[KgK:] Heul leise, Schaeffler. Diesmal solltest du enteignet werden!

Die Mil­li­ar­dä­rin brach­te das Unter­neh­men in die Kri­se, weil sie Con­ti­nen­tal über­nom­men und sich erst mal ver­kal­ku­liert hat­te, weil sie nicht genug Geld hat­te. Sie brauch­te Geld von Staat und die Arbeiter*innen for­der­ten vom Staat, dass er finan­zi­ell das Unter­neh­men unter­stützt. Die schwie­rigs­te Zeit des Unter­neh­mens konn­te sie des­halb über­win­den, weil die Arbeiter*innen auf den Staat Druck aus­ge­übt haben. “Auch wir sind Scha­eff­ler!” hieß damals die Initia­ti­ve von eini­gen Arbeiter*innen, um den Zusam­men­halt aus­zu­drü­cken.

Es ist eine Illu­si­on, zu den­ken, wenn es dem Unter­neh­men bes­ser gin­ge, dass die Arbeiter*innen ihren Arbeits­platz sicher erhal­ten kön­nen. Zuletzt konn­ten wir bei Voith in Sont­ho­fen sehen, dass der Stand­ort trotz schwar­zer Zah­len geschlos­sen wor­den ist.

Es ist eine noch gefähr­li­che­re Illu­si­on zu glau­ben, dass die Arbeiter*ìnnen auch das Unter­neh­men sind: Ihre lang­jäh­ri­ge Arbeit, ihre Lebens­pla­nun­gen, ihre Zukunft und ihre Fami­li­en sind mit dem Arbeits­platz abhän­gig vom Pro­fit­in­ter­es­se einer Mil­li­ar­dä­rin. Ges­tern war sie ange­schla­gen, schwach und ange­wie­sen auf die Unter­stüt­zung der Arbeiter*innen und emo­tio­nal. Heu­te ist sie aggres­siv, knall­hart und muss an die Pro­fi­te ihres Unter­neh­mens den­ken. So kann sie nicht nur reich blei­ben, son­dern trotz der Coro­na-Kri­se noch rei­cher wer­den, weil sie wei­ter­hin Gewin­ne mit weni­gem Per­so­nal­kos­ten erwirt­schaf­ten wird und das Unter­neh­men umstruk­tu­riert.

Sie nimmt den Weg der Luft­han­sa. Der Kon­zern kas­sier­te 9 Mil­li­ar­den Euro vom Staat und wehr­te sich vehe­ment dage­gen, dass der Staat ein tat­säch­li­ches Wort bei ihren Ent­schei­dun­gen bekommt. Inzwi­schen hat die Luft­han­sa ange­kün­digt, mehr Arbeiter:innen zu ent­las­sen, als sie noch ursprüng­lich bekannt­ge­ge­ben hat. Es ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass Luft­han­sa trotz­dem noch mehr Geld bekommt und mehr Arbeiter:innen ent­lässt. Die Fami­lie Scha­eff­ler träumt von mehr geschenk­tem staat­li­chen Geld, um einen Vor­teil gegen­über der Kon­kur­renz zu erlan­gen. Die Scha­eff­ler-Grup­pe wird in den nächs­ten Tagen mit 4.400 Ent­las­sun­gen pokern, um mehr Vor­teil für sich zu erlan­gen.

Die Rei­chen und bür­ger­li­che Politiker*innen haben kein Pro­blem, emo­tio­nal zu sein. Sie wei­nen und ver­lan­gen Applaus für die Arbeiter*innen aus dem Gesund­heits­sek­tor. Aber sie haben ein Pro­blem, den Arbeiter*innen aus dem Gesund­heits­sek­tor ihr ver­dien­tes Geld zu geben wie im Fall des ver­wei­ger­ten baye­ri­schen Coro­na-Pfle­ge­bo­nus für alle Pfle­ge­kräf­te. Die Pro­gram­me der Par­tei­en tau­gen nicht dafür, die Arbeits­plät­ze in sol­chen Zeit­gen zu ver­tei­di­gen. Bei Voith haben wir vor­aus­ge­sagt, dass sie den Betrieb nicht ret­ten kön­nen, weil sie das Pro­fit­in­ter­es­se des Unter­neh­mens ver­tei­digt haben und nicht die Jobs.

Maria-Eli­sa­beth Scha­eff­ler hat ein Pro­blem damit, die Jobs der Arbeiter*innen vor ihre Pro­fit­in­ter­es­se zu stel­len, genau­so wie die Fami­lie Voith oder der Kar­stadt­/­Kauf­hof-Eigen­tü­mer René Ben­ko und wie alle ande­ren Mil­li­ar­dä­re. Es ist jetzt die Zeit, dass die Arbeiter*innen den Staat mit Streiks tat­säch­lich her­aus­zu­for­dern, dies­mal für Ent­las­sungs­ver­bo­te und die Ver­staat­li­chung der Scha­eff­ler-Grup­pe unter Arbeiter*innenkontrolle. Nur so kön­nen sie in der Coro­na-Zeit ver­hin­den, in Arbeits­lo­sig­keit und sozia­len Abstieg geschickt zu wer­den.

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