[KgK:] Organisierte Kriminalität bei der Münchner Polizei – 21 Razzien nach Koks-Skandal

Also steigt er in sein Auto und fährt weg, biss­le Kies machen
Weed paf­fend, in Zivil aber mit Dienst­waf­fe
Obwohl er offen­sicht­lich Paar zu viel hat­te
Schiebt er nach’m Dienst noch ’ne Schicht in sei­ner Ski­mas­ke

Haze, „Bul­len­track“

Die­ses Lied von dem Rap­per Haze von 2016 han­delt um den Pro­zess gegen den frü­he­ren Lei­ter der All­gäu­er Dro­gen­fahn­dung wegen Koka­in­be­sit­zes und Ver­ge­wal­ti­gung.

Heu­te mor­gen berich­te­ten die bür­ger­li­chen Medi­en, dass sich der Dro­gen­skan­dal bei der Münch­ner Poli­zei aus­wei­tet. Die Süd­deut­sche Zei­tung schreibt von einer Raz­zia gegen 21 Polizisten:innen, die nicht nur im Ver­dacht ste­hen, Dro­gen und ille­ga­le Doping­mit­tel beses­sen zu haben, sie sol­len auch aus der Asser­va­ten­kam­mer Koka­in abge­zweigt und Straf­ver­fol­gung ver­hin­dert haben.

Zur Voll­stre­ckung kamen 90 Polizist:innen, 19 Staatsanwält:innen, sowie 30 Kriminalpolizist:innen. Sie erhiel­ten Unter­stüt­zung durch die Son­der­ein­satz­kom­man­dos von Hes­sen, Rhein­land-Pfalz und Baden-Würt­tem­berg. Ein Rie­sen­ein­satz also. Lächer­lich scheint dabei, dass die Staats­an­walt­schaft Mün­chen laut eige­ner Aus­sa­ge seit Juli 2018 bereits gegen die tat­ver­däch­ti­gen Polizist:innen ermit­telt.

Die­ser Skan­dal ist in die­sem Jahr kei­ne Neu­ig­keit. Bereits im März gab es einen Skan­dal bei der Münch­ner Poli­zei, bei der meh­re­re Polizist:innen über­führt wur­den, Koka­in kon­su­miert zu haben. So erschien in der Süd­deut­schen Zei­tung ein Arti­kel mit dem fol­gen­den Titel: „„Extrem hoher Koks­wert“ auf der Dienst­stel­le“.

Es ist ein Skan­dal, der das unter­streicht, was uns der 17-Jäh­ri­ge Tar­kan in einem Inter­view erzähl­te. Wäh­rend einer Aus­ein­an­der­set­zung nach einer klas­si­schen „racial profiling“-Polizeikontrolle am Münch­ner Gärt­ner­platz der Jun­ge einem Bul­len, der über sei­nen Kie­fer kei­ne Kon­trol­le hat, er sei auf Dro­gen. Der Min­der­jäh­ri­ge muss­te für die­se Aus­sa­ge eine Nacht in Unter­ho­se in der Zel­le ver­brin­gen.

Nach die­sen Ereig­nis­sen und der show-arti­gen Voll­stre­ckung der Poli­zei bleibt kein Raum für den Glau­ben an einer neu­tra­len Behand­lung des Pro­blems durch die Insti­tu­tio­nen des Staa­tes. Wie Haze in sei­nem Song „ Hass“ sagt:

„Die Frei­heit geht gegen Null wegen elen­den Bul­len
Das Blau­licht blitzt, aber die Sire­nen sind stumm
Gera­de des­we­gen sind die Wege hier krumm“

Um die­ser Ent­wick­lung ent­ge­gen­zu­tre­ten ist es nötig, dass sämt­li­che Vor­wür­fe gegen die Poli­zei von Kom­mis­sio­nen auf­ge­klärt wer­den, die sich unab­hän­gig vom Staat und der Poli­zei aus Betrof­fe­nen, Gewerk­schaf­ten und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen zusam­men­set­zen.

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