[labournet:] Razzien in Athen und Berlin: Und wieder kreieren sie eine kriminelle Vereinigung

Razzien in Athen und Berlin: Und wieder kreieren sie eine kriminelle VereinigungBer­lin. Athen. 16. Sep­tem­ber. 2020. Die Durch­su­chun­gen heu­te, die unter ande­rem unse­re anar­chis­ti­sche Büche­rei betra­fen, sind nichts neu­es. Dies­mal legen die Behör­den aller­dings zu. Betrof­fen sind fünf Men­schen, die beschul­digt wer­den 2016 eine beson­de­re, kon­spi­ra­ti­ve und kri­mi­nel­le Ver­ei­ni­gung gegrün­det zu haben oder dar­in Mit­glied zu sein. Aus die­sem Grund ermit­telt die Bun­des­an­walt­schaft nach Para­graf 129 und das BKA besuch­te die Betrof­fe­nen, teils mit gezo­ge­nen Knar­ren, Zuhau­se. s han­delt sich hier­bei um ein wil­des Kon­strukt aus her­bei phan­ta­sier­ter Gefähr­lich­keit und ande­ren abstru­sen Ermitt­lungs­ver­fah­ren. Im Rah­men eines die­ser in der Luft ver­puff­ten Ver­fah­ren, wur­de unse­re Biblio­thek bereits 2018 schon ein­mal durch­sucht. Damals ging es um Fahn­dungs­auf­ru­fe nach den Ver­ant­wort­li­chen des G20 Gip­fels in Ham­burg. Bei den dama­li­gen Durch­su­chun­gen waren die Bul­len auf der Suche nach Men­schen mit Reg­gae­müt­zen. Dies­mal leg­ten sie bei den Durch­su­chun­gen einen Schwer­punkt auf schwar­ze Klei­dungs­stü­cke, Wind­ja­cken und Kapu­zens­hirts. Damit die Bun­des­an­walt­schaft Her­rin über das Ver­fah­ren und das BKA ermit­teln durf­te, wur­den ver­schie­de­ne, teils ein­ge­stell­te Ver­fah­ren in den Durch­su­chungs­be­schluss ein­ge­fügt, um das Ver­fah­ren auf­bau­schen zu kön­nen und weit­rei­chen­de Befug­nis­se zu erhal­ten…” Bei­trag von Freund*innen der Anar­chis­ti­schen Büche­rei Kalabal!k am 17.9.2020 bei Enough 14 externer Link – sie­he wei­te­re dazu und den Auf­ruf zur Soli-Demo am Frei­tag, 18.9.2020:

  • Raz­zia gegen Auto­no­me: In Ber­lin lässt die Bun­des­an­walt­schaft Lin­ke und eine anar­chis­ti­sche Biblio­thek durch­su­chen. Der Vor­wurf: Bil­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung
    “In Ber­lin lässt die Bun­des­an­walt­schaft seit dem frü­hen Mitt­woch­mor­gen die Woh­nun­gen von meh­re­ren mut­maß­li­chen Auto­no­men durch­su­chen, dazu auch die anar­chis­ti­sche Biblio­thek Kala­ba­lik in Kreuz­berg. Ein Spre­cher der Behör­de sag­te der taz, es gehe um den Vor­wurf der Bil­dung einer links­ex­tre­men kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung. Beschul­digt wer­den dem­nach fünf Per­so­nen, die als Mit­glie­der der Grup­pe gezählt wer­den. Par­al­lel sei­en von eini­gen von ihnen Wohn­räu­me in Athen durch­sucht wor­den, sag­te der Spre­cher. Die Poli­zei sei eben­falls bei drei nicht tat­ver­däch­ti­gen Ber­li­nern vor­stel­lig gewor­den. Fest­nah­men habe es kei­ne gege­ben. Wel­che Straf­ta­ten die Grup­pe began­gen haben soll, dazu äußer­te sich die Bun­des­an­walt­schaft vor­erst nicht. Laut Medi­en­be­rich­ten soll es einen Zusam­men­hang zum G20-Gip­fel 2017 in Ham­burg geben. Nach taz-Infor­ma­tio­nen fan­den die Raz­zi­en in Kreuz­berg, Neu­kölln, Mit­te, Tem­pel­hof und Trep­tow statt. In sozia­len Medi­en kur­sier­ten Bil­der von Poli­zei­be­am­ten vor der Anar­cho-Biblio­thek Kala­ba­lik in Kreuz­berg. Die Biblio­thek ver­steht sich nach Eigen­dar­stel­lung „als Werk­zeug, um anar­chis­ti­sche Ideen zu ver­brei­ten und die herr­schen­de sozia­le Ord­nung, die uns umgibt, anzu­grei­fen“. Neben der Aus­lei­he von Büchern und Zeit­schrif­ten fan­den dort in der Ver­gan­gen­heit Buch­vor­stel­lun­gen oder Dis­kus­sio­nen etwa zu „Klan­des­t­ini­tät“ oder „Offen­si­ve Hand­lungs­mög­lich­kei­ten bei Repres­si­on“ statt. (…) Bereits im Mai 2018 war die Biblio­thek schon ein­mal durch­sucht wor­den. Damals ging es um den Vor­wurf, „Fahn­dungs­pla­ka­te“ von Ham­burgs dama­li­gen Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz, dem frü­he­ren Poli­zei­chef Hart­mut Dud­de oder Innen­se­na­tor Andy Gro­te nach dem G20-Gip­fel ver­brei­tet zu haben. Auf den Pos­tern hieß es, die Per­so­nen könn­ten im Rah­men des­sen „schwers­te Straf­ta­ten“ began­gen haben, kri­ti­siert wur­de Poli­zei­ge­walt. Beschlag­nahmt wur­den damals zahl­rei­che Daten­trä­ger.” Arti­kel von Kon­rad Litsch­ko vom 16. Sep­tem­ber 2020 in der taz online externer Link
  • War­um der § 129 StGB von Übel ist
    “… Es ist der § 129 Straf­ge­setz­buch der den Titel “Bil­dung kri­mi­nel­ler Ver­ei­ni­gun­gen” trägt. Des­sen Absatz 1 Satz 1 lau­tet: “Mit Frei­heits­stra­fe bis zu fünf Jah­ren oder mit Geld­stra­fe wird bestraft, wer eine Ver­ei­ni­gung grün­det oder sich an einer Ver­ei­ni­gung als Mit­glied betei­ligt, deren Zweck oder Tätig­keit auf die Bege­hung von Straf­ta­ten gerich­tet ist, die im Höchst­maß mit Frei­heits­stra­fe von min­des­tens zwei Jah­ren bedroht sind.” Auf die­se Norm wur­de sich auch schon kürz­lich beru­fen, als sich Haus­su­chun­gen gegen den Roten Auf­bau in Ham­burg rich­te­ten (s. labour​net​.de vom 01.09.2020 und Auto­moie Maga­zin vom 31.08.2020). 2008 hat­te ich – aus Anlaß des dama­li­gen Ver­fah­rens gegen ver­meint­li­che Mit­glie­der der Mit­glie­der der mili­tan­ten grup­pe (mg) – eine Ana­ly­se des um die §§ 129, 129a StGB grup­pier­ten Son­der­rechts­sys­tems vor­ge­legt…” Bei­trag vom 16.09.2020 bei indy­m­e­dia externer Link – wir erin­nern an unse­re Rubrik § 129a im Labour­Net-Archiv
  • Frei­tag, 18.9.2020, 19:00: “Kommt zur Soli-Demo für die Betrof­fe­nen der § 129 Durch­su­chun­gen in Ber­lin, Athen, Frank­furt, Ham­burg und Leip­zig! 19:00 /​/​Kala­ba­lik (Rei­chen­ber­ger Str. 63). From Ber­lin to Greece, fight the poli­ce! #meu­te­rei­bleibt #Inter­kiezio­na­le #Liebig34 #kala­ba­lik #b1809Auf­ruf für eine Soli­de­mo von Leu­te für die Meu­te am 17.9.2020 bei Twit­ter externer Link sowie einen bei indy­m­e­dia externer Link zur Demo vor der Anar­chis­ti­schen Büche­rei Kalabal!k, Rei­chen­ber­ger­str. 63A, Rou­te: Kalabal!k – Ohlau­er Str. – Lau­sit­zer Platz – Wal­de­mar­str. – Man­teu­f­fel­str. – Naun­yn­str. – Mari­an­nen­str. – Ska­lit­zer­str. – Kott­bus­ser Tor – Adal­bert­str. – Wal­de­mar­str. – Mari­an­nen­platz – Mari­an­nen­str. – Rei­chen­ber­ger­str. /​Ohlau­er­str.
  • Sie­he zuletzt: So geht Poli­zei­staat prak­ti­zie­ren: Mas­sen­haf­te Durch­su­chun­gen beim Roten Auf­bau mit bom­bas­ti­schem SEK-Ein­satz

Der Bei­trag Raz­zi­en in Athen und Ber­lin: Und wie­der kre­ieren sie eine kri­mi­nel­le Ver­ei­ni­gung erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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