cken­de SEK sei eine Bedro­hung statt Hil­fe gewe­sen…” Arti­kel von Sebas­ti­an Bähr vom 02.06.2018 beim ND online externer Link
  • Sol­len sie doch Kuchen essen. Zum G20 Son­der­aus­schuss im Schan­zen­vier­tel und der Aktua­li­tät einer Kul­tur des Sich-Weh­rens 
    Am Diens­tag den 29.05. fan­den unmit­tel­bar vor einer Anhö­rung des G20 Son­der­aus­schus­ses in meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern zeit­gleich Durch­su­chun­gen und 7 Fest­nah­men von lin­ken Aktivist*innen statt. Nach Aus­sa­ge der Poli­zei fan­den die Durch­su­chun­gen auf Grund­la­ge der Öffent­lich­keits­fahn­dung, der Aus­wer­tung von Video­ma­te­ri­al und DNA-Pro­ben statt. Poli­zei­prä­si­dent Mey­er äußer­te zur Moti­va­ti­on der Durch­su­chun­gen, ob und wie­vie­le Fest­nah­men es wür­den, dar­auf käme es nicht an: Die Akti­on weni­ge Tage vor dem Son­der­aus­schuss im Schan­zen­vier­tel sol­le vor allem zei­gen, dass der Arm der Ham­bur­ger Jus­tiz von Deutsch­land aus durch ganz Euro­pa rei­che. Mai­land oder Madrid – Haupt­sa­che Ita­li­en. Stadtteilaktivist*innen und auto­no­me Grup­pen rufen inzwi­schen dazu auf, am Don­ners­tag den 31. Mai ab 16:30 zum Ort des Son­der­aus­schus­ses, dem ehe­ma­li­gen Aus­weich­camp an der Johan­nis­kir­che zu kom­men und dort auch selbst­or­ga­ni­siert Soli­da­ri­tät mit den Betrof­fe­nen der aktu­el­len Durch­su­chun­gen und Fest­nah­men in Euro­pa im Zusam­men­hang mit dem G20 zu demons­trie­ren. Die Wie­se muss wie­der zum Zelt­platz wer­den! Im Fol­gen­den ein Arti­kel zu den Hin­ter­grün­den…” Bei­trag von Anwohner*innen und Aktivist*innen aus dem Schan­zen­vier­tel vom 30.05.2018 bei indy­m­e­dia externer Link, dar­in: “… Gegen einen Sicher­heits­ap­pa­rat, der sich mili­ta­ri­siert und sich selbst eine Hege­mo­nie der Unan­greif­bar­keit und Unan­tast­bar­keit ver­leiht, ist in der Per­spek­ti­ve brei­tes gesell­schaft­li­ches Auf­be­geh­ren not­wen­dig. Die Demons­tra­ti­on von 40 000 Men­schen in Mün­chen gegen das neue Poli­zei­ge­setz in Bay­ern war dabei ein rich­ti­ges Signal des Pro­tes­tes. Es braucht mas­sen­haf­te Ver­wei­ge­rung und Wider­stand gegen Poli­zei­ge­walt und Geset­zes­ver­schär­fun­gen, Soli­da­ri­tät mit Betrof­fe­nen von staat­li­cher Repres­si­on und neue For­men des Pro­tes­tes eben­so wie die Ver­tei­di­gung von Groß­de­mons­tra­tio­nen als Orte unse­res Zusam­men­kom­mens und selbst­be­stimm­ten Pro­tes­tes.”
  • G20-Pro­zess in Göt­tin­gen: Geld­stra­fe für ver­meint­li­che Poli­zis­ten­be­lei­di­gung. Ver­fah­ren gegen Göt­tin­ge­rin wegen Belei­di­di­gung eines Poli­zis­ten ein­ge­stellt /​Ihr Sohn war zuvor von Beam­ten zusam­men­ge­schla­gen wor­den 
    »Nicht sank­ti­ons­los, aber auch nicht straf­wür­dig«: So fass­te der Göt­tin­ger Amts­rich­ter Juli­an Oel­schlä­gel am Don­ners­tag sei­nen Urteils­spruch gegen eine G20-Geg­ne­rin aus der Uni­ver­si­täts­stadt zusam­men. Das Ver­fah­ren gegen sie wegen Belei­di­gung eines Poli­zis­ten wur­de gegen eine Erklä­rung der Beschul­dig­ten sowie eine Geld­auf­la­ge ein­ge­stellt – die 61-jäh­ri­ge Annet­te R. muss 200 Euro an den Arbeits­kreis Asyl in Göt­tin­gen zah­len. Sie soll zu dem Beam­ten »Sie sind das Aller­letz­te!« gesagt haben. Der Pro­zess fand statt, weil die Frau zuvor Wider­spruch gegen einen Straf­be­fehl in Höhe von 400 Euro ein­ge­legt hat­te. (…) Bereits früh ließ Rich­ter Oel­schlä­ger durch­bli­cken, dass eine Ver­ur­tei­lung für ihn kaum in Betracht kom­me, eine Ein­stel­lung des Ver­fah­rens ohne Auf­la­gen aber auch nicht. Der die Ankla­ge ver­tre­ten­de Rechts­re­fren­dar bestand nach tele­fo­ni­scher Rück­spra­che mit sei­ner Behör­de zunächst auf einer for­mel­len Ent­schul­di­gung der Ange­klag­ten, was sie und ihr Anwalt aber ablehn­ten…” Arti­kel von Rei­mar Paul vom 31.05.2018 beim ND online externer Link
  • Raz­zi­en nach dem G20-Gip­fel: Ein­sei­ti­ger Ermitt­lungs­ei­fer 
    Über hun­dert Poli­zis­tIn­nen waren im Ein­satz, als am frü­hen Diens­tag­mor­gen im aar­gaui­schen Brem­gar­ten eine Woh­nung und das dor­ti­ge auto­no­me Kul­tur­zen­trum durch­sucht wur­den. Meh­re­re Com­pu­ter sol­len dabei beschlag­nahmt wor­den sein. Die Aar­gau­er Staats­an­walt­schaft war damit einem Ersu­chen der Ham­bur­ger «Son­der­kom­mis­si­on Schwar­zer Block» nach­ge­kom­men: Die­se ermit­telt gegen einen jun­gen Mann, der sich im letz­ten Juli angeb­lich an G20-Kra­wal­len betei­ligt haben und sich dabei des «schwe­ren Land­frie­dens­bruchs» und der «schwe­ren Brand­stif­tung» schul­dig gemacht haben soll. Nach der Ein­ver­nah­me durch die Aar­gau­er Staats­an­walt­schaft und zwei Ham­bur­ger Poli­zei­be­am­te wur­de er wie­der frei­ge­las­sen. (…) Wer wäh­rend der Gip­fel­ta­ge im zur Fes­tung aus­ge­bau­ten Ham­burg den über 30 000 ein­ge­setz­ten Poli­zei­be­am­tIn­nen gegen­über­stand, stellt sich unwei­ger­lich die Fra­ge, ob die Ermitt­lun­gen in den eige­nen Rei­hen mit dem­sel­ben Eifer vor­an­ge­trie­ben wer­den. Kaum eine Demons­tran­tin, kaum ein Akti­vist wur­de nicht Ziel oder Zeu­gIn poli­zei­li­cher Schi­ka­nen, die zuwei­len weit über rüdes Schub­sen und ver­ba­le Belei­di­gun­gen hin­aus­gin­gen. Gemäss Anga­ben des Ham­bur­ger Par­la­ments von Anfang März wur­den seit dem Gip­fel denn auch 138 Ver­fah­ren gegen Beam­tIn­nen eröff­net; zumeist wegen Kör­per­ver­let­zung, aber auch wegen Frei­heits­be­rau­bung, Nöti­gung, sexu­el­ler Beläs­ti­gung oder Dieb­stahl. Zu Ankla­gen kam es bis­her jedoch nicht. 33 Ver­fah­ren wur­den bereits ein­ge­stellt – meis­tens weil «Täter­schaft, Tat oder Tat­um­stän­de nicht nach­weis­bar» sei­en. Der dama­li­ge Ham­bur­ger SPD-Bür­ger­meis­ter und heu­ti­ge Vize­bun­des­kanz­ler Olaf Scholz hat­te bereits unmit­tel­bar nach dem Gip­fel ver­lau­ten las­sen: «Poli­zei­ge­walt hat es nicht gege­ben.» Lei­der feh­len bis­her Anhalts­punk­te dafür, dass die­se Behaup­tung mit der­sel­ben Gewis­sen­haf­tig­keit über­prüft wird wie die Akten von Tau­sen­den lin­ken Akti­vis­tIn­nen in ganz Euro­pa.” Bei­trag von Rapha­el Albis­ser bei der WOZ Nr. 22/​2018 vom 31. Mai 2018 externer Link
  • Nach G20-Kra­wal­len: Raz­zi­en in vier euro­päi­schen Län­dern 
    “Die Poli­zei hat am Mor­gen nach Infor­ma­tio­nen des NDR Woh­nun­gen in vier euro­päi­schen Län­dern durch­sucht. Hin­ter­grund sind die Kra­wal­le auf der Ham­bur­ger Elb­chaus­see beim G20-Gip­fel im ver­gan­ge­nen Juli. Bei ihrer Suche nach Ver­däch­ti­gen im Zusam­men­hang mit den schwe­ren G20-Aus­schrei­tun­gen in Ham­burg hat die Poli­zei nach Infor­ma­tio­nen des NDR in vier euro­päi­schen Län­dern Woh­nun­gen und lin­ke Sze­ne­treffs durch­sucht. Mit der Maß­nah­me erhofft sich die Poli­zei vor allem neue Erkennt­nis­se zu den Kra­wal­len an der Elb­chaus­see. Dort hat­te am frü­hen Mor­gen des 7. Juli 2017 eine Grup­pe von ca. 220 ver­mumm­ten Per­so­nen schwe­re Zer­stö­run­gen ange­rich­tet. Grund­la­ge für die Durch­su­chun­gen ist laut Soko-Lei­ter Jan Hie­ber die Aus­wer­tung von Video­ma­te­ri­al, das meh­re­re Ver­däch­ti­ge mit den Aus­schrei­tun­gen der Elb­chaus­see in Ver­bin­dung bringt. Zudem ist es den Ermitt­lern nach eige­ner Aus­sa­ge gelun­gen, durch Aus­wer­tung von DNA-Spu­ren Tat­ver­däch­ti­gen ihre Betei­li­gung an den Kra­wal­len nach­zu­wei­sen. (…) Unter­stützt wur­den die Zugrif­fe von der euro­päi­schen Behör­de Euro­just in Den Haag. Im Lau­fe des Tages will die Ham­bur­ger Poli­zei wei­te­re Fotos von Tat­ver­däch­ti­gen der Elb­chaus­see-Aus­schrei­tun­gen prä­sen­tie­ren.” Bei­trag vom 29. Mai 2018 bei tages​schau​.de externer Link
  • [Pro­test­brief] Ihre recht­lich frag­wür­di­ge G20-Öffent­lich­keits­fahn­dung 
    Sehr geehr­ter für die­se Akti­on Ver­ant­wort­li­cher, auch wenn ich nicht – oder viel­leicht tref­fen­der – gera­de weil ich beim G20-Gip­fel nicht in Ham­burg war, füh­le auch ich mich durch Ihre Foto-Akti­on ganz per­sön­lich ange­grif­fen. Wird es hier im Land zur poli­zei­staat­li­chen Übung, dass man bei uner­wünsch­ter Demo-Teil­nah­me mit Poli­zei­fo­tos öffent­lich ohne Nach­weis als Straf­tä­ter gebrand­markt wird? Rich­tig. Es han­delt sich um ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren, d.h. ob es sich bei den Per­so­nen auf Fotos über­haupt um einen Straf­tä­ter han­delt, muss gericht­lich erst noch geklärt wer­den. Aber auf wel­cher Rechts­grund­la­ge wer­den hier Men­schen in Öffent­lich­keit bereits als Straf­tä­ter vor­ver­ur­teilt? So habe ich mir die 22 Fotos unter der Über­schrift: “Straf­ta­ten im Bereich der Stra­ße Ron­den­barg am Mor­gen des 7. Juli 2017” ange­schaut (https://www.polizei.hamburg/g20-fahndungen/9921558/02-rondenbarg‑a/ externer Link). Und ich bin ent­setzt! Obwohl von Straf­ta­ten die Rede ist, ist auf kei­nes der Fotos über­haupt der Ansatz einer Straf­tat zu sehen. Die Abge­bil­de­ten ver­mit­teln nicht ein­mal den Ein­druck, dass sie über­haupt demons­triert haben. Aus eini­ge Fotos kann man evtl. her­aus­le­sen, dass man­che der Abge­bil­de­ten schnell gelau­fen sind. Aber das war es dann schon und es beweist, dass die Über­schrift falsch und rei­ne Unter­stel­lung ist: Die Fotos ent­hal­ten kei­ne “Straf­ta­ten im Bereich der Stra­ße Ron­den­barg”. Nicht ein­mal jeman­den mit Ver­mum­mung ist zu sehen, obwohl sol­che Angrif­fe auf das Per­sön­lich­keits­recht der Demons­tran­ten durch Poli­zei­fo­to sogar eher eine Ver­mum­mung mitt­ler­wei­le nahe­liegt. Offen­sicht­lich miss­braucht die Poli­zei das Ver­mum­mungs­ge­bot für Angrif­fe auf fried­li­che (Beweis: Fotos) Demons­tran­ten. Dass über­haupt hier ent­spre­chend StPO ermit­telt wird, die­sen Beweis bleibt die Poli­zei nicht nur schul­dig, son­dern sie beweist mit den Ron­den­barg-Fotos sogar das Gegen­teil: Nur fried­li­che Men­schen, die (ver­mut­lich) am Mor­gen des 7. Juli 2017 in der Stra­ße Ron­den­barg demons­triert haben (nicht mal das bewei­sen die Fotos). Mir ist durch­aus bekannt, dass da teil­wei­se ver­sucht wird, jeden, der an der Demons­tra­ti­on am Ron­den­barg teil­nahm, auch dann als Gewalt­tä­ter ver­ur­teilt wer­den soll, selbst wenn er über­haupt gar kei­ne Gewalt aus­ge­übt hat (anders wie der Poli­zist übri­gens, der auf einem Video einen bereits auf dem Pflas­ter lie­gen­den Demons­tran­ten tritt). Die­se frag­wür­di­ge Stra­te­gie gegen uner­wünsch­te Demons­tran­ten fin­det für mich mit Ihrer Foto­kam­pa­gne jedoch einen Höhe­punkt: Obwohl zu die­ser ver­such­ten Erwei­te­rung des Gewalt­be­griffs auf Pazi­fis­ten noch gar kein end­gül­ti­ges Urteil exis­tiert, machen Sie dar­aus bereits einen Angriff auf das Ver­samm­lungs­recht durch öffent­li­che Vor­ver­ur­tei­lung, in dem Sie nicht ver­ur­teil­te Men­schenr zu Straf­tä­tern machen. Ich hof­fe aller­dings, dass dies auch recht­lich nicht ein­fach hin­ge­nom­men wer­den wird. Jeman­den öffent­lich Straf­ta­ten zu unter­stel­len, die dann gar nicht bewie­sen wer­den kön­nen, wäre üble Nach­re­de. Rechts­wid­rig ist für mich bereits die Ein­schüch­te­rung der Öffent­lich­keit, durch Fotos ohne Straf­tat (hier sogar ganz fried­li­cher Men­schen). Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat Ihre Metho­de der Ein­schüch­te­rung bezüg­lich Wahr­neh­mung des Grund­recht aus Art. 8 GG, bereits als ver­fas­sungs­wid­rig bezeich­net. Been­den Sie des­halb die­se ver­fas­sungs­wid­ri­ge Foto-Akti­on. In die­sem Sin­ne MfG, Armin Kamm­rad” (17.5.2018)
  • Ver­deck­ter Poli­zei­ein­satz bei G20: Under­co­ver im Schwar­zen Block 
    Ein Poli­zist soll sich unter die „Wel­co­me to Hell“-Demo gemischt haben – ver­mummt. Doch Ver­mum­mung war der Grund, die Demo auf­zu­lö­sen. Stimmt es, ist es ein Skan­dal: Säch­si­sche Zivilpolizist*innen sol­len under­co­ver bei der G20-“Welcome to Hell“-Demonstration gewe­sen sein – ver­mummt im schwar­zen Block. Die auto­no­me Groß­de­mons­tra­ti­on am Vor­abend des G20-Gip­fels in Ham­burg war von der Poli­zei am Los­ge­hen gehin­dert und aus­ein­an­der geschla­gen wor­den, weil Teilnehmer*innen der Demo ver­mummt gewe­sen waren. Die Aus­sa­ge, unter den ver­mumm­ten Demonstrant*innen sei­en säch­si­sche Polizist*innen gewe­sen, kommt von einem betei­lig­ten Beam­ten selbst: In einem Gerichts­pro­zess gegen einen G20-Geg­ner sag­te er am Diens­tag als Zeu­ge aus. Der Anwalt des Ange­klag­ten, Lino Peters, schil­der­te der taz, er habe den Zeu­gen gefragt, wo die­ser bei der „Wel­co­me to Hell“-Demo ein­ge­setzt gewe­sen sei. „Als zivi­ler Tat­be­ob­ach­ter, in der Demo-Grup­pe drin, im Bereich der ver­mumm­ten Per­so­nen“, habe der Poli­zist geant­wor­tet. „Und was hat­ten Sie an?“, habe Peters gefragt. „Ein Tuch, das ich bis unter die Nase hoch­ge­zo­gen hat­te, und ansons­ten dunk­le Klei­dung“, habe die Ant­wort gelau­tet. Der Poli­zist habe außer­dem erklärt, dass er und drei wei­te­re Kol­le­gen sich extra umge­zo­gen hat­ten – von bür­ger­li­cher Klei­dung zum Black-Block-Dress wech­sel­ten – ehe sie sich ver­mummt in den schwar­zen Block ein­reih­ten. Genau die­sen schnel­len Klei­dungs­wech­sel hat­ten Poli­zei, Innen­be­hör­de und Staats­an­walt­schaft im Nach­gang des G20-Gip­fels bei den Demonstrant*innen kri­ti­siert…” Arti­kel von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 18.5.2018 in der taz online externer Link
  • Selbst die spa­ni­sche Guar­dia Civil als Part­ner: Das BKA fahn­det euro­pa­weit nach Demons­tran­tIn­nen
    Laut den Ant­wor­ten des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge der Links­frak­ti­on hat das deut­sche Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) bereits am 13. April eine Fahn­dungs­lis­te mit 24 Ver­däch­ti­gen an zahl­rei­che euro­päi­sche Staa­ten über­sandt. Das berich­ten die Zei­tun­gen die Fun­ke Medi­en­grup­pe. Die Fahn­dungs­lis­te soll an 15 euro­päi­sche Sicher­heits­be­hör­den geschickt wor­den sein, dar­un­ter etwa die „Guar­dia Civil Coun­ter Ter­ro­rism Unit“ in Spa­ni­en, die „Sta­te Secu­ri­ty Divi­si­on“ in Grie­chen­land, sowie das „SO15 Coun­ter Ter­ro­rism Com­mand“ in Groß­bri­tan­ni­en. Außer­dem sol­len wei­te­re Sicher­heits­be­hör­den in Frank­reich, Polen, Ungarn, Tsche­chi­en, den Nie­der­lan­den, Bel­gi­en, Öster­reich, Schwe­den, Däne­mark, Finn­land, Ita­li­en und der Schweiz ein­be­zo­gen wor­den sein. Bei den Fahn­dun­gen soll es sich um Ermitt­lun­gen wegen schwe­ren Land­frie­dens­bruchs, Brand­stif­tung und gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung han­deln. Nach­dem es zunächst eine mas­siv umstrit­te­ne Öffent­lich­keits­fahn­dung von mehr als 100 Per­so­nen in Deutsch­land gege­ben habe, wer­de die­se nun auf Euro­pa aus­ge­wei­tet. Unter den mit Bil­dern gesuch­ten Ver­däch­ti­gen sol­len sich auch zahl­rei­che Min­der­jäh­ri­ge befin­den“ – aus dem Bericht „Euro­pa­wei­te G20-Fahn­dung“ am 12. Mai 2018 bei Per­spek­ti­ve Online externer Link, wor­in auch noch dar­über infor­miert wird, dass am Mitt­woch, 16. Mai 2018 ers­te Ergeb­nis­se der euro­pa­wei­ten Hetz­jagd bekannt gege­ben wer­den sol­len. Zur euro­pa­wei­ten Fahn­dung gegen Demons­tra­ti­ons-Teil­neh­me­rIn­nen ein wei­te­rer aktu­el­ler Bei­trag:
    • „G‑20-Fahn­dungs­fie­ber“ von Clau­dia Wan­ge­rin am 14. Mai 2018 in der jun­gen welt externer Link, wor­in unter ande­rem her­vor geho­ben wird: „Meh­re­re Dut­zend Tat­ver­däch­ti­ge hat­te die Poli­zei im Juli in Unter­su­chungs­haft genom­men. Seit­her wer­ten die Beam­ten ihre eige­nen Vide­os von Demons­tra­tio­nen und Men­schen­an­samm­lun­gen aus, aber auch Bil­der von Kame­ras in Bus­sen und Bahn­hö­fen. 5.000 bis 6.000 Per­so­nen sol­len sich laut Poli­zei an Gewalt­ak­tio­nen betei­ligt haben – und sei es nur in Form von »psy­cho­lo­gi­scher Unter­stüt­zung« als Teil einer grö­ße­ren Grup­pe, was bei­spiels­wei­se Fabio V. rund fünf Mona­te Unter­su­chungs­haft ein­brach­te. Der Pro­zess gegen den jun­gen Ita­lie­ner platz­te Anfang April und muss neu auf­ge­rollt wer­den. Die zustän­di­ge Son­der­kom­mis­si­on »Schwar­zer Block« hat in den Mona­ten nach dem Gip­fel ins­ge­samt rund 3.000 Ver­fah­ren in die Wege gelei­tet. Bis heu­te sol­len 145 Beam­te in der Ein­heit arbei­ten. 41 Per­so­nen wur­den bis­her im Zusam­men­hang mit den Aus­schrei­tun­gen ver­ur­teilt“.
  • Nach Ham­bur­ger G‑20-Kra­wal­len: Durch­su­chun­gen in Ber­lins links­ex­tre­mer Sze­ne 
    Weil die Poli­zei eine Öffent­lich­keits­fahn­dung nach Gewalt­tä­tern des G‑20-Gip­fels vor­nahm, „fahn­de­ten“ Ver­tre­ter der lin­ken Sze­ne auch nach Poli­ti­kern und Poli­zis­ten. Nun der Gegen­schlag – wegen Ver­leum­dung. (…) ist die Ber­li­ner Poli­zei mit einem grö­ße­ren Auf­ge­bot gegen Mit­glie­der der links­ex­tre­mis­ti­schen Sze­ne vor­ge­gan­gen. Es geht nach dem G‑20-Gip­fel um den Vor­wurf der Ver­leum­dung von Ham­bur­ger Poli­ti­kern und Poli­zei­füh­rern. Es gab fünf Durch­su­chun­gen am Mitt­woch­mor­gen in Kreuz­berg, Neu­kölln und Tem­pel­hof, wie die Staats­an­walt­schaft mit­teil­te. Die Poli­zei beschlag­nahm­te Daten­trä­ger wie Com­pu­ter oder Tele­fo­ne sowie eine ver­bo­te­ne Waf­fe und ille­ga­le Böl­ler…” Agen­tur­mel­dung vom 10.5.2018 bei der Welt online externer Link
  • Urteil zu U‑Haft für Akti­vis­ten: G20-Geg­ner bekommt Ent­schä­di­gung 
    Kon­stan­tin P. wur­de zu einer Geld­stra­fe ver­ur­teilt, weil er sich bei sei­ner Fest­nah­me wehr­te. Der Staat muss ihn nun für die U‑Haft ent­schä­di­gen. Er ist der ers­te im Zusam­men­hang mit dem G20-Gip­fel Ange­klag­te, dem eine staat­li­che Ent­schä­di­gung zuge­spro­chen wur­de: Der 21-jäh­ri­ge G20-Geg­ner Kon­stan­tin P. wur­de am Diens­tag zu einer Geld­stra­fe von 400 Euro ver­ur­teilt. Da er bereits vier Mona­te in Unter­su­chungs­haft saß, sprach ihm die Rich­te­rin einen finan­zi­el­len Aus­gleich von 2.600 Euro zu. Ob davon etwas übrig bleibt, nach­dem P. einen Teil der Ver­fah­rens­kos­ten tra­gen muss, ist aller­dings unklar. Die Anwält*innen kün­dig­ten zudem an, in Beru­fung zu gehen. P. war anfäng­lich vor­ge­wor­fen wor­den, am 8. Juli zwei Glas­fla­schen auf Polizist*innen gewor­fen zu haben. Nach­dem die Haupt­be­las­tungs­zeu­gen, vier Beam­te einer hes­si­schen Beweis- und Fest­nah­me­ein­heit (BFE), ihn aber weder auf Vide­os iden­ti­fi­zie­ren, noch den Tat­her­gang schil­dern konn­ten, blieb nur der Vor­wurf bestehen, P. habe Wider­stand bei sei­ner Fest­nah­me geleis­tet: Als die vier Poli­zis­ten den schmäch­ti­gen jun­gen Mann zu Boden gebracht hat­ten, habe er mit den Bei­nen gestram­pelt…” Arti­kel von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 8.5.2018 bei der taz online externer Link
  • Medi­en und die G20-Straf­tä­ter­ver­fol­gung: Der Jour­na­list, dein Freund und Hel­fer 
    “Bei der Ver­fol­gung mut­maß­li­cher G20-Straf­tä­ter leis­ten eini­ge Ham­bur­ger Medi­en der Poli­zei gute Diens­te und fun­gie­ren als will­fäh­ri­ge Hilfs­she­riffs. Die Zeu­gin fühl­te sich nicht wohl. Sie sei, so ließ die Poli­zei­re­por­te­rin der Ham­bur­ger Mor­gen­post (MoPo), Ana­sta­sia I., ihren Arzt dem Amts­ge­richt in Ham­burg-Alto­na mit­tei­len, der­zeit „arbeits­un­fä­hig“. Das hat­te die seit Lan­gem krank­ge­schrie­be­ne Jour­na­lis­tin aller­dings schon vor Wochen der Rich­te­rin mit­ge­teilt, ihre Aus­sa­ge aber trotz­dem zuge­sagt. Erst nach­dem ihre Vor­ge­setz­ten in der Redak­ti­on durch einen taz-Arti­kel davon Wind bekom­men hat­ten, dass die Repor­te­rin und ihr Kol­le­ge Rüdi­ger G. sich als Zeu­gen im „G20-Pro­zess“ gegen Nico B. ange­dient hat­ten, zog die Jour­na­lis­tin es vor, sich hin­ter ihrer Krank­schrei­bung zu ver­ste­cken. Das war am ver­gan­ge­nen Mitt­woch. Dass die bei­den Kol­le­gIn­nen sich ohne Abspra­che mit der Redak­ti­ons­spit­ze aus eige­nem Antrieb bei der Staats­an­walt­schaft als Belas­tungs­zeu­gen ange­bo­ten hat­ten, kam in der MoPo nicht gut an – ver­stößt es doch gegen alle jour­na­lis­ti­schen Grund­sät­ze und Gepflo­gen­hei­ten. Vor Gericht haben Jour­na­lis­ten ein umfang­rei­ches Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht. Sie sol­len über Pro­zes­se berich­ten, nicht aktiv in sie ein­grei­fen.(…) Kein Ein­zel­fall: Seit dem G20-Gip­fel im ver­gan­ge­nen Juli wur­de in vie­len Ham­bur­ger Redak­tio­nen der Grund­satz, dass Jour­na­lis­ten Staats­an­walt­schaft und Poli­zei kon­trol­lie­ren, über Bord gewor­fen. Vie­le Medi­en signa­li­sie­ren den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den statt­des­sen: der Jour­na­list, dein Freund und Hel­fer. Immer mehr Medi­en­schaf­fen­de gefal­len sich dar­in, bei der Ent­tar­nung mut­maß­li­cher G20-„Krawallmacher“ mit­zu­mi­schen…” Bei­trag von Mar­co Cari­ni vom 3. Mai 2018 bei der taz online externer Link
  • [Er will die Geschichts­schrei­bung nicht der Poli­zei über­las­sen] Flo­ra-Spre­cher über G20-Demo: „Eine beacht­li­che Kalt­schnäu­zig­keit“ 
    Rote-Flo­ra-Akti­vist Andre­as Blech­schmidt im Gespräch mit Lena Kai­ser und Katha­ri­na Schip­kow­ski bei taz online vom 17. April 2018 externer Link. Fra­ge: “Was ist der Anlass, dass Sie sich aus­ge­rech­net jetzt zu Wort zu mel­den?”. Andre­as Blech­schmidt: “Das, was die Ham­bur­ger Poli­zei und Innen­be­hör­de in der letz­ten Sit­zung des G20-Son­der­aus­schuss zum Ablauf der „Wel­co­me to Hell“-Demo gesagt hat. Es gibt aus mei­ner Sicht die Not­wen­dig­keit, die­ser poli­zei­li­chen Ver­si­on, die ich für wahr­heits­wid­rig hal­te, die Wahr­neh­mung der Ver­samm­lungs­lei­tung des Abends ent­ge­gen­zu­set­zen. (…) Die „Wel­co­me to Hell“-Demonstration ist als eine orga­ni­sier­te und ange­mel­de­te Gefahr für Sicher­heit und Ord­nung stig­ma­ti­siert wor­den. (…) Wenn die Poli­zei behaup­tet, dass sie Hin­wei­se gehabt hät­te, dass es Depots an der Stre­cke gäbe, dann wäre es aus ihrer Sicht zwin­gend not­wen­dig gewe­sen, die Rou­te zu ändern – und zwar auch kurz­fris­tig. Eben­so bei der Behaup­tung, auf der Ree­per­bahn hät­te es angeb­lich Gewalt geben sol­len. Das wäre fast schon eine Stan­dard­auf­la­ge gewe­sen. (…) Kon­kret hat die Ein­satz­füh­rung der Poli­zei zuletzt im Son­der­aus­schuss behaup­tet, es sei alter­na­tiv­los gewe­sen, wegen Ver­mum­mung gegen die Demons­tra­ti­on vor­zu­ge­hen – mit Was­ser­wer­fer, Pfef­fer­spray und Schlag­stö­cken. Das stellt die Abläu­fe auf den Kopf. Ent­schei­dend ist, dass die Ver­samm­lungs­lei­tung ange­hal­ten ist, Ver­mum­mung zu unter­bin­den, dass die Poli­zei aber eben­so ange­hal­ten ist, die­ses Unter­bin­den zu ermög­li­chen. (…) Es war nicht so, dass wir kei­nen Ein­fluss auf den ver­mumm­ten Block hat­ten und das poli­zei­li­che Vor­ge­hen des­halb not­wen­dig war. Die Poli­zei hat das gar nicht mehr zuge­las­sen. Für die Auf­ar­bei­tung des poli­zei­li­chen Agie­rens ist das von ent­schei­den­der Bedeu­tung, denn die Poli­zei hat durch ihr Ein­schrei­ten völ­lig unnö­tig die Situa­ti­on eska­liert…”
  • Kurio­ses G20-Ver­fah­ren: Wack­li­ge Ankla­ge 
    “Der G20-Geg­ner Kon­stan­tin P. soll Fla­schen gewor­fen und sich gegen sei­ne Fest­nah­me gewehrt haben. Doch dafür gibt es kei­ne Bele­ge. (…) Ein hal­bes Jahr nach Beginn des Ver­fah­rens im ver­gan­ge­nen Okto­ber und nach mehr als ein Dut­zend Pro­zess­ta­gen ist von dem staat­lich geschmie­de­ten Kon­strukt wenig übrig, der Haft­be­fehl gegen P. ist nach vier Mona­ten Unter­su­chungs­haft auf­ge­ho­ben wor­den. Die Haupt­ankla­ge­punk­te der Fla­schen­wür­fe sind nach Äuße­run­gen von Amts­rich­te­rin Kat­rin Fischer vom Tisch. Zwar habe es die­se Wür­fe nach der bis­he­ri­gen Beweis­auf­nah­me wohl gege­ben, bei der Ver­haf­tung von Kon­stan­tin P. habe aber wegen der Beklei­dung eine Ver­wech­se­lung vor­ge­le­gen, sodass er nicht der Fla­schen­wer­fer gewe­sen sein kön­ne. Seit meh­re­ren Wochen geht es im Ver­fah­ren allein noch um die Fra­ge, durf­te oder konn­te Kon­stan­tin P., dar­aus, dass er zu Unrecht von den Poli­zis­ten ange­grif­fen wur­de, das Recht ablei­ten, sich gegen sei­ne Fest­nah­me zu weh­ren. Und konn­te er das über­haupt, als er am Boden von drei Poli­zis­ten fixiert wor­den war. (…) Über­haupt sorg­te das Ver­fah­ren gegen Kon­stan­tin P. von Anfang an für rechts­staat­li­che Kurio­si­tä­ten. So stell­te sich her­aus, dass die hes­si­schen BFE-Beam­ten zur Vor­be­rei­tung ihrer Aus­sa­ge vor Gericht einen Ord­ner ein­se­hen konn­ten, in dem alle Ver­neh­mungs­pro­to­kol­le der Kol­le­gen, Zeu­gen­aus­sa­gen, Vor­la­dun­gen und Anwei­sun­gen im Zusam­men­hang mit dem G20-Ein­satz gesam­melt waren. Eine der­ar­ti­ge Zeu­gen­be­ein­flus­sung wider­spricht den Grund­sät­zen der Straf­pro­zess­ord­nung…” Bericht von Kai von Appen vom 9. April 2018 bei der taz Ham­burg online externer Link
  • Unbe­ding­ter Ver­fol­gungs­wil­le. G‑20-Pro­zes­se: Gericht will Ver­fah­ren gegen Fabio V. trotz feh­len­den Tat­vor­wurfs fort­füh­ren. Ermitt­lun­gen gegen Poli­zis­ten lau­fen schlep­pend 
    Spielt Ham­burgs Jus­tiz im Ver­fah­ren gegen den Ita­lie­ner Fabio V. auf Zeit? Ende Febru­ar war der am meis­ten beach­te­te G‑20-Pro­zess vor dem Amts­ge­richt Alto­na unter­bro­chen wor­den, offi­zi­ell mit Ver­weis auf eine Erkran­kung der schwan­ge­ren Rich­te­rin. In den Medi­en war spe­ku­liert wor­den, der Pro­zess müs­se neu auf­ge­rollt wer­den. Das ist aber nach wie vor offen.Nach Infor­ma­tio­nen von jun­ge Welt hat das Gericht Mit­te März einen Beschluss gefasst, mit dem die Frist, in der die Haupt­ver­hand­lung fort­ge­setzt wer­den muss, »gehemmt« wird. Dar­in bezieht sich das Amts­ge­richt auf den Para­gra­phen 229 der Straf­pro­zess­ord­nung (StPO) , der die Höchst­dau­er der Unter­bre­chung einer Ver­hand­lung regelt. Der Pro­zess gegen Fabio darf danach höchs­tens für einen Monat unter­bro­chen wer­den. Bei Krank­heit des Ange­klag­ten oder der Rich­te­rin kann die­se Frist für die Dau­er der Ver­hin­de­rung »gehemmt« wer­den, längs­tens für sechs Wochen. Ist die Rich­te­rin also Anfang/​Mitte Mai nicht wie­der da, müss­te das Ver­fah­ren neu begon­nen wer­den. Ein Knack­punkt dürf­te sein, ob eine Schwan­ger­schaft im Sin­ne der StPO als Krank­heit zu ver­ste­hen ist oder ob die Rich­te­rin tat­säch­lich erkrankt ist. Um die­se Fra­ge zu klä­ren, hat Gabrie­le Hein­ecke, Anwäl­tin von Fabio V., Akten­ein­sicht bean­tragt, wie sie jW am Diens­tag mit­teil­te. Dass die Staats­an­walt­schaft die Ankla­ge »fal­len lässt«, wie bereits spe­ku­liert wur­de, ist laut Hein­ecke in der StPO nicht vor­ge­se­hen. (…) Bis­her wur­de mehr als 40 Gip­fel­geg­nern der Pro­zess gemacht. Sie erhiel­ten zum Teil absurd hohe Stra­fen. So wur­de der Nie­der­län­der Pei­ke S. für zwei Fla­schen­wür­fe auf Poli­zis­ten zu 31 Mona­ten Haft ver­ur­teilt. Vor dem Land­ge­richt läuft der­zeit sein Beru­fungs­ver­fah­ren. Ham­burgs Poli­zei führt nach Anga­ben des NDR vom 16. März der­zeit mehr als 3.300 Ermitt­lungs­ver­fah­ren, 1.420 davon wur­den bereits an die Staats­an­walt wei­ter­ge­lei­tet. Was die Über­grif­fe von Poli­zei­be­am­ten gegen Gip­fel­geg­ner angeht, ist man nach­sich­ti­ger. 138 Ermitt­lungs­ver­fah­ren sind gegen Poli­zis­ten geführt wor­den, die meis­ten wegen Kör­per­ver­let­zung. (…) ATTAC hat unter­des­sen beim Ham­bur­ger Ver­wal­tungs­ge­richt Kla­gen gegen die Ver­bo­te von drei Aktio­nen des glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­schen Netz­werks am 7. Juli 2017 ein­ge­reicht. Ziel sei es dabei auch, die Rechts­wid­rig­keit der 38 Qua­dratkilometer gro­ßen Ver­samm­lungs­ver­bots­zo­ne wäh­rend des Gip­fels fest­stel­len zu las­sen, teil­te die Orga­ni­sa­ti­on am Diens­tag mit...” Arti­kel von Kris­ti­an Stemm­ler in der jun­gen Welt vom 04.04.2018 externer Link
  • [23.3.2018 in Ber­lin] “Jagd­sze­nen aus Ham­burg – der G20-Gip­fel und die Fol­gen”. Nun Nach­be­rei­tung, auch der (erneu­ten) Inter­ven­ti­on der GdP über den DGB 
    • ver.di-Medien-Galerie zu G20-Nach­le­se bis auf den letz­ten Platz besetzt 
      Fast 90 Inter­es­sier­te waren am Frei­tag, den 23. März, in die ver.di-Medien-Galerie gekom­men, um von der Ham­bur­ger Rechts­an­wäl­tin Gabri­el­le Hei­ni­cke zu erfah­ren, wel­che Erfah­run­gen sie wäh­rend des G20-Gip­fels mit poli­zei­li­cher Gewalt machen konn­te, wie es um die Beweis­auf­nah­me von Rechts­brü­chen sei­tens der Demons­trie­ren­den aus­sieht und wel­che Ergeb­nis­se zu Anzei­gen der G20-Geg­ner/in­nen gegen will­kür­li­che Gewalt durch staat­li­che Sicher­heits­or­ga­ne vor­lie­gen. Mit Unver­ständ­nis und Empö­rung reagier­ten die Anwe­sen­den dar­auf, dass die urspü­rüng­lich im IGM-Haus geplan­te Ver­an­stal­tung nach einer Inter­ven­ti­on des DGB abge­sagt wur­de. Bekannt­lich hat­te der ehe­ma­li­ge Ham­bur­ger Bür­ger­meis­ter und heu­ti­ge Finanz­mis­ters der SPD, Olaf Scholz, nach Ende des G20-Gip­fels öffent­lich erklärt: „Poli­zei­ge­walt hat es nicht gege­ben“. Lei­der sieht die Rea­li­tät anders aus. Dies jeden­falls lässt sich klar aus den bei­den Doku­men­ten ent­neh­men, die wir hier­mit ins Netz stel­len: 1. Vor­trag von Gabrie­le Hei­ni­cke in Ber­lin 2. Ergeb­nis der G20-Demons­tra­ti­ons­be­ob­ach­tun­gen durch das „Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie“...” Bericht der Ver­an­stal­tung von und beim Arbeits­kreis Inter­na­tio­na­lis­mus in der IG Metall Ber­lin (AKI) externer Link – der AKI ver­mel­de­te die Raum­än­de­rung vor der Ver­an­stal­tung mit der Begrün­dung “Nach Pro­tes­ten des DGB und v.a. aus der GdP (Gewerk­schaft der Poli­zei) hat die Geschäfts­füh­rung der IG Metall Ber­lin uns auge­for­dert, die Ver­an­stal­tung abzu­sa­gen” und auch der RAV mel­de­te am 23.3. per twit­ter: “Die Gewerk­schaft der Poli­zei zeigt sich ein­mal mehr auto­ri­tär, demo­kra­tie­feind­lich und kri­ti­kun­fä­hig. Auf­grund mas­si­ven Drucks der GdP hat die IG Metall die Raum­zu­sa­ge für die NoG20-Ver­an­stal­tung der VDJ zurück­ge­zo­gen.” Uns liegt dazu ein – (noch) nicht ver­ab­schie­de­ter Reso­lu­ti­ons­ent­wurf an den DGB Ber­lin vor: Die Ver­samm­lungs­frei­heit von Gewerkschafter*innen und gesell­schaft­lich Arbei­ten­den darf nicht ange­tas­tet wer­den!
    • Und wir erin­nern an das Dos­sier: DGB-Mün­chen ver­bie­tet Anti­fa-Kon­gress in ihren Räu­men nach radi­kal rech­ter Gegen­kam­pa­gne – auch der Gewerk­schaft der Poli­zei
    • Ver­an­stal­tung des AKI – Arbeits­kreis Inter­na­tio­na­lis­mus in der IG Metall Ber­lin und unser “Unter­mie­ter” – mit Gabrie­le Hein­ecke, Rechts­an­wäl­tin in Ham­burg. Sie ver­tritt Ange­klag­te in den Pro­zes­sen. und ist Mit­glied im Bun­des­vor­stand des Repu­bli­ka­ni­schen Anwaltsvereins(RAV) Wäh­rend des G20-Gip­fels war sie Pres­se­spre­che­rin des Anwalt­li­chen Not­diens­tes G20.
      Ach­tung ! Neu­er Ort und neue Anfangs­zeit !! Die Ver­an­stal­tung fin­det nicht wie ange­kün­digt im IG Metall-Haus statt, son­dern am Frei­tag den 23. März ab 19.00 Uhr in der Medi­en­ga­le­rie , Duden­stra­ße 10, 10965 Ber­lin-Kreuz­berg (2 Minu­ten vom Platz der Luft­brü­cke (U 6) ent­fernt). Sie­he die Ankün­di­gung externer Link
  • »Es könn­te wei­te­re Raz­zi­en geben«. Inter­view mit Kim König von der Roten Hil­fe Ham­burg zur Repres­si­on nach dem G20-Gip­fel in Ham­burg 
    “… Sicher­lich wird es durch die Ermitt­lun­gen der Soko noch vie­le, aller­dings wesent­lich klei­ne­re Straf­ver­fah­ren geben. Es besteht nach wie vor ein sehr deut­li­cher Ver­fol­gungs- und auch Ver­ur­tei­lungs­wil­le gegen ver­meint­li­che G20-Gewalt­tä­ter_in­nen. Außer­dem wäre eine Soko, die so im öffent­li­chen Inter­es­se steht, kaum zu recht­fer­ti­gen, wenn sie kei­ne Ergeb­nis­se lie­fern kann. Nach eige­nen Anga­ben führt sie der­zeit über 3.000 Ermitt­lungs­ver­fah­ren. Nicht alle Ermitt­lun­gen füh­ren auch zu Pro­zes­sen, aber eini­ge Hun­dert dürf­ten es schon wer­den. Die Jus­tiz in Ham­burg geht davon aus, dass die Serie der G20-Pro­zes­se nicht vor Ende 2019 abge­schlos­sen wird. Was jetzt lang­sam zu Ende geht, sind die Ver­fah­ren gegen die Leu­te, die seit G20 in der U‑Haft saßen. Jetzt kom­men die Pro­zes­se gegen Akti­vis­ten, die nach G20 wie­der nach Hau­se gefah­ren sind. Es ist also noch längst nicht vor­bei. Des­halb dür­fen auch die Auf­merk­sam­keit und die Soli­da­ri­tät der lin­ken Sze­ne nicht nach­las­sen. (…) Haus­durch­su­chun­gen im Rah­men lau­fen­der Ermitt­lun­gen wir­ken ja immer in zwei Rich­tun­gen. Zum einen geht es dar­um, Erkennt­nis­se im Sin­ne der Ermitt­lun­gen zu sam­meln. Zum ande­ren geht es aber auch dar­um, ein­zu­schüch­tern und Leu­te aus der Reser­ve zu locken. Wobei das Sam­meln von Beweis­mit­teln aus unse­rer Sicht im Lau­fe der Zeit immer wei­ter zurück­tritt…” Inter­view von Gas­ton Kir­sche vom 22.03.2018 beim ND online externer Link
  • [17.03.2018 in Ham­burg] United we stand! Gemein­sam gegen Repres­si­on und auto­ri­tä­re For­mie­rung! 
    [17.03.2018 in Hamburg] United we stand! Gemeinsam gegen Repression und autoritäre Formierung!Im Som­mer 2017 sind wir zu Tau­sen­den inter­na­tio­nal in Ham­burg zusam­men­ge­kom­men und haben gegen den G20 Gip­fel demons­triert. Nicht die offi­zi­el­le Gip­fel­in­sze­nie­rung, son­dern die Pro­tes­te dage­gen haben die Bil­der bestimmt. Unse­re Viel­fäl­tig­keit und Ent­schlos­sen­heit haben es im Juli geschafft, die Pro­pa­gan­da­ver­an­stal­tung nach­hal­tig zu behin­dern. Das ist auch gelun­gen, weil unter­schied­lichs­te Grup­pen und Zusam­men­hän­ge spek­tren­über­grei­fend ein gemein­sa­mes Ziel ver­folgt haben. Wir wol­len rund um den „Tag der poli­ti­schen Gefan­ge­nen“ ein soli­da­ri­sches Zei­chen gegen Repres­si­on set­zen. Mit der Demons­tra­ti­on wer­den wir zei­gen, dass das staat­li­che Kal­kül von Kri­mi­na­li­sie­rung, Ein­schüch­te­rung und Spal­tung schei­tern wird…” Auf­ruf von United we stand! externer Link zur Anti­re­pres­si­ons­de­mo am 17.03.2018 um 14.00 Uhr, Gän­se­markt. Auf der Akti­ons­sei­te auch wei­te­re Auf­ru­fe und alle Infos zum Ablauf
  • Über­grif­fe bei G20: Poli­zei geht von 127 Prü­gel-Opfern aus 
    Die Zahl der Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Poli­zis­ten im Zusam­men­hang mit G20 ist seit Dezem­ber 2017 von 115 auf 138 gestie­gen. Eine Ankla­ge wur­de jedoch noch nicht erho­ben. Das geht aus einer Anfra­ge der Lin­ken an den Senat her­vor. Den meis­ten der betrof­fe­nen Beam­ten wird Kör­per­ver­let­zung im Amt vor­ge­wor­fen. Das Dezer­nat Inter­ne Ermitt­lun­gen (DIE) bei der Poli­zei hat bis­lang Ver­fah­ren gegen 138 Kol­le­gen auf­ge­nom­men. 107 Beam­ten wird Kör­per­ver­let­zung im Amt vor­ge­wor­fen. Das DIE geht nach Sich­tung der Hin­wei­se aktu­ell von 127 mut­maß­li­chen Opfern von Poli­zei­ge­walt aus, von denen aller­dings 57 noch nicht iden­ti­fi­ziert wur­den…” Arti­kel von Ste­pha­nie Lam­precht vom 10.03.18 bei der Mor­gen­post online externer Link
  • [Film] “Fes­ti­val der Demo­kra­tie”: “Wenn man nicht hin­ge­gan­gen wäre, wäre das eine Bank­rott­erklä­rung gewe­sen” Gespräch mit den Fil­me­ma­chern Lars Koll­ros und Alex­an­dra Zaits­e­va 
    Der Jour­na­list Lars Koll­ros und die Künst­le­rin Alex­an­dra Zaits­e­va legen mit Fes­ti­val der Demo­kra­tie einen Film vor, der die Aus­schrei­tun­gen rund um den Ham­bur­ger G20 Gip­fel im Jahr 2017 in teils dra­ma­ti­schen Auf­nah­men bebil­dert und die juris­ti­schen und poli­ti­schen Fol­gen mit­tels Inter­views auf­ar­bei­tet…” Inter­view von Frank Jödi­cke vom 06. März 2018 bei tele­po­lis externer Link und Infos zum Film externer Link
  • G20ApUA: Innen­be­hör­de miss­ach­tet rechs­staat­li­che Grund­rech­te 
    Der Außer­par­la­men­ta­ri­sche Unter­su­chungs­aus­schuss G20 (G20ApUA) kri­ti­siert das Ver­hal­ten der Ham­bur­ger Innen­be­hör­de. Die­se hat dem vor Gericht ste­hen­den Kon­stan­tin P. wäh­rend sei­nes lau­fen­den Ver­fah­rens eine Aus­wei­sungs­ver­fü­gung zuge­stellt – ohne das Urteil des Amts­ge­richts abzu­war­ten. Die Behör­de for­dert Kon­stan­tin P. auf, Deutsch­land umge­hend zu ver­las­sen. Zudem soll es ihm für fünf Jah­re ver­bo­ten sein, nach Deutsch­land und erwei­tert auch in den Schen­gen­raum ein­zu­rei­sen. Die­ses Ver­hal­ten steht im Gegen­satz zu den Prin­zi­pi­en des Rechts­staats. Der Pro­zess wird mor­gen, am 2. März um 9 Uhr fort­ge­setzt. (…) Ob P. frei­ge­spro­chen oder für schul­dig befun­den wird, ist für die Behör­de nicht rele­vant, schließ­lich las­se allei­ne sein Ver­hal­ten „auf eine gewalt­ori­en­tier­te poli­ti­sche Gesin­nung schlie­ßen, bzw. auf eine Gesin­nung, die auch die Anwen­dung von Gewalt zur Durch­set­zung poli­ti­scher Zie­le ein­schließt und die Aus­übung von Gewalt befür­wor­tet. Dies birgt auch für zukünf­ti­ge poli­ti­sche Bege­ben­hei­ten und Ver­an­stal­tun­gen ein fort­dau­ern­des Gefah­ren­po­ten­zi­al, das jeden­falls nicht nach dem G20-Gip­fel ein­fach ent­fal­len sein wird, son­dern auch im Hin­blick auf zukünf­ti­ge ande­re ver­gleich­ba­re poli­ti­sche Ereig­nis­se, Ver­an­stal­tun­gen oder sons­ti­ge Anläs­se, die von einer poli­tisch moti­vier­ten gewalt­be­rei­ten Sze­ne auf­ge­grif­fen und poli­ti­siert wer­den, wei­ter­hin gegen­wär­tig sein dürf­te, und zwar für einen noch deut­lich lang­fris­ti­gen Zeit­raum.“ Die Behör­de bewer­tet eine von ihr erkann­te „Gesin­nung“ höher als das abzu­war­ten­de Urteil eines Gerichts – in einem Ver­fah­ren, in dem sich bis­lang bereits der Groß­teil der erho­be­nen Vor­wür­fe nicht bestä­tigt hat. (…) Die Ham­bur­ger Innen­be­hör­de macht damit im Rah­men eines Gerichts­ver­fah­rens Poli­tik. Sie ver­ur­teilt und bestraft jen­seits der Straf­ge­rich­te vor, damit ver­lässt sie den Boden des Rechts­staats…” Pres­se­mit­tei­lung vom 1. März 2018 von und bei G20ApUA externer Link – ein Zusam­men­schluss von Per­so­nen und Grup­pen mit dem Inter­es­se, die Vorgänge rund um den G20- Gip­fel auf­zu­ar­bei­ten
  • G20 und kein Ende: Der Pro­zess gegen Fabio V. in Ham­burg ist geplatzt, doch es gibt noch vie­le wei­te­re G20-Ver­fah­ren 
    In jedem der bis­her abge­schlos­se­nen Pro­zes­se wegen der Pro­tes­te gegen den G20-Gip­fel kam es zu einer Ver­ur­tei­lung. Doch nun ist der viel­beachtete Pro­zess gegen den jun­gen Ita­lie­ner Fabio V. vor­läu­fig geplatzt. (…) Doch das Ver­fah­ren gegen Fabio V. ist nur eines von vie­len. »Es sind 43 Urtei­le und Straf­be­feh­le ergan­gen. 26 Ent­schei­dun­gen sind rechts­kräf­tig«, heißt es in der Ant­wort des Ham­bur­ger Senats auf eine klei­ne Anfra­ge zu rechts­kräf­ti­gen Urtei­len gegen G20-Demons­tran­ten des Links­par­tei-Abge­ord­ne­ten in der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft, Mar­tin Dol­zer. Die Ant­wort ist auf dem Stand des 1. Febru­ar. Seit­her ende­ten vier wei­te­re Pro­zes­se eben­falls mit Ver­ur­tei­lun­gen, zudem kam es mitt­ler­wei­le zu den ers­ten Urtei­len in Beru­fungs­ver­fah­ren in zwei­ter Instanz, in denen ­erst­in­stanz­li­che Urtei­le abge­mil­dert wur­den… Der rot-grü­ne Ham­bur­ger Senat beharrt dar­auf, dass es sich bei den G20-Ver­fah­ren kei­nes­wegs um poli­ti­sche Pro­zes­se hand­le, son­dern aus­schließ­lich um die Ahn­dung von Straf­ta­ten. (…) Und weil es so gut lief, plant Ham­burgs Poli­zei­füh­rung, nach wei­te­ren rund 100 angeb­lichen Delin­quen­ten öffent­lich zu fahn­den. Ham­burgs Innen­se­na­tor Andy Gro­te (SPD) erklär­te die öffent­li­che Fahn­dung mit Por­trät­fo­tos zu einem Erfolg – weil es gelun­gen sei, vie­le ­Tat­ver­däch­ti­ge zu iden­ti­fi­zie­ren. Auch das Feind­bild des umher­rei­sen­den mili­tan­ten Auto­no­men aus dem Aus­land, das nach Poli­zei­pres­se­kon­fe­ren­zen durch vie­le Medi­en geis­ter­te, ver­sucht die Poli­zei­füh­rung am Leben zu erhal­ten…” Arti­kel von Gas­ton Kir­sche in der Jung­le World vom 01.03.2018 externer Link
  • Angriff auf die Ver­samm­lungs­frei­heit: Der G20-Pro­zess gegen Fabio V. zeigt, wie ein Grund­recht ange­grif­fen wird. Das haben auch ein Dok­to­rand und ein Stu­dent erfah­ren 
    “… Poli­zei und Gerichts­bar­keit in Ham­burg ver­tre­ten die Ansicht, dass jener Pro­test­zug vor dem G20-Gip­fel kei­ne Ver­samm­lung im Sin­ne des Grund­ge­set­zes war. Den Teil­neh­mern der Demons­tra­ti­on spre­chen sie poli­ti­sche Anlie­gen ab. Kei­ne Demons­tran­ten eben, son­dern Kri­mi­nel­le. Kri­mi­nell ist dem­nach auch Simon Ernst, einer der mehr als 70 Beschul­dig­ten, die auf der­sel­ben Demons­tra­ti­on wie Fabio V. waren. Auf meh­re­ren Poli­zei­vi­de­os ist der groß gewach­se­ne Mann zu erken­nen, wie er, mit einer roten Jacke beklei­det, im Strahl eines Was­ser­wer­fers steht und eine Frau beschützt. Dem 32-jäh­ri­gen Bon­ner poli­ti­sche Anlie­gen abzu­spre­chen, scheint ver­mes­sen. Seit mehr als 10 Jah­ren ist er in der Gewerk­schaft Ver­di enga­giert. Mehr­fach mel­de­te Ernst Demons­tra­tio­nen gegen Rechts­ra­di­ka­le an. Am frü­hen Mor­gen des 5. Dezem­ber klopft es bei ihm an der Woh­nungs­tür. „Poli­zei! Machen Sie auf!“. Einen Augen­blick spä­ter tum­meln sich zehn Beam­te in sei­ner 2‑Zim­mer-Woh­nung. Ein Poli­zist bug­siert den split­ter­nack­ten Pro­mo­ti­ons­stu­den­ten auf das Wohn­zim­mer­so­fa und hält ihm einen Durch­su­chungs­be­schluss aus Ham­burg unter die Nase, Vor­wurf „Land­frie­dens­bruch“. (…) Ernst ist da einer von 22 Teil­neh­mern der Demons­tra­ti­on am „Ron­den­barg“, deren Woh­nun­gen in einer bun­des­wei­ten Raz­zia zeit­gleich durch­sucht wer­den. Die Beam­ten beschlag­nah­men Com­pu­ter, Fest­plat­ten und USB-Sticks. Auf den Daten­trä­gern befin­det sich die fast fer­ti­ge Dok­tor­ar­beit von Simon Ernst. „Das ist mei­ne Arbeits­grund­la­ge, mei­ne Lebens­grund­la­ge“, sagt der Pro­mo­vent fast drei Mona­te spä­ter, ent­geis­tert. Am 31.12.2017 war Abga­be­ter­min. Den konn­te er nicht ein­hal­ten, weil die Daten­trä­ger in der Asser­va­ten­kam­mer der Soko „Schwar­zer Block“ lie­gen. Sie han­delt von der Erd­öl­in­dus­trie in Vene­zue­la. Ob die Kennt­nis des Inhalts hel­fen wird, den drin­gen­den Tat­ver­dacht gegen Simon Ernst zu erhär­ten? Sein Dok­tor­va­ter ist sau­er. „Sind Sie sich über die Kon­se­quen­zen im Kla­ren?“ schreibt Micha­el Zeus­ke, Pro­fes­sor am His­to­ri­schen Semi­nar der Uni­ver­si­tät zu Köln an die Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft. Wegen der Beschlag­nah­mung kön­ne „Herr Ernst sein Dis­ser­ta­ti­ons­vor­ha­ben nicht wie geplant umset­zen. Die fort­dau­ern­de Kon­fis­zie­rung ent­zieht Herrn Ernst damit auch die Mög­lich­keit sei­nes ange­streb­ten Berufs­ab­schlus­ses.“…” Bei­trag von Ste­fan Buchen vom 27. Febru­ar 2018 bei taz online externer Link
  • [Refe­rat] Rechts­an­wäl­tin Gabrie­le Hein­ecke zu den G20-Pro­zes­sen: Gip­fel der Grund­rechts­ver­let­zun­gen 
    “… Es gab vie­le Grün­de, gegen die G20 und ihren Gip­fel auf die Stra­ße zu gehen. Die 20 „wich­tigs­ten Indus­trie- und Schwel­len­län­der“ die­ser Erde tra­gen Ver­ant­wor­tung für Hun­ger und Krank­heit, für die Zer­stö­rung der Umwelt, der Infra­struk­tu­ren vie­ler Län­der und (Bür­ger-) Krie­ge. Die Inter­ven­ti­on der rei­chen Län­der führt in den ärme­ren zu Kri­sen und Mas­sen­flucht. Der Reich­tum Weni­ger und die Armut Vie­ler sind zwei Sei­ten einer Medail­le. In der Woche des Gip­fels haben mehr als 100.000 Men­schen in Ham­burg gegen die­se Poli­tik pro­tes­tiert. (…) Wie aus einer ent­fern­ten ande­ren Welt klin­gen die Wor­te des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts der 1980er Jah­re, in denen das Ver­samm­lungs­recht als Mög­lich­keit der frei­en, offe­nen, unre­gle­men­tier­ten Ein­fluss­nah­me auf den stän­di­gen Pro­zess der poli­ti­schen Mei­nungs­bil­dung cha­rak­te­ri­siert wird, die sich grund­sätz­lich staats­frei voll­zie­hen kön­nen muss. Die Respek­tie­rung der Ver­samm­lungs­frei­heit als ein Stück „ursprüng­lich-unge­bän­dig­ter unmit­tel­ba­rer Demo­kra­tie, weil sie als ein „poli­ti­sches Früh­warn­sys­tem“ not­wen­dig ist, „Kurs­kor­rek­tu­ren der offi­zi­el­len Poli­tik“ mög­lich zu machen („Brok­dorf- Beschluss“ 1985). Nach § 31 Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­ge­setz sind alle Gerich­te und Behör­den an die­se Ent­schei­dung gebun­den. Kann es die­se Frei­heit geben, wenn man bei jedem zwei­ten Schritt über einen Poli­zei­stie­fel stol­pert? Wenn poli­zei­li­che Beob­ach­tungs- und Doku­men­ta­ti­ons­trupps alle 50 Meter die Sze­ne­rie auf­neh­men, ist das noch Demo­kra­tie? (…) Viel ist von bür­ger­kriegs­ähn­li­chen Zustän­den geschrie­ben wor­den. Die gab es in Ham­burg nicht. Im Schan­zen­vier­tel haben in der Nacht des 7. Juli kei­ne poli­tisch den­ken­den Men­schen gewü­tet, son­dern die Dumm­heit. Von der Poli­tik und man­chen Gazet­ten fin­det ein Miss­brauch die­ser Vor­fäl­le statt, um einen Teil der G20-Geg­ner zu dis­kre­di­tie­ren. Was es gab, war eine para­mi­li­tä­risch auf­tre­ten­de Poli­zei, die für die Tage des Gip­fels im Stadt­bild all­ge­gen­wär­tig, beherr­schend war. Was es gab, waren viel­fa­che, mas­si­ve und rechts­wid­ri­ge Angrif­fe der Poli­zei auf die Grund­rech­te. Es gab die Demons­tra­ti­on eines tota­len Staa­tes im Gewan­de der Lega­li­tät, der den Demons­tran­ten gegen­über nicht als Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, son­dern als Fein­de auf­ge­tre­ten ist. Die­se Ent­wick­lung ist besorg­nis­er­re­gend. Es blitz­te – um Georg Benz auf dem Kon­gress „Not­stand der Demo­kra­tie“ im Jah­re 1966 zu zitie­ren – „die Dik­ta­tur hin­ter der Fas­sa­de for­ma­ler Demo­kra­tie“ her­vor. Die­se Ent­wick­lung müs­sen wir bekämp­fen.” Aus­zü­ge aus dem Refe­rat von Gabrie­le Hein­ecke, der Anwäl­tin von Fabio V., vom 31. Janu­ar 2018 bei Jour Fixe – Gewerk­schafts­lin­ke Ham­burg vom 23. Febru­ar 2018 externer Link, sie­he dazu:
    • Höchst­rich­ter­li­che Straf­ge­bühr wegen der Ver­tei­di­gung von Grund­rech­ten
      “Ergän­zend zu den Aus­sa­gen von Gabrie­le Hein­ecke möch­te ich dar­auf hin­wei­sen, dass – anders als beim „Brok­dorf- Beschluss“ 1985 – das BVerfG sich Som­mer 2017 gegen­über Gabrie­le Hein­ecke ziem­lich skan­da­lös ver­hielt. So lehn­te die 1. Kam­mer des Zwei­ten Senats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht nur den Eil­an­trag einer Beschwer­de von Gabrie­le Hein­ecke wegen der U‑Haft von Fabio V. mit frag­wür­di­gen Argu­men­ten am 23. August 2017 ab, weil sie angeb­lich den “Sub­stan­ti­ie­rungs­an­for­de­run­gen nicht gerecht” wur­de (BVerfGE 2 BvR 1691/​17). Die Kam­mer bestraf­te Gabrie­le Hein­ecke für die­se Beschwer­de am 27. Sep­tem­ber 2017 sogar noch mit einer “Miss­brauchs­ge­bühr” von 600 Euro mit der Begrün­dung: “Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss es nicht hin­neh­men, an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben durch erkenn­bar sub­stanz­lo­se [sic!] Ver­fas­sungs­be­schwer­den gehin­dert zu wer­den.” (vgl. BVerfG-Pres­se­mit­tei­lung Nr. 87/​2017 vom 12. Okto­ber 2017 externer Link zu Beschluss 2 BvR 1691/​17). Damit ver­sag­te die 1. Kam­mer nicht nur bei der Grund­rechts­ver­tei­di­gung im Fal­le einer ver­fas­sungs­recht­lich frag­wür­di­gen Unter­su­chungs­haft. Son­dern es bestraft eine Anwäl­tin mit 600 Euro, weil sie ihre Rechts­staats­ga­ran­tie aus dem Grund­ge­setz wahr­nimmt. Das stellt schon einen ziem­li­chen Tief­punkt der Recht­spre­chung des BVerfG dar – auch wegen der Begrün­dung: Denn abwei­chend von den Erkennt­nis­sen öffent­li­cher Medi­en, die – wie z.B. Pan­ora­ma am 4. August 2017 – auf dem Poli­zei­vi­deo kei­nen “‘mas­si­ven’ Bewurf mit ‘Stei­nen’ und ‘Fla­schen’, wie in dem Poli­zei­be­richt behaup­tet”, ent­de­cken konn­ten, begrün­det die Kam­mer ihre Straf­ge­bühr mit der Behaup­tung: “Die­ses Video lässt deut­lich erken­nen, dass aus der Men­schen­men­ge auch meh­re­re Stei­ne in Rich­tung der ein­ge­setz­ten Poli­zei­be­am­ten gewor­fen wor­den sind” (BVerfG-PM Nr. 87/​2017). Es kann es sich hier­bei jedoch allein schon des­halb nicht um ein (miss­bräuch­li­ches) Vor­ent­hal­ten von “für die Ent­schei­dung offen­sicht­lich bedeut­sa­men Tat­sa­chen” durch Gabrie­le Hein­ecke han­deln, weil die­se nach­weis­lich nicht von Jeder­mann, son­dern nur für die Rich­ter der Kam­mer über­haupt erkenn­bar sind. Es stellt sich eher die Fra­ge, wie die Kam­mer zu ihrer, von der All­ge­mein­heit völ­lig abwei­chen­den Sicht­wei­se des maß­geb­li­chen Poli­zei­vi­de­os über­haupt kommt (das Video ist übri­gens immer noch öffent­lich zugäng­lich). Es gibt dort näm­lich kei­ne gewor­fe­nen Stei­ne, die man “ deut­lich erken­nen” könn­te. Es ist skan­da­lös, wenn heu­te das BVerfG, statt das Ver­samm­lungs­grund­recht und den Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit zu ver­tei­di­gen, nun sogar eine Anwäl­tin bestraft, weil sie gemäß der Ver­fas­sung die Grund­rech­te ihres Man­da­ten ver­tei­digt. Man kann nur hof­fen, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bei der Ver­tei­di­gung von Grund­rech­ten gegen­über “poli­zei­li­chem Not­stand” anläss­lich G20 (zur staat­li­chen Not­stands­lo­gik vgl. bereits Carl Schmitt) nicht auch in Zukunft völ­lig ver­sagt.” Kom­men­tar von Armin Kamm­rad vom 27.2.2018
  • Pro­zess gegen G20-Geg­ner Fabio V. geplatzt /​Inter­view mit Fabio V. 
    Am Diens­tag soll­te eigent­lich das Urteil im Ver­fah­ren gegen den 19-jäh­ri­gen Ita­lie­ner Fabio V. gespro­chen wer­den. Aber nun hat sich die Rich­te­rin, die der Jugend­schöf­fen­ge­richt am Amts­ge­richt Ham­burg-Alto­na vor­sitzt, krank gemel­det. Der letz­te Ver­hand­lungs­tag fällt aus. Das erfuhr “Pan­ora­ma” von den Ver­tei­di­gern des Ange­klag­ten. “Der Ter­min zur Fort­set­zung der Haupt­ver­hand­lung vom 27. Febru­ar 2018 (…) wird auf­ge­ho­ben. Grund: Erkran­kung der Vor­sit­zen­den,” heißt es in der offi­zi­el­len Ter­min­ab­sa­ge des Amts­ge­richts Alto­na (…) Wei­te­re Ver­hand­lungs­ta­ge sind nicht anbe­raumt. Die Rich­te­rin ist hoch­schwan­ger, wie ver­gan­ge­ne Woche bekannt wur­de. Das bedeu­tet, dass das Gericht in der bestehen­den Beset­zung den Pro­zess wohl nicht fort­füh­ren kann. Theo­re­tisch könn­te das Ver­fah­ren unter dem Vor­sitz eines ande­ren Rich­ters kom­plett neu auf­ge­rollt wer­den...” Bei­trag von Ste­fan Buchen vom 26.02.2018 beim NDR externer Link, sie­he u.a. Inter­view mit Fabio V.:
    • NoG20: 1. Ron­den­barg-Pro­zess gegen Fabio geplatzt!
      “… Das ers­te und weg­wei­sen­de Ver­fah­ren um den soge­nann­ten Ron­den­barg-Kom­plex wird somit unter­bro­chen. Die Staats­an­walt­schaft hat schein­bar nicht damit gerech­net, dass Fabio und sei­ne Verteidiger_​innen das gesam­te Hirn­ge­spinnst des „ver­mumm­ten Schwar­zen Blocks“, der geschlos­sen zu kras­sen Aus­schrei­tun­gen mor­gens um 6 Uhr im ödes­ten Indus­trie­ge­biet ver­ab­re­det war, um Poli­zei­ein­hei­ten – die erst spä­ter dazu kamen – anzu­grei­fen – sel­ber oder in psy­chi­scher Bei­hil­fe -, in mona­te­lan­ger Klein­ar­beit zer­le­gen wür­den. Selbst das Kon­strukt einer geschlos­se­nen Hoo­li­gan-Grup­pe, die natür­lich kei­ne Demons­tra­ti­on durch­füh­ren und ein­fach grund­sätz­lich schwe­re Land­frie­dens­bre­cher sind, ließ sich dann doch nicht mal so eben als Trumpf­kar­te der Repres­si­on aus­spie­len. Fabi­os ent­schlos­se­nes Ein­tre­ten für sei­ne poli­ti­schen Über­zeu­gun­gen und sein Fest­hal­ten an der Not­wen­dig­keit gegen den gesam­ten G20 Hum­bug auf die Stra­ße gegan­gen zu sein, haben unser aller Respekt mehr als ver­dient…” Kom­men­tar vom 27.2.2018 von und bei United We Stand externer Link
    • Fabio V. über G20-Pro­test: „Es war das, was ich tun muss­te“
      “… Fra­ge: Die Staats­an­walt­schaft rech­net mit einer Jugend­stra­fe auf Bewäh­rung.
      Fabio V.: Wenn ich am Ende ver­ur­teilt wer­de, muss man sagen, dass das Recht zu demons­trie­ren in Deutsch­land mit Füßen getre­ten wird.
      Fra­ge: Der Pro­zess ist jetzt geplatzt, wie geht es wei­ter?
      Fabio V.: Es wird es wahr­schein­lich einen neu­en Pro­zess geben, alles noch mal von null, mit einer ande­ren Rich­te­rin. Wir hören alle Zeu­gen noch mal, sehen alle Vide­os noch mal. (…) Die Erfah­rung, die ich gemacht habe, hat mich in Ent­schei­dun­gen bestärkt, die ich schon vor­her getrof­fen hat­te. Die Welt, in der wir leben, ist sehr unge­recht. Wir Lin­ke ken­nen manch­mal nicht die Lebens­rea­li­tä­ten derer, die wirk­lich mar­gi­na­li­siert sind. Im Gefäng­nis habe ich die ken­nen­ge­lernt, die von der kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft ver­ges­sen wer­den. Das hat mir vor Augen geführt, dass es eine Pflicht für uns alle ist, wei­ter dage­gen auf die Stra­ße zu gehen
      …” Inter­view von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 26.2.2018 bei der taz online externer Link
  • G20: Angriff auf die Ver­samm­lungs­frei­heit?
    Auf die Fra­ge, wann Demons­tran­ten zu Straf­tä­tern wer­den, haben Poli­zei und Jus­tiz in Ham­burg eine ein­mü­ti­ge Ant­wort: Auch wer gewalt­frei an einem Pro­test­marsch teil­nimmt, kann sein Grund­recht auf Ver­samm­lungs­frei­heit schnell ver­wir­ken, wenn die gesam­te Kund­ge­bung zum Zweck der Gewalt statt­fin­det. Es genügt dem­nach schon, an einem Pro­test­marsch teil­zu­neh­men, aus dem her­aus eini­ge weni­ge Per­so­nen Gegen­stän­de in Rich­tung her­an­na­hen­der Poli­zis­ten wer­fen. Dann hat man die Gewalt­tä­ter durch sei­ne blo­ße Anwe­sen­heit “unter­stützt” und macht sich des schwe­ren Land­frie­dens­bruchs schul­dig – Straf­maß: bis zu zehn Jah­re Haft. (…) Aber auch ohne Urteil im Fall Fabio ist der “Ron­den­barg-Kom­plex” kei­nes­wegs erle­digt. Ob der Pro­zess vor einem ande­ren Rich­ter neu auf­ge­rollt wird, ist unklar. Hin­zu kommt: Mehr als 70 wei­te­re Beschul­dig­te, die auch an der Demons­tra­ti­on teil­ge­nom­men haben und deren Lage mit der von Fabio V. ver­gleich­bar ist, war­ten auf ihre Ankla­ge. Das Füh­rungs­per­so­nal der Ham­bur­ger Poli­zei hält sie alle des Land­frie­dens­bruchs für schul­dig…” Bei­trag von Ste­fan Buchen und Phil­ipp Hen­nig vom 27.02.2018 beim NDR externer Link
  • [Video: G20 Doku] Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge
    Eine Doku über die Rol­le von Poli­zei und Poli­tik beim G20 Gip­fel in Ham­burg 2017, u.a. mit der Rechts­an­wäl­tin Ulri­ke Donat und der Straf­ver­tei­di­ge­rin von Fabio V., Gabrie­le Hein­ecke, mit fast allen zur recht­li­chen Beur­tei­lung des Vor­gangs wich­ti­gen Infos. Ver­öf­fent­licht von Anne Nüm am 16. Febru­ar 2018 bei You­Tube externer Link (Video­län­ge: 28:34 Min.)
  • Das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie for­dert Frei­spruch für Fabio V. Rechts­wid­ri­ge Auf­lö­sung der Ver­samm­lung durch die Poli­zei am Ron­den­barg. Lücken­lo­se Auf­klä­rung des Poli­zei­ein­sat­zes erfor­der­lich 
    Aus Sicht des Komi­tees für Grund­rech­te und Demo­kra­tie ist Fabio V. von sämt­li­chen Vor­wür­fen, die gegen ihn wegen der Teil­nah­me an einem G20-Pro­test­zug ver­han­delt wer­den, frei­zu­spre­chen. Der Pro­zess hat nach mitt­ler­wei­le 12 Ver­hand­lungs­ta­gen kei­ne Bewei­se für sein Wis­sen über oder sei­ne Bil­li­gung etwai­ger Gewalt­tä­tig­kei­ten aus der Men­schen­men­ge her­aus erbracht. Genau dar­auf grün­det sich aber die Ankla­ge, die ihm durch ver­meint­li­che psy­chi­sche Bei­hil­fe schwe­ren Land­frie­dens­bruch, ver­such­te schwe­re Kör­per­ver­let­zung und tät­li­che Angrif­fe auf Vollstreckungsbeamt*innen nach­zu­wei­sen sucht. Fabio V. woll­te wäh­rend der Gip­fel­pro­tes­te sein in der euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on und im Grund­ge­setz ver­brief­tes Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung und Ver­samm­lung wahr­neh­men. Dafür darf er nicht bestraft wer­den. (…) Wink­ler dazu: „Im Pro­zess kamen vie­le erschre­cken­de Details über den Poli­zei­ein­satz ans Licht, den­noch sind wir mei­len­weit von einer Auf­klä­rung ent­fernt. Was mach­ten zum Bei­spiel zeit­gleich vier bis fünf ver­schie­de­ne Beweis­si­che­rungs- und Fest­nah­me­ein­hei­ten der Ein­greif­kräf­te vor Ort? Wie passt das Ver­hal­ten der Poli­zei zum angeb­li­chen Befehl, die Grup­pe nur visu­ell auf­zu­neh­men? Auch wenn man sich die Ein­satz­vi­de­os anschaut, die Schlä­ge in Gesich­ter oder Trit­te gegen am Boden Lie­gen­de doku­men­tie­ren, kann von der behaup­te­ten Ver­hält­nis­mä­ßig­keit gar kei­ne Rede sein. Es scheint, als hät­te es für die Poli­zei einen Frei­fahrt­schein für Gewalt­an­wen­dung und Prü­ge­lei gege­ben. Es kann nicht sein, dass über Tage hin­weg Grund­rech­te miss­ach­tet wur­den und die Öffent­lich­keit noch nicht ein­mal das Wort Poli­zei­ge­walt in den Mund neh­men soll, geschwei­ge denn eine auf Fak­ten basie­ren­de Nach­be­rei­tung der Gescheh­nis­se erfolgt…” Pres­se­mit­tei­lung vom 23. Febru­ar 2018 von und bei Grund­rech­te­ko­mi­tee externer Link
  • G20: Staats­an­walt­schaft stellt wei­te­re Ver­fah­ren ein 
    Die bekann­tes­ten Köp­fe der lin­ken Sze­ne in Ham­burg müs­sen nach dem G20-Gip­fel vor­erst kei­ne straf­recht­li­chen Kon­se­quen­zen mehr fürch­ten: Die Staats­an­walt­schaft hat die Ver­fah­ren gegen den Rechts­an­walt Andre­as Beuth, Rote-Flo­ra-Spre­cher Andre­as Blech­schmidt und Emi­ly Laquer von der Inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken (IL) sind ein­ge­stellt wor­den. Das bestä­tig­te ein Spre­cher der Ermitt­lungs­be­hör­de am Mon­tag auf Anfra­ge. Es hät­te sich jeweils kein hin­rei­chen­der Tat­ver­dacht für eine Ankla­ge wegen Auf­rufs zu Straf­ta­ten oder der Bil­li­gung von Straf­ta­ten erge­ben…” Arti­kel von Chris­toph Hei­ne­mann und Dani­el Her­der vom 12.02.18 beim Ham­bur­ger Abend­blatt online externer Link
  • Rote Flo­ra: Wei­te­re Ver­fah­ren gegen bekann­te G20-Kri­ti­ker ein­ge­stellt 
    “… Rund sie­ben Mona­te nach dem Ham­bur­ger G20-Gip­fel hat die Staats­an­walt­schaft ihre Ermitt­lun­gen gegen einen Anwalt ein­ge­stellt, der das Auto­no­me­n­zen­trum Rote Flo­ra öffent­lich ver­tritt. Dies teil­te die Behör­de am Mon­tag mit. Dem Juris­ten Andre­as Beuth war die öffent­li­che Bil­li­gung von Straf­ta­ten vor­ge­wor­fen wor­den, nach­dem er sich in einem Fern­seh­in­ter­views zu den Kra­wal­len geäu­ßert hat­te. Nach Anga­ben der Staats­an­walt­schaft war das Ver­fah­ren aber ein­zu­stel­len. (…) Außer­dem stell­te die Staats­an­walt­schaft die Ermitt­lun­gen gegen die Orga­ni­sa­to­ren der »Wel­co­me to Hell«-Demonstration am Vor­abend des ers­ten Gip­fel­tags ein. Die­se kamen aus dem Umfeld der Roten Flo­ra. Wäh­rend und nach der Demons­tra­ti­on gab es schwe­re Aus­schrei­tun­gen. Aller­dings stand auch die Poli­zei­füh­rung auf­grund ihrer repres­si­ven Stra­te­gie schwer in der Kri­tik. Es sei nicht nach­weis­bar, dass die Orga­ni­sa­to­ren durch Hand­lun­gen oder Äuße­run­gen »bei einem Drit­ten einen kon­kre­ten Tatent­schluss her­vor­ge­ru­fen hät­ten«, hieß es nun…” Bei­trag bei neu­es Deutsch­land vom 12. Febru­ar 2018 externer Link
  • »Groß­übung in Auf­stands­be­kämp­fung«. Gegen die Erobe­rung der Deu­tungs­ho­heit für die Pro­tes­te um den G‑20-Gip­fel hilft nur Auf­klä­rung. Ein Gespräch mit Elke Ste­ven 
    “… In Ham­burg war der Staat vor­be­rei­tet auf eine Groß­übung in städ­ti­scher Auf­stands­be­kämp­fung. Ich hat­te den Ein­druck, man woll­te aus­pro­bie­ren, wie das Zusam­men­spiel von Poli­zei­kräf­ten funk­tio­nie­ren kann und wie es gelingt, Pro­test so ein­zu­bin­den, dass er nicht erkenn­bar ist als das, was er sein woll­te und war: ein lega­ler Pro­test gegen die herr­schen­den Ver­hält­nis­se. In Ham­burg hat sich die Poli­zei außer­dem extrem bemüht, die Deu­tungs­ho­heit über die Ereig­nis­se zu behal­ten und ihre eige­ne Wahr­neh­mung zur Wahr­heit zu machen. Sie ist auf dem Gebiet der eige­nen Öffent­lich­keits­ar­beit immer ver­sier­ter gewor­den, was dem Wahr­heits­ge­halt der Infor­ma­tio­nen nicht gedient hat. In den 1990er Jah­ren bei den Cas­tor-Trans­por­ten begann das bereits. Aber damals waren es nur zwei, drei Leu­te von der Poli­zei, die die Medi­en mit Infor­ma­tio­nen ver­sorg­ten: Heu­te sind ein paar hun­dert Beam­te für die Öffent­lich­keits­ar­beit zustän­dig, geben Pres­se­mit­tei­lun­gen am lau­fen­den Band her­aus und twit­tern uner­müd­lich.
    Gibt es Leh­ren aus den Ham­bur­ger Ereig­nis­sen?
    Es ist wich­tig, den Zusam­men­halt eher zu orga­ni­sie­ren. Der Öffent­lich­keits­ar­beit der Poli­zei muss eine eige­ne Öffent­lich­keits­ar­beit ent­ge­gen­ge­setzt wer­den
    .” Inter­view von Chris­ta Schaff­mann in der jun­gen Welt vom 13.02.2018 externer Link
  • Bis­lang 43 Urtei­le [und kein Frei­spruch] wegen G20-Kra­wal­len 
    Nach den schwe­ren Aus­schrei­tun­gen beim G20-Gip­fel in Ham­burg sind in Straf­ver­fah­ren gegen mut­maß­li­che Gewalt­tä­ter bis Ende Janu­ar 43 Urtei­le und Straf­be­feh­le ergan­gen. Wie aus einer Senats­ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge der Links­frak­ti­on in der Bür­ger­schaft wei­ter her­vor­geht, sind 26 der Ent­schei­dun­gen bereits rechts­kräf­tig. (…) Gene­ral­staats­an­walt Jörg Fröh­lich hat­te im Janu­ar dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin “Der Spie­gel” gesagt, er gehe davon aus, dass sei­ne Behör­de noch bis Ende 2019 mit den G20-Ver­fah­ren beschäf­tigt sein wer­de. (…) Der­zeit lau­fen meh­re­re Straf­pro­zes­se par­al­lel. Einen Frei­spruch hat es bis­lang in kei­nem der Ver­fah­ren gege­ben…” NDR-Bei­trag vom 10.02.2018 externer Link
  • Vor Gericht: G20-Pro­zess unter Poli­zei­schutz 
    Unter den Augen von Poli­zis­ten in Schutz­klei­dung ist der Beru­fungs­pro­zess gegen Pei­ke S. (24) gestar­tet. Der jun­ge Nie­der­län­der war im August 2017 in einem bun­des­weit beach­te­ten Pro­zess als ers­ter G20-Fla­schen­wer­fer zu zwei Jah­ren und sie­ben Mona­ten Haft ver­ur­teilt wor­den – ein über­aus har­tes Urteil für einen bis­her unbe­straf­ten Ange­klag­ten, dem zwei Fla­schen­wür­fe auf einen Poli­zei­be­am­ten in Schutz­klei­dung vor­ge­wor­fen wer­den. Zahl­rei­che Sym­pa­thi­san­ten aus der lin­ken Sze­ne sind gekom­men, um den Pro­zess auch in der zwei­ten Instanz zu ver­fol­gen, dar­un­ter auch G20-Sym­bol­fi­gur Fabio V., und vie­le jun­ge Nie­der­län­der. Vor dem Straf­jus­tiz­ge­bäu­de sind ein Info­stand, Pla­ka­te, Musik­bo­xen auf­ge­baut. Mehr­fach muss der Pro­zess unter­bro­chen wer­den, weil die Ver­tei­di­gung Anträ­ge gestellt hat. Die Anwäl­te nen­nen das erst­in­stanz­li­che Urteil von Amts­rich­ter Johann Krie­ten eine „sub­jek­ti­ve Gene­ral­ab­rech­nung mit den G20-Pro­tes­ten”, ver­su­chen ver­geb­lich, die Ver­le­sung des Urteils zu ver­hin­dern. (…) Pei­ke S. wird wie in der ers­ten Instanz schwei­gen. Sei­ne Ver­tei­di­ger wol­len einen Frei­spruch errei­chen…” Bericht von Ste­pha­nie Lam­precht vom 09.02.18 bei der MoPo online externer Link
  • G20-Öffent­lich­keits­fahn­dung wird auf das Aus­land aus­ge­wei­tet 
    “… Trotz der star­ken Kri­tik an der Öffent­lich­keits­fahn­dung nach mut­maß­li­chen Betei­lig­ten an den Kra­wal­len beim Ham­bur­ger G20-Gip­fel wol­len die Ham­bur­ger Ermitt­lungs­be­hör­den sie auf ande­re Län­der aus­wei­ten. »Wir arbei­ten der­zeit dar­an, mit ent­spre­chen­dem Bild­ma­te­ri­al auch im euro­päi­schen Aus­land öffent­lich zu fahn­den«, sag­te Innen­se­na­tor Andy Gro­te (SPD) dem »Ham­bur­ger Abend­blatt«. Die Bil­der sol­len etwa in Spa­ni­en und Ita­li­en ver­brei­tet wer­den, da aus die­sen Län­dern beson­ders vie­le mili­tan­te Demons­tran­ten zum G20-Gip­fel ange­reist sein sol­len. Mit dem Schritt betre­te man »Neu­land«, sag­te Gro­te. Die bis­he­ri­ge Öffent­lich­keits­fahn­dung in Deutsch­land sieht er als »erfolg­reich« an. »Es ist bereits gelun­gen, vie­le Täter zu iden­ti­fi­zie­ren«, sag­te Gro­te der Zei­tung. Nach Poli­zei­an­ga­ben sind bis­lang 23 Tat­ver­däch­ti­ge aus­fin­dig gemacht wor­den, nach denen mit Fotos gefahn­det wur­de…” Bei­trag von und bei neu­es Deutsch­land vom 2. Febru­ar 2018 externer Link
  • Don’t Try to Break Us – We’ll Explo­de. Der G20 2017 in Ham­burg – umfas­sen­der Bericht und Ana­ly­se 
    Der G20 Gip­fel 2017 pro­vo­zier­te die bis­lang hef­tigs­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen in Deutsch­land in die­sem Jahr­hun­dert. Cri­me­thInc. war vor Ort und hat kon­ti­nu­ier­lich berich­tet; seit dem haben sie die Berich­te aus Ham­burg zusam­men­ge­bracht und einen kom­plet­te Chro­no­lo­gie und Ana­ly­se her­ge­stellt. Her­aus­ge­kom­men ist eine epi­sche Geschich­te von Staats­ge­walt und brei­tem Wider­stand dage­gen, wel­cher auf die­sem Level bis­lang sowohl in den USA wie auch in Nord­eu­ro­pa kaum beob­ach­tet wer­den konn­te…” Bro­schü­re (46 S.) von Cri­me­thinc in der Kurz­ver­si­on externer Link und zum Down­load externer Link
  • G20: Haft­be­fehl gegen Fabio V. auf­ge­ho­ben 
    Der Haft­be­fehl gegen den im Zusam­men­hang mit den G20-Aus­schrei­tun­gen ange­klag­ten Ita­lie­ner Fabio V. ist auf­ge­ho­ben wor­den. Das Amts­ge­richt Alto­na traf die­sen Beschluss am Mitt­woch, wie ein Jus­tiz­spre­cher “Pan­ora­ma” auf Anfra­ge bestä­tig­te. Seit Ende Novem­ber war der Voll­zug des Haft­be­fehls gegen den 19-Jäh­ri­gen gegen har­te Auf­la­gen aus­ge­setzt gewe­sen. Der Ange­klag­te aus Nord­ita­li­en muss­te 10.000 Euro Kau­ti­on hin­ter­le­gen, in Ham­burg eine Woh­nung neh­men und sich drei­mal wöchent­lich bei der Poli­zei mel­den. Die­se Auf­la­gen ent­fal­len nun. Die Kau­ti­on muss dem Ange­klag­ten zurück­ge­zahlt wer­den. Die Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft teil­te Pan­ora­ma auf Anfra­ge mit, dass sie kei­ne Rechts­mit­tel gegen die Auf­he­bung des Haft­be­fehls ein­le­gen wol­le…” Bericht von Ste­fan Buchen vom 28.01.18 beim NDR externer Link 
    • Die nächs­ten Pro­zess­ter­mi­ne im Ver­fah­ren gegen unse­ren ita­lie­ni­schen Genos­sen Fabio: Amts­ge­richt Alto­na, Max-Brau­er-Allee 91. am 01.2., 9 Uhr 13.2., 9 Uhr 20.2., 9 Uhr
    • Die­sen Mitt­woch ab 18.30 im Curio­haus: Ver­an­stal­tung der Gewerk­schafts­lin­ke Ham­burg mit Fabio, sei­ner Mut­ter und sei­ner Anwäl­tin: Die Pro­zes­se nach dem G20-Gip­fel in Ham­burg. War­um saß Fabio V. vier Mona­te in Haft? Poli­zei­staat Ham­burg. Oder: Das Feh­len poli­ti­scher Streiks. Sie­he Infos bei der Gewerk­schafts­lin­ken Ham­burg externer Link
  • Auf­ruf zu Akti­ons­ta­gen vom 28.1. – 4.2.2018: „Socie­ty has fai­led – Feu­er und Flam­me der Repres­si­on“
    Nach dem erfolg­rei­chen Wider­stand gegen die Poli­tik des G20 im Som­mer rufen wir in der Woche vom 28.01. – 04.02.2018 zu Akti­ons­ta­gen auf. Wir waren mit vie­len von euch wäh­rend des G20 in Ham­burg aktiv. An die­se Erfah­rung wol­len wir sicht­bar an mög­lichst vie­len Orten mit unter­schied­li­chen Aktio­nen anknüp­fen. Es ist bereits 2018 und noch immer sit­zen unse­re Freund*innen und’Genoss*innen seit dem G20-Gip­fel in U‑Haft. Noch immer wird ein Bild der gefähr­li­chen Gewalttäter*innen sti­li­siert. Die bru­ta­len Poli­zei­über­grif­fe vor, wäh­rend und nach dem G20 Gip­fel sol­len her­un­ter­ge­spielt oder ver­ges­sen wer­den…” Auf­ruf zu Akti­ons­ta­gen bei der Roten Hil­fe Ber­lin externer Link und die Son­der­sei­te dazu bei united we stand externer Link
    • [Kund­ge­bung am 3. Febru­ar in Stutt­gart] Nach den G20-Pro­tes­ten – Ver­fol­gung, Ein­schüch­te­rung, Straf­ver­fah­ren – Soli­da­ri­tät mit den Betrof­fe­nen!
      “… Im Nach­gang der Pro­test gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg sieht sich die Lin­ke mit einer mas­si­ven Repres­si­ons­wel­le kon­fron­tiert. Jetzt gilt es zusam­men­zu­ste­hen, gegen die Eta­blie­rung von neue Repres­si­ons­stan­dards, gegen den Ver­such der Ein­schüch­te­rung. Soli­da­ri­tät mit den von der Repres­si­on Betrof­fe­nen! Wir las­sen uns den legi­ti­men Pro­test gegen die Poli­tik der G20 nicht ver­bie­ten! Kund­ge­bung gegen Repres­si­on am Sams­tag den 3. Febru­ar um 16 Uhr vor dem Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um am Stutt­gar­ter Schil­ler­platz…” Auf­ruf des Stutt­gar­ter Soli­krei­ses “G20 Repres­si­on” vom 26. Janu­ar 2018 externer Link
    • [Demons­tra­ti­on am 3. Febru­ar in Flens­burg] Gegen den Rechts­ruck in Gesell­schaft und Poli­tik!
      “2018 – der seit Jah­ren statt­fin­den­de Rechts­ruck der Gesell­schaft hat einen neu­en Höhe­punkt erreicht. (…) Es kann nur eine Selbst­ver­ständ­lich­keit sein, sich gegen die­se men­schen­feind­li­che Par­tei, gegen den Rechts­ruck und die natio­na­lis­ti­sche For­mie­rung in der Gesell­schaft zu erhe­ben. Rechtspopulist_​innen dür­fen in Flens­burg, in Schles­wig-Hol­stein, in Deutsch­land und welt­weit zu kei­ner Macht gelan­gen. Nur durch einen Kampf gegen die Faschis­ten kann der Faschis­mus ver­hin­dert wer­den. Dies muss unser aller Auf­ga­be sein. (…) Ein ande­rer deut­lich sicht­ba­rer Aus­druck der auto­ri­tä­ren For­mie­rung der Gesell­schaft ist die Repres­si­on gegen die G20-Geg­ner_in­nen. (…) Staat und Medi­en betrei­ben Men­schen­jagt und rufen zur öffent­li­chen Denun­zia­ti­on auf. (…) Gemein­sam kämp­fen wir für eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft ohne Aus­beu­tung und Unter­drü­ckung, für eine klas­sen­lo­se Gesell­schaft ohne die kapi­ta­lis­ti­sche Ver­wer­tungs­lo­gik und für die Abschaf­fung des Staa­tes und sei­ner struk­tu­rel­len Gewalt. Daher rufen wir euch alle zu einer Demons­tra­ti­on gegen Faschis­mus, Ras­sis­mus, Kapi­ta­lis­mus und Mili­ta­ris­mus auf. Zei­gen wir Hal­tung gegen eben jene Strö­mun­gen, die uns über­wa­chen, selek­tie­ren und ver­nich­ten wol­len. Der Kapi­ta­lis­mus bie­tet kei­ne Lösung, der Kapi­ta­lis­mus ist das Pro­blem. Gemein­sam – Soli­da­risch – Wider­stän­dig – United We Stand!” Auf­ruf vom 14. Janu­ar 2018 von und bei United We Stand externer Link, die Demo fin­det am 3. Febru­ar 2018 um 13 Uhr auf dem Bahn­hofs­platz in Flens­burg statt.
  • G20ApUA: Akten­ma­ni­pu­la­ti­on und Zeu­gen­ab­spra­chen unter Ber­li­ner Poli­zei­zeu­gen 
    Der Außer­par­la­men­ta­ri­sche Unter­su­chungs­aus­schuss G20 (G20ApUA) kri­ti­siert das Urteil gegen Chris­ti­an R. und weist auf die im Pro­zess­ver­lauf bekannt gewor­de­nen Ver­su­che der Akten­ma­ni­pu­la­ti­on und Zeu­gen­ab­spra­chen hin. Wäh­rend der Ver­hand­lung kam es bei einem Beam­ten zu Wider­sprü­chen zwi­schen des­sen münd­li­cher Aus­sa­ge und sei­nem Zeu­gen­be­richt in der Akte. Die­se betra­fen die Art der Ver­let­zung eines Poli­zei­kol­le­gen sowie das Ver­hal­ten des Beschul­dig­ten. Bei der Befra­gung durch die Ver­tei­di­gung stell­te sich her­aus, dass der Poli­zist ver­sucht hat­te, einen Bericht, der im Wider­spruch zu dem sei­ner Kol­le­gen stand, heim­lich gegen einen ver­än­der­ten Bericht aus­zu­tau­schen. Die­sen Bericht hat­te er mit der Bemer­kung „Jetzt soll­te es pas­sen…“ an die Son­der­kom­mis­si­on in Ham­burg geschickt, wo der auf­grund eines Ver­se­hens aber nicht in die Akte gelangt ist. Alle fünf Zeu­gen haben von einem ein­zi­gen gemein­sa­men Tref­fen kurz vor dem ers­ten Haupt­ver­hand­lungs­ter­min berich­tet. Drei haben aus­ge­sagt, dass die Zeu­gen bei die­sem Tref­fen ihre Erin­ne­run­gen an das Gesche­hen aus­ge­tauscht und abge­gli­chen hät­ten (…) Wäh­rend der Haupt­ver­hand­lung wur­de wei­te­rer E‑Mail-Ver­kehr zwi­schen Soko und Poli­zei­zeu­gen bekannt, der Hin­wei­se auf die Bereit­schaft zur Mani­pu­la­ti­on der Akte gibt…Bei­trag vom 16. Janu­ar 2018 vom und beim Außer­par­la­men­ta­ri­sche Unter­su­chungs­aus­schuss G20 (G20ApUA) externer Link
  • Grund­rech­te ver­tei­di­gen! Das Nar­ra­tiv von den gewalt­sa­men Aus­schrei­tun­gen gegen G20 soll den sys­te­ma­ti­schen Angriff auf das Ver­samm­lungs­recht ver­schlei­ern. 
    Am 11. Janu­ar 2017 rei­chen vier Anwält*innen Kla­ge gegen das poli­zei­li­che Vor­ge­hen beim G20 in Ham­burg ein. Damit wird ein wich­ti­ger Schritt in die Offen­si­ve gemacht. Den Pro­tes­ten gegen die Poli­tik der G20, die Politiker*innen tag­ten am 7. und 8. Juli 2017 in Ham­burg, ist von Anfang an rechts­wid­rig begeg­net wor­den. Noch immer blei­ben vie­le Vor­ge­hens­wei­sen und deren Hin­ter­grün­de unauf­ge­klärt. Die Pro­zes­se wer­den hof­fent­lich ein wenig Licht in die­se Dun­kel­heit brin­gen. (…) Die Auf­ar­bei­tung der vie­len Ein­zel­hei­ten wird noch lan­ge dau­ern und muss an vie­len Stel­len fort­ge­führt wer­den. Die demo­kra­ti­sche Öffent­lich­keit muss sen­si­bel auf die vie­len Ver­let­zun­gen der Grund­rech­te und die Ver­un­glimp­fung von lin­kem Pro­test reagie­ren. Der Angriff auf die Frei­heits­rech­te erfolgt in klei­nen Schrit­ten und in den vie­len Erwei­te­run­gen der Befug­nis­se. Die Pra­xis geht immer noch dar­über hin­aus. Wach­sam­keit ist jetzt gebo­ten, wenn es nicht eines Tages zu spät sein soll.” Kom­men­tar von Elke Ste­ven vom 11. Janu­a­ry 2018 beim Grund­rech­te­ko­mi­tee externer Link
    • Sie­he dazu: Ver­fas­sungs­bruch durch Ham­bur­ger Senat und Poli­zei beim G20-Gip­fel – O‑Ton der Pres­se­kon­fe­renz von Repu­bli­ka­ni­schen Anwältinnen- und Anwälteverein, Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie sowie Attac Deutsch­land am 11.01.2018 zum The­ma „Ver­fas­sungs­bruch durch Ham­bur­ger Senat und Poli­zei beim G20-Gip­fel“ beim Radio FSK, Ham­burg externer LinkAudio Datei
  • G20: Drei­ein­halb Jah­re Haft für Fla­schen­wurf 
    Das Ham­bur­ger Amts­ge­richt hat am Diens­tag die bis­lang höchs­te Stra­fe im Zusam­men­hang mit den Aus­schrei­tun­gen rund um den G20-Gip­fel ver­hängt. Der Ange­klag­te muss für drei­ein­halb Jah­re ins Gefäng­nis. Nach Über­zeu­gung des Schöf­fen­ge­richts hat­te der 28-Jäh­ri­ge in der Nacht nach der “Wel­co­me to Hell”-Demonstration am 6. Juli am Schul­ter­blatt im Ham­bur­ger Schan­zen­vier­tel eine Bier­fla­sche gegrif­fen, den Boden abge­schla­gen und die Fla­sche auf Beam­te gewor­fen. Ein Poli­zist wur­de getrof­fen und leicht an der Hand ver­letzt. Der Ange­klag­te habe sich damit der gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung, eines tät­li­chen Angriffs auf Voll­stre­ckungs­be­am­te und des schwe­ren Land­frie­dens­bruchs schul­dig gemacht. (…) Da der 28-Jäh­ri­ge bereits ein­schlä­gig vor­be­straft ist, unter ande­rem saß er wegen Kör­per­ver­let­zung im Gefäng­nis, muss er nun für drei­ein­halb Jah­re ins Gefäng­nis. Mit dem Urteil ging das Gericht noch deut­lich über die For­de­rung der Staats­an­wäl­tin hin­aus, die zwei Jah­re und zehn Mona­te Haft gefor­dert hat­te. Ver­tei­di­ger Mat­thi­as Wis­bar hat­te auf Wider­sprü­che in den Aus­sa­gen der vier Poli­zei­zeu­gen und den angeb­li­chen Ver­such einer Akten­fäl­schung hin­ge­wie­sen. Er plä­dier­te auf Frei­spruch...” NDR-Mel­dung und Video vom 09.01.2018 externer Link
  • Gefäng­nis für Fla­schen­wür­fe – G20-Urteil ist rechts­staats­wid­rig und poli­tisch begrün­det 
    Das Urteil scho­ckier­te. Es lös­te Pro­test und eine bun­des­wei­te Dis­kus­si­on aus. Wut auf der einen Sei­te, Genug­tu­ung auf der ande­ren: In einem soge­nann­ten G20-Pro­zess ver­ur­teil­te das Amts­ge­richt Ham­burg einen 21 Jah­re alten mut­maß­li­chen Fla­schen­wer­fer zu zwei Jah­ren und sie­ben Mona­ten Gefäng­nis. Bewäh­rung ist schon wegen der Höhe der Stra­fe aus­ge­schlos­sen. Was nun erneut scho­ckiert, sind die Grün­de, die das Gericht zum Urteil vom 28. August ver­fasst hat: Es bemisst die Stra­fe aus­drück­lich poli­tisch. Der Rich­ter zieht straf­schär­fend her­an, dass der Gesetz­ge­ber rohes Ver­hal­ten gegen Poli­zis­ten här­ter bestra­fen wol­le. Die­ser Punkt ist aber schon in der Span­ne zwi­schen Min­dest- und Höchst­stra­fe ent­hal­ten. Er fließt dop­pelt in das Urteil ein. Das ist rechts­wid­rig. Und es ist nicht das Ein­zi­ge, das an die­ser Ent­schei­dung falsch ist…” Arti­kel von Dirk Lot­ze und Rechts­an­wäl­tin Andrea Groß-Böl­ting vom 08. Janu­ar 2018 bei tele­po­lis externer Link
  • Poli­zei­ein­satz vor Gericht? Wegen des bru­ta­len G20-Ein­sat­zes haben eini­ge Akti­vis­ten die Stadt ver­klagt. Sie wol­len ein Gegen­ge­wicht in der Debat­te schaf­fen.
    Meh­re­re Demonstrant*innen, die bei den G20-Pro­tes­ten dabei waren, wol­len die Stadt Ham­burg wegen des bru­ta­len Poli­zei­ein­sat­zes ver­kla­gen. Kon­kret geht es um die bei­den Ein­sät­ze an den Pro­test­camps sowie ein Auf­ein­an­der­tref­fen von Poli­zei und Demonstrant*innen am 7. Juli in der Nähe der Außen­als­ter. Dort hat­ten eini­ge De­mons­trant*innen ver­sucht, in die Innen­stadt zu gelan­gen, die zur Demo-Ver­bots­zo­ne erklärt wor­den war. Dabei habe es eine regel­rech­te Jagd der Poli­zei auf Demonstrant*innen gege­ben, sagt der Rechts­an­walt Die­ter Magsam, der drei der Kläger*innen ver­tritt. Polizist*innen sei­en aus ihren Autos gesprun­gen und hät­ten die Demo aus­ein­an­der­ge­prü­gelt. Bei You­tube gibt es meh­re­re Vide­os von der Sze­ne. (…) „Wir wol­len nicht über die indi­vi­du­el­len Ent­glei­sun­gen ein­zel­ner Poli­zis­ten reden, son­dern über die Stra­te­gie dahin­ter“, sagt Magsam…” Arti­kel von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 4.1.2018 bei der taz online externer Link
  • G20: Gewalt­ver­hält­nis­se vor Gericht – Zwi­schen­be­richt zum Pro­zess gegen Fabio V. 
    “… Sechs Mona­te nach dem G20-Gip­fel und zwei­ein­halb Mona­te nach Pro­zess­be­ginn ist also vie­les noch unge­klärt. Zeu­gen­aus­sa­gen, Poli­zei­be­rich­te und Video­auf­nah­men wider­spre­chen sich in wich­ti­gen Details. Min­des­tens die Aus­sa­gen des Zeu­gen der Blum­ber­ger Ein­heit sind extrem zwei­fel­haft. Bei ande­ren Aus­sa­gen steht zumin­dest die unaus­ge­spro­che­ne Ver­mu­tung poli­zei­li­cher Abspra­chen im Raum. Auf­klä­rung ver­spre­chen­de Doku­men­te wur­den von der Son­der­kom­mis­si­on bis­her nicht frei­ge­ge­ben. Wei­te­re wesent­li­che Fra­gen wur­den noch gar nicht behan­delt – zum Bei­spiel, ob der Demons­tra­ti­ons­zug von Arti­kel 8 des Grund­ge­set­zes als Ver­samm­lung geschützt war oder war­um die Poli­zei­ein­hei­ten zunächst die Flie­hen­den ver­folg­ten, bevor sie began­nen, sich um die Schwer­ver­letz­ten zu küm­mern, die unter dem abge­bro­che­nen Gelän­der lagen. (…) Am 3. Janu­ar 2018 wird der Pro­zess fort­ge­führt. Min­des­tens vier wei­te­re Zeu­gen sol­len noch gehört wer­den, aktu­ell sind wei­te­re fünf Ver­hand­lungs­ter­mi­ne bis zum 20. Febru­ar 2018 ange­setzt. Das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie wird auch an den kom­men­den Pro­zess­ta­gen im Gerichts­saal anwe­send sein, denn schon der aktu­el­le Zwi­schen­stand aus der Pro­zess­be­ob­ach­tung macht deut­lich, dass es sich hier um einen Pro­zess han­delt, der poli­ti­scher und öffent­li­cher Auf­merk­sam­keit bedarf. Denn hier wird mehr als ein mög­li­cher­wei­se indi­vi­du­ell nach­weis­ba­rer Straf­tat­be­stand ver­han­delt. Und es bleibt zu befürch­ten, dass Fabio V. allein wegen der Bedeu­tung sei­nes Pro­zes­ses für die öffent­li­che (und poli­ti­sche) Geschichts­schrei­bung ver­ur­teilt wird. Zudem könn­ten sich für das Grund­recht der Ver­samm­lungs­frei­heit ganz grund­le­gen­de Zukunfts­fra­gen erge­ben, soll­te das Amts­ge­richt der durch das Ober­lan­des­ge­richt vor­ge­ge­be­nen Argu­men­ta­ti­on fol­gen.” Zwi­schen­be­richt von Michè­le Wink­ler vom 2. Janu­ar 2018 beim Grund­rech­te­ko­mi­tee externer Link (die Quel­len­nach­wei­se befin­den sich in der ver­link­ten PDF-Ver­si­on des Zwi­schen­be­richts)
  • Daten­wei­ter­ga­be von Medi­en an die Poli­zei: Deut­sche Jour­na­lis­tin­nen- und Jour­na­lis­ten-Uni­on unter­stützt Radio Dreyeck­land gegen Poli­zei Ham­burg 
    Die Ham­bur­ger Poli­zei sorg­te die­se Woche mit der öffent­li­chen Mas­sen­fahn­dung nach mut­maß­li­chen Straf­tä­te­rIn­nen bei den G20 Pro­tes­ten für eini­gen Wir­bel: Moni­tor Chef­re­dak­tu­er Georg Rest­le äußer­te dazu: “Rechts­brü­che von Demons­tran­ten recht­fer­ti­gen kei­nen Rechts­bruch der Straf­ver­fol­ger. Öffent­li­che Mas­sen­fahn­dung nimmt con­tra legem auch Unbe­schul­dig­te ins Visier.” Zuvor hat­te die Ham­bur­ger Poli­zei, wie wir berich­tet haben, nicht nur grund­ge­setz­wid­rig zahl­rei­che Medi­en gebe­ten, Roh­ma­te­ri­al für poli­zei­li­che Ermitt­lun­gen zu Ver­fü­gung zu stel­len, son­dern auch Radio Dreyeck­land kon­tak­tiert, um Daten von Frei­en Jour­na­lis­ten zu erhal­ten. Wir wei­sen die­ses Ansin­nen der Ham­bur­ger Poli­zei ent­schie­den zurück. Wie aus fol­gen­dem Inter­viewab­schnitt mit Cor­ne­lia Haß, Bun­des­ge­schäfts­füh­re­rin der Deut­schen Jour­na­lis­tin­nen- und Jour­na­lis­ten-Uni­on (dju) in ver.di her­vor­geht, hat Radio Dreyeck­land dabei auch die Unter­stüt­zung der djuInter­view vom 20. Dezem­ber 2017 von und bei Radio Dreyeck­land externer Link
  • G20ApUA: Poli­zei­be­am­te spre­chen Gerichts­aus­sa­gen unter­ein­an­der ab 
    Der Außer­par­la­men­ta­ri­sche Unter­su­chungs­aus­schuss G20 bringt der Öffent­lich­keit Fol­gen­des zur Kennt­nis: Beim G20-Gip­fel in Ham­burg ein­ge­setz­te Polizeibeamt*innen wer­den von ihren Dienst­stel­len dabei unter­stützt, ihre Aus­sa­gen vor Gericht unter­ein­an­der abzu­glei­chen. In zumin­dest einer Dienst­stel­le einer Beweis­si­che­rungs- und Fest­nah­me-Ein­heit (BFE-Ein­heit) exis­tie­ren Akten­ord­ner, in denen die Ver­neh­mungs­pro­to­kol­le von vor Gericht gela­de­nen Beam­ten gesam­melt und ande­ren vor­ge­la­de­nen Beam­ten zugäng­lich gemacht wer­den. Das bedeu­tet: Ein Beam­ter, der zu einer Aus­sa­ge vor Gericht gela­den wird, weiß um die vor­her­ge­hen­den Aus­sa­gen sei­ner Kol­le­gen – eine unab­hän­gi­ge, der Wahr­heits­fin­dung die­nen­de Befra­gung ist also nicht mög­lich und wird aktiv ver­hin­dert. In einem Fall hat ein Beam­ter sogar pri­vat einen Ord­ner mit Aus­sa­gen ange­legt. Das LKA Ham­burg hat den Beam­ten sogar deren Ver­neh­mungs­pro­to­kol­le aus­ge­hän­digt. All dies ist im höchs­ten Maße rechts­wid­rig…” Mel­dung vom 19.12.2017 von und bei G20ApUA externer Link (Außer­par­la­men­ta­ri­scher Unter­su­chungs­aus­schuss G20: “ein Zusam­men­schluss von Per­so­nen und Grup­pen mit dem Inter­es­se, die Vorgänge rund um den G20- Gip­fel auf­zu­ar­bei­ten. Da von offi­zi­el­ler Sei­te kei­ne Aufklärung zu erwar­ten ist, wer­den wir das selbst in die Hand neh­men”)
  • [Ab 18.12.] G20: Poli­zei will erst­mals mit Fotos fahn­den 
    Mehr als fünf Mona­te nach den schwe­ren Aus­schrei­tun­gen wäh­rend des G20-Gip­fels star­tet die Ham­bur­ger Poli­zei am Mon­tag die größ­te Öffent­lich­keits­fahn­dung seit Jah­ren: Die Ermitt­ler wer­den mehr als 100 Fotos und Video­se­quen­zen von mut­maß­li­chen Gewalt­tä­tern ver­öf­fent­li­chen, die bis­her nicht iden­ti­fi­ziert wer­den konn­ten. Für die Fahn­dung hat­te die Son­der­kom­mis­si­on “Schwar­zer Block” rie­si­ge Men­gen von Bild- und Video­da­tei­en gesich­tet. Dabei wur­den auch Auf­nah­men von Pri­vat-Han­dys, Jour­na­lis­ten und Über­wa­chungs­ka­me­ras in Bus­sen und Bah­nen aus­ge­wer­tet. (…) Ein Ver­tre­ter der Staats­an­walt­schaft will am Mon­tag um 11 Uhr im Poli­zei­prä­si­di­um das Vor­ge­hen erläu­tern, damit Bür­ger bei der Iden­ti­fi­zie­rung der Ver­däch­ti­gen hel­fen kön­nen. Die Poli­zei will auch über Face­book und Twit­ter nach den G20-Ran­da­lie­rern fahn­den. Wer Hin­wei­se geben will, kann dies auch anonym tun. Eine Tele­fon-Hot­line wird eben­falls ein­ge­rich­tet…” NDR-Bei­trag vom 16.12.2017 externer Link – auch eine Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware soll zum Ein­satz kom­men… Also auf zur Het­ze und Denu­zi­an­ten­tum, was ist schon das Recht am eige­nen Bild, scheiss auf Unschulds­ver­mu­tung! Zu Recht ruft United We Stand für den Zeit­punkt der Pres­se­kon­fe­renz am Mo 18.12., 10 Uhr zu einer Kund­ge­bung vor dem Poli­zei­ge­bäu­de auf. Sie­he dazu:
    • Ermitt­lun­gen: G 20 ist kei­ne Lizenz zum Rechts­bruch
      Die Ermitt­ler haben zur Fahn­dung nach G‑20-Chao­ten 100 Fotos und Vide­os ins Netz gestellt. Die­ser Inter­net-Pran­ger ist geset­zes­wid­rig. (…) Die Ermitt­ler haben zur Fahn­dung nach soge­nann­ten G‑20-Chao­ten 100 Fotos und Video­se­quen­zen ins Netz gestellt. Das ist eine gigan­ti­sche Öffent­lich­keits­fahn­dung, ein Mas­sen­scree­ning, eine Auf­for­de­rung zur öffent­li­chen Ras­ter­fahn­dung. Die­se Prä­sen­ta­ti­on von ech­ten oder angeb­li­chen Beschul­dig­ten hat mit Steck­brie­fen nichts mehr zu tun. Es han­delt sich um die umfas­sen­de Auf­for­de­rung an die Bevöl­ke­rung, Hilfs­she­riff zur spie­len. Es han­delt sich um die Auf­for­de­rung, eine Viel­zahl von Men­schen zu jagen, deren Tat oder Tat­bei­trag völ­lig unge­klärt ist. Die­se Art von Fahn­dung geht über das, was der Para­graf 131b Straf­pro­zess­ord­nung erlaubt, weit hin­aus. Die Ermitt­ler deh­nen den Para­gra­fen bis zur Unkennt­lich­keit aus. Sie unter­schei­den nicht zwi­schen Beschul­dig­ten und Nicht­be­schul­dig­ten, sie machen alle abge­bil­de­ten Per­so­nen zu Beschul­dig­ten…” Kom­men­tar von Heri­bert Prantl vom 18. Dezem­ber 2017 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
    • Ham­burg: Ter­ro­ris­ten-Jagd wie in den 1970ern? 
      Um die Bevöl­ke­rung in die Auf­klä­rung der Vor­komm­nis­se rund um den G20-Gip­fel Anfang Juli 2017 mit ein­be­zie­hen zu kön­nen, prä­sen­tiert die Poli­zei mehr als 100 Fotos und Video­se­quen­zen…” Kom­men­tar von Bir­git Gärt­ner vom 18. Dezem­ber 2017 bei tele­po­lis externer Link
    • Rigaer94: Auf­ruf zum Wider­stand und Ver­öf­fent­li­chung von Fahn­dungs­bil­dern von Polizist_​innen 
      Der Poli­zei­staat ent­fes­selt sei­ne Mög­lich­kei­ten: Mon­tag früh wer­den vor­aus­sicht­lich 100 Gesich­ter von Men­schen ver­öf­fent­licht, die im Juli an den Gescheh­nis­sen von Ham­burg betei­ligt waren. Die staat­li­che Kam­pa­gne hat den Deck­man­tel der Straf­ver­fol­gung voll­stän­dig abge­wor­fen und lan­ciert eine Het­ze, die jeg­li­chen Wider­stand bre­chen soll. Schwei­gen wir nicht zu den Ereig­nis­sen, die­sem Gene­ral­an­griff auf das letz­te Sozia­le und Wider­stän­di­ge. Die Gesell­schaft der Denun­zi­an­ten und Mör­der und den Faschis­mus auf den Schei­ter­hau­fen zu tra­gen, ist eine nicht erle­dig­te Auf­ga­be…” Auf­ruf vom 17.12.2017 von und bei Rigaer94 externer Link
    • Kei­ne Betei­li­gung an Denun­zia­ti­on und der groß insze­nier­ten Men­schen­jagd!
      Bereits die letz­te Pres­se­kon­fe­renz zu bun­des­wei­ten Haus­durch­su­chun­gen bei Betrof­fe­nen, die im Ron­den­barg von der Poli­zei fest­ge­stellt wor­den waren, war eine ein­zi­ge PR-Show. Sie dien­te dazu, die Deu­tungs­ho­heit über die Ereig­nis­se zu gewin­nen und ist Blend­werk, um von dem bru­ta­len eige­nen Vor­ge­hen mit 14 Schwer­ver­letz­ten abzu­len­ken. Es geht um den Ret­tungs­ver­such der Poli­zei am Ron­den­barg nicht als bru­tal und in geschlos­se­ner For­ma­ti­on agie­ren­de gewalt­tä­ti­ge Hor­de in dem Ver­fah­ren gegen Fabio dazu­ste­hen. Denn dort zeich­net sich immer deut­li­cher ab, dass es kei­ner­lei Anlass gab die Demo anzu­grei­fen, noch dazu ohne jeg­li­che Ankün­di­gung. Aus Sicht der Poli­zei und der Staats­an­walt­schaft naht dort ein abso­lut pein­li­cher Gesichts­ver­lust. Jetzt sol­len Medienvertreter*innen in der bis­lang größ­ten öffent­li­chen Fahn­dungs­ak­ti­on „in 100 Fäl­len“ poli­zei­li­che Auf­ga­ben über­neh­men und als wil­li­ge Hilfs­po­li­zei die­nen. (…) Zu guter Letzt an Alle – auch Journalist*innen, die mei­nen im ver­öf­fent­lich­ten Bild­ma­te­ri­al abge­bil­det zu sein: Bewahrt Ruhe, han­delt nicht vor­ei­lig und nehmt im Zwei­fel Kon­takt zu ört­li­chen Anti­re­pres­si­ons­struk­tu­ren oder Rechtsanwält*innen auf…” Auf­ruf vom 17. Dezem­ber 2017 von und bei United we stand externer Link
  • G20-Ermitt­lungs­ver­fah­ren: Noch kei­ne Ankla­ge gegen Polizeibeamt*innen 
    “Die Ham­bur­ger Mor­gen­post berich­tet über eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge der Abge­ord­ne­ten Chris­tia­ne Schnei­der der Par­tei Die Lin­ke in der Ham­bur­ger Bür­ger­schaft. Danach wer­den durch das Ham­bur­ger Dezer­nat für inter­ne Ermitt­lun­gen (DIE) mitt­ler­wei­le 115 Straf­ver­fah­ren gegen Beam­te geführt, die wäh­rend des G20-Gip­fels in Ham­burg im Ein­satz waren. Wäh­rend es in Vefah­ren gegen Teilnehmer*innen der Pro­tes­te gegen den G20-Gip­fel bereits zu diver­sen Ankla­gen und Ver­ur­tei­lun­gen mit außer­or­dent­lich hohen Frei­heits­stra­fen kam, ist bis jetzt noch gegen kein*e Polizeibeamt*in öffent­li­che Kla­ge durch die zustän­di­ge Staats­an­walt­schaft erho­ben wor­den. Es steht zu befürch­ten, dass dies auch dar­an liegt, dass vie­le der ein­ge­setz­ten Polizeibeamt*innen nicht gekenn­zeich­net waren. Soll­ten aus die­sem Grund am Ende vie­le, wenn nicht sogar alle Ver­fah­ren gegen Polizeibeamt*innen ein­ge­stellt wer­den, so wür­de dies das Ver­trau­en in den Rechts­staat mas­siv beschä­di­gen. Daher for­dern wir auch wei­ter­hin, dass alle Bun­des­län­der in Deutsch­land die Kenn­zeich­nungs­pflicht ein­füh­ren.” Pres­se­mit­tei­lung von und bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal vom 16. Dezem­ber 2017 externer Link
  • Bun­des­wei­te Groß­raz­zia gegen G‑20-Akti­vis­ten: Poli­zei durch­sucht 24 Woh­nun­gen und lin­ke Stadt­teil­zen­tren 
    Rund fünf Mona­te nach den Pro­tes­ten gegen den G‑20-Gip­fel in Ham­burg hat es am Diens­tag mor­gen bun­des­wei­te Raz­zi­en gegen lin­ke Akti­vis­ten gege­ben. Seit sechs Uhr wur­den Woh­nun­gen und Objek­te in meh­re­ren Bun­des­län­dern durch­sucht, wie die Ham­bur­ger Poli­zei mit­teil­te. Nach einem Bericht des Nord­deut­schen Rund­funks (NDR) habe die Poli­zei kon­kre­te Anhalts­punk­te, dass die Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit der Poli­zei vom Juli von »Links­au­to­no­men« teil­wei­se gezielt geplant und orga­ni­siert wur­den. Nach NDR-Infor­ma­tio­nen durch­such­te die Poli­zei seit dem Mor­gen ins­ge­samt 24 Objek­te in acht Bun­des­län­dern, dar­un­ter pri­va­te Woh­nun­gen und lin­ke Stadt­teil­zen­tren unter ande­rem in Göt­tin­gen und Stutt­gart. Nach einem Bericht der Zei­tung Die Welt gab es auch Raz­zi­en in Köln, Bonn und Stutt­gart. In Ham­burg durch­such­ten Beam­te dem­nach die Woh­nung eines mut­maß­li­chen Mit­glieds der Grup­pe »Roter Auf­bau Ham­burg«….” Agen­tur­mel­dung vom 05.12.2017 in der jun­gen Welt online externer Link
    • Poli­zei-Zugriff bei Demons­tra­ti­on: 27-Jäh­ri­ger stellt Anzei­ge wegen Kör­per­ver­let­zung gegen Beam­te – Anwalt macht auch ein Video öffent­lich 
      Die Demons­tra­ti­on gegen die Raz­zia nach dem G20-Gip­fel hat ein juris­ti­sches Nach­spiel: Ein Mann, der kurz fest­ge­nom­men wor­den war, hat Straf­an­zei­ge erstat­tet. Außer­dem gibt es ein Video, dass den umstrit­te­nen Vor­fall bei der Demo zeigt. Das berich­tet der Göt­tin­ger Rechts­an­walt Sven Adam, der den Betrof­fe­nen ver­tritt. Laut Adam zeigt das Video, wie der „fried­li­che 27-jäh­ri­ge Göt­tin­ger“ mehr­fach geschla­gen wird und nach einem direk­ten Kopf­tref­fer zu Boden geht. „Das Video zeigt wei­ter, wie der jun­ge Mann am Boden lie­gend und um Atem rin­gend von den Beam­ten durch ein Knie im Genick fixiert wird und von ande­ren Beam­ten der­art abge­schirmt wird, dass nie­mand Hil­fe leis­ten kann“, so Adam. Aus Sicht des Rechts­an­walts spricht das Video für sich. „Es wur­de nun Straf­an­zei­ge wegen gemein­schaft­li­cher Kör­per­ver­let­zung im Amt erstat­tet und eine Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Göt­tin­gen gerich­tet auf Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit die­ser ent­hemm­ten Gewalt erho­ben“, sagt Rechts­an­walt Sven Adam zu den juris­ti­schen Maß­nah­men. Gegen den 27-Jäh­ri­gen wird laut einer Pres­se­mit­tei­lung der Poli­zei wegen Ver­dachts des Land­frie­dens­bru­ches, des Wider­stan­des gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te und ver­such­te Kör­per­ver­let­zung ermit­telt. Adam: „Auf dem Video ist viel zu sehen. Eine Straf­tat des Ver­letz­ten nicht…” Arti­kel von Bernd Schle­gel vom 13.12.17 bei HNA online externer Link und das Video bei you­tube externer Link samt der Pres­se­mit­tei­lung des Anwalts
    • [Inter­view mit RA Gabrie­le Hein­ecke] »Raz­zi­en recht­lich unzu­läs­sig« 
      G‑20-Durch­su­chun­gen: Die BRD ist zum Poli­zei­staat gewor­den. Jeder, der zu einer Demons­tra­ti­on geht, soll fürch­ten, ins Faden­kreuz zu gera­ten. Ein Gespräch mit Gabrie­le Hein­ecke
      (…) Mit Erstau­nen habe ich Diens­tag mit­tag gehört, die Raz­zia sei geführt wor­den, um Hin­ter­grün­de und Struk­tu­ren offen­zu­le­gen. Haus­durch­su­chun­gen die­nen aber dem Zweck, Beweis­mit­tel auf­zu­fin­den. Die Raz­zia ist damit nicht ein Akt der Straf­ver­fol­gung, son­dern der Aus­for­schung gegen Per­so­nen mit ver­mu­te­ter lin­ker Gesin­nung gewe­sen. Das hal­te ich recht­lich für unzu­läs­sig. (…) In dem Pan­ora­ma-Bei­trag haben die Ver­di-Mit­glie­der deut­lich gemacht, dass es sich am 7. Juli am Ron­den­barg um eine Demons­tra­ti­on han­del­te, die es in ihrer Mehr­heit ablehn­te, dass ein­zel­ne Gegen­stän­de war­fen. Es ist sogar geschil­dert wor­den, dass aus dem Demons­tra­ti­ons­zug auf­ge­for­dert wur­de, das zu las­sen, weil es das poli­ti­sche Ziel gab, an den Blo­cka­de­ak­tio­nen in der Innen­stadt teil­zu­neh­men. Es ist sehr merk­wür­dig, dass weni­ge Tage nach der Aus­strah­lung die­ser Sen­dung unter ande­rem bei die­sen Per­so­nen durch­sucht wur­de. (…) Der Aus­gang des Ver­fah­rens gegen Fabio V. ist sicher­lich schon des­halb von Bedeu­tung, weil die Staats­an­walt­schaft ihm kei­ne kon­kre­ten Hand­lun­gen vor­wirft und es ledig­lich um die Anwe­sen­heit am Ron­den­barg geht. Es wird damit die nied­rigst­schwel­li­ge Form einer Betei­li­gung ver­folgt. Soweit ich weiß, gibt es bis­her kei­ne wei­te­ren Ankla­gen bezüg­lich des Ron­den­bargs. Soll­te es bei Fabio V. zu einer Ver­ur­tei­lung kom­men, sind wei­te­re Ver­fah­ren zu erwar­ten. Wenn er frei­ge­spro­chen wird, wird sich die Staats­an­walt­schaft das hof­fent­lich noch ein­mal über­le­gen
      …” Inter­view von Kris­ti­an Stemm­ler in der jun­gen Welt vom 08.12.2017 externer Link
    • Fron­tal­an­griff auf die Ver­samm­lungs­frei­heit
      “Am Diens­tag, dem 5. Dezem­ber 2017, hat die Poli­zei in den frü­hen Mor­gen­stun­den auf der Grund­la­ge von 25 Durch­su­chungs­be­schlüs­sen 23 Woh­nun­gen in acht Bun­des­län­dern durch­sucht. Die Durch­su­chun­gen ste­hen im Zusam­men­hang mit den Pro­tes­ten gegen die Poli­tik der G20. (…) Allein die Anwe­sen­heit bei einer Ver­samm­lung, von der die Poli­zei behaup­tet, dort wäre hohe Gewalt­be­reit­schaft fest­zu­stel­len gewe­sen, soll straf­bar sein. Das ist der Ver­such, den Brok­dorf-Beschluss außer Kraft zu set­zen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat 1985 erst­mals die fun­da­men­ta­le Bedeu­tung des Grund­rechts auf Ver­samm­lungs­frei­heit für die Demo­kra­tie her­vor­ge­ho­ben (…) Bei den Haus­durch­su­chun­gen sind vor allem Com­pu­ter, Lap­tops, Han­dys und wei­te­re Spei­cher­me­di­en beschlag­nahmt wor­den. Es geht dar­um, die Sze­ne aus­zu­spio­nie­ren, Daten zu sam­meln und Zusam­men­hän­ge für die Poli­zei sicht­bar zu machen. Es geht sicher­lich auch um Ein­schüch­te­rung und Abschre­ckung von der Teil­nah­me an Ver­samm­lun­gen. Und viel­leicht geht es dar­um, wenigs­tens Bestra­fung mit poli­zei­li­chen Mit­teln durch­zu­füh­ren. Der Ver­lust der eige­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten ist ein har­ter Ein­griff, die Beschlag­nah­me der Dis­ser­ta­ti­on kurz vor dem Abga­be­ter­min erst recht. Betrof­fen waren in NRW all die­je­ni­gen, die mit der ver­di-Jugend nach Ham­burg gefah­ren waren. Alle brau­chen nun die Soli­da­ri­tät aller Demo­kra­tin­nen und Demo­kra­ten…” Bei­trag von Elke Ste­ven vom 8. Dezem­ber 2017 beim Grund­rech­te­ko­mi­tee externer Link
    • Schluss mit Repres­si­on: G20-Geg­ne­rIn­nen sind nicht kri­mi­nell! Wir rufen alle auf: Geht auf die Stra­ße! Zeigt Soli­da­ri­tät! 
      Am Mitt­woch den 05.12.2017 kam es bun­des­weit zu meh­re­ren Haus­durch­su­chun­gen gegen Lin­ke, die Poli­zei sprach selbst von einer „Groß­raz­zia“. Auch Gewerk­schafts­ju­gend­li­che sind betrof­fen. Das Bünd­nis Grund­rech­te ver­tei­di­gen! ruft zu Aktio­nen und brei­ter Soli­da­ri­tät auf. Anste­hen­de Aktio­nen: 09.12.: 16 Uhr #Göt­tin­gen, Platz der Syn­ago­ge, 09.12.: 14 Uhr #Bonn, Friedensplatz/​Ecke Stern­stra­ße…” Auf­ruf des Bünd­nis­ses Grund­rech­te ver­tei­di­gen! lei­der nur bei Frat­ze­buch externer Link
    • RAV: Ver­tei­digt das Demons­tra­ti­ons­recht! Zu den bun­des­wei­ten Durch­su­chun­gen der Poli­zei Ham­burg – SoKo ›Schwar­zer Block‹ am 5. Dezem­ber 2017 
      Wenn der Poli­zei­prä­si­dent der Stadt Ham­burg unter Ver­let­zung der Grund­sät­ze der Unschulds­ver­mu­tung und der Gewal­ten­tei­lung Ver­däch­ti­ge öffent­lich als »bekann­te Täter« beti­telt, ist dies rechts­staats- und men­schen­rechts­wid­rig und geeig­net, eine Atmo­sphä­re des Pran­gers und der Vor­ver­ur­tei­lung zu schaf­fen. Aktu­ell füh­re die Soko ›Schwar­zer Block‹ 3.000 Ermitt­lungs­ver­fah­ren, meh­re­re hun­dert gegen nament­lich bekann­te Beschul­dig­te, die Zahl stei­ge kon­ti­nu­ier­lich an, erklär­te ges­tern der Ham­bur­ger Poli­zei­prä­si­dent Mey­er auf einer Pres­se­kon­fe­renz, von einem »in sei­ner Gesamt­heit gewalt­tä­tig han­deln­den Mob« war die Rede. Die inzwi­schen bekann­ten und in öffent­li­cher Haupt­ver­hand­lung vor Gericht gezeig­ten Vide­os indes spre­chen dafür, dass es sich hier­bei um eine Falsch­be­haup­tung han­delt. (…) Die nun­mehr erfolg­ten Durch­su­chun­gen sind offen­sicht­li­cher Vor­wand zum Aus­spio­nie­ren lin­ker Zusam­men­hän­ge. Die der Durch­su­chung zu Grun­de geleg­ten Beschlüs­se sind bereits vor zwei Mona­ten erlas­sen wor­den, die vor­ge­wor­fe­nen Taten stam­men von Juli 2017. Hier wird vor­ran­gig Skan­da­li­sie­rung betrie­ben, mit dem Ziel, das kri­ti­sier­te, gewalt­tä­ti­ge Ver­hal­ten der Poli­zei gegen­über Demons­trie­ren­den zu recht­fer­ti­gen. Die Pro­tes­te sol­len durch die Behaup­tung einer zen­tral gesteu­er­ten Mili­tanz dis­kre­di­tiert wer­den. Wenn wei­ter sug­ge­riert wird, man wer­de mit dem Mit­tel der Woh­nungs­durch­su­chung näher an den »Kern der auto­no­men Sze­ne« her­an­kom­men, und wenn man die Zahl von 3.000 Ermitt­lungs­ver­fah­ren bedenkt, wird deut­lich, dass sich die­se Ver­dachts­kon­struk­ti­on und Maß­nah­men als ein Schlag gegen das Demons­tra­ti­ons­recht erwei­sen. Das erhellt sich auch aus der Ankün­di­gung der Anwen­dung eines ›Recher­che­tools‹, das ab Dezem­ber 2017 die Öffent­lich­keits­fahn­dung ermög­li­chen soll. (…) Rechts­an­wäl­tin Gabrie­le Hein­ecke, Mit­glied des Bun­des­vor­stands des RAV und wäh­rend G20-Gip­fels Pres­se­spre­che­rin des Anwalt­li­chen Not­diens­tes erklärt dazu: »Wem an dem Erhalt der Demo­kra­tie liegt, soll­te durch die Erfah­run­gen wäh­rend des G20-Gip­fels gewarnt sein. Im Juli herrsch­te in Ham­burg poli­zei­li­cher Aus­nah­me­zu­stand mit einer flä­chen­de­cken­den Aus­he­be­lung von Grund­rech­ten für Gip­fel­geg­ner. Die Eska­la­ti­ons­stra­te­gie eines Herrn Dud­de war pro­vo­kant, die Fol­gen bedacht und offen­bar gewollt. Die nun erfolg­te pau­scha­le Äch­tung von Demons­tran­ten als ›Mob‹ ist maß­los. Und der wie­der­hol­te Ruf nach dem har­ten Staat hat bis­her nur zu weni­ger Demo­kra­tie, nicht aber Lösun­gen geführt«.” Aus der Pres­se­mit­tei­lung des RAV vom 6.12.2017 (noch nicht online)
    • Schill-Jus­tiz und Poli­zei kon­stru­ie­ren sich Land­frie­dens­bruch für von ihnen Schwer­ver­letz­te 
      “… Die Durch­su­chungs­wel­le wur­de koor­di­niert von der selbst beti­tel­ten „Son­der­kom­mis­si­on Schwar­zer Block“ unter der SoKo-Lei­tung von Jan Hie­ber und dem Poli­zei­prä­si­den­ten Ralf Mar­tin Mey­er. Nach Poli­zei­an­ga­ben erfolg­te das Ein­drin­gen in die Pri­vat­woh­nun­gen von Aktivist*innen im Zuge der Ermitt­lun­gen zu einem Demons­tra­ti­ons­zug im Ham­bur­ger Stadt­teil Bah­ren­feld. Dort sind Bundespolizist*innen in der Stras­se Ron­den­barg gegen 200 Demons­trie­ren­de vor­ge­gan­gen denen Land­frie­dens­bruch vor­ge­wor­fen wird. Dabei ging es nicht um Bewei­se in lau­fen­den Ermitt­lungs­ver­fah­ren zu fin­den, son­dern so Soko Lei­ter Hie­ber, Bewei­se für die jetzt “Beschul­dig­ten” für ihre “Pla­nung, Vor­ab­spra­che und Aus­füh­rung” die­ser Demons­tra­ti­on (!) zu lie­fern. (…) Ziel der Durch­su­chun­gen sei es Bewei­se für straf­ba­re Hand­lun­gen zu fin­den sowie Infor­ma­tio­nen über die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­netz­wer­ke Lin­ker Aktivist*innen zu sam­meln, wel­che angeb­lich Straf­ta­ten vor­be­rei­tet hät­ten. Von der Son­der­kom­mis­si­on ist außer­dem geplant, dass vor dem Jah­res­wech­sel noch eine Öffent­lich­keits­fahn­dung statt­fin­den soll. Ins­ge­samt sol­len 3 Tau­send Ermitt­lungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wer­den. Dafür wer­den 25 Tau­send Ein­zel­vi­de­os von der Son­der­kom­mis­si­on aus­ge­wer­tet sowie 7 Tau­send Datei­en von Pri­vat­per­so­nen und 100 Fest­plat­ten aus öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln. Die Behör­den gehen von 5000 Aktivist*innen aus wel­che angeb­lich Straf­ta­ten began­gen hät­ten. Damit will sich die von dem AfD Vor­läu­fer Schill-Par­tei gepräg­te Ham­bur­ger Jus­tiz und Poli­zei ( Ein­satz­pla­ner: Dud­de) ein Denk­mal der prä­ven­ti­ven Ille­ga­li­sie­rung jeg­li­chen Pro­test gegen die her­schen­der Pol­tik set­zen…” Text der Sen­dung vom 5. Dezem­ber 2017 von und bei Radio Dreyeck­land externer Link mit dem Update: Mitt­woch 18 Uhr Frei­burg-Ber­tolds­brun­nen: Kund­ge­bung nach bun­des­wei­ter Raz­zia gegen G20-Gegner*Innen Auf Indy­m­e­dia fin­det ihr den Demons­tra­ti­ons­auf­ruf: Kund­ge­bung am 6.12. in FR: Fight Repres­si­on – United we stand ! externer Link
    • Rote Hil­fe e.V. ver­ur­teilt Raz­zi­en gegen G20-Gegner*innen 
      Heu­te ab sechs Uhr mor­gens durch­such­te die Poli­zei 25 Objek­te in acht Bun­des­län­dern. Betrof­fen waren 23 Pri­vat­woh­nun­gen sowie das Lin­ke Zen­trum Lilo Herr­mann in Stutt­gart und das Rote Zen­trum in Göttingen.Den Beschul­dig­ten wird vor­ge­wor­fen, wäh­rend der Pro­tes­te gegen den G20 Gip­fel an einer gewalt­tä­ti­gen Demons­tra­ti­on am Ron­den­barg teil­ge­nom­men und sich des Land­frie­dens­bruchs schul­dig gemacht zu haben. Die Raz­zi­en wur­den durch­ge­führt, um Infor­ma­tio­nen über angeb­li­che Vor­be­rei­tun­gen gewalt­tä­ti­ger Pro­tes­te zu bekom­men, so die offi­zi­el­le Ver­si­on der Poli­zei. Es wur­den zahl­rei­che Lap­tops und Spei­cher­me­di­en beschlag­nahmt. (…) Hier wird wohl offen­bar ver­sucht, eine Demons­tra­ti­on gegen den G20-Gip­fel zu einer ins­ge­samt gewalt­tä­ti­gen Grup­pe zu sti­li­sie­ren, um alle Aktivist*innen auch ohne kon­kre­te Beschul­di­gung wegen Land­frie­dens­bruchs ver­ur­tei­len zu kön­nen. Es wird auf eine dies­be­züg­li­che Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­ho­fes (BGH) vom ver­gan­ge­nen Jahr ver­wie­sen. Nicht erwähnt auf der heu­ti­gen Pres­se­kon­fe­renz der Poli­zei wur­de aller­dings, dass sich die­se BGH-Ent­schei­dung auf gewalt­tä­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Grup­pen von Fuß­ball-Hoo­li­gans bezieht und ganz expli­zit nicht auf poli­ti­sche Demons­tra­tio­nen. Damit steht die­se Argu­men­ta­ti­on noch nicht ein­mal auf wack­li­gen Füßen. Die Ver­fah­ren gegen Ange­klag­te wie zum Bei­spiel Fabio V. müss­ten dem­nach sofort mit Frei­spruch been­det wer­den…” Pres­se­mit­tei­lung vom 05.12.17 externer Link
    • Haus­durch­su­chun­gen bei Spre­che­rIn­nen des Bünd­nis “Grund­rech­te ver­ei­di­gen!” und Gewerk­schaf­te­rIn­nen 
      Der Koor­di­nie­rungs­kreis des Bünd­nis „Grund­rech­te ver­tei­di­gen“ ver­ur­teilt die bun­des­wei­ten Haus­durch­su­chun­gen gegen die Anti-G20-Demons­tran­tIn­nen. Unter den Durch­such­ten befin­den sich auch die bei­den Spre­che­rIn­nen unse­res Bünd­nis­ses, Julia Kauf­mann und Nils Jan­sen. (… ) Um die­se Angrif­fe auf die Demons­tra­ti­ons- und Pres­se­frei­heit zu recht­fer­ti­gen, ver­sucht sie nun, uns per Haus­durch­su­chun­gen als gefähr­li­che Kri­mi­nel­le dar­stel­len. Doch kri­mi­nell ist die Ein­schrän­kung unse­rer Grund­rech­te und die Poli­tik der G20 – nicht der Pro­test dage­gen. (…) Die aktu­el­len Haus­durch­su­chun­gen sind ein Ver­such, aus die­ser Defen­si­ve her­aus­zu­kom­men. Die Poli­zei ver­sucht, die dor­ti­ge poli­ti­sche Demons­tra­ti­on als Auf­marsch von Hoo­li­gans dar­zu­stel­len. Das Vor­ge­hen der Poli­zei zielt dar­auf ab, in Zukunft jeden Demons­tran­ten für Eska­la­tio­nen bei Demons­tra­tio­nen ver­ant­wort­lich zu machen – auch wenn er selbst gar nicht betei­ligt war, oder die Eska­la­ti­on von der Poli­zei aus­ging. Von die­ser repres­si­ven Ent­wick­lung sind alle betrof­fen, die vor­ha­ben, sich irgend­wann ein­mal an Demons­tra­tio­nen zu betei­li­gen. Die Haus­durch­su­chun­gen rei­hen sich ein in einen Gene­ral­an­griff auf demo­kra­ti­sche Rech­te in der BRD.“ Unser Bünd­nis „Grund­rech­te ver­tei­di­gen“ steht soli­da­risch an der Sei­te der von den Durch­su­chun­gen betrof­fe­nen Men­schen. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über unse­re geplan­te Akti­vi­tä­ten fol­gen.” Aus der Pres­se­mit­tei­lung des Bünd­nis­ses “Grund­rech­te ver­tei­di­gen!” vom 5.12.2017 (vor­erst per e‑mail)
      • Im Rah­men der Groß­raz­zia gegen Links wur­den heu­te früh 6 Woh­nun­gen von Bon­ner ver.di Kol­le­gIn­nen durch­sucht. Die Poli­zei drang um 6:00 Uhr früh in die pri­va­ten Woh­nun­gen der Kol­le­gIn­nen und ihrer Fami­li­en ein, es wur­den Han­dys, Lap­tops und wei­te­re pri­va­te Gegen­stän­de beschlag­nahmt. Sie­he zum Hin­ter­grund unser Dos­sier “Demons­tra­ti­ons­recht ver­tei­di­gen! Auf­ruf zum Wider­stand gegen den Abbau unse­rer demo­kra­ti­schen Grund­rech­te” – eine Initia­ti­ve der Ver.di Jugend NRW-Süd nach ihren Erfah­run­gen bei G20: Meh­re­re waren vor­über­ge­hend fest­ge­nom­men wor­den…
      • Sie­he auch: »Die Haus­durch­su­chun­gen sol­len uns als gefähr­li­che Kri­mi­nel­le dar­stel­len«. Inter­view mit einer jun­gen Gewerk­schaf­te­rin aus Bonn über die Raz­zia in ihrer Woh­nung von Kevin Hoff­mann vom 05.12.2017 beim ND online externer Link
    • Für das bru­ta­le Vor­ge­hen auch in Göt­tin­gen sie­he den Arti­kel mit vie­len O‑Tönen vom 05.12.2017 bei Göt­tin­ger Tage­blatt online externer Link: Poli­zei durch­sucht Woh­nun­gen der Göt­tin­ger lin­ken Sze­ne
    • Stutt­gart: Haus­durch­su­chung im Lin­ken Zen­trum und min­des­tens einer wei­te­ren Woh­nung in Stutt­gart – Soli-Kund­ge­bung nach G20-Haus­durch­su­chun­gen. Sie­he Infos vom 5.12.2017 auf der Home­page des Lin­ken Zen­trums Lilo Herr­mann externer Link
    • Und zur Dar­stel­lung durch die Ham­bur­ger Poli­zei sie­he den kri­ti­schen Bei­trag von Ste­fan Buchen vom 05.12.2017 beim NDR externer Link: “G20-Raz­zia: Durch­bruch bei den Ermitt­lun­gen oder PR-Bluff?” Die dar­in behaup­te­te Kol­lek­tiv­schuld durch „osten­ta­ti­ves Mit­mar­schie­ren“ ist u.E. ein bewuss­ter Angriff auf das Demons­tra­ti­ons­recht, kein PR-Gag, der zudem zu Las­ten vie­ler ver­übt wur­de!
    • Die inter­ven­tio­nis­ti­sche Lin­ke ver­ur­teilt in ihrer Pres­se­mit­tei­lung vom 5.12.2017 externer Link die Ham­bur­ger Poli­zei­tak­tik und erklärt sich soli­da­risch mit den Durch­su­chungs­be­trof­fe­nen sowie ver­weist auf das Gewalt­pro­blem der Ham­bur­ger Poli­zei, das sich auch bei dem Ein­satz rund um den AfD Par­tei­tag in Han­no­ver am 2. Dezem­ber zeig­te und schluß­fol­gert: “… Es ist über­fäl­lig, dass der Ham­bur­ger Senat und die Ham­bur­ger Poli­zei end­lich das Schei­tern ihrer Eska­la­ti­ons­stra­te­gie und des G20 Gip­fels ein­ge­ste­hen. Die iL for­dert die Ein­stel­lung der Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Aktivist*Innen, die Frei­las­sung der G20 Gefan­ge­nen, und eine ernst­haf­te Auf­ar­bei­tung der Poli­zei­ge­walt…” Dem schlies­sen wir uns an!
  • Fabio: „Ich habe gegen die G20 pro­tes­tiert, weil es gerecht ist, das zu tun!“
    Ein Inter­view mit Fabio Vet­torell, der wäh­rend der Anti-G20-Pro­tes­te in Ham­burg ver­haf­tet wur­de und danach mehr als fünf Mona­te in Unter­su­chungs­haft sit­zen muss­te, obwohl ihm selbst im nun lau­fen­den Gerichts­ver­fah­ren kei­ne Gewalt­an­wen­dung gegen Poli­zis­ten oder ähn­li­ches vor­ge­wor­fen wird…” Inter­view vom 4.12.2017 bei Pespek­ti­ve online externer Link – der nächs­te Ver­fah­rens­ter­min ist am 3.1. um 8:30 am Amts­ge­richt Alto­na
  • Pro­zess gegen Fabio – Bericht vom 27.11.2017
    Das Wich­tigs­te: Fabio ist gegen eine Kau­ti­on von 10.000 € und Auf­la­gen (3mal wöchent­lich bei der Poli­zei mel­den, lade­fä­hi­ge Zustell­adres­se, Wohn­sitz in Ham­burg) von der Haft ver­schont. Es folgt eine Erklä­rung der RAin Hein­ecke: Die Vor­ga­be bis ins Detail ans Gericht vom OLG ist vom Stil her auto­ri­tär und eine Miss­ach­tung die­ses Gerichts. Es ent­hält Unter­stel­lun­gen („schäd­li­che Nei­gung, Erzie­hungs­feh­ler…,) sowie fal­sche Anga­ben (Maria Roc­co ist nicht Fabi­os Lebens­ge­fähr­tin). Sie ent­hält den Vor­wurf des Schwe­ren Land­frie­dens­bruchs, wenn die­ser wegen feh­len­der Tat nicht nach­weis­bar sei, sol­le die Ver­ur­tei­lung wenigs­tens auf Bei­hil­fe zum schwe­ren Land­frie­dens­bruch hin­aus­lau­fen. Die­se Ein­schrän­kung der Unab­hän­gig­keit der Jus­tiz ist nicht hin­nehm­bar wegen Bevor­mun­dung des Gerichts. Die RAin hofft, dass das Gericht zwi­schen Vor­ga­be, Sug­ges­ti­on und Wahr­heits­fin­dung unter­schei­den kann und wird…” Bericht vom 2.12.2017 bei UNITED WE STAND externer Link
  • Pro­tes­te gegen G20: Fal­kin gewinnt Pro­zess gegen Poli­zei – und soll zah­len 
    “… Das Ham­bur­ger Ver­wal­tungs­ge­richt hat auch in einer zwei­ten Ent­schei­dung den Poli­zei­ein­satz gegen den Bus der jung­so­zia­lis­ti­schen Jugend­grup­pe »Die Fal­ken« vor den G20-Pro­tes­ten für rechts­wid­rig erklärt. Die Klä­ge­rin muss laut Gerichts­ur­teil aber trotz­dem die Kos­ten des Ver­fah­rens bezah­len, wie das NDR am Diens­tag berich­te­te. (…) Wie der NDR berich­tet, begrün­det das Gericht sei­ne Ent­schei­dung damit, dass sich Ham­burgs Innen­se­na­tor Andy Gro­te (SPD) im Juli bereits im Innen­aus­schuss der Bür­ger­schaft für das Vor­ge­hen der Poli­zei ent­schul­digt habe – und die Innen­be­hör­de des­halb »kei­ne Ver­an­las­sung für die Kla­ge gege­ben« habe. Die Klä­ge­rin hät­te des­halb zunächst bei der Innen­be­hör­de nach­fra­gen müs­sen, ob sie ihr Ver­hal­ten beim G20-Gip­fel als rechts­wid­rig aner­ken­ne, und weil sie das nicht tat, müs­se sie jetzt die Kos­ten zah­len. Der Anwalt der Jung­so­zia­lis­tin zeig­te sich dar­über ver­wun­dert und kün­dig­te Wider­spruch gegen die Ent­schei­dung an…” Mel­dung von und bei neu­es Deutsch­land vom 29. Novem­ber 2017 externer Link
  • G20-Geg­ner Fabio V. ist frei – Win­ter in Ham­burg
    Nach fast fünf Mona­ten wur­de der 18-jäh­ri­ge Ita­lie­ner Fabio V. heu­te aus der Unter­su­chungs­haft ent­las­sen. Der Pro­zess wird noch Mona­te dau­ern. (…) Über sei­ne Haft­ver­scho­nung hat­te das Ober­lan­des­ge­richt schon am Frei­tag ent­schie­den – aller­dings so spät am Nach­mit­tag, dass sei­ne Verteidiger*innen die Ent­las­sung nicht mehr vor dem Wochen­en­de und dem heu­ti­gen Gerichts­ter­min orga­ni­sie­ren konn­ten. Die Richter*innen haben hohe Auf­la­gen ver­hängt: V. muss sich drei Mal pro Woche bei der Poli­zei mel­den. (…) Den Win­ter wer­den V. und sei­ne Mut­ter, die aus dem nord­ita­lie­ni­schen Berg­städt­chen Bel­lu­no kom­men, in Ham­burg ver­brin­gen müs­sen – der Pro­zess wird sich noch bis Mit­te Febru­ar hin­zie­hen. Auf die Fra­ge der Rich­te­rin, wie vie­le Ter­mi­ne die Verteidiger*innen noch für nötig hiel­ten, sag­te V.‘s Anwäl­tin Gabrie­le Hein­ecke heu­te, beim fünf­ten Pro­zess­ter­min: „Die Ver­tei­di­gung hat ja noch gar nicht rich­tig ange­fan­gen zu ver­tei­di­gen.“..” Arti­kel von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 27.11.2017 bei der taz online externer Link
  • Grund­rech­te­ko­mi­tee for­dert unver­züg­li­che Frei­las­sung von Fabio V. – Amts­ge­richt Alto­na dafür, Staats­an­walt­schaft dage­gen 
    Das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie kri­ti­siert die unver­min­dert andau­ern­de Unter­su­chungs­haft des 18-jäh­ri­gen Fabio Vet­torel scharf. Wir for­dern das Gericht auf, dem heu­te erneut durch die Ver­tei­di­gung gestell­ten Antrag auf Been­di­gung der U‑Haft zu fol­gen. Auch am vier­ten Ver­hand­lungs­tag konn­te Fabio V. kei­ne unmit­tel­ba­re Betei­li­gung an Wür­fen oder sons­ti­gen straf­recht­lich rele­van­ten Tat­be­stän­den nach­ge­wie­sen wer­den. Kei­ner der bis­her vier ver­nom­me­nen Poli­zei­zeu­gen konn­te Fabio belas­ten oder sich auch nur an sei­ne Anwe­sen­heit im Demons­tra­ti­ons­zug erin­nern. Des Wei­te­ren konn­ten die­se auch kei­ne ein­heit­li­che Schil­de­rung der Situa­ti­on abge­ben. Vor allem bezüg­lich eines ver­meint­lich „kur­zen und mas­si­ven“ Stein­wur­fes an der Kreu­zung „Schnacken­bur­g­al­lee – Ron­den­barg“ unter­schei­den sich die Aus­sa­gen der Poli­zis­ten unter­ein­an­der und wei­chen zudem von dem in der Haupt­ver­hand­lung gezeig­ten Video­ma­te­ri­al ab. Ein wei­te­rer jun­ger Mann, Kon­stan­tin P., wur­de am Mon­tag aus der Haft ent­las­sen, da es kei­nen hin­rei­chen­den Tat­ver­dacht mehr gebe. Dies trifft eben­so auf Fabio V. zu, auch wenn die Staats­an­walt­schaft ver­bis­sen an den sicht­bar kon­stru­ier­ten Vor­wür­fen fest­hält…” Pres­se­mit­tei­lung vom 15. Novem­ber 2017 von und beim Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie externer Link – Am 16.11. hat Amts­ge­richt Alto­na ent­schie­den, dass der 18-jäh­ri­ge G20-Demons­trant eigent­lich aus der Unter­su­chungs­haft ent­las­sen wer­den kann. Da die Staats­an­walt­schaft jedoch Beschwer­de ein­ge­legt hat, bleibt er aber erst­mal in Haft… Am Mo. 27.11. ist der nächs­te Pro­zess­tag im Ver­fah­ren gegen #Fabio. Frei­neh­men & 8.30 Uhr zum Amts­ge­richt Alto­na kom­men!
  • Erklä­rung von Fabio V. anläss­lich der Sit­zung am 07. Novem­ber 2017 im Amts­ge­richt Ham­burg-Alto­na 
    Frau Rich­te­rin, Frau Schöf­fin, Herr Schöf­fe, Frau Staats­an­wäl­tin, Herr Jugend­ge­richts­hel­fer, Sie müs­sen heu­te über einen Mann urtei­len. Sie haben ihn als „aggres­si­ven Kri­mi­nel­len“ und als „respekt­los gegen­über der Men­schen­wür­de“ bezeich­net. Mich per­sön­lich küm­mert es nicht, mit wel­chen Attri­bu­ten Sie mich benen­nen. Ich bin nur ein Jun­ge mit einem star­ken Wil­len. Zunächst ein­mal möch­te ich sagen, dass die Herr­schaf­ten Poli­ti­ker, Poli­zei­kom­mis­sa­re und Staats­an­wäl­te wahr­schein­lich glau­ben, dass sie den Dis­sens auf den Stra­ßen auf­hal­ten kön­nen, indem sie ein paar Jugend­li­che fest­neh­men und ein­sper­ren. Wahr­schein­lich glau­ben die­se Herr­schaf­ten, dass das Gefäng­nis aus­reicht, um die rebel­li­schen Stim­men auf­zu­hal­ten, die sich über­all erhe­ben. Wahr­schein­lich glau­ben die­se Herr­schaf­ten, dass die Repres­si­on unse­ren Durst nach Frei­heit auf­hal­ten wird. Unse­ren Wil­len, eine bes­se­re Welt zu erschaf­fen…” Lesen­wer­te Erklä­rung von Fabio V. doku­men­tiert am 8. Novem­ber 2017 bei UNITED WE STAND externer Link, sie­he dazu auch:
    • G‑20-Ver­fah­ren: Über­for­dert ein jun­ger Ita­lie­ner die Ham­bur­ger Jus­tiz?
      “… Aber selbst die Staats­an­walt­schaft beschul­digt Fabio nicht, eigen­hän­dig Gewalt aus­ge­übt zu haben. Die Ankla­ge beruht allein dar­auf, dass der jun­ge Fabrik­ar­bei­ter aus Ita­li­en an jenem Pro­test­zug teil­ge­nom­men habe. Der Ange­klag­te schweigt also zu den kon­kre­ten Umstän­den der Demo am Mor­gen des 07. Juli. Den­noch wider­spricht sei­ne heu­ti­ge Erklä­rung vor Gericht einer Kern­aus­sa­ge der Anklä­ger: dass es Leu­ten wie Fabio um die “Aus­übung von Gewalt”, “die Bege­hung von Straf­ta­ten” und nicht um die “Ver­mitt­lung poli­ti­scher Bot­schaf­ten” gehe. (…) Die Staats­an­walt­schaft setzt auf das Druck­mit­tel der Unter­su­chungs­haft. Die dau­ert für Fabio nun schon vier Mona­te. In einem Schrei­ben an sei­ne Ver­tei­di­ge­rin schlägt die Staats­an­walt­schaft einen Deal vor: wenn der Ange­klag­te sämt­li­che Tat­vor­wür­fe ein­ge­ste­he, sei sei­ne Frei­las­sung aus dem Gefäng­nis “wahr­schein­lich”. (…) Bleibt die schwie­ri­ge Fra­ge: was soll der Ange­klag­te genau geste­hen? (…) Ist man ein Straf­tä­ter, der ins Gefäng­nis gehört, wenn man die Über­zeu­gung hat, dass nicht nur Putin, Erdo­gan und Xi Jin­ping, son­dern auch die libe­ra­le Demo­kra­tie “bei der Lösung unse­rer Pro­ble­me” ver­sagt? Das ist die Fra­ge, um die es ab jetzt bei die­sem Straf­pro­zess geht. Für die Ham­bur­ger Jus­tiz scheint das eine schwie­ri­ge geis­ti­ge Her­aus­for­de­rung zu sein…” Bei­trag von Ste­fan Buchen vom 8. Novem­ber 2017 bei Pan­ora­ma online externer Link
    • Es ist jetzt schon ein juris­ti­scher Skan­dal! Auch zu den nächs­ten Gerichts­ter­mi­nen wird es vor dem Amts­ge­richt Ham­burg-Alto­na, Max-Brau­er-Allee 91, eine Kund­ge­bung “Frei­heit für Fabio und alle ande­ren G20-Gefan­ge­nen!” geben: am Di. 14. Nov. 2017 ab 11:30 Uhr und am Mi. 15. Nov. 2017, ab 08:30 Uhr
  • G20: Poli­zei soll rechts­wid­rig Gra­nat­pis­to­le ein­ge­setzt haben 
    “Wäh­rend der G20-Kra­wal­le ver­schos­sen Poli­zis­ten Reiz­gas und Gum­mi­mu­ni­ti­on mit einer Mehr­zweck­pis­to­le. Womög­lich hät­ten sie das in Ham­burg nicht gedurft. Den Ver­ant­wort­li­chen droht juris­ti­scher Ärger. (…) Laut Anga­ben der Innen­be­hör­de ver­schos­sen aus­wär­ti­ge Poli­zis­ten in 15 Fäl­len Gum­mi­mu­ni­ti­on und in 67 Fäl­len Reiz­gas aus einer Mehr­zweck­pis­to­le (MZP1). (…) Lin­ken-Poli­ti­ke­rin Schnei­der beruft sich auf eine Mit­tei­lung des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums, die dem SPIEGEL vor­liegt. Dem­nach fal­len HK69 und HK169 unter das Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz. Sie fir­mie­ren in der Kriegs­waf­fen­lis­te der Bun­des­re­pu­blik unter der Kate­go­rie “Gra­nat­ma­schi­nen­waf­fen, Gra­nat­ge­weh­re, Gra­nat­pis­to­len”. Ein Spre­cher von Heck­ler & Koch bestä­tig­te dem SPIEGEL, eine MZP1 sei eine Gra­nat­pis­to­le. “Sie zählt nicht zur Kate­go­rie der Pis­to­len, son­dern zur Kate­go­rie der Gra­nat­wer­fer.” (…) Die Lin­ken-Poli­ti­ke­rin Schnei­der sag­te, vor die­sem Hin­ter­grund prü­fe ihre Frak­ti­on “eine Straf­an­zei­ge gegen Gesamt­ein­satz­lei­ter Hart­mut Dud­de und wei­te­re Poli­zei­füh­rer wegen Ver­sto­ßes gegen das Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz”. Ob das Gesetz für die Poli­zei anwend­bar ist, dürf­te dabei zu klä­ren sein…” Bei­trag von Ans­gar Sie­mens vom 7. Novem­ber 2017 bei Spie­gel online externer Link, sie­he dazu:
    • Ein­satz von Gra­nat­pis­to­len beim G20-Pro­test
      “… „Ich fin­de, es muss wirk­lich an die Öffent­lich­keit gelan­gen mit wel­cher Bru­ta­li­tät dort vor­ge­gan­gen wur­de. Ich selbst bin als demo­me­dic vor Ort gewe­sen. Wir waren zu dritt. In der zwei­ten Nacht räum­ten Poli­zis­ten mit gra­nat­pis­to­len im Kali­ber 40mm (…) die Stra­ßen der Stadt. Schos­sen sogar auf Leu­te die fried­lich auf Dächern saßen. Nicht aus­zu­den­ken was pas­siert wäre wenn eine Per­son auf dem Dach getrof­fen wor­den wäre. Wir waren am Schul­ter­blatt Ecke neu­er Pfer­de­markt als es aus der Schan­ze mehr­fach lau­te Schüs­se gab. Ein Kol­le­ge und ich rann­ten, unter Beglei­tung drei­er usk beam­te Rich­tung der Schüs­se. Wir zogen einen ver­letz­ten von der Stra­ße der stark am Kopf blu­te­te. Die usk beam­ten rann­ten plötz­lich los und waren weg. Plötz­lich kam ein Poli­zist einer BFE Ein­heit auf mich zu, drück­te mir eine die­ser Hül­sen bzw. Patro­nen in die Hand und sag­te:“ Hier, das hat ihn getrof­fen. Sorgt dafür dass die Leu­te erfah­ren was hier abgeht“ Mein Kol­le­ge und ich waren sehr per­plex, da wir so ein Ver­hal­ten abso­lut nicht erwar­tet haben. Ich gab dem Poli­zist, der sicht­lich mit­ge­nom­men war, eine Fla­sche Was­ser und er bedank­te sich und mein­te noch wir wür­den hier einen super Job machen. Wir begrif­fen erst spä­ter was dies bedeu­te­te… Der Poli­zist war Teil DER Ein­heit die in Abstand hin­ter den gra­nat­schüt­zen her­lie­fen und die ille­ga­le Muni­ti­on ein­sam­mel­ten.. wir waren baff“…” Bei­trag von Lau­ra Stern vom 8. Novem­ber 2017 bei Ram­ba Zam­ba externer Link
  • DON’T TRY TO BREAK US – WE’LL EXPLODE Der G20 2017 in Ham­burg
    Der G20 Gip­fel 2017 pro­vo­zier­te die bis­lang hef­tigs­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen in Deutsch­land in die­sem Jahr­hun­dert. Wir waren vor Ort und haben kon­ti­nu­ier­lich berich­tet; in dem Monat, der seit­dem ver­gan­gen ist, haben wir die Berich­te aus Ham­burg zusam­men­ge­bracht und einen kom­plet­te Chro­no­lo­gie und Ana­ly­se her­ge­stellt. Her­aus­ge­kom­men ist eine epi­sche Geschich­te von Staats­ge­walt und brei­tem Wider­stand dage­gen, wel­cher auf die­sem Level bis­lang sowohl in den USA wie auch in Nord­eu­ro­pa kaum beob­ach­tet wer­den konn­te…” umfas­sen­der Bericht und Ana­ly­se vom 24.10.2017 von und bei Cri­me­thInc. in der Kurz­ver­si­on externer Link und der Lang­ver­si­on von 48 Sei­ten externer Link
  • Wir Müs­sen Reden. G20-Gip­fel in Ham­burg, Grund­rech­te und die Gewerk­schaf­ten 
    Wir sind Gewerk­schaf­te­rin­nen und Gewerk­schaf­ter und haben an den ver­schie­de­nen Akti­vi­tä­ten gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg teil­ge­nom­men. Wir haben uns an den Demons­tra­tio­nen betei­ligt, haben auf dem Gegen­gip­fel dis­ku­tiert, zivi­len Unge­hor­sam erprobt oder Men­schen unter­ge­bracht, die zu den Ham­bur­ger Gegen­ak­ti­vi­tä­ten ange­reist waren, haben vor Ort in den Betrie­ben mit Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen kri­tisch über den Gip­fel dis­ku­tiert und vie­les mehr. Auch als Gewerkschafter*innen sehen wir die Not­wen­dig­keit einer per­sön­li­chen, orga­ni­sa­ti­ons­in­ter­nen, insti­tu­tio­nel­len und poli­ti­schen Auf­ar­bei­tung der Gescheh­nis­se um den G20 in Ham­burg als uner­läss­lich an; sie hat gera­de erst begon­nen. Einen Bei­trag hier­zu haben wir im Rah­men einer gewerk­schaft­li­chen Aus­wer­tungs­ver­an­stal­tung geleis­tet, in der die fol­gen­den Posi­tio­nen ent­stan­den sind….” Erklä­rung gewerk­schaft­li­cher Aktivist*innen zu den G20 Pro­tes­ten vom 23. Okto­ber 2017 externer Link zum Mit­zeich­nen: “Als Gewerk­schaf­te­rin­nen und Gewerk­schaf­ter wer­den wir uns an der Ver­tei­di­gung unse­rer demo­kra­ti­schen Grund­rech­te betei­li­gen!”
  • [7.11.2017] Frei­heit für Fabio und alle ande­ren G20-Gefan­ge­nen! 
    Am 7.11.2017 geht der Pro­zess gegen unse­ren ita­lie­ni­schen Genos­sen Fabio wei­ter, der seit dem G20-Gip­fel in Unter­su­chungs­haft sitzt. Gemein­sam mit der Kam­pa­gne #United­WeStand rufen wir am 7.11. zu einer Kund­ge­bung vor dem Amts­ge­richt Ham­burg-Alto­na auf. Wir wol­len unse­re Soli­da­ri­tät mit Fabio zei­gen und ihm zuru­fen: Dan­ke, dass du nach Ham­burg gekom­men bist, um mit uns gemein­sam gegen den Wahn­sinn der Welt auf­zu­ste­hen! Dar­an gibt es nichts zu bereu­en. Sie haben dich ein­ge­sperrt und ange­klagt, aber sie mei­nen uns alle! Das Ver­fah­ren gegen Fabio zeigt beson­ders deut­lich, dass es bei den G20-Pro­zes­sen nicht um Gerech­tig­keit, son­dern um eine Abschre­ckungs- und Gesin­nungs­jus­tiz geht…” Auf­ruf von und bei IL externer Link zur Kund­ge­bung am Di. 07. Nov. 2017 in Ham­burg ab 08:30 Uhr am Amts­ge­richt Ham­burg-Alto­na, Max-Brau­er-Alee 91
  • »Demo­kra­tie abschaf­fen ist kein Schutz vor Ter­ror«. Über Auf­stands­be­kämp­fung ohne Auf­stand, Feind­straf­recht und die Instru­men­ta­li­sie­rung ver­meint­li­cher Gefah­ren 
    Ein Inter­view von Kris­ti­an Stemm­ler mit Gabrie­le Hein­ecke bei der jun­gen Welt vom 28. Okto­ber 2017 externer Link, in dem die Rechts­an­wäl­tin aus Ham­burg und Mit­glied im Bun­des­vor­stand des Repu­bli­ka­ni­schen Anwäl­tin­nen- und Anwäl­te­ver­eins e. V. (RAV) zum G20-Gip­fel fest­stellt: “… Es war eine inter­es­sen­ge­lei­te­te Ver­ur­sa­chung von Hys­te­rie. »Bür­ger­kriegs­sze­na­rio« sug­ge­riert einen orga­ni­sier­ten, bewaff­ne­ten Kampf um die Herr­schaft. Das war erkenn­bar nicht der Fall. Aller­dings hat es mit einer über 30.000 Beam­te zäh­len­den Poli­zei­ar­mee, Tau­sen­den Ein­satz­fahr­zeu­gen, Räum­pan­zern, Was­ser­wer­fern, Hub­schrau­ber­ge­schwa­dern, Poli­zei­hun­den die Demons­tra­ti­on eines Poli­zei­staats­sze­na­ri­os gege­ben. Prof. Hans Alberts von der Hoch­schu­le der Poli­zei in Müns­ter hat in der Süd­deut­schen Zei­tung kom­men­tiert, dass der in Ham­burg agie­ren­den Ein­satz­lei­tung wohl bekannt war, dass eine har­te Linie zur Eska­la­ti­on führt. Die war gewollt…” Und zum 18 Jah­re alten Ita­lie­ner Fabio V., den Gabrie­le Hein­ecke ver­tei­digt: “Bei mir trägt der Fall den Titel »Feind­straf­recht«. Es wird nicht behaup­tet, dass Fabio selbst Stei­ne gewor­fen hät­te, son­dern dass er sich in der Demons­tra­ti­on befun­den hät­te, als ande­re gewor­fen hät­ten. (…) Die Rich­ter haben ihn nie gese­hen, nie mit ihm gespro­chen, sie wis­sen nichts von ihm. Die Ent­schei­dung ist hass­erfüllt wie gegen einen Feind, sie hat – bild­lich gespro­chen – Schaum vor dem Mund…”
  • Auf­ar­bei­tung der G20-Pro­test­ta­ge: »Das letz­te Wort ist noch nicht gespro­chen« 
    Der Sozi­al­wis­sen­schaft­ler Peter Ull­rich im Inter­view über die schlep­pen­de Auf­ar­bei­tung der G20-Pro­test­ta­ge: “… Auch im euro­pa­wei­ten Ver­gleich war das kein beson­ders her­aus­ra­gen­des Ereig­nis. In vie­len Län­dern gibt es häu­fi­ge­re und stär­ke­re Kon­fron­ta­tio­nen. Drit­tens muss man die Gewalt in den Kon­text der Pro­test­wo­che stel­len. Dort hat sich eine Gewalt­spi­ra­le ereig­net, an der ver­schie­de­ne Akteu­re mit­ge­dreht haben. Gera­de der Poli­zei muss man eine Teil­ver­ant­wor­tung an die­ser Zuspit­zung geben. (…) Es ist nicht unplau­si­bel anzu­neh­men, dass der Ein­satz des SEK bei­spiels­wei­se auch Teil die­ser Macht­de­mons­tra­ti­on war. Dazu gehö­ren aber auch die zahl­rei­chen Was­ser­wer­fer und der Pan­zer, der extra zuvor ange­schafft wor­den war. Man kann den G20-Gip­fel als eine Art Zur­schau­stel­lung von zu Tech­nik geron­ne­ner männ­li­cher, auto­ri­tä­rer Macht begrei­fen. (…) Ich habe das Gefühl, dass da Unpro­fes­sio­na­li­tät und eine extrem auto­ri­tä­re Linie zusam­men­ka­men. Wir konn­ten bis­her nicht abschlie­ßend fest­stel­len, ob schlicht ver­ges­sen wur­de, Bewei­se zu sichern oder es die­se nie­mals gege­ben hat. Es ist sehr wahr­schein­lich, dass an bei­den Sze­na­ri­en etwas dran ist. (…) Was wir in Ham­burg gese­hen haben, waren völ­lig ent­grenz­te Sicher­heits­or­ga­ne…” Inter­view von Sebas­ti­an Bähr vom 24.10.2017 beim ND online externer Link
  • G20-Pro­zess gegen Akti­vis­ten Fabio V. ver­tagt 
    Befan­gen­heits­an­trag sorgt für Aus­set­zung der Haupt­ver­hand­lung /​Ita­lie­ner bleibt wei­ter­hin in Unter­su­chungs­haft. Arti­kel von Samue­la Nickel vom 16.10.2017 beim ND online externer Link – nach unse­ren Infor­ma­tio­nen fin­det die nächs­te Kund­ge­bung für G20-Gefan­ge­nen am 18.10. um 13h am Amts­ge­richt Mit­te in Ham­burg statt, nicht am 17.10.!
  • Ver­fah­ren gegen G20-Demons­trant: Aus Mit­läu­fer wird Gewalt­tä­ter 
    “… Die “Bevöl­ke­rung”, die laut Ober­staats­an­walt “einen Anspruch” auf die Bestra­fung von Fabio und den ande­ren G‑20-Tätern habe, könn­te von dem Ange­klag­ten aller­dings einen weit­aus nega­ti­ve­ren Ein­druck bekom­men, wenn sie das “Ham­bur­ger Abend­blatt” liest. Dort heißt es am 17.10.: “Fabio V. soll laut Ankla­ge 14 Stei­ne und vier pyro­tech­ni­sche Gegen­stän­de gewor­fen haben…”. Dabei teil­te die Staats­an­walt­schaft mit, aus der Demons­tra­ti­on sei­en ins­ge­samt “min­des­tens 14 Stei­ne und vier pyro­tech­ni­sche Gegen­stän­de” gewor­fen wor­den. Auf Anfra­ge woll­te sich das Abend­blatt zu der Falsch­dar­stel­lung nicht äußern. Die Zei­tung teil­te ledig­lich mit, man wol­le in der Aus­ga­be vom 18.10. eine Rich­tig­stel­lung ver­öf­fent­li­chen. Ein absicht­li­cher Feh­ler ist tat­säch­lich unwahr­schein­lich, aber dass der Feh­ler nie­man­dem auf­fiel, passt schon etwas in die Zeit. Wie gesagt: Nicht ein­mal die Staats­an­walt­schaft wirft Fabio vor, eigen­hän­dig Gegen­stän­de gewor­fen zu haben – und dann gleich min­des­tens 18! Ange­sichts der kur­zen Zeit, die zwi­schen der Ein­kes­se­lung der Demo und dem Sturm der Poli­zei ver­ging, laut Poli­zei­vi­deo waren es 39 Sekun­den, hät­te selbst ein viel­ar­mi­ges Wesen sei­ne Mühe gehabt, 18 Gegen­stän­de zu wer­fen und an vier davon noch Feu­er zu legen. Der Dis­kurs um die G‑20-Täter scheint in Ham­burg so weit von jeg­li­cher Ratio­na­li­tät abge­drif­tet zu sein, dass man ganz grund­sätz­li­che Din­ge in Erin­ne­rung rufen muss: Fabio V. ist kei­ne Kra­ke, son­dern ein Mensch…” Bei­trag von Ste­fan Buchen vom 17.10.17 beim NDR externer Link
  • »Von Fair­ness kann kei­ne Rede sein«. Kim König von der Roten Hil­fe Ham­burg über die Ver­fah­ren gegen G20-Gip­fel­geg­ner 
    Bis­her war in den Medi­en die Rede von 2000 Straf­ta­ten, die wäh­rend der Gip­fel­pro­tes­te ver­zeich­net wor­den sei­en. Die­se Zahl erscheint mir immens hoch. Die ver­meint­li­chen Straf­ta­ten wur­den bis­her nicht wei­ter dif­fe­ren­ziert und nichts über die Schwe­re geäu­ßert. Dass die­se Zahl wahr­schein­lich nach oben kor­ri­giert wird und alle Straf­ta­ten auch Ermitt­lungs­ver­fah­ren nach sich zie­hen, hal­te ich für wenig ver­wun­der­lich. Es passt zum repres­si­ven Vor­ge­hen vor und wäh­rend des Gip­fels. Die Ziel­rich­tung hier­bei ist klar: Es geht um die Dele­gi­ti­mie­rung und Ent­po­li­ti­sie­rung der Pro­tes­te, die ein­zig und allein als ein­zu­däm­men­des Sicher­heits­ri­si­ko behan­delt wur­den. (…) Wir haben es also eher mit einer dop­pel­ten Signal­wir­kung zu tun: Einer­seits sol­len die hohen Urtei­le in den ers­ten Ver­fah­ren auch für alle künf­ti­gen Gele­gen­hei­ten abschre­cken bis hin zu der Fra­ge, ob man es über­haupt noch wagen kann, an einer Demons­tra­ti­on teil­zu­neh­men. Ande­rer­seits sol­len die Aktivist_​innen durch Repres­si­on davon abge­hal­ten wer­den, sich zu orga­ni­sie­ren und zu arti­ku­lie­ren. Hier sol­len Per­so­nen dafür abge­straft wer­den, dass sie ihre Stim­me und ihr Gesicht einer brei­ten Mobi­li­sie­rung gegen den G20-Gip­fel zur Ver­fü­gung gestellt haben. Ihnen tat­säch­lich Straf­ta­ten nach­zu­wei­sen, dürf­te schwie­rig wer­den…” Inter­view von Gas­ton Kir­sche vom 16.10.2017 beim ND online externer Link
  • »Der Gip­fel – Per­forming G20« (Nach­be­richt) 
    Gut drei Mona­te ist es her, dass der G20-Gip­fel in Ham­burg zu Ende ging und eine Auf­ar­bei­tung der Gescheh­nis­se ist noch nicht in Sicht. Nun fan­den erst­mals Bewegt­bil­der des Gip­fel­ge­sche­hens den Weg auch ins Kino. Im Film “Der Gip­fel – Per­forming G20” zeigt der Fil­me­ma­cher und Regis­seur Ras­mus Ger­lach auf gro­ßer Lein­wand vie­le der bis­lang noch unver­öf­fent­lich­ten Bil­der vom Juli die­sen Jah­res und beein­druckt damit sowohl Publi­kum als auch teil­neh­men­de Prot­ago­nis­ten…” Ein Nach­be­richt von Max Bryan vom 15. Okto­ber 2017 mit Infos zum Film externer Link (lei­der) bei Frat­ze­buch
  • Initia­ti­ve „Demons­tra­ti­ons­recht ver­tei­di­gen!“ ruft auf: Stär­ken wir Fabio V. und den ande­ren poli­ti­schen Gefan­ge­nen den Rücken! 
    Der Kon­gress erklär­te sich soli­da­risch mit den poli­ti­schen Gefan­ge­nen von NAV-DEM und G20, und will in den aktu­el­len G20-Ver­fah­ren eine Pro­zess­be­glei­tung orga­ni­sie­ren. Die nächs­te wich­ti­ge Gele­gen­heit dafür ist der Pro­zess von Fabio V., der seit G20 in U‑Haft sitzt, weil es kei­nen deut­schen Pass hat. Fabio ist der ers­te Akti­vist, der am Ron­den­barg fest­ge­nom­men wur­de, wo auch die Mit­glie­der der ver.di Jugend NRW-Süd inhaf­tiert wur­den. Zu Fabio’s Pro­zess­ter­mi­nen wird es Soli­da­ri­tät vor dem Gericht geben, gemein­sam mit „United we Stand“ – die bis­he­ri­gen Ter­mi­ne: Mo. 16.10, Di. 17.10, Di. 07.11.
    Wir rufen außer­dem auf zum Akti­ons­tag am Tag X der Urteils­ver­kün­di­gung: Mit einer Kund­ge­bung mit Pres­se­kon­fe­renz vor dem Gerichts­saal sowie viel­fäl­ti­ger, krea­ti­ver Soli­da­ri­tät aus den Städ­ten wer­den wir den Pro­zess poli­tisch kom­men­tie­ren und kla­re Kan­te zei­gen gegen die poli­ti­schen G20-Ver­fah­ren. Wir rufen alle auf: Betei­ligt euch! Zeigt eure Soli­da­ri­tät mit Gruß­bot­schaf­ten, Fotos und Vide­os für Fabio und sen­det sie an info@demonstrationsrecht
    “. Sie­he zum Hin­ter­grund unser Dos­sier: Demons­tra­ti­ons­recht ver­tei­di­gen! Auf­ruf zum Wider­stand gegen den Abbau unse­rer demo­kra­ti­schen Grund­rech­te
  • G20-Kra­wal­le: Staats­an­walt­schaft stellt ers­te Ver­fah­ren gegen Poli­zis­ten ein 
    Rund 100 Straf­ver­fah­ren gegen Poli­zis­ten lau­fen wegen des G20-Ein­sat­zes – meist geht es um den Vor­wurf der Kör­per­ver­let­zung im Amt. Nun haben die Ermitt­ler ers­te Ent­schei­dun­gen gefällt. (…) Es habe sich in bei­den Fäl­len kein Tat­ver­dacht erge­ben. Ins­ge­samt ermit­telt die Behör­de in etwa 100 Fäl­len gegen Poli­zis­ten, über­wie­gend wegen des Vor­wurfs Kör­per­ver­let­zung im Amt. (…) Am Mon­tag beginnt vor dem Amts­ge­richt Ham­burg-Alto­na ein wei­te­rer Pro­zess. Ange­klagt ist der 18-jäh­ri­ge Ita­lie­ner Fabio V. Die Staats­an­walt­schaft wirft ihm schwe­ren Land­frie­dens­bruch vor, außer­dem ver­such­te gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung und einen tät­li­chen Angriff auf Voll­stre­ckungs­be­am­te…” Arti­kel von Ans­gar Sie­mens vom 13.10.2017 beim Spie­gel online externer Link – wann hören die auf, von “Kra­wal­len” zu reden?
  • Digi­ta­le Auf­rüs­tung. Nach dem G20-Gip­fel nimmt der Ver­fol­gungs­wil­le gegen radi­ka­le Lin­ke wei­ter zu
    Min­des­tens 3 000 Ermitt­lungs­ver­fah­ren will die Ham­bur­ger Poli­zei wegen Straf­ta­ten wäh­rend der Pro­tes­te gegen den G20-Gip­fel eröff­nen. Eine Son­der­kom­mis­si­on sich­tet umfang­rei­ches Bild­ma­te­ri­al…” Arti­kel von Gas­ton Kir­sche in der jung­le World vom 05.10.2017 externer Link
  • Pro­zes­se nach dem G20-Gip­fel: „Miss­brauchs­ge­bühr“ für Anwäl­tin
    Waren auf einem Video Stein­wür­fe von Demons­tran­ten zu erken­nen? Eine Straf­ver­tei­di­ge­rin ver­nein­te das und muss nun 600 Euro bezah­len. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat der lin­ken Ham­bur­ger Anwäl­tin Gabrie­le Hein­ecke eine „Miss­brauchs­ge­bühr“ in Höhe von 600 Euro auf­er­legt. Sie habe in einem Ver­fah­ren zum G20-Gip­fel „unrich­ti­ge“ Anga­ben zum Inhalt eines Poli­zei-Vide­os gemacht. (…) Die Rich­ter behaup­ten nicht, dass Hein­ecke sie bewusst ange­lo­gen hät­te. Eine absicht­li­che Täu­schung sei für die Ver­hän­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr aber auch nicht erfor­der­lich. Letzt­lich gehe es nicht um Stra­fe, son­dern um Erzie­hung. Die Miss­brauchs­ge­bühr sei ange­mes­sen, um die Anwäl­tin „nach­drück­lich zur sorg­fäl­ti­gen Prü­fung der Rich­tig­keit ihres Beschwer­de­vor­trags anzu­hal­ten“…” Arti­kel von Chris­ti­an Rath vom 12.10.2017 bei der taz online externer Link zum Urteil Az.: 2 BvR 1691/​17. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt scheint sich letz­ter Zeit haupt­säch­lich erzie­he­risch zu betä­ti­gen, sie­he: Beschwer­de beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wegen Ableh­nung des Eil­an­trags gegen die Abschie­bung nach Afgha­ni­stan und Auf­er­le­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr. Beschwer­de von Armin Kamm­rad vom 1.10.2017
  • Auf­ar­bei­tung der G20-Poli­zei­ge­walt: Die Nar­ben blei­ben 
    “Poli­zei­ge­walt hat es nicht gege­ben”, behaup­te­te Ham­burgs Regie­rungs­chef Scholz nach den G20-Kra­wal­len. Doch immer mehr Zwei­fel kom­men an die­ser Dar­stel­lung auf, je mehr Betrof­fe­ne mut­maß­li­che Über­grif­fe mel­den. Eine Straf­ver­fol­gung ist aber schwie­rig.” Bei­trag von Jan Lie­bold vom 6. Okto­ber 2017 bei Tages​schau​.de externer Link – ein sehr sehens­wer­ter Bei­trag zu der Poli­zei­ge­walt und den schwie­ri­gen Ermitt­lun­gen gegen rechts­wid­rig han­deln­de Poli­zis­ten (Video­län­ge: 3:14 Min.) und wei­te­re neue Infor­ma­tio­nen v.a. zu Poli­zei­ver­hal­ten und ‑infor­ma­ti­ons­po­li­tik:
  • G20-Ran­da­le: Poli­zei hat kei­ne Bewei­se für Hin­ter­halt im Schan­zen­vier­tel 
    “… In einer Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge der Lin­ken-Abge­ord­ne­ten Chris­tia­ne Schnei­der hat die Ham­bur­ger Innen­be­hör­de ein­ge­räumt, dass sich ihre Dar­stel­lung der G20-Kra­wal­le in wesent­li­chen Punk­ten nicht bewei­sen lässt. Außer­dem muss­te die Behör­de frü­he­re Anga­ben zu Vor­fäl­len wäh­rend des Gip­fels Anfang Juli kor­ri­gie­ren. Das Doku­ment liegt dem SPIEGEL vor. (…) Es habe Lebens­ge­fahr für die Beam­ten bestan­den, so recht­fer­tig­te die Poli­zei­füh­rung das Zögern. Man habe Erkennt­nis­se gehabt, wonach sich Gewalt­tä­ter auf Dächern in der Stra­ße Schul­ter­blatt ver­sam­melt hät­ten, um die Poli­zei mit Stei­nen, Geh­weg­plat­ten, Eisen­stan­gen und Molo­tow­cock­tails zu bewer­fen. Auf die Fra­ge, wie vie­le die­ser Gegen­stän­de als Beweis­mit­tel gesi­chert wur­den, teil­te die Behör­de nun mit: “nach der­zei­ti­gem Kennt­nis­stand kei­ne”. Eisen­stan­gen, Palet­ten und gro­ße Stei­ne, mit denen die Spe­zi­al­kräf­te aus einem umkämpf­ten Haus am Schul­ter­blatt 1 bewor­fen wor­den sein sol­len, habe man eben­falls nicht gefun­den. Hin­wei­se auf “selbst­ge­mach­te Eisen­spee­re”, mit denen sich Gewalt­tä­ter angeb­lich bewaff­net hat­ten, sei­en nicht bestä­tigt wor­den. (…) Poli­zei­prä­si­dent Ralf Mar­tin Mey­er sag­te am 19. Juli vor der Bür­ger­schaft, dem Par­la­ment des Stadt­staats, ein Wagen sei abge­brannt. In der Ant­wort auf die Lin­ken-Anfra­ge heißt es nun: “Ent­ge­gen den zunächst bei der Poli­zei Ham­burg vor­lie­gen­den Erkennt­nis­sen” sei es “nicht zu einem Brand der Fahr­zeu­ge gekom­men”…” Bei­trag von Ans­gar Sie­mens vom 6. Okto­ber 2017 bei Spie­gel online externer Link. Sie­he dazu auch:
    • G20-Kra­wal­le: Kri­tik an Poli­zei­an­ga­ben
      “… Die Poli­zei hat­te ihr dama­li­ges Zögern und das lan­ge Gewäh­ren­las­sen der Ran­da­lie­rer damit begrün­det, dass sie annahm, dass mili­tan­te G20-Geg­ner womög­lich Geh­weg­plat­ten und Molo­tow­cock­tails von Dächern auf die Beam­ten wer­fen woll­ten. “Die Zwei­fel an der Begrün­dung der Poli­zei für ihren Rück­zug aus dem Schul­ter­blatt sind enorm gewach­sen”, sag­te Schnei­der am Frei­tag. “Die­ser Kom­plex muss zwei­fels­frei auf­ge­klärt wer­den, gera­de weil es ja mas­si­ve Vor­wür­fe von Anwoh­nern gab, dass sie im Stich gelas­sen wor­den sind.” (…) Poli­zei­spre­cher Timo Zill beton­te am Frei­tag, dass die Poli­zei an der grund­sätz­li­chen Dar­stel­lung der Abläu­fe an jenem Abend aus­drück­lich fest­hal­te: “Es hat mas­si­ve Angrif­fe aus dem Vier­tel her­aus auf die ein­ge­setz­ten Beam­ten gege­ben. Es hat den Hin­weis des Ver­fas­sungs­schut­zes auf einen Hin­ter­halt gege­ben. Es liegt auch Video­ma­te­ri­al vor, wie Per­so­nen von Dächern Gegen­stän­de wer­fen”, sag­te Zill. (…) Poli­zei­spre­cher Ulf Wund­rack sag­te, die Beam­ten sei­en noch dabei, die Vor­gän­ge kom­plett aus­zu­wer­ten. Die Poli­zei sei mit­ten in einem Pro­zess. “Wir haben sehr viel Asser­va­te sicher­ge­stellt. Die Aus­wer­tung und Zuord­nung dau­ert noch an”, sag­te er.” Bei­trag vom 6. Okto­ber 2017 beim Ham­burg Jour­nal NDR externer Link mit Video (Län­ge: 1 Min.)
  • “Die Herr­schaft über die Wirk­lich­keit hat die Poli­zei”. Gespräch mit dem Kri­mi­no­lo­gen Prof. Dr. Fritz Sack anläss­lich der Ereig­nis­se wäh­rend des G20-Gip­fels über Gewalt und Poli­zei
    Der Ablauf des ein­wö­chi­gen Pro­test­ge­sche­hens wäh­rend des G20-Gip­fels in Ham­burg hat die Fra­ge der Gewalt auf die Tages­ord­nung gesetzt. Die Auf­ar­bei­tung der Ereig­nis­se, wie sie im Nach­gang vom Ham­bur­ger Innen­se­nat beab­sich­tigt ist – näm­lich eine Kon­zen­tra­ti­on auf die Gewalt sei­tens der Demons­tran­ten -, ver­sucht voll­stän­dig aus­zu­blen­den, dass die Poli­zei eine Stra­te­gie des “kon­se­quen­ten Durch­set­zens” ver­folgt hat. Die­se Stra­te­gie wur­de im Vor­feld durch den “Rah­men­be­fehl G20 – Gip­fel­tref­fen” schrift­lich fest­ge­legt und hat in nicht gerin­gem Umfang zur Eska­la­ti­on der Gewalt bei­getra­gen. Im Gespräch mit dem Kri­mi­no­lo­gen Prof. Dr. Dr. h.c. Fritz Sack, er war der ers­te Sozio­lo­ge auf einem kri­mi­no­lo­gi­schen Lehr­stuhl in Deutsch­land und Lei­ter des Ham­bur­ger Insti­tuts für Kri­mi­no­lo­gi­sche Sozi­al­for­schung, unter­su­chen die Autoren Funk­ti­ons­me­cha­nis­men des auto­ri­tä­ren Staats und das Ver­hält­nis von Gesell­schaft und Gewalt. Fritz Sack zieht dabei eine Linie vom 2. Juni 1967 bis in die Gegen­wart. Fritz Sack ist Ver­fas­ser einer eben­so grund­le­gen­den, wie hef­tig umstrit­te­nen Stu­die zur “Patho­lo­gie poli­ti­scher Kon­flik­te”, die vom Innen­mi­nis­te­ri­um beauf­tragt und unter dem Titel “Pro­test und Reak­ti­on” 1984 ver­öf­fent­licht wur­de. Sack hat in den ver­gan­ge­nen 40 Jah­ren zahl­lo­se, teils pro­vo­kan­te Tex­te ver­fasst, in denen er die Bedin­gun­gen für das Umschla­gen eines poli­ti­schen Kon­flikts in einen gewalt­för­mi­gen Kon­flikt und die damit ver­bun­de­nen poli­ti­schen Inter­es­sen beschreibt…” Dis­kus­si­on unter Lei­tung von Olaf Arndt vom 6. Okto­ber 2017 bei Tele­po­lis externer Link (wei­te­re Gesprächs­teil­neh­mer: Jan­ne­ke Schö­nen­bach, Kura­to­rin von “embed­ded art. Kunst im Namen der Sicher­heit” und Her­aus­ge­be­rin des gleich­na­mi­gen Text­ban­des und Moritz Kerb, Redak­teur der “Rote Hil­fe Zei­tung”). Dazu ein Hin­weis von Olaf Arndt: Immer neue Geset­ze und Rege­lun­gen zum Schutz von Poli­zei­be­am­ten und eine zuneh­mend auf Här­te set­zen­de Ein­satz­stra­te­gie, die selbst vor Rechts­bruch nicht zurück­schreckt, stel­len mit­ten in Deutsch­land grund­le­gen­de Men­schen­rech­te infra­ge. Die poli­zei­li­che Reak­ti­on auf das Pro­test­ge­sche­hen rund um den G20-Gip­fel hat dies über­deut­lich gezeigt. Der Streit um das Demons­tra­ti­ons­recht und das Recht auf Ver­samm­lungs­frei­heit beginnt not­wen­dig auf der Stra­ße. Zugleich müs­sen die Bür­ger trotz einer mas­si­ven Pro­pa­gan­da über Gewalt­be­reit­schaft und Gefähr­dun­gen, die abschre­cken soll, für demo­kra­ti­sche Anlie­gen sen­si­bi­li­siert wer­den. Auf dem Kon­gress “Demons­tra­ti­ons­recht ver­tei­di­gen” in Düs­sel­dorf am 7. Okto­ber 2017 wird des­we­gen bera­ten, was zu tun ist, um Demons­tra­ti­ons­recht, Streik­recht und Pres­se­frei­heit zu ver­tei­di­gen.” – siehe dazu unser Dos­sier “Demons­tra­ti­ons­recht ver­tei­di­gen! Auf­ruf zum Wider­stand gegen den Abbau unse­rer demo­kra­ti­schen Grund­rech­te
  • Nach­wir­kun­gen des G20-Gip­fels in Ham­burg: “Wir über­wa­chen kei­ne Stu­die­ren­den” 
    Die CDU-Anfra­ge zur Teil­nah­me von Stu­die­ren­den aus Baden-Würt­tem­berg am G20-Gip­fel in Ham­burg lös­te auch im Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um Befrem­den aus. Der­zeit lägen kei­ne Erkennt­nis­se über eine Mit­fi­nan­zie­rung von Rei­sen vor. “Wie vie­le Züge wur­den gezielt für Fahr­ten von Stu­die­ren­den nach Ham­burg anläss­lich des G20-Gip­fels ein­ge­setzt?”. Und: “Sind den Uni­ver­si­tä­ten Auf­ru­fe unter Stu­die­ren­den bekannt, im Zusam­men­hang mit dem G20-Gip­fel nach Ham­burg zu fah­ren? Wel­che Grup­pie­run­gen, Ver­ei­ni­gun­gen, Orga­ni­sa­tio­nen haben die­se Auf­ru­fe ver­fasst und ver­teilt?” Das sind Fra­gen an die Uni­ver­si­tä­ten, die die CDU-Land­tags­frak­ti­on in einer Gro­ßen Anfra­ge an die Lan­des­re­gie­rung gerich­tet hat. Damit möch­te die CDU-Frak­ti­on mehr über die aktu­el­le Situa­ti­on des Links­ex­tre­mis­mus in Baden-Würt­tem­berg erfah­ren. (…) Ledig­lich in Frei­burg habe die Uni­ver­si­tät einen ent­spre­chen­den Antrag abge­lehnt. “Wir über­wa­chen kei­ne Stu­die­ren­den”, sag­te ein Spre­cher von Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin The­re­sia Bau­er (Grü­ne) am Frei­tag. Es gebe das Demons­tra­ti­ons­recht und das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung. (…) Stu­die­ren­de reagier­ten ent­setzt auf die Anfra­ge: “Wer zum G20-Gip­fel gefah­ren ist, um dort zu demons­trie­ren, fried­lich sei­ne Mei­nung aus­zu­drü­cken, geht eine demo­kra­ti­sche Frak­ti­on nichts an. Wir haben Ver­ständ­nis, dass die Poli­zei die Gewalt­tä­ter fin­den will – aber wer an Demos teil­nimmt, ist noch lan­ge kein Straf­tä­ter. Die­se Unter­stel­lung ist schäd­lich für unse­re Demo­kra­tie”, sag­te Ten­ko Bau­er vom Stu­die­ren­den­rat in Hei­del­berg.” Bei­trag von Marc Feu­ser vom 5. Okto­ber 2017 bei SWR Aktu­ell externer Link (Video­län­ge: 2:25 Min-) Sehr bezeich­net, dass für die CDU bereits die Wahr­neh­mung des Ver­samm­lungs­rech­tes als Aus­druck von ” Links­ex­tre­mis­mus” gilt.
  • G20-Gip­fel: Poli­zei durch­sucht zehn­tau­sen­de Datei­en mit Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware 
    “Nach dem Gip­fel­pro­test in Ham­burg ver­fügt die Poli­zei über eine Men­ge an Bild- und Video­da­ten, die in der deut­schen Kri­mi­nal­ge­schich­te ein­ma­lig ist. Das Glei­che gilt für die Werk­zeu­ge zur Ver­ar­bei­tung der Mas­sen­da­ten. Eine Soft­ware zur Gesichts­er­ken­nung nutzt auch Geo­da­ten der auf­ge­nom­men Bil­der. Die Erkennt­nis­se sol­len zu einer Wel­le von Durch­su­chun­gen füh­ren. Die Ham­bur­ger Poli­zei ver­fügt mitt­ler­wei­le über eine “zwei­stel­li­ge Ter­ra­byte-Zahl an Daten“, die von Ermitt­le­rIn­nen mit Soft­ware durch­fors­tet wird. Das teil­te der Kri­mi­nal­di­rek­tor Jan Hie­ber ges­tern auf einer Pres­se­kon­fe­renz mit. Anlass waren Raz­zi­en bei mut­maß­li­chen Teil­neh­me­rIn­nen des G20-Pro­tes­tes, bei denen acht Durch­su­chungs­be­schlüs­se in Ham­burg und sechs in Schles­wig-Hol­stein voll­streckt wur­den. Ermit­telt wird wegen schwe­ren Land­frie­dens­bruchs und Heh­le­rei. (…) Laut Hie­ber habe man „Bild­ma­te­ri­al in einem Umfang, wie es ihn noch nie in der deut­schen Kri­mi­nal­ge­schich­te gab“. Die Poli­zei hat­te nach dem Gip­fel ein Hin­wei­s­por­tal gestar­tet, bei dem auch Bild- und Video­ma­te­ri­al hoch­ge­la­den wer­den konn­te. Nach eige­nen Anga­ben sei­en dort 7.000 Datei­en hoch­ge­la­den wor­den. Zuvor war von über 10.000 Datei­en die Rede gewe­sen. Das Mate­ri­al soll jetzt mit Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware durch­sucht wer­den. Auch rund 25.000 „Ein­zel­vi­de­os“ von Poli­zis­tIn­nen wer­den mit der Soft­ware zur Ver­ar­bei­tung von Bild-Mas­sen­da­ten aus­ge­wer­tet. Das Glei­che gilt für den Inhalt von mehr als 100 Fest­plat­ten aus Bus­sen, Bah­nen und Bahn­hö­fen. (…) Es ist nicht bekannt, ob die Gesichts­er­ken­nung ledig­lich zum Auf­fin­den von Per­so­nen im Bild­ma­te­ri­al dient, oder ob auch ein Abgleich mit vor­han­de­nen Fotos in Poli­zei­ak­ten oder bei Mel­de­äm­tern erfolgt. Mit „Face­VACS“ wäre dies tech­nisch mög­lich. Den Äuße­run­gen des Kri­mi­nal­di­rek­tors zufol­ge wür­de die Poli­zei gern mehr kön­nen, als bis­lang erlaubt: „Ich glau­be, dass wir noch ein paar Wochen oder Mona­te war­ten müs­sen, bis die Kon­zep­ti­on voll ein­satz­fä­hig ist“. Wei­te­re Raz­zi­en sind zu erwar­ten….” Bei­trag von Mat­thi­as Mon­roy vom 28. Sep­tem­ber 2017 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • G‑20-Geg­ner vor Gericht: Sie­ben Haft­stra­fen ver­hängt, nur zwei ohne Bewäh­rung. Vier wei­te­re Ver­hand­lun­gen in die­ser Woche 
    “… Seit Ende August ver­ur­tei­len Amts­rich­ter wie am Fließ­band Geg­ner des G‑20-Gip­fels zu Haft­stra­fen – wegen Fla­schen­wür­fen auf Beam­te, die kei­ner­lei Ver­let­zun­gen ver­ur­sacht, zum Teil sogar nie­man­den getrof­fen haben. Am Mon­tag wur­de der 31 Jah­re alte Spa­ni­er David V. schul­dig gespro­chen (…). Wegen schwe­ren Land­frie­dens­bruchs, ver­such­ter gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und tät­li­chen Angriffs auf Voll­stre­ckungs­be­am­te ver­ur­teil­te das Amts­ge­richt den Ver­wal­tungs­an­ge­stell­ten aus Bil­bao zu 18 Mona­ten Haft auf Bewäh­rung. Er hat­te in der Ver­hand­lung ein­ge­räumt, bei der »Wel­co­me to Hell«-Demo am 6. Juli zwei Fla­schen in Rich­tung Poli­zei gewor­fen zu haben. Wie in fast allen Ver­hand­lun­gen gegen fest­ge­nom­me­ne G‑20-Geg­ner zuvor argu­men­tier­ten Staats­an­wäl­tin und Rich­te­rin poli­tisch. Der Ange­klag­te habe die »öffent­li­che Sicher­heit in beson­ders schwer­wie­gen­der Wei­se gestört«, erklär­te die Staats­an­wäl­tin laut Ham­bur­ger Abend­blatt vom Mon­tag. Die Men­schen hät­ten befürch­ten müs­sen, dass man sich in der Stadt »nicht mehr frei von Sor­gen über Eigen­tum und Gesund­heit bewe­gen kann«.Die Rich­te­rin ver­stieg sich zu der Aus­sa­ge, V. sei es ums Aus­üben »blan­ker Gewalt« gegan­gen, sei­ne Tat sei »Ter­ror«. Sie ord­ne­te die Ent­nah­me einer DNA-Pro­be an, eine Maß­nah­me, die bei schwe­ren Straf­ta­ten zum Ein­satz kom­me, so das Abend­blatt. Kei­ner­lei Berück­sich­ti­gung im Plä­doy­er der Staats­an­walt­schaft und in der Urteils­be­grün­dung fand der Umstand, dass die Poli­zei bei der Demo am 6. Juli den Auf­zug grund­los und bru­tal ange­grif­fen, Demons­tran­ten zusam­men­ge­prü­gelt und ihnen Reiz­gas ins Gesicht gesprüht hat­te…” Bei­trag von Kris­ti­an Stemm­ler bei der jun­gen Welt vom 27. Sep­tem­ber 2017 externer Link
  • Tsche­che erhält Bewäh­rungs­stra­fe für Stein- und Fla­schen­wür­fe
    “… Wegen Fla­schen- und Stein­wür­fen auf Poli­zis­ten beim G20-Gip­fel hat das Amts­ge­richt Ham­burg einen 29-Jäh­ri­gen zu andert­halb Jah­ren Haft auf Bewäh­rung ver­ur­teilt. Der tsche­chi­sche Ange­klag­te gestand am Diens­tag, am Abend des 7. Juli im Stadt­teil St. Pau­li fünf Stei­ne und zwei Fla­schen auf Poli­zis­ten gewor­fen zu haben. »Ich habe mich von der aggres­si­ven Stim­mung, die zwi­schen Poli­zis­ten und Demons­tran­ten herrsch­te, hin­rei­ßen las­sen«, sag­te er in einer Erklä­rung, die sein Ver­tei­di­ger ver­las. Das Gericht sprach den Bar­mann aus Prag des schwe­ren Land­frie­dens­bruchs, der ver­such­ten gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung und des tät­li­chen Angriffs auf Voll­stre­ckungs­be­am­te schul­dig. Als Bewäh­rungs­auf­la­ge muss er 1600 Euro an die Staats­kas­se zah­len und zudem eine DNA-Pro­be abge­ben. Nach knapp drei Mona­ten Unter­su­chungs­haft ord­ne­te der Rich­ter die Frei­las­sung an. Nach Aus­sa­ge eines ver­deckt ein­ge­setz­ten Poli­zis­ten war der Ange­klag­te schwarz geklei­det gewe­sen und hat­te sich mit einem roten T‑Shirt auf­fäl­lig mas­kiert. Wenigs­tens zwei der faust­gro­ßen Stei­ne habe der 29-Jäh­ri­ge bei sich gehabt. Er habe die Stei­ne und Fla­schen inner­halb von zehn Minu­ten auf die Poli­zis­ten gewor­fen und min­des­tens drei­mal getrof­fen. Ob jemand ver­letzt wur­de, konn­te das Gericht nicht fest­stel­len. (…) Wegen zwei­er Fla­schen­wür­fe auf Poli­zis­ten beim G20-Gip­fel hat das Amts­ge­richt Ham­burg auch einen 31-Jäh­ri­gen zu andert­halb Jah­ren Haft auf Bewäh­rung ver­ur­teilt. »Ich bin davon über­zeugt, dass es sich um kei­ne Spon­tan­tat gehan­delt hat«, sag­te die Rich­te­rin am Mon­tag in ihrer Urteils­be­grün­dung. Der spa­ni­sche Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te sei Anfang Juli zur Demons­tra­ti­on »Wel­co­me to Hell« nach Ham­burg gereist und habe nach Ende der Kund­ge­bung gezielt zwei­mal eine Fla­sche auf Beam­te gewor­fen. Mit sei­ner Tat habe er Angst und Schre­cken ver­brei­tet. »Das ist nach mei­ner Über­zeu­gung Ter­ror«, sag­te die Rich­te­rin…” Bei­trag vom 27. Sep­tem­ber 2017 bei Neu­es Deutsch­land externer Link
  • Rechts­wid­ri­ge Akti­on der Poli­zei: G20-Geg­ner ver­lan­gen Scha­dens­er­satz von Stadt Ham­burg
    “… Eine Grup­pe von G20-Geg­nern aus Nord­rhein-West­fa­len, die zur sozia­lis­ti­schen Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on “Die Fal­ken” gehört, for­dert von der Stadt Ham­burg 15.000 Euro Scha­den­er­satz. Die Sum­me nann­te der regio­na­le “Falken”-Verbandschef Paul Erz­kamp dem SPIEGEL. Hin­ter­grund sei “die unrecht­mä­ßi­ge Behand­lung unse­rer Mit­glie­der” durch die Poli­zei wäh­rend des Gip­fels Anfang Juli. Beam­te hat­ten einen Bus der “Fal­ken” stun­den­lang fest­ge­hal­ten und die 44 Mit­glie­der zur Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le in den Stadt­teil Har­burg gebracht. Vor weni­gen Tagen stell­te das Ham­bur­ger Ver­wal­tungs­ge­richt in zwei exem­pla­risch ver­han­del­ten Kla­gen fest, die soge­nann­te Inge­wahrsam­nah­me sei rechts­wid­rig gewe­sen. (…) Erz­kamp kün­dig­te zugleich zwei wei­te­re Kla­gen vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt an. Hin­ter­grund sei, dass meh­re­re “Falken”-Mitglieder im Gewahr­sam beson­ders ent­wür­di­gend behan­delt wor­den sei­en. “In eini­gen Fäl­len gab es kör­per­li­che Gewalt, eini­ge von uns muss­ten sich total ent­klei­den.” Man­che Mit­glie­der hät­ten beim Toi­let­ten­gang die Tür nicht schlie­ßen dür­fen. “Die Poli­zei hat rechts­staat­li­che Stan­dards bewusst unter­lau­fen.” Fal­ken-Anwalt Jasper Prig­ge sag­te, es gehe “um schwer­wie­gen­de Grund­rechts­ein­grif­fe, die nicht gerecht­fer­tigt waren”. Das betref­fe nicht allein die Inge­wahrsam­nah­me, “son­dern auch die Behand­lung im Gewahr­sam”. Die Staats­an­walt­schaft Ham­burg ermit­telt im Zusam­men­hang mit den “Fal­ken” gegen meh­re­re Poli­zis­ten. “Wir prü­fen die Vor­wür­fe Frei­heits­be­rau­bung, Nöti­gung und Kör­per­ver­let­zung im Amt”, sag­te eine Spre­che­rin…” Bei­trag von Ans­gar Sie­mens vom 27. Sep­tem­ber 2017 bei Spie­gel online externer Link
  • G20: Ermitt­lun­gen gegen Rote-Flo­ra-Akti­vis­ten
    “Nach den Aus­schrei­tun­gen am Ran­de des G20-Gip­fels im Juli hat die Staats­an­walt­schaft Ermitt­lun­gen gegen meh­re­re füh­ren­de Mit­glie­der der lin­ken Sze­ne in Ham­burg auf­ge­nom­men. Es gehe um den Vor­wurf der Betei­li­gung oder der Anstif­tung zum schwe­ren Land­frie­dens­bruch, sag­te Ober­staats­an­wäl­tin Nana From­bach am Mitt­woch. Kon­kret wur­den laut “Ham­bur­ger Abend­blatt” Ermitt­lun­gen gegen Andre­as Beuth und Andre­as Blech­schmidt auf­ge­nom­men. Beuth ist der Anwalt des links­au­to­no­men Zen­trums Rote Flo­ra und Blech­schmidt der Spre­cher. Bei­de hat­ten als Orga­ni­sa­to­ren der “Wel­co­me to Hell”-Demo mit rund 12.000 Teil­neh­mern gegen den G20-Gip­fel mobi­li­siert und Gewalt als “unter Umstän­den legi­ti­mes Mit­tel” bezeich­net. Weni­ge Tage vor der Demo, die am 6. Juli weni­ge Meter nach dem Start von der Poli­zei am Ham­bur­ger Fisch­markt gestoppt wur­de, hat­te Beuth gesagt: “Wenn wir ange­grif­fen wer­den, (…) dann wer­den wir uns natür­lich auch zur Wehr set­zen mit Mit­teln, die wir uns selbst suchen.” Nach den Aus­schrei­tun­gen im Schan­zen­vier­tel hat­te er in einem Inter­view mit dem NDR erklärt, er habe “gewis­se Sym­pa­thien für sol­che Aktio­nen”. Die Staats­an­walt­schaft prüft nach Anga­ben von From­bach, ob es sich bei die­ser Äuße­rung um die Bil­li­gung von Straf­ta­ten han­delt. (…) Auch gegen Emi­ly Laquer von der Inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken und Spre­che­rin der Demons­tra­ti­on “Gren­zen­lo­se Soli­da­ri­tät statt G20” wird dem­nach ermit­telt. Laut “Abend­blatt” wird gegen einen wei­te­ren Mann ermit­telt, des­sen Iden­ti­tät die Staats­an­walt­schaft bis­her aber nicht preis­ge­ben woll­te. Offen­bar erstat­te­ten meh­re­re Men­schen aus Braun­schweig und Bie­le­feld Straf­an­zei­ge und die dor­ti­gen Staats­an­walt­schaf­ten über­ga­ben die Ver­fah­ren nun an die Ham­bur­ger Ermitt­ler.” Bei­trag von Joa­chim Weret­ka beim NDR vom 27. Sep­tem­ber 2017 externer Link
  • G20-Ein­satz gegen Jugend­li­che rechts­wid­rig 
    Das Ham­bur­ger Ver­wal­tungs­ge­richt hat den Poli­zei­ein­satz gegen eine Jugend­grup­pe beim G20-Gip­fel für rechts­wid­rig erklärt. Die 44 Jugend­li­chen waren stun­den­lang fest­ge­hal­ten wor­den. Was war gesche­hen? Ein Bus der Jugend­grup­pe “Die Fal­ken” aus Nord­rhein-West­fa­len war von der Poli­zei auf der Anrei­se zum G20-Gip­fel in Ham­burg gestoppt und zur Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le nach Har­burg eskor­tiert wor­den. Der Fall hat­te für Auf­se­hen gesorgt, weil die Grup­pe anschlie­ßend berich­te­te, Jugend­li­che sei­en geschla­gen und mit gefes­sel­ten Hän­den abge­führt wor­den. Auch sei­en Tele­fo­na­te mit Rechts­an­wäl­ten von den Beam­ten unter­bun­den wor­den…” Mel­dung vom 23.09.2017 beim NDR externer Link
  • Poli­zei­be­fehl zum G20-Gip­fel ver­öf­fent­licht. Doku­men­te waren Son­der­auss­schuss nur geschwärzt vor­ge­legt wor­den /​Ein­satz­be­fehl for­der­te »Tren­nung kon­tro­vers aus­ge­rich­te­ter« Demons­tran­ten
    Nach­dem die Stadt Ham­burg dem Son­der­aus­schuss der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft wich­ti­ge Doku­men­te zum G20-Gip­fel Anfang Juli nur geschwärzt vor­ge­legt hat­te, wur­de am Don­ners­tag der kom­plet­te Rah­men­be­fehl der Poli­zei zum Ein­satz ver­öf­fent­licht. Man habe »alles pro­to­kol­liert, um par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le zu ermög­li­chen«, behaup­te­te Ein­satz­lei­ter Hart­mut Dud­de vor dem Son­der­aus­schuss. Doch dann leg­ten die Behör­den nur umfang­reich geschwärz­te Akten vor. Die LIN­KE-Abge­ord­ne­te Chris­tia­ne Schnei­der kri­ti­sier­te die­ses Vor­ge­hen am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de auf dem Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter noch iro­nisch als »Fes­ti­val der Auf­klä­rung«. Am Don­ners­tag­abend ver­öf­fent­lich­te »Die Welt« dann den kom­plet­ten Rah­men­be­fehl zum G20-Gip­fel. Er ist über­schrie­ben mit »Nur für den Dienst­ge­brauch«. In dem 40-sei­ti­gen Doku­ment wer­den die Pla­nun­gen für den Poli­zei­ein­satz rund um das Tref­fen der Staats-und Regie­rungs­chefs der Grup­pe der 20 am 7. und 8. Juli in Ham­burg detail­liert beschrie­ben…” Arti­kel von Moritz Wich­mann beim ND online vom 22.09.2017 externer Link und das Doku­ment bei der Welt online externer Link
  • Kund­ge­bung am 15.09.2017 in Ber­lin: „Nach G20 ist vor G20: Rebel­li­sche Kieze – United we stand!“ 
    Am 15.09.17 fin­det in Ber­lin eine Kund­ge­bung unter dem Mot­to „Nach G20 ist vor G20: Rebel­li­sche Kieze – United we stand!“ statt. Auf der Kund­ge­bung wird es, beglei­tet von Live-Musik, ver­schie­de­ne Rede­bei­trä­ge geben, in denen unter ande­rem die Mecha­nis­men und Fol­gen glo­ba­ler Aus­beu­tung, die Ver­hält­nis­se in ver­schie­de­nen G20-Län­dern, die von stei­gen­der Armut und hohen Mie­ten gepräg­te Lebens­rea­li­tät in Ber­lin, die zuneh­men­de Poli­zei­re­pres­si­on in Deutsch­land sowie die Situa­ti­on der G20-Gefan­ge­nen the­ma­ti­siert wird. Als Abschluss der Kund­ge­bung wird gegen 19:30 ein Film über die Pro­tes­te gegen G20 und die damit ver­bun­de­ne Poli­zei­ge­walt gezeigt… Kund­ge­bung: „Nach G20 ist vor G20: Rebel­li­sche Kieze – United we stand!“ am Frei­tag, 15.09.2017, Kott­bus­ser Tor, Ber­lin-Kreuz­berg ab 17:30 Uhr, eine Ver­an­stal­tung des Anti G20 Bue­nd­nis Ber­lin externer Link
  • “Eska­la­ti­on als Poli­zei­kon­zept”
    “Nach G20 inten­si­viert sich die staat­li­che Repres­si­on gegen Links (…) Zur Het­ze gegen Links” ein Gespräch von Phil­ipp Schmidt mit Andre­as Blech­schmidt vom 29. August 2017 in kon­kret 8/​17 externer Link, in dem Andre­as Blech­schmidt, als Spre­cher des auto­no­men Zen­trums Rote Flo­ra und Anmel­der der Demons­tra­ti­on »Wel­co­me to Hell«, das Vor­ge­hen der Poli­zei wie folgt bewer­tet: “… Es war von einer extrem ver­samm­lungs­feind­li­chen Stra­te­gie geprägt. Schon im Vor­feld des Gip­fels wur­de die Bot­schaft aus­ge­sandt, dass kri­ti­scher Pro­test nicht erwünscht ist und nach Kräf­ten behin­dert wer­den soll­te. Mit dem Ver­samm­lungs­recht wur­de umge­gan­gen, als han­del­te es sich nicht um ein ver­brief­tes Grund­recht, son­dern um einen Gna­den­er­weis der Herr­schen­den. Bei eini­gen der Demons­tra­tio­nen wur­den Rou­ten nicht geneh­migt und so ver­hin­dert, dass Pro­test in Sicht- und Hör­wei­te der Ver­an­stal­tun­gen der G20 statt­fin­den konn­te. Aus­ge­rech­net bei der Demons­tra­ti­on »Wel­co­me to Hell« war es aber absur­der­wei­se so, dass die Poli­zei die gesam­te Rou­te mit einer Abschluss­kund­ge­bung in unmit­tel­ba­rer Nähe der Ham­bur­ger Mes­se­hal­len, in denen der offi­zi­el­le Teil des G20-Gip­fels statt­fand, anstands­los bestä­tigt hat. Es hat außer­dem kei­ne Auf­la­gen für die Demons­tra­ti­on, die im Vor­feld öffent­lich stark kri­mi­na­li­siert wor­den war, gege­ben. (…) Zum Zeit­punkt des poli­zei­li­chen Angriffs, und so muss man, was dann geschah, ein­fach nen­nen, ist von der Demons­tra­ti­on kei­ner­lei Ver­stoß gegen das Ver­samm­lungs­ge­setz – bis auf sehr weni­ge ver­mumm­te Per­so­nen – und erst recht kei­ne Gewalt aus­ge­gan­gen. Eine Ber­li­ner Poli­zei­ein­heit ist sehr bru­tal in die Demons­tra­ti­on rein­ge­gan­gen. Das hat dazu geführt, dass Men­schen sich zur Wehr gesetzt haben. Die Situa­ti­on ist voll­kom­men eska­liert. (…) In der Roten Flo­ra hat sich nie­mand dar­über Illu­sio­nen gemacht, dass es jeder­zeit wie­der eine Mobi­li­sie­rung gegen das Pro­jekt geben kann. Wir soll­ten die­ser Kam­pa­gne mit ent­schlos­se­ner Gelas­sen­heit ent­ge­gen­tre­ten und dafür ein­tre­ten, dass ein besetz­ter Ort, ein Ort der Gegen­öf­fent­lich­keit, nun nicht kampf­los auf­ge­ge­ben wird. Es wird jeden­falls kei­ne Rote Flo­ra geben, die, um die eige­ne Haut zu ret­ten, fau­le Kom­pro­mis­se ein­geht”
  • G‑20: Der Rechts­staat zeigt, was er kann. Zwei G‑20-Geg­ner wur­den vor dem Amts­ge­richt zu har­ten Stra­fen ver­ur­teilt. Dass sie Straf­ta­ten began­gen haben, konn­te jedoch nicht zwei­fels­frei bewie­sen wer­den 
    End­lich! End­lich! End­lich greift die Jus­tiz ent­schie­den gegen sub­ver­si­ve Ele­men­te durch: Nach­dem kürz­lich die lin­ke Inter­net-Platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org ver­bo­ten wur­de, ver­ur­teil­ten Rich­ter am Amts­ge­richt Ham­burg zwei 21 und 24 Jah­re alte Män­ner aus den Nie­der­lan­den und aus Polen zu har­ten Stra­fen. Der eine soll in der Cha­os­nacht im Ham­bur­ger Stadt­teil Stern­schan­ze einen Poli­zei­be­am­ten mit Bier­fla­schen bewor­fen und der ande­re mit Pfef­fer­spray, Feu­er­werks­kör­pern und Mur­meln bewaff­net auf dem Weg zur “G20 not wel­co­me: Gren­zen­lo­se Soli­da­ri­tät statt G20”-Demo gewe­sen sein. Zwei­fels­frei bewie­sen ist weder, dass der eine die Bier­fla­schen gewor­fen hat, noch dass der ande­re zu der besag­ten Demo unter­wegs war. (…) Die Ham­bur­ger Rich­ter wer­den noch so man­che Gele­gen­heit haben, ker­ni­ge Urtei­le zu fäl­len: Ins­ge­samt wur­den 51 Haft­be­feh­le auf­grund der Aus­ein­an­der­set­zun­gen beim G‑20-Gip­fel erlas­sen, 32 Beschul­dig­te sit­zen noch in Unter­su­chungs­haft und die Poli­zei ermit­telt wegen mut­maß­li­cher Straf­ta­ten in mehr als 2.000 Fäl­len. (…) Die Urtei­le wur­den hart kri­ti­siert. Aber wir alle soll­ten froh sein, dass der Rechts­staat so wach­sam ist. Am Ende wür­de sonst ein Trupp Nazis 10 Jah­re lang quer durchs Land rei­sen und Migran­ten ermor­den, fun­da­men­tal-isla­mi­sche Ter­ro­ris­ten von Geheim­dienst­mit­ar­bei­tern durch die Gegend kut­schiert, bevor sie Atten­ta­te auf beleb­ten Plät­zen ver­üben, und womög­lich Rechts­ra­di­ka­le im Ver­bund mit Poli­zei­be­am­ten und Poli­ti­kern Todes­lis­ten von Lin­ken und akti­ven Anti­fa­schis­ten erstel­len, die sie in einem zeit­nah erwar­te­ten Bür­ger­krieg umbrin­gen wol­len. Das kann doch nie­mand ernst­haft wol­len…” Kom­men­tar von Bir­git Gärt­ner vom 30. August 2017 bei Tele­po­lis externer Link, sie­he wei­te­re Infos und Kom­men­ta­re dazu:
    • Kurz­be­richt zum 1. G20 Pro­zess in HH am Mo 28.8.
      Der jun­ge Ange­klag­te aus den Nie­der­lan­den wur­de von Rich­ter Krie­ten, der bekannt dafür ist ein Lin­ken­has­ser zu sein, zu 2 Jah­ren und 7 Mona­ten ver­ur­teilt. Außer­dem ord­ne­te er eine DNA Ent­nah­me an. Mit die­sem Urteil ging er deut­lich über die ohne­hin über­zo­ge­ne For­de­rung der Staats­an­walt­schaft. Die­se hat­te 1 Jahr und 9 Mona­te gefor­dert…” Anony­mer Bericht vom 29.08.2017 bei indy­m­e­dia externer Link
    • G20-Kra­wal­le: Lan­ge Haft­stra­fe für 21-Jäh­ri­gen
      “Knapp zwei Mona­te nach den Aus­schrei­tun­gen beim G20-Gip­fel in Ham­burg hat am Mon­tag der ers­te Pro­zess gegen einen mut­maß­li­chen Gewalt­tä­ter statt­ge­fun­den. Ein 21-jäh­ri­ger Nie­der­län­der wur­de vom Amts­ge­richt wegen gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung, schwe­rem Land­frie­dens­bruch und Wider­stand gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te zu zwei Jah­ren und sie­ben Mona­ten Haft ver­ur­teilt. Dem Ange­klag­ten wur­de vor­ge­wor­fen, am 6. Juli nach dem Ende der Demons­tra­ti­on “Wel­co­me to Hell” zwei Fla­schen auf Poli­zis­ten gewor­fen zu haben. Der Rich­ter fäll­te ein deut­lich här­te­res Urteil als die Staats­an­wäl­tin gefor­dert hat­te. Die Ankla­ge­ver­tre­te­rin hat­te ein Jahr und neun Mona­te Haft bean­tragt. (…) Zu Pro­zess­be­ginn war der 21-Jäh­ri­ge in Hand­schel­len in den Gerichts­saal geführt wor­den. Von den Zuschau­ern war er mit Bei­fall begrüßt wor­den, wie NDR 90,3 berich­te­te. Vie­le Ange­hö­ri­ge und Freun­de des Ange­klag­ten waren anwe­send. Der 21-Jäh­ri­ge, der seit dem 7. Juli in Unter­su­chungs­haft sitzt, äußer­te sich in dem Pro­zess nicht. Das Urteil lös­te im Gerichts­saal einen Schock aus, so Pro­zess­be­ob­ach­ter. Mit dem Straf­maß von mehr als zwei Jah­ren ist auch eine Aus­set­zung der Stra­fe zur Bewäh­rung nicht vor­ge­se­hen. “Unser Sohn muss für das büßen, was an den vier Tagen in Ham­burg pas­siert ist”, sag­te der Vater des Ange­klag­ten…” Mel­dung vom 29. August 2017 beim NDR online externer Link
  • G20: Macht man die Fal­schen zum Sün­den­bock?
    “Es geht um kaum zwei Minu­ten am frü­hen Mor­gen des 7. Juli 2017. In einem Gewer­be­ge­biet im Wes­ten Ham­burgs tref­fen Anti-G20-Demons­tran­ten auf Poli­zis­ten, am Ende brin­gen die Ein­satz­kräf­te 73 Per­so­nen zu Boden, wie es spä­ter im Poli­zei­be­richt heißt. (…) Doch inzwi­schen gibt es kon­kre­te Anhalts­punk­te, dass der Demons­tra­ti­ons­zug am Ron­den­barg nicht so gefähr­lich gewe­sen ist, wie Poli­zei, Staats­an­walt­schaft und Haft­rich­ter behaup­ten. Ein von der Poli­zei selbst auf­ge­nom­me­nes Video zeigt das Auf­ein­an­der­tref­fen von Beam­ten und Demons­tran­ten um 6.27 Uhr mor­gens. Pan­ora­ma 3 liegt das Video vor. “Schwers­te Aus­schrei­tun­gen” und “mas­si­ven Bewurf” mit Gegen­stän­den, wie von den Straf­ver­fol­gern behaup­tet, sieht man dar­in nicht. (…) Pan­ora­ma 3 hat das Video jetzt Exper­ten gezeigt. Pro­fes­sor Rafa­el Behr, ein Sozio­lo­ge, der frü­her selbst als Poli­zist gear­bei­tet hat und an einer Poli­zei­aka­de­mie lehrt, fin­det dar­in nichts Über­ra­schen­des, “weder auf Poli­zei- noch auf Demons­tran­ten­sei­te”. “Ich möch­te jetzt nicht zu sehr rela­ti­vie­ren oder ent­schul­di­gen. Aber tat­säch­lich erlebt man die­ses Aus­maß der Gewalt­in­ten­si­tät bei jedem Zweit­li­ga-Fuß­ball­spiel”, sagt er. “Schwers­te Aus­schrei­tun­gen” oder gar “bür­ger­kriegs­ähn­li­che Zustän­de” erken­ne man in dem Video “ein­deu­tig nicht”…” Bei­trag von Ste­fan Buchen, Phil­ipp Hen­nig und Andrej Rei­sin bei Pan­ora­ma 3 vom 22. August 2017 externer Link (in der ZDF-Media­thek abruf­bar bis zum 22. August 2018, Län­ge: 8:50 Min.)
  • [Audio] Inter­view mit dem EA – Was pas­siert mit den Gefan­ge­nen fünf Wochen nach G20?
    “Im Inter­view mit einer Ver­tre­te­rin des Ham­bur­ger Ermitt­lungs­aus­schus­ses, der der sich um die Doku­men­ta­ti­on von Poli­zei­über­grif­fen, rechts­wid­ri­gen Maß­nah­men und die Soli­da­ri­tät mit Gefan­ge­nen küm­mert, spre­chen wir dar­über, wie vie­le Men­schen immer noch im Knast sit­zen und was denen vor­ge­wor­fen wird. Die Meis­ten sit­zen wegen eines poli­zei­li­chen Angriffs auf einen Blo­cka­de­fin­ger am Ron­den­barg in Stel­lin­gen. Zu die­sem Angriff hat die Poli­zei mas­siv gelo­gen und ist von Pan­ora­ma und Süd­deut­scher Zei­tung dabei erwischt wor­den. In einem Fall greift der zustän­di­ge Rich­ter Dr. Marc Tul­ly auf juris­ti­sches Voka­bu­lar aus dem Wör­ter­buch des Unmen­schen zurück, um den Haft­be­fehl gegen einen acht­zehn­jäh­ri­gen Ita­lie­ner auf­recht zu erhal­ten…” Nach­mit­tags­ma­ga­zin für sub­ver­si­ve Unter­neh­mun­gen am Frei­tag dem 18. August 2017 beim Audio­por­tal Frei­er Radi­os externer LinkAudio Datei (Län­ge: 34:42 Min.)
  • G20: Ermitt­lun­gen wegen Reiz­gas-Beschuss. Ent­ge­gen der Vor­ga­be der Ein­satz­lei­tung ver­schoss Poli­zei 67 mal Trä­nen­gas /​In acht Fäl­len wird gegen Beam­te ermit­telt
    “… Ob der Ein­satz von Reiz­gas bei G20 recht­mä­ßig war, wird der­zeit in acht Fäl­len beim Dezer­nat Inter­ne Ermitt­lun­gen der Innen­be­hör­de ermit­telt. Es wer­de geprüft, ob es sich hier­bei nicht viel­mehr um eine Straf­tat han­del­te, gibt der Senat an. Ins­ge­samt wird in 60 Fäl­len wegen Kör­per­ver­let­zung gegen Poli­zei­be­am­te ermit­telt. Der Pro­test­for­scher Simon Teu­ne weist jedoch dar­auf hin, dass der Umgang mit Trä­nen­gas kei­nes­wegs skan­da­lö­ser ist als der mit dem in allen Bun­des­äm­tern genutz­ten Pfef­fer­spray. »Wenn der ille­ga­le Ein­satz von Reiz­gas zum Auf­re­ger wird, soll­te man von dem unver­hält­nis­mä­ßi­gen Ein­satz von Pfef­fer­spray nicht schwei­gen«, so Teu­ne. Das Pfef­fer wur­de als Ver­tei­di­gungs­mit­tel ange­schafft, mitt­ler­wei­le sei die Schwel­le, dies zu nut­zen, »rapi­de gesun­ken«: »Es gibt viel zu vie­le Bei­spie­le für einen Ein­satz, wo ande­re Mit­tel ange­mes­sen wären.«...” Arti­kel von Elsa Koes­ter vom 17.08.2017 beim ND online externer Link
  • Poli­zis­ten igno­rier­ten Reiz­gas-Vor­ga­be des Ham­bur­ger Ein­satz­chefs 
    Beim G20-Gip­fel schos­sen Poli­zis­ten dut­zend­fach mit Reiz­gas­pis­to­len auf Demons­tran­ten – obwohl Ham­burgs Ein­satz­chef das unter­sagt hat­te. Die Ein­hei­ten stamm­ten unter ande­rem aus Sach­sen und Bay­ern. Wäh­rend der Pro­tes­te beim G20-Gip­fel haben Poli­zei­ein­hei­ten in 67 Fäl­len Reiz­gas ver­schos­sen und sich damit über eine Vor­ga­be des Ham­bur­ger Ein­satz­füh­rers Hart­mut Dud­de hin­weg­ge­setzt. Das geht her­vor aus einer Ant­wort des Senats auf eine Anfra­ge der Lin­ken-Abge­ord­ne­ten Chris­tia­ne Schnei­der. (…) Ein­satz­chef Dud­de hat­te sämt­li­che Ein­satz­lei­ter aus ande­ren Bun­des­län­dern ange­hal­ten, MZP mit Reiz­stof­fen nicht gegen Demons­tran­ten zu ver­wen­den. Die Waf­fen sei­en zwar recht­lich erlaubt, wür­den in Ham­burg aber grund­sätz­lich nicht ver­wen­det. Das hat­te die Poli­zei bereits im Vor­feld des Gip­fels offi­zi­ell mit­ge­teilt. (…) Laut Senat lau­fen im Dezer­nat Inter­ne Ermitt­lun­gen der Innen­be­hör­de der­zeit 60 Ver­fah­ren gegen Poli­zei­be­am­te, über­wie­gend wegen des Vor­wurfs der Kör­per­ver­let­zung im Amt. In acht Ver­fah­ren gehe es um den Ein­satz von Reiz­stof­fen durch die Beam­ten…” Arti­kel von Ans­gar Sie­mens vom 16.08.2017 bei Spie­gel online externer Link
  • Geschich­te der Eska­la­ti­on eines ein­wö­chi­gen Pro­test­ge­sche­hens. Demons­tra­ti­ons­be­ob­ach­tung des Komi­tees für Grund­rech­te und Demo­kra­tie vom 2. bis 8. Juli 2017 in Ham­burg zum G20 
    Das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie legt auf der Grund­la­ge der Demons­tra­ti­ons­be­ob­ach­tun­gen von 43 Beobachter*innen einen ers­ten aus­führ­li­chen Bericht über die Pro­tes­te gegen G20 in Ham­burg vor und schließt sich der For­de­rung nach einer unab­hän­gi­ge Unter­su­chungs­kom­mis­si­on an. Anders als in der ers­ten media­len Bericht­erstat­tung waren die Bli­cke der Demonstrationsbeobachter*innen auf die ange­kün­dig­ten Ver­samm­lun­gen gerich­tet und nicht auf die Riots, die Ran­da­le oder den Auf­stand, der die Frei­tag­nacht im Schan­zen­vier­tel präg­te. Damit stand vor allem die poli­zei­li­che Gewalt im Mit­tel­punkt der Wahr­neh­mung, die Zumu­tun­gen vom Igno­rie­ren des Gerichts­be­schlus­ses auf das Recht, ein Camp in Enten­wer­der zu errich­ten (Sonn­tag, 2. Juli 2017), über die gewalt­sa­me Auf­lö­sung der fried­li­chen „Wel­co­me to hell“-Demo bis zur teil­wei­se rück­sichts­lo­sen Gewalt gegen Grup­pen und Ein­zel­ne am Tag des Zivi­len Unge­hor­sams. Und auch noch bei der Groß­de­mons­tra­ti­on am Sams­tag muss­te fest­stellt wer­den, dass der Schutz des Ver­samm­lungs­rechts miss­ach­tet wur­de. In die Ver­samm­lung wur­de immer wie­der poli­zei­lich ein­ge­grif­fen. Wir gehen davon aus, dass noch immer vie­le Fra­gen gestellt wer­den müs­sen: Wie war es mög­lich, dass die Poli­zei der­ma­ßen außer­halb der Rechts­ord­nung agie­ren konn­te? Wo ist die poli­ti­sche Kon­trol­le des Poli­zei­ap­pa­rats geblie­ben? (…) Zu fra­gen ist auch, wel­che Bun­des­be­hör­den – vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Inne­ren, über Bun­des­kri­mi­nal­amt und dem Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz bis hin zum Kanz­ler­amt – in wel­chem Maß Ein­fluss auf die Pla­nun­gen im Umgang mit dem Pro­test genom­men haben. (…) Es muss eine unab­hän­gi­ge Kom­mis­si­on gebil­det wer­den, die frei von par­tei­po­li­ti­schen Inter­es­sen die Vor­gän­ge auf­klärt, ana­ly­siert und Schluss­fol­ge­run­gen zieht. (…) Zugleich muss sich aber auch die lin­ke Bewe­gung fra­gen, wie sie die Dis­kus­sio­nen über legi­ti­me Pro­tes­te, über Aus­drucks­for­men und Mit­tel mit­ein­an­der dis­ku­tie­ren will…” Mel­dung vom 15. August 2017 externer Link zur Ver­öf­fent­li­chung des Berich­tes: Geschich­te der Eska­la­ti­on eines ein­wö­chi­gen Pro­test­ge­sche­hens. Demons­tra­ti­ons­be­ob­ach­tung des Komi­tees für Grund­rech­te und Demo­kra­tie vom 2. bis 8. Juli 2017 in Ham­burg zum G20 externer Link
  • Nach dem G20-Gip­fel: Die “Extre­mis­ten­da­tei” gibt es offen­bar schon. Mit Fake-News gegen das Grund­ge­setz 
    Das Por­tal G20-Doku berich­te­te – Stand 20. Juli – von rund 90 Fäl­len von Grund­rechts­ver­let­zun­gen und 450 Hin­wei­sen wäh­rend des G20-Gip­fels Anfang Juli in Ham­burg. Doch der Per­sil­schein des Regie­ren­den Bür­ger­meis­ters Olaf Scholz (SPD) für die Beam­ten, es habe kei­ne Poli­zei­ge­walt gege­ben, bleibt bestehen. Auch der baden-würt­tem­ber­gi­sche Innen­mi­nis­ter Tho­mas Stro­bl (CDU) ergriff Par­tei für Vor­gän­ge, die man nur als Grund­rechts­ver­let­zun­gen bewer­ten kann. In einer Talk­run­de am 13. Juli bei Mar­kus Lanz ent­warf er ein Schre­ckens­sze­na­rio über die Rei­sen­den im Son­der­zug aus Basel und for­der­te eine euro­pa­wei­te „Extre­mis­ten­da­tei“. Doch die gibt es offen­bar längst…” Kom­men­tar von Fran­zis­ka Stier vom 13. August 2017 bei Beob­ach­ter­news externer Link
  • #NoG20 ‑War­um griff die Poli­zei stun­den­lang nicht ein?-“Es war kein vor­be­rei­te­ter Hinterhalt”-A.Pina 
    Alva­ro Pina – Geschäfts­füh­rer CARMAGNOLE – Schan­zen­vier­tel (Ham­burg) “Es war kein vor­be­rei­te­ter Hin­ter­halt” – Das Ers­te Pan­ora­ma – Ver­mumm­te Auto­an­zün­der & Plün­de­rer von Super­märk­ten usw. sind für mich ent­we­der reak­tio­nä­re Voll­idio­ten (mit “lin­kem” Män­tel­chen), ‘unpo­li­ti­sche‚ “Kra­wall­tou­ris­ten”, bezahl­te Pro­vo­ka­teu­re von Geheim­diens­ten oder cle­ve­re Neo­na­zis (in Genua 2001 gericht­lich nach­ge­wie­sen) aber kei­ne wirk­li­chen anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Lin­ken!Doku einer Pan­ora­ma-Sen­dung (ohne Datum) bei you­tube externer Link
  • G20: Schar­fe Kri­tik an Unter­su­chungs­haft von Fabio V. Lin­ke Abge­ord­ne­te erhe­ben schwe­re Vor­wür­fe /​Maria R. aus Unter­su­chungs­haft ent­las­sen /​Noch fünf ita­lie­ni­sche Demons­tran­ten im Gefäng­nis 
    “… Im Fal­le des noch immer in Haft sit­zen­den Akti­vis­ten Fabio V. hat­ten die Rich­ter des Ober­lan­des­ge­richts ganz anders geur­teilt. Wie Maria R. wur­de er in der Situa­ti­on am Ron­den­barg fest­ge­nom­men. Die Begrün­dung der Rich­ter für sei­nen Ver­bleib in Unter­su­chungs­haft wur­de medi­al bereits stark kri­ti­siert. Der lei­ten­de Rich­ter des 1. Straf­se­nats, Marc Tul­ly, schreibt dar­in von einer Tat­aus­füh­rung, die auf eine »erkenn­bar rück­sichts­lo­se und auf eine tief sit­zen­den Gewalt­be­reit­schaft« schlie­ßen las­se, wie die »Welt« aus dem Beschluss zitiert. Sei­ne mut­maß­li­che Teil­nah­me an den Aus­schrei­tun­gen zeu­ge von »schäd­li­chen Nei­gun­gen«, der Rich­ter stell­te zudem »erheb­li­che Anla­ge- und Erzie­hungs­män­gel fest, die ohne län­ge­re Gesam­terzie­hung des Täters die Gefahr wei­te­rer Straf­ta­ten begrün­den«, so das Blatt wei­ter. Auch im Fall Fabio V.s ist also kei­ne Rede davon, dass ihm Stein­wür­fe nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen. (…) Auch gegen­über »nd« hat­ten wäh­rend der Pro­tes­te in Ham­burg ita­lie­ni­sche Akti­vis­ten der Poli­zei vor­ge­wor­fen, sie ledig­lich auf­grund ihrer ita­lie­ni­schen Spra­che fest­ge­hal­ten zu haben. Unter den Fest­ge­nom­me­nen hat­te sich auch die Abge­ord­ne­te des Euro­päi­schen Par­la­ments Eleo­no­re Foren­za befun­den. Die Poli­zei hat­te ihre Fest­nah­me damit begrün­det, dass sie Wech­sel­kla­mot­ten bei sich getra­gen habe. (…) Nach den G20-Pro­tes­ten ermit­telt die Poli­zei ins­ge­samt in 160 Fäl­len, davon in 53 Fäl­len gegen Unbe­kannt. Der ers­te Pro­zess gegen einen 24-Jäh­ri­gen wird am 29. August in Ham­burg begin­nen. Auch Maria R. erwar­tet wei­ter­hin ein Pro­zess wegen beson­ders schwe­ren Land­frie­dens­bruchs und des tät­li­chen Angriffs auf Poli­zei­be­am­te.” Arti­kel von Elsa Koes­ter (Ber­lin) und Giu­sep­pe Cac­cia (Vene­dig) vom 14.08.2017 beim ND online externer Link
  • G20-Akti­vis­tin Maria R. in Frei­heit: Ober­lan­des­ge­richt hebt Unter­su­chungs­haft auf /​Stu­den­tin bereits auf dem Rück­weg nach Ita­li­en
    “… Die 22-jäh­ri­ge Maria R. gehört wie der noch immer in Unter­su­chungs­haft sit­zen­de Fabio V. zu den Akti­vis­ten, die wäh­rend der G20-Pro­tes­te am frü­hen Mor­gen des 7. Juli im Stadt­teil Bah­ren­feld fest­ge­nom­men wor­den waren. (…) Tat­säch­lich liest sich die­se Pro­ble­ma­tik auch aus der schrift­li­chen Begrün­dung für den nun hin­fäl­li­gen Beschluss des Land­ge­richts zur Auf­recht­erhal­tung der Unter­su­chungs­haft her­aus, die »nd« vor­liegt. Die Rich­ter wer­fen der Akti­vis­tin dar­in kei­nes­wegs vor, sel­ber Gegen­stän­de gewor­fen zu haben, son­dern grei­fen zu einer inter­es­san­ten Kon­struk­ti­on: Die rei­ne Anwe­sen­heit und der Ver­bleib der Akti­vis­tin in der Grup­pe sei­en Indiz für ihre Betei­li­gung am Land­frie­dens­bruch. Maria R. habe das Vor­ge­hen der Täter als Teil­neh­me­rin der Men­ge unter­stützt und die mög­li­che Ver­let­zung von Poli­zis­ten bil­li­gend in Kauf genom­men. Die Rich­ter spre­chen hier von einer »psy­chi­schen Bei­hil­fe«. (…) Fabio V. ist eben­falls ein Akti­vist ita­lie­ni­scher Her­kunft, der in der frag­li­chen Situa­ti­on am Ron­den­barg fest­ge­nom­men wur­de. Anders als im Fall Maria R. urteil­ten die Rich­ter des Ober­lan­des­ge­richts – aller­dings drei ande­re Rich­ter – dass er wei­ter in Unter­su­chungs­haft ver­blei­ben müs­se. Die Urteils­be­grün­dung wur­de medi­al bereits stark kri­ti­siert. Der lei­ten­de Rich­ter des 1. Straf­se­nats, Marc Tul­ly, schreibt dar­in von einer Tat­aus­füh­rung, die auf eine »erkenn­bar rück­sichts­lo­se und auf eine tief sit­zen­den Gewalt­be­reit­schaft« schlie­ßen las­se, wie die »Welt« aus dem Beschluss zitiert. Sei­ne mut­maß­li­che Teil­nah­me an den Aus­schrei­tun­gen zeu­ge von »schäd­li­chen Nei­gun­gen«, der Rich­ter stell­te zudem »erheb­li­che Anla­ge- und Erzie­hungs­män­gel fest, die ohne län­ge­re Gesam­terzie­hung des Täters die Gefahr wei­te­rer Straf­ta­ten begrün­den«, so das Blatt wei­ter. Auch im Fall Fabio V.s ist also kei­ne Rede davon, dass er sel­ber Stei­ne oder Fla­schen gewor­fen haben soll…” Bei­trag von Elsa Koes­ter bei neu­es Deutsch­land vom 12. August 2017 externer Link
  • Haft­ver­län­ge­rung: Sind Ham­burgs Rich­ter über­hart gegen die G‑20-Häft­lin­ge?
    Ein 18-jäh­ri­ger Ita­lie­ner sitzt seit den G‑20-Kra­wal­len in Unter­su­chungs­haft und soll dort blei­ben. Ein Rich­ter sieht „tief sit­zen­de Gewalt­be­reit­schaft“ und „Erzie­hungs­män­gel“. Nun soll Karls­ru­he ent­schei­den. (…) Nun hat die Ham­bur­ger Straf­ver­tei­di­ge­rin Gabrie­le Hein­ecke eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de für ihren Man­dan­ten Fabio V. ein­ge­legt und die sofor­ti­ge Auf­he­bung der Unter­su­chungs­haft bean­tragt. (…) Erstaun­lich ist, auf wel­che fak­ti­sche Grund­la­ge die Rich­ter ihren Beschluss stel­len. Denn der Inhaf­tier­te hat sich bis­lang über­haupt nicht geäu­ßert. Wie der Senat angeb­lich „Anla­ge­feh­ler“ beim nicht vor­be­straf­ten Ita­lie­ner ermit­teln konn­te, bleibt völ­lig offen. Über­haupt ist die mehr­fach vor­ge­nom­me­ne Behaup­tung, hier präg­ten „Nei­gun­gen“ oder „Anla­gen“ den Cha­rak­ter, höchst frag­wür­dig. Trotz­dem weiß der OLG-Senat schon, was am Ende des Ver­fah­rens her­aus­kom­men wird: „Eine abseh­bar emp­find­li­che Frei­heits­stra­fe“, heißt es im Beschluss – als ob eine Haupt­ver­hand­lung nun ver­zicht­bar wäre…” Arti­kel von Per Hin­richs vom 09.08.2017 bei der Welt online externer Link
  • Ers­te Ankla­ge nach G20 wegen Böl­lern und Reiz­gas in Ruck­sack
    Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft stellt 24-Jäh­ri­gen vor Gericht /​Pro­zess­auf­takt für den 29. August geplant (…) Die Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft führt nach eige­nen Anga­ben 162 Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Straf­ta­ten im Zusam­men­hang mit dem G20-Gip­fel. 33 Ver­däch­ti­ge sit­zen der­zeit in Unter­su­chungs­haft. 56 Ver­fah­ren lau­fen gegen Poli­zei­be­am­te, in den meis­ten Fäl­len (45) wegen des Vor­wurfs der Kör­per­ver­let­zung…” Mel­dung vom 08.08.2017 beim ND online externer Link
  • Betrof­fe­nen­be­richt von Mit­glie­dern der ver.di Jugend NRW-Süd zu den Grund­rechts­ver­let­zun­gen durch Poli­zei und Jus­tiz beim G20-Gip­fel
    Fast der gesam­te Jugend­vor­stand der ver.di Jugend NRW-Süd, meh­re­re wei­te­re ver.di-KollegInnen und ande­re Bon­ner Mit­strei­te­rIn­nen wur­den beim G20-Gip­fel Opfer von poli­ti­scher Ver­fol­gung, von tage­lan­ger Frei­heits­be­rau­bung und mas­si­ver Aus­he­be­lung der demo­kra­ti­schen Grund­rech­te durch Poli­zei und Staats­an­walt­schaft. (…) Nach der ers­ten Nacht auf dem Camp woll­ten wir am Frei­tag den 7. Juli gemein­sam an den ange­kün­dig­ten Blo­cka­den gegen das Gip­fel­tref­fen teil­neh­men. Doch soweit kam es nicht: Nach nur 20 Minu­ten stopp­te die Poli­zei den Zug von 200 Men­schen, dem wir uns ange­schlos­sen hat­ten, dann ging alles blitz­schnell. Von zwei Sei­ten wur­de unser Demons­tra­ti­ons­zug von gepan­zer­ten und schwer bewaff­ne­ten Poli­zis­ten und zwei Was­ser­wer­fern ange­grif­fen und regel­recht zer­schla­gen. Für uns kam der Angriff der Poli­zei völ­lig aus dem Nichts, die Men­schen flo­hen in Panik. Wer nicht recht­zei­tig weg­kam, bekam den Poli­zei­knüp­pel zu spü­ren, wur­de auf den Boden gedrückt und zum Teil sogar dann wei­ter mit dem Schlag­stock trak­tiert. Man schrie uns an: „Halt die Schnau­ze sonst kriegst du noch eine rein!“ „Ein sol­ches Aus­maß von Poli­zei­ge­walt habe ich noch nicht erlebt. Das war kei­ne Fest­nah­me, son­dern ein regel­rech­ter Über­fall der Poli­zei auf unse­re Demons­tra­ti­on.“ erin­nert sich Nils Jan­sen, Mit­glied im Jugend­vor­stand der ver.di Jugend NRW-Süd. Im ver­zwei­fel­ten Ver­such, vor den um sich schla­gen­den Beam­ten zu flüch­ten, klet­ter­ten Demons­tran­tIn­nen in Panik über einen Zaun und stürz­ten anschlie­ßend eine meh­re­re Meter tie­fe Mau­er hin­un­ter, wobei sie sich zum Teil schwer ver­letz­ten. Nie­mand von uns hat­te so etwas je erlebt: Men­schen lagen mit zum Teil offe­nen Brü­chen auf dem Asphalt, Poli­zis­ten schlu­gen immer wei­ter auf Demons­tran­tIn­nen ein. Es waren acht (!) Ret­tungs­wa­gen nötig, um die ver­letz­ten Akti­vis­ten ins Kran­ken­haus zu brin­gen. Nach­dem die Poli­zei uns vor Ort zum Teil meh­re­re Stun­den fest­ge­hal­ten hat­te, wur­den wir dann in die sog. „Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le“ (Gesa) gebracht. Die Zustän­de in der Gesa waren ent­wür­di­gend. (…) Wir alle muss­ten uns vor der Poli­zei nackt aus­zie­hen, vie­le dann auch noch eine Knie­beu­ge machen. Eine jun­ge Kol­le­gin wur­de gezwun­gen, unter den Augen der Beam­ten ihren Tam­pon her­aus­zu­neh­men, und bekam anschlie­ßend kei­nen neu­en. Einer wei­te­ren Kol­le­gin wur­de von der Poli­zei bei der Fest­nah­me ihre Bril­le ent­zo­gen, ohne die sie kaum etwas erken­nen kann. Im Gefan­ge­nen­trans­port wur­den wir Zeu­ge, wie eine Gefan­ge­ne von der Poli­zei ver­prü­gelt wur­de, um ihr anschlie­ßend Fuß­fes­seln anzu­le­gen. Das sind nur eini­ge Bei­spie­le, für die Demü­ti­gun­gen und Ernied­ri­gun­gen, denen wir und unse­re Mit­ge­fan­ge­nen in der Gesa aus­ge­setzt waren. Am Ende ist das pro­vi­so­ri­sche Ham­bur­ger Amts­ge­richt der For­de­rung der Staats­an­walt­schaft sogar soweit nach­ge­kom­men, dass drei Kol­le­gIn­nen in Unter­su­chungs­haft gesteckt wur­den! Unter Faden­schei­ni­gen Grün­den wur­den den Bon­nern „Flucht­ge­fahr“ attes­tiert, zwei von ihnen saßen von Frei­tag bis zum nächs­ten Frei­tag, also mehr als 170 Stun­den, hin­ter Git­tern. Die ver.di Jugend NRW-Süd steht hin­ter den betrof­fe­nen Mit­strei­te­rIn­nen und ruft zu brei­ter Soli­da­ri­tät auf!…” Bericht der Ver.di Jugend NRW-Süd vom 4. August 2017 mit Bil­dern bei Frat­ze­buch externer Link
  • G‑20-Gip­fel: Drei Ben­ga­los reich­ten für die Poli­zei-Atta­cke 
    “… Ein Poli­zei­vi­deo von einem Zusam­men­stoß zwi­schen Demons­tran­ten und Poli­zei am Ron­den­barg legt nahe, dass die Sicher­heits­be­hör­den den Vor­fall im Nach­hin­ein anders dar­stell­ten als er tat­säch­lich war. (…) Wegen der gesam­ten G‑20-Kra­wal­le lau­fen etwa 160 Ermitt­lungs­ver­fah­ren, 32 Ver­däch­ti­ge sit­zen in Unter­su­chungs­haft. Aber die­se eine Aus­ein­an­der­set­zung an der Stra­ße Ron­den­barg in Alto­na sticht her­aus. Min­des­tens 59 Ermitt­lungs­ver­fah­ren bezie­hen sich allein hier­auf, 13 Demons­tran­ten von dort kamen in Unter­su­chungs­haft. Min­des­tens vier von ihnen sit­zen noch heu­te, drei Män­ner und eine Frau aus Ita­li­en. Ein Poli­zei­vi­deo des Ein­sat­zes aller­dings, das bis­lang unter Ver­schluss blieb und nun von der Süd­deut­schen Zei­tung und dem NDR-Maga­zin Pan­ora­ma ein­ge­se­hen wer­den konn­te, weckt Zwei­fel an der bis­he­ri­gen öffent­li­chen Dar­stel­lung der Behör­den. (…) Von einem “Angriff” von Gewalt­tä­tern, der “abge­wehrt” wer­den muss, ist auf den Auf­nah­men der Poli­zei nichts zu sehen. (…) In Ham­burgs Par­la­ment soll am 31. August erst­mals der Son­der­aus­schuss “Gewalt­tä­ti­ge Aus­schrei­tun­gen rund um den G‑20-Gip­fel” tagen. Poli­ti­ker der Oppo­si­ti­ons­par­tei­en CDU und Lin­ke sind damit aber nicht zufrie­den: Sie wol­len einen Aus­schuss, der nicht nur Fra­gen stel­len, son­dern auch in Akten sehen darf.” Arti­kel von Ronen Stein­ke vom 4. August 2017 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • G20: Auf­marsch des Mili­tärs
    “Die zuneh­mend mili­tä­risch agie­ren­de Poli­zei wur­de in Ham­burg auch durch die Bun­des­wehr unter­stützt. Schon im Vor­feld des G20-Gip­fels stell­te die Stadt Ham­burg mehr als 40 Amts­hil­fe-Ersu­chen an die Bun­des­wehr. Neben logis­ti­scher Hil­fe wur­den durch die Bun­des­wehr unter ande­rem „Exper­ten mit ABC-Tech­nik zum Auf­spü­ren von che­mi­schen oder bio­lo­gi­schen Kampf­stof­fen“ (Spie­gel Online, 5.7.2017), ein Mehr­zweck­lan­dungs­boot, drei Hub­schrau­ber, zwei Unter­was­ser­droh­nen, sowie meh­re­re Abfang­jä­ger zur Siche­rung des Luft­raums bereit­ge­stellt (taz, 5.7.2017). Am Frei­tag wur­den zwei Euro­figh­ter-Abfang­jä­ger sowie ein Tank­flug­zeug zur Luft­be­tan­kung der Kampf­jets auch tat­säch­lich ein­ge­setzt, um den Luft­raum in und um Ham­burg zu über­wa­chen. (…) Die­se Vor­fäl­le zei­gen, dass Poli­zei und Bun­des­wehr eng zusam­men­ar­bei­ten und die Bun­des­wehr auf einen Ein­satz im Inne­ren vor­be­rei­tet war.” Mel­dung von Alex­an­der Kleiß vom 3. August 2017 bei IMI-Stand­punkt 2017/​024 externer Link
  • Demo­kra­tie und Grund­rech­te ver­tei­di­gen! Offe­ner Brief an den Ham­bur­ger Senat und die Leit­me­di­en
    “… die Reak­tio­nen und Bericht­erstat­tung der letz­ten Wochen rund um den G20-Gip­fel erfül­len uns mit gro­ßer Sor­ge, um den Zustand von Demo­kra­tie und Grund­rech­ten. Wäh­rend Auto­ri­ta­ris­mus und unde­mo­kra­ti­sche Ten­den­zen in ande­ren Län­dern, wie jüngst in der Tür­kei oder in den USA, zu Recht ver­ur­teilt wer­den, wer­den ähn­li­che Ent­wick­lun­gen hier­zu­lan­de wegen Aus­schrei­tun­gen und bren­nen­der Autos wäh­rend des G20-Gip­fels in Ham­burg als gerecht­fer­tigt ange­se­hen. Bereits im Vor­feld der Pro­tes­te wur­de durch das Ver­bot der Pro­test­camps deut­lich, dass jede Form des Pro­tests schon im Keim erstickt wer­den soll­te. Die poli­zei­li­che Räu­mung eines höchst­rich­ter­lich geneh­mig­ten Camps war eines der Zei­chen dafür, wie demo­kra­ti­sche Grund­wer­te und rechts­staat­li­che Ver­hält­nis­se in den fol­gen­den Tagen sys­te­ma­tisch miss­ach­tet wer­den soll­ten. (…) Wenn bren­nen­de Flücht­lings­hei­me und Mor­de an Migrant_​innen mit kaput­ten Fens­ter­schei­ben und bren­nen­den Autos gleich­ge­setzt wer­den, dann zeigt das eine gefähr­li­che Indif­fe­renz gegen­über der Wirk­lich­keit. (…) Wir for­dern die Ver­ant­wort­li­chen in Poli­tik und Medi­en dazu auf, end­lich ihrer Ver­ant­wor­tung gerecht zu wer­den und per­so­nel­le wie poli­ti­sche Kon­se­quen­zen aus dem Schei­tern der Sicher­heits­stra­te­gie bei G20-Gip­fel zu zie­hen – anstatt Demo­kra­tie und Grund­rech­te auf dem Altar kon­ser­va­ti­ver Beiß­re­fle­xe und inne­rer Sicher­heit zu opfern…” Offe­ner Brief samt umfang­rei­cher Lis­te von Erstunterzeichner_​innen externer Link über 350 Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, Poli­ti­ke­rIn­nen sowie Kul­tur­schaf­fen­de, dar­un­ter auch Labour­Net Ger­ma­ny (Mag). Der Brief kann auf der Akti­ons­sei­te auch wei­ter­hin unter­zeich­net wer­den.
  • Amnes­ty for­dert umfas­sen­de Auf­klä­rung der Grund­rechts­ein­schrän­kun­gen wäh­rend des G20-Gip­fels in Ham­burg 
    Amnes­ty Inter­na­tio­nal erkennt die Her­aus­for­de­rung an, vor der die Poli­zei und die Stadt Ham­burg in den Tagen des G20-Gip­fel­tref­fens stand: die Teilnehmer*innen und Ver­an­stal­tun­gen der G20 zu schüt­zen und gleich­zei­tig fried­li­chen Pro­test zu ermög­li­chen, war eine höchst anspruchs­vol­le Auf­ga­be. Pres­se- und Augen­zeu­gen­be­rich­te legen aber nahe, dass es auf Sei­ten der Poli­zei zu straf­recht­lich rele­van­tem Ver­hal­ten kam: ins­be­son­de­re im Kon­text der „Wel­co­me to Hell“-Demonstration, aber auch in ande­ren Situa­tio­nen sol­len Polizist*innen unver­hält­nis­mä­ßi­ge Gewalt gegen fried­li­che Demons­trie­ren­de sowie Medienvertreter*innen ange­wen­det haben. Die­sen Vor­wür­fen müs­sen Poli­zei und Staats­an­walt­schaft nach­ge­hen: wo nötig, müs­sen straf- und dienst­recht­li­che Ermitt­lun­gen ein­ge­lei­tet wer­den. Amnes­ty Inter­na­tio­nal befürch­tet, dass Vor­wür­fen gegen Polizist*innen teil­wei­se nicht nach­ge­gan­gen wer­den kann, weil die Bun­des­po­li­zei sowie zahl­rei­che Län­der­po­li­zei­en kei­ne indi­vi­du­el­le Kenn­zeich­nung tra­gen. Des­halb for­dert Amnes­ty Inter­na­tio­nal die Bun­des­re­gie­rung sowie alle Lan­des­re­gie­run­gen, in denen die Poli­zei bis­her noch nicht indi­vi­du­ell gekenn­zeich­net ist, dazu auf, eine sol­che Kenn­zeich­nung umge­hend ein­zu­füh­ren. [Und nicht abschaf­fen, wie in NRW] Der G20-Gip­fel zeigt auch, wie sich das Feh­len unab­hän­gi­ger Unter­su­chungs­me­cha­nis­men für poli­zei­li­ches Fehl­ver­hal­ten aus­wirkt…” Stel­lung­nah­me vom 30. Juli 2017 von und bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal externer Link
  • Gum­mi gegen den kom­men­den Auf­stand
    “Für den G20-Gip­fel kün­dig­te der Gesamt­ein­satz­lei­ter Hart­mut Dud­de den Ein­satz von “allem, was Poli­zei­en so besit­zen”, an. Bis­her war nicht bekannt, dass hier­zu auch Gum­mi­ge­schos­se gehö­ren. Meh­re­re Bun­des­län­der plan­ten in den 80er Jah­ren die Anschaf­fung von Gum­mi­ge­schos­sen für ihre Poli­zei­en. Sie soll­ten den Beam­ten einen Vor­teil bei den teil­wei­se hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen wie in Wackers­dorf ver­schaf­fen. Ent­spre­chen­de Über­le­gun­gen exis­tier­ten bei­spiels­wei­se in Baden-Würt­tem­berg und in Bay­ern im dama­li­gen Kabi­nett von Franz-Josef Strauß. Die Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz hat­ten einem Bericht des Spie­gel zufol­ge beim Rüs­tungs­kon­zern Mes­ser­schmitt-Böl­kow-Blohm eine Stu­die zur Ent­wick­lung eines poli­zei­li­chen “Wirk­wurf­kör­pers” bestellt. Als mög­li­che Vari­an­ten gal­ten groß­kai­b­ri­ge Gum­mi­pa­tro­nen oder Gum­mi­schrot. Schließ­lich ent­schied sich die Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz jedoch, die neue Bewaff­nung in Deutsch­land nicht ein­zu­füh­ren. Befürch­tet wur­de, dass die Streu­brei­te der Muni­ti­on zu groß sei. Weder kann genau auf eine Kör­per­par­tie gezielt wer­den, noch ist aus­ge­schlos­sen dass Unbe­tei­lig­te getrof­fen wer­den. Ähn­lich hat­te sich damals auch das Euro­pa­par­la­ment 1982 und 1984 in zwei Ent­schlie­ßun­gen geäu­ßert. In den meis­ten EU-Mit­glied­staa­ten wer­den seit­dem kei­ne Gum­mi­ge­schos­se ein­ge­setzt, Aus­nah­men bil­den die Schweiz, Spa­ni­en und Nord­ir­land. (…) Trotz einer feh­len­den gesetz­li­chen Bestim­mung haben Poli­zei­kräf­te beim G20-Gip­fel in Ham­burg mit Gum­mi­ge­schos­sen auf Per­so­nen gefeu­ert. (…) Die Spe­zi­al­ein­satz­kom­man­dos beim G20-Gip­fel wur­den von dem Han­no­ve­ra­ner Poli­zist Micha­el Zorn koor­di­niert. (…) Zorn zufol­ge habe der Gesamt­ein­satz­lei­ter in einem Gespräch “nicht aus­ge­schlos­sen, dass, wür­de er zu einem Vor­rü­cken gezwun­gen sein, es zu einem Schuss­waf­fen­ge­brauch kom­men könn­te”.” Bei­trag von Mat­thi­as Mon­roy vom 29. Juli 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • G20 heißt auch: Gip­fel der Über­wa­chung
    “Beim G20-Gip­fel nutz­ten Poli­zei und Ver­fas­sungs­schutz ein gro­ßes Arse­nal an Über­wa­chungs­maß­nah­men. Sie hör­ten Gesprä­che mit, setz­ten IMSI-Cat­cher ein und führ­ten Funk­ze­l­len­ab­fra­gen durch. Dane­ben las die Poli­zei Han­dys aus und frag­te Daten bei Hos­tels ab. Über die Details schweigt sie, eine Kon­trol­le ist so kaum mög­lich. (…) In wel­chem Umfang, das will der Ham­bur­ger Senat auf Anfra­ge der Abge­ord­ne­ten Chris­tia­ne Schnei­der in den meis­ten Fäl­len nicht beant­wor­ten. Das sagt er bereits vor der ers­ten Fra­ge und fügt immer wie­der einen Ver­weis auf die­se Gene­ral­ent­schul­di­gung ein. Zur Häu­fig­keit ver­deck­ter Maß­nah­men müss­ten Akten hän­disch aus­ge­wer­tet wer­den, das sei in der Ant­wort­frist einer par­la­men­ta­ri­schen Anfra­ge nicht zu machen. Ande­res las­se Rück­schlüs­se auf die Tak­tik der Poli­zei zu, auch dann kön­ne man Details nicht offen­le­gen. Und eini­ge Akten sei­en noch nicht bei der Staats­an­walt­schaft erfasst, daher sei noch kei­ne zuver­läs­si­ge Aus­wer­tung mög­lich. Aus der Zustän­dig­keit des Ham­bur­ger Senats ergibt sich außer­dem, dass die Ant­wor­ten nur Aus­sa­gen über die Ham­bur­ger Poli­zei und den Lan­des­ver­fas­sungs­schutz ent­hal­ten kön­nen. Was Bun­des­po­li­zei, Bun­des­ver­fas­sungs­schutz und ande­re Län­der­be­hör­den an Tech­nik nach Ham­burg gebracht haben, kann man ihr nicht ent­neh­men. (…) Die vie­len offe­nen Fra­gen und die unzu­rei­chen­den Ant­wor­ten ver­deut­li­chen, dass die Auf­ar­bei­tung des G20-Gip­fels noch lan­ge nicht vor­bei ist. Es wer­den noch vie­le par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen und viel jour­na­lis­ti­sche Arbeit not­wen­dig sein, um die Gescheh­nis­se auf­zu­ar­bei­ten und zu einer Ein­schät­zung zu gelan­gen, inwie­weit sich die deut­schen Sicher­heits­be­hör­den in den Gren­zen des Rechts­staa­tes bewegt haben – sei es bei Über­wa­chung, bei Ein­grif­fen in die Ver­samm­lungs­frei­heit oder beim Ein­satz von Gewalt.” Bei­trag von Anna Bisel­li vom 28. Juli 2017 bei Netz​po​li​tik​.org externer Link
  • G‑20-Gip­fel: Fest­ge­nom­men wegen Pfef­fer­spray im Ruck­sack 
    Knapp drei Wochen nach dem G‑20-Gip­fel sind noch 35 Men­schen in U‑Haft, die in die Kra­wal­le ver­wi­ckelt gewe­sen sein sol­len. Die Poli­zei ermit­telt mit enor­mem Auf­wand wei­ter, doch die straf­recht­li­chen Vor­wür­fe brö­seln dahin. Vier fest­ge­nom­me­ne Rus­sen ent­pupp­ten sich als Fil­me­ma­cher, ein Pole sitzt in Haft, weil er Pfef­fer­spray dabei hat­te…” Arti­kel von Ronen Stein­ke vom 27. Juli 2017 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Poli­zei­ge­walt beim G20 wird zum Dau­er­bren­ner im Som­mer­loch
    Die Debat­te um Poli­zei­ge­walt beim G20-Gip­fel in Ham­burg hat in den letz­ten Tagen noch ein­mal Fahrt auf­ge­nom­men. Nach Infor­ma­tio­nen von Spie­gel Online gibt es mitt­ler­wei­le 49 Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Poli­zei­be­am­te, sechs davon beru­hen auf Ermitt­lun­gen, die die Poli­zei selbst gestar­tet hat. Ten­denz stei­gend…” Arti­kel von John F. Nebel vom 27 Juli 2017 bei Metro­naut externer Link
  • Juris­tisch mehr als zwei­fel­haft. Nach G‑20-Pro­tes­ten in Ham­burg: U‑Haft wegen »psy­cho­lo­gi­scher Unter­stüt­zung« mut­maß­li­cher Gewalt­tä­ter
    “In der drit­ten Woche nach den G‑20-Pro­tes­ten sit­zen noch 36 Fest­ge­nom­me­ne in Unter­su­chungs­haft. Nach Ein­schät­zung der Rechts­an­wäl­te Lino Peters und Maja Bei­sen­herz vom anwalt­li­chen Not­dienst und des jus­tiz­po­li­ti­schen Spre­chers der Links­frak­ti­on in der Ham­bur­ger Bür­ger­schaft, Mar­tin Dol­zer, sind die Haft­grün­de mehr als zwei­fel­haft. Eini­gen wird nicht ein­mal eine kon­kre­te Straf­tat vor­ge­wor­fen. Betrof­fen ist zum Bei­spiel die 23jährige Ita­lie­ne­rin Maria R., »die inhaf­tiert ist, da sie sich zur fal­schen Zeit am fal­schen Ort auf­ge­hal­ten hat«, so Dol­zer am Mitt­woch im Pres­se­ge­spräch. (…) R. wird vor­ge­wor­fen, Gewalt­tä­ter psy­cho­lo­gisch unter­stützt zu haben, weil sie sich nicht ent­fernt habe. Dies reicht aus, um Maria R. mit der Begrün­dung, es bestün­de Flucht­ge­fahr, in U‑Haft zu behal­ten und sie dar­an zu hin­dern, ihrem Stu­di­um und ihrem Job in einer Rechts­an­walts­kanz­lei nach­zu­ge­hen. (…) Neben Maria R. sit­zen noch wei­te­re 19 EU-Aus­län­der in U‑Haft. Sie­ben von ihnen wird ähn­li­ches vor­ge­wor­fen – und ande­ren zwar Straf­ta­ten, aber sol­che, die im Nor­mal­fall höchs­tens mit Bewäh­rungs­stra­fen geahn­det wer­den. Bei­spiels­wei­se Land­frie­dens­bruch. Doch auch hier sind die Tat­vor­wür­fe frag­lich. So soll ein Fla­schen­wurf auf einem Video einer Per­son zuge­ord­net wer­den, die dar­auf selbst nicht zu sehen ist. (…) Wegen der Vor­wür­fe des Land­frie­dens­bruchs, schwe­ren Land­frie­dens­bruchs und Wider­stands gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te steht eine Frei­heits­stra­fe von bis zu zwei Jah­ren im Raum. Nach einem Bericht des Lower Class Maga­zi­ne han­delt es sich um Men­schen, die durch eine Treib­jagd der Poli­zei teil­wei­se schwer ver­letzt wur­den. Sie sei­en von einem Bau­ge­rüst geschubst wor­den…” Arti­kel von Lina Leis­ten­schnei­der in der jun­gen Welt vom 27. Juli 2017 externer Link
  • An alle, die gegen die G20 auf der Stra­ße waren. Über die kol­lek­ti­ve Erfah­rung zehn­tau­sen­der Demons­tran­ten in Ham­burg
    “… Der Kampf um die Deu­tungs­ho­heit der Ereig­nis­se in Ham­burg ist ein Ver­such, uns unse­re Erfah­run­gen aus­zu­re­den. Er ist ein Angriff auf unse­re Erin­ne­rung, der uns an unser Wahr­heit zwei­feln lässt. Schwer aus­zu­hal­ten, wenn wir nicht ande­re haben, die mit uns in Ham­burg waren, die uns bestä­ti­gen kön­nen, dass nicht wir es sind, die ver­rückt sind. Gegen den Zwei­fel, lasst uns ver­trau­en: Die kol­lek­ti­ve Erfah­rung von Zehn­tau­sen­den, die wir waren, kann man nicht löschen. Wir haben eine Stadt im Aus­nah­me­zu­stand erlebt. Über­all Poli­zei in Kampf­mon­tur, gepan­zert, ver­mummt, gesichts­los, wie eine Armee impe­ria­ler Sturm­trup­pen. Die rie­si­gen Was­ser­wer­fer, unwirk­li­che, bedroh­li­che Maschi­nen zur Auf­stands­be­kämp­fung. Wir haben Gewalt erlebt, sind geschla­gen und getre­ten wor­den, hat­ten Pfef­fer­spray in den Augen. Man­chen wur­den die Kno­chen gebro­chen. Die meis­ten von uns sind wie­der auf­ge­stan­den und haben neue Demons­tra­tio­nen und Blo­cka­den gebil­det. Unser kol­lek­ti­ver Mut hat die Ohn­macht besiegt. (…) In vie­len Städ­ten fin­den jetzt Aus­wer­tungs­tref­fen statt. Geht dort hin. Ver­ar­bei­tet eure Erleb­nis­se nicht allei­ne. Ver­gesst die Gefan­ge­nen nicht. Schließt euch zusam­men gegen den Wahn­sinn der Welt. Ham­burg kann über­all sein, weil wir über­all sind. Wir sehen uns wie­der: auf der Stra­ße.” Gast­bei­trag von Emi­ly Laquer bei neu­es Deutsch­land vom 26. Juli 2017 externer Link (Emi­ly Laquer ist Spre­che­rin der Groß­de­mons­tra­ti­on »Gren­zen­lo­se Soli­da­ri­tät statt G20« und aktiv in der »Inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken« (IL).)
  • „Poli­zei­be­kann­te lin­ke Akti­vis­ten“: Umfang­rei­cher Daten­tausch zum G20-Gip­fel
    Für den G20-Gip­fel in Ham­burg haben BKA und Bun­des­po­li­zei von etli­chen Staa­ten Per­so­nen­da­ten erhal­ten. Womög­lich han­delt es sich dabei nicht um Anga­ben zu Straf­tä­te­rIn­nen, son­dern um Ver­dachts­da­tei­en zu ver­mu­te­ten „Extre­mis­ten“. Auch zur Straf­ver­fol­gung wer­den Daten getauscht…” Arti­kel von Mat­thi­as Mon­roy vom 26.07.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • G20, Ham­burg: Ein­satz von Gum­mi­ge­schos­sen und Zer­schla­gung der „Wel­co­me to Hell“-Demonstration 
    Wäh­rend des G20-Gip­fels in Ham­burg kam es zu mas­si­ver Poli­zei­ge­walt in unter­schied­li­chen For­men. Eine Form die­ser Gewalt, die bis­her erstaun­li­cher­wei­se öffent­lich noch nicht skan­da­li­siert wur­de, war der offen­sicht­lich rechts­wid­ri­ge Ein­satz von Gum­mi­ge­schos­sen durch die Poli­zei gegen Demonstrant*innen. In Bezug auf den äußerst bru­ta­len Angriff der Poli­zei auf die völ­lig fried­li­che Demons­tra­ti­on am Don­ners­tag, 06.07.17 ist nun ein plan­mäs­si­ges Vor­ge­hen der Poli­zei mit dem Ziel, mög­lichst vie­le Demonstrant*innen zu ver­let­zen, zu trau­ma­ti­sie­ren und ein­zu­schüch­tern, beleg­bar…” Pres­se­mit­tei­lung vom 26.07.2017 von und bei Initia­tiv­kreis gegen Poli­zei­ge­walt, Ber­lin externer Link
  • G20-Gip­fel: Euro­päi­scher Daten­tausch zur Kri­mi­na­li­sie­rung von lin­kem Akti­vis­mus
    “„Vor dem G20-Gip­fel in Ham­burg haben das Bun­des­kri­mi­nal­amt und die Bun­des­po­li­zei von zahl­rei­chen inter­na­tio­na­len Part­ner­be­hör­den Per­so­nen­da­ten ein­ge­sam­melt. Infor­ma­tio­nen kamen dabei sogar aus den USA. Die Anga­ben wur­den wohl dazu genutzt, Ein­rei­se­ver­bo­te aus­zu­spre­chen. Wie bei ver­gan­ge­nen Pro­test­ereig­nis­sen dürf­te dies in Tei­len rechts­wid­rig sein“, kri­ti­siert der euro­pa­po­li­ti­sche Spre­cher der Links­frak­ti­on Andrej Hun­ko. Das Bun­des­kri­mi­nal­amt hat mit 19 euro­päi­schen Län­dern sowie mit Kana­da und den USA Per­so­nen­da­ten über lin­ke Akti­vis­ten aus­ge­tauscht. Dabei wur­de das For­mat der „Poli­ce Working Group on Ter­ro­rism“ (PWGT) genutzt. Die PWGT ist ein infor­mel­les Netz­werk der Staats­schutz­be­hör­den aller EU-Mit­glieds­staa­ten, der Schweiz, Nor­we­gens und Islands. Es wur­de in den 70er Jah­ren zur Bekämp­fung bewaff­ne­ter lin­ker Grup­pen ins Leben geru­fen…” Pres­se­mit­tei­lun­gen von Andrej Hun­ko vom 25. Juli 2017 externer Link
  • »Man kann froh sein, dass es kei­ne Toten gab« – Zwei Demo-Sani­tä­ter im Gespräch über ihren Ein­satz bei den G20-Pro­tes­ten in Ham­burg
    Im Gespräch mit Moritz Wich­mann bei neu­es Deutsch­land vom 24. Juli 2017 externer Link berich­ten die bei­den Demo-Sani­tä­ter Eli­sa und Kiko: “… Der Ein­satz war auf alle Fäl­le anders, anders als alle Ein­sät­ze, die ich bis­her hat­te. Es war sehr anstren­gend, sowohl nerv­lich als auch kör­per­lich. (…) In Ham­burg ist vor­über­ge­hend viel medi­zi­ni­sche Infra­struk­tur ein­fach zusam­men­ge­bro­chen. (…) Bei Demos geht es klas­sisch um: Augen aus­spü­len nach Pfef­fer­spray-Ein­satz, Platz­wun­den, Schürf­wun­den, umge­knick­te Füße durch Hin­fal­len. Das gab es auch in Ham­burg. Wenn die Poli­zei fron­tal auf eine Men­schen­men­ge zurennt und rela­tiv ziel­los auf Leu­te ein­prü­gelt, kommt es auch zu Prel­lun­gen, Platz­wun­den, teil­wei­se auch zu Blu­tun­gen und Kno­chen­brü­chen. (…) Anders war das Trä­nen­gas. Das wird in Deutsch­land sel­ten ein­ge­setzt. Zudem gab es diver­se Knall­trau­ma­ta. Auch ein Mit­glied unse­rer Grup­pe war davon betrof­fen. Ich kann mich zum Bei­spiel nicht mehr an eine so geziel­te Mas­sen­pa­nik erin­nern, wie sie auf der »Wel­co­me to Hell«-Demo zu beob­ach­ten war. Dabei haben sehr vie­le Leu­te Prel­lun­gen und Quet­schun­gen erlit­ten, weil die Poli­zei mit Was­ser­wer­fern, Trä­nen­gas und mas­si­vem Schlag­stock­ein­satz in die Sei­te der Demo rein­ge­drückt hat – an einem Ort, wo es kei­nen Aus­weich­kor­ri­dor gab, außer eine Kai­mau­er hin­auf­zu­klet­tern. Dabei ist es zu Arm­brü­chen und Brust­korb­quet­schun­gen gekom­men. Das sind kei­ne schlim­men Ver­let­zun­gen, aber wenn dann eine Kreis­lauf­insta­bi­li­tät dazu­kommt, wird es lebens­be­droh­lich. Und wenn man dann als Sani­tä­ter 112 nicht mehr errei­chen kann, bekommt man Angst. Das war ein ganz, ganz ande­res Aus­maß als das, was wir aus Ber­lin ken­nen…” – ein gros­ser Dank an die Sanis!!!
  • Die Gewalt kommt nach Hau­se – abwei­chen­de Mei­nun­gen zum The­ma Ham­burg
    Das Bür­ger­tum ist scho­ckiert, die Pres­se ent­setzt. Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker aller Par­tei­en schüt­teln die Köp­fe und distan­zie­ren sich von der „sinn­lo­sen“ Gewalt, die in Ham­burg am Ran­de des G20 Gip­fels eska­lier­te. Sie tun das, als ob sie jemals einen Aus­bruch von Gewalt als sinn­voll aner­ken­nen wür­den. Mar­tin Schulz wei­gert sich den Ran­da­lie­ren­den und „maro­die­ren­den Ban­den“ das Links­sein anzu­er­ken­nen und tut dabei so, als ob er selbst noch irgend­et­was Lin­kes an sich hät­te. Die Repu­blik steht Kopf, weil ein paar Tau­send los­ge­zo­gen sind, bewaff­net mit nicht viel mehr als Stei­nen und Fla­schen und ein biss­chen Ben­zin gegen eine mili­tä­risch hoch­ge­rüs­te­te Poli­zei­ma­schi­ne­rie. Wor­auf man eigent­lich nur eines sagen müss­te: wenn es wirk­lich so ein­fach ist, mit so gerin­gen Mit­teln die Staats­macht zum Wan­ken zu brin­gen, dann ist das Ding mit der Revo­lu­ti­on offen­bar ein­fa­cher als wir den­ken. Doch so weit ist es wohl noch nicht. Lei­der. (…) Das Ohn­machts­ge­fühl im Ange­sicht die­ser hoch­ge­rüs­te­ten Arme­en, die abge­stellt waren ein paar Staa­ten­len­ker zu beschüt­zen, war über­wäl­ti­gend und stei­ger­te sich hin bis zur ohn­mäch­ti­gen Wut: Man woll­te die­sen Schwei­nen weh tun. Ganz ein­fach weh tun und wer nicht dabei war, weiß es ein­fach nicht und wer etwas ande­res sagt, war nicht dabei. Ganz Ham­burg hasst die Poli­zei – nie war die­ser Spruch wah­rer als in die­ser Nacht. Es war so eklig, sich so schwach zu füh­len, und es war klar – da muss­te noch was kom­men. (…) Nun geht er also los, der Kampf um die Deu­tungs­ho­heit der Ereig­nis­se des G20-Wochen­en­des und auch hier ste­hen wir einer geball­ten Über­macht gegen­über, die aus allen Pro­pa­gan­da­r­oh­ren schießt. Ganz vor­ne mit dabei, die alte Paro­le von „Links­ex­tre­mis­mus gleich Rechts­ex­tre­mis­mus“. Wer das grölt, hat den Unter­schied zwi­schen Autos anzün­den und ver­meint­li­che Aus­län­der durch die Stadt jagen noch immer nicht ver­stan­den und will den auch nicht ver­ste­hen. (…) Ob die­se Men­schen tag­täg­lich unterm Ter­ror des Arbeits­am­tes zu lei­den haben oder in den gesam­ten letz­ten Wochen vor G20 die Schi­ka­nen der Poli­zei ertra­gen muss­ten, spielt im Nor­mal­fall kei­ne Rol­le. Ob sie unter ihren Chefs knuf­fen müs­sen, ob sie nicht wis­sen wie sie die nächs­te Miet­erhö­hung bezah­len sol­len oder ob das Hartz IV reicht wird erst dann rele­vant, wenn das Auto im Arsch ist und sie als Beleg her­hal­ten dür­fen, dass der lin­ke Mob die fal­schen Zie­le aus­ge­wählt hat. (…) Das die plötz­lich mit­ma­chen bei so einem Gewalt­ex­zess, das ver­wun­dert Euch? Ein Wun­der ist es, dass so etwas nicht öfter pas­siert. Ein Wun­der ist es, dass da nicht mehr pas­siert ist. Ein Wun­der ist es, dass die meis­ten Men­schen die gan­ze Schei­ße so ruhig und gelas­sen und voll inne­rem Selbst­hass ertra­gen anstatt auf die Bar­ri­ka­den zu gehen und den Frust raus zu las­sen. (…) Die Vor­bo­ten der Apo­ka­lyp­se sind schon jetzt zu spü­ren. Ein Sys­tem wie das, in dem eini­ge Weni­ge präch­tig leben, vie­le so lala und sehr vie­le rich­tig beschis­sen, so ein Sys­tem wird sich weder weg­tan­zen noch weg­bas­sen las­sen. Die Mäch­ti­gen wer­den sich ihre Macht auch nicht aus der Hand dis­ku­tie­ren las­sen…” Bei­trag von Jens Ulf­kot­te vom 22. Juli 2017 beim Lower Class Maga­zi­ne externer Link
  • Der G20-Gip­fel, die Poli­zei und vie­le offe­ne Fra­gen 
    Nach dem Pro­test gegen den G20-Gip­fel ent­pup­pen sich vie­le Behaup­tun­gen der Poli­zei als falsch. Was ist in Ham­burg wirk­lich pas­siert? Gibt es eine neue Wel­le der Gewalt gegen die Poli­zei? Wie vie­le Ver­letz­te gab es? War die Poli­zei das Opfer einer nicht mehr beherrsch­ba­ren Situa­ti­on? Der Fak­ten­fin­der mit Info­gra­fik zum »G20-Pro­test« gibt Ant­wor­ten…” Fak­ten­fin­der von und bei Marx21 externer Link
  • G20: Schan­zen-Anwoh­ne­rin schil­dert Poli­zei-Schlä­ge
    “Die Dis­kus­si­on über die Aus­schrei­tun­gen beim G20-Gip­fel in Ham­burg läuft wei­ter. Am Mitt­woch befass­te sich der Innen­aus­schuss der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft stun­den­lang mit den Vor­komm­nis­sen. Auch die Fra­ge, ob die Poli­zei immer ver­hält­nis­mä­ßig gehan­delt hat, steht im Raum. Im Netz kur­sie­ren vie­le Vide­os und Augen­zeu­gen-Berich­te über Poli­zis­ten, die über­mä­ßi­ge Här­te und Gewalt ange­wen­det haben sol­len. NDR Info hat eine Frau getrof­fen, die sagt, Poli­zis­ten hät­ten sie ohne jeden Grund ver­prü­gelt…” Bei­trag von Eli­sa­beth Weydt vom 20. Juli 2017 bei NDR online externer LinkAudio Datei (Audio und Manu­skript)
  • Exklu­siv: Neo­na­zis geben Teil­nah­me an G20-Pro­tes­ten zu
    “… Die Gewalt­tä­ter hät­ten sich wie Neo­na­zis ver­hal­ten, sag­te Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­zié­re noch kurz nach den Kra­wal­len in Ham­burg am Ran­de des G20-Gip­fels. Gemeint waren damit die ver­meint­lich lin­ken Ran­da­lie­rer, die laut Ver­si­che­run­gen einen Sach­scha­den von rund zwölf Mil­lio­nen Euro ver­ur­sach­ten. Nun wird klar, dass sich tat­säch­lich Neo­na­zis unter die haupt­säch­lich eher lin­ken Demons­tran­ten gemischt haben. Thüringen24 lie­gen exklu­siv zwei Bestä­ti­gun­gen von rechts­ex­tre­men Grup­pen vor, dass ihre Mit­glie­der sich an den Anti-G20-Pro­tes­ten betei­ligt und zum Teil auch Sym­pa­thien für die gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen haben…” Bei­trag von Jan-Hen­rik Wie­be vom 19. Juli 2017 bei Thüringen24 externer Link
  • [19.7.17 in Ham­burg] Demo “Gip­fel der Het­ze – Gegen die auto­ri­tä­re For­mie­rung der Gesell­schaft” 
    Der G20 ist vor­bei und was bei uns bleibt, ist der Schre­cken über die öffent­li­chen Reak­tio­nen auf Pro­tes­te, Aus­schrei­tun­gen im Schan­zen­vier­tel und Gewalt sei­tens der Poli­zei. Im Nach­klapp offen­bart sich eine auto­ri­tä­re For­mie­rung der Gesell­schaft, die sich im Inter­net in Gewalt­fan­ta­sien gegen­über ver­meint­li­chen ‘Links­ex­tre­mis­ten‘, auf der Regie­rungs­bank als ver­ba­le Aus­he­be­lung der rechts­staat­li­chen Gewal­ten­tei­lung und auf der Stra­ße als spon­ta­ne Mas­sen­mo­bi­li­sie­rung zum Wie­der­auf­bau der ‘kriegs­zer­stör­ten’ Schan­ze zeigt. Gemein­sa­mes Moment ist die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Staats­ge­walt, die jedes Zei­chen des Wider­stands bestra­fen, unter­drü­cken und wie­der aus­lö­schen muss. Die­se Hal­tung kul­mi­niert in dem Slo­gan ‘Dan­ke Poli­zei!’, unter dem in der letz­ten Woche völ­lig unkri­tisch Unter­stüt­zung von vie­len Politiker_​innen, aber auch ganz nor­ma­len Bürger_​innen bekun­det wur­de. (…) Wir wer­den uns die­ser absur­den Hetz­jagd ent­ge­gen­stel­len! Gegen die auto­ri­tä­re For­mie­rung der Gesell­schaft! Dud­de muss weg, gegen Poli­zei­ge­walt und Repres­si­on! Hän­de weg von der Roten Flo­ra, dem Gän­ge­vier­tel und allen ande­ren ange­grif­fe­nen Pro­jek­ten!Aus dem Auf­ruf zur Demo externer Link am 19. Juli ab 16:30 Uhr am Hachmannplatz/​HBF in Ham­burg: Auto­ri­tä­rer Back­lash, Poli­zei­ge­walt fei­ern, Flo­ra schlie­ßen, Schan­ze put­zen? Nicht mit uns!
  • Chef­du­zen goes G20
    Wir haben uns vor­be­rei­tet und woll­ten bei den G20 Pro­tes­ten uns mit Ver­an­stal­tun­gen und Dis­kus­sio­nen (in einem eige­nen Café­zelt) mit dem Gip­fel und mit Alter­na­ti­ven zur herr­schen­den Poli­tik inhalt­lich aus­ein­an­der­set­zen. Das ist von den Behör­den unter­bun­den wor­den. Wir sind ent­setzt, wie sehr Demo­kra­tie und Bür­ger­rech­te hier­zu­lan­de zur Dis­po­si­ti­on gestellt wer­den, wie Grund­rech­te im Rah­men des G20 Gip­fels von Poli­tik und Pol­zei mit Füßen getre­ten wur­den und wie sehr die Medi­en ver­sag­ten, die­sen Ten­den­zen als “4. Gewalt” mutig ent­ge­gen­zu­tre­ten. Die Domi­nanz der Kra­wall­bil­der in den Ver­öf­fent­li­chun­gen, wirk­te eher wie eine sym­pa­thi­se­ren­den Orches­trie­rung des Demo­kra­tie­ab­baus. Wir haben in der Chef­du­zen­re­dak­ti­on län­ger dis­ku­tiert, wie wir auf die­se Situa­ti­on reagie­ren sol­len und haben uns zu fol­gen­der Stel­lung­nah­me ent­schie­den…” Stel­lung­nah­me vom 18.7.2017 von und bei Chef­du­zen externer Link
  • G20: Son­der­ein­satz­kom­man­do ziel­te auf Sani­tä­ter. Ehren­amt­li­che medi­zi­ni­sche Hel­fer nach Poli­zei­ein­satz in Ham­burg trau­ma­ti­siert
    “»Das Spiel ist jetzt vor­bei«, rufen die Mit­glie­der des Son­der­ein­satz­kom­man­dos, als sie ihre Maschi­nen­ge­weh­re auf die Sani­tä­ter rich­ten. Sie hal­ten die grü­nen Laser­ziel­hil­fen auf die Ober­kör­per von meh­re­ren Men­schen, die im Trep­pen­haus vor ihnen kau­ern. Sie sind durch ihre Leib­chen klar als Sani­tä­ter erkenn­bar, ste­hen nun aber mit erho­be­nen Hän­den da und müs­sen sich kurz dar­auf durch­su­chen las­sen. Dane­ben: Ein schwer ver­letz­ter Demons­trant, mit lau­fen­der Infu­si­on. Die­se Sze­ne wird in einer Mit­tei­lung der Grup­pe »Riot Medi­cs Ber­lin« beschrie­ben…” Arti­kel von Moritz Wich­mann vom 16.07.2017 beim ND online externer Link
  • Bilanz der G20-Pro­tes­te: ›Feind­bild Demons­trant‹ 
    Wäh­rend der G20-Pro­tes­te in der ver­gan­ge­nen Woche haben staat­li­che Stel­len sys­te­ma­tisch Grund­rech­te ver­letzt und rechts­staat­li­che Prin­zi­pi­en außer Kraft gesetzt. Eine ers­te Bilanz offen­bart mit eini­gen Tagen Abstand in der Sum­me, die weit­ge­hen­de Miss­ach­tung von Bürger*innenrechten bei gleich­zei­ti­ger Domi­nanz repres­si­ven poli­zei­li­chen Han­delns. Es bedarf daher einer rück­halt­lo­sen und genau­en Auf­klä­rung aller Sach­ver­hal­te. (…) Gleich­zei­tig ist es uner­träg­lich, wie Poli­tik und Poli­zei im Nach­hin­ein mit dem Gesche­hen umge­hen: Statt einer offe­nen und selbst­kri­ti­schen Auf­ar­bei­tung des schon im Grund­satz auto­ri­tär-repres­si­ven Vor­ge­hens gegen die Pro­tes­te und der Gewalt­ex­zes­se man­cher Poli­zei­ein­hei­ten, fin­det reflex­ar­tig eine bedin­gungs­lo­se Ver­tei­di­gung und gar Glo­ri­fi­zie­rung der Poli­zei­ar­beit statt. Die voll­stän­di­ge Abwe­sen­heit einer Feh­ler­kul­tur bestä­tigt nicht nur die Polizist*innen in ihrem rechts­wid­ri­gen und straf­ba­ren Vor­ge­hen. Das nun fak­tisch bestehen­de Ver­bot, Kri­tik an der Poli­zei zu üben, die als Exe­ku­tiv­in­stanz das Gewalt­mo­no­pol aus­übt, setzt auch einen zen­tra­len Grund­satz des Rechts­staats außer Kraft: Wer beson­de­re Befug­nis­se zum Gewalt­ein­satz hat, muss durch die Gesell­schaft und die ande­ren Gewal­ten per­ma­nent und inten­siv kon­trol­liert sein. Alles ande­re ist der Weg in den Obrig­keits­staat…” Pres­se­mit­tei­lung des Anwalt­li­chen Not­diens­tes zum G20 in Ham­burg vom 14. Juli 2017 externer Link
  • Wäh­rend der G20-Pro­tes­te wur­den weni­ger Poli­zis­ten ver­letzt, als die Poli­zei behaup­tet 
    “… Von den offi­zi­ell 476 bei G20 ver­letz­ten Poli­zis­ten wur­den deut­lich weni­ger Beam­te wäh­rend der Pro­tes­te ver­letzt, als bis­her ange­nom­men. Mehr als die Hälf­te der Ver­let­zun­gen mel­de­ten die Poli­zis­ten schon vor den Pro­tes­ten. Das geht aus Anfra­gen von Buz­z­Feed News an alle 16 Lan­des­po­li­zei­be­hör­den und die Bun­des­po­li­zei her­vor. Zudem sind etli­che Ver­let­zun­gen nicht auf die Demons­tran­ten zurück­zu­füh­ren. So zähl­te die Poli­zei zum Bei­spiel Kreis­lauf­pro­ble­me eben­falls zu den gemel­de­ten Ver­let­zun­gen. Die aller­meis­ten Poli­zis­ten konn­ten spä­tes­tens am nächs­ten Tag wie­der am Ein­satz teil­neh­men, häu­fig auch deut­lich eher. (…) Mehr als 95 Pro­zent der als ver­letzt erfass­ten Poli­zis­ten konn­ten bereits nach kur­zer Behand­lung vor Ort wie­der wei­ter arbei­ten, zei­gen die Recher­chen von Buz­z­Feed News. Von den 476 gemel­de­ten Poli­zis­ten wur­den ins­ge­samt 21 Beam­te so ver­letzt, dass sie auch noch am Fol­ge­tag oder län­ger nicht ein­satz­taug­lich waren. Offi­zi­ell als schwer ver­letzt gel­ten zwei Beam­te der Bun­des­po­li­zei. Die 16 Bun­des­län­der mel­de­ten auf Anfra­ge kei­ne schwer ver­letz­ten Poli­zis­ten…” Bei­trag von Mar­cus Engert vom 14. Juli 2017 bei den Buz­z­Feed­News externer Link
  • 44 Straf­an­zei­gen gegen Poli­zis­ten nach G‑20-Ein­satz 
    “… Chris­toph Lührs von der Ham­bur­ger Innen­be­hör­de hat­te der WELT Frei­tag­vor­mit­tag 35 lau­fen­de Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Poli­zei­be­diens­te­te bestä­tigt. Er ging davon aus, dass die Zahl wei­ter stei­gen wer­de. In 27 der 35 von der Inne­be­hör­de bestä­tig­ten Fäl­le gehe es um Kör­per­ver­let­zung im Amt. Von die­sen 35 Fäl­len basie­ren 28 auf Straf­an­zei­gen von Drit­ten. Die rest­li­chen sie­ben Ver­fah­ren wur­den von Amts wegen durch das Dezer­nat Inter­ne Ermitt­lun­gen (D.I.E.) ein­ge­lei­tet, dar­un­ter vier Fäl­le wegen Kör­per­ver­let­zung im Amt. Für die Ver­fol­gung der Ermitt­lungs­ver­fah­ren ist in allen Fäl­len das D.I.E. zustän­dig. Zu den neun nun hin­zu­ge­kom­me­nen Fäl­len gibt es bis­her kei­ne wei­te­ren Details. Beim Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg haben unter­des­sen zwei Anti-G-20-Demons­tran­ten Kla­ge gegen Poli­zei­maß­nah­men ein­ge­reicht. Einer der Klä­ger fech­te sei­ne Inge­wahrsam­nah­me in der Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le im Stadt­teil Har­burg an. Die zwei­te Kla­ge rich­te sich laut einer Gerichts­spre­che­rin gegen ein Auf­ent­halts­ver­bot, das wäh­rend des Gip­fels von der Poli­zei aus­ge­spro­chen wur­de…” Arti­kel von Chris­ti­na Brau­se vom 14.7.2017 bei der Welt online externer Link
  • Ham­bur­ger Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le: Rech­te von in Gewahr­sam Genom­me­nen und Rechts­an­wäl­ten sys­te­ma­tisch ver­letzt 
    Ham­bur­ger Jus­tiz und Poli­zei haben in der Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le (GeSa) in Ham­burg-Har­burg sys­te­ma­tisch die Rech­te von in Gewahr­sam Genom­me­nen und Rechts­an­wäl­ten ver­letzt
    Repu­bli­ka­ni­scher Anwäl­tin­nen- und Anwäl­te­ver­ein for­dert umfas­sen­de Unter­su­chung der Grund­rechts­ver­let­zun­gen in der Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le und Kon­se­quen­zen bei Poli­zei, Jus­tiz und poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen. (…) Kon­kret bedeu­te­te dies, dass mehr als 100 Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in 24-Stun­den-Schich­ten in der Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le (GeSa) in Ham­burg-Har­burg prä­sent waren. Ins­ge­samt wur­den mehr als 250 Per­so­nen betreut. »Wir sind bei dem Ver­such, von der Poli­zei in Gewahr­sam genom­me­ne Per­so­nen recht­li­chen Bei­stand zu leis­ten, blo­ckiert, beschimpft und phy­sisch atta­ckiert wor­den«, kri­ti­siert Rechts­an­walt Lino Peters vom AND. »Dass hier rechts­staat­li­che Prin­zi­pi­en über vier Tage will­kür­lich außer Kraft gesetzt wer­den konn­ten, muss per­so­nel­le und poli­ti­sche Kon­se­quen­zen bei den Ver­ant­wort­li­chen nach sich zie­hen«, so Rechts­an­wäl­tin Danie­la Hödl. Die nach­fol­gen­den Vor­fäl­le zei­gen eini­ge der Rechts­ver­stö­ße exem­pla­risch auf
    …” Pres­se­mit­tei­lung des RAV vom 14.07.2017 externer Link
  • [wei­te­re] Doku der Poli­zei-Bru­ta­li­tä­ten beim G20-Tref­fen
    Auf der Akti­ons­sei­te mit dem Namen Poli­ce Bru­ta­li­ty at G20 sum­mit externer Link (Poli­zei-Bru­ta­li­tä­ten beim G20-Tref­fen) wer­den doku­men­tier­te Fäl­le von Poli­zei­ge­walt mit den jewei­li­gen Bele­gen zusam­men­ge­stellt
  • Die Schuld der ande­ren
    “Für Ran­da­le gibt es kei­ne Recht­fer­ti­gung? Rich­tig. Nur sind die G20 selbst orga­ni­sier­te Gewalt. Deutsch­land hat einen neu­en Staats­feind Num­mer eins: den Links­ter­ro­ris­ten. Akti­vist oder Ran­da­lie­rer, selbst Gewalt­tä­ter genügt nicht. Es muss schon der Links­ter­ro­rist sein. Der Links­ter­ro­rist konn­te Ham­burg in Schutt und Asche legen, so geht das neue Nar­ra­tiv wei­ter, weil sich Poli­tik und Öffent­lich­keit in der Ver­gan­gen­heit viel zu sehr auf die rech­te Gewalt kon­zen­triert hät­ten. Nun aber, nach dem G20-Gip­fel, wird drin­gend ein Kurs­wech­sel ver­langt. (…) Wer nun unbe­dingt rech­te mit lin­ker Gewalt ver­glei­chen will, muss zur Kennt­nis neh­men, dass seit 1990 in Deutsch­land – je nach Quel­le – zwi­schen 80 und 180 Men­schen durch rech­te Gewalt den Tod fan­den. Über Todes­op­fer lin­ker Gewalt gibt es in die­sem Zeit­raum kei­ne Infor­ma­tio­nen. (…) Die Gewalt­de­mons­tran­ten haben Autos ange­zün­det. Das ist eine Straf­tat. Vor­stell­bar wäre noch der Hin­weis, dass die Besit­zer die­ser Autos, die sich unschul­dig und unbe­tei­ligt wäh­nen, plötz­lich dar­an erin­nert wer­den, dass sie bei­des eben nicht sind – unschul­dig und unbe­tei­ligt. Denn das Auto, das eine Fami­lie in Ham­burg-Otten­sen gekauft und bezahlt hat und das da am Wochen­en­de ange­zün­det wur­de, ist sel­ber kein wert­neu­tra­ler Gegen­stand, son­dern ein poli­ti­sches Objekt. Es besteht aus Roh­stof­fen, die unter den Terms of Tra­de einer von den G20 beherrsch­ten Welt geför­dert und gehan­delt wur­den: Kup­fer aus Chi­le, Bau­xit aus Gui­nea oder Sel­te­ne Erden aus Chi­na – geschürft, trans­por­tiert, ver­ar­bei­tet unter Bedin­gun­gen, die man mit gutem Gewis­sen weder den Men­schen noch dem Pla­ne­ten zumu­ten kann. Aber die Fami­lie aus Otten­sen hat kein schlech­tes Gewis­sen. Wir alle haben kein schlech­tes Gewis­sen. Wir erken­nen die Gewalt nicht, die wir sel­ber aus­üben. Nur die, die wir sel­ber erfah­ren.” Bei­trag von Jakob Aug­stein vom 13. Juli 2017 beim Frei­tag online externer Link
  • Häu­ser­kampf zum G20: Spe­zi­al­ein­hei­ten hät­ten schie­ßen dür­fen
    “… Den im Ham­bur­ger Schan­zen­vier­tel ein­ge­setz­ten Spe­zi­al­ein­satz­kom­man­dos (SEK) wur­de die Frei­ga­be für den Ein­satz von Schuss­waf­fen erteilt. Dies hat der Kom­man­do­füh­rer des säch­si­schen SEK, Sven Mewes, der dpa heu­te in einem Inter­view bestä­tigt. Die Ein­heit habe hier­von zwar kei­nen Gebrauch gemacht, jedoch sei­en Türen mit­tels Schuss­waf­fen “mit spe­zi­el­ler Muni­ti­on” geöff­net wor­den. (…) “Gefühls­mä­ßig” sei der Ein­satz im Schan­zen­vier­tel laut dem säch­si­schen SEK-Chef kein Vor­ge­hen gegen Demons­tran­ten, “son­dern gegen Rechts­bre­cher, mög­li­che Ver­bre­cher” gewe­sen. Mit auto­ma­ti­schen Waf­fen im Anschlag wur­den nach Zeu­gen­aus­sa­gen aber auch Demo­sa­ni­tä­ter und Jour­na­lis­ten sowie Umste­hen­de bedroht…” Bei­trag von Mat­thi­as Mon­roy vom 13. Juli 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • Was die Gewalt bei den G‑20-Pro­tes­ten ver­drängt: Weit über Hun­dert­tau­send kamen zu Gegen­gip­fel und Mas­sen­pro­tes­ten. Auch ihre For­de­run­gen und Vor­schlä­ge fal­len den Kra­wal­len zum Opfer
    “Wäh­rend des G‑20-Gip­fels in Ham­burg gab es umfang­rei­che und viel­fäl­ti­ge Pro­tes­te. Doch in vie­len Medi­en waren und sind nur die in Dau­er­schlei­fe gesetz­ten Bil­der einer bra­chia­len Gewalt zu sehen, die scho­ckiert, die auf­ge­ar­bei­tet und vor allem auf­ge­klärt wer­den muss. Die­se Bil­der len­ken aber auch von dem fried­li­chen Pro­test und Enga­ge­ment hun­dert­tau­sen­der Men­schen ab, der sich vier Tage lang eben­so gegen die Poli­tik der G‑20-Staa­ten gestellt haben wie gegen die Gewalt, die von deren Regie­run­gen aus­geht. Als “par­la­men­ta­ri­sche Beob­ach­te­rin” konn­te ich wäh­rend der Pro­tes­te in der Han­se­stadt zahl­rei­che Akti­vi­tä­ten und poli­ti­sche Dis­kus­sio­nen mit­ver­fol­gen. Völ­lig aus der media­len Bericht­erstat­tung fiel ein zwei­tä­gi­ger, inter­na­tio­nal besetz­ter “Gip­fel der Soli­da­ri­tät”, der auf zwölf Podi­en und über 70 Work­shops mit Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, Akti­vis­tIn­nen und Poli­ti­ke­rIn­nen aus über 20 Län­dern die Kri­tik an der herr­schen­den Poli­tik der G20 erör­ter­te und über Alter­na­ti­ven und Stra­te­gien zur Durch­set­zung einer soli­da­ri­schen Welt­ord­nung dis­ku­tier­te. Die G20 ver­tei­di­ge ein Sys­tem, das die sozia­le Ungleich­heit auf die Spit­ze treibt. Der stets über­füll­te Kamp­na­gel-Saal, ein ehe­ma­li­ges Indus­trie­ge­bäu­de in Ham­burg-Win­ter­hu­de, war ein Zei­chen der ernst­haf­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit den glo­ba­len Pro­ble­men von Krieg, Kli­ma­zer­stö­rung, aus­beu­te­ri­schen Han­dels­struk­tu­ren oder Migra­ti­on als Aus­druck der sich ver­schär­fen­den Kri­se des Kapi­ta­lis­mus. (…) Ein Höhe­punkt für mich war die ein­drück­li­che Auf­takt­re­de der 92-jäh­ri­gen Ausch­witz-Über­le­ben­den Esther Beja­ra­no an den Deich­hal­len. Beje­ra­no wand­te sich mit fes­ter Stim­me, an den Ers­ten Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz: “Wo ist denn die han­sea­ti­sche Gast­freund­lich­keit geblie­ben, wenn jun­ge Men­schen nicht ein­mal mehr das Schla­fen, das Essen, das Waschen in Camps erlaubt wird? Die Bot­schaft ist ein­deu­tig: Für Euch ist kein Platz!” Gast­kom­men­tar von Hei­ke Hän­sel vom 13. Juli 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • Die rebel­li­sche Hoff­nung von Ham­burg – Eine ers­te, vor­läu­fi­ge Bilanz der Inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken
    “Sagen wir zuerst das Aller­wich­tigs­te: Ham­burg befand sich nicht nur eine Woche im poli­zei­li­chen Aus­nah­me­zu­stand, der uns eine War­nung sein soll­te. Nein, eben­so wich­tig: Zehn­tau­sen­de haben ihm getrotzt. (…) Am Ende tra­ten gezähl­te 76.000 Men­schen gegen eine Welt der Angst ein. Sie waren dem gemein­sa­men Auf­ruf zur Demons­tra­ti­on gefolgt. (…) Ja, zu den Bil­dern des Wider­stands gehö­ren auch jene, bei denen Men­schen der Kra­gen geplatzt ist, bei denen sie sich gewehrt haben – und bei denen die­se Gegen­wehr umschlug in Aktio­nen, die sich nicht mehr gegen den Gip­fel oder die Staats­macht, son­dern auch gegen Anwohner_​innen und Geschäf­te rich­te­te. Es waren nicht unse­re Aktio­nen. (…) Wir haben schon vor­her gesagt, dass wir uns nicht distan­zie­ren wer­den und dass wir nicht ver­ges­sen wer­den, auf wel­cher Sei­te wir ste­hen. Wir stim­men nicht in den Chor derer ein, die jetzt von „Straf­tä­tern“ reden und die Mischung aus orga­ni­sier­ten Mili­tan­ten und zor­ni­gen Jugend­li­chen in die Nähe von Neo­na­zis rücken. Die Unter­bre­chung und Zurück­wei­sung ihrer Ord­nung, die in den Aktio­nen lag, auch wenn wir sie in den For­men und den Zie­len viel­fach falsch fin­den, hat unser Ver­ständ­nis. Soweit die Aktio­nen von orga­ni­sier­ten Grup­pen aus­gin­gen, fin­den wir es pro­ble­ma­tisch, dass sie dafür kei­ne poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung über­neh­men, son­dern es ande­ren poli­ti­schen Spek­tren über­las­sen, mit, für und über sie zu reden. Über das poli­ti­sche Kon­zept des Insur­rek­tio­na­lis­mus wird kri­tisch zu reden sein, das zwar den Hun­ger nach Rebel­li­on bedient, aber von dem eben kei­ne Hoff­nung und kei­ne Soli­da­ri­tät aus­geht…” Stel­lung­nah­me und Bilanz vom 12. Juli 2017 von und bei der der Inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken externer Link
  • Drei Tage Cha­os in Ham­burg
    Vom Vor­abend des G20-Gip­fels bis zu sei­nem Ende muss­te Ham­burg drei schwe­re Tage durch­ste­hen: immer wie­der Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Demons­tran­ten und Poli­zei, hef­ti­ge Kra­wal­le, Autos gehen in Flam­men auf, über meh­re­re Stun­den ver­liert die Poli­zei die Kon­trol­le über einen Stadt­teil, das Schan­zen­vier­tel. Wie konn­te es dazu kom­men? Wer sind die Täter? Und wer trägt die Ver­ant­wor­tung? Es sind noch vie­le Fra­gen offen. Repor­ter von NDR und “Süd­deut­sche Zei­tung” (SZ) konn­ten nun Noti­zen von Poli­zis­ten ein­se­hen und haben mit Anwoh­nern, wei­te­ren Augen­zeu­gen und mut­maß­li­chen Ran­da­lie­rern gespro­chen. So wird kla­rer, was sich tat­säch­lich in die­sen Tagen in Ham­burg ereig­net hat…” Text und Video des Bei­trags vom 12.07.2017 beim NDR externer Link von Tho­mas Berb­ner, Jan Lie­bold, Georg Mas­co­lo, Chris­ti­an Baars
  • Geschäfts­trei­ben­de aus dem Schan­zen­vier­tel berich­ten: Stel­lung­nah­me zu den Ereig­nis­sen vom Wochen­en­de
    Wir, eini­ge Geschäfts- und Gewer­be­trei­ben­de des Ham­bur­ger Schan­zen­vier­tels, sehen uns genö­tigt, in Anbe­tracht der Bericht­erstat­tung und des öffent­li­chen Dis­kur­ses, unse­re Sicht der Ereig­nis­se zu den Aus­schrei­tun­gen im Zuge des G20-Gip­fels zu schil­dern. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tob­te eine Men­ge für Stun­den auf der Stra­ße, plün­der­te eini­ge Läden, bei vie­len ande­ren gin­gen die Schei­ben zu Bruch, es wur­den bren­nen­de Bar­ri­ka­den errich­tet und mit der Poli­zei gerun­gen. Uns fällt es in Anbe­tracht der Wahl­lo­sig­keit der Zer­stö­rung schwer, dar­in die Arti­ku­la­ti­on einer poli­ti­schen Über­zeu­gung zu erken­nen, noch viel weni­ger die Idee einer neu­en, bes­se­ren Welt. (…) Aber die Kom­ple­xi­tät der Dyna­mik, die sich in die­ser Nacht hier Bahn gebro­chen hat, sehen wir weder in den Medi­en noch bei der Poli­zei oder im öffent­li­chen Dis­kurs ange­mes­sen reflek­tiert. Ja, wir haben direkt gese­hen, wie Schei­ben zer­bars­ten, Park­au­to­ma­ten her­aus­ge­ris­sen, Bank­au­to­ma­ten zer­schla­gen, Stra­ßen­schil­der abge­bro­chen und das Pflas­ter auf­ge­ris­sen wur­de. Wir haben aber auch gese­hen, wie vie­le Tage in Fol­ge völ­lig unver­hält­nis­mä­ßig bei jeder Klei­nig­keit der Was­ser­wer­fer zum Ein­satz kam. Wie Men­schen von uni­for­mier­ten und behelm­ten Beam­ten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahr­rad geschla­gen wur­den. Tage­lang. (…) Der weit grö­ße­re Teil waren erleb­nis­hung­ri­ge Jugend­li­che sowie Voy­eu­re und Par­ty­volk, denen wir eher auf dem Schla­ger­mo­ve, beim Fuß­ball­spiel oder Bushi­do-Kon­zert über den Weg lau­fen wür­den als auf einer links­ra­di­ka­len Demo. Es waren betrun­ke­ne jun­ge Män­ner, die wir auf dem Bau­ge­rüst sahen, die mit Fla­schen war­fen – hier­bei von einem geplan­ten „Hin­ter­halt“ und Bedro­hung für Leib und Leben der Beam­ten zu spre­chen, ist für uns nicht nach­voll­zieh­bar. (…) Es sind zwar apo­ka­lyp­ti­sche, dunk­le, ruß­ge­schwärz­te Bil­der aus unse­rem Vier­tel, die um die Welt gin­gen. Von der Rea­li­tät eines Bür­ger­kriegs waren wir aber weit ent­fernt. Anstatt wei­ter an der Hys­te­rie­schrau­be zu dre­hen soll­te jetzt Beson­nen­heit und Refle­xi­on Ein­zug in die Dis­kus­si­on hal­ten. (…) Wir hat­ten als Anwoh­ner mehr Angst vor den mit Maschi­nen­ge­weh­ren auf unse­re Nach­barn zie­len­den bewaff­ne­ten Spe­zi­al­ein­hei­ten als vor den alko­ho­li­sier­ten Halb­star­ken, die sich ges­tern hier aus­ge­tobt haben. Die sind dumm, läs­tig und schla­gen hier Schei­ben ein, erschie­ßen dich aber im Zwei­fels­fall nicht…” Stel­lung­nah­me vom 12.7.2017 auf der Frat­ze­buch-Sei­te eines der Geschäf­te externer Link
    • Anwoh­ner über G20-Kra­wal­le: „Mit den Kids ging die Ran­da­le los“
      Haben Auto­no­me das Ham­bur­ger Schan­zen­vier­tel ver­wüs­tet? Ein Anwoh­ner sagt, die Ran­da­le ging von Gaf­fern aus, wäh­rend die Poli­zei ein­ge­schüch­tert wirk­te…” Inter­view von Male­ne Gür­gen vom 14.7.2017 bei der taz online mit Alva­ro Piña Otey externer Link, Geschäfts­füh­rer der Can­ti­na Popu­lar, die auf dem Schul­ter­blatt süd­ame­ri­ka­ni­sche Küche anbie­tet
  • G20 Doku – Der Gip­fel der Poli­zei­ge­walt 
    “… Gesucht wer­den vor allem Links zu Quel­len, auf denen mut­maß­lich rechts­wid­ri­ge Poli­zei­ge­walt gegen Demons­trie­ren­de zu sehen ist. Es kann sich hier­bei um Video­auf­nah­men, Fotos aber auch Augen­zeu­gen­be­rich­te han­deln. Außer­dem suchen wir Quel­len, die Über­grif­fe und/​oder Behin­de­run­gen von Anwält/​innen, Demo-Beob­ach­ter/in­nen und Vertreter/​innen der Pres­se zei­gen. (…) Wir sind eine Grup­pe von Men­schen, die gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg pro­tes­tiert haben. Wir sind alle der Ansicht, dass der G20-Gip­fel eine völ­lig neue Dimen­si­on in Sachen Ver­let­zung von Grund­rech­ten und rechts­wid­ri­ger Poli­zei­ge­walt dar­stellt. So etwas war in Deutsch­land in den letz­ten Jah­ren, auch beim G8-Gip­fel in Hei­li­gen­damm, nicht zu beob­ach­ten. Besorgt um die Grund­rech­te und um den Zustand der Demo­kra­tie haben wir uns ent­schlos­sen, die unzäh­li­gen Mate­ria­li­en zu doku­men­tie­ren, zu kate­go­ri­sie­ren und zu ver­schlag­wor­ten. Wir wol­len damit das Aus­maß der Über­grif­fe zei­gen und unse­ren Bei­trag für die Auf­klä­rungs­ar­beit rund um den G20-Gip­fel zu leis­ten. Die­se Sei­te wird fort­lau­fend aktua­li­siert. Das was bis­lang hier doku­men­tiert ist, ist erst der Anfang…” Sie­he und unter­stüt­ze die G20-Doku-Site externer Link mit den Kate­go­rien Poli­zei­ge­walt, Pres­se­frei­heit und Legal Team
  • je suis autoMarc-Uwe Kling – Der Unter­schied
    “„Ob Links- oder Rechts­ter­ro­ris­mus – da sehe ich kei­nen Unter­schied“
    „Doch, doch“, ruft das Kän­gu­ru, „die einen zün­den Aus­län­der an, die ande­ren Autos. Und Autos sind schlim­mer, denn es hät­te mei­nes sein kön­nen. Aus­län­der besit­ze ich kei­ne
    .“
    Aus “Die Kän­ge­ru-Offen­ba­rung” von Marc-Uwe Kling, vor­ge­le­sen auf you­tube externer Link
  • Zum Riot im Schan­zen­vier­tel. Nicht distan­zie­ren!
    “… Ist der Riot auch das, womit man sich nicht iden­ti­fi­zie­ren kann, so ist es doch falsch, sich von ihm zu distan­zie­ren. Denn er ent­hält etwas, was über ihn hin­aus geht und zu ver­tei­di­gen ist. Die­je­ni­gen, die heu­te glau­ben, die Distan­zie­rung erzwin­gen zu kön­nen, spie­len falsch. Der Riot ist in sei­ner anar­chis­ti­schen Erup­ti­on zum einen sicher Abbild der ande­ren Sei­te der Medail­le, die als »frei­er, sich selbst regu­lie­ren­der Markt« hoch­ge­hal­ten wird und jene bar­ba­ri­sche Welt pro­du­ziert hat, in der wir heu­te leben, auch wenn das in den nörd­li­chen Metro­po­len der Welt, die den größ­ten Anteil an Aus­beu­tung von Men­schen und Natur in sich hin­ein­sau­gen, noch mit hier­ar­chi­sier­tem Luxus ver­packt wird…” Aus dem Bei­trag von Karl-Heinz Dell­wo vom 10. Juli 2017 bei #NoG20 2017 externer Link
  • Wir haben die­sen G‑20-Gip­fel ver­dient – Fast schei­nen wir froh, über sinn­lo­se Gewalt und nicht über kom­pli­zier­te Poli­tik reden zu müs­sen.
    “Bin ich froh, dass es vor­bei ist. Ich konn­te es schon lan­ge nicht mehr sehen, die Bil­der, die Gewalt, die Empö­rung, mehr Gewalt. Auf allen Kanä­len, Titel­sei­ten, Time­li­ne. Die­ser gan­ze jäm­mer­li­che Pro­test-Por­no: Feu­er und Rauch, Ton, Stei­ne, Scher­ben. Eine Kata­stro­phe. Die wir als Gesell­schaft lei­der nicht anders ver­dient haben. Denn der G‑20-Gip­fel ist ein Mus­ter­bei­spiel für die schwar­ze Magie kogni­ti­ver Dis­so­nanz: Welt­po­li­tik kann kom­plex, inhu­man, unge­recht sein. Ein teu­res Tref­fen von Regie­rungs­chefs und Des­po­ten ist des­halb eine zyni­sche Show. Doch statt sich die­ser schmerz­haf­ten Wahr­heit zu stel­len, schmei­ßen die einen Stei­ne – und die ande­ren ste­hen kopf­schüt­telnd dane­ben. Danach strei­ten alle. Der schwar­ze Block hat Recht mit sei­nem: „Erst wenn’s kracht, schaut ihr hin“. Fast schei­nen jetzt alle froh, dass sie über die sinn­lo­se Gewalt und nicht über Gerech­tig­keit, Glo­ba­li­sie­rung, Afri­ka, Migra­ti­on, Kli­ma und das gan­ze kom­pli­zier­te Zeug reden müs­sen. (…) Für Ham­burg ist der Wahn­sinn vor­bei. Für die Welt geht er wei­ter. Sel­ber schuld.” Kom­men­tar von Frie­de­mann Karig vom 10. Juli 2017 bei jetzt​.de, Part­ner der Süd­deut­schen Zei­tung externer Link
  • Meh­re­re Rechts­brü­che der Poli­zei bei G20
    G20 ist vor­bei und Wel­len der Empö­rung bre­chen nun über Ham­burg und Deutsch­land her­ein. Gewalt und Eska­la­ti­on rund um das Gip­fel­tref­fen domi­nie­ren die Medi­en, wäh­rend die Inhal­te des G20-Tref­fens in den Hin­ter­grund gera­ten. Wie konn­te es zu sol­chen extre­men Aus­schrei­tun­gen kom­men? Vie­le geben dem links­ra­di­ka­len Spek­trum die Schuld für das Cha­os, aber die Kri­tik an den über­trie­be­nen Poli­zei­ein­sät­zen ist fast noch lau­ter. Auch der Anwalt­li­che Not­dienst des Repu­bli­ka­ni­schen Anwäl­tin­nen- und Anwäl­te­ver­eins war schließt sich die­ser Kri­tik an. Wir haben mit der Rechts­an­wäl­tin Gabrie­le Hein­ecke gespro­chen, die sich live vor Ort ein eige­nes Bild machen konn­te.” Inter­view von Radio Lor­a­Muc, Mün­chen, vom 10.07.2017 beim Audio­por­tal Frei­er Radi­os externer LinkAudio Datei
  • Aus­nah­me­zu­stand – Poli­zei­staat – Auf­stands­be­kämp­fungs­übung? Demons­tra­ti­ons­be­ob­ach­tung in Ham­burg vom 2. – 8. Juli 2017 
    Mit ins­ge­samt 43 Demonstrationsbeobachter*innen hat das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie vie­le Ver­samm­lun­gen in der Zeit vom 2. bis 8. Juli 2017 in Ham­burg beglei­tet. Wir wol­len den ein­sei­ti­gen Poli­zei­be­rich­ten genaue Dar­stel­lun­gen der Abläu­fe ent­ge­gen­stel­len. (…) Wir haben beob­ach­tet, in wel­chem Maße die Poli­zei in die­sen Tagen die Macht über das Gesche­hen in der Stadt über­nom­men hat. Sie hat eska­liert, Bür­ger- und Men­schen­rech­te igno­riert, sie infor­mier­te die Öffent­lich­keit falsch und ging mit gro­ßer Gewalt gegen die Men­schen vor. Schon seit Mona­ten war­nen wir vor dem Aus­nah­me­zu­stand, der anläss­lich des G20 in Ham­burg pro­du­ziert wird. Das, was wir in die­ser Woche vor­ge­fun­den haben, geht sogar über das, was wir befürch­tet haben, noch hin­aus. Nicht nur wur­den die Grund- und Men­schen­rech­te auf Ver­samm­lungs- und Mei­nungs­frei­heit durch die All­ge­mein­ver­fü­gung außer Kraft gesetzt. Die Poli­zei hat, gedeckt von der Ham­bur­gi­schen Regie­rung und ver­mut­lich auch im Sin­ne der Inter­es­sen der/​des Inn­mi­nis­ter/-sena­tors und der Sicher­heits­be­hör­den den Aus­nah­me­zu­stand geprobt. Die Ver­samm­lungs­frei­heit als Grund- und Men­schen­recht galt in Ham­burg nicht…” Erklä­rung von und beim Grund­rech­te­ko­mi­tee vom 9.7.2017 externer Link
  • Fes­ti­val der Grund­rechts­ver­let­zun­gen: Ham­burg im Zustand poli­zei­li­cher Bela­ge­rung 
    “… Rechts­an­wäl­tin Gabrie­le Hein­ecke vom Anwalt­li­chen Not­dienst G20 erklärt zu den Vor­gän­gen der letz­ten Woche: „Wem an dem Erhalt der Demo­kra­tie liegt, soll­te durch die Erfah­run­gen der letz­ten Tage gewarnt sein. Es herrsch­te ein Aus­nah­me­zu­stand mit einer flä­chen­de­cken­den Aus­he­be­lung des Ver­samm­lungs­rechts und mit einer erschre­cken­den Rück­sichts­lo­sig­keit von Sei­ten der Poli­zei gegen­über Leib und Leben der Demons­tran­ten. Es kann nicht rich­tig sein, unter Hin­weis auf Straf­ta­ten am Ran­de von Demons­tra­tio­nen oder auf Kra­wal­le im Schan­zen­vier­tel, die Unver­brüch­lich­keit von Grund­rech­ten in Fra­ge zu stel­len. Und es kann nicht rich­tig sein, jetzt unter dem Ruf nach hohen Stra­fen für Gewalt­tä­ter von den mas­si­ven Feh­lern und Rechts­brü­chen der Poli­zei abzulenken.Wenn die Jugend mas­sen­haft wütend ist, muss man sich über die Ursa­chen Gedan­ken machen. Der Ruf nach dem har­ten Staat hat bis­her nur zu weni­ger Demo­kra­tie, nicht aber zu einer Lösung geführt.“ Aus der Erklä­rung der Pres­se­grup­pe des Anwalt­li­chen Not­dienst beim RAV e.V. vom 09.07.2017 externer Link
  • Pro­test­for­scher über G‑20-Cha­os: “Die Stra­te­gie der Poli­zei ist kolos­sal geschei­tert”
    Der Sozio­lo­ge und Pro­test­for­scher Simon Teu­ne erklärt, wer sich hin­ter dem Schwar­zen Block ver­birgt und wie die Lage beim G‑20-Gip­fel in Ham­burg so eska­lie­ren konn­te. (…) Die Aus­schrei­tun­gen in Ham­burg kann man ohne die Vor­ge­schich­te nicht ver­ste­hen. Die Poli­zei hat von Anfang an Signa­le aus­ge­sen­det, dass Pro­tes­te in Ham­burg kei­nen Raum haben. Sie hat die Über­nach­tungs­camps nicht zuge­las­sen. Sie hat eine Ver­bots­zo­ne ein­ge­rich­tet, in der Pro­test nicht mög­lich sein soll­te und am Don­ners­tag dann als Höhe­punkt zer­schlägt sie eine geneh­mig­te Demons­tra­ti­on – aus nich­ti­gen Grün­den und in einer Form, die wahl­los Men­schen ver­letzt und gefähr­det hat. Die­se Vor­ge­schich­te hat dazu geführt, dass die Leu­te, die die Poli­zei als Geg­ner sehen und ein Zei­chen des Wider­stands set­zen wol­len, ange­spitzt wur­den…” Inter­view von Tho­mas Hum­mel vom 9. Juli 2017 bei der Süd­deut­schen online externer Link
  • Kör­per­li­cher Angriff auf Anwalt in der Gefan­gensam­mel­stel­le (GESA) 
    Einer unse­rer Anwäl­te des Anwalt­li­chen Not­diens­tes (AND) wur­de heu­te, Sams­tag, 8. Juli 2017, gegen 01.30 Uhr, von meh­re­ren Poli­zei­be­am­ten gepackt, ihm wur­de ins Gesicht gegrif­fen, der Arm ver­dreht und dann aus der GESA geschleift. Zuvor befand er sich in einem Bera­tungs­ge­spräch mit einem Man­dan­ten, der sich nach dem Gespräch kom­plett ent­klei­den soll­te. Lei­bes­vi­si­ta­tio­nen wer­den aktu­ell ver­mehrt an den Gefan­ge­nen, sowohl vor als auch nach dem Kon­takt zu Anwäl­tIn­nen, vor­ge­nom­men. Die Poli­zei begrün­det die­se Maß­nah­me damit, dass die Anwäl­tIn­nen ihren Man­dan­tIn­nen gefähr­li­che Gegen­stän­de über­ge­ben könn­ten. Der Anwalt wider­sprach die­ser Lei­bes­vi­si­ta­ti­on ent­schie­den und wur­de dafür kör­per­lich ange­grif­fen. Bereits die Annah­me, dass unse­re Kol­le­gIn­nen gefähr­li­che Gegen­stän­de mit in die GESA schmug­geln könn­ten, zeigt erneut, dass die Poli­zei Anwäl­tIn­nen nicht als Garan­ten eines rechts­staat­li­chen Ver­fah­rens sieht, son­dern als Gefahr. Wir ver­ur­tei­len die­sen Angriff auf unse­ren Kol­le­gen aufs Schärfs­te. Eine Poli­zei, die gegen Anwäl­te kör­per­lich vor­geht, die sich für ihre Man­dan­ten ein­set­zen, hat jeden Bezug zum Rechts­staat ver­lo­ren.” Pres­se­grup­pe des Anwalt­li­chen Not­dienst beim RAV e.V. am 08.07.2017 externer Link
  • G20-Pro­test: Wie­der Aus­ein­an­der­set­zun­gen in der Schan­ze
    Bunt und poli­tisch breit gefä­chert: 76.000 demons­trier­ten gegen den Gip­fel /​Gewerk­schaf­ten kri­ti­sie­ren Ent­zug von G20-Akkre­di­tie­run­gen. Guter Über­blick vom 08.07.2017 beim ND online externer Link von Elsa Koes­ter, Sebas­ti­an Bähr (Ham­burg), Samue­la Nickel, Robert D. Mey­er (Ber­lin)
  • [Video­ta­ge­buch] G20 – Alles, außer Kon­trol­le!
    Am Frei­tag­mor­gen sam­mel­ten sich an meh­re­ren Punk­ten Ham­burgs Tau­sen­de Aktivist*innen zur Hafen­blo­cka­de und “Color the Red Zone”. Wie schon am Vor­tag grif­fen die Poli­zei­kräf­te mit maxi­ma­ler Gewalt jede und jeden an, der es wag­te, den Ver­such zu unter­neh­men, den “rei­bungs­lo­sen Ablauf” des G20-Gip­fel zu stö­ren. So wur­den am Frei­tag­mor­gen erneut vie­le Men­schen ver­letzt und es gab min­des­tens 13 Schwer­ver­letz­te. Bereits am Vor­tag gab es drei Schwer­ver­letz­te und eine Per­son, die in Lebens­ge­fahr schwebt. Trotz­dem jeg­li­cher Ver­such der Mei­nungs­äu­ße­rung immer wie­der gewalt­tä­tig unter­bun­den wur­de, ver­lor die Poli­zei bereits am Vor­mit­tag die Kon­trol­le über die gesam­te Ham­bur­ger Innen­stadt. Über­all for­mier­te sich Pro­test. Die mas­si­ve Poli­zei­ge­walt und die vie­len Schwer­ver­letz­ten, sowie die Unter­bin­dung von zen­tra­len Demons­tra­tio­nen lie­ßen die Eska­la­ti­on am Abend end­gül­tig eska­lie­ren und die Poli­zei muss­te sich über Stun­den aus der Schan­ze zurück­zie­hen. Selbst mit meh­re­ren Was­ser­wer­fern und Trä­nen­gas konn­ten die mili­tan­ten Aktivist*innen nicht zurück­ge­drängt wer­den und grif­fen statt des­sen ihrer­seits immer wie­der orga­ni­siert an. Ein­kaufs­ket­ten und Bou­ti­quen wur­den geplün­dert, loka­le Laden ver­schont. Erst spät in der Nacht und mit Hil­fe von schwer bewaff­ne­ten SEK-Kräf­ten konn­te die Poli­zei in die Schan­ze ein­drin­gen. Zu die­sem Zeit­punkt waren dort aller­dings fast aus­schließ­lich Schau­lus­ti­ge zurück­ge­blie­ben.” Video­ta­ge­buch vom 08.07.2017 von Udo Kar­brüg­gen & Karl Plum­ba (Lower Class Maga­zi­ne) bei you­tube externer Link
  • [#g20demo] Groß­de­mons­tra­ti­on am 8. Juli in Ham­burg: Gren­zen­lo­se Soli­da­ri­tät statt G20!
    Großdemonstration am 8. Juli in Hamburg: Grenzenlose Solidarität statt G20!“… Am 7. und 8. Juli wol­len sich die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen für die­ses mensch­li­che und sozia­le Desas­ter in Ham­burg tref­fen. Auf ihrem jähr­li­chen Gip­fel reden die Staats- und Regie­rungs­chefs der G20-Staa­ten über „Bekämp­fung von Flucht­ur­sa­chen“, aber kei­nes der gro­ßen Her­kunfts­län­der sitzt am Tisch. Sie reden über „Part­ner­schaft mit Afri­ka“, aber es fehlt fast der gesam­te Kon­ti­nent. Sie reden über den Kli­ma­wan­del, ver­tre­ten aber die Inter­es­sen der Erdöl‑, Koh­le- und Auto­in­dus­trie. Sie reden über Frie­den, sind aber selbst die größ­ten krieg­füh­ren­den und rüs­tungs­pro­du­zie­ren­den Staa­ten. (…)Der G20-Gip­fel wird Ham­burg über Tage hin­weg lahm­le­gen und die Stadt als Kulis­se für ein insze­nier­tes Schau­spiel der Macht miss­brau­chen, wäh­rend die dort leben­den Men­schen an den Rand gedrängt wer­den sol­len. Aber die­ser Plan wird nicht auf­ge­hen. Mögen sich die Staats­gäs­te und ihre Dele­ga­tio­nen in den Mes­se­hal­len ver­bar­ri­ka­die­ren. Die Stra­ßen wer­den den Men­schen gehö­ren, die den Gip­fel nicht ein­ge­la­den haben. Unse­re Kri­tik rich­tet sich nicht nur gegen ein­zel­ne Per­so­nen und Reprä­sen­tan­ten, son­dern gegen die Ver­hält­nis­se und Struk­tu­ren, die die­se her­vor­brin­gen. (…) Wir laden alle Men­schen ein, die unse­re Empö­rung und unse­re Hoff­nung tei­len, mit uns gemein­sam am 8. Juli 2017 in Ham­burg zu einer lau­ten, bun­ten und viel­fäl­ti­gen Demons­tra­ti­on auf die Stra­ße zu gehen.” Auf­ruf des Demo-Bünd­nis­ses gegen das G20-Tref­fen in Ham­burg externer Link (auch bei #NoG20 2017 externer Link) aus unter­schied­li­chen Grup­pen und Orga­ni­sa­tio­nen zu Groß­de­mons­tra­ti­on am 8. Juli in Ham­burg auf der Bünd­nis­sei­te – Labour­Net Ger­ma­ny unter­stützt selbst­ver­ständ­lich den Auf­ruf
  • Bren­nen­de Autos beim G20: Natio­nal­fe­tisch Auto. Wenn die Poli­zei in Ham­burg die Regie­rungs­ge­schäf­te führt, kann man ihr die Stadt auch ganz über­las­sen, meint Leo Fischer
    “Es gibt für Deut­sche kei­ne schlim­me­re Krän­kung, als wenn man ihre Autos angreift. In den Kom­men­ta­ren zu den G20-Pro­tes­ten jeden­falls wer­den »bren­nen­de Autos« regel­mä­ßig vor zer­trüm­mer­ten Laden­fens­tern und ver­letz­ten Per­so­nen erwähnt; letz­te­re sind ersetz­bar, aber der Natio­nal­fe­tisch Auto ist mehr noch als Hym­ne und Flag­ge unab­ding­bar – als ein sym­bo­li­sches Zen­trum klein­bür­ger­li­cher Auf­stiegs­ideo­lo­gie. Wer Autos anzün­det, stellt exakt die Lebens­ent­wür­fe in Fra­ge, in denen der Besitz des Autos eins ist mit Erfolg, Dazu­ge­hö­ren und Glück im Win­kel; eben des­halb gel­ten sol­che Angrif­fe fast schlim­mer als ver­such­ter Mord. (…) Bei beson­ders schlim­men Exzes­sen kann der Innen­mi­nis­ter zurück­tre­ten, um die sym­bo­li­sche Ord­nung wie­der­her­zu­stel­len. Kurz und schlecht: Wenn in Ham­burg de fac­to ohne­hin die Poli­zei die Regie­rungs­ge­schäf­te führt, dann kann man ihr die Stadt auch ganz über­las­sen. »Poli­zei­stadt Ham­burg«, das hat sogar einen guten Klang. Die Sicher­heit der Autos wäre jeden­falls garan­tiert.” Kom­men­tar von Leo Fischer bei neu­es Deutsch­land vom 7. Juli 2017 externer Link
  • [#Ham­burg­Ci­ty­Strike und #shut­down­thehar­bour] g20 am 7.7.: Social Strike im Hafen – Shut down the har­bour!
    G20 2017: Social Strike im Hafen – Shut down the harbour!Wir wol­len gemein­sam mit vie­len Men­schen in einer Mas­sen­ak­ti­on wäh­rend des G20-Gip­fels in Ham­burg gegen die Logis­tik des Kapi­tals vor­ge­hen und für offe­ne Gren­zen für alle Men­schen ein­tre­ten. Dafür wol­len wir mit dem Ham­bur­ger Hafen den dritt­größ­ten Con­tai­ner-Hafen Euro­pas blo­ckie­ren. Der Boom des Ham­bur­ger Hafens steht sym­bo­lisch für das deut­sche Export­mo­dell und die ver­meint­lich erfolg­rei­che deut­sche Kri­sen­po­li­tik, die einen wesent­li­chen Teil zu den sozia­len Ver­wüs­tun­gen inner­halb und außer­halb Euro­pas des letz­ten Jahr­zehnts bei­getra­gen hat…” Mel­dung von ham­bur­ci­ty­strike vom 19.04.2017 externer Link und dazu:
    • “Shut down the logistics of capi­tal” – FAQ – Fre­quent­ly Asked Ques­ti­ons
      Bis zum 07. Juli und damit zum Beginn unse­rer Akti­on im Rah­men der Pro­tes­te gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg dau­ert es nicht mehr all zu lan­ge. In den letz­ten Wochen und Mona­ten haben eine Viel­zahl von Infor­ma­ti­ons- und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen statt­ge­fun­den – sowohl in Deutsch­land als auch in vie­len euro­päi­schen Län­dern. Eini­ge Fra­gen sind uns dabei immer wie­der begeg­net – wir haben sie ver­sucht euch noch ein­mal in einer Über­sicht hier zu beant­wor­ten…” FAQ vom 23.06.2017 von und bei shut down the logistics of capi­tal! externer Link
  • [#w2h /​#Wel­co­meTo­Hell] »Wel­co­me to Hell«: Poli­zei stoppt »Wel­co­me to Hell«-Protest
    12.000 pro­tes­tie­ren auf dem Fisch­markt (…) Update 19:10 Uhr: Poli­zei lässt Was­ser­wer­fer auf­fah­ren. In die­sen Minu­ten lässt die Poli­zei meh­re­re Was­ser­wer­fer auf­fah­ren. Der Pro­test darf sich nicht wei­ter­be­we­gen. Wie ein »nd«-Reporter vor Ort berich­tet, soll der Ein­satz­lei­ter der Poli­zei ihr Vor­ge­hen mit der Ver­mum­mung eini­ger Demons­trie­ren­der begrün­det haben…” Lau­fen­de Bericht­erstat­tung vom 06.07.2017 beim ND online externer Link von Elsa Koes­ter, Sebas­ti­an Bähr und René Hei­lig (Ham­burg), Robert D. Mey­er (Ber­lin) und der CCC-Live­stream externer Link. Sie­he auch:
    • Ham­burg: Eska­la­ti­on bei “Wel­co­me to hell”-Demo 
      Nach­dem tage­lang viel­fäl­tig, bunt und phan­ta­sie­voll gegen den G‑20-Gip­fel demons­triert wur­de, geriet die Situa­ti­on am Don­ners­tag­abend kom­plett außer Kon­trol­le...” Arti­kel von Bir­git Gärt­ner vom 06. Juli 2017 bei tele­po­lis externer Link – nach unse­rem Über­blick die bes­te Zusam­men­fas­sung der poli­zei­li­chen Eska­la­ti­on
    • Sie­he auch “G20: Wel­co­me to Poli­zei­staat Ham­burg“. Kom­men­tar vom 07.07.2017 beim ND online von Elsa Koes­ter externer Link über die Stra­te­gie der Behör­den, Gewalt durch Beam­te und die Dele­gi­ti­mie­rung von Pro­test durch Was­ser­wer­fer
  • [#Soli­Gip­fel] 5. und 6. Juli 2017: Gegen-Gip­fel in Ham­burg – “Gip­fel für glo­ba­le Soli­da­ri­tät”
    Mehr als 50 Initia­ti­ven und Orga­ni­sa­tio­nen aus dem In- und Aus­land rufen anläss­lich des kom­men­den G20-Gip­fels in Ham­burg zu einem zwei­tä­gi­gen “Gip­fel für glo­ba­le Soli­da­ri­tät” auf. Die­ses Tref­fen, zu dem bis­her 1.500 Teil­neh­men­de erwar­tet wer­den, fin­det am 5. und 6. Juli 2017 in Ham­burg statt und ver­steht sich als Alter­na­ti­ve zum anschlie­ßen­den Gip­fel der G20“ – so beginnt die Attac-Pres­se­mit­tei­lung „Bünd­nis will glo­ba­le Soli­da­ri­tät statt G20-Poli­tik“ vom 20. März 2017 externer Link, doku­men­tiert bei Press­re­la­ti­ons, wor­in zum dazu­ge­hö­ri­gen „Auf­ruf zum Mit­ma­chen“ infor­miert wird: „Der “Auf­ruf zum Mit­ma­chen” lädt wei­te­re Initia­ti­ven und Orga­ni­sa­tio­nen, den Alter­na­tiv­gip­fel durch eige­ne Ver­an­stal­tun­gen zu berei­chern. Bis­her sind 11 gro­ße Podi­en­ver­an­stal­tun­gen in der Ham­bur­ger Kul­tur­fa­brik Kamp­na­gel geplant. Gäs­te aus der gan­zen Welt wie die renom­mier­te Öko­no­min Jaya­ti Gosh, die Glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­ke­rin Vanda­na Shi­va aus Indi­en und der füh­ren­de kur­di­sche Poli­ti­ker Salih Müs­lim aus Roja­va haben ihre Teil­nah­me bereits zuge­sagt…“ Sie­he dazu auch:
  • Ham­burg auf den Bar­ri­ka­den. Gibt es noch Wider­stand gegen die Zumu­tun­gen der Obe­ren, der nicht bereits Opfer von Kri­mi­na­li­sie­rung oder Repres­sio­nen ist?
    Gibt es Par­al­le­len zwi­schen dem Bar­ri­ka­den­bau in Ham­burg 1848 und dem Pro­test gegen den G20-Gipel in Ham­burg 2017? Was sind die his­to­ri­schen Unter­schie­de? Was sind Bar­ri­ka­den gegen Zel­te? Und über­haupt: War­um wür­de kei­ne ein­zi­ge Zei­tung im Land heu­te mehr die “Anlei­tung zum Bar­ri­ka­den­bau” von 1848 ver­öf­fent­li­chen? Ein per­sön­li­cher Brief an einen jun­gen Freund…” Arti­kel von Jörg Becker vom 05. Juli 2017 beim Rubi­kon externer Link
  • Ham­bur­ger Poli­zei greift freie Advo­ka­tur an: Mit­glied­schaft in bür­ger­recht­li­chem Anwäl­tin­nen- und Anwäl­te­ver­ein als ›Gefahr‹? 
    Die Ham­bur­ger Poli­zei greift im Rah­men der recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen um die Pro­tes­te gegen den G20-Gip­fel die freie Advo­ka­tur und damit ein tra­gen­des Prin­zip des Rechts­staa­tes an. In einem ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren ver­tritt die Behör­de die Auf­fas­sung, die Mit­glied­schaft von Rechts­an­wäl­ten und Rechts­an­wäl­tin­nen im RAV sei Indiz für eine Gefähr­dung der öffent­li­chen Sicher­heit. Die Poli­zei hat per All­ge­mein­ver­fü­gung in wei­ten Tei­len der Han­se­stadt Ver­samm­lun­gen unter­sagt. Vier ehe­ma­li­ge Jura-Stu­die­ren­de aus Ham­burg – frü­her Mit­glie­der in der Initia­ti­ve Ham­bur­ger akti­ve Jura-Stu­den­t_in­nen (HAJ) – kla­gen der­zeit gegen das von der Ham­bur­ger Poli­zei erlas­se­ne Ver­bot von Demons­tra­tio­nen am 7./8. Juli 2017. Gegen die­sen Eil­an­trag geht nun die Poli­zei mit einem Angriff auf die freie Anwalt­schaft vor (…) Das Vor­ge­hen der Poli­zei hat auch des­halb beson­de­re Bri­sanz, weil unter dem Dach des RAV der Anwalt­li­che Not­dienst wäh­rend der G20-Pro­tes­te orga­ni­siert ist. (…) Der RAV ruft alle Demokrat_​innen auf, sich an den Pro­tes­ten und für die Stär­kung der Bür­ger­rech­te zu betei­li­gen. Es darf nicht sein, dass die Stadt Ham­burg und die Bun­des­re­gie­rung rechts­staat­li­che Grund­sät­ze über Bord wer­fen und einen fak­ti­schen Aus­nah­me­zu­stand schaf­fen, um aus­län­di­sche Staats- und Regie­rungs­chefs – dar­un­ter Ver­tre­ter ver­schie­de­ner auto­ri­tä­rer Regime – zu hofie­ren.” RAV-Pres­se­er­klä­rung vom 4. Juli 2017 externer Link
  • die akti­on – 1000 GESTALTEN entern die Stadt
    For­ma­tio­nen ver­krus­te­ter Gestal­ten bewe­gen sich schwei­gend und lang­sam durch die Stra­ßen Ham­burgs. Sie haben an ihrer pan­zer­haf­ten Klei­dung schwer zu tra­gen, sind aus­drucks­los und wir­ken unan­greif­bar. Sie ste­hen für eine Gesell­schaft, die sich ihrer Hilf­lo­sig­keit vor den kom­ple­xen Zusam­men­hän­gen der Welt erge­ben hat und nur noch für das eige­ne Vor­an­kom­men kämpft. Anfangs sind es nur klei­ne Grup­pen, aber über die Tage vor dem G20-Gip­fel wer­den es immer mehr. (…) Aber plötz­lich bleibt eine von ihnen ste­hen. Eine Trans­for­ma­ti­on beginnt: Die Gestal­ten befrei­en sich von ihren Pan­zern, gewin­nen ihre Mensch­lich­keit und ihren indi­vi­du­el­len Aus­druck zurück. Sie ste­hen für eine Gesell­schaft, in der Ver­än­de­rung nicht von oben kommt, son­dern von jedem Ein­zel­nen aus­geht. In der die Men­schen sich den poli­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen stel­len und gemein­sam für Soli­da­ri­tät, Tole­ranz und kon­struk­ti­ven Dis­kurs kämp­fen. Wer­de ein Teil von uns! Hast du Lust, am 5. Juli 2017 in Ham­burg eine von den 1000 GESTALTEN zu wer­den?…” Sie­he die Akti­ons­sei­te externer Link. Sie­he dazu:
  • Die Tage in Ham­burg zur »drit­ten Opti­on« machen. Der Pro­test gegen den G20-Gip­fel müs­se sich mit ande­ren Wel­len von Bewe­gung ver­bin­den, meint Bep­pe Cac­cia
    “… Damals, im »gol­de­nen Zeit­al­ter« der glo­ba­li­sier­ten Wirt­schaft, dien­ten die Gip­fel­tref­fen der G8 dazu, eine »neue Welt­ord­nung« zu ent­wer­fen, ver­bun­den mit dem Ver­spre­chen eines immer brei­te­ren Schich­ten der Mensch­heit zugu­te kom­men­den kapi­ta­lis­ti­schen Wachs­tums. Wir haben die­se Gip­fel bela­gert und so die die­sem Ver­spre­chen inne­woh­nen­de Lüge bloß­ge­stellt. Heu­te, rund zehn Jah­re nach dem Beginn der gro­ßen Finanz­kri­se, sind die uner­träg­li­chen sozia­len und öko­lo­gi­schen Fol­gen des neo­li­be­ra­len Modells der Glo­ba­li­sie­rung offen­sicht­lich. (…) Die Tage in Ham­burg kön­nen mehr sein als ein ein­zel­nes Ereig­nis, ein iso­lier­tes Auf­fla­ckern des Pro­tests, wenn sie dazu bei­tra­gen, im Zusam­men­wir­ken der ver­schie­de­nen Wel­len von Bewe­gung die mög­li­che poli­ti­sche Flut sicht­bar zu machen, in der eine »drit­te Opti­on« auf­scheint. Einer sol­chen kraft­voll eine poli­ti­sche Per­spek­ti­ve zu eröff­nen, ist zugleich die effek­tivs­te Art, die Logik des Aus­nah­me­zu­stands zu durch­kreu­zen, die sich in Ham­burg als Mili­ta­ri­sie­rung und als das Außer­kraft­set­zen ver­fas­sungs­mä­ßi­ger Rech­te sowie anders­wo und tag­täg­lich als Herr­schaft durch Angst zeigt.” Bei­trag von Bep­pe Cac­cia in der Über­set­zung von Tho­mas Atz­ert bei neu­es Deutsch­land vom 3. Juli 2017 externer Link (der ita­lie­ni­sche Phi­lo­soph Bep­pe Cac­cia ist in sozia­len Bewe­gun­gen wie Block­u­py, Euro­No­ma­de und Euro­pean Alter­na­ti­ves aktiv)
  • Kom­men­tar zum Umgang mit G20-Pro­test­lern: Ein Ver­sa­gen des Senats 
    Ham­burg star­tet in die Gip­fel-Woche – und der Senat lie­fert eine empö­ren­de Show ab. Der Bür­ger­meis­ter rollt den Auto­kra­ten, Köni­gen und Demo­kra­tie­ver­äch­tern die­ser Welt den roten Tep­pich aus, wird sie per Hand­schlag begrü­ßen, sich im Blitz­licht­ge­wit­ter son­nen und stolz die Elb­phil­har­mo­nie prä­sen­tie­ren. Er lädt Donald Trump ins Gäs­te­haus des Senats ein – aber für die Bür­ger, die gegen Erdo­gan und Co. demons­trie­ren wol­len, hat er nicht mal eine Wie­se zum Zel­ten übrig…” Kom­men­tar von Mathis Neu­bur­ger, Res­sort­lei­ter Loka­les, vom 3.7.2017 bei der Ham­bur­ger Mor­gen­post online externer Link
  • NoG20: Poli­zei stürmt Pro­test­camp. Ver­letz­te bei Räu­mung von »Über­nach­tungs­zel­ten« /​Camp-Orga­ni­sa­to­ren: Beam­te agie­ren in rechts­frei­em Raum
    Poli­zis­ten haben in der Nacht eines der Pro­test­camps gestürmt. Sie beschlag­nahm­ten dort Zel­te, es kam zu Pfef­fer­spray­ein­satz. Min­des­tens zwei Men­schen wur­den zunächst fest­ge­nom­men, so der Anwalt­li­che Not­dienst. Vor Ort war von Ver­letz­ten die Rede. (…) Der Anwalt der NoG20-Camps-Orga­ni­sa­to­ren, Mark Ner­lin­ger, sag­te in der Nacht, der Poli­zei­ein­satz sei »völ­lig unver­hält­nis­mä­ßig« gewe­sen: »Es ist rechts­wid­rig, es war mar­tia­lisch« (…) In einer neu­en Ver­fü­gung sei den G20-Kri­ti­kern ein 16.000 Qua­drat­me­ter gro­ßes Are­al auf Enten­wer­der zuge­wie­sen wor­den, auf dem demons­triert, aber nicht über­nach­tet wer­den dür­fe, sag­te Poli­zei­spre­cher Timo Zill am Sonn­tag­abend. Die Ent­schei­dung über die neue Ver­fü­gung lie­ge nun wie­der beim Ver­wal­tungs­ge­richt. Ham­burgs Innen­se­na­tor Andy Gro­te twit­ter­te am Mon­tag­mor­gen, das Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg habe die »Linie der Ver­samm­lungs­be­hör­de« bestä­tigt: »Kein Über­nach­tungs­camp. Eil­an­trag der Cam­per heu­te Nacht abge­lehnt.«…” ND-Bericht vom 03.07.2017 externer Link
  • Start in die Pro­test­wo­che. Tau­sen­de demons­trie­ren in der Ham­bur­ger Innen­stadt gegen G 20. Beam­te behin­dern Auf­bau von Zel­ten der Gip­fel­geg­ner
    Wäh­rend in der Ham­bur­ger City am Sonn­tag Tau­sen­de Men­schen gegen die Poli­tik der »G 20« demons­triert haben, hat sich die Poli­zei der Han­se­stadt im Vier­tel Rothen­burgsort erneut über Urtei­le der Gerich­te hin­weg­ge­setzt. Obwohl das Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg am Sonn­abend den Auf­bau des »Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Camps« im Elb­park geneh­migt und auch das Errich­ten von Schlaf­zel­ten befür­wor­tet hat­te, hin­der­ten die Beam­ten die Akti­vis­ten am Betre­ten des Plat­zes. Die Uni­for­mier­ten erklär­ten, dass noch kein Auf­la­gen­be­scheid vor­lie­ge, wes­halb der Auf­bau nicht begin­nen kön­ne. Aller­dings lag auch kein schrift­li­ches Ver­bot vor, so dass den Orga­ni­sa­to­ren auch eine juris­ti­sche Inter­ven­ti­on ver­wehrt blieb…” Bericht von André Scheer und Georg Hop­pe in der jun­gen Welt vom 03.07.2017 externer Link
  • Pro­test­wel­le erreicht die G20: Zehn­tau­sen­de zur Groß­de­mons­tra­ti­on gegen die Poli­tik der mäch­tigs­ten Staats- und Regie­rungs­chefs erwar­tet
    Sechs Tage vor dem Tref­fen der füh­ren­den Staats- und Regie­rungs­chefs in Ham­burg star­ten die Geg­ner der G20-Poli­tik am Sonn­tag mit der «G20 Pro­test­wel­le» in ihre ers­te gro­ße Demons­tra­ti­on. Der Marsch durch die Innen­stadt beginnt um 11.30 Uhr auf dem Rat­haus­markt, wo um 15.00 Uhr auch die Abschluss­kund­ge­bung geplant ist. Par­al­lel dazu sei­en rund 200 Kanus, Kajaks, Ruder­boo­te und selbst­ge­zim­mer­te Flö­ße auf der Bin­nen­als­ter unter­wegs, teil­ten die Ver­an­stal­ter mit. Bei der Demons­tra­ti­on kämen zudem jene vor rund zwei Wochen in 44 Städ­ten gemal­ten Schil­der und Trans­pa­ren­te mit Slo­gans und Bot­schaf­ten in meh­re­ren Spra­chen zum Ein­satz. Sie sol­len zusam­men «ein Meer aus Ban­nern» erge­ben. Zu dem «fami­li­en­freund­li­chen Pro­test­tag» erwar­ten die Orga­ni­sa­to­ren nach eige­nen Anga­ben Zehn­tau­sen­de Teil­neh­mer. Dem Bünd­nis der G20 Pro­test­wel­le gehö­ren Umwelt‑, Land­wirt­schafts- und Ver­brau­cher­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen, Gewerk­schaf­ten, Bür­ger­rechts- und kirch­li­che Orga­ni­sa­tio­nen an. Orga­ni­siert wird der Pro­test unter ande­rem von den Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen Green­peace und BUND, von Cam­pact, vom DGB Nord und dem Ver­ein Mehr Demo­kra­tie…” Bei­trag vom 02.07.2017 beim ND online , sie­he alle Infos auf der Akti­ons­sei­te der G20 Pro­test­wel­le externer Link
  • Ver­fas­sungs­schutz spielt Demo-Tür­ste­her: Inlands­ge­heim­dienst warnt »gute Demo­kra­ten« vor »bösen Links­ex­tre­mis­ten«
    Kurz vor dem umstrit­te­nen Gip­fel der G20 in Ham­burg, zu dem zahl­rei­che Pro­tes­te ange­kün­digt sind, spielt der Ver­fas­sungs­schutz den poli­ti­schen Tür­ste­her – und erklärt, mit wem »gute Demo­kra­ten« demons­trie­ren dür­fen und mit wem nicht. Die ver­ba­le Auf­mu­ni­tio­nie­rung vor den Demons­tra­tio­nen, die mit weit­ge­hen­den Ver­bots­ver­fü­gun­gen belegt sind, geht damit unver­dros­sen wei­ter. Nun hat Ham­burgs Ver­fas­sungs­schutz vor der Teil­nah­me an bestimm­ten Demons­tra­tio­nen gewarnt – weil die­se von sei­ner Ansicht nach Links­ex­tre­men mit­or­ga­ni­siert wer­den…” Bei­trag vom 01.07.2017 beim ND online externer Link
  • G20-Pro­tes­te – War­um die FAU nicht zu Pro­tes­ten auf­ruft: Kri­tisch, aber soli­da­risch
    “Der G20-Gip­fel in Ham­burg und der dazu­ge­hö­ri­ge Pro­test wer­den ein rie­si­ges Spek­ta­kel sein. Sich den Pro­tes­ten anschlie­ßen zu wol­len, ist durch­aus ein rich­ti­ger Impuls, schließ­lich tref­fen sich dort mit Wla­di­mir Putin, Recepp Tayy­ip Erdoğan, Donald Trump und ande­ren Pro­mi­nen­ten auto­ri­tä­re Men­schen­fein­de, gegen die es sich eigent­lich immer zu demons­trie­ren lohnt. An den Pro­test­ver­an­stal­tun­gen wer­den eini­ge von uns auch teil­neh­men, als Ein­zel­per­so­nen. Als FAU Ham­burg ste­hen wir den statt­fin­den­den Gip­fel­pro­tes­ten aller­dings kri­tisch gegen­über und haben daher nicht zur Teil­nah­me auf­ge­ru­fen. Dies liegt vor allem an dem Anspruch und der Rhe­to­rik der Gip­fel­pro­tes­te. (…) Eine kon­kre­te Ver­bes­se­rung für uns Lohn­ab­hän­gi­ge wird dadurch nicht erkämpft. Das soll­te aber der Maß­stab sein, an dem sich eine Akti­on mes­sen muss. Kern­stück der syn­di­ka­lis­ti­schen Pra­xis ist die direk­te Akti­on. Die­ses Kon­zept folgt nicht dem Anspruch, die Herr­schen­den um eine Ver­bes­se­rung der Lebens­um­stän­de anzu­bet­teln. Nichts ande­res aber tun Gip­fel­pro­tes­te, egal wie mili­tant sie aus­fal­len. (…) Zum ande­ren gefällt uns die von den meis­ten Orga­ni­sa­tio­nen vor­ge­tra­ge­ne Kri­tik am G20-Gip­fel nicht. Die Rhe­to­rik vom Tref­fen der Herr­scher der Welt, die Rän­ke schmie­den, um das arme Volk aus­zu­beu­ten, ist uns zuwi­der. Die der­zei­ti­gen poli­ti­schen Ver­wer­fun­gen zei­gen, dass die ver­meint­lich Herr­schen­den kei­ne so homo­ge­ne »Eli­te« sind, die einem unschul­di­gen »Volk« gegen­über steht. Die­se Vor­stel­lung bie­tet unan­ge­nehms­te Anknüp­fungs­punk­te für Ver­schwö­rungs­theo­rien und Anti­se­mi­tis­mus – kein Wun­der, dass neue und alte Rech­te den Kapi­ta­lis­mus eben­so erklä­ren…” Stel­lung­nah­me von FAU Ham­burg vom 29. Juli 2017 bei jung­le world externer Link
  • Gesprä­che über G20-Pro­test­camp in Ham­burg geplatzt. Nach Karls­ru­her Eil­ent­schei­dung: Poli­zei will Ver­samm­lung der G20-Kri­ti­ker immer noch ver­bie­ten – aus Sicher­heits­grün­den
    Die Ham­bur­ger Poli­zei will das Pro­test­camp der G20-Kri­ti­ker im Stadt­park wei­ter­hin ver­bie­ten. Wie die Ver­samm­lungs­be­hör­de mit­teil­te, will sie den »wei­ten Ent­schei­dungs­spiel­raum« nut­zen, den ihr Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­ner Ent­schei­dung vom Mitt­woch ein­räum­te. »Aus­drück­lich hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt fest­ge­stellt, dass es inso­fern auch zu einer ver­samm­lungs­recht­li­chen Unter­sa­gung des Camps kom­men kann«, so die Poli­zei. »Die Ver­samm­lungs­be­hör­de hält das Camp im Stadt­park unter Sicher­heits­aspek­ten wei­ter­hin für unver­tret­bar.«…” Arti­kel vom 29.06.2017 (updated) von und bei ND externer Link
  • Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt: G20-Pro­test­camp muss vor­sorg­lich den Regeln des Ver­samm­lungs­rechts unter­stellt wer­den, kann aber beschränkt wer­den
    “… Mit heu­te ver­öf­fent­lich­tem Beschluss hat die 3. Kam­mer des Ers­ten Senats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung der Stadt Ham­burg auf­ge­ge­ben, über die Dul­dung des im Stadt­park geplan­ten Pro­test­camps ver­samm­lungs­recht­lich zu ent­schei­den. Die Ent­schei­dung der Kam­mer beruht auf einer Fol­gen­ab­wä­gung. Nicht Gegen­stand der Ent­schei­dung ist die Fra­ge, ob und wie­weit das Pro­test­camp in Blick auf die öffent­li­che Sicher­heit beschränkt oder mög­li­cher­wei­se auch unter­sagt wer­den kann…” Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 28. Juni 2017 zum Beschluss vom 28. Juni 2017 externer Link (1 BvR 1387/​17) zum G20-Pro­test­camp auf der gro­ßen Fest­wie­se des Ham­bur­ger Stadt­parks, sie­he dazu:
    • Ver­fas­sungs­ge­richt: Das Anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Camp ist eine poli­ti­sche Ver­samm­lung
      Pres­se­mit­tei­lung der Vor­be­rei­tungs­grup­pe vom 29.6.2017 externer Link zum Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 28.06.2017, dar­in auch die PM des Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Camps: “zum unver­hält­nis­mä­ßi­gen Poli­zei­ein­satz wäh­rend unse­rer Kund­ge­bung”
  • Anwalts-Not­dienst zum G20-Gip­fel: “Die Poli­zei betreibt Stim­mungs­ma­che”
    “120 Anwäl­te haben sich für den G20-Gip­fel zu einem Not­dienst zusam­men­ge­schlos­sen. Sie wol­len Demons­tran­ten zu ihrem Recht ver­hel­fen – und der Poli­zei nicht die Deu­tungs­ho­heit über­las­sen…” Inter­view von Alex­an­der Schulz mit RA Mat­thi­as Wis­bar vom anwalt­li­chen Not­dienst vom 28. Juni 2017 bei Spie­gel online externer Link mit wich­ti­gen Hin­wei­sen an die Ver­samm­lungs­teil­neh­mer (trotz spie­gel­ty­pi­scher teil­wei­se ver­dreh­ter Fra­ge­stel­lun­gen). So z.B.: “Sie müs­sen auf sich auf­pas­sen. Die Erfah­rung zeigt, dass von poli­zei­li­cher Sei­te aus in das Ver­samm­lungs­recht ein­ge­grif­fen wer­den wird. Und das nicht immer mit einer recht­li­chen Grund­la­ge. Des­halb ist es sinn­voll, sich mit dem gel­ten­den Recht ver­traut zu machen und die Tele­fon­num­mer des Ermitt­lungs­aus­schus­ses dabei zu haben.”
  • Geleb­te Alter­na­ti­ven zur Poli­tik der G20. Auf dem Gip­fel für glo­ba­le Soli­da­ri­tät wird am 5. und 6. Juli dis­ku­tiert, mit wel­chen Stra­te­gien und Bünd­nis­sen Alter­na­ti­ven zur Poli­tik der G20 umge­setzt wer­den.
    Die brei­te Betei­li­gung an den Vor­be­rei­tun­gen zum Alter­na­tiv­gip­fel, die auch vie­le im Civil20-Pro­zess enga­gier­te Orga­ni­sa­tio­nen ein­schließt, zeigt die Not­wen­dig­keit für einen Alter­na­tiv­gip­fel. „Beim Gip­fel für glo­ba­le Soli­da­ri­tät geht es um Alter­na­ti­ven zur G20-Poli­tik. Und es geht um Stra­te­gien und Bünd­nis­se inner­halb ver­schie­de­ner poli­ti­scher Spek­tren der Zivil­ge­sell­schaft und sozia­ler Bewe­gun­gen, um poli­ti­sche Alter­na­ti­ven zu erar­bei­ten“, erläu­tert Chris­ti­an Kru­se aus dem Vor­be­rei­tungs­kreis des „Gip­fels für glo­ba­le Soli­da­ri­tät“. Sozia­le Bewe­gun­gen, Gewerk­schaf­ten, kirch­li­che und Bürger*innen-Organisationen haben detail­lier­te Vor­schlä­ge und poli­ti­sche Pra­xen ent­wi­ckelt, wie sozia­le, öko­no­mi­sche und öko­lo­gi­sche Pro­ble­me auf loka­ler, natio­na­ler, euro­päi­scher und glo­ba­ler Ebe­ne ange­gan­gen wer­den kön­nen, jen­seits einer Poli­tik, die sozia­le Ungleich­heit und die Ver­nich­tung der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen ver­schärft. In einer Haupt­ver­an­stal­tung mit inter­na­tio­na­len Gäs­ten wid­met sich der Gip­fel für glo­ba­le Soli­da­ri­tät am Abend des 5. Juli der ent­schei­den­den Fra­ge: Wie las­sen sich bestehen­de, geleb­te Lösungs­an­sät­ze zu einer umfas­sen­den Alter­na­ti­ve ent­wi­ckeln?...” Pres­se­mit­tei­lung vom 28. Juni 2017 externer Link zum Pro­gramm des “Gip­fel für glo­ba­le Soli­da­ri­tät” externer Link
  • 19.000 Poli­zis­ten, 3000 Fahr­zeu­ge, 11 Hub­schrau­ber bei G20
    “… Wie vie­le Was­ser­wer­fer wer­den bei den Pro­tes­ten gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg im Ein­satz sein? Die Poli­zei will damit nicht her­aus­rü­cken: »Aus ein­satz­tak­ti­schen Grün­den« kön­ne man dazu kei­ne genaue Zahl nen­nen, erklär­te ein Spre­cher dem »nd«. Ins­ge­samt sei­en für die 19.000 Poli­zis­ten aber 3000 Fahr­zeu­ge im Ein­satz, vom Strei­fen­wa­gen über Mann­schafts- und Über­tra­gungs­wa­gen – bis hin zu Was­ser­wer­fern. Die »Glit­zer-Anti­fa Ham­burg« nimmt sich der Recher­che nun an und ruft über Twit­ter dazu auf, ihnen Fotos gesich­te­ter Was­ser­wer­fer zu schi­cken. (…) Der­weil haben CDU- und SPD-Innen­po­li­ti­ker ermög­licht, dass die Bun­des­po­li­zei zur Lage­klä­rung in Ham­burg auch Droh­nen ein­set­zen darf. Das berich­te­te die in Hal­le erschei­nen­de »Mit­tel­deut­sche Zei­tung« am Mitt­woch. (…) Nach Infor­ma­tio­nen der Zei­tung bekom­men die Leib­wäch­ter des tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdo­gan, die bei des­sen Washing­ton-Besuch in Schlä­ge­rei­en ver­wi­ckelt waren, zudem kei­ne Visa für den Gip­fel…” Infos von und bei neu­es Deutsch­land vom 28. Juni 2017 externer Link
  • Im Namen der Demo­kra­tie: Ham­burg rüs­tet auf
    “Beim “Fes­ti­val der Demo­kra­tie” (G‑20-Gip­fel) “fei­ern” 15.000 Poli­zei­be­am­te und die GSG‑9 mit – flan­kiert von Euro­figh­tern und vor­aus­sicht­lich einem Kriegs­schiff. (…) Um die Sicher­heit der Gäs­te zu gewähr­leis­ten, wird aller­hand auf­ge­bo­ten: 15.000 Poli­zei­be­am­te, 3.000 Ein­satz­wa­gen, Was­ser­wer­fer, Pan­zer, Euro­figh­ter in der Luft in Alarm­be­reit­schaft und – so wird gemun­kelt – womög­lich ein Kriegs­schiff im Hafen. Das Hafen­be­cken soll nach Spreng­sät­zen abge­sucht wer­den. (…) Die erwar­te­ten Regie­rungs­chefin­nen und ‑chefs brin­gen aller­dings nicht nur jene auf die Stra­ße, die gegen sie sind, son­dern auch ihre Getreu­en. Damit ist zumin­dest im Fal­le des tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdo­gan zu rech­nen. Bekannt­lich nutzt er jede Gele­gen­heit, zu sei­ner Gefolg­schaft zu spre­chen und sich von ihnen beju­beln zu las­sen. (…) Das größ­te Fra­ge­zei­chen in dem Sicher­heits­kon­zept aber ist der Ein­satz eines Kriegs­schiffs im Ham­bur­ger Hafen. Zumin­dest ließ der Focus am ver­gan­ge­nen Frei­tag ver­laut­ba­ren, von “hoch­ran­gi­gen Sicher­heits­krei­sen erfah­ren” zu haben, dass der­zeit “geplant wird, ein Kriegs­schiff der deut­schen Mari­ne in den Ham­bur­ger Hafen zu ver­le­gen. Es soll im Fall eines Anschlags die Regie­rungs­chefs und wei­te­re Gip­fel­teil­neh­mer auf­neh­men und vor wei­te­ren Atta­cken schüt­zen. (…) Wenn aber die Gefähr­dungs­la­ge so akut ist, dass schwim­men­de Ope­ra­ti­ons­sä­le bereit gehal­ten wer­den müs­sen, mit denen die illus­tre Ver­samm­lung aufs Meer hin­aus ver­schwin­den kann, dann stellt sich die Fra­ge: Was wird eigent­lich getan, um die nor­ma­le Bevöl­ke­rung in die­sen Tagen erhöh­ter Gefähr­dung vor Ter­ror­an­schlä­gen zu schüt­zen? Bis dato ist nicht zu erken­nen, dass der­ar­ti­ge Über­le­gun­gen in dem Sicher­heits­kon­zept eine Rol­le spie­len.” Bei­trag von Bir­git Gärt­ner vom 27. Juni 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • Orga­ni­sa­to­ren des G20-Pro­test­camps Alto­na zuver­sicht­lich /​Dau­er­kund­ge­bung mit Ver­an­stal­tun­gen zu G20-The­men geplant
    “Die Orga­ni­sa­to­ren des G20-Pro­test­camps im Volks­park Alto­na sind nach dem Koope­ra­ti­ons­ge­spräch mit der Ver­samm­lungs­be­hör­de am heu­ti­gen Mon­tag zuver­sicht­lich, dass der Auf­bau wie geplant ab kom­men­den Mitt­woch, dem 28. Juni statt­fin­den kann. Der Dau­er­pro­test im Volks­park Alto­na wird die The­men der G20-Pro­tes­te auf­grei­fen in zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen, die rund um die Uhr ange­setzt sind. Das Pro­test­camp rich­tet sich an die vie­len anrei­sen­den Demons­tran­tin­nen und Demons­tran­ten eben­so wie die Ham­bur­ge­rin­nen und Ham­bur­ger, die sich an den Pro­tes­ten rund um die G20 betei­li­gen und sich infor­mie­ren und aus­tau­schen wol­len…” Pres­se­mit­tei­lung der Orga­ni­sa­to­ren des G20-Pro­test­camps Alto­na vom 26. Juni 2017 externer Link
  • »GeSa to Hell«: Hun­der­te demons­trie­ren gegen G20-Knast
    Pro­tes­te gegen Sicher­heits­be­hör­den: »Frei­heit stirbt mit Sicher­heit« /​Über 700 bei der »We are here«-Demo von Geflüch­te­ten gegen den umstrit­te­nen Gip­fel…” Bericht vom 25.06.2017 beim ND online externer Link
  • G20-Camp: Akti­vis­ten zie­hen vor das Ver­fas­sungs­ge­richt. Ham­bur­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat das Zelt­la­ger im Stadt­park ver­bo­ten
    “… Das Ham­bur­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat das von den Geg­nern des G20-Gip­fels im Stadt­park geplan­te Pro­test­camp ver­bo­ten. Das Gericht begrün­de­te sei­ne Ent­schei­dung damit, dass bei dem Pro­test­camp »bei einer Gesamt­schau« das Über­ge­wicht bei »nicht auf die Mei­nungs­kund­ga­be gerich­te­ten Ele­men­te« bestehe. »Dem Vor­le­ben einer ‚alter­na­ti­ven‘ Lebens­wei­se«, so das Gericht, »kom­me hier für sich genom­men kein ver­samm­lungs­recht­lich geschütz­ter Kund­ga­be­cha­rak­ter zu.« »Sowohl in zeit­li­cher als auch in räum­li­cher Hin­sicht trä­ten die auf dem Gelän­de des Pro­test­camps vor­ge­se­he­nen Ver­an­stal­tun­gen, die auf eine Mei­nungs­kund­ga­be gerich­tet sei­en, hin­ter den Ver­an­stal­tun­gen, die nicht auf eine Mei­nungs­kund­ga­be gerich­tet sei­en, und hin­ter der Bereit­stel­lung von Schlaf- und Ver­sor­gungs­zel­ten zurück«, argu­men­tier­ten die Rich­ter. »Bei wer­ten­der Betrach­tung sei­en das Über­nach­ten auf dem Gelän­de und die dafür erfor­der­li­che Infra­struk­tur, unter ande­rem das Auf­stel­len von bis zu ca. 3.000 Zel­ten, kein funk­tio­nel­ler oder sym­bo­li­scher Teil der Mei­nungs­kund­ga­be.« (…) Das Orga­ni­sa­ti­ons­team des »Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Camps« kün­dig­te noch am Frei­tag an, den Schritt vor das Ver­fas­sungs­ge­richt zu gehen…” Bei­trag von und bei neu­es Deutsch­land vom 23. Juni 2017 externer Link
  • Demons­tra­ti­on: We are here! Wir sind hier! am Sa 24.6.2017 
    Demonstration: We are here! Wir sind hier! am Sa 24.6.2017 in HamburgEs ist nicht zu akzep­tie­ren, dass die G20 sich hier tref­fen um über uns zu spre­chen – ohne mit uns zu spre­chen. Es gibt vie­le Grün­de gegen G20 zu sein, vor allem für Geflüch­te­te und Migrant_​innen. Kei­ne ihrer Dis­kus­sio­nen wird irgend­ei­ne Lösung für uns brin­gen. Sie sind die­je­ni­gen, die die Grün­de für Flucht und Migra­ti­on ver­ur­sa­chen – sie ver­ur­sa­chen Krie­ge, sie beu­ten unse­re Län­der aus… Kommt mit uns auf die Stra­ße für sozia­le Rech­te für alle und gegen G20! Wir – Geflüch­te­te, Migrant*innen und unse­re Netz­wer­ke for­dern: Stoppt Kolo­ni­sie­rung, Aus­beu­tung und Krieg! Ent­schul­di­gung und Kom­pen­sa­ti­on! Für das Recht zu kom­men und zu gehen! Stoppt das Ster­ben! Migra­ti­ons­po­li­ti­ken ändern!Der Auf­ruf zur Demo externer Link ab 14:00 am Hachmannplatz/​Hauptbahnhof HH (Es gibt auch eine Flücht­lings­de­mons­tra­ti­on in Jena am 24.06.2017: Stopp-Depor­ta­ti­on-Para­de! Im Pro­test gegen den G20 Sum­mit und die Krie­ge gegen Flücht­lin­ge!! externer Link)
  • Ver­wal­tungs­ge­richt kippt Ver­bot des G20-Pro­test­camps 
    “Erneu­te juris­ti­sche Schlap­pe für die Han­se­stadt Ham­burg: Wie das zustän­di­ge Ver­wal­tungs­ge­richt am Mitt­woch bekannt­gab, ist das Ver­bot des von G20-Kri­ti­kern geplan­ten Pro­test­camps im Stadt­park auf Grund­la­ge einer poli­zei­li­chen All­ge­mein­ver­fü­gung unzu­läs­sig. Damit bestä­tig­te das Gericht sei­ne eige­ne Ent­schei­dung vom 7. Juni. Vor zwei Wochen war das zustän­di­ge Bezirks­amt Ham­burg-Nord schon ein­mal mit dem Ver­such geschei­tert, das Pro­test­camp im Stadt­park zu ver­hin­dern. (…) Die erfolg­rei­che Kla­ge gegen das Camp­ver­bot ist jedoch nicht der ein­zi­ge Fall, mit dem sich die Jus­tiz der­zeit in der Han­se­stadt mit bezug zu G20 aus­ein­an­der­set­zen muss. Auch gegen das Demons­tra­ti­ons­ver­bot in Tei­len Ham­burgs sind am Diens­tag­abend drei Eil­an­trä­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt ein­ge­gan­gen. (…) »Es ist erschre­ckend, wie der auto­ri­tä­re Aus­nah­me­zu­stand von den Mäch­ti­gen die­ser Welt zum Nor­mal­zu­stand erklärt wird – nicht nur von den Erdo­gans, Putins und Trumps die­ser Welt, auch von der deut­schen Bun­des­re­gie­rung«, so der Lie­der­ma­cher Kon­stan­tin Wecker, der die Initia­ti­ve unter­stützt.” Bei­trag von Robert D. Mey­er auf Basis von Agen­tur­mel­dun­gen in Neu­es Deutsch­land vom 22. Juni 2017 externer Link
  • War­um sich Labour­Net Ger­ma­ny mit den G20-Pro­tes­ten soli­da­ri­siert 
    Wenn sich in der BRD – ein Land, das vie­le ande­re Län­der aus­presst und nicht nur Grie­chen­land dik­tiert, dass Refe­ren­den nichts wert sind – die Mäch­tigs­ten der Welt, wie sie sich selbst nen­nen, tref­fen: Dann müs­sen wir dabei sein – bei jenen, die unge­hor­sam sind und rebel­lisch. Wenn die Stadt des Tref­fens, in die­sem Fall eben Ham­burg, zu einer Zone poli­zei­li­chen Not­stands­re­gimes gemacht wer­den soll: Dann müs­sen wir dabei sein – bei jenen, die unge­hor­sam sind und rebel­lisch.Und wenn wir Tag für Tag und Woche für Woche über gro­ße und klei­ne Kämp­fe hier und rund um die Welt berich­ten und sie nach Kräf­ten unter­stüt­zen: Dann müs­sen wir dabei sein, müs­sen mit mobi­li­sie­ren – all jene, die auch hier­zu­lan­de kämp­fen wol­len, mit oder ohne Job. Unge­hor­sam und rebel­lisch. Bei den den G20-Pro­tes­ten und im All­tag.” Unse­re Unter­stüt­zung zu und bei G20 Demo – Gren­zen­lo­se Soli­da­ri­tät statt G20 externer Link
  • Auf­ruf „Ham­burg ist unse­re Stadt“: G20-Gip­fel darf Grund­rech­te nicht außer Kraft set­zen!
    Seit gerau­mer Zeit kön­nen wir in Ham­burg erle­ben, dass die Stadt immer mehr zur grund­rechts­frei­en Zone wird. Der Ham­bur­ger Senat hat sich mit dem G20-Gip­fel immense Pro­ble­me in die Stadt geholt und löst sie auf Kos­ten der Grund­rech­te. Um das zu recht­fer­ti­gen, wird täg­lich öffent­lich­keits­wirk­sam vor den Gefah­ren durch angeb­lich etwa 8.000 gewalt­be­rei­te Pro­tes­tie­ren­de gewarnt. Einen unrühm­li­chen Höhe­punkt die­ser Ent­wick­lung stell­te die Ein­rich­tung einer etwa 38 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ßen Ver­bots­zo­ne für Demons­tra­tio­nen dar – eine Bestä­ti­gung der zuvor bereits kur­sie­ren­den, aber von Sei­ten der Poli­zei zunächst demen­tier­ten „blau­en Zone“. Und es ist davon aus­zu­ge­hen, dass das nicht die letz­te repres­si­ve poli­zei­li­che Maß­nah­me blei­ben wird. (…) Die Initiator*innen des Auf­rufs „Ham­burg ist unse­re Stadt – Wir wol­len unse­re Grund­rech­te nicht zum G20-Gip­fel abge­ben!“ sehen eine ernst­haf­te Gefähr­dung für die Grund­rech­te. Das „Fes­ti­val der Demo­kra­tie“ ist nicht mehr als ein Wer­be­slo­gan, der nicht hält, was er ver­spricht. „Wer Sicher­heit der Frei­heit vor­zieht, ist zu Recht ein Skla­ve“, sag­te Aris­to­te­les. Der Senat lässt den Ham­bur­ge­rin­nen und Ham­bur­gern kei­ne Wahl…” Aus dem Auf­ruf auf der Akti­ons­sei­te externer Link – mit dem Auf­ruf wol­len die Initia­to­rIn­nen klar machen: Grund­rech­te und Demo­kra­tie dür­fen nicht einem Pres­ti­ge­pro­jekt geop­fert wer­den. Bereits über 40 Orga­ni­sa­tio­nen und über 50 Per­so­nen haben sich dem Auf­ruf ange­schlos­sen.
  • G‑20-Gip­fel: »Wir schau­en der Poli­zei auf die Fin­ger« – Anwäl­tin­nen und Anwäl­te schlie­ßen sich zusam­men, um die Rech­te von Pro­tes­tie­ren­den zu schüt­zen
    In einem Gespräch von Kris­ti­an Stemm­ler mit der Ham­bur­ger Anwäl­tin Alex­an­dra Wich­mann in der jun­gen Welt vom 19. Juni 2017 externer Link weist die­se u.a. dar­auf­hin: “… Bun­des­weit haben sich Anwäl­tin­nen und Anwäl­ten zusam­men­ge­tan. Wir haben das Ziel, die ver­schie­de­nen Pro­tes­te gegen den Gip­fel soli­da­risch zu beglei­ten. Die Erfah­run­gen aus der Ver­gan­gen­heit zei­gen, dass die Poli­zei bei sol­chen Ereig­nis­sen immer wie­der ver­samm­lungs­recht­li­che Min­dest­stan­dards miss­ach­tet. Das betrifft zum Bei­spiel die Ein­kes­se­lung von Pro­tes­tie­ren­den oder Inge­wahrsam­nah­men, die mit einer angeb­li­chen Gefah­ren­ab­wehr begrün­det wer­den. Zudem rech­nen wir auch mit straf­recht­li­chen Sank­tio­nen gegen Pro­tes­tie­ren­de. Auch dabei wer­den wir Beschul­dig­ten recht­lich bei­ste­hen. (…) Ich hof­fe, dass die Öffent­lich­keit die Ver­su­che durch­schaut, die legi­ti­men Pro­tes­te unzu­läs­sig zu behin­dern. Angeb­lich sol­len Anrei­sen­de gewalt­tä­tig sein, Pro­test-Cam­pen­de sol­len gewalt­tä­tig sein, Demons­trie­ren­de eben­so. Pro­test gegen den G‑20-Gip­fel und auch Geg­ner­schaft zu ihm sind der Aus­druck einer leben­di­gen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Streit­kul­tur. Als sol­che müs­sen sie zuge­las­sen wer­den. Es drängt sich aber der Ein­druck auf, dass die poli­tisch und poli­zei­lich Ver­ant­wort­li­chen die­ser Auf­ga­be in kei­ner Wei­se gewach­sen sind. Das könn­te auch dar­auf hin­deu­ten, dass die Lis­te der Zumu­tun­gen noch wach­sen wird…”
  • Die Zivil­ge­sell­schaft darf mit­spie­len: Beim Civil20-Gip­fel über­reicht die orga­ni­sier­te Zivil­ge­sell­schaft ihre For­de­run­gen an die G20. An deren Poli­tik wird das wenig ändern.
    “Drei Wochen vor dem G20-Gip­fel tref­fen sich in der Ham­bur­ger Hafen­Ci­ty Uni­ver­si­tät Ver­tre­ter der orga­ni­sier­ten Zivil­ge­sell­schaft. In sechs Arbeits­grup­pen wur­den in den letz­ten Mona­ten Poli­tik­vor­schlä­ge für die G20-Regie­run­gen erar­bei­tet. An die­sem Mon­tag sol­len Ver­tre­te­rIn­nen von 200 Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (NRO) aus 50 Län­dern ihren For­de­rungs­ka­ta­log an Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel über­rei­chen, die nach­mit­tags zudem eine Rede hal­ten und an einer Podi­ums­dis­kus­si­on zur Gestal­tung der Glo­ba­li­sie­rung teil­neh­men wird. Das per­sön­li­che Erschei­nen von Ange­la Mer­kel, die gegen­wär­tig die Vor­sit­zen­de der G20 ist, soll ein Signal set­zen. Schon in einer Video­bot­schaft vom Sep­tem­ber 2016 unter­strich Mer­kel: »Ein star­kes Augen­merk wer­den wir natür­lich auch auf die Ein­bin­dung der Zivil­ge­sell­schaft legen«. (…) Wird die Betei­li­gung der Zivil­ge­sell­schaft ech­te Spiel­räu­me für pro­gres­si­ve Poli­tik­zie­le eröff­nen? Das scheint mehr als frag­lich…” Bei­trag von Samu­el Decker und Tho­mas Sablow­ski bei neu­es Deutsch­land vom 18. Juni 2017 externer Link
  • Die Gewerk­schaf­ten und der G20: Drei­fa­che Bank­rott­erklä­rung
    Frü­her, als selbst die alten Zei­ten noch bes­ser waren, gab es ein­mal einen ein­fa­chen Spruch, der gewerk­schaft­li­che Posi­tio­nen mar­kier­te: „Which side are you on?“, auf wel­cher Sei­te stehst Du. Heu­te weni­ger gebräuch­lich, ist er den­noch von euro­päi­schen und bun­des­deut­schen Gewerk­schaf­ten aus Anlass von G20 erstaun­lich deut­lich beant­wor­tet wor­den – drei­fach. Der Euro­päi­sche Gewerk­schafts­bund ver­ab­schie­det in Rom eine Erklä­rung zur EU-Poli­tik, die deren neue sozia­le Aus­rich­tung, die man als Ein­zi­ger mit bewun­derns­wer­tem Scharf­blick erkannt hat, lobt und mehr davon ein­for­dert. Zum Kli­ma­ab­kom­men (dem wenig gehei­men Groß­the­ma hin­ter den Kulis­sen von G20) reiht sich der DGB in den Chor der Trump-Kri­ti­ker ein und tut wie alle die­se so, als wäre das ein ganz tol­les Abkom­men (das jetzt natür­lich die EU, also die BRD, ver­tei­di­gen muss). Und zur Poli­zei­staats-Mobi­li­sie­rung in Ham­burg for­dert ver.di zwar nicht leich­te­re Knüp­pel für die Ein­satz­kom­man­dos, wohl aber bes­se­re Bezah­lung für Greif­trupps. In einer klei­nen – aus gege­be­nem Anlass aus­führ­lich kom­men­tier­ten – Mate­ri­al­samm­lung doku­men­tie­ren wir die drei­fa­che Bank­rott­erklä­rung
  • Demons­tra­ti­ons­ver­bot in Ham­burg – Gip­fel ohne Grund­rech­te
    Das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie legt eine Stel­lung­nah­me vor, mit der es die All­ge­mein­ver­fü­gung scharf kri­ti­siert, mit der die Stadt Ham­burg das Grund­recht auf Ver­samm­lungs- und Mei­nungs­frei­heit wäh­rend des G20-Gip­fels außer Kraft setzt. Fast die gesam­te Innen­stadt wird zu einer demo­kra­tiefrei­en Zone, kur­zer Hand wird der Aus­nah­me­zu­stand von SPD und Grü­nen ver­kün­det. Der Poli­zei wird die Defi­ni­ti­ons­ho­heit dar­über über­las­sen, wer Bür­ger­rech­te genießt. (…) Skan­da­lös ist, dass die Lüge über die Zahl der ver­letz­ten Polizist*innen beim Pro­test gegen den G7-Gip­fel in Ros­tock erneut auf­ge­tischt wird. Das Grund­rech­te­ko­mi­tee kommt zu dem Schluss: „Wer jeden Pro­test kri­mi­na­li­siert, trägt letzt­lich zur Eska­la­ti­on bei…” Mel­dung vom und beim Grund­rech­te­ko­mi­tee vom 13.6.2017 externer Link dort auch die Stel­lung­nah­me
  • G20-Pro­tes­te in gesam­ter Ham­bur­ger Innen­stadt ver­bo­ten – Demons­tra­ti­ons­bünd­nis kün­digt Kla­ge gegen »blaue Zone« an 
    “… Die Poli­zei in Ham­burg hat für den G20-Gip­fel Anfang Juli ein Demons­tra­ti­ons­ver­bot für eine Flä­che von über 30 Qua­drat­ki­lo­me­tern erlas­sen, die sich über die gesam­te Innen­stadt erstreckt. Von der All­ge­mein­ver­fü­gung betrof­fen ist die Rou­te zwi­schen Flug­ha­fen und Innen­stadt sowie die Stadt­tei­le rund um die Mes­se und die Außen­als­ter, wie Innen­se­na­tor Andy Gro­te (SPD) und Poli­zei­prä­si­dent Ralf Mar­tin Mey­er erklär­ten. Zeit­wei­se soll das Demons­tra­ti­ons­ver­bot auch rund um die Elb­phil­har­mo­nie und die Spei­cher­stadt gel­ten, wo die Gip­fel­teil­neh­mer ein Kon­zert besu­chen wer­den. Das Ver­samm­lungs­ver­bot soll vom 7. Juli um sechs Uhr mor­gens bis zum 8. Juli um 17 Uhr gel­ten. (…) »End­lich ist die Kat­ze aus dem Sack und der rot-grü­ne Senat kann auf­hö­ren, G20 als Fes­ti­val der Demo­kra­tie zu ver­kau­fen«, sagt »NoG20«-Bündnissprecherin Emi­ly Laquer dem »nd«. Wäh­rend des Gip­fels wür­den gan­ze Qua­drat­ki­lo­me­ter der Mil­lio­nen­me­tro­po­le in einem poli­ti­schen Aus­nah­me­zu­stand ver­setzt und den Bür­gern ihre Stim­me genom­men. »Dar­über soll­te jeder ent­setzt sein, dem etwas an Demo­kra­tie und Mei­nungs­frei­heit liegt.« (…) Da es jetzt eine offi­zi­el­le Ver­fü­gung über die Ver­bots­zo­ne gebe, kön­nen die Orga­ni­sa­to­ren jetzt das durch­füh­ren, was sie schon lan­ge ange­kün­digt hät­ten: »Wir kön­nen end­lich vor Gericht zie­hen und gegen die blaue Zone kla­gen.«…” Mel­dung von und bei neu­es Deutsch­land vom 9. Juni 2017 externer Link
  • [G20] Gegen die Spal­tung und Kri­mi­na­li­sie­rung der Pro­tes­te 
    “Genau einen Monat vor den G20-Pro­tes­ten in Ham­burg haben …ums Gan­ze!, Inter­ven­tio­nis­ti­sche Lin­ke, Pro­jekt Revo­lu­tio­nä­re Per­spek­ti­ve (PRP), queer-femi­nis­ti­sches Bünd­nis gegen G20, radi­ka­le linke|berlin und wei­te­re Grup­pen bzw. Orga­ni­sa­tio­nen eine spek­tren­über­grei­fen­de Erklä­rung gegen die Spal­tung und Kri­mi­na­li­sie­rung der Pro­tes­te ver­öf­fent­licht. Aus­zug: “Wir stel­len uns daher gegen jede Spal­tung und Kri­mi­na­li­sie­rung der Pro­tes­te. Wir erklä­ren uns mit allen soli­da­risch, die das Ziel tei­len, aus die­sem Event der Macht ein Fes­ti­val der grenz­über­grei­fen­den Soli­da­ri­tät zu machen. Wir kom­men auf die Stra­ßen Ham­burgs um die kapi­ta­lis­ti­sche Nor­ma­li­tät und ihren Gip­fel zu stö­ren. Wir ste­hen für ver­schie­de­ne Tra­di­tio­nen, Per­spek­ti­ven und Ansät­ze, doch wir wer­den zusam­men dafür arbei­ten, dass sich die unter­schied­li­chen Akti­ons­for­men nicht behin­dern, son­dern viel­mehr pro­duk­tiv ergän­zen. Wir wer­den uns dafür ein­set­zen, dass alle Men­schen nach Ham­burg kom­men und dort auch unter­kom­men kön­nen. Und wir laden alle ein, schon jetzt die Her­aus­for­de­rung anzu­neh­men und mit uns gemein­sam, krea­tiv und viel­fäl­tig den Auf­stand gegen die Eli­ten und ihren Aus­nah­me­zu­stand zu wagen.” (…) Wir wer­den uns weh­ren. Ob das rich­tig ist, ist für uns kei­ne Fra­ge. Ob es mög­lich ist, wird nur prak­tisch zu ermit­teln sein. Wir sind dazu bereit. We’ll come united.” Aus der Gemein­sa­men Erklä­rung vom 8. Juni 2017 bei indy­m­e­dia links­un­ten externer Link
  • Ham­burg auf dem Weg in den Poli­zei­staat?
    “Die The­se ist alt, dass wir auf dem Weg in einen Poli­zei­staat, in einen „Sicher­heits­staat“ sind, bei dem die Effi­zi­enz der staat­li­chen Macht und Macht­an­wen­dung die obers­te Prio­ri­tät besitzt. (…) Das deut­lichs­te Zei­chen des Ver­suchs, die Men­schen von einer Teil­nah­me an den Pro­tes­ten abzu­hal­ten, ist der Ver­such, jed­we­des Camp in der Umge­bung von Ham­burg zu unter­bin­den. Ein Camp im Ham­bur­ger Stadt­park ist bereits ver­bo­ten wor­den, um die Anmel­dung im Alto­na­er Volks­park wird noch gerun­gen. Wer jedoch den G20 in die Stadt ein­lädt, lädt demo­kra­tisch zwangs­läu­fig zugleich deren Kritiker*innen ein. Und so darf sich eine Stadt nicht nur um das kör­per­li­che Wohl­erge­hen der Staats­gäs­te küm­mern, son­dern muss auch den Pro­tes­tie­ren­den Raum geben, in dem sie ihre Bedürf­nis­se befrie­di­gen kön­nen, in dem sie ihr Leben gemein­sam orga­ni­sie­ren kön­nen. (…) Zugleich machen die Ver­su­che, Camps zu ver­hin­dern auch die ande­re Stra­te­gie offen­sicht­lich. Wenn ein Vor­ge­hen, ein Bünd­nis, die Men­schen, die aktiv wer­den, den „Her­ren“ nicht genehm sind, dann behaup­ten sie, es han­de­le sich um „Gewalt­be­rei­te“, um „Auto­no­me“, es gin­ge die­sen nicht um Kri­tik und öffent­li­che Aus­ein­an­der­set­zung, son­dern um „Kra­wall“. Bele­gen müs­sen sie das nicht, kön­nen das auch nicht. Eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft darf die­se Angst­ma­che nicht über­neh­men und selbst das Miss­trau­en – vor allem gegen­über allen „Frem­den“ – zum Aus­gangs­punkt des eige­nen Han­delns machen…” Bei­trag von Elke Ste­ven vom 1. Juni 2017 beim Grund­rech­te­ko­mi­tee externer Link
  • Rote Hil­fe e.V ruft zur Extra-Spen­den­samm­lung wegen G20 auf: Wider­stand braucht Soli­da­ri­tät
    Schon jetzt ist deut­lich, dass der bevor­ste­hen­de G20-Gip­fel auch ein Gip­fel der Repres­si­on sein wird: Meh­re­re 10.000 Polizist*innen sowie eine Rei­he neu ange­schaff­ter gepan­zer­ter Son­der­ein­satz­wa­gen wer­den im Ein­satz sein, um gegen Demonstrant*innen vor­zu­ge­hen (…) Auch die am 27.04.2017 beschlos­se­ne Ver­schär­fung der Para­gra­fen §§113ff. kann erhöh­te Repres­si­on zur Fol­ge haben. Kon­kret wei­tet die Geset­zes­ver­schär­fung den Tat­be­stand so genann­ter „Wider­stands­hand­lun­gen gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te“ auf die gesam­te Dienst­aus­übung von Polizist*innen aus (…)„Wir rech­nen mit einer gro­ßen Anzahl an Fest- & Inge­wahrsam­nah­men sowie Straf­ver­fah­ren und Ver­ur­tei­lun­gen wäh­rend des Gip­fels. Damit die Betrof­fe­nen mit finan­zi­el­len Fol­gen nicht allei­ne gelas­sen wer­den, sind wir alle gefor­dert, die­se Kos­ten soli­da­risch zu tei­len! Dafür benö­ti­gen wir drin­gend eure Unter­stüt­zung!“, so Hei­ko Lan­ge, Mit­glied des Bun­des­vor­stan­des der Roten Hil­fe e.V.“ – aus der Star­ter­klä­rung zur Spen­den­samm­lung externer Link „Wider­stand braucht Soli­da­ri­tät- Rote Hil­fe e.V. star­tet Spen­den­kam­pa­gne zum G20-Gip­fel in Ham­burg“ am 23. Mai 2017 bei der Roten Hil­fe
  • Gip­fel­pro­tes­te nach dem Empi­re: Hafen­blo­cka­de, lin­ke Gegen­ent­wür­fe und Orga­ni­sa­ti­ons­fra­ge – wozu die G20-Pro­test­ta­ge in Ham­burg gut sein soll­ten
    “Im Bewe­gungs­blog des neu­en deutsch­land war­fen Tad­zio Mül­ler (Rosa-Luxem­burg-Stif­tung) und Alexis Pas­s­a­da­kis (attac) am 7. April die Fra­ge auf, war­um die (außer­par­la­men­ta­ri­sche) Lin­ke im Juli gegen das G20-Gip­fel­tref­fen in Ham­burg mobi­li­siert. Nach der Welt­wirt­schafts­kri­se von 2008, so ihr Argu­ment, sei die Hege­mo­nie des Neo­li­be­ra­lis­mus gebro­chen. Mit dem Bewe­gungs­zy­klus der letz­ten Jah­re sei zudem das lin­ke Pro­jekt wie­der sicht­bar gewor­den. Gip­fel­pro­tes­te sei­en, anders als in den 2000er Jah­ren, daher vor allem inef­fek­ti­ver Sym­bo­lis­mus (…) Dem wäre ent­ge­gen­zu­hal­ten, dass lin­ke Bewe­gun­gen nicht grund­sätz­lich von der Kri­se des Neo­li­be­ra­lis­mus pro­fi­tie­ren konn­ten. Das poli­ti­sche Feld wird viel­mehr von einer ver­schärf­ten neo­li­be­ra­len Aus­teri­täts­po­li­tik einer­seits und einer neo­fun­da­men­ta­lis­ti­schen bzw. reak­tio­nä­ren Ten­denz ande­rer­seits bestimmt. (…) Lang­fris­tig wird es dar­um gehen, dass wir die Erfah­run­gen aus den Mobi­li­sie­run­gen gegen G20 in unse­ren Bewe­gungs­zu­sam­men­hän­gen zur Kon­sti­tu­ti­on einer »Bewe­gung der Bewe­gun­gen« nut­zen. Davon sind wir heu­te noch weit ent­fernt, doch wird die­se stra­te­gi­sche Über­ein­kunft im Ange­sicht der regres­si­ven Ten­den­zen immer dring­li­cher. (…) Für die Mobi­li­sie­run­gen gegen G20 bedeu­tet das, dass beim Expe­ri­men­tie­ren mit der Pro­test­form der Wider­spruch von Kapi­tal und Arbeit berück­sich­tigt wer­den muss. So wäre etwa mit einer Hafen­blo­cka­de als Hafen­streik eine neue Qua­li­tät in brei­tem zivi­len Unge­hor­sam gewon­nen. Die Bewe­gung in Frank­reich letz­tes Jahr gegen das neue Arbeits­ge­setz (Loi Tra­vail) konn­te ein­zel­ne Momen­te des Zusam­men­schlus­ses von »Mul­ti­tu­den-Sub­jek­ten« und Arbei­ter­klas­se in Blo­cka­de und Streik sicht­bar machen: Streik innen, Blo­cka­de außen, Zustim­mung drum­her­um. Das könn­te auch eine Wei­ter­ent­wick­lung für »zivi­len Unge­hor­sam« sein, der in Mas­sen­be­we­gun­gen wirk­li­chen öko­no­mi­schen Scha­den anrich­tet und poli­ti­sche Wir­kung ent­fal­tet.” Dis­kus­si­ons­bei­trag David Doell vom 16. Mai 2017 in ak – ana­ly­se & kri­tik – zei­tung für lin­ke Debat­te und Pra­xis Nr. 627 externer Link
  • G20 Ham­burg: Die Revi­ta­li­sie­rung der Gewerk­schafts­be­we­gung
    In der Mobi­li­sie­rung gegen den G20-Gip­fel steckt die Chan­ce, neue Mit­strei­ter für all­täg­li­che Kämp­fe zu gewin­nen (…) Drei Aspek­te kön­nen zur Revi­ta­li­sie­rung der Gewerk­schafts­be­we­gung im Rah­men der Pro­tes­te gegen G20 bei­tra­gen. 1. Glo­bal kämp­fen statt natio­nal ver­zich­ten. Als Gewerk­schaf­ten kämp­fen wir Tag für Tag, vor allem im Betrieb und in Tarif­aus­ein­an­der­set­zun­gen auf natio­na­ler Ebe­ne gegen die klei­ne­ren und grö­ße­ren Angrif­fe des Kapi­tals. Oft aber ver­liert sich in der betrieb­li­chen Per­spek­ti­ve der Blick auf den gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Zusam­men­hang der eige­nen Situa­ti­on. Die äuße­ren Ein­flüs­se auf die eige­nen Arbeits- und Repro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen schei­nen als gege­ben und unver­än­der­bar. Beson­ders ver­lo­ren gehen dabei die Mög­lich­kei­ten von kol­lek­ti­vem Wider­stand und der Blick auf das Gro­ße und Gan­ze, begüns­tigt durch sys­tem­im­ma­nen­te Ver­ein­ze­lungs- und Indi­vi­dua­li­sie­rungs­ten­den­zen. Hier­durch rückt die Per­spek­ti­ve, inter­na­tio­na­le Kämp­fe zu füh­ren, als Alter­na­ti­ve zum kurz­fris­ti­gen Ver­zicht zur Siche­rung von Stand­ort und Beschäf­ti­gung, in wei­te Fer­ne. Die Not­wen­dig­keit, Kämp­fe an ande­ren Orten zu sei­nen eige­nen zu machen, steigt jedoch immer mehr. Einer­seits um das Elend in der kapi­ta­lis­ti­schen Peri­phe­rie zu bekämp­fen, ande­rer­seits um Kämp­fe in den kapi­ta­lis­ti­schen Zen­tren nicht durch das Prin­zip der inter­na­tio­na­len Kon­kur­renz zu unter­lau­fen. (…) Über die kon­kre­ten Kämp­fe, die wir ein­gangs beschrie­ben haben, neh­men wir bei der Mobi­li­sie­rung zu den Pro­tes­ten der­zeit wie­der grund­sätz­li­che­re Dis­kus­sio­nen über die Ver­hält­nis­se, in denen wir leben, wahr. Dazu gehört auch die Dis­kus­si­on über eine Gewerk­schafts­be­we­gung, die ihrem Dop­pel­cha­rak­ter (Kampf im Lohn­sys­tem – Kampf gegen das Lohn­sys­tem) ein Stück weit mehr gerecht wird…” Arti­kel von Timo Reu­ter und Mar­vin Hopp vom 15.05.2017 beim ND online externer Link. Timo Reu­ter und Mar­vin Hopp sind aktiv in der IG Metall Jugend Nie­der­sach­sen/­Sach­sen-Anhalt und dem Jugend­aus­schuss beim Vor­stand der IG Metall. Sie sind Teil der bun­des­wei­ten Platt­form »Jugend gegen G20«.
  • Glo­ba­ler Offe­ner Brief an die Ein­woh­ner­schaft Ham­burgs: „Wir kom­men gegen G20, nicht als Stö­rer“
    Die Inter­na­tio­na­le Koor­di­na­ti­on gegen G20 hat in dem Offe­nen Brief „From across the world tog­e­ther against the G20: an open let­ter to the peop­le of Ham­burg“ am 16. Mai 2017 im Open Demo­cra­cy Net externer Link sich an die Ein­woh­ne­rIn­nen Ham­burgs gewandt, um zu unter­strei­chen, dass alle Angst­pro­pa­gan­da vor den Pro­tes­ten poli­ti­sches Kal­kül jener sei­en, die die tat­säch­li­che Gefahr und nicht nur für Ham­burg sei­en. Die soge­nann­ten Gefah­ren­zo­nen sei­en des­we­gen eben auch nicht Aus­druck von Über­le­gun­gen der Men­schen, die nach Ham­burg kom­men, um zu pro­tes­tie­ren, son­dern eine Vor­ge­hens­wei­se die Pro­tes­te gegen die Abspra­chen, die dort getrof­fen wür­den, zu ver­hin­dern. Sie­he den Offe­nen Brief auch auf Deutsch externer Link
  • „Feu­er frei“ auf G20 Pro­tes­te?
    Fast scheint es, als ob die Han­se­stadt sich für Anfang Juli auf einen Krieg vor­be­rei­tet: Die Ham­bur­ger Poli­zei wur­de recht­zei­tig für den Anti-Ter­ror-Kampf auf­ge­rüs­tet, eine Gefan­ge­nen-Sam­mel­stel­le wird errich­tet und Innen­se­na­tor Andy Gro­te (SPD) ließ durch­bli­cken, dass Blo­cka­den der Rou­ten der Auto-Kor­sos mit den Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­kern, die am G‑20-Gip­fel am 7./8. Juli 2017 in Ham­burg teil­neh­men, even­tu­ell dazu füh­ren, dass “die bewaff­ne­ten Sicher­heits­kräf­te der Staats­gäs­te, die die Kolon­ne beglei­ten, das als Ernst­fall wer­ten”. Heißt im Klar­test: “Stö­rer” (Bild) müs­sen damit rech­nen, dass scharf geschos­sen wird“ – aus dem Bei­trag „Darf beim G‑20-Gip­fel in Ham­burg scharf geschos­sen wer­den?“ von Bir­git Gärt­ner am 12. Mai 2017 bei tele­po­lis externer Link, wor­in detail­liert über die Vor­be­rei­tun­gen der G 20 Betrei­ber berich­tet wird, die die Repres­si­on erleich­tern und Abschre­ckung ver­brei­ten sol­len
  • Aktio­nen gegen G20 sind wich­ti­ger als ande­re Pro­tes­te
    “… Für den Lite­ra­tur­kri­ti­ker und lin­ken Theo­re­ti­ker Micha­el Hardt sind die geplan­ten Pro­tes­te gegen den Ham­bur­ger G20-Gip­fel im Juli von immenser Bedeu­tung. Sie »wer­den womög­lich noch wich­ti­ger als ande­re Pro­tes­te der ver­gan­ge­nen Jah­re sein, weil sich hier die erfolg­rei­chen Rechts­po­pu­lis­ten mit den Neo­li­be­ra­len ver­bin­den«, sagt Hardt im »nd«-Interview. So wie die rech­ten Bewe­gun­gen eine glo­ba­le Gefahr sei­en, müs­se man als ers­tes eine genau­so glo­ba­le Pro­test­be­we­gung dage­gen auf­bau­en, so Hardt. Dem an der Duke Uni­ver­si­ty in Durham in North Caro­li­na leh­ren­den Wis­sen­schaft­ler reicht Pro­test nicht aus. So hät­ten die Platz­be­set­zungs­be­we­gun­gen in Nord­afri­ka, Euro­pa und den USA vor rund fünf Jah­ren eins gemein gehabt: »Die irgend­wann um sich grei­fen­de Ent­täu­schung über die man­geln­de Lang­le­big­keit, und dass es ihnen nicht mög­lich war, wirk­li­che sozia­le Trans­for­ma­tio­nen in die Wege zu lei­ten.« Hardt lehn­te gleich­zei­tig die Schaf­fung stark hier­ar­chi­scher Orga­ni­sa­tio­nen ab: »In den ver­gan­ge­nen 40 Jah­ren haben die sozia­len Bewe­gun­gen und die Frei­heits­be­we­gun­gen sich gegen cha­ris­ma­ti­sche Füh­rer und eine zen­tra­le Füh­rung gewen­det.« Das hät­ten sie auch rich­tig gemacht. »Sie taten dies im Namen der Demo­kra­tie und Par­ti­zi­pa­ti­on«, so Hardt…” Bei­trag von und bei neu­es Deutsch­land vom 5. Mai 2017 externer Link (Hardt hat zusam­men mit dem ita­lie­ni­schen Phi­lo­so­phen Anto­nio Negri unter ande­rem das Buch »Empi­re« geschrie­ben, das als das wich­tigs­te theo­re­ti­sche Werk der glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­schen Bewe­gung gilt. Im Okto­ber erscheint ihr neu­es Buch »Assem­bly«). Sie­he dazu auch das Inter­view von Simon Poel­chau mit Micha­el Hardt “Jetzt ist die Zeit, Gro­ßes zu tun” bei neu­es Deutsch­land vom 9. Mai 2017 externer Link wo Hardt betont, dass für ihn, in sozia­len Koope­ra­tio­nen jen­seits kapi­ta­lis­ti­scher Ver­wer­tung ein Garan­ten für den Fort­be­stand der Demo­kra­tie besteht
  • Offe­ner Brief: Kein Aus­nah­me­zu­stand in Ham­burg wäh­rend des G20-Gip­fels!
    “Mit einem Offe­nen Brief wen­den sich das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie, der Repu­bli­ka­ni­sche Anwäl­tin­nen- und Anwäl­te­ver­ein, die Ver­ei­ni­gung Demo­kra­ti­scher Juris­tin­nen und Juris­ten, die Huma­nis­ti­sche Uni­on und die Liga für Men­schen­rech­te an die Regie­rungs­frak­tio­nen der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft. Sie befürch­ten, dass die Stadt Ham­burg anläss­lich des G20-Gip­fel­tref­fens Anfang Juli 2017 in einen Aus­nah­me­zu­stand ver­setzt wird. In einer Demo­kra­tie darf weder das Grund­recht auf Ver­samm­lungs­frei­heit aus­ge­he­belt, noch die Bewe­gungs­frei­heit der Bür­ger und Bür­ge­rin­nen mas­siv ein­ge­schränkt wer­den. Die fünf bun­des­weit akti­ven Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen schrei­ben: „ (…) Wür­den Grund­rech­te nur in guten und unkom­pli­zier­ten Zei­ten gel­ten, wären es kei­ne Grund­rech­te und hät­te ihre ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Garan­tie kei­ner­lei Wert. Sicher­heits­in­ter­es­sen des Staa­tes kön­nen die Grund­rech­te, die Frei­heits­rech­te der Bürger*innen sind, nicht ver­drän­gen. Demo­kra­tie ver­liert jede Sub­stanz, wenn Sicher­heits­in­ter­es­sen die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Frei­heits­rech­te aus­he­beln.“…” Mit­tei­lung vom 19. April 2017 von und beim Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie externer Link, sie­he dazu auch den Offe­nen Brief an die Regie­rungs­frak­tio­nen in der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft vom 19. April 2017 externer Link
  • 2. Akti­ons­kon­fe­renz gegen G20 im Mil­l­ern­tor­sta­di­on: Meh­re­re Hun­dert Men­schen pla­nen Aktio­nen gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg
    Mehr als 800 Men­schen aus ganz Euro­pa folg­ten der Ein­la­dung zur 2. Akti­ons­kon­fe­renz gegen den G20-Gip­fel und kamen am 8. und 9.4.2017 ins Mil­l­ern­tor­sta­di­on. In zahl­rei­chen Arbeits­grup­pen wur­den kon­kre­te Akti­vi­tä­ten gegen den G20-Gip­fel geplant. (…) Kon­kret wur­den fol­gen­de Aktio­nen wäh­rend der Kon­fe­renz vor­be­rei­tet: Kli­ma-Akti­on (7.7.), Social-Strike Akti­on (7.7.): Eine inter­na­tio­nal vor­be­rei­te­te Akti­on im Hafen die mas­sen­haft und sym­bo­lisch süd­lich der Elbe “die Logis­tik des Kapi­tals unter­bre­chen” will und inhalt­lich auf die “sozia­le Fra­ge” zielt., Block-G20 (7.7.), Jugend gegen G20 (7.7.) und die Gross­de­mons­tra­ti­on (8.7.)...” Aus der Pres­se­mit­tei­lung vom 9.4.2017 des g20ham­burg-Bünd­nis­ses
  • Inter­na­tio­na­le Akti­ons­kon­fe­renz II am 8. & 9. April Ham­burg: G20: Zeit zu han­deln – gemein­sam und viel­fäl­tig
    Die nächs­te Akti­ons­kon­fe­renz gegen den G20: Gip­fel wird am 8. & 9. April statt­fin­den. Und zwar am Ort des Gesche­hens, mit­ten im Her­zen von St. Pau­li im Ball­saal des Mil­l­ern­tor-Sta­di­ons. Wir erwar­ten hun­der­te Gäs­te aus dem In- und Aus­land um die hei­ße Pha­se der Pro­test-Vor­be­rei­tun­gen ein­zu­läu­ten. Expli­zit wird auf der Kon­fe­renz aber auch Raum sein, damit sich Anwohner*innen wei­ter ver­net­zen und ihre viel­fäl­ti­gen Akti­ons­ideen vor­stel­len und wei­ter vor­an­trei­ben kön­nen. Die Akti­ons­kon­fe­renz wird im Ball­saal des Mil­l­ern­tor-Sta­di­ons begin­nen. Die Arbeits­grup­pen fin­den dann dezen­tral im gesam­ten umlie­gen­den Vier­tel statt…Info und Ein­la­dung beim Akti­ons­bünd­nis G20 Ham­burg externer Link – dort auch Ablauf und Pro­gramm, nun ganz kon­kret: “… Akti­ve aus ganz Deutsch­land – dar­un­ter vie­le Ham­bur­ge­rin­nen und Ham­bur­ger – und aus vie­len ande­ren Län­dern wer­den ihre Pla­nun­gen vor­an­trei­ben und über die Groß­de­mons­tra­ti­on, den Soli­da­ri­täts­gip­fel, den Akti­ons­tag sowie über die ant­ka­pi­ta­lis­ti­sche Vor­abend­de­mo im Juli dis­ku­tie­ren. Die Kon­fe­renz bie­tet dabei Raum für alle Pro­test­ak­tio­nen, die sich soli­da­risch auf­ein­an­der bezie­hen. Vor­ge­stellt wer­den etwa Blo­cka­den der Hafen­lo­gis­tik von kli­ma­schäd­li­cher Infra­struk­tur und an der Roten Zone Innen­stadt sowie die Initia­ti­ve von Jugend­li­chen für einen ham­burg­wei­ten Bil­dungs­streik. Das Kul­tur­pro­gramm und ein Camp für Gip­fel­geg­ne­rin­nen und ‑geg­ner wer­den eben­so kon­kre­ti­siert wie für die Anrei­se aus Süd­deutsch­land geplan­te Son­der­zü­ge. Mit der Akti­ons­kon­fe­renz beginnt zugleich die aktio­nis­ti­sche Pha­se der G20-Mobi­li­sie­rung: Am Sams­tag­abend zie­hen die Teil­neh­men­den in einer ers­ten Demons­tra­ti­on vom Sta­di­on bis zum Ort des G20-Tref­fens an den Mes­se­hal­len. Am Sonn­tag berei­ten sie sich mit Akti­ons­trai­nings auf die Pro­tes­te im Juli vor…” Alle Infos zur Kon­fe­renz auf der Akti­ons­sei­te externer Link
  • In Vor­be­rei­tung der G20-Pro­tes­te wird auch über die Bun­des­wehr debat­tiert 
    Dass Han­del Frie­den schaf­fe, ist eine der zen­tra­len Pro­pa­gan­dathe­men des Bür­ger­tums welt­weit. Dass glo­ba­le Kapi­tal­in­ter­es­sen ganz im Gegen­satz zu die­ser Behaup­tung immer auch eine mili­tä­ri­sche Dimen­si­on haben ist Grund dafür, das The­ma auch beim Wider­stand gegen die G20 zu behan­deln, was immer nötig ist, selbst wenn über das Wie Dis­kus­si­ons­be­darf bestehen mag: „Wir gehen davon aus, dass die Bun­des­wehr im Kon­text der Pro­tes­te gegen den Gip­fel ein­ge­setzt wird. Koope­ra­ti­on von Poli­zei und Bun­des­wehr ist längst All­tag – zum Bei­spiel bei poli­ti­schen Groß­ereig­nis­sen wie dem G‑8-Tref­fen in Hei­li­gen­damm 2007 oder dem OSZE-Gip­fel in Ham­burg ver­gan­ge­nes Jahr. Der­zeit sind vor allem unter dem Stich­wort »Ter­ror­ab­wehr« Vor­stö­ße zu beob­ach­ten, die bestehen­de Koope­ra­ti­on und den Ein­satz der Armee im Inland aus­zu­bau­en und sie ideo­lo­gisch sowie juris­tisch bes­ser abzu­si­chern“ – aus dem Gespräch „Die Bun­des­wehr ist nicht die Cari­tas“ von John Lüt­ten mit Ali­son Dorsch am 28. März 2017 in der jun­gen Welt externer Link über die Debat­ten um die Bun­des­wehr in Vor­be­rei­tung der Anti-G20-Pro­tes­te
  • Stadt Ham­burg möch­te Pro­test gegen G20 ganz weit weg haben…
    Zusätz­lich zu besag­ter Absa­ge für den Platz der Abschluss­kund­ge­bung hat uns die Poli­zei schon mit­ge­teilt: So wie wir die ver­schie­de­nen Demo­rou­ten von der Moor­wei­de zum Hei­li­gen­geist­feld ange­mel­det haben, wird es nicht gehen. Dar­über ist am 7. April ein Gespräch im Poli­zei­prä­si­di­um anbe­raumt. Wir wer­den uns zunächst anhö­ren, was sie dazu sagt. Und gege­be­nen­falls in bei­den Ange­le­gen­hei­ten gericht­lich dage­gen vor­ge­hen“ – aus dem Gespräch „»Wir wol­len nicht auf die grü­ne Wie­se«“ von Git­ta Düper­thal mit Jan van Aken am 27. März 2017 in der jun­gen Welt externer Link, in dem es um die ver­schie­de­nen Vor­ge­hens­wei­sen geht, mit denen der Pro­test gegen G20 abge­scho­ben wer­den soll. Sie­he dazu auch als Bei­spiel einen Bericht über die Mobi­li­sie­rung gegen G20 in Ham­burg anders­wo:
  • Aus­wer­tungs­pro­to­koll der 1. Ber­li­ner Voll­ver­samm­lung gegen G20
    Etwa 200 Men­schen kamen am 28.01.17 zur ers­ten Ber­li­ner „Voll­ver­samm­lung gegen den G20-Gip­gel in Ham­burg“ im Mehring­hof, um gemein­sam zu über­le­gen, was die­ser Gip­fel für uns bedeu­ten kann und wie wir hier aktiv wer­den wol­len. Wäh­rend die nächs­te Voll­ver­samm­lung eigent­lich erst für März geplant war, fin­det sie nun auf Wunsch vie­ler Teilnehmer*innen der ers­ten VV bereits am kom­men­den Sams­tag, 25.02.2017, um 13 Uhr statt, eben­falls im Mehring­hof. Neue inter­es­sier­te Men­schen sind herz­lich ein­ge­la­den! Auch wenn die ers­te Ber­li­ner VV gegen den G20 ange­sichts der Tat­sa­che, dass die­ses mie­se Event bereits in eini­gen Mona­ten statt­fin­den soll, recht spät statt­ge­fun­den hat, so ist doch das The­ma G20 schon län­ger ein The­ma auch für Ber­li­ner Aktivist*innen. Bereits 2016 wur­den diver­se Aktio­nen in Ber­lin mit dem The­ma G20 in Ver­bin­dung gebracht; mehr Infor­ma­tio­nen dazu fin­den sich etwa hier und hier. Alle Rede­bei­trä­ge der VV wur­den auf eng­lisch über­setzt, eine sehr sinn­vol­le Maß­nah­me, die von nicht weni­gen Teilnehmer*innen der Kon­fe­renz genutzt wur­de. Zu Beginn der Ver­an­stal­tung gab es einen recht aus­führ­li­chen Input zur Ver­an­stal­tung, der hier noch mal nach­ge­le­sen wer­den kann, und es wur­de auf anste­hen­de Ter­mi­ne ein­ge­gan­gen. Die­se haben wir am Ende die­ses Tex­tes noch mal als Über­blick zusam­men­ge­fasst…Bei­trag vom 21. Febru­ar 2017 bei Indy­m­e­dia links­un­ten externer Link
  • Von der Kriegs­kunst des Kapi­tals
    Der Neo­li­be­ra­lis­mus hat sich selbst über­lebt und west doch unver­min­dert fort, wäh­rend der glo­ba­le Rechts­ruck Stra­ßen und Par­la­men­te über­nimmt: Davon ist auch die Zusam­men­set­zung des Gip­fels geprägt. So wer­den sich in Ham­burg Des­po­ten wie Trump, Erdoğan oder Putin mit den alt­be­kann­ten Verwalter*innen des Neo­li­be­ra­lis­mus die Klin­ke in die Hand geben. Die Ent­schei­dung, sol­che Gip­fel nicht mehr irgend­wo in der Pam­pa, son­dern wie­der in den Innen­städ­ten zu ver­an­stal­ten, zeigt deut­lich, wie fest die Herr­schen­den mei­nem im Sat­tel zu sit­zen. Dem insze­nier­ten Show­down zwi­schen den schlech­ten Alter­na­ti­ven von auto­ri­tä­rem Neo­li­be­ra­lis­mus oder natio­na­ler Wen­de, die sich aller Vorraus­sicht nach doch arran­gie­ren wer­den, gilt es ent­schlos­sen ent­ge­gen­zu­tre­ten – und so der fal­sche Ent­ge­gen­set­zung zu ent­kommt. Zum G20-Gip­fel wol­len wir des­halb Auf­merk­sam­keit der radi­ka­len Lin­ken auf die Logis­tik des Kapi­tals rich­ten. War­um das kei­ne völ­lig abwe­gi­ge Idee ist, son­dern wir damit in das Herz der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on zie­len, wol­len wir im fol­gen­den begrün­den…Bei­trag vom 16. Febru­ar 2017 beim lower class maga­zi­ne externer Link
  • Kei­ne »Distan­zie­rungs­spie­le« – Theo­rie und Pra­xis: Rund 400 Teil­neh­mer kamen am Wochen­en­de zur Akti­ons­kon­fe­renz »G 20 entern« in Ham­burg
    … Zufrie­den mit dem Ver­lauf der Akti­ons­kon­fe­renz zeig­te sich Timo von »G 20 entern« im Gespräch mit jun­ge Welt. Man ver­ste­he sich nicht als fes­tes Bünd­nis, son­dern sei offen für alle, die revo­lu­tio­när und anti­ka­pi­ta­lis­tisch agier­ten. Auch hal­te man alle For­men von Wider­stand für legi­tim und wer­de sich nicht an »Distan­zie­rungs­spie­len« betei­li­gen. Zu den G‑20-Pro­tes­ten erwar­te er Tau­sen­de Akti­vis­ten aus dem In- und Aus­land. Mit Blick auf die vor­aus­sicht­li­che Poli­zei­stra­te­gie und mög­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen sag­te er: »Nach mei­ner Ein­schät­zung stol­pert in Ham­burg min­des­tens der Innen­se­na­tor über G 20, wenn nicht der Bür­ger­meis­ter.« Am Abend beka­men die Kon­fe­renz­teil­neh­mer einen Ein­druck davon, wie Ham­burgs Poli­zei bereits knapp fünf Mona­te vor dem G– 20-Gip­fel auf jeden lin­ken Pro­test reagiert. Rund 70 Akti­vis­ten zogen zum Mes­se­ge­län­de, dem Ver­an­stal­tungs­ort des Gip­fels. Die Gegen­sei­te bot zwei Hun­dert­schaf­ten und drei Was­ser­wer­fer auf.Arti­kel von Kris­ti­an Stemm­ler vom 13.02.2017 in der jun­gen Welt externer Link
  • [Ham­burg 11.2.] Akti­ons­kon­fe­renz: G20 entern – Kapi­ta­lis­mus ver­sen­ken!
    “​Im Juli trifft sich die Herr­schafts­eli­te in Ham­burg zum G20-Gip­fel und will um die Welt scha­chern. Damit wir uns nicht nur im blin­den Aktio­nis­mus dage­gen ver­lie­ren, wol­len wir euch im Vor­feld theo­re­ti­schen Input bie­ten und mit euch über die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen in der Welt dis­ku­tie­ren. Anschlie­ßend stel­len ver­schie­de­ne Arbeits­krei­se ihre bis­he­ri­ge Arbeit vor, geben euch die Mög­lich­keit mit­zu­wir­ken, den Pro­test zu gestal­ten und die Fra­ge „was tun?“ zu erör­tern…” Ein­la­dung von und bei “G20 entern!” externer Link zur Akti­ons­kon­fe­renz am Sams­tag, 11.2. ab 12 Uhr an der Uni Ham­burg, Von-Mel­le-Park 9, sie­he auch den Fly­er zur Akti­ons­kon­fe­renz externer Link
  • G20: Ham­burg ist bereit für die Meu­te­rei gegen Trump. NGOs, Gewerk­schafts­ju­genden und die LINKE pla­nen ver­schie­de­ne For­men des Pro­tests
    Pünkt­lich zur Ankün­di­gung Donald Trumps, im Juli nach Ham­burg zu kom­men, nimmt der Pro­test zum G20-Gip­fel in Ham­burg For­men an: Zu der von der »NoG20«-Plattform in Ham­burg geplan­ten Groß­de­mons­tra­ti­on am 8. Juli sowie dem Alter­na­tiv­gip­fel und Blo­cka­de­ak­tio­nen gesellt sich ein wei­te­rer Akti­ons­tag. Die Pro­test­wo­che star­tet ver­mut­lich am 2. Juli mit einer Groß­ak­ti­on im Form eines Stern­mar­sches oder einer Men­schen­ket­te, die aus dem Spek­trum von Cam­pact, Green­peace und den Natur­Freun­den orga­ni­siert wird. (…) Auf dem letz­ten NGO-Tref­fen Mit­te Janu­ar wur­den die Wogen geglät­tet. Von Spal­tung mag nun kei­ner mehr spre­chen. Das liegt wohl dar­an, dass auch von einer zwei­ten Groß­de­mons­tra­ti­on kei­ne Rede mehr ist. Statt­des­sen spre­chen die Natur­Freun­de von einer Men­schen­ket­te oder einem Stern­marsch und einer sym­bol­träch­ti­gen Groß­ak­ti­on »zu Lan­de – und zu Was­ser«, geplant für den 2. Juli, im Vor­feld des Gip­fels. Wel­che die­ser Demons­tra­ti­ons­for­men es wird, ist noch umstrit­ten…” Arti­kel von Elsa Koes­ter vom 27.01.2017 beim ND online externer Link
  • [Ham­burg, 18.2.] Jugend­rat gegen den G20-Gip­fel soll gegrün­det wer­den
    “… Wir sind ein Zusam­men­schluss aus sozia­len, inter­na­tio­na­lis­ti­schen, gewerk­schaft­li­chen und anti­fa­schis­ti­schen, Jugend­grup­pen, Orga­ni­sa­tio­nen, Ver­bän­den und Ein­zel­per­so­nen, die im Juli 2017 gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg auf die Stra­ße gehen wer­den. Wir haben uns auf der Akti­ons­kon­fe­renz gegen den G20-Gip­fel im Dezem­ber zusam­men­ge­fun­den. Also kommt zum Grün­dungs­tref­fen des Jugend­ra­tes gegen den G20-Gip­fel! Lasst uns gemein­sam einen gren­zen­los soli­da­ri­schen Pro­test auf die Bei­ne stel­len!…” Grün­dungs­ein­la­dung von JugendGegenG20 vom 20. Janu­ar 2017 bei Indy­m­e­dia links­un­ten externer Link. Ter­min: 18. Febru­ar 2017 um 14.30 Uhr. Ort: KNUST, Neu­er Kamp 30, 20357 Ham­burg
  • Auf Gewalt ange­legt: Zum G‑20-Gip­fel setzt Ham­burgs Bür­ger­meis­ter Scholz auf Eska­la­ti­on. Das Bünd­nis gegen das Tref­fen debat­tiert über Pro­test­for­men
    Ein Sam­mel­k­nast in einer frü­he­ren Groß­markt­hal­le und eine Art Schnell­ge­richt gleich neben­an – damit rüs­ten Ham­burgs Behör­den sich für den G‑20-Gip­fel am 7. und 8. Juli in der Han­se­stadt. Offen­bar rech­net der »rot-grü­ne« Senat mit mas­si­ven Kra­wal­len und Inge­wahrsam­nah­men in gro­ßer Zahl…Arti­kel von Kris­ti­an Stemm­ler in der jun­gen Welt vom 12.01.2017 externer Link. Aus dem Text:
    • … Für Über­ra­schung bei Gip­fel­geg­nern und ‑befür­wor­tern sorg­te Ham­burgs DGB-Lan­des­vor­sit­zen­de Kat­ja Kar­ger mit einem Plä­doy­er für den Gip­fel. »Mir ist es lie­ber, dass die alle mit­ein­an­der reden, als dass sie sich beschie­ßen«, sag­te sie laut Ham­bur­ger Abend­blatt vom Diens­tag. Der DGB habe »die ein­ma­li­ge Chan­ce, auf so einem Gip­fel fai­re Arbeits­be­din­gun­gen zu the­ma­ti­sie­ren«. Das sieht van Aken anders: »Ich habe Ver­ständ­nis dafür, dass der DGB den Gip­fel nut­zen möch­te, um sich für Arbeit­neh­mer­rech­te ein­zu­set­zen, es ist aber blau­äu­gig, von einer sol­chen Show­ver­an­stal­tung hier sub­stan­ti­el­le Fort­schrit­te zu erwar­ten.« (…) Für die meis­ten lin­ken Gip­fel­geg­ner dürf­te außer Fra­ge ste­hen, dass Pro­test nur beim Gip­fel selbst und nicht eine Woche vor­her Sinn macht. Euro­pa- und bun­des­weit wird bereits seit Mona­ten für das Wochen­en­de vom 7. und 8. Juli mobi­li­siert, am 28. Janu­ar auch in der Haupt­stadt auf der »1. Ber­li­ner Anti-G-20-Voll­ver­samm­lung«…
  • DGB: Gewerk­schafts­bund begrüßt den G20-Gip­fel in Ham­burg. DGB will fai­re Arbeits­be­din­gun­gen the­ma­ti­sie­ren. Ein­zel­ne Gewerk­schaf­ten erwä­gen, an G20-kri­ti­schen Demos teil­zu­neh­men.
    Das kommt durch­aus über­ra­schend: Der Deut­sche Gewerk­schafts­bund (DGB) begrüßt den G20-Gip­fel im Juli in Ham­burg. “Mir ist es lie­ber, dass die alle mit­ein­an­der reden, als dass sie sich beschie­ßen”, sag­te die Ham­bur­ger DGB-Lan­des­vor­sit­zen­de Kat­ja Kar­ger. (…) Wäh­rend ein­zel­ne Gewerk­schaf­ten wie die GEW oder Ver.di dar­über nach­den­ken, im Rah­men des Gip­fels an G20-kri­ti­schen Ver­an­stal­tun­gen oder Demons­tra­tio­nen teil­zu­neh­men, kom­me das für den Dach­ver­band DGB nicht in Fra­ge: “Ich bin defi­ni­tiv nicht gegen die­se Ver­an­stal­tung“…” Arti­kel von Andre­as Dey vom 10.1.2017 beim ham­bur­ger Abend­blatt online externer Link
  • G20-Akti­ons­kon­fe­renz mit 600 Aktivist_​innen: Aktio­nen gegen G20-Gip­fel wer­den Fes­ti­val des Wider­stands
    Mas­sen­haf­te Aktio­nen und Pro­tes­te wer­den den G20-Gip­fel beglei­ten, der am 7. und 8. Juli 2017 in Ham­burg statt­fin­den soll. Aus der Insze­nie­rung der Macht, die Ange­la Mer­kel und Olaf Scholz in Ham­burg ver­an­stal­ten wol­len, wird ein viel­fäl­ti­ges und unge­hor­sa­mes Fes­ti­val des Wider­stan­des. „Mit der Akti­ons­kon­fe­renz ist der Start­schuss gefal­len. Jetzt beginnt die Mobi­li­sie­rung und die kon­kre­te Vor­be­rei­tung, damit im Juli 2017 zehn­tau­sen­de Aktivist_​innen aus ganz Euro­pa nach Ham­burg kom­men und der Para­de der Mons­ter eine Para­de des Wider­stan­des und der Soli­da­ri­tät ent­ge­gen­set­zen.“, sag­te Emi­ly Laquer, Pres­se­spre­che­rin der inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken. (…) Von der erwar­te­ten mas­si­ven Poli­zei­prä­senz und den ange­kün­dig­ten Absper­run­gen wol­len sich die Aktivist_​innen nicht abhal­ten las­sen. „Wir suchen nicht die Kon­fron­ta­ti­on mit der Poli­zei, aber wir wer­den uns auch nicht auf­hal­ten las­sen. Alle Men­schen sind ein­ge­la­den und kön­nen teil­neh­men, die ihr Nein zur kal­ten Welt des Neo­li­be­ra­lis­mus, ihr Nein zu den Krie­gen der G20-Staa­ten, zum Kli­ma­wan­del, der vom fos­si­len Kapi­ta­lis­mus ver­ur­sacht wird, die statt­des­sen Ja sagen zu einer Welt der gren­zen­lo­sen Soli­da­ri­tät.“, so Laquer. Eine wei­te­re, noch grö­ße­re Akti­ons­kon­fe­renz ist für den März 2017 geplant…” Pres­se­mit­tei­lung der inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken vom 4. Dezem­ber 2016 (doku­men­tiert bei scharf links externer Link)
  • Hoch­schul­prä­si­di­um unter­liegt vor Gericht. G‑20 Akti­ons­kon­fe­renz fin­det wie geplant statt
    Das Ham­bur­ger Amts­ge­richt hat die Kün­di­gung der Räu­me für die G20-Akti­ons­kon­fe­renz auf­ge­ho­ben. Damit wur­de dem Antrag des AStA der HAW auf Erlass einer einst­wei­li­gen Ver­fü­gung ent­spro­chen. Die Akti­ons­kon­fe­renz, auf der die Pro­tes­te gegen den G20-Gip­fel bera­ten wer­den sol­len, fin­det damit wie geplant am 3. und 4. Dezem­ber in den Räum­lich­kei­ten der Ham­bur­ger Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten statt. Das Gericht stell­te fest, dass der AStA kei­nes­wegs nur ein “Stroh­mann” für ande­re Grup­pen sei, son­dern tat­säch­lich Ver­an­stal­te­rin der Kon­fe­renz. Dass ande­re Grup­pen eben­falls zu der Kon­fe­renz ein­la­den, sei dem Hoch­schul­prä­si­di­um seit län­ge­rem bekannt gewe­sen. “Der eigent­li­che Stroh­mann ist der Hoch­schul­prä­si­dent, der mit sei­nem ver­such­ten Kon­fe­renz­ver­bot für die G20-Pro­tes­te, nicht die Inter­es­sen der Hoch­schu­le, son­dern des Ham­bur­ger Senats und der Sicher­heits­be­hör­den ver­tre­ten hat…Pres­se­mit­tei­lung des Pro­test­bünd­nis­ses G20Hamburg vom Abend des 1. Dezem­ber 2016 externer Link
  • Räu­me zur G20 Akti­ons­kon­fe­renz am 3. und 4. Dezem­ber in Ham­burg gekün­digt – jetzt erst recht! Soli­da­risch gegen die Para­de der Mons­ter
    Eine “frist­lo­se Kün­di­gung” erreich­te den AStA am Diens­tag in Ham­burg, vier Tage bevor in den Räu­men der Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten (HAW) die Akti­ons­kon­fe­renz gegen den G‑20 Gip­fel star­ten soll. Die Begrün­dung ist der­art an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen, dass der poli­ti­sche Cha­rak­ter die­ses Ver­suchs, Bera­tun­gen über Pro­tes­te und Aktio­nen gegen den G‑20 Gip­fel zu ver­hin­dern, offen­sicht­lich ist. Der mit­ver­an­stal­ten­de AStA der HAW sei nur ein “Stroh­mann” für gefähr­li­che links­ra­di­ka­le Grup­pen, dar­un­ter die Inter­ven­tio­nis­ti­sche Lin­ke. Da die­se vom Inlands­ge­heim­dienst als “gewalt­be­reit” bezeich­net wer­den, sei­en auch “Schä­den” an den Räu­men der Hoch­schu­le nicht aus­zu­schlie­ßen, schreibt Prof. Dr. Claus-Die­ter Wacker, geschäfts­füh­ren­der Prä­si­dent der HAW allen Erns­tes. Wir glau­ben kei­ne Minu­te, dass sich das Hoch­schul­prä­si­di­um die­se Kün­di­gung allein aus­ge­dacht hat. Es waren die Senats­kanz­lei des Möcht­gern-Kanz­ler­kan­di­da­ten Olaf Scholz und die Ham­bur­ger Poli­zei, die hier den Stift geführt haben…Bei­trag bei der IL vom 30. Novem­ber 2016 externer Link. Sie­he dazu auch: Poli­ti­sche Stel­lung­nah­me des Vor­be­rei­tungs­krei­ses der Akti­ons­kon­fe­renz gegen den G20-Gip­fel am 3./4. Dezem­ber in der HAW Ham­burg externer Link
  • Ham­burg braucht Dees­ka­la­ti­on statt „Ham­bur­ger Linie“
    Schon im Som­mer 2016 hat der Innen­se­nat der Stadt Ham­burg begon­nen, sich auf den OSZE-Gip­fel Anfang Dezem­ber 2016 und den G 20-Gip­fel Anfang Juli 2017 vor­zu­be­rei­ten. Der Lei­ten­de Poli­zei­di­rek­tor Hart­mut Dud­de wur­de zum Lei­ter des Vor­be­rei­tungs­sta­bes und zum Poli­zei­füh­rer der Ein­sät­ze ernannt. Damit hat der grün-rote Senat von vor­ne­her­ein eine Ent­schei­dung gegen das Grund­recht auf Ver­samm­lungs­frei­heit getrof­fen…Bei­trag beim Grund­rech­te­ko­mi­tee vom 29. Novem­ber 2016 externer Link
  • Akti­ons­kon­fe­renz Gegen den G20-Gip­fel 2017 Ham­burg 3./4. Dezem­ber 2016
    Am 7. und 8. Juli 2017 soll in Ham­burg der G20-Gip­fel statt­fin­den. Dage­gen ent­wi­ckelt sich bereits jetzt ein viel­fäl­ti­ger Wider­stand: Platt­for­men ent­ste­hen, Bünd­nis­se bil­den sich lokal und über­re­gio­nal, ers­te Aktio­nen wer­den durch­ge­führt… Um dies zusam­men­zu­füh­ren und gemein­sam zu bera­ten wie wir dem Ereig­nis eine pas­sen­de Note geben, ist die Akti­ons­kon­fe­renz ein geeig­ne­ter Ort. Kommt zahl­reich am 3./4. Dezem­ber nach Ham­burg und bringt Eure Ideen und Fra­gen mit, dann wer­den die Bil­der, die im Juli 2017 um die Welt gehen, ganz ande­re sein, als sich die Gip­fel­stra­te­gen dies wün­schen…” Ein­la­dung zur Akti­ons­kon­fe­renz von und bei G20Ham​burg​.org externer Link am 3./4. Dezem­ber in Ham­burg – inklu­si­ve Infos zu Pro­gramm und Anmel­dung
  • Eska­la­ti­on schon ein­ge­plant: Ham­burg baut für G20-Geg­ner frü­he­re Frau­en­haft­an­stalt aus
    Ham­burgs »rot-grü­ner« Senat baut vor. Weil die Behör­den mit mili­tan­ten Pro­tes­ten beim G20-Gip­fel am 7. und 8. Juli 2017 rech­nen, zu dem die Staats­chefs der 20 mäch­tigs­ten Indus­trie- und Schwel­len­län­der in die Han­se­stadt kom­men, wird auf der Elb­in­sel Hahn­öfer­sand ein neu­er Knast gebaut, in dem fest­ge­nom­me­ne Gip­fel­geg­ner inter­niert wer­den kön­nen. Wie die taz am Mitt­woch berich­te­te, ent­steht das Gefäng­nis in den Mau­ern der ehe­ma­li­gen Frau­en­haft­an­stalt. Der Frau­en­voll­zug wur­de bereits zu Ostern nach Bill­wer­der ver­legt. Tho­mas Baehr, Spre­cher der Jus­tiz­be­hör­de, sag­te dem Blatt, es kön­ne sein, dass wäh­rend des Gip­fels so vie­le Men­schen fest­ge­nom­men und inhaf­tiert wer­den, dass kurz­fris­tig die Haft­ka­pa­zi­tä­ten nicht aus­reich­ten. Auf der Elb­in­sel wer­de der­zeit die Außen­si­che­rung der ehe­ma­li­gen Frau­en­haft­an­stalt pro­vi­so­risch ver­stärkt. Der auf Reso­zia­li­sie­rung aus­ge­rich­te­te Frau­en­knast war eher spo­ra­disch mit Zäu­nen gesi­chert gewe­sen. In Straf­voll­zugs­krei­sen wer­de spe­ku­liert, dass die Poli­zei Hahn­öfer­sand als »Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le« nut­zen könn­te, um mit­tels des vor­beu­gen­den Unter­bin­dungs­ge­wahr­sam G‑20-Geg­ner in gro­ßem Stil prä­ven­tiv ein­zu­sper­ren…Arti­kel von Kris­ti­an Stemm­ler in der jun­gen welt vom 04.11.2016 externer Link

Der Bei­trag Kommst Du mit ins Gefah­ren­ge­biet? Ham­burg: Gip­fel der G20 7./8. Juli 2017 erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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