[labournet:] Der Widerstand gegen das sogenannte Anti-Terror-Gesetz auf den Philippinen wächst – kommt das Duterte-Regime in die Krise?

Auch auf den Philippinen: Kampf um Mindestlohn„… Dass sich nun ein erheb­li­cher Teil der herr­schen­den Eli­te gegen Duter­te wen­det, ist auf zwei grund­le­gen­de Ent­wick­lun­gen zurück­zu­füh­ren. Ers­tens: Um den bekann­ter­ma­ßen schlech­ten Zustand der phil­ip­pi­ni­schen Infra­struk­tur zu ent­wi­ckeln, der die Expan­si­on von Kapi­tal­in­ves­ti­tio­nen lan­ge Zeit gehemmt hat, hat sich Duter­te an Chi­na gewandt, um Dar­le­hen zur Finan­zie­rung sei­nes „Auf­bau, Auf­bau, Aufbau“-Programms zu erhal­ten. Die aggres­si­ven Aktio­nen Washing­tons gegen Peking im Süd­chi­ne­si­schen Meer und in der gesam­ten Regi­on haben es jedoch unmög­lich gemacht, den US-Impe­ria­lis­mus zu besänf­ti­gen und die Bezie­hun­gen zu Chi­na zu ver­bes­sern. Duter­te hat des­halb den phil­ip­pi­ni­schen Anspruch auf die umstrit­te­nen Gewäs­ser im Süd­chi­ne­si­schen Meer her­un­ter­ge­spielt und die Betei­li­gung an eini­gen der aggres­sivs­ten US-Mili­tär­ma­nö­ver in der Regi­on been­det. (…) Zwei­tens: Trotz sei­nes faschis­ti­schen Kriegs gegen Dro­gen und der Ver­hän­gung des Kriegs­rechts auf der süd­li­chen Insel Mind­anao hat sich Duter­te als unfä­hig erwie­sen, die wach­sen­de Flut sozia­ler Unru­he ein­zu­däm­men. Der Zorn der Mas­sen über die Ungleich­heit und die gefühl­lo­se Gleich­gül­tig­keit des Staa­tes gegen­über den immensen Leid der Bevöl­ke­rung unter Bedin­gun­gen der Pan­de­mie haben ein sozia­les Pul­ver­fass geschaf­fen. Die Oppo­si­ti­on in der herr­schen­den Klas­se will die Macht des Staa­tes unter einer schein­bar kom­pe­ten­te­ren Füh­rung stär­ken, indem sie den zuneh­mend ver­ab­scheu­ten Duter­te absetzt. Die­se Beden­ken wer­den zwei­fel­los von Tei­len der mili­tä­ri­schen Füh­rungs­spit­ze geteilt. Das phil­ip­pi­ni­sche Mili­tär wur­de von Grund auf von Washing­ton auf­ge­baut, und vie­le sei­ner Füh­rungs­kräf­te haben ihren Abschluss in West Point gemacht oder eine Aus­bil­dung in Anna­po­lis erhal­ten. Ihre Loya­li­tät gilt letzt­lich Washing­ton. Tei­le des Offi­ziers­korps haben in den letz­ten 30 Jah­ren immer wie­der bewie­sen, dass sie bereit sind, einen Staats­streich zu wagen, wenn sie mit der Poli­tik der Zivil­re­gie­rung nicht ein­ver­stan­den sind…“ – aus dem Bei­trag „Poli­ti­sche Kri­se auf den Phil­ip­pi­nen spitzt sich zu“ von John Mal­var am22. Sep­tem­ber 2020 bei wsws externer Link zur aktu­el­len poli­ti­schen Ent­wick­lung auf den Phil­ip­pi­nen im Ange­sicht des wach­sen­den Wider­stands gegen Duter­tes Kurs. Zum reak­tio­nä­ren Geset­zes­vor­stoß Duter­tes, inter­na­tio­na­ler (gewerk­schaft­li­cher) Kri­tik dar­an und sei­nen Par­al­le­len und Unter­schie­de zur lang­jäh­ri­gen Mar­cos-Dik­ta­tur drei wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge und der Hin­weis auf unse­ren bis­her letz­ten Bei­trag zum The­ma:

  • „Is Duter­te a ‘post-modern’ Mar­cos?“ von Richard Heyda­ri­an am 15. Sep­tem­ber 2020 im Inqui­rer externer Link ist ein Bei­trag, der – wie vie­le in die­sen Tagen – der Fra­ge von Par­al­le­len zwi­schen Duter­te und dem Lang­zeit-Dik­ta­tor Mar­cos nach­geht. Wobei die Unter­schie­de vor allem dar­in gese­hen wer­den, dass Mar­cos ein „tra­di­tio­nel­ler“ Poli­ti­ker war, der sei­nen reak­tio­nä­ren Kurs im Ver­ein mit sei­nen Ver­bün­de­ten und Auf­trag­ge­bern umsetz­te, wäh­rend Duter­te einer der „post-moder­nen“ eher unbe­re­chen­ba­ren faschis­to­iden Poli­ti­ker sei, wie es bei­spiels­wei­se eben auch Trump, Orban und inzwi­schen eine gan­ze Rei­he wei­te­rer Figu­ren sind, was immer auch Kri­sen­er­schei­nun­gen auch inner­halb sei­ner Basis mit sich brin­ge…

Der Bei­trag Der Wider­stand gegen das soge­nann­te Anti-Ter­ror-Gesetz auf den Phil­ip­pi­nen wächst – kommt das Duter­te-Regime in die Kri­se? erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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