[labournet:] Wirecard-Beschäftigte fordern Betriebsratswahlen

Harte Zeiten erfordern starke Betriebsräte“Gleich in drei Gesell­schaf­ten pla­nen die Beschäf­tig­ten von Wire­card Mit­te August mit Unter­stüt­zung der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) Betriebs­rats­wah­len ein­zu­läu­ten. (…) Mit­te August fin­den dann bei der Wire­card Bank AG, der Wire­card Ser­vice Tech­no­lo­gies GmbH und der Wire­card Accep­t­ance Tech­no­lo­gies GmbH jeweils Wahl­ver­samm­lun­gen statt, auf denen ein Wahl­vor­stand gewählt wird. „Die­ser wird mit Unter­stüt­zung von ver.di mög­lichst schnell Betriebs­rats­wah­len durch­füh­ren“, so Schol­ze. Denn solan­ge die Fir­men bestün­den, könn­ten Wah­len abge­hal­ten wer­den. „Der Betriebs­rat kann dann im Ver­lauf etwai­ger Betriebs­schlie­ßun­gen Sozi­al­plä­ne auf­stel­len und die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten ver­tre­ten“, erläu­ter­te die Lan­des­fach­be­reichs­lei­te­rin für Finanz­dienst­leis­tun­gen von ver.di-Bayern die Hin­ter­grün­de für die Beschäf­tig­ten­in­itia­ti­ve. Beson­de­re Soli­da­ri­tät sol­len Beschäf­tig­te erfah­ren, die aus dem Aus­land kom­men und mit einer Blue­Card bei Wire­card ange­stellt sind. Vie­le sei­en mit ihren Fami­li­en in Deutsch­land und in gro­ßer Sor­ge, wie es für sie wei­ter­gin­ge. (…) Bis­lang besaß – anders als bei den meis­ten ande­ren DAX-Kon­zer­nen – kei­ne der Gesell­schaf­ten von Wire­card einen Betriebs­rat. Getrie­ben durch die Sor­ge um ihre Zukunft haben sich die Beschäf­tig­ten nun an die Gewerk­schaft gewandt. Der Zah­lungs­dienst­leis­ter ist durch einen Bilanz­skan­dal mit den meis­ten Gesell­schaf­ten in die Insol­venz gera­ten. Die Münch­ner Staats­an­walt­schaft ermit­telt gegen meh­re­re hoch­ran­gi­ge Mana­ger.“ ver.di- Pres­se­mit­tei­lung vom 06.08.2020 externer Link, sie­he dazu:

  • [Kün­di­gungs­wel­le bei Wire­card trifft auch Initia­to­ren der Betriebs­rats­wah­len] Gewerk­schaft Ver.di kün­digt Kla­gen gegen Wire­card an New
    “… In der Asch­hei­mer Wire­card-Zen­tra­le herrscht inzwi­schen ein Insol­venz­ver­wal­ter, aber die chao­ti­schen Zustän­de hal­ten offen­bar an. Jüngs­tes Bei­spiel: Bei der gro­ßen Ent­las­sungs­wel­le, die Insol­venz­ver­wal­ter Micha­el Jaf­fé ankün­digt hat, erhiel­ten auch meh­re­re gewähl­te Wahl­vor­stän­de und min­des­tens eine schwan­ge­re Frau eine Kün­di­gung. Die Initia­to­ren von Betriebs­rats­wah­len und Frau­en in der Schwan­ger­schaft haben einen gesetz­li­chen Kün­di­gungs­schutz. Laut der Gewerk­schaft Ver­di han­del­te es sich ursprüng­lich um 18 strit­ti­ge Fäl­le. Die Gewerk­schaft habe in der ver­gan­ge­nen Woche gegen­über Ver­tre­tern des Insol­venz­ver­wal­ters pro­tes­tiert, wor­auf­hin „in zwölf Fäl­len die Kün­di­gun­gen oder Frei­stel­lun­gen rück­gän­gig gemacht“ wur­den, sagt Gre­gor Völkl von Ver­di. Ein Spre­cher von Jaf­fé bestä­tigt die Vor­fäl­le. „Den Kün­di­gun­gen lagen die aus der Per­so­nal­ab­tei­lung der insol­ven­ten Unter­neh­men über­mit­tel­ten Mit­ar­bei­ter­da­ten zugrun­de“, teilt er schrift­lich mit. Erst spä­ter „wur­de fest­ge­stellt, dass in den Daten des Unter­neh­men für man­che gekün­dig­te Mitarbeiter*innen eine Schwan­ger­schaft bzw. die Mit­glied­schaft im Wahl­vor­stand nicht berück­sich­tigt wor­den war“, heißt es wei­ter. Selbst­ver­ständ­lich hal­te der Insol­venz­ver­wal­ter nicht an den Kün­di­gun­gen fest. Doch in ins­ge­samt sechs Fäl­len kam es nicht zu einer Eini­gung, wie die Gewerk­schaft Ver­di gegen­über Finan­ce For­ward mit­teilt. Bei einer Schwan­ge­ren wur­de etwa die Kün­di­gung zurück­ge­zo­gen, sie sei aber wei­ter­hin frei­ge­stellt, heißt es. Für die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ter wer­de die Gewerk­schaft nun vor das Arbeits­ge­richt zie­hen, kün­dig­te Völkl an. „Wir sind der Über­zeu­gung, dass es kei­nen Sozi­al­plan gab und die Kün­di­gun­gen des­we­gen nicht recht­mä­ßig waren“, so der Gewerk­schafts­se­kre­tär wei­ter. In einem Sozi­al­plan wird zum Bei­spiel die Län­ge der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit berück­sich­tigt.“ Arti­kel von Casper Tobi­as Schlenk vom 15.09.2020 bei Capi­tal online externer Link
  • Kün­di­gungs­wel­le bei Wire­card trifft auch Initia­to­ren der Betriebs­rats­wah­len – ver.di bean­tragt Auf­nah­me in den Gläu­bi­ger­aus­schuss
    “Die durch den Insol­venz­ver­wal­ter der Wire­card AG, Dr. Micha­el Jaf­fé, ange­kün­dig­ten und inzwi­schen aus­ge­spro­che­nen Kün­di­gun­gen betref­fen auch Initia­to­rin­nen und Initia­to­ren der inzwi­schen ange­lau­fe­nen Betriebs­rats­wah­len. „Nicht nur Wahl­vor­stän­de, son­dern auch Schwan­ge­re und in Mut­ter­schutz befind­li­che Mit­ar­bei­te­rin­nen sowie Men­schen mit Behin­de­run­gen haben Kün­di­gungs­schrei­ben erhal­ten, obwohl sie alle unter beson­de­rem Kün­di­gungs­schutz ste­hen. Für uns ist daher nicht erkenn­bar, dass hier auch nur der Ver­such einer Sozi­al­aus­wahl gemacht wur­de“, so der vor Ort für die Beschäf­tig­ten bei Wire­card zustän­di­ge Gewerk­schafts­se­kre­tär der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di), Gre­gor Völkl. Die Kün­di­gungs­schrei­ben sei­en teil­wei­se auf den 25. August 2020 datiert. An die­sem Tag fan­den drei von ins­ge­samt sie­ben Wahl­ver­samm­lun­gen in den Toch­ter­ge­sell­schaf­ten der Wire­card AG statt. Vor den tat­säch­li­chen Kün­di­gun­gen durch den Insol­venz­ver­wal­ter hat­te ein Groß­teil der betrof­fe­nen Ange­stell­ten am Vor­abend der Wahl­ver­samm­lun­gen noch eine E‑Mail erhal­ten, in der sie über die unwi­der­ruf­li­che Frei­stel­lung infor­miert wur­den. „Die Ver­un­si­che­rung war ent­spre­chend groß und deut­lich spür­bar“, berich­tet Völkl, der bei der Durch­füh­rung der Wahl­ver­samm­lun­gen per­sön­lich vor Ort war. „Abge­se­hen von der Miss­ach­tung des Kün­di­gungs­schutz­ge­set­zes, liegt die Ver­mu­tung nahe, dass eine Beein­flus­sung der Betriebs­rats­wahl zumin­dest in Kauf genom­men wur­de“, so der Gewerk­schafts­se­kre­tär. „Wir for­dern den Insol­venz­ver­wal­ter Dr. Jaf­fé dazu auf, bei den beson­ders geschütz­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, die aus­ge­spro­che­nen Kün­di­gun­gen wie­der zurück zu neh­men“, so Völkl wei­ter. „Ansons­ten steht allen Betrof­fe­nen der Weg einer Kün­di­gungs­schutz­kla­ge offen. Wir wer­den nicht zögern, die­sen für unse­re Mit­glie­der zu beschrei­ten, wenn von Sei­ten des Insol­venz­ver­wal­ters kei­ne zügi­ge, ent­spre­chen­de Rück­nah­me erfol­gen soll­te“, sag­te der ver.di-Sekretär. Die Gewerk­schaft ver.di hat zwi­schen­zeit­lich auch einen Antrag auf Auf­nah­me in den Gläu­bi­ger­aus­schuss bean­tragt. „Die Vor­ge­hens­wei­se bei den Ent­las­sun­gen zeigt uns, dass eine Ver­tre­tung der Inter­es­sen der Beleg­schaft, die ja ein auch einen Teil der Gläu­bi­ger dar­stellt, drin­gend not­wen­dig ist“, so Völkl.“ ver.di Pres­se­mit­tei­lung vom 01.09.2020 externer Link

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Der Bei­trag Wire­card-Beschäf­tig­te for­dern Betriebs­rats­wah­len erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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