[perspektive:] Sicherheitsfirma Asgaard als rechtes Netzwerk?

Zur Zeit laufen zahlreiche Ermittlungsverfahren verschiedener Behörden gegen Mitarbeiter der Firma. Dabei geht es sowohl um die faschistische Orientierung der Mitarbeiter, als auch die Vorbereitung und Durchführung von schweren Straftaten.

Auch wenn sich Dirk G. Der Geschäfts­füh­rer von Asgaard (so wird in der nor­di­schen Mytho­lo­gie der Sitz der Göt­ter benannt) in der Öffent­lich­keit immer wie­der von rech­tem Gedan­ken­gut distan­ziert, zei­gen Auf­nah­men aus dem Inne­ren sei­ner Fir­ma ganz ande­re Sze­nen. Dem Maga­zin Kon­tras­te und dem Spie­gel lie­gen Video­auf­nah­men aus dem Inne­ren des Asgaard-Haupt­quar­tiers in Bag­dad aus dem Jahr 2017 vor. Auf dem Mate­ri­al deut­lich zu erken­nen: eine Reichs­kriegs­flag­ge an der Wand und die Paro­le „klagt nicht, kämpft“, das aus der NS-Zeit stammt – dane­ben die Zeich­nung des Kop­fes eines Wehr­machts­sol­da­ten. Mitt­ler­wei­le soll Asgaard in einem ande­ren Gebäu­de sta­tio­niert sein.

Die Fir­ma Asgaard umwirbt und beschäf­tigt akti­ve und ehe­ma­li­ge Poli­zei­be­am­te und Sol­da­ten. In der Ver­gan­gen­heit geriet das Unter­neh­men bereits in die Kri­tik, weil es zum Bei­spiel den Auf­trag eines umstrit­te­nen Poli­ti­kers aus Soma­lia ange­nom­men hat­te und dadurch gegen ein ver­häng­tes UN-Embar­go und das deut­sche Außen­wirt­schafts­ge­setz ver­sto­ßen hat­te.

Durchsuchung der Firmenzentrale und Ermittlungen des MAD

Laut dem Spie­gel, soll bereits am 20. August die Fir­men­zen­tra­le in Hamm durch­sucht wor­den sein. Dabei soll es um Ermitt­lun­gen gegen einen 40-jäh­ri­gen Sol­da­ten aus Neu­bran­den­burg gehen, der unter Ter­ror­ver­dacht steht. Bereits 2018 soll er nach einem Ver­fas­sungs­schutz-Hin­weis in das Visier des Mili­tä­ri­schen Abschirm­diens­tes gera­ten, weil er Kon­tak­te zu einem ein­schlä­gig bekann­ten Faschis­ten unter­hielt.

Als er vom Inter­es­se des MAD an sei­ner Per­son erfuhr, soll er Todes­dro­hun­gen gegen Mit­ar­bei­ter des MAD aus­ge­spro­chen haben. Das bestä­tigt dem Maga­zin Kon­tras­te auf Nach­fra­ge auch die Staats­an­walt­schaft Ros­tock, die gegen den Mann wegen „Vor­be­rei­tung einer schwe­ren staats­ge­fähr­den­den Gewalt­tat“ ermit­telt. Am ver­gan­ge­nen Mon­tag durch­such­ten rund 70 Beam­te die Wohn- und Geschäfts­räu­me des Sol­da­ten.

Ermittlungen gegen bei Asgaard beschäftigten Polizisten

Par­al­lel zu den oben genann­ten Vor­gän­gen läuft bei der Staats­an­walt­schaft Frank­furt am Main „ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen des Ver­dachts der Bestech­lich­keit sowie der Ver­let­zung des Dienst­ge­heim­nis­ses“ gegen Tho­mas S. Der hes­si­sche Poli­zist soll neben sei­ner Arbeit bei der Poli­zei auch für Asgaard gear­bei­tet haben. Min­des­tens zwei­mal soll er für Asgaard im Irak in lei­ten­der Posi­ti­on tätig gewe­sen sein.

Die Staats­an­walt­schaft wirft ihm vor „einer nicht ange­mel­de­ten und somit auch nicht geneh­mig­ten Neben­tä­tig­keit für eine (mut­maß­lich rechts­ex­tre­mis­tisch beein­fluss­te) pri­va­te Sicher­heits­fir­ma aus Nord­rhein-West­fa­len, unter ande­rem im Aus­land, nach­ge­gan­gen zu sein“. Gleich­zei­tig neben dem Straf­ver­fah­ren läuft auch ein Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren gegen den sus­pen­dier­ten Poli­zis­ten.

Der Bei­trag Sicher­heits­fir­ma Asgaard als rech­tes Netz­werk? erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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