[perspektive:] Wachsende Spannungen in den USA

In Deutschland macht das Thema zwar seit Wochen nicht mehr die Top-Schlagzeilen aus, an den massiven gesellschaftlichen Konflikten und ihrer Zuspitzung in den USA hat sich aber in der Realität nichts geändert. Ganz im Gegenteil.

Der FBI-Direk­tor Chris­to­pher Wray sprach jüngst von einem neu­en Aus­maß „leicht ent­zünd­ba­rer Gewalt­be­reit­schaft“. Er war vom Kon­gress im Rah­men einer Anhö­rung befragt wor­den.

Die Coro­na-Pan­de­mie, die Wirt­schafts­kri­se und sicher­lich vor allem die zuge­spitz­ten Kon­flik­te zwi­schen Ange­hö­ri­gen von ras­sis­tisch dis­kri­mi­nier­ten Min­der­hei­ten und lin­ken Akti­vis­tIn­nen einer­seits und rech­ten para­mi­li­tä­ri­schen Mili­zen sowie der staat­li­chen Behör­den ande­rer­seits haben zu einem nie dage­we­se­nen Anstieg der Waf­fen­käu­fe durch Pri­vat­per­so­nen geführt. Von März bis Juni sind allei­ne mehr als drei Mil­lio­nen Waf­fen mehr ver­kauft wor­den, als sta­tis­tisch für die­sen Zeit­raum zu erwar­ten gewe­sen wäre.

Dass mehr Zivil­per­so­nen Waf­fen besit­zen und auch bereit sind, die­se zu nut­zen, hat sich mitt­ler­wei­le auch auf die Kon­flik­te auf der Stra­ße zwi­schen lin­ken Akti­vis­tIn­nen und rech­ten Mili­zen, sowie dem Staat aus­ge­wirkt. So wur­den im August am Ran­de eines Pro­tests zwei Men­schen erschos­sen, mut­maß­lich von einem Trump-Anhän­ger.

Auch ein rech­ter Demons­trant und Anhän­ger der ultra­rech­ten Grup­pie­rung „Port­land Pray­er“ wur­de spä­ter im glei­chen Monat erschos­sen. Offen­bar vom Anti­fa­schis­ten Micha­el Reino­ehl, der sei­ner­seits dar­auf­hin von der Poli­zei bei sei­ner „Fest­nah­me“ ermor­det wur­de.

Staat­li­che Beam­ten wie den FBI-Direk­tor machen die Ent­wick­lung zuneh­mend Sor­gen. Eine Grup­pe von Sicher­heits­ex­per­ten hat­te schon 2017 das Risi­ko für einen neu­en Bür­ger­krieg in den USA auf 35% inner­halb der nächs­ten 15 Jah­re geschätzt.

Der Bei­trag Wach­sen­de Span­nun­gen in den USA erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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