[labournet:] [Die Anstalt, Prof. Wolfgang Däubler und LabourNet Germany] Gesucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in Deutschland

Dossier

[Die Anstalt, Prof. Wolfgang Däubler und LabourNet Germany] Gesucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in DeutschlandLeih­ar­bei­te­rIn­nen: Von der Poli­tik zuguns­ten der Wirt­schaft ver­nach­läs­sigt und an die Gewerk­schaf­ten ver­wie­sen, von die­sen zuguns­ten der Stamm­be­leg­schaf­ten und der Wett­be­werbs­fä­hig­keit ver­ra­ten und an abhän­gi­ge Betriebs­rä­te ver­wie­sen… Die Labour­Net-Rubrik zum Skla­ven­han­del ist voll von Bele­gen: Wer glei­che Lohn- und Arbeits­be­din­gun­gen will, kann sich auf nie­man­den ver­las­sen und muss dafür durch meh­re­re Instan­zem kla­gen – wir hel­fen dabei! Unter der Mail­adres­se prof.​daeubler@​labournet.​de kön­nen sich an einer Kla­ge inter­es­sier­te Leih­ar­bei­ter (bzw. Ex-Leih­ar­bei­ter einer Leih­ar­beits­fir­ma) an Herrn Prof. Däub­ler wen­den. Bestand­teil der Kam­pa­gne sind juris­ti­sche Betreu­ung, Ver­mitt­lung von Rechts­an­wäl­ten sowie eine Spen­den­kam­pa­gne. Sie­he im Dos­sier Infor­ma­tio­nen aus und zu der ZDF-Sen­dung “Die Anstalt” vom 16. Mai 2017 in der die Kam­pa­gne zuerst bekannt wur­de, sowie den Pres­se­spie­gel und allg. Infos und eine Spen­den­kam­pa­gne für die Kla­gen sowie – am wich­tigs­ten – Grund­in­for­ma­tio­nen von Prof. Däub­ler zum Vor­ge­hen der Kam­pa­gne und zunächst hier den aktu­el­len Stand der Kla­gen: 

  • Auf dem Weg zum EuGH ins nächs­te Jahr? 3 unse­rer Kla­gen wer­den am 16. Dezem­ber 2020 vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ver­han­delt! New
    In allen drei der­zeit bis zum Bun­des­ar­beits­ge­richt vor­ge­drun­ge­nen Ver­fah­ren gibt es nun Ter­mi­ne zur münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Fünf­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts und zwar alle drei am 16. Dezem­ber 2020:
    • Kla­ge auf Equal Pay in Baden-Würt­tem­berg (Karls­ru­he) gegen Ori­zon GmbH (“Per­so­nal­dienst­leis­ter”) (s.u.) am Mitt­woch, 16. Dezem­ber 2020, 9:00
    • Kla­ge auf equal pay in Bay­ern (Nürn­berg) gegen HWS Pro­jekt-Engi­nee­ring GmbH (u.a. “Per­so­nal­dienst­leis­ter”) (s.u.) am Mitt­woch, 16. Dezem­ber 2020, 9:45
    • Kla­ge in Aschaf­fen­burg (Bay­ern) gegen Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment GmbH (s.u.) am Mitt­woch, 16. Dezem­ber 2020, Uhre­zeit noch nicht bekannt, wahr­schein­lich danach

Die laufenden Klagen

Klage in Aschaffenburg (Bayern) gegen Time Partner Personalmanagement GmbH

  • Die Kla­ge wird am 16. Dezem­ber 2020 vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ver­han­delt! (Uhr­zeit noch nicht bekannt) New
  • Kla­ge auf equal pay in Aschaf­fen­burg (Bay­ern) gegen Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment GmbH: Ter­min am 29. April beim BAG in Erfurt ist ver­scho­ben! 
    Aschaf­fen­burg am 8. Mai 2019: Eine in der Lager­lo­gis­tik bei H&M beschäf­tig­te Leih­ar­bei­te­rin klagt gegen Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment GmbH auf Equal Pay, da sie fast 1/​3 unter der Ver­gü­tung die glei­che Arbeit ver­rich­ten­der Stamm­be­schäf­tig­ter liegt (ca 350 Stamm­be­schäf­tig­te und bis zu 200 Leih­ar­bei­te­rInn­nen). Pikan­ter­wei­se erhält die Klä­ge­rin in der ers­ten Instanz Rech­schutz über ver.di – gegen den eige­nen Tarif­ver­trag mit IGZ! Sie­he dazu: “Der Sit­zungs­tag wur­de aus dienst­li­chen Grün­den auf­ge­ho­ben” mel­det die Ter­min-Sei­te des Bun­des­ar­beits­ge­richt externer Link. Sie­he neu zu die­sem Ver­fah­ren, unse­rem ers­ten beim BAG:
  • Lohn­dum­ping dank Tarif­ver­trag
    Leih­ar­bei­ter sind güns­ti­ge Arbeits­kräf­te für Kon­zer­ne. Betrof­fe­ne kla­gen vor Gericht auf glei­che Bezah­lung wie Stamm­be­leg­schaft (…) Lohn­dum­ping über Leih­ar­beit wur­de seit der »Reform« des AÜG kei­nes­falls in nen­nens­wer­tem Umfang beschränkt und die Ungleich­be­hand­lung zwi­schen Leih­ar­bei­tern und Stamm­be­schäf­tig­ten per Tarif­ver­trag sogar ver­fes­tigt. Die­se Unwucht zuguns­ten der Unter­neh­men sowie die Bereit­schaft der Gewerk­schaf­ten, ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­run­gen abzu­schlie­ßen, nahm die ZDF-Sati­re­sen­dung »Die Anstalt« im Früh­jahr 2017 aufs Korn und rief Leih­ar­bei­ter dazu auf, sich einer Kam­pa­gne von Labour­net unter Feder­füh­rung des Arbeits­recht­lers Wolf­gang Däub­ler anzu­schlie­ßen. Ziel der Kam­pa­gne ist es, die deut­schen Rege­lun­gen zur Leih­ar­beit dem Euro­päi­schen Gerichts­hof vor­zu­le­gen und ihre EU-Rechts­wid­rig­keit fest­stel­len zu las­sen. Dafür kla­gen sich Betrof­fe­ne mit spen­den­ba­sier­ter finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung und Rechts­bei­stand müh­sam durch die Instan­zen. Die Unter­neh­mer­ver­bän­de der Leih­ar­beit und ihre Anwäl­te sehen ihr Geschäfts­mo­dell bedroht und schei­nen ihrer­seits ver­stärkt auf indi­vi­du­el­le, außer­ge­richt­li­che Eini­gun­gen zu set­zen. Infol­ge der Coro­na­kri­se kam nun aber auch die­se Kam­pa­gne zum Erlie­gen und eine für Ende April ter­mi­nier­te Ver­hand­lung vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) muss­te ver­scho­ben wer­den.” Arti­kel von Jana Wer­ner in der jun­gen Welt vom 18.04.2020 externer Link
    • Und dar­in auch: Aus­zug aus der Stel­lung­nah­me der DGB-Rechts­schutz GmbH im Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt:
      Im Unter­schied zur eigent­li­chen Funk­ti­on des Tarif­ver­tra­ges, den Schutz der Arbeit­neh­mer zu gewähr­leis­ten und gege­be­nen­falls zu ver­bes­sern, dient ein Tarif­ver­trag im Bereich des Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes zur Ver­schlech­te­rung der gesetz­li­chen Arbeits­ver­trags­be­din­gun­gen, denn nur bei der Gel­tung eines ent­spre­chen­den Tarif­ver­tra­ges kann der Ver­lei­her dem über­las­se­nen Arbeit­neh­mer wäh­rend sei­nes Ein­sat­zes ungüns­ti­ge­re Arbeits­be­din­gun­gen gewäh­ren als die eines ver­gleich­ba­ren Arbeit­neh­mers im Ein­satz­be­trieb. (…) Da nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers die wesent­li­chen Arbeits­be­din­gun­gen im Rah­men tarif­li­cher Rege­lun­gen unter­schrit­ten wer­den kön­nen, liegt von die­ser Ziel­set­zung her der Gesetz­ge­bung der Ver­such der geziel­ten Dis­kri­mi­nie­rung der Leih­ar­beit­neh­mer zugrun­de, der mit Art. 5 RL 2008/​104/​EG unver­ein­bar ist…” – die voll­stän­di­ge Kla­ge­schrift liegt uns vor
  • »Unter­neh­men sehen Geschäfts­mo­dell in Gefahr«. Gegen die Aus­beu­tung von Leih­ar­bei­tern regt sich Wider­stand. Ein Gespräch mit René Schind­ler
    “… Die Klä­ge­rin war fast ein Jahr als Leih­ar­bei­te­rin im Lager einer bun­des­weit bekann­ten Mode­ket­te beschäf­tigt. Als die Kam­pa­gne des Arbeits­recht­lers Wolf­gang Däub­ler medi­al an Fahrt gewann, sprach ich mit ihr bei Ver­di vor und wir erhiel­ten gewerk­schaft­li­chen Rechts­schutz. Die Klä­ge­rin war damals in der unters­ten Ent­gelt­stu­fe des Leih­ar­beits­ta­rif­ver­tra­ges ange­stellt – bekam also gera­de ein­mal 9,23 Euro pro Stun­de. Der Betriebs­rat des Unter­neh­mens leg­te offen, dass Stamm­be­schäf­tig­ten für ver­gleich­ba­re Tätig­kei­ten 30 Pro­zent mehr gezahlt wur­de. Unser Ziel ist, dass der EuGH die tarif­li­che Pra­xis des Unter­lau­fens von Tarif­ver­trä­gen durch die DGB-Gewerk­schaf­ten für ungül­tig erklärt. Dafür müss­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt den Fall zur Ent­schei­dung dem EuGH vor­le­gen. Die Ver­hand­lung war für den 29. April ter­mi­niert, ist nun aber auf unbe­stimm­te Zeit ver­scho­ben. [Hat die Kam­pa­gne und die damit ver­brei­te­te Kri­tik am Modell der Leih­ar­beit auch Aus­wir­kun­gen auf die Gewerk­schaf­ten?] Für die Kla­ge erhielt die Klä­ge­rin gewerk­schaft­li­chen Rechts­schutz und Unter­stüt­zung von Ver­di. In der Kla­ge­schrift des DGB-Rechts­schut­zes wird auch deut­li­che Kri­tik geübt, von einer »Per­ver­si­on des Tarif­we­sens« im Hin­blick auf die Leih­ar­beit ist dort die Rede. Aber natür­lich reicht die Kri­tik noch nicht weit genug. Mir sind zwar durch­aus Mit­glie­der der Tarif­kom­mis­sio­nen von IG Metall und Ver­di bekannt, die unse­ren gewerk­schaft­lich unter­stütz­ten Fall auch in ihre Gre­mi­en hin­ein­ge­tra­gen haben. Gro­ße Reso­nanz von gewerk­schaft­li­cher Sei­te gab es aber bis­her nicht. Ich weiß von eini­gen Mit­glie­dern der Tarif­kom­mis­sio­nen, dass sie auf eine posi­ti­ve Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts hof­fen, ande­re igno­rie­ren den Aspekt wei­ter­hin völ­lig. (…) Die Zeit­ar­beits­ver­bän­de und deren Rechts­an­wäl­te, alle­samt Groß­kanz­lei­en, wer­den dies mit Sor­ge regis­trie­ren und beob­ach­ten die wei­te­ren Abläu­fe genau. Jeder gericht­li­che Teil­sieg wird medi­al ver­stärkt und über Social-media-Kanä­le ver­brei­tet. Bis­her domi­nier­ten außer­ge­richt­li­che Eini­gun­gen in Form von Ver­glei­chen. Die Augen der »Bran­che« rich­ten sich nach Erfurt, und sie haben wohl Muf­fen­sausen, dass ihr Geschäfts­mo­dell ernst­haft in Gefahr gera­ten könn­te…” Inter­view von Jana Wer­ner in der jun­gen Welt vom 18.04.2020 externer Link (im Abo), René Schind­ler ist Regio­nal­ko­or­di­na­tor beim DGB Bil­dungs­werk Hes­sen für Grund­bil­dung und Alpha­be­ti­sie­rung in der Arbeits­welt
  • Die Kla­ge auf Equal Pay gg. Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment in Bay­ern (Würz­burg) wird am 29. April 2020 um 9:45 Uhr münd­lich beim BAG in Erfurt ver­han­delt!
  • Beru­fung abge­wie­sen, Revi­si­on am BAG zuge­las­sen!
    7.3.2019: Heu­ti­ges Beru­fungs­ver­fah­ren gegen Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment am Lan­des­ar­beits­ge­richt Nürn­berg auf Equal­Pay in der Leih­ar­beit hat erge­ben: Beru­fung abge­wie­sen, Revi­si­on am BAG zuge­las­sen! Damit dem­nächst schon 2 der Kla­gen am Bun­des­ar­beits­ge­richt ange­kom­men…
    Unse­rem Auf­ruf zur soli­da­ri­schen Beglei­tung in Nürn­berg folg­ten Kol­le­gIn­nen von ISA-Nürn­berg (Initia­ti­ve soli­da­ri­sche Arbe­te­rIn­nen) und des AK MiZ Augs­burg. Karl hat dazu am 07.03.2019 im Forum von ZOOM einen Bericht externer Link ein­ge­stellt: “beim heu­ti­gen Gerichts­ter­min vor dem LAG Nürn­berg wur­de der “Antrag auf Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof …., um den genau­en Inhalt der EU-Leih­ar­beits­richt­li­nie klä­ren zu las­sen…. vor­ge­bracht durch die Gewerk­schaft Ver­di (ver­tritt in dem Ver­fah­ren die Klä­ge­rin) vom LAG abge­lehnt. Es ist aber die Revi­si­on zum BAG zuge­las­sen. Es wird also in die nächs­te Run­de gehen. Das kann natür­lich dau­ern. Mög­li­cher­wei­se wer­den noch die ande­ren anste­hen­den LAG-Ver­fah­ren abge­war­tet. Ein Ver­gleichs­an­ge­bot durch die beklag­te ZAF gab es kei­nes. Könn­te aber noch kom­men wenn es vor das BAG geht. Die Klä­ge­rin hat nichts zu ver­lie­ren. Die ZAF-Bran­che bei einem ent­spre­chen­den Urteil aber schon. Die beklag­te ZAF (Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment GmbH) wur­de ver­tre­ten durch die Anwalts­kanz­lei “Tay­lor Wes­sing”. Deren Anwäl­te sind gern gese­he­ne Gäs­te bei ZAF-Ver­bands­ta­gun­gen.” Wir dan­ken allen Unter­stüt­ze­rIn­nen!
  • Kla­ge auf equal pay gegen Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment GmbH am 7. März am LAG Nürn­berg 
    Das Beru­fungs­ver­fah­ren gg. Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment zum Urteil in Würz­burg fin­det am Lan­des­ar­beits­ge­richt Nürn­berg am 7.3.2019 um 13h statt! Ein Beob­ach­ter fürs Labour­Net Ger­ma­ny wird vor Ort (Roon­stra­ße 20 in 90336 Nürn­berg) sein, wir wür­den uns über wei­te­re, mög­lichst zahl­rei­che soli­da­ri­sche Beglei­tung freu­en! Bei ZOOM – Zeit­ar­bei­te­rIn­nen – Ohne Orga­ni­sa­ti­on Macht­los – wur­de die­ser Auf­ruf im Forum bereits ver­brei­tet externer Link, auch auf der Start­sei­te von ZOOM externer Link sowie bei chef​du​zen​.de externer Link – wir dan­ken!)
  • Kla­ge in Aschaf­fen­burg geht in Beru­fung! Ver.di unter­stützt Kla­ge für Equal Pay und zieht Leih­ar­beits­ta­ri­fe in Zwei­fel 
    Die von Labour­Net Ger­ma­ny unter­stütz­te Leih­ar­beit­neh­me­rin in der Lager­lo­gis­tik bei H&M hat in ers­ter Instanz ihren Pro­zess gegen Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment GmbH um glei­che Bezah­lung wie Stamm­kräf­te (“equal pay”) vor dem ArbG Würz­burg ver­lo­ren. Für das Beru­fungs­ver­fah­ren hat ver.di nun Rechts­schutz gewährt, obwohl man das Ver­fah­ren nur gewin­nen kann, wenn man gleich­zei­tig die DGB-Tari­fe für die Leih­ar­beit für unwirk­sam hält. In einer Mail an Prof. Däub­ler teilt der ver­ant­wort­li­che Rechts­schüt­zer mit, man wer­de einen Antrag auf Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof stel­len, um den genau­en Inhalt der EU-Leih­ar­beits­richt­li­nie klä­ren zu las­sen. Außer­dem soll die Tarif­zu­stän­dig­keit der DGB-Tarif­ge­mein­schaft für alle Leih­ar­beit­neh­mer in Fra­ge gestellt wer­den. Auf den wei­te­ren Ver­lauf des Ver­fah­rens kann man gespannt sein.
  • Ver­hand­lung in Aschaf­fen­burg ohne Ver­gleich been­det – Kla­ge auf equal pay abge­wie­sen, Beru­fung ange­strebt
    Das Arbeits­ge­richt Aschaf­fen­burg hat in ers­ter Instanz die Kla­ge abge­wie­sen. Die schrift­li­chen Grün­de lie­gen noch nicht vor. Es wird Beru­fung ein­ge­legt wer­den, die ins­be­son­de­re die euopa­recht­li­che Argu­men­ta­ti­on im Ein­zel­nen vor­tra­gen wird.
    Wir erin­nern aus die­sem Anlass an den Spen­den­auf­ruf für die Kla­gen und dan­ken den bis­he­ri­gen Spen­de­rI­nen
  • Ver­hand­lung in Aschaf­fen­burg ohne Ver­gleich been­det – Urteil steht aus 
    Wie ein Labour­Net-Beob­ach­ter berich­tet, wur­den bei der Ver­hand­lung in Aschaf­fen­burg am 8. Mai nicht nur unse­re Kam­pa­gne sei­tens des Rich­ters ange­spro­chen, son­dern v.a. mehr­fach Ver­gleichs­an­ge­bo­te von sei­ten der Ver­leih­fir­ma Time Part­ner Per­so­nal­ma­nage­ment GmbH (tätig in dem Fal­le für Lager­lo­gis­tik bei H&M) kon­se­quent abge­lehnt. Erstaun­lich war, dass die Gegen­sei­te ihr Ange­bot zum Ver­gleich groß­zü­gig ver­dop­pel­te. Sobald das Urteil vor­liegt, fol­gen wei­te­re Details

Klage auf Equal Pay in Baden-Württemberg (Karlsruhe) gegen Orizon GmbH (“Personaldienstleister”) 

  • Die Kla­ge wird am 16. Dezem­ber 2020 um 9:00 Uhr vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ver­han­delt! New
  • Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung beim BAG in Erfurt am 22.1.2020 bis­her ersatz­los ver­scho­ben
  • Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung beim BAG in Erfurt in einem (ers­ten) unse­rer Leih­ar­beits­fäl­le am 22.1.2020 – wir erwar­ten eine Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof nach Luxem­burg!
    Im (geschlos­se­nen) Dis­kus­si­ons­fo­rum des IGZ externer Link ver­kün­det dies auch der Anwalt der Gegen­sei­te, Dr. Adri­an Hurst: “BAG-Ent­schei­dung zu Equal Pay – exklu­siv auf dem Exper­ten­tag Zeit­ar­beit! Sehr geehr­te Damen und Her­ren, das BAG ent­schei­det 22. Janu­ar 2020 in dem von mir beglei­te­ten Grund­satz­ver­fah­ren den „Kampf um Equal Pay“ (Däub­ler Kam­pa­gne). Hier­bei sind grund­le­gen­de Aus­sa­gen zur Tarif­öff­nung und der (euro­pa-) recht­li­chen Wirk­sam­keit der Zeit­ar­beits-Tarif­ver­trä­ge zu erwar­ten. Auf dem Exper­ten­tag-Zeit­ar­beit am 30. Janu­ar 2020 im Schloss Mon­ta­baur wer­de ich über die Ergeb­nis­se exklu­siv berich­ten!” – wir hof­fen auf den Bericht einer Nie­der­la­ge…
  • Das LAG Baden-Würt­tem­berg (Mann­heim) hat am 6.12.2018 die Beru­fung zurück­ge­wie­sen, doch eine Revi­si­on vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt zuge­las­sen! Die AfA-Rechts­an­wäl­te wer­den die­se ein­le­gen
  • Das Beru­fungs­ver­fah­ren auf Equal-Pay vor dem LAG Baden-Würt­tem­berg (Mann­heim) ist vom 18.10.2018 auf den 6.12.2018 ver­legt wor­den
  • Zwi­schen­zeit­lich ist gegen das erst­in­stanz­li­che Urteil durch AfA-Rechts­an­wäl­te Beru­fung ein­ge­legt wor­den. Der Ablauf des Ver­fah­rens ist viel­ver­spre­chend, da das LAG Baden-Würt­tem­berg nach Ein­schät­zung von Prof. Däub­ler als eines der auf­ge­schlos­sens­ten im Lan­de gilt. Die Beru­fungs­ver­hand­lung ist für den 18.10.2018 vor­ge­se­hen und wird mit Span­nung erwar­tet.
    Zugrun­de liegt dem Ver­fah­ren vor dem LAG Baden-Würt­tem­berg der gut 8‑monatige Ein­satz der Klä­ge­rin in zwei Ent­leih­be­trie­ben auf­grund befris­te­ten Arbeits­ver­tra­ges.
    Aus­weis­lich des Ergeb­nis­ses einer Aus­kunfts­kla­ge gemäß § 13 AÜG, wel­che die Klä­ge­rin noch vor Kla­ge­ein­rei­chung in die­ser Sache selbst erfolg­reich betrie­ben hat, wäre sie im Rah­men ihres ers­ten Ein­sat­zes in den Monats­lohn­ta­rif­ver­trag der Tex­til­in­dus­trie Baden-Würt­tem­berg ein­grup­piert wor­den. Eine Unter­schrei­tung des Ein­satz­lohns um mehr als 33,33 % lag aber nicht vor, sodass mit einer ver­meint­li­chen Sit­ten­wid­rig­keit nicht argu­men­tiert wer­den konn­te. Hin­sicht­lich des zwei­ten Ein­sat­zes ist ein wei­te­res Ver­fah­ren auf Aus­kunft rechts­hän­gig.
    Auch wenn die Klä­ge­rin in ers­ter Instanz vor dem ArbG Karls­ru­he unter­le­gen ist, wird eine ver­tief­te Aus­ein­an­der­set­zung mit Fra­gen der Euro­pa­rechts­wid­rig­keit der Leih­ar­beits­ta­rif­ver­trä­ge in zwei­ter Instanz erwar­tet. Das Urteil in ers­ter Instanz ist rela­tiv kurz und nüch­tern aus­ge­fal­len und nimmt im Wesent­li­chen auf das zwei Mona­te zuvor ergan­ge­ne Urteil des Arbeits­ge­richts Gie­ßen Bezug. Da die Klä­ge­rin nur über einen befris­te­ten Arbeits­ver­trag ver­füg­te, wird eine ver­tief­te Aus­ein­an­der­set­zung mit der Fra­ge, ob der “Gesamt­schutz” des Leih­ar­beit­neh­mers im Sin­ne des Art. 5 Abs. 3 der Richt­li­nie noch gewahrt ist, unum­gäng­lich sein.

Klage auf equal pay in Bayern (Nürnberg) gegen HWS Projekt-Engineering GmbH (u.a. “Personaldienstleister”)

  • Die Kla­ge wird am 16. Dezem­ber 2020 um 9:45 Uhr vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ver­han­delt! New
  • Das Ver­fah­ren in ers­ter Instanz vor dem Arbeits­ge­richt Nürn­berg am 11.09.2018 wur­de ver­lo­ren, es ist Beru­fung ein­ge­legt!
  • Die Kanz­lei AfA Rechts­an­wäl­te betreut noch ein wei­te­res Ver­fah­ren auf Equal-Pay in ers­ter Instanz vor dem Arbeits­ge­richt Nürn­berg. Hier ist es bis­lang nicht zu einem Urteil gekom­men, da ein ange­setz­ter Ver­kün­dungs­ter­min sei­tens des Vor­sit­zen­den wie­der auf­ge­ho­ben wor­den und erneut zur münd­li­chen Ver­hand­lung gela­den wur­de. Nach mehr­fa­chen Ter­min­ver­le­gungs­an­trä­gen ist die­se nun für den 11.09.2018 ange­setzt.

Klage in Kaiserslautern gegen ein Entsorgungsunternehmen 

  • Kla­gen auf equal pay lohnt sich: Im Ver­fah­ren in Kai­sers­lau­tern erkennt die Arbeit­ge­ber­sei­te die For­de­rung an und ist bereit, den gesam­ten ein­ge­klag­ten Lohn zu bezah­len! 
    Im Ver­fah­ren in Kai­sers­lau­tern hat die Arbeit­ge­ber­sei­te den Klag­an­trag in vol­lem Umfang aner­kannt und ver­spro­chen, umge­hend den gesam­ten ein­ge­klag­ten Betrag zu bezah­len. Das Gericht hat am 18.6. ent­schie­den, dass der Klä­ger sein gan­zes Geld bekommt. Damit ist das Ver­fah­ren been­det und auch die Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof zunächst vom Tisch. Was dies für das wei­te­re Ver­fah­ren und unse­re Kam­pa­gne mit dem Ziel der Vor­la­ge beim EuGH bedeu­tet, erläu­tert für uns Prof. Dr. Wolf­gang Däub­ler in dem (aktua­li­sier­ten) Bei­trag 5.7.2020: “Ver­lei­her in Panik. Das Ver­fah­ren vor dem Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern”  
    • Für die gesam­te Kam­pa­gne dar­in wich­tig:
      “… Nie­mand kann Leih­ar­bei­ter und ihre Anwäl­te hin­dern, wei­te­re Kla­gen zu erhe­ben. Es reicht, dass sie bei www​.labour​net​.de rein­schau­en und sich die euro­pa­recht­li­che Argu­men­ta­ti­on des Arbeits­ge­richts Kai­sers­lau­tern her­aus­ho­len. Damit lässt sich ein guter Schrift­satz pro­du­zie­ren und das zustän­di­ge Arbeits­ge­richt anru­fen – von Ulm bis Flens­burg und von Cott­bus bis Aachen. Die Chan­cen sind dras­tisch bes­ser gewor­den. Die ers­ten Klä­ger wer­den anstands­los ihr Geld bekom­men, sobald das Gericht zu erken­nen gibt, dass es sich eine Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof in Erwä­gung zieht. Und war­um soll­te es dies nicht tun, wenn man ihm die Fra­gen mund­ge­recht ser­viert? Schließ­lich stam­men sie von einem Rich­ter und nicht von irgend so einem Rechts­an­walt oder so einem Hoch­schul­pro­fes­sor. Natür­lich wird nicht jeder benach­tei­lig­te Leih­ar­beit­neh­mer kla­gen. Aus den Hun­der­ten von E‑Mails, die ich im Lau­fe der Zeit bekom­men habe, erge­ben sich bestimm­te Situa­tio­nen, in denen eine Kla­ge in Betracht kommt. Der Leih­ar­beit­neh­mer ist wie im vor­lie­gen­den Fall gekün­digt und hat des­halb beim bis­he­ri­gen Ver­lei­her nichts mehr zu ver­lie­ren. Arbeits­be­din­gun­gen und Bezah­lung sind so schlecht, dass ein Leih­ar­beit­neh­mer mit Fami­lie sowie­so Auf­sto­ckung nach Hartz IV bean­tra­gen muss. Der Leih­ar­beit­neh­mer hat die Zusa­ge eines ande­ren Arbeit­ge­bers, ihn in ein nor­ma­les Arbeits­ver­hält­nis zu über­neh­men. Auch da kann ihm ein Wut­aus­bruch des Ver­lei­hers egal sein. Wer zu einer die­ser drei Grup­pen gehört, soll­te sich unbe­dingt mel­den. Wir wis­sen Rat.”
    • Wir war­ten immer­hin noch auf 2 Ver­hand­lungs­ter­mi­ne beim BAG in Erfurt, einen beim LAG – und haben seit dem Ver­fah­ren in Kai­sers­lau­tern, dass zeigt, wie sehr sich das Kla­gen lohnt, neue Klä­ger gewon­nen!
  • Aus dem Aner­kennt­nis­ur­teil des Arbeits­ge­richts Kai­sers­lau­tern (Akten­zei­chen: 8 Ca 114/​20) vom 18.06.2020: 
    Grün­de:
    Auf­grund des Aner­kennt­nis­ses der Beklag­ten war Aner­kennt­nis­ur­teil zu erlas­sen. Ande­res gilt auch nicht vor dem Hin­ter­grund der von der Klä­ger­sei­te mit Schrift­satz vom 15.06.2020 vor­ge­brach­ten Argu­men­te.
    Dem Erlass eines Aner­kennt­nis­ur­teils steht nicht ent­ge­gen, dass “der aner­kann­te Anspruch des Klä­gers im Wider­spruch zum Bei­spiel zum ord­re public Arti­kel 6 EGBGB steht oder die aner­kann­te Rechts­fol­ge den guten Sit­ten zuwi­der­läuft”. Denn bei dem aner­kann­ten Anspruch han­delt es sich gera­de um den Anspruch auf Gleich­be­hand­lung, den die Klä­ger­sei­te ohne­hin durch­set­zen will, und somit sicher­lich nicht um einen Ver­stoß gegen ord­re public oder gute Sit­ten.
    Dem Erlass eines Aner­kennt­nis­ur­teils steht auch nicht ent­ge­gen, dass das Aner­kennt­nis allein den Zweck hät­te, dem Klä­ger einen wir­kungs­vol­len Rechts­schutz zu ver­sa­gen. Denn dem Klä­ger selbst wird kein Rechts­schutz ver­sagt. Im Gegen­teil erhält er sei­nen vol­len ein­ge­klag­ten Betrag und damit alles, was er auch strei­tig errei­chen könn­te.
    Dem Erlass eines Aner­kennt­nis­ur­teils steht schließ­lich auch kei­ne ana­lo­ge Anwen­dung des § 555 Abs. 3 ZPO ent­ge­gen. Direkt ist die­se Norm nur auf das (hier nicht vor­lie­gen­de) Revi­si­ons­ver­fah­ren anwend­bar. Auch eine ana­lo­ge Anwen­dung ist nicht ange­zeigt. Es fehlt bereits an der plan­wid­ri­gen Rege­lungs­lü­cke. § 555 Abs. 3 ZPO ist rela­tiv neu und jeden­falls in einer Zeit erlas­sen wor­den, als Vor­la­gen an den EuGH schon all­ge­mein bekannt waren und durch­ge­führt wur­den. Hät­te der Gesetz­ge­ber also auch die­sen Fall erfas­sen wol­len, hät­te er dies tun kön­nen. Selbst im Fall einer plan­wid­ri­gen Rege­lungs­lü­cke wäre eine Ana­lo­gie aber nicht ange­zeigt, da es an einer ver­gleich­ba­ren Lage fehlt. Zum einen wur­de § 555 Abs. 3 ZPO für Fäl­le erlas­sen, in denen bereits ersicht­lich ist, wie das höchst­in­stanz­li­che Gericht ent­schei­det, und die­se Ent­schei­dung dann von der Beklag­ten­sei­te ver­hin­dert wer­den soll. Ein sol­cher Fall liegt hier nicht vor. Wie der EuGH ent­schei­den wür­de, ist völ­lig offen. Des Wei­te­ren gilt § 555 Abs. 3 ZPO auch nur für die Revi­si­ons­in­stanz und damit nur für eine Instanz, in der ohne­hin nur Rechts­fra­gen geklärt wer­den.
    Vor­lie­gend befin­det sich das Ver­fah­ren aber noch in einer Tat­sa­chen­in­stanz, sodass das Aner­kennt­nis deut­lich über die rei­ne Rechts­fra­ge hin­aus­geht, sodass die­ses vor­lie­gend einen wei­te­ren Zweck erfüllt als bei § 555 Abs. 3 ZPO, sodass auch des­halb eine ana­lo­ge Anwen­dung nicht mög­lich ist. Schließ­lich erfasst § 555 Abs. 3 ZPO einen Fall, in dem der Rechts­streit ohne­hin (man­gels wei­te­rer Rechts­mit­tel) kurz vor dem Abschluss steht, wäh­rend vor­lie­gend der Rechts­streit noch in ers­ter Instanz anhän­gig ist, sodass auch inso­fern ein wesent­li­cher Unter­schied besteht, der einer Ana­lo­gie ent­ge­gen­steht.
    Ein Rechts­mit­tel besteht nur für die Beklag­ten­sei­te, da nur die­se mate­ri­ell beschwert ist.”
  • Grund­sätz­lich wich­tig aus der Kla­ge in Kai­sers­lau­tern sind eben­falls: Fra­gen an den Euro­päi­schen Gerichts­hof
    Der­zeit lie­gen nur die Fra­gen als sol­che vor, die das Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern dem Euro­päi­schen Gerichts­hof stellt. Eine Begrün­dung, was jeweils genau damit gemeint ist und wes­halb es im kon­kre­ten Fall aus Sicht des Arbeits­ge­richts auf die Beant­wor­tung der Fra­ge ankommt, ist nicht ver­füg­bar. Den­noch wer­den die nicht unkom­pli­zier­ten Fra­gen im Fol­gen­den erklärt, damit von ihnen auch in ande­ren Ver­fah­ren Gebrauch gemacht wer­den kann….” Ana­ly­se von Prof. Dr. Wolf­gang Däub­ler vom 14.6.2020 
  • Leih­ar­beits­fir­ma knickt ein – Glei­cher Lohn für glei­che Arbeit zuge­stan­den
    Nach­dem das Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern die Kla­ge eines ehe­ma­li­gen Leih­ar­bei­ters gegen sei­ne schlech­te­re Bezah­lung, dem Euro­päi­schen Gerichts­hof (EuGH) vor­ge­legt hat, erkennt das Unter­neh­men nun an, dass ein vol­ler Lohn­an­spruch besteht. Die Anwäl­te des Unter­neh­mens haben dies dem Gericht mit­ge­teilt und wol­len so ein sog. Aner­kennt­nis­ur­teil erwir­ken, was zur Fol­ge hät­te, dass der Fall nicht vor dem EuGH behan­delt wer­den wür­de. Der Klä­ger, Gewerk­schafts­mit­glied der Frei­en Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter Uni­on (FAU) Pfalz/​Saar und sein Anwalt wol­len das Gericht davon über­zeu­gen, dass der Fall trotz des Ange­bo­tes vor dem höchs­ten euro­päi­schen Arbeits­ge­richt ver­han­delt wer­den muss. Grund ist, dass nur auf die­ser Ebe­ne geklärt wer­den kann, ob die deut­sche Pra­xis der sys­te­ma­ti­schen Benach­tei­li­gung von Leih­ar­beits­kräf­ten als ille­gal gel­ten kann. Der Leih­ar­bei­ter hat­te für sei­ne Tätig­kei­ten in der Ent­sor­gung 4€ in der Stun­de weni­ger bezahlt bekom­men als fest ange­stell­te Kol­le­gen. „Das Ange­bot zeigt ganz deut­lich, dass auf Sei­ten der Unter­neh­mer eine gro­ße Angst vor der Vor­la­ge die­ses und ähn­li­cher Fäl­le vor das EuGH herrscht. Wir sind über­zeugt davon, dass dort die Vor­ge­hens­wei­se in Deutsch­land als ille­gal ent­larvt wird. Auch wenn das Ange­bot einen juris­ti­schen Sieg bedeu­tet, der Leih­ar­bei­te­rin­nen und ‑arbei­tern zeigt, dass 100% Lohn ein­ge­klagt wer­den kann, wol­len wir natür­lich die momen­ta­ne Pra­xis lie­ber gleich gericht­lich ver­bie­ten las­sen…” PM der FAU Kai­sers­lau­tern vom 14. Juni 2020 externer Link
  • [Wäh­rend 3 Kla­gen beim Bun­des­ar­beits­ge­richt anhän­gig sind] Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern ver­weist am Mon­tag, 25. Mai die Kla­ge auf glei­chen Lohn in der Leih­ar­beit an den Euro­päi­schen Gerichts­hof! 
    • Prof. Dr. Wolf­gang Däub­ler zum Erfolg der Leih­ar­beits­kla­ge in Kai­sers­lau­tern: “Manch­mal gibt´s auch im poli­ti­schen Leben Grund zur Freu­de”
      Manch­mal geht es schnel­ler als man denkt. Jah­re­lang haben wir Pro­zes­se geführt, bis wir mit drei­en von ihnen beim Bun­des­ar­beits­ge­richt gelan­det sind. Die­ses hat­te dann in einem Fall einen Ter­min anbe­raumt, aber die­sen dann wie­der ver­legt. Nach gel­ten­dem EU-Recht muss ein obers­tes Bun­des­ge­richt vor­le­gen, wenn es bei der Ent­schei­dung im kon­kre­ten Fall auf die Aus­le­gung einer Richt­li­nie ankommt – und das ist bei den Leih­ar­bei­tern der Fall. Eigent­lich eine kla­re Sache, aber den Unter­neh­men tut´s weh, wenn man die Leih­ar­bei­ter genau­so wie die Stamm­be­schäf­tig­ten bezah­len muss. Also zögert man ein wenig und über­legt ganz genau, ob man wirk­lich vor­le­gen muss oder nicht. Die Vor­in­stan­zen – etwa das Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden-Würt­tem­berg und das Lan­des­ar­beits­ge­richt Nürn­berg – hät­ten zwar vor­le­gen kön­nen, mach­ten davon aber kei­nen Gebrauch. Irgend­wie ist für man­che Gerich­te das EU-Recht immer noch eine etwas frem­de Mate­rie, die man nur anrührt, wenn es unbe­dingt sein muss.
      Anders das Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern. Es hat von sei­nen Mög­lich­kei­ten Gebrauch gemacht und den Euro­päi­schen Gerichts­hof ein­ge­schal­tet. Die­ser muss nun unter ande­rem ent­schei­den, ob der “Gesamt­schutz” von Leih­ar­bei­tern noch gewahrt ist, wenn sie nach ihren spe­zi­el­len Tarif­ver­trä­gen 30 % weni­ger ver­die­nen als Stamm­kräf­te mit glei­cher Tätig­keit. Ich bin da opti­mis­tisch, dass der EuGH das ver­nei­nen wird; denn wenn vom gesetz­li­chen Niveau nur nach unten abge­wi­chen wird, kann von der Wah­rung des “Gesamt­schut­zes” nicht mehr die Rede sein. Aller­dings wird man eine Ent­schei­dung aus Luxem­burg erst in ca. ein­ein­halb Jah­ren bekom­men. Die Ver­fah­ren brau­chen ihre Zeit – was auch damit zusam­men­hängt, dass immer eine Über­set­zung in eini­ge der 22 Amts­spra­chen der EU erfol­gen muss. Aber für Rich­ter mit einem ande­ren als einem deut­schen Hin­ter­grund erscheint unse­re Rege­lung im zwei­fel etwas ver­wun­der­lich: In Polen z. B. gilt Equal Pay gene­rell und ohne Abwei­chungs­mög­lich­keit, in Frank­reich bekommt ein Leih­ar­bei­ter kraft Geset­zes einen Zuschlag von 10 %, weil er sich ja immer wie­der auf neue Anfor­de­run­gen ein­stel­len muss. Muss die deut­sche Wirt­schaft die­sen Bil­lig-Lohn-Vor­teil wirk­lich behal­ten?
      Ein Arbeit­ge­ber­ver­tre­ter sag­te mir mal bei einer Dis­kus­si­on, “es wird nie zu einer Ent­schei­dung des EuGH kom­men”. Irgend­wie klang es, als hät­te er eine Geheim­waf­fe in der Hin­ter­hand. Wer die Ver­hält­nis­se ein wenig näher kennt, weiß wie die­se Waf­fe beschaf­fen sein könn­te: Mit Geld lässt sich in der Markt­wirt­schaft fast alles errei­chen. Da zahlt man halt 10.000 Euro als klei­ne “Beloh­nung” dafür, dass jemand sei­ne Kla­ge nicht wei­ter ver­folgt. Damit ist es nun vor­bei. Der Klä­ger gehört über­dies zu einer klei­nen Gewerk­schaft, die das bestehen­de Wirt­schafts­sys­tem nicht als Sozi­al­part­ner mit­tra­gen will. Da ver­sa­gen sol­che Mit­tel. Manch­mal gibt´s auch im poli­ti­schen Leben Grund zur Freu­de.” Kom­men­tar von Prof. Dr. Wolf­gang Däub­ler vom 26. Mai 2020
    • [FAU Kai­sers­lau­tern] Leih­ar­bei­ter klagt gegen Ungleich­be­hand­lung: Wich­ti­ger Etap­pen­sieg bei Leih­ar­beits­kla­ge
      Das Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern hat heu­te ent­schie­den, den Fall eines ehe­ma­li­gen Leih­ar­bei­ters, der gegen sei­ne schlech­te­re Bezah­lung geklagt hat­te, dem Euro­päi­schen Gerichts­hof (EuGH) vor­zu­le­gen. Der Leih­ar­bei­ter, ein Mit­glied der Frei­en Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter Uni­on (FAU) Kai­sers­lau­tern, hat­te für sei­ne Tätig­kei­ten in der Ent­sor­gung 4€ in der Stun­de weni­ger bezahlt bekom­men als fest ange­stell­te Kol­le­gen, und nach eini­gen Mona­ten Kla­ge dage­gen ein­ge­legt. In der Ver­hand­lung stell­te der Rich­ter fest, dass vor deut­schen Gerich­ten kon­tro­vers dis­ku­tiert wer­de, ob die­se Ungleich­be­hand­lung mit der euro­päi­schen Richt­li­nie zur Leih­ar­beit ver­ein­bar sei. Der EuGH muss jetzt ent­schei­den, ob die deut­sche Rechts­la­ge, die die sys­te­ma­ti­sche Unter­be­zah­lung von Leih­ar­bei­tern ermög­licht, Bestand haben kann. “Das heu­ti­ge Ergeb­nis vor dem Arbeits­ge­richt ist ein wich­ti­ger Schritt!” freut sich David Jung, Pres­se­spre­cher der FAU Kai­sers­lau­tern. “Wir sind der Ansicht, dass inner­halb eines Betrie­bes der Grund­satz ‘Glei­che Arbeit – Glei­cher Lohn’ gel­ten muss. Wir hof­fen, dass der EuGH unse­rer Argu­men­ta­ti­on folgt und der Aus­beu­tung durch Leih­ar­beit in Deutsch­land einen Rie­gel vor­schiebt.” Die Kla­ge ist Teil einer Kam­pa­gne des pro­mi­nen­ten Arbeits­recht­lers Wolf­gang Däub­ler und des Netz­werks Labour­Net Ger­ma­ny. In die­sem Zusam­men­hang sind bis­her bereits drei ähn­li­che Fäl­le von Leiharbeiter*innen vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt anhän­gig. Der Fall aus Kai­sers­lau­tern ist der ers­te, bei dem eine Vor­la­ge an den EuGH erreicht wur­de.”” Pres­se­mit­tei­lung vom 26.5.2020 externer Link, sie­he ähn­lich:
  • Kam­mer­ter­min der Leih­ar­beits­kla­ge in Kai­sers­lau­tern am Mon­tag, 25. Mai um 10.30 Uhr! 
    Am Mon­tag den 25. Mai um 10.30 Uhr fin­det im Fall eines Leih­ar­bei­ters, der auf Gleich­be­hand­lung klagt, am Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern der Kam­mer­ter­min statt. Der Kol­le­ge, der Mit­glied der FAU Kai­sers­lau­tern ist, hat­te Kla­ge gegen unglei­che Bezah­lung ein­ge­reicht. Für sei­ne Arbeit bei einem pri­va­ten Müll­ent­sor­gungs­un­ter­neh­men hat­te er 4€ pro Stun­de weni­ger ver­dient als sei­ne fest ange­stell­ten Kol­le­gen. Ziel der FAU ist ein Grund­satz­ur­teil, dass der Aus­beu­tung von Leih­ar­bei­tern als bil­li­ger Arbeits­kraft einen Rie­gel vor­schiebt. Die Kla­ge ist Teil einer Kam­pa­gne des Arbeits­recht­lers Prof. Dr. Wolf­gang Däub­ler und des Netz­werks Labour­net, die eine Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof errei­chen wol­len…” mel­det die FAU Kai­sers­lau­tern am 21. Mai 2020 externer Link – auch ein Arbeits­ge­richt ers­ter Instanz kann ja den EuGH ein­schal­ten. Wir hof­fen, dass der Rich­ter das macht und auf die­se Wei­se einen Schritt in Rich­tung auf mehr Klar­heit und Rechts­si­cher­heit tut. Aber vor Gericht und auf Hoher See… Das Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern befin­det sich in der Bahn­hof­stra­ße 24 in 67655 Kai­sers­lau­tern – Beob­ach­tung und Unter­stüt­zung herz­lich will­kom­men!
  • Ein­satz gegen die Aus­beu­tung von Leiharbeiter*innen 
    Die FAU Kai­sers­lau­tern hat der Aus­beu­tung von Leiharbeiter*innen den Kampf ange­sagt. Die Kla­ge eines Leih­ar­bei­ters mit Hil­fe der FAU auf glei­che Bezah­lung ist ein ers­ter Schritt – das Ziel bleibt ein Grund­satz­ur­teil. Im Janu­ar die­sen Jah­res hat nun ein Leih­ar­bei­ter am Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern eine Kla­ge auf glei­che Bezah­lung ein­ge­reicht. Der 28-jäh­ri­ge – Mit­glied der FAU – arbei­te­te seit letz­tem Novem­ber bei einem pri­va­ten Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men in der Regi­on Kai­sers­lau­tern als Leih­ar­bei­ter. Für die kör­per­lich anstren­gen­de Arbeit, wie dem Lee­ren von Senk­käs­ten oder die Ent­sor­gung von Papier­müll und Gel­ben Säcken, erhielt er von sei­ner Zeit­ar­beits­fir­ma einen Lohn knapp über dem Min­dest­lohn – fast 4 Euro pro Stun­de weni­ger als die fest­an­ge­stell­ten Kolleg*innen. (…) Bei dem Güte­ter­min am Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern bekam unser Kol­le­ge einen Ver­gleich im Umfang von 50% des gefor­der­ten Fehl­be­trags ange­bo­ten. Das Ziel der FAU bleibt jedoch ein Grund­satz­ur­teil, das die voll­kom­me­ne Gleich­be­zah­lung von Leih­ar­beit durch­setzt. Der Kam­mer­ter­min über die­se For­de­rung wird am 25. Mai in Kai­sers­lau­tern statt­fin­den…” Arti­kel von Ben­ja­min Gna­ser vom 22. Mai 2020 in direk­te akti­on online
  • Neue Kla­ge der Kam­pa­gne in Kai­sers­lau­tern: Leih­ar­bei­ter klagt auf glei­chen Lohn für glei­che Arbeit – Güte­ter­min am 5. März 20 vor dem Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern erwar­tungs­ge­mäß ohne Eini­gung, der Kam­mer­ter­min ist am 25. Mai 
    Die Freie Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter Uni­on (FAU) Kai­sers­lau­tern beglei­tet die Kla­ge eines Mit­glieds gegen eine Zeit­ar­beits­fir­ma. Der 28-jäh­ri­ge Kol­le­ge arbei­te­te seit Novem­ber bei einem pri­va­ten Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men in der Regi­on Kai­sers­lau­tern als Leih­ar­bei­ter. Für die kör­per­lich anstren­gen­de Arbeit, wie dem Lee­ren von Senk­käs­ten oder die Ent­sor­gung von Papier­müll und Gel­ben Säcken, erhielt er von sei­ner Zeit­ar­beits­fir­ma einen Lohn knapp über dem Min­dest­lohn – fast 4 Euro pro Stun­de weni­ger als die fest­an­ge­stell­ten Kol­le­gen. Jetzt hat er am Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern eine Kla­ge auf glei­che Bezah­lung ein­ge­reicht. (…) Laut Gesetz ste­hen Leih­ar­bei­tern die glei­chen Arbeits­be­din­gun­gen zu wie Fest­an­ge­stell­ten. Durch Tarif­ver­trag ist es jedoch mög­lich davon nach unten abzu­wei­chen. Der renom­mier­te Arbeits­recht­ler für Deut­sches und Euro­päi­sches Arbeits­recht, Dr. Wolf­gang Däub­ler, sieht in der Ungleich­be­hand­lung von Leih­ar­bei­tern einen Ver­stoß gegen EU-Richt­li­ni­en. Däub­ler hat zusam­men mit dem gewerk­schafts­na­hen Netz­werk „Labour­net“ eine Kam­pa­gne ins Leben geru­fen, für die auch in der ZDF-Sen­dung „Die Anstalt“ gewor­ben wur­de. Die Kam­pa­gne unter­stützt Leih­ar­bei­ter, die bereit sind auf glei­chen Lohn zu kla­gen, juris­tisch und finan­zi­ell. Ziel ist, eine Vor­la­ge beim Euro­päi­schen Gerichts­hof zu errei­chen und dort die Unrecht­mä­ßig­keit der schlech­te­ren Bezah­lung von Leih­ar­bei­te­rin­nen und Leih­ar­bei­tern fest­stel­len zu las­sen. Von den ande­ren anhän­gi­gen Kla­gen der Kam­pa­gne liegt eine bereits vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt, der Pro­zess­ter­min wur­de jedoch auf unbe­stimm­te Zeit ver­scho­ben…” Pres­se­mit­tei­lung der FAU Kai­sers­lau­tern vom 29. Janu­ar 2020 externer Link und dazu:
  • Kai­sers­lau­tern: Güte­ter­min am 5. März 20 vor dem Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern erwar­tungs­ge­mäß ohne Eini­gung, der Kam­mer­ter­min ist am 25. Mai
    FAU Kaiserslautern: Solidarität beim Gütetermin am 5. März 20 vor dem Arbeitsgericht Kaiserslautern vom Leiharbeiter für gleichen Lohn für gleiche ArbeitAm Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern fand heu­te in der Kla­ge eines Mit­glieds der Frei­en Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter Uni­on (FAU) Kai­sers­lau­tern gegen eine Leih­ar­beits­fir­ma die Güte­ver­hand­lung statt. Der Kol­le­ge hat­te für sei­ne Arbeit bei einem regio­na­lem Müll­ent­sor­gungs­un­ter­neh­men 4€ in der Stun­de weni­ger bekom­men, als die fest­an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­ter – auf die­se Dif­fe­renz hat er nun vor Gericht Anspruch erho­ben. Sei­ne Kla­ge ist Teil einer Kam­pa­gne für die Gleich­be­hand­lung von Leih­ar­bei­tern, die vom gewerk­schafts­na­hen Netz­werk labour­net bun­des­weit geführt wird. Schon vor dem Güte­ter­min hat­te die beklag­te Leih­ar­beits­fir­ma unse­rem Kol­le­gen einen Ver­gleich im Umfang von 50% des gefor­der­ten Fehl­be­trags ange­bo­ten. Die­ses Ange­bot hat er abge­lehnt. “Ziel der Kla­ge ist es, eine Grund­satz­ent­schei­dung für die glei­che Bezah­lung von Leih­ar­bei­te­rin­nen und Leih­ar­bei­tern zu errei­chen”, stell­te David Jung, Pres­se­spre­cher der FAU Kai­sers­lau­tern, nach dem Güte­ter­min klar. “Eine Eini­gung, die die schlech­te­re Bezah­lung von Leih­ar­bei­tern bei­be­hält, ist des­halb für uns kei­ne Lösung. Das Ange­bot zeigt uns aber, dass es für Leih­ar­bei­ter nicht aus­sichts­los ist, sich gegen ihre Aus­beu­tung zu weh­ren.” Da kei­ne Eini­gung zustan­de kam, muss das Arbeits­ge­richt auf einem Kam­mer­ter­min über die For­de­run­gen des Leih­ar­bei­ters ent­schei­den. Die­ser wird am 25. Mai in Kai­sers­lau­tern statt­fin­den…” Pres­se­mit­tei­lung der FAU Kai­sers­lau­tern vom 5.3.2020 externer Link
  • Die FAU Kai­sers­lau­tern mel­det: “Die Gegen­sei­te hat­te einen ver­gleich bei 50% der For­de­rung ange­bo­ten, aber um einen Ver­gleich ging es uns ja nicht. Eini­ge von uns waren da, sodass die Besu­cher­plät­ze im Gerichts­saal alle besetzt waren. Der Kam­mer­ter­min ist am 25. Mai vor­mit­tags” – wei­te­re Infos fol­gen, sie­he auch:
    • Güte­ter­min von Leih­ar­bei­ter in Kai­sers­lau­tern ohne Ergeb­nis
      Es war der ers­te Ter­min eines mög­li­cher­wei­se lang­wie­ri­gen Pro­zes­ses – und er brach­te kein Ergeb­nis. Vor dem Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern klagt ein Leih­ar­bei­ter, weil er glei­chen Lohn für glei­che Arbeit haben möch­te. Den heu­ti­gen Ver­hand­lungs­ter­min woll­te das Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern nut­zen, um die Mög­lich­kei­ten einer güt­li­chen Eini­gung aus­zu­lo­ten. Weil sich bei­de Sei­ten aber nicht auf­ein­an­der zu beweg­ten, wird es am 25. Mai eine rich­ti­ge Ver­hand­lung geben. Eine sol­che Ent­wick­lung hat­te sich schon vor­her abge­zeich­net: Der Anwalt des Klä­gers hat­te aus­drück­lich gesagt, dass es ihm in die­sem Ver­fah­ren dar­um geht, eine Grund­satz­ent­schei­dung zu erwir­ken. Der Klä­ger war seit Novem­ber 2018 als Leih­ar­bei­ter bei einem Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men aus der Regi­on Kai­sers­lau­tern ange­stellt. Nach Anga­ben sei­ner Gewerk­schaft bekam er nur ein Gehalt knapp über dem Min­dest­lohn – weni­ger als sei­ne fest­an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­ter für die glei­che Arbeit. Damit habe er fast vier Euro pro Stun­de weni­ger ver­dient als sei­ne Kol­le­gen…” Mel­dung vom 5.3.2020 in der Sen­dung “Am Mit­tag” bei SWR4 Radio Kai­sers­lau­tern externer Link, der Bei­trag kommt auch am Abend um 19.30 Uhr in “SWR Aktu­ell Rhein­land-Pfalz” externer Link (ab Minu­te 19:57)
  • Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern ver­schiebt die Güte­ver­hand­lung auf den 5. März 
    Die Güte­ver­hand­lung im Leih­ar­beits­pro­zess wur­de vom Arbeits­ge­richt um eine Woche ver­scho­ben. Sie fin­det nun am Don­ners­tag, den 5. März um 11.20 Uhr im Sit­zungs­saal 3 (Erd­ge­schoss) des Jus­tiz­zen­trums Kai­sers­lau­tern (Bahn­hof­str. 24) statt. Wir hof­fen den­noch auf soli­da­ri­sche Beglei­tung!
  • Leih­ar­beits-Kla­ge in Kai­sers­lau­tern am 27. Febru­ar vor dem Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern – soli­da­ri­sche Pro­zess­be­glei­tung erwünscht! 
    Im Fall der Kla­ge eines FAU-Mit­glieds und ehe­ma­li­gen Leih­ar­bei­ters auf glei­chen Lohn wur­de vom Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern der Zeit­punkt der Güte­ver­hand­lung fixiert. Sie fin­det am 27.02. um 13.10 Uhr im Saal 11 des Jus­tiz­zen­trum Kai­sers­lau­tern (Bahn­hof­str. 24) statt. Bei einer Güte­ver­hand­lung soll die Mög­lich­keit einer Eini­gung der bei­den Par­tei­en erör­tert wer­den, es wird noch kein Urteil gespro­chen. Die­ser Gerichts­ter­min ist öffent­lich, daher ruft die FAU alle Unter­stüt­zer unse­res Anlie­gens zu soli­da­ri­scher Pro­zess­be­glei­tung auf.” Mel­dung der FAU Kai­sers­lau­tern vom 17. Febru­ar 2020 externer Link – wir schlie­ßen uns der Bit­te an!
  • Es han­delt sich übri­gens um die ers­te Kla­ge, die auf den Spen­den­fonds der Kam­pa­gne ange­wie­sen ist – wir dan­ken erneut den vie­len Spen­de­rIn­nen!

Klage in Gießen (Hessen) gegen Randstad

  • Der Ver­gleich am LAG Frank­furt am 31.10.2019 belegt die guten Chan­cen unse­rer Ver­fah­ren beim Bun­des­ar­beits­ge­richt 
    Drei Ver­fah­ren, gestützt auf die EU-Richt­li­nie zur Leih­ar­beit, sind der­zeit beim Bun­des­ar­beits­ge­richt anhän­gig. Die­ses wird um eine Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof nicht her­um­kom­men. Die Richt­li­nie ver­langt, dass bei tarif­li­chen Abwei­chun­gen von Equal Pay der “Gesamt­schutz” des Leih­ar­beit­neh­mers gewahrt bleibt, und was “Gesamt­schutz” bedeu­tet, ist bis­her völ­lig unklar. In sol­chen Fäl­le muss ein obers­tes Bun­des­ge­richt an den EuGH vor­le­gen. Im vier­ten Ver­fah­ren wur­de vor dem LAG Frank­furt am 31.10.2019 in der Beru­fung zum Urteil in Gie­ßen vom 14.02.2018 (Az. 7 Ca 246/​17) nun ein für den Leih­ar­bei­ter recht guter Abfin­dungs­ver­gleich geschlos­sen: Die ande­re Sei­te – Rand­stad – erwies sich als ziem­lich groß­zü­gig. Offen­sicht­lich waren sie ihrer Sache nicht mehr so ganz sicher. Nun ist das BAG am Zuge…
    Wir dan­ken an die­ser Stel­le allen Spen­de­rIn­nen und bit­ten um Geduld – die Müh­len der Gerech­tig­keit sind bekannt­lich lang­sam
  • Kla­ge auf Equal Pay in Gie­ßen (Hes­sen) gegen Rand­stad: Ter­min beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Hes­sen am 31. Okto­ber 2019! 
    Das ursprüng­lich für den 16.1.2019 ter­mi­nier­te Beru­fungs­ver­fah­ren gg. Rand­stad zum Urteil in Gie­ßen (und sei­tens des Gerichts abge­sagt wor­den) am LAG Frank­furt fin­det nun am 31. Okto­ber 2019 statt! Ab 11:30 Uhr im Sit­zungs­saal B 1.14 (60327 Frank­furt am Main, Gut­leut­stra­ße 130) gibt es sicher­lich Platz für hof­fent­lich vie­le inter­es­sier­te und soli­da­ri­sche Besu­che­rIn­nen!
  • Beru­fungs­ver­fah­ren gg. Rand­stad zum Urteil in Gie­ßen: Ter­min am LAG Frank­furt am 16.1.2019 sei­tens des Gerichts abge­sagt 
    Er ist auf noch nicht bekann­ten Zeit­punkt ver­scho­ben wor­den, wir wer­den berich­ten.
  • Ter­min für die Beru­fung beim LAG Frankfurt/​M. am 16.1.2019! 
    In der Kla­ge auf Equal Pay gegen Rand­stad steht der Ter­min der Revi­si­on zum Urteil in Gie­ßen vom 14.02.2018 (Az. 7 Ca 246/​17) fest
  • Die Beru­fung im Gie­ße­ner Fall ist ein­ge­legt 
    Gegen das Urteil des ArbG Gie­ßen ist durch Rechts­an­walt Mewes Beru­fung ein­ge­legt wor­den. Man kann damit rech­nen, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hes­sen der uni­ons­recht­li­chen Pro­b­l­eme­tik einen höhe­ren Stel­len­wert ein­räu­men wird als das ArbG Gie­ßen…
  • Im Info­brief Zeit­ar­beit vom März 2018 der Kanz­lei CMS externer Link berich­tet Anwalt Biss­ls (ver­titt regel­mä­ßig Leih­fir­men vor Gericht) über den Fall in Gie­ßen mit Kom­men­tar: “equal pay trifft das ArbG Gie­ßen – die Urteils­grün­de sind da!”: “… Auch die ins­be­son­de­re von Herrn Prof. Däub­ler immer wie­der frucht­bar gemach­ten euro­pa­recht­li­chen Erwä­gun­gen haben das ArbG Gie­ßen – wie­der­um voll­kom­men zu Recht – nicht davon über­zeu­gen kön­nen, der Kla­ge statt­zu­ge­ben. (…) Im Ergeb­nis ist der (befürch­te­te) “Big Bang” aus­ge­blie­ben. Das ArbG Gie­ßen konn­te der ggf. bestehen­den Ver­su­chung wider­ste­hen, Rechts­ge­schich­te zu schrei­ben, indem es über eine euro­pa­rechts­kon­for­me Aus­le­gung oder sogar eine Vor­la­ge zum EuGH über in der Zeit­ar­beits­richt­li­nie (ver­meint­lich) ver­or­te­te Erwä­gun­gen dazu gekom­men wäre, dass durch § 8 Abs. 2, 4 AÜG nicht bzw. nicht wirk­sam vom Gleich­be­hand­lungs­ge­bot abge­wi­chen wer­den kann. Ob die Sache damit erle­digt ist, ist noch offen. Auf­grund der nicht nur fach­li­chen, son­dern sicher­lich auch finan­zi­el­len Unter­stüt­zung des Zeit­ar­beit­neh­mers durch die “Däub­ler-Kam­pa­gne” dürf­te es über­wie­gend wahr­schein­lich sein, dass der Rechts­streit noch nicht been­det ist, son­dern in die nächs­te Run­de beim Hess. LAG gehen wird. (…) Zudem bleibt abzu­war­ten, ob sich wei­te­re Kla­gen ein­stel­len wer­den, die mit Unter­stüt­zung der “Däub­ler-Kam­pa­gne” von Zeit­ar­beit­neh­mern erho­ben wer­den. Wie man im Markt hört, sol­len bereits wei­te­re Rechts­strei­tig­kei­ten bei den Arbeits­ge­rich­ten anhän­gig sein. Unklar ist aller­dings, ob es sich eher um “Fake News” oder doch um har­te Fak­ten han­delt. Nach einem aktu­el­len Bericht ist die Beru­fung gegen das Urteil des ArbG Gie­ßen inzwi­schen vom Zeit­ar­beit­neh­mer ein­ge­legt wor­den.”
    Der RA Dr. Bis­sels von der Kanz­lei CMS hat aber bereits (ebd.) gut erkannt, wor­um es bei der Beru­fung gehen könn­te:”… Mög­li­cher­wei­se wer­den in der Beru­fung – unab­hän­gig von den euro­pa­recht­li­chen Erwä­gun­gen – zudem ergän­zend all­ge­mei­ne Fra­gen dis­ku­tiert, die vor dem ArbG Gie­ßen erst­in­stanz­lich – zumin­dest auf Grund­la­ge der vor­lie­gen­den Urteils­grün­de – kei­ne Rol­le gespielt haben, aber bis dato noch immer nicht abschlie­ßend von der Recht­spre­chung geklärt sind, ins­be­son­de­re die Tarif­zu­stän­dig­keit der DGB-Gewerk­schaf­ten für die Zeit­ar­beit…”
  • ArbG Gie­ßen: “Leih­ar­beit­neh­mer schei­tert mit Kla­ge auf Equal Pay” – Kurz­kom­men­tar von Prof. Wolf­gang Däub­ler vom 14.2.2018 
    Ich fin­de die Ent­schei­dung nicht gut, weil von einer Siche­rung des “Gesamt­schut­zes” nicht die Rede sein kann. Auch die heu­ti­gen Tarif­ver­trä­ge für Leih­ar­bei­ter wei­chen nur zu Las­ten des Leih­ar­beit­neh­mers vom gesetz­li­chen Niveau ab. Das ist kein “Gesamt­schutz”. Die Neun-Monats-Frist für Equal Pay nach dem neu­en Gesetz bringt prak­tisch nichts. Die meis­ten Leih­ar­beit­neh­mer schei­den sowie­so schon vor­her wie­der aus (unge­fähr zwei Drit­tel). Bei ande­ren gibt es Fäl­le, in denen zum Ablauf des 9. Monats gekün­digt wur­de. In zwei Fäl­len wur­de vom Arbeit­ge­ber ange­bo­ten, die frag­li­che Per­son ab April wei­ter­zu­be­schäf­ti­gen. Da fängt das Zäh­len der neun Mona­te wie­der von vor­ne an… Es ist natür­lich schwie­rig, sich gegen den Main­stream zu stel­len, aber man soll­te trotz­dem in Beru­fung gehen.”
  • Ers­te Kla­ge auf Equal Pay in Gie­ßen gegen Rand­stad: Kla­ge – lei­der – abge­wie­sen 
    Die Kla­ge eines Leih­ar­beit­neh­mers gegen sei­nen frü­he­ren Arbeit­ge­ber auf Zah­lung von Equal Pay wur­de von der 7. Kam­mer des Arbeits­ge­richts Gie­ßen abge­wie­sen. (…) Er macht gel­tend, die Ver­gü­tung auf der Grund­la­ge der auf sein Arbeits­ver­hält­nis anwend­ba­ren tarif­ver­trag­li­chen Rege­lun­gen blei­be in einem Maße hin­ter der auf­grund der Tarif­ver­trä­ge in der Metall- und Elek­tro­bran­che zu zah­len­den Ver­gü­tung zurück, dass jeden­falls bei gebo­te­ner richt­li­ni­en­kon­for­mer Aus­le­gung der Tarif­öff­nungs­klau­sel in § 8 Abs. 2 S. 1 AÜG die Abwei­chung des Lohns hier­von nicht gedeckt sei. Er habe daher einen Anspruch auf Ver­gü­tung nach den in der Metall- und Elek­tro­bran­che gel­ten­den Rege­lun­gen. Die­ser Auf­fas­sung folgt die zustän­di­ge Kam­mer nicht. Durch die Tarif­ver­trä­ge der Leih­ar­beits­bran­che, abge­schlos­sen zwi­schen dem Bun­des­ar­beit­ge­ber­ver­band der Per­so­nal­dienst­leis­ter e.V. (BAP) und der DGB-Tarif­ge­mein­schaft, i.V.m. dem Bran­chen­zu­schlags­ta­rif­ver­trag für die Metall- und Elek­tro­in­dus­trie wird in zuläs­si­ger Wei­se vom Grund­satz des Equal Pay abge­wi­chen…” Pres­se­mit­tei­lung vom 14.02.2018 von und beim ArbG Gie­ßen externer Link: “Leih­ar­beit­neh­mer schei­tert mit Kla­ge auf Equal Pay” zum Urteil vom 14.02.2018, Az. 7 Ca 246/​17 externer Link
  • Ers­ter Kla­ge­ter­min auf Equal Pay am 24. Janu­ar in Gie­ßen gegen Rand­stad: Urteil am 14. Febru­ar 
    Der Ver­kün­dungs­ter­min der Kla­ge auf Equal Pay gegen Rand­stad in Gie­ßen ist vom Arbeits­ge­richt Gie­ßen für Mitt­woch, den 14. Febru­ar ab 9.00 (erneut öffent­lich) ange­setzt wor­den. Es wird span­nend, denn Rand­stad hat über­ra­schend auf ein Ver­gleichs­an­ge­bot ver­zich­tet, da das Unter­neh­men den gesetz­li­chen Rah­men befolgt habe… Das Gericht befasst sich offen­sicht­lich inten­siv mit dem Fall, denn in der Arbeits­ge­richts­bar­keit wer­den die Urtei­le in der Regel am Ende des Sit­zungs­tags ver­kün­det.
  • Die Kla­ge auf Gleich­be­hand­lung mit Stamm­ar­beits­kräf­ten (Equal Pay) gegen den gro­ßen Ver­lei­her Rand­stad wird am Mitt­woch, den 24.1. ab 9:00 Uhr vor dem Arbeits­ge­richt Gie­ßen (35392 Gie­ßen, Aul­weg 45) ver­han­delt. Kol­le­ge S. freut sich auf Unter­stüt­zung und wird sie auf jeden Fall durch Mag Wom­pel bekom­men (wir wer­den per twit­ter berich­ten (@labournet_de)!
  • Ein ers­ter Kla­ge­ter­min auf Equal Pay am 24. Janu­ar 2018 in Gie­ßen gegen Rand­stad 
    Der Klä­ger war eini­ge Mona­te bei der gro­ßen Zeit­ar­beits­fir­ma Rand­stad ange­stellt und von Febru­ar bis Juni 2017 in einen Metall­be­trieb in Hes­sen ver­lie­hen. Dort arbei­te­te er in der Pro­duk­ti­on im Schicht­sys­tem und ver­dien­te bis zu 40% weni­ger als die fest ange­stell­ten Kol­le­gen für die­sel­be Arbeit, ins­be­son­de­re die Schich­ten an Sonn- und Fei­er­ta­gen wur­den schlech­ter ver­gü­tet. Rand­stad kün­dig­te ihm noch in der Pro­be­zeit

Weitere Klagen

  • Kün­di­gungs­schutz­kla­ge einer Leih­ar­beit­neh­me­rin (ein­ge­setzt bei real) in Mön­chen­glad­bach – gewon­nen!
    ArbG Mön­chen­glad­bach: “Die Kün­di­gung einer Leih­ar­beit­neh­me­rin ist nicht schon dann gerecht­fer­tigt, wenn der dau­er­haf­te Ein­satz beim Kun­den auf des­sen Wunsch für drei Mona­te und einen Tag unter­bro­chen wird, obwohl ein Beschäf­ti­gungs­be­darf durch­ge­hend besteht”. Sie­he Infos zur gewon­ne­nen Kla­ge einer Leih­ar­beit­neh­me­rin, die als sol­che von Beginn ihres Arbeits­ver­hält­nis­ses an fünf Jah­re in einem Real-Super­markt an der Kas­se beschäf­tigt war im Dos­sier: Lie­ber Kün­di­gung als glei­che Bezah­lung. Mogel­pa­ckung Gleich­be­hand­lungs­grund­satz? Gekün­dig­te erhe­ben Vor­wür­fe gegen “real”.Die real-Kla­ge ist eine Art eng ver­bun­de­ne Par­al­lel­kam­pa­gne zu der­je­ni­gen von Anstalt/​Däubler/​LabourNet, weil es ja in ers­ter Linie um die Nut­zung der Drei-Monats-Frist zur Umge­hung von Equal Pay geht, doch sind durch die Kam­pa­gne wei­te­re sol­che Fäl­le bei real bekannt, dar­un­ter kon­kre­te wei­te­re Kla­gen in Hes­sen und NRW

Grundinformationen von Prof. Dr. Wolfgang Däubler zum Vorgehen der Kampagne

  • Fra­gen an den Euro­päi­schen Gerichts­hof
    Der­zeit lie­gen nur die Fra­gen als sol­che vor, die das Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern dem Euro­päi­schen Gerichts­hof stellt. Eine Begrün­dung, was jeweils genau damit gemeint ist und wes­halb es im kon­kre­ten Fall aus Sicht des Arbeits­ge­richts auf die Beant­wor­tung der Fra­ge ankommt, ist nicht ver­füg­bar. Den­noch wer­den die nicht unkom­pli­zier­ten Fra­gen im Fol­gen­den erklärt, damit von ihnen auch in ande­ren Ver­fah­ren Gebrauch gemacht wer­den kann….” Ana­ly­se von Prof. Dr. Wolf­gang Däub­ler vom 14.6.2020 
  • Wolf­gang Däub­ler im Inter­view: Leiharbeiter*innen kla­gen gegen unglei­che Bezah­lung 
    Stun­den­lang genau das glei­che Arbei­ten wie die Kolleg*innen aber trotz­dem viel weni­ger Lohn bekom­men. Das ist die Rea­li­tät von vie­len Leiharbeiter*innen in Deutsch­land. Doch laut einer EU-Richt­li­nie wäre das eigent­lich gar nicht erlaubt. Radio Dreyeck­land hat dar­über mit Wolf­gang Däub­ler, Pro­fes­sor für Arbeits­recht, gespro­chen.” Inter­view vom 6.5.2019 beim Audio­por­tal Frei­er Radi­os externer LinkAudio Datei zum aktu­el­len Stand der Kam­pa­gne
  • Über­le­gun­gen zu einer Kla­ge auf Ent­gelt­nach­zah­lung für Leih­ar­beit­neh­mer 
    Leih­ar­beit­neh­mer, die weni­ger ver­die­nen als ver­gleich­ba­re Stamm­ar­beit­neh­mer, kön­nen nach § 8 Abs. 1 Satz 1 AÜG n. F. (vor 1.4.2017: § 9 Nr. 2 AÜG) Gleich­be­hand­lung ver­lan­gen. Dies gilt nicht nur für die Ver­gü­tung, son­dern auch für alle sons­ti­gen Arbeits­be­din­gun­gen. Es gilt jedoch nicht, wenn ein wirk­sa­mer Tarif­ver­trag etwas ande­res bestimmt. Die vor­lie­gen­den Ein­sen­dun­gen gehen in der Regel davon aus, dass eine Schlech­ter­stel­lung evi­dent ist. Dies bedarf der Über­prü­fung. (…) Equal Pay und Equal Tre­at­ment sind nach § 8 Abs. 2 Satz 1 AÜG n. F. (bzw. § 9 Nr. 2 AÜG a. F.) tarif­dis­po­si­tiv. Wie weit die Abwei­chung gehen kann, ist umstrit­ten. Nach Ein­füh­rung des Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes wur­de ver­brei­tet der Stand­punkt ver­tre­ten, dass nur eine begrenz­te Abwei­chung zuge­las­sen sei. Die Grund­struk­tur der Rege­lung, von der abge­wi­chen wer­de, müs­se erhal­ten blei­ben, was etwa bedeu­tet, dass die in den ein­zel­nen Bran­chen bestehen­den unter­schied­li­chen Ver­gü­tun­gen berück­sich­tigt wer­den müs­sen. (…) In der Lite­ra­tur wur­de des­halb der Stand­punkt ver­tre­ten, der Grund­satz der Gleich­be­hand­lung dür­fe „gestal­tet, aber nicht ver­las­sen“ wer­den. (…) Wei­ter­ge­hend wird der Stand­punkt ver­tre­ten, dass der tarif­li­che Schutz ins­ge­samt gleich­wer­tig sein müs­se. (…) Weder der Grund­satz der beschränk­ten Abwei­chung noch der Grund­satz der Gleich­wer­tig­keit des tarif­li­chen Schut­zes war bis­her Gegen­stand eines Ver­fah­rens vor dem BAG. Dies hängt damit zusam­men, dass ver­klag­te Ver­leih­fir­men bei wich­ti­gen Fra­gen dazu nei­gen, die Klä­ger klag­los zu stel­len, um so ein mög­li­cher­wei­se für sie nega­ti­ves Urteil zu ver­mei­den. (…) Bis­her sind Leih­ar­beit­neh­mer immer – wenn über­haupt – iso­liert vor­ge­gan­gen, so dass kaum mit wei­te­ren Kla­gen zu rech­nen war. (…)Die bestehen­den Leih­ar­beits­ta­ri­fe in der Bun­des­re­pu­blik wei­chen in prak­tisch allen Fra­gen nicht nur vom Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, son­dern auch von ande­ren Nor­men zu Las­ten der Leih­ar­beit­neh­mer ab (was in einer Kla­ge im Ein­zel­nen dar­zu­le­gen wäre). Sie über­schrei­ten daher den im Lich­te des Art. 5 Abs. 3 der Richt­li­nie inter­pre­tier­ten Ermäch­ti­gungs­rah­men des § 8 Abs. 2 Satz 1 AÜG und sind des­halb unwirk­sam…” Argu­men­ta­ti­ons­hil­fe von Prof. Dr. Wolf­gang Däub­ler  (16. Sei­ten, Stand 28.5.2017), wie sie allen Rechts­an­wäl­ten im Rah­men der Kam­pa­gne zur Ver­fü­gung steht
  • Zwi­schen­be­richt von Prof. Wolf­gang Däub­ler: Die Leih­ar­beits­kam­pa­gne – oder: die Mühen der Ebe­ne 
    Seit Mit­te Mai, seit der Sen­dung über Leih­ar­beit in „Die Anstalt“ habe ich über 500 Mails bekom­men. In den ers­ten Tagen waren es beson­ders vie­le, doch Anfra­gen gibt es auch heu­te noch. Die meis­ten Zusen­dun­gen waren in einem ande­ren Stil geschrie­ben als ich ihn von Betriebs­rä­ten und Arbeit­neh­mern gewohnt bin. In jeder zwei­ten Mail war von „Aus­beu­tung“ und „Skla­ven­hal­ter­sys­tem“ die Rede. Man sei von allen ver­ra­ten und ver­kauft wor­den, die Gewerk­schaf­ten ein­ge­schlos­sen. Auch bei ande­ren war die Wut mit Hän­den zu grei­fen. (…) Sehr vie­le Ein­sen­der gin­gen davon aus, es gebe schon eine Kla­ge vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof, der man sich anschlie­ßen kön­ne. Das war ersicht­lich nicht der Fall. Auch ist etwas Der­ar­ti­ges in der Pro­zess­ord­nung nicht vor­ge­se­hen. Der Ein­zel­ne muss sei­nen Ver­lei­her ver­kla­gen, um Equal Pay, glei­chen Lohn wie die Stamm­ar­beit­neh­mer, zu bekom­men. Der juris­ti­sche Weg dort­hin ist im Grun­de gar nicht kom­pli­ziert (…) Die Leih­ar­beits­ta­ri­fe wei­chen von dem, was ohne sie gel­ten wür­de, nur zu Las­ten der Leih­ar­beit­neh­mer ab. Etwas Der­ar­ti­ges kann auch ein höchst wohl­wol­len­der Beob­ach­ter nicht mehr als Wah­rung des „Gesamt­schut­zes“ anse­hen. Also haben die Tarif­ver­trä­ge ihren Ermäch­ti­gungs­rah­men über­schrit­ten und sind des­halb unwirk­sam. Der ein­zel­ne Leih­ar­beit­neh­mer kann glei­che Bezah­lung wie ein Stamm­ar­beit­neh­mer ver­lan­gen. (…) Im Juni und Juli 2017 hat­te ich ins­ge­samt etwa 25 Leih­ar­beit­neh­mer zusam­men, die zum Anwalt gehen und einen Pro­zess wagen woll­ten. (…) Nur unge­fähr die Hälf­te hat­te sich tat­säch­lich gemel­det. Die ande­re Hälf­te war „abgän­gig“. Ich schrieb die­se zwei­te Hälf­te an und frag­te, wes­halb sie sich nicht an den Anwalt gewandt hät­ten; „wir waren doch anders ver­blie­ben.“ Die meis­ten haben geant­wor­tet, man­che aus­wei­chend („kei­ne Zeit“), man­che hat­ten schlicht Angst. (…) Bei der ande­ren Hälf­te der Man­dan­ten gab es vie­le inhalt­li­che Pro­ble­me…” Zwi­schen­be­richt von Wolf­gang Däub­ler vom Janu­ar 2018
  • Prof. Wolf­gang Däub­ler spricht über die Kla­ge-Kam­pa­gne und “Lohn­dum­ping und Ungleich­be­hand­lung trotz neu­em Gesetz zur Leih­ar­beit” 
    Trotz sehr guter wirt­schaft­li­cher Lage gibt es in Deutsch­land immer mehr Leih­ar­bei­ter und ‑arbei­te­rin­nen. Laut Anga­ben der Bun­des­agen­tur für Arbeit sind hier­zu­lan­de knapp eine Mil­li­on Men­schen bei Zeit­ar­beits­fir­men beschäf­tigt und wer­den als Leih­ar­bei­ten­de an Betrie­be abge­ge­ben. Für die Betrie­be liegt der Vor­teil dar­in, dass sie dadurch ihren Per­so­nal­be­darf schnell und fle­xi­bel an die Auf­trags­la­ge anpas­sen kön­nen. Doch wohl kaum eine Form von Arbeit ist so pre­kär und unfair gere­gelt: Gewerk­schaf­ten kri­ti­sie­ren das gerin­ge­re Lohn­ni­veau und die man­geln­de Beschäf­ti­gungs­si­tua­ti­on der Leih­ar­bei­ter und ‑arbei­te­rin­nen. Seit Anfang April greift nun ein neu­es Gesetz zur Regu­lie­rung der Leih­ar­beit. Das Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz. Dar­in wer­den die Zei­ten neu gere­gelt, wann Betrie­be Leih­ar­bei­ter und ‑arbei­te­rin­nen über­neh­men müs­sen. Auch das Prin­zip Glei­che Bezah­lung für glei­che Arbeit soll durch das Gesetz bes­ser durch­ge­setzt wer­den. So gut das erst­mal klingt, das Gesetz mani­fes­tiert die Ungleich­be­hand­lung von Leih­ar­bei­tern und ‑arbei­te­rin­nen gegen­über Fest­an­ge­stell­ten nur wei­ter. Kri­tik an dem Gesetz kommt vom Labour­net – und dem Arbeits­recht­ler des Labour­nets Prof. Wolf­gang Däub­ler. Mit ihm spra­chen wir über die neu­en Rege­lun­gen zur Leih­ar­beit.” Inter­view vom 31.05.2017 bei Radio corax, Hal­le externer LinkAudio Datei doku­men­tiert beim Audio­por­tal Frei­er Radi­os. Prof. Wolf­gang Däub­ler spricht dar­in auch aus­führ­lich über das geplan­te Vor­ge­hen in unse­rer Kla­ge-Kam­pa­ge.
  • Sie­he dazu im Labour­Net-Archiv: Ver­stand ist stets bei Weni­gen nur gewe­sen. Ein Inter­view mit Prof. Wolf­gang Däub­ler zu einer Kla­ge­mög­lich­keit vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof, erschie­nen im express, Zei­tung für sozia­lis­ti­sche Betriebs- und Gewerk­schafts­ar­beit, 2/​2012:
    “… Das ist eigent­lich ganz ein­fach. Ein Leih­ar­beit­neh­mer, der nach einem DGB-Tarif ver­gü­tet wur­de, macht »glei­che Bezah­lung wie eine ver­gleich­ba­re Stamm­kraft« (also Equal Pay) gel­tend und klagt die Dif­fe­renz zu sei­nem bis­he­ri­gen nied­ri­ge­ren Lohn ein. Begrün­dung: Weil die Tari­fe wegen Über­schrei­tung der Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge unwirk­sam sind, steht ihm »Equal Pay« zu. Das Gericht über­prüft dann, ob dies zutrifft und die Tari­fe wirk­lich unwirk­sam sind. Das ein­zi­ge Pro­blem liegt dar­in, Leih­ar­beit­neh­mer zu fin­den, die Kla­ge erhe­ben; bis­her scheint die Angst zu domi­nie­ren, in die­ser Bran­che nie mehr einen Arbeits­platz zu bekom­men, wenn man sich zu einem sol­chen Schritt ent­schließt. (…) Die EU-Richt­li­nie sieht eine Abwei­chung durch Tarif­ver­trag vor, was auch den Fall ein­schließt, dass der Arbeit­neh­mer kein Mit­glied der tarif­schlie­ßen­den Gewerk­schaft ist. In die­sem Fall genügt eine Bezug­nah­me im Arbeits­ver­trag. Aller­dings unter­schei­det sich das EU-Recht in einem wich­ti­gen Punkt vom deut­schen: Der »Gesamt­schutz« des Leih­ar­beit­neh­mers darf durch die Tarif­ver­trä­ge nicht ver­schlech­tert wer­den. Was das im Ein­zel­nen bedeu­tet, ist schwer zu sagen, aber vom sel­ben »Gesamt­schutz« kann jeden­falls dann nicht mehr die Rede sein, wenn der Leih­ar­beits­ta­rif 40 Pro­zent unter dem Stamm­ar­beits­ta­rif liegt. (…) Man kann nur gericht­li­che Ver­fah­ren anstren­gen, die sich auf die oben genann­ten Argu­men­te stüt­zen: Die Leih­ar­beits­ta­ri­fe gehen über die Ermäch­ti­gung im AÜG hin­aus, und sie ver­sto­ßen außer­dem gegen die EU-recht­li­che Vor­ga­be, den »Gesamt­schutz« nicht anzu­tas­ten. Das ist – ver­gli­chen mit einer neu­en tarif­po­li­ti­schen Wil­lens­bil­dung in den Gewerk­schaf­ten – sogar der sehr viel ein­fa­che­re Weg…”
  • Kla­ge­vor­schlag von Prof. Wolf­gang Däub­ler (kur­zer Über­blick)
    Ein Leih­ar­beit­neh­mer, der nach einem DGB-Leih­ar­beit-Tarif ver­gü­tet wur­de, macht bei sei­nem frü­he­ren Leih­ar­beit­ge­ber »glei­che Bezah­lung wie eine ver­gleich­ba­re Stamm­kraft« (also Equal Pay) gel­tend und klagt die Dif­fe­renz zu sei­nem bis­he­ri­gen nied­ri­ge­ren Lohn ein. Begrün­dung: Weil die Tari­fe wegen Über­schrei­tung der Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge (Erläu­te­rung sie­he unten) unwirk­sam sind, steht ihm »Equal Pay« zu.
    Das Arbeits­ge­richt über­prüft dann, ob dies zutrifft und die Tari­fe wirk­lich unwirk­sam sind. Das ein­zi­ge Pro­blem liegt dar­in, Leih­ar­beit­neh­mer zu fin­den, die Kla­ge erhe­ben; bis­her scheint die Angst zu domi­nie­ren, in die­ser Bran­che nie mehr einen Arbeits­platz zu bekom­men, wenn man sich zu einem sol­chen Schritt ent­schließt.
    Die EU-Richt­li­nie sieht eine Abwei­chung durch Tarif­ver­trag vor, was auch den Fall ein­schließt, dass der Arbeit­neh­mer kein Mit­glied der tarif­schlie­ßen­den Gewerk­schaft ist. In die­sem Fall genügt eine Bezug­nah­me auf eine ent­spre­chen­den Tarif im Arbeits­ver­trag.
    Nun unter­schei­det sich aber das EU-Recht in einem wich­ti­gen Punkt vom deut­schen: Der soge­nann­te »Gesamt­schutz« des Leih­ar­beit­neh­mers darf durch die Leih­ar­beits­ta­rif­ver­trä­ge nicht ver­schlech­tert wer­den. Was das im Ein­zel­nen bedeu­tet, ist schwer zu sagen, aber vom sel­ben »Gesamt­schutz« kann jeden­falls dann nicht mehr die Rede sein, wenn der Leih­ar­beits­ta­rif 40 Pro­zent unter dem Stamm­ar­beits­ta­rif liegt.
    Man kann nur gericht­li­che Ver­fah­ren anstren­gen, die sich im Wesent­li­chen auf die oben genann­ten Argu­men­te stüt­zen: Die Leih­ar­beits­ta­ri­fe gehen über die Ermäch­ti­gung im Arbeit­neh­mer-Über­las­sungs­ge­setz (AÜG) hin­aus, und sie ver­sto­ßen außer­dem gegen die EU-recht­li­che Vor­ga­be, den »Gesamt­schutz« nicht anzu­tas­ten.”
  • Die Rah­men­be­din­gun­gen einer Kla­ge sind die fol­gen­den:
    Die Gleich­be­hand­lung von Leih­ar­beit­neh­mern mit Stamm­kräf­ten kann der­zeit nur mit Hil­fe der Gerich­te durch­ge­setzt wer­den. Not­wen­dig ist dabei, dass der ein­zel­ne Leih­ar­beit­neh­mer Kla­ge gegen den Ver­lei­her erhebt, bei dem er aktu­ell beschäf­tigt ist oder bei dem er bis vor kur­zem beschäf­tigt war.
    Für die­se Kla­ge ist das Arbeits­ge­richt am „Ein­satz­ort“ des Leih­ar­beit­neh­mers zustän­dig. Beim Arbeits­ge­richt wird dann ein Antrag gestellt, das Ver­fah­ren aus­zu­set­zen und den Euro­päi­schen Gerichts­hof (EuGH) ein­zu­schal­ten. Dem wird vor­aus­sicht­lich in vie­len Fäl­len statt­ge­ge­ben. Der EuGH wird dann mit hoher Wahr­schein­lich­keit fest­stel­len, dass der „Gesamt­schutz“ der Leih­ar­beit­neh­mer durch die Leih­ar­beits­ta­ri­fe nicht beach­tet ist. Sobald ein ent­spre­chen­des Urteil ergan­gen ist, wer­den die ande­ren anhän­gi­gen Ver­fah­ren vor­aus­sicht­lich nicht wei­ter­ge­führt, son­dern im Sin­ne der Ent­schei­dung des EuGH „berei­nigt“, d. h. die Leih­ar­beit­neh­mer bekom­men ihr Geld. Von einer “Sam­mel­kla­ge” kann nur inso­weit die Rede sein, dass eine Viel­zahl von Per­so­nen aktiv wird, was die Auf­merk­sam­keit der Gerich­te wie der Öffent­lich­keit auf sich zieht.
    Wir kön­nen bei der Ver­mitt­lung enga­gier­ter ört­li­cher Anwäl­te hel­fen und pla­nen – sobald die Kla­gen kon­kret wer­den – eine Spen­den­kam­pa­gne

Informationen aus und zu der ZDF-Sendung “Die Anstalt” vom 16. Mai 2017

  • Ein Auf­ruf und die Fol­gen: Der Kampf der Leih­ar­bei­ter 
    Buch "Die Rache des Mainstreams an sich selbst. 5 Jahre »Die Anstalt«"Im Mai 2017 wid­me­te sich die Sen­dung dem medi­al wenig beach­te­ten The­ma der Leih­ar­beit. Anlass war eine Reform des soge­nann­ten Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes, in die die DGB-Gewerk­schaf­ten gro­ße Hoff­nung gesetzt hat­ten, weil sie Leih­ar­beit neu regu­lie­ren soll­te. (…) In der Sen­dung vom 16. Mai 2017 brach­te dann die Anstalt in sati­ri­scher Form das auf den Begriff, was man geahnt und bis­wei­len schon in der Pra­xis erfah­ren hat­te: Das Gesetz mar­kiert im wort­wört­li­chen Sin­ne einen neu­en Tief­punkt. Wie Arbeit­neh­mer vom neu­en Leih­ar­beits­ge­setz »pro­fi­tie­ren«, will Boss Zwetsch­ge ali­as Max Uthoff sei­nem Mit­ar­bei­ter an einem Modell demons­trie­ren. Dort ste­hen Stamm­be­leg­schaft und Leih­ar­bei­ter, dar­ge­stellt durch rote und graue Play­mo­bil-Männ­chen, ein­träch­tig und sym­bo­lisch neben­ein­an­der – auf einer Ebe­ne, denn dank der neu­en Regeln wür­den ja die Leih­ar­beit­neh­mer den Stamm­be­schäf­tig­ten prak­tisch gleich­ge­stellt, vor allem bei der Bezah­lung. Doch das Gesetz kennt Aus­nah­men. (…) Das Gesetz wird also auch hier – in die­sem Fall durch Tarif­ver­trä­ge – »geöff­net«, und zwar mit Fall­tü­ren, nach unten (…) Für Kri­ti­ker der bis­he­ri­gen Poli­tik der DGB-Gewerk­schaf­ten ist die­ses Gesetz eine Luft­num­mer. Doch dass sich unter den betrof­fe­nen Leih­ar­bei­tern dage­gen Wider­stand regen wür­de, war unwahr­schein­lich. (…) Die Gefahr droht, so gesteht der fik­ti­ve Leih­ar­beit­ge­ber sei­nem Mit­ar­bei­ter von Wag­ner, nur von einer Sei­te: vom Euro­päi­schen Gerichts­hof. Wenn Leih­ar­bei­ter tat­säch­lich Kla­ge erhe­ben und bis dort­hin kom­men, kön­ne am Ende glei­che Bezah­lung von Leih­ar­bei­tern und Stamm­be­schäf­tig­ten (Equal Pay) ste­hen. Zum Glück ken­ne nie­mand der Betrof­fe­nen den Rechts­ex­per­ten, der sie bera­ten kön­ne … sagt’s und schon klappt Claus von Wag­ner unter dem Bei­fall des Publi­kums den Akten­de­ckel hoch, auf dem die e‑Mail-Adres­se des betref­fen­den Pro­fes­sors zu lesen war: Labour­Net Ger­ma­ny hat­te die Inter­net-Adres­se »prof.​daeubler@​labournet.​de« als Anlauf­stel­le für kla­ge­wil­li­ge Leih­ar­bei­ter ein­ge­rich­tet. Bis dato hat­te es an kla­ge­wil­li­gen Leih­ar­bei­tern gefehlt. Nie­mand hat­te ihnen einen sol­chen Tipp gege­ben und so war ihnen die­se juris­ti­sche Mög­lich­keit nicht bekannt. Und die juris­ti­schen Exper­ten wie­der­um hat­ten kei­ne pas­sen­den Fäl­le zur Ver­fü­gung, mit denen man den Weg durch die Instan­zen hät­te gehen kön­nen. Die Anstalt fun­gier­te hier qua­si als Kon­takt­bör­se von Leih­ar­bei­tern und Arbeits­recht­lern. Und tat­säch­lich funk­te es bei vie­len hef­tig. (…) Offen­sicht­lich hat unser Argu­ment ver­fan­gen: Equal Pay vom ers­ten Tag an war offi­zi­ell schon immer eine gewerk­schaft­li­che For­de­rung. Bis­her hat man sie weder durch Ver­hand­lun­gen über Leih­ar­beits­ta­ri­fe noch durch Appel­le an den Gesetz­ge­ber erreicht. War­um soll­te man es nicht auf dem Weg über die Gerich­te ver­su­chen? (…) Ohne die Anstalt wäre auch die­ser Weg nie beschrit­ten wor­den, es wäre nichts pas­siert. Oder um im Bild der Sen­dung zu blei­ben: Von den vie­len Play­mo­bil­männ­chen sind vier auf­ge­stan­den und haben sich mit ihrem Schick­sal nicht abge­fun­den. Sie wol­len kei­ne Arbei­ter zwei­ter oder drit­ter Klas­se mehr sein. Wir machen wei­ter – die Anstalt hof­fent­lich auch!Bei­trag von Wolf­gang Däub­ler und Mag Wom­pel  im gera­de erschie­nen Buch “Die Rache des Main­streams an sich selbst. 5 Jah­re »Die Anstalt«”
    • Sie­he zum von Diet­rich Krauss her­aus­ge­ge­be­nen Buch (ISBN 978–3‑86489–247‑9, 20,00 €) – mit wei­te­ren Bei­trä­gen von Max Uthoff, Claus von Wag­ner, Mely Kiyak, Nor­bert Blüm, HG Butz­ko, Gabrie­le Kro­ne-Schmalz und vie­len ande­ren – Infor­ma­tio­nen und Bestel­lung beim Westend-Ver­lag externer Link, dem wir für die Frei­ga­be dan­ken und viel Erfolg mit dem Buch wün­schen!
    • Im Vor­wort externer Link (samt Inhalts­ver­zeich­nis) des Buchs heisst es: “… Sati­re kann nichts bewir­ken? Das gilt nicht für die Anstalt vom Mai 2017, die eine bri­san­te Fra­ge stell­te: Ver­stößt die schlech­te Behand­lung deut­scher Leih­ar­bei­ter gegen EU-Recht? Der Arbeits­recht­ler Pro­fes­sor Wolf­gang Däub­ler und die Indus­trie­so­zio­lo­gin Mag Wom­pel von Labour­net beschrei­ben, was pas­sier­te, nach­dem die Anstalt kla­ge­wil­li­ge Leih­ar­bei­ter auf­ge­ru­fen hat­te, sich juris­tisch zu weh­ren. Inzwi­schen lau­fen meh­re­re Pro­zes­se. Ziel: ein Urteil vom dem EuGH…”
  • Gewerk­schafts-Streik
    Im Ver­gleich zu den Rekord­ge­win­nen deut­scher Unter­neh­men sta­gnie­ren die Löh­ne in den letz­ten Jah­ren nahe­zu. Ein kla­rer Fall für die Gewerk­schaf­ten, oder doch lie­ber nicht?Video aus der ZDF-Sen­dung vom 16. Mai 2017 externer Link – der Teil der Sen­dung, in dem auf unse­re Kam­pa­gne hin­ge­wie­sen wur­de

Die Spendenkampagne

  • Wir dan­ken für die mit­ter­wei­le über 10 Tau­send Euro Spen­den! Bit­te das Spen­den­kon­to beach­ten und ver­brei­ten: Labour­net e.V., GLS Bank, IBAN DE76430609674033739600, Betreff: EuGH-Kla­ge
  • Machen Sie bit­te ANSTAL­Ten … und unter­stüt­zen Sie mit SPENDEN die KLAGEN VON LEIHARBEITERN bis vor den Euro­päi­schen Gerichts­hof
    Die ZDF-Kaba­rettsen­dung DIE ANSTALT vom 16. Mai 2017 setz­te sich kri­tisch mit dem The­ma Leih­ar­beit aus­ein­an­der. (…) UND DANN … erreich­ten den bekann­ten Juris­ten für Deut­sches und Euro­päi­sches Arbeits­recht Pro­fes­sor Wolf­gang Däub­ler in kür­zes­ter Zeit unter der ange­ge­be­nen E‑Mail-Adres­se prof.​daeubler@​labournet.​de weit über 500 E‑Mails von betrof­fe­nen Leih­ar­bei­tern. Vie­le von ihnen boten ihre Unter­stüt­zung an, die meis­ten äußer­ten ihre ernst­haf­te Kla­ge­ab­sicht. Oft ent­hiel­ten die Mails erschüt­tern­de Dar­stel­lun­gen der Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen. Mit vie­len Betrof­fe­nen fin­det noch die Klä­rung der not­wen­di­gen recht­li­chen Bedin­gun­gen für eine erfolg­ver­spre­chen­de Kla­ge statt, doch bereits jetzt zeich­net sich ab, dass über zehn Kla­ge­ver­fah­ren zustan­de kom­men wer­den. ABER … Wie zu erwar­ten war, benö­ti­gen fast alle von Leih­ar­beit betrof­fe­nen Klä­ge­rin­nen und Klä­ger dabei finan­zi­el­le Unter­stüt­zung, wes­we­gen wir drin­gend um SPENDEN bit­ten. Hier­zu wur­de – in Abspra­che mit Pro­fes­sor Däub­ler – von dem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein Labour​net​.de e.V. unter dem Betreff EUGH-KLAGE ein beson­de­res Spen­den­kon­to ein­ge­rich­tet: GLS Bank, Kon­to 40337 39600, Bank­leit­zahl: 43060967, IBAN DE76 4306 0967 4033 7396 00, BIC: GENODEM1GLS, Betreff: EUGH-KLAGE
    Für den unwahr­schein­li­chen Fall, dass mehr Spen­den ein­ge­hen soll­ten, als letzt­lich ins­ge­samt für die Kla­gen benö­tigt wer­den, wer­den die rest­li­chen Spen­den­gel­der – öffent­lich doku­men­tiert – für wei­te­re Auf­klä­rung und Kam­pa­gnen zum The­ma Leih­ar­beit ein­ge­setzt
    …” Zwi­schen­stand und Spen­den­auf­ruf vom 27.5.2017 – aktua­li­siert am 28.5.2017 – bit­te gern auch zum Aus­dru­cken und Ver­brei­ten! Schon 10 Tau­send Euro Spen­den für die Kla­gen ein­ge­gan­gen! Wir dan­ken herz­lichst, bit­ten aber wei­ter­hin um Ver­brei­tung des Spen­den­auf­rufs!

Pressespiegel und allgemeine Infos

  • Ver­lei­her in Panik: Das Ver­fah­ren vor dem Arbeits­ge­richt Kai­sers­lau­tern
    Spie­ge­lung vom 18. Juni 2020 bei VKG – Ver­net­zung für kämp­fe­ri­sche Gewerk­schaf­ten externer Link
  • [Ver­an­stal­tung mit W. Däub­ler am 26.6.19 in FFM] Euro­pa­rechts­wid­rig­keit der deut­schen Leih­ar­beit? Hal­ten die deut­sche Rechts­la­ge und die Tarif­ver­trags­pra­xis den euro­päi­schen Vor­ga­ben stand? 
    Seit der weit­ge­hen­den Dere­gu­lie­rung des Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes Anfang der 2000er Jah­re ist die Zahl der Leiharbeitnehmer*innen sprung­haft von 288.000 Leiharbeitnehmer*innen auf zuletzt über 1.000.000 Leiharbeit-nehmer*innen ange­stie­gen. Leiharbeitnehmer*innen erhal­ten häu­fig nur zwei Drit­tel des Lohns der Stamm­be­schäf­tig­ten und sind die ers­ten, die in der Kri­se ihren Arbeits­platz ver­lie­ren. Abhil­fe soll hier seit gerau­mer Zeit eine Richt­li­nie der Euro­päi­schen Uni­on schaf­fen. Sie ver­langt, dass Leiharbeitnehmer*innen nur vor­über­ge­hend im Betrieb ein­ge­setzt wer­den und Stamm­be­leg­schaf­ten gera­de nicht ersetzt wer­den dür­fen. Wei­ter will die Richt­li­nie eine Abwei­chung vom Grund­satz der Gleich­be­hand­lung von Leiharbeitnehmer*innen und Stamm­be­schäf­tig­ten auch durch Tarif­ver­trag nur dann zulas­sen, wenn ein hin­rei­chen­der Gesamt­schutz gewähr­leis­tet ist. Leiharbeitnehmer*innen kla­gen daher aktu­ell in Deutsch­land auf Gleich­be­hand­lung und gegen die durch die DGB-Gewerk­schaf­ten und die Arbeit­ge­ber­ver­bän­de der Leih­ar­beits­bran­che abge­schlos­se­nen Tarif­ver­trä­ge. Auch vor dem Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richt ist eine Kla­ge anhän­gig.” Aus dem Fly­er zur VDJ-Ver­an­stal­tung  mit Prof. Dr. Wolf­gang Däub­ler (Uni­ver­si­tät Bre­men) und Rechts­an­walt Wer­ner Stolz (Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Inter­es­sen­ver­ban­des Deut­scher Zeit­ar­beits-unter­neh­men e. V.) am Mitt­woch, 26. Juni 2019 um 18:30 Uhr im Insti­tut für Sozi­al­for­schung, Sencken­berg­an­la­ge 26, 60325 Frank­furt am Main, Sit­zungs­saal I
    • [Bericht der Ver­an­stal­tung mit W. Däub­ler am 26.6.19 in FFM] Mögen Gerich­te ent­schei­den 
      Deut­sche Leih­ar­beits­ver­hält­nis­se könn­ten Euro­pa­recht wider­spre­chen. Dis­kus­si­on zwi­schen kri­ti­schem Juris­ten und Unter­neh­mens­ver­tre­ter (…) Zur­zeit kla­gen vie­le Betrof­fe­ne auf Gleich­be­hand­lung gegen Tarif­ver­trä­ge von Unter­neh­mer­ver­bän­den und DGB-Gewerk­schaf­ten, die das nicht erfül­len. Eini­ge Ver­fah­ren kamen bereits vor das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) – die nächs­te Instanz wäre der Euro­päi­sche Gerichts­hof (EuGH). Däub­ler zufol­ge sei der Gang vor die Gerich­te nötig, weil weder Gesetz­ge­ber noch Tarif­part­ner den Betrof­fe­nen gehol­fen hät­ten. (…) Däub­ler erklär­te, die­se Pra­xis sei nicht als »ange­mes­se­nes Schutz­ni­veau« defi­nier­bar. Er hofft auf ein Urteil des EuGH, das mit der deut­schen Rechts­la­ge bricht. Stolz erwi­der­te, dass die Tarif­ver­trags­pra­xis der BRD genü­ge. In den 2000er Jah­ren sei Zeit­ar­beit noch eine tarif­freie Zone mit dubio­sen Per­so­nal-Ser­vice-Agen­tu­ren gewe­sen – zum Bei­spiel die 2003 Kon­kurs gegan­ge­ne nie­der­län­di­sche Ver­mitt­lungs­fir­ma Maat­werk. Inzwi­schen habe sein IGZ rund 3.000 Unter­neh­men orga­ni­siert und auf Min­dest­stan­dards ver­pflich­tet. Außer­dem gebe es nun Tarif­ver­trä­ge zwi­schen IGZ und DGB-Gewerk­schaf­ten, obwohl die­se zuerst für ein Leih­ar­beits­ver­bot waren. Die Tarif­öff­nung habe man erreicht durch gleich­zei­ti­ge Ver­hand­lun­gen mit Ver­di und IG Metall. Bei­de hät­ten sich zustän­dig gefühlt und gegen­über der ande­ren Gewerk­schaft nicht zu kurz kom­men wol­len. (…) Stolz bezwei­felt, dass das BAG dem EuGH eine Kla­ge vor­le­gen wird. Fer­ner sei ein Urteil des EuGH unwahr­schein­lich, da die­ser auch in frü­he­ren Fäl­len kei­ne Ent­schei­dun­gen getrof­fen habe. Auf EU-Ebe­ne herr­sche im Arbeits­recht nun mal »Quer­beet«. Schließ­lich sei die Aus­le­gung des Begrif­fes »Gesamt­schutz« eine rechts­po­li­ti­sche Fra­ge, kei­ne gericht­li­che. Der Ver­such, deut­sche Leih­ar­bei­ter­kla­gen vor den EuGH zu brin­gen, wer­de daher schei­tern. Däub­ler ent­geg­ne­te, dass inzwi­schen eini­ge Ver­fah­ren auf BAG-Ebe­ne ange­kom­men sei­en und dass die bis­he­ri­ge Urteils­la­ge auch außer­recht­li­che Grün­de habe: Zu weni­ge Leih­ar­bei­ter zögen vor Gericht. Nur weni­ge Anwäl­te über­näh­men ihre Kla­gen, um es sich nicht mit dem DGB zu ver­scher­zen…” Bericht von Milan Nowak in der jun­gen Welt vom 29.06.2019 externer Link (im Abo)
  • Urteil: Leih­ar­beit­neh­mer schei­tert mit Kla­ge auf Equal Pay 
    Die EU-Richt­li­nie ermög­licht es dem natio­na­len Gesetz­ge­ber, die Abwei­chung vom Grund­satz der glei­chen Ver­gü­tung bei Leih­ar­beit durch Tarif­ver­trag zuzu­las­sen. Des­halb bekam der Klä­ger in die­sem Fall nicht den Lohn der Metall- und Elek­tro­bran­che. Gie­ßen. Ein Leih­ar­beit­neh­mer für eine gut sechs­mo­na­ti­gen Tätig­keit im Rah­men einer Arbeit­neh­mer­über­las­sung kei­nen Anspruch auf Bezah­lung nach dem Tarif­ver­trag für die Stamm­mit­ar­bei­ter der Ent­lei­her­fir­ma. Das ent­schied das Arbeits­ge­richt Gie­ßen. Der Arbeit­neh­mer war in die­sem Fall bei einer Leih­ar­beits­fir­ma tätig. Duf die­ses Arbeits­ver­hält­nis waren die Tarif­ver­trä­ge für die Leih­ar­beits­bran­che anwend­bar. Wäh­rend sei­ner Beschäf­ti­gungs­zeit wur­de er aus­schließ­lich in einem Unter­neh­men ein­ge­setzt, für das der Tarif­ver­trag der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie galt. Er war der Ansicht, dass die dar­in vor­ge­se­hen Ver­gü­tung auch ihm zu zah­len sei. Dies gebie­te die rich­ti­ge Aus­le­gung der Tarif­öff­nungs­klau­sel im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz.Dem wider­sprach das Arbeits­ge­richt Gie­ßen…” Bericht vom 13.08.2018 bei Ver­kehrs­Rund­schau online externer Link
  • Zeit­ar­beit: Kampf für glei­chen Lohn geht in die zwei­te Run­de
    Die ZDF Sen­dung „Die Anstalt„, Prof. Wolf­gang Däub­ler und Labour­Net Ger­ma­ny haben im Jahr 2017 eine Kam­pa­gne für glei­chen Lohn in der Zeit­ar­beits­bran­che gestar­tet. Öffent­lich wur­de zu Kla­gen auf glei­chen Lohn gegen Zeit­ar­beits­fir­men auf­ge­ru­fen und gleich­zei­tig juris­ti­sche Betreu­ung, Ver­mitt­lung von fach­kun­di­gen Rechts­an­wäl­ten sowie ggf. eine finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für die Kla­ge ange­bo­ten…” Bei­trag vom 10. Juni 2018 bei Fai­re-Arbeit e.V. externer Link
  • Weh­ren gegen pre­kä­re Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se: Bei­spiel Leih­ar­beit
    Jede drit­te Stel­le der Bun­des­agen­tur ist eine Leih­ar­beits­stel­le; fast die Hälf­te aller Neu­ein­stel­lun­gen seit 2009 erfolg­te in der Metall­in­dus­trie auf Leih­ar­beits­ba­sis. Die betrof­fe­nen Kol­le­gIn­nen leben in unsi­che­ren Ver­hält­nis­sen, müs­sen öfter den Ein­satz­ort wech­seln und sind pha­sen­wei­se ganz ohne Arbeit. Vor allem aber: Sie bekom­men für die­sel­be Arbeit im Schnitt 40% weni­ger Ent­gelt als die soge­nann­ten Stamm­kräf­te. Vie­le müs­sen ergän­zen­des ALG II in Anspruch neh­men. Die­ser gesell­schaft­li­che Skan­dal wird aber von den Gewerk­schaf­ten nur in den Sonn­tags­re­den bejam­mert. Ihre kon­kre­te Poli­tik för­dert die Aus­deh­nung die­ser Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se zwei­ter Klas­se. (…) Die ZDF-Kaba­rett-Sen­dung „Die Anstalt“ vom 17. Mai spar­te nicht mit Kri­tik am DGB und im Beson­de­ren an der IG Metall, die mit ihrem spe­zi­el­len Tarif­ver­trag die Höchstaus­leih­dau­er auf 48 Mona­te erhöht hat. Klar ist, dass mit sol­chen Ver­trä­gen die Leih­ar­beit nie­mals zurück­ge­drängt wer­den kann, was ja auch die neu­es­ten Zah­len bele­gen: Inzwi­schen sind es knapp eine Mil­li­on Men­schen. Ziel des Bei­trags der Kaba­ret­tis­ten (in Zusam­men­ar­beit mit Prof. Däub­ler und dem Labour­net) war es, Klä­ge­rIn­nen zu fin­den, die sich gegen die­se Ungleich­be­hand­lung weh­ren. (…) Die Kla­ge ist die eine Sei­te. Solan­ge aber die Gewerk­schafts­vor­stän­de nicht gezwun­gen sind, ihre Poli­tik in Sachen Leih­ar­beit zu ändern, wer­den wir die­sen wich­ti­gen Pfei­ler ihrer Stand­ort­po­li­tik nicht umsto­ßen kön­nen. Nicht die Stär­kung der Kon­kur­renz­fä­hig­keit deut­scher Kon­zer­ne darf der Maß­stab sein, son­dern ein­zig und allein die Soli­da­ri­tät unter den Beschäf­tig­ten, ihre Gleich­be­hand­lung und die Stär­kung ihres Zusam­men­halts. Es kommt also dar­auf an, die Debat­ten in den Gewerk­schaf­ten (vor allem in der IG Metall) so vor­an­zu­trei­ben, dass sich die Vor­stän­de gezwun­gen sehen, die Zeit­ar­beits­ta­rif­ver­trä­ge ersatz­los zu kün­di­gen.” Bei­trag von Jakob Schä­fer, Forum gewerk­schaft­li­che Gegen­macht – Wies­ba­den, im Netz­werk­in­fo der Gewerk­schafts­lin­ken Nr. 65 vom Sep­tem­ber 2017
  • Nicht ver­za­gen, kla­gen!
    Leih­ar­beit nahm dra­ma­tisch zu. Kam­pa­gne zur Gleich­be­hand­lung von Leih­ar­beit und Stamm­be­leg­schaf­ten gestar­tet…” Arti­kel von Armin Kamm­rad , erschie­nen in der LunaPark21, Heft 38 vom Juni 2017. Das gera­de erschie­ne­ne Heft 38 vom Juni 2017 von LunaPark21 – zeit­schrift zur kri­tik der glo­ba­len öko­no­mie – hat den Schwer­punkt “Pri­ma Pro­fit­kli­ma” – sie­he wei­te­re Infos und Bestel­lung auf der Home­page der Zeit­schrift externer Link
  • Ein Lob auf die Anstalt. Wenn das öffent­lich-recht­li­che Fern­se­hen die Auf­ga­be der Gewerk­schaf­ten über­nimmt 
    In der Kaba­rettsen­dung Die Anstalt vom 16.Mai 2017 stand das The­ma «Leih­ar­beit» im Mit­tel­punkt. Mehr als 150 [aktu­ell weit mehr als 250!] Leih­ar­bei­te­rin­nen und Leih­ar­bei­ter haben dar­auf­hin auf die Ein­la­dung zur Kla­ge gegen den Euro­päi­schen Gerichts­hof (EuGH) reagiert und sich bei dem Arbeits­rechts­an­walt Pro­fes­sor Wolf­gang Däub­ler gemel­det. (…) Damit gelang es der Anstalt, auf popu­lä­re Art und Wei­se einen Klas­sen­stand­punkt zu ver­mit­teln, bei immer­hin 2,12 Mil­lio­nen Zuschau­er – etwas wovon Lin­ke träu­men kön­nen und müs­sen. Mit anschau­li­chen und wit­zi­gen Sze­nen wur­den dies­mal die Gewerk­schaf­ten, allen vor­an die IG Metall (in der Sen­dung «Igitt Metall»), gelas­sen links über­holt. (…) Ein gro­ßer Dank gebührt schon jetzt Labour­net, Wolf­gang Däub­ler und der Anstalt, die auf krea­ti­ve Art auf die Zustän­de und Hand­lungs­mög­lich­kei­ten hin­ge­wie­sen haben. Eine Auf­ga­be, für die eigent­lich Gewerk­schaf­ten zustän­dig wären.” Arti­kel von Vio­let­ta Bock in der SoZ (Sozia­lis­ti­sche Zei­tung) vom Juni 2017  – wir dan­ken!
  • Leih­ar­beit: Wohin des Weges, IG Metall? Eine Gedan­ken­samm­lung. Und ein Denk­zet­tel. 
    “… Weit­aus schlim­mer für die Gewerk­schaf­ten ist jedoch die sehr wahr­schein­lich in naher Zukunft ein­tref­fen­de Kla­ge des Rechts­pro­fes­so­ren Wolf­gang Däub­ler vor dem EUGH. Die Aus­sich­ten für ihn und die kla­gen­den Leih­ar­bei­ter sind als rea­lis­tisch gut zu betrach­ten. Mehr dazu bei labour­net. Der Scha­den für die Gewerk­schaf­ten wäre immens und nach­hal­tig – vor allem bedeu­tet es eine Schwä­chung – in jeder Hin­sicht. Selbst ver­schul­det durch den Vor­stand der IG Metall. Dies ist kei­ne abs­trak­te Bedro­hung mehr – im Fal­le des Obsie­gens wäre der Tarif­ver­trag nebst dem Leih­ar­beits­ge­setz in der Abfalltonne…..wurden die Fol­gen im schlimms­ten Fall zu Ende gedacht? (…) Als Gewerk­schafts­funk­tio­när könn­te man es sich ein­fach machen, die Sati­re und Publi­ka­tio­nen wie in ZDF und Labour­net als „Pole­mik“ abtun, aber lei­der steckt da fak­tisch zu viel dahin­ter um es als Pole­mik abtun zu kön­nen. Es ist schon eini­ger­ma­ßen sen­sa­tio­nell, dass eine Gewerk­schaft der­art in den Fokus einer poli­ti­schen Kaba­rettsen­dung geriet (die durch­aus von sozi­al gepräg­ten Leu­ten gemacht wird). Das ist die größ­te denk­ba­re Ohr­fei­ge, die man als Gewerk­schaft bekom­men kann…” Aus: Kom­men­tar von IG Metal­ler vom 28.5.2017 bei economy4mankind externer Link
  • Ein Umweg über die Anstalt… Öffent­lich-recht­li­cher Auf­ruf an Leih­ar­bei­te­rIn­nen, gemein­sam Equal Pay ein­zu­kla­gen
    express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und GewerkschaftsarbeitDie ZDF-Kaba­rettsen­dung »Die Anstalt« beschäf­tigt sich ein­mal im Monat jeweils mit einem gesell­schaft­li­chen Pro­blem, das sie in einer Mischung aus Kaba­rett, Auf­klä­rungs­fern­se­hen und Agit­prop auf­ar­bei­tet – mal mehr, mal weni­ger wit­zig, mal mehr, mal weni­ger kri­tisch. Die Sen­dung vom 17. Mai wid­me­te sich der Leih­ar­beit. Alle beka­men ihr Fett weg: die SPD, die lin­ken Eri­bon-Fans und die Gewerk­schaf­ten, ganz beson­ders die IG Metall, die für ihren jüngst abge­schlos­se­nen Tarif­ver­trag zur Leih­ar­beit sehr deut­lich kri­ti­siert wur­de, weil er die Über­las­sungs­höchst­dau­er in der Metall­industrie auf bis zu 48 Mona­te ver­län­gert. Der Clou der Sen­dung bestand aber dar­in, Leih­ar­bei­te­rIn­nen auf indi­rek­te Wei­se auf­zu­ru­fen, eine Sam­mel­kla­ge gegen Ungleich­be­hand­lung anzu­stre­ben. »Scha­de nur, dass die Email­adres­se von Prof. Wolf­gang Däub­ler nicht bekannt ist«, klagt der als arbei­ter­be­weg­ter Akti­vist (mit Blau­mann) ver­klei­de­te Claus von Wag­ner und hält demons­tra­tiv eine Map­pe hoch, auf deren Rück­sei­te fol­gen­de Adres­se steht: prof.​daeubler@​labournet.​de. Da lacht das Herz des express-Lesers und Freunds des labour­net…” Bei­trag erschie­nen in express, Zei­tung für sozia­lis­ti­sche Betriebs- und Gewerk­schafts­ar­beit, Aus­ga­be 05/​2017
  • ZDF gegen die IG Metall. Kaba­rettsen­dung bewirbt Kla­ge von Leih­ar­bei­ter
    “… In den ers­ten 24 Stun­den nach der Sen­dung sei­en um die 30 Anfra­gen von Leih­ar­bei­tern bei ihm ein­ge­trof­fen, so Däub­ler gegen­über »nd«. Eine Kla­ge käme zunächst vor ein deut­sches Arbeits­ge­richt, wel­ches sie höchst­wahr­schein­lich dem EuGH vor­le­gen wür­de. »Dann gäbe es eine hohe Wahr­schein­lich­keit, dass der Euro­päi­sche Gerichts­hof ent­schei­den wür­de, dass der in der Richt­li­nie vor­ge­se­he­ne Gesamt­schutz nicht gewahrt ist«, so Däub­ler. Was heißt das? Bei der Aus­le­gung des Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes (AÜG) muss EU-Recht beach­tet wer­den. Die­ses sieht vor, dass von den Prin­zi­pi­en »Glei­cher Lohn« und »Glei­che Behand­lung« nur dann durch Tarif­ver­trag abge­wi­chen wer­den darf, wenn der »Gesamt­schutz« wei­ter besteht. Dies wäre der Fall, wenn bei­spiels­wei­se Nach­tei­le beim Lohn durch einen bes­se­ren Kün­di­gungs­schutz aus­ge­gli­chen wür­den. Wenn jedoch Rege­lun­gen wie die Tarif­ver­trä­ge zur Leih­ar­beit ledig­lich »ver­schlech­tern­de Rege­lun­gen« vor­se­hen, sei, so Däub­ler, der Gesamt­schutz nicht mehr gewahrt. Dann müs­se aber der Grund­satz »Glei­cher Lohn und glei­che Arbeits­be­din­gun­gen« gel­ten.” Arti­kel von Nel­li Tügel in Neu­es Deutsch­land vom 19.05.2017 externer Link

Der Bei­trag [Die Anstalt, Prof. Wolf­gang Däub­ler und Labour­Net Ger­ma­ny] Gesucht: Leih­ar­bei­te­rIn­nen für eine Kla­ge für glei­chen Lohn und glei­che Bedin­gun­gen auch in Deutsch­land erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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