[perspektive:] Datenleck: Deutsche Bank an massenhafter Geldwäsche beteiligt

Ein erneutes Datenleck gibt einen kleinen Einblick, wie Banken daran beteiligt sind kriminelles Geld rein zu „waschen“. Auch die „Deutsche Bank“ ist daran beteiligt. Zugleich scheinen deutschen zuständigen Behörden kaum etwas zu unternehmen.

Der berüch­tig­te Mafia-Boss Al Capo­ne stand in den 30er Jah­ren vor Gericht. Als er gefragt wur­de, als was er arbei­te­te, ant­wor­te­te er, er sei im Wäsche­rei­ge­schäft aktiv. Tat­säch­lich hat­te er meh­re­re Wäsche­rei­en, die höchst pro­fi­ta­bel waren – da er Geld aus schmut­zi­gen Geschäf­ten in die Kas­sen hin­ein misch­te. Daher kommt der Begriff des „Geld waschens“.

An die­sem Pro­zess heut­zu­ta­ge auch inter­na­tio­na­le Groß­ban­ken betei­ligt, wie ein neu­es Daten­leck erneut zeigt. Dabei geht es um ver­trau­li­chen Berich­ten des US-Finanz­mi­nis­te­ri­ums sowie aus Mel­dun­gen, wel­che Geld­häu­ser zwi­schen 2000 und 2017 an das Minis­te­ri­um geschickt haben. Dort ist die das Finan­cial Cri­mes Enfor­ce­ment Net­work (Fin­Cen) zustän­dig.

Aus­ge­wer­tet wur­den sie vom Inter­na­tio­nal Con­sor­ti­um of Inves­ti­ga­ti­ve Jour­na­lists (ICIJ) und sei­ne Part­nern – in Deutsch­land die Süd­deut­sche Zei­tung, NDR und WDR.

Banken melden spät

Wie aus den Doku­men­ten her­vor­geht, mel­den die Ban­ken ver­däch­ti­ge Über­wei­sun­gen viel zu spät an die staat­li­chen Behör­den. Eigent­lich darf es in den USA maxi­mal 30 Tage dau­ern, doch laut der Aus­wer­tung waren es durch­schnitt­lich 166 Tage.

Die soge­nann­ten Fin­CEN-Files zei­gen auch, dass meh­re­re Groß­ban­ken – dar­un­ter JPMor­gan, HSBC, Bar­clays, Wells Far­go, Bank of New York Mel­lon, Stan­dard Char­te­red und auch die Deut­sche Bank – wei­ter­hin Geschäf­te mit ver­däch­ti­gen Kun­den mach­ten. Auch nach­dem die ame­ri­ka­ni­schen bezie­hungs­wei­se bri­ti­schen Behör­den sie wegen ähn­li­cher Geschäf­te bereits bestraft hat­ten.

Die Deut­sche Bank ist in dem Daten­leak mit Abstand die Bank mit den meis­ten ver­däch­ti­gen Über­wei­sun­gen. Dies muss aller­dings nicht hei­ßen, dass die Deut­sche Bank ins­ge­samt die meis­ten Mel­dun­gen abgibt, son­dern kann auch an der Zusam­men­set­zung der gele­ak­ten Daten lie­gen, die womög­lich nicht reprä­sen­ta­tiv sind.

Staaten arbeiten kaum damit

Wenn eine poten­ti­el­le kri­mi­nel­le Über­wei­sung durch­schnitt­lich etwa ein hal­bes Jahr zu spät gemel­det wird. Ist klar, dass eine Nach­ver­fol­gung der Geld­strö­me um so schwe­rer ist. Doch oft­mals sind selbst die staat­li­chen Über­wa­cher dubi­os.

So gab es erst im Juli die­sen Jah­res bei­spiels­wei­se eine Raz­zia gegen die Finan­cial Intel­li­gence Unit (FIU) beim Zoll­amt in Köln. Sie ist das deut­sche Pen­dant der ame­ri­ka­ni­schen Fin­Cen. Der Ein­heit mit gera­de ein­mal rund 160 Mit­ar­bei­te­rIn­nen wird „Straf­ver­ei­te­lung im Amt“ vor­ge­wor­fen.

Laut Durch­su­chungs­be­schluss soll die FIU zwi­schen Mit­te 2018 und Anfang 2020 acht Geld­wä­sche­ver­dachts­mel­dun­gen nicht ord­nungs­ge­mäß an die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den wei­ter­ge­lei­tet haben. Über Dut­zen­de dubio­ser Kon­ten bei drei deut­schen Ban­ken wur­den daher ins­ge­samt 1,7 Mil­lio­nen Euro in afri­ka­ni­sche Staa­ten wei­ter­ge­lei­tet.

Der Bei­trag Daten­leck: Deut­sche Bank an mas­sen­haf­ter Geld­wä­sche betei­ligt erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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