[labournet:] EU-Türkei-Deal in der Flüchtlingsfrage

Dossier

Der DIRTY DEAL: Merkels Pakt und Erdogans BeitragOffi­zi­ell war der EU-Tür­kei-Gip­fel zur Ein­däm­mung des “Flücht­lings­stroms” ein vol­ler Erfolg. Doch nach dem Tref­fen in Brüs­sel blei­ben vie­le Fra­gen offen. Es war der bizarrs­te EU-Gip­fel seit Jah­ren. 28 Staats- und Regie­rungs­chefs waren am Sonn­tag außer­plan­mä­ßig nach Brüs­sel gereist, um einen ein­zi­gen Gast zu emp­fan­gen: den tür­ki­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Ahmet Davu­to­g­lu. Dabei hat der nach sei­ner Wie­der­wahl im umstrit­te­nen zwei­ten Ver­such noch nicht ein­mal offi­zi­ell sein neu­es Amt ange­tre­ten. Am Mon­tag muss sich Davu­to­g­lu noch einem Ver­trau­ens­vo­tum im tür­ki­schen Par­la­ment stel­len. Doch sol­che Fein­hei­ten spiel­ten kei­ne Rol­le beim EU-Tür­kei-Gip­fel, genau­so wenig wie der brand­ge­fähr­li­che Abschuss eines rus­si­schen Kampf­jets durch das tür­ki­sche Mili­tär über Syri­en oder die spek­ta­ku­lä­re Ver­haf­tung von oppo­si­tio­nel­len Jour­na­lis­ten, die Staats­prä­si­dent Recep Erdo­gan höchst­per­sön­lich ange­ord­net hat­te. Schließ­lich hat die EU der­zeit Wich­ti­ge­res zu tun als über Demo­kra­tie und Men­schen­rech­te vor ihrer Haus­tür nach­zu­den­ken…Bei­trag von Eric Bon­se bei tele­po­lis vom 30.11.2015 externer Link. Sie­he auch das Dos­sier: Ein Flücht­lings­be­kämp­fungs-Deal nach dem ande­ren: Die EU und ihre »Migra­ti­ons­part­ner­schaf­ten« und hier zu Tür­kei neu:

  • Völ­ker­rechts­bruch als trau­ri­ger All­tag: Push­backs an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze /​Mer­kel und Michel hofie­ren Erdo­gan New
    • Mer­kel und Michel hofie­ren Erdo­gan
      Am Don­ners­tag fin­det in Brüs­sel ein Son­der­gip­fel zur Tür­kei statt. Das Land habe sich zur “größ­ten Gefahr für die EU” ent­wi­ckelt, warnt der frü­he­re bri­ti­sche Euro­pa­mi­nis­ter McS­ha­ne. Kanz­le­rin Mer­kel sieht dies anders – sie hofiert Sul­tan Erdo­gan. Gemein­sam mit Rats­prä­si­dent Michel will Mer­kel am Diens­tag­mit­tag eine Video­kon­fe­renz mit dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten abhal­ten, wie es aus EU-Krei­sen hieß. Die EU hat­te der Tür­kei wegen der Gas­boh­run­gen vor Grie­chen­land und Zypern Ende August ein Ulti­ma­tum gesetzt und mit zusätz­li­chen Sank­tio­nen gedroht. Wenn es kei­ne Fort­schrit­te gebe, kön­ne auf dem Son­der­gip­fel eine Lis­te wei­te­rer Straf­maß­nah­men dis­ku­tiert wer­den, sag­te der EU-Außen­be­auf­trag­te Bor­rell. Doch das will Mer­kel ver­hin­dern. Sie setzt auf eine “posi­ti­ve Agen­da”, die einen “Dia­log” mit Grie­chen­land und Zypern, einen neu­en Flücht­lings­de­al und sogar ein aus­ge­wei­te­tes Zoll­ab­kom­men und Visa­li­be­ra­li­sie­run­gen umfasst…” Bei­trag vom 22.9.2020 von Eric Bon­se auf Losi­In­EU externer Link
    • Völ­ker­rechts­bruch als trau­ri­ger All­tag: Push­backs an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze
      Rechts­wid­ri­ge Zurück­wei­sun­gen, soge­nann­te »Push­backs«, von Schutz­su­chen­den an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze sind Nor­ma­li­tät. Die Pra­xis der grie­chi­schen Grenz­be­hör­den wird immer skru­pel­lo­ser. Bei der Abwehr von Schutz­su­chen­den spielt die Ein­hal­tung von Men­schen­rech­ten für die ver­ant­wort­li­chen Regie­run­gen offen­bar kei­ne Rol­le. Im März 2020 rie­gel­te die grie­chi­sche Regie­rung die Land­gren­ze zur Tür­kei mili­tä­risch ab und setz­te das Asyl­recht für einen Monat außer Kraft. Von einer Rück­kehr zum Rechts­staat kann aller­dings auch im Sep­tem­ber noch kei­ne Rede sein. Push­backs an der Land­gren­ze und in der Ägä­is sind an der Tages­ord­nung. Sol­che völ­ker­rechts­wid­ri­ge Zurück­wei­sun­gen von Schutz­su­chen­den sind in Grie­chen­land kei­ne Neu­ig­keit, doch mitt­ler­wei­le sind sie zur all­seits bekann­ten Nor­ma­li­tät gewor­den. Mit immer neu­en Prak­ti­ken wird Men­schen die Mög­lich­keit ver­wehrt, Asyl in Grie­chen­land zu ersu­chen. (…) In den meis­ten See­not­fäl­len reagiert die grie­chi­sche Küs­ten­wa­che nicht auf die Not­ru­fe oder beob­ach­tet – ähn­lich wie die tür­ki­sche Küs­ten­wa­che – die Boo­te ledig­lich, ohne einen Ret­tungs­ein­satz ein­zu­lei­ten. Dies geschieht auch vor den Augen deut­scher Schif­fe, die im Rah­men einer NATO-Mis­si­on »Stan­ding NATO Mari­ti­me Group 2« in der Ägä­is patrouil­lie­ren…” Pro-Asyl-PM vom 18.09.2020 externer Link
  • EU gibt wei­te­re Mil­lio­nen für Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen in der Tür­kei 
    “Bei der Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen unter­stützt die EU die Tür­kei mit wei­te­ren knapp 500 Mil­lio­nen Euro. Sowohl die EU-Staa­ten als auch das Euro­pä­si­sche Par­la­ment hät­ten einem ent­spre­chen­den Vor­schlag der EU-Kom­mis­si­on zuge­stimmt, teil­te die Brüs­se­ler Behör­de mit. Mit dem Geld soll­ten zwei huma­ni­tä­re Hilfs­pro­gram­me bis Ende 2021 ver­län­gert wer­den. Es fließt zusätz­lich zu den sechs Mil­li­ar­den Euro, die die EU der Tür­kei im Rah­men des Flücht­lings­ab­kom­mens zuge­sagt hat­te. Es sieht unter ande­rem vor, dass die Tür­kei gegen ille­ga­le Migra­ti­on in die EU vor­geht und im Gegen­zug von der EU sechs Mil­li­ar­den Euro zur Ver­sor­gung syri­scher Flücht­lin­ge bekommt. Die Tür­kei hat­te in den ver­gan­ge­nen Mona­ten mehr­fach zusätz­li­che Unter­stüt­zung gefor­dert. Dort leben rund 3,6 Mil­lio­nen syri­sche Flücht­lin­ge.” Mel­dung vom 10. Juli 2020 beim Deutsch­land­funk externer Link, sie­he auch:
    • Das hat nichts mit Hagia Sophia zu tun!?
      “Die EU-Kom­mis­si­on hat der Tür­kei wei­te­re 500 Mil­lio­nen Euro für Flücht­lings­hil­fe zuge­sagt. Die Gel­der sol­len unab­hän­gig von den sechs Mil­li­ar­den Euro gezahlt wer­den, die die EU der Tür­kei im Rah­men des Flücht­lings­de­als von 2016 zuge­sagt hat­te. Die EU wer­de Flücht­lin­ge in der Tür­kei unter­stüt­zen, solan­ge die huma­ni­tä­re Lage es erfor­de­re, sag­te der EU-Kom­mis­sar für huma­ni­tä­re Hil­fe und Kri­sen­schutz, J. Len­ar­cic. Von der kurz zuvor getrof­fe­nen Ent­schei­dung der tür­ki­schen Regie­rung, die Hagia Sophia in eine Moschee umzu­wan­deln, sag­te er nichts. Das hat ja auch nichts mit­ein­an­der zu tun, oder? Für die Kir­che haben wir doch unse­ren Kom­mis­sar für den “Euro­pean Way of Life”, M. Schi­nas…” Kom­men­tar von Lost in Euro­pe vom 11. Juli 2020 externer Link
  • Wie der Kampf gegen Coro­na das Leid vie­ler Flücht­lin­ge ver­schärft 
    Zum Schutz ihrer Bevöl­ke­run­gen vor Covid-19 unter­neh­men Regie­run­gen bei­spiel­lo­se Anstren­gun­gen – und las­sen jene im Stich, die ihre Hil­fe am drin­gends­ten benö­ti­gen (…) auch an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze hat­ten die Fol­gen der welt­wei­ten Coro­na-Pan­de­mie Ein­zug gehal­ten. Doch wäh­rend über­all in der Welt zu größt­mög­li­chem Abstand, ver­bes­ser­ter Hygie­ne und gegen­sei­ti­ge Soli­da­ri­tät auf­ge­ru­fen wird, ver­schärf­ten Behör­den unter dem Vor­wand der Pan­de­mie-Bekämp­fung die Lebens­be­din­gun­gen für vie­le Flücht­lin­ge noch. (…) Flücht­lin­ge erzäh­len, sie dürf­ten kei­ne Schlaf­sä­cke und Zel­te mit ins Camp neh­men. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen berich­ten, man ver­wei­ge­re ihnen den Zutritt. Vie­le Men­schen sind nach Wochen der Käl­te und des Trä­nen­ga­ses krank. Statt an ein impro­vi­sier­tes Camp, das errich­tet wur­de, um die huma­ni­tä­re Situa­ti­on im Griff zu behal­ten, erin­nert Pazar­ku­le eher an ein mili­tä­ri­sches Inter­nie­rungs­la­ger: Bewacht von schwer bewaff­ne­ten Sol­da­ten der tür­ki­schen Armee und ein­ge­zwängt hin­ter hohen Git­ter­ver­schlä­gen ste­hen end­lo­se Rei­hen war­ten­der Men­schen vor den Essens­aus­ga­be­stel­le. Von jedem, der das Camp betritt oder ver­lässt, wer­den die Fin­ger­a­b­rü­cke gescannt. So über­ra­schend wie die Tür­kei am 29. Febru­ar ankün­dig­te, ihre Gren­zen für Flücht­lin­ge zu öff­nen schloss sie letz­te Woche die­se wie­der und bemüht sich, die Men­schen nun wie­der von der Gren­ze zu ver­trei­ben. Mit frag­wür­di­gen Metho­den: Flücht­lin­ge berich­te­ten dem Autor von einer Art Aus­hun­ge­rungs­tak­tik tür­ki­scher Behör­den. Um die Men­schen zur Umkehr zu zwin­gen, sol­len die Essens­ver­tei­lun­gen im Lager ein­ge­stellt wor­den sein. Gleich­zei­tig wür­den Flücht­lin­ge davon abge­hal­ten, sich in umlie­gen­den Dör­fern mit Nah­rung zu ver­sor­gen. War­um vie­le Men­schen die Unge­wiss­heit und die kata­stro­pha­le huma­ni­tä­re Situa­ti­on im Grenz­ge­biet einem Leben in der Tür­kei immer noch vor­zie­hen, dürf­te auch an der Per­spek­tiv­lo­sig­keit lie­gen, die sie in der Tür­kei erwar­tet: Um die Kos­ten für eine Rei­se in die EU auf­zu­brin­gen, hat­ten vie­le Men­schen ihren gesam­ten Besitz ver­kauft. Offi­zi­ell begrün­det hat die Tür­kei die Repres­sio­nen mit der Ein­däm­mung der Coro­na-Epi­de­mie. Wahr­schein­lich dürf­te aber ein Tref­fen am 17. März eine Rol­le spie­len. Per Video-Kon­fe­renz hat­ten sich Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel, Frank­reichs Prä­si­dent Macron und der bri­ti­sche Pre­mier John­son mit Erdo­gan getrof­fen und der Tür­kei im Gegen­zug für die Schlie­ßung der Gren­ze wei­te­re EU-Hil­fen in Aus­sicht gestellt…” Arti­kel von Fabi­an Gold­mann vom 02. April 2020 bei Tele­po­lis externer Link
  • Brand im Flücht­lings­la­ger an tür­ki­scher Gren­ze – Bewoh­ner des Camps mach­ten tür­ki­sche Poli­zis­ten für den Aus­bruch ver­ant­wort­lich 
    “Im impro­vi­sier­ten Flücht­lings­la­ger am grie­chisch-tür­ki­schen Grenz­über­gang Pazarkule/​Kas­ta­nies ist in der Nacht zu Frei­tag ein Feu­er aus­ge­bro­chen. Auf­nah­men aus der Nacht zei­gen zahl­rei­che klei­ne Brän­de. Meh­re­re Bewoh­ner des Camps mach­ten tür­ki­sche Poli­zis­ten für den Aus­bruch ver­ant­wort­lich. Die­se hat­ten beim Ver­such das Gelän­de zu räu­men, meh­re­re Zel­te in Brand gesteckt, berich­ten Geflüch­te­te gegen­über »nd« Am Nach­mit­tag zuvor hat­ten tür­ki­sche Poli­zei begon­nen gro­ße Tei­le des Gelän­des zu räu­men. Tür­ki­sche Poli­zis­ten sol­len zuvor die Men­schen auf­ge­for­dert haben, das Gebiet in Bus­sen in Rich­tung ande­rer Lan­des­tei­le zu ver­las­sen. Teil­wei­se soll es dabei zu gewalt­sa­men Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Flücht­lin­gen und Poli­zis­ten gekom­men sein. Men­schen, die sich der Anord­nung wider­setz­ten sei­en in der Nie­mands­land zwi­schen tür­ki­schen und grie­chi­schen Grenz­tor gedrängt wor­den. Dies berich­ten Medi­en und Flücht­lin­ge über­ein­stim­mend. Damit haben tür­ki­sche Behör­den den Druck auf ver­blie­be­nen Bewoh­ner noch ein­mal erhöht. Bereits in den ver­gan­ge­nen Tagen hat­ten die­se ihre Restrik­tio­nen gegen­über den Flücht­lin­gen an der Gren­ze immer stär­ker aus­ge­wei­tet. Flücht­lin­ge berich­te­ten, die Essens­ver­sor­gung der rund 2.000 Men­schen sei weit­ge­hend ein­ge­stellt wor­den. Für Brot habe man vom frü­hen Mor­gen bis zum spä­ten Abend anste­hen müs­sen. Zudem sei es Flücht­lin­gen nur noch dann erlaubt wor­den, das Camp zu ver­las­sen, wenn die­se ein­wil­lig­ten, sich mit Bus­sen in ande­re Lan­des­tei­le brin­gen zu las­sen. (…) Auf Pro­tes­te von Flücht­lin­gen an der Gren­ze reagier­ten grie­chi­sche Grenz­schüt­zer mit dem mas­si­ven Ein­satz von Trä­nen­gas. Fast täg­lich kam es zu neu­en Ver­wun­de­ten auf der Sei­te der Flücht­lin­ge. Nach tür­ki­schen Dar­stel­lun­gen wur­de min­des­tens ein Flücht­ling durch grie­chi­sche Schüs­se getö­tet. Grie­chi­sche Behör­den bestrei­ten dies.” Arti­kel von Fabi­an Gold­mann vom 27. März 2020 in neu­es Deutsch­land online externer Link
  • Mer­kel ver­spricht Erdo­gan mehr Geld – doch die Span­nun­gen hal­ten an 
    “… Doch Ergeb­nis­se wur­den nicht bekannt. Wer die dür­ren Berich­te in tür­ki­schen, deut­schen und fran­zö­si­schen Medi­en nach der jüns­ten Video­schal­te liest, stellt ledig­lich fest, dass jede Sei­te ihre eige­ne Ver­si­on hat. Und dass da nichts zusam­men­passt. Folgt man den deut­schen Medi­en, so haben Mer­kel und Macron dem Sul­tan neue Hil­fen zuge­sagt. Doch wie hoch die aus­fal­len sol­len, wird nicht gemel­det. Und ob sie für “huma­ni­tä­re Hil­fe” in Syri­en oder für Flücht­lin­ge in der Tür­kei bestimmt sind, ist auch unklar. Auch die ent­schei­den­de Fra­ge der Kon­di­tio­nie­rung bleibt offen. Soll Erdo­gan das Geld im Rah­men eines “Flücht­lings­de­als 2.0” bekom­men – oder wird der Mer­kel-Deal neu ver­han­delt? Muß die Tür­kei für Ruhe an der Gren­ze zur EU sor­gen, oder ver­han­delt man auch so wei­ter? Wir wis­sen es nicht. Klar ist nur, dass Erdo­gan sei­ne hybri­de Kriegs­füh­rung fort­setzt. So wur­den kurz nach der Video­kon­fe­renz neue Zwi­schen­fäl­le an der Gren­ze zur Tür­kei gemel­det…” Bei­trag vom 18. März 2020 bei Lost in EU externer Link
  • Appell zu 4 Jah­ren EU-Tür­kei-Deal und Covid-19: „Ulti­ma­ti­ve Auf­for­de­rung zum Han­deln“: Auf­neh­men statt Ster­ben las­sen! Die Faschi­sie­rung Euro­pas stop­pen! 
    “… Es ist unglaub­lich, dass die Euro­päi­sche Uni­on bereit ist, jeg­li­che Rechts­grund­la­ge, Moral und zivi­li­sa­to­ri­sche Mas­ke über Bord zu wer­fen, weil zwi­schen­zeit­lich eini­ge tau­send Men­schen an der grie­chi­schen Gren­ze einen Asyl­an­trag stel­len möch­ten. Der ver­häng­nis­vol­le EU-Tür­kei Deal vom 18. März 2016 hat wie­der ein­mal einem auto­ri­tä­ren Regime Macht über die euro­päi­sche Poli­tik gege­ben. Das poli­ti­sche Man­tra, 2015 dür­fe sich nicht wie­der­ho­len, erlaubt der EU kein Umden­ken. Dabei sind die Flucht-Migran­t_in­nen in der Tat zur Ver­hand­lungs­mas­se und zur mensch­li­chen Muni­ti­on für die eige­nen mili­ta­ris­ti­schen und innen­po­li­ti­schen Plä­ne der tür­ki­schen AKP­Re­gie­rung gewor­den – in die Hand gelegt durch eine EU Migra­ti­ons­po­li­tik, die über Deals auto­ri­tä­re Regime als Puf­fer Zonen Euro­pas zur Flücht­lings­ab­wehr auf­baut. Doch die Tür­kei ist nicht sicher, sie gewährt Men­schen ohne euro­päi­schen Pass kein Asyl. Auch wenn die Tür­kei mit ihrer mili­tä­ri­schen Prä­senz in Idlib das Ziel ver­folgt, die gewalt­sa­me Ver­trei­bung von wei­te­ren rund 3,5 Mil­lio­nen Men­schen durch die syrisch-rus­si­sche Offen­si­ve in Rich­tung ihrer Gren­ze zu ver­hin­dern, ist und bleibt sie seit ihrem Angriff auf syri­sche Gebie­te unter kur­di­scher Selbst­ver­wal­tung selbst ver­ant­wort­lich für hun­dert­tau­send­fa­che Ver­trei­bung. Auch an der tür­kisch-syri­schen Gren­ze wird auf Flüch­ten­de geschos­sen – und die Tür­kei schiebt selbst nach Syri­en ab. (…) Anstatt den Anfän­ger­feh­ler der EU Migra­ti­ons­po­li­tik – die Abhän­gig­keit von auto­ri­tä­ren Regi­men – als Ursa­che des Pro­blems zu erken­nen, ver­sucht die EU die Tür­kei mit allen Mit­teln zu besänf­ti­gen. Dabei ver­kennt sie, dass der Deal noch nie funk­tio­niert hat und auch nie funk­tio­nie­ren wird: weder der 1:1‑Austausch (wobei für jede aus Grie­chen­land in die Tür­kei zurück­ge­scho­be­ne syri­sche Per­son eine_​n Syrer_​in nach Euro­pa umge­sie­delt wer­den soll­te), noch die Lee­rung der grie­chi­schen Inseln durch Abschie­bun­gen. Das ein­zig funk­tio­na­le Ele­ment des Deals ist der Kuh­han­del von Mil­li­ar­den­be­trä­gen für gewalt­tä­ti­ge Migra­ti­ons­ab­wehr. Bricht dies weg, zeigt sich das wah­re Gesicht die­ser hilf­lo­sen und geschei­ter­ten Migra­ti­ons­po­li­tik: Die Erschie­ßung an der EU-Außen­gren­ze stellt dann nur die letz­te logi­sche Kon­se­quenz dar. Der EU-Tür­kei-Deal ist von Anfang an geschei­tert, jeder neue Ver­such eines Deals wird eben­so schei­tern! Die Umdeu­tung der Will­kom­mens­kul­tur von 2015 zu einer „Flücht­lings­kri­se, die sich nie wie­der­ho­len dür­fe“, kre­iert eine der­ar­ti­ge Angst, dass lie­ber Erschie­ßun­gen gedul­det wer­den, als über Auf­nah­me gere­det wird. Dabei hat das Abschot­tungs­pa­ra­dig­ma auch sei­ne mör­de­ri­sche innen­po­li­ti­sche Sei­te. (…) WIR FORDERN: Die sofor­ti­ge Eva­ku­ie­rung aller Migrant_​innen von den grie­chi­schen Inseln und aus allen über­füll­ten Lager­si­tua­tio­nen. Effek­ti­ve Schutz­maß­nah­men gegen den Coro­na-Virus für Migrant_​innen. Den sofor­ti­gen Stopp der staat­li­chen Gewalt und der Ermor­dung von Migrant_​innen an den Außen­gren­zen. Die sofor­ti­ge Been­di­gung des EU-Tür­kei Deals…” Appell von Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie u.a. Orga­ni­sa­tio­nen vom 17.3.2020 externer Link anläss­lich des vier­jäh­ri­gen Bestehens des EU-Tür­kei-Deals vom 18. März 2016
  • Durch das Fens­ter eines tür­ki­schen Poli­zei­wa­gens
    Unser Repor­ter wur­de im tür­kisch-grie­chi­schem Grenz­ge­biet ver­haf­tet – dabei hat er die katasto­pha­le Situa­ti­on der Flücht­lin­ge beob­ach­ten kön­nen. Ganz bei­läu­fig schlägt der Sol­dat zu. Mal auf den Rücken. Zwei gemäch­li­che Schrit­te. Dann trifft es eine Schul­ter. Als ein jun­ger Mann schon vor dem Schlag zusam­men­zuckt, stoppt er kurz, lächelt ihn an und schlägt dann doch zu. Ein paar Minu­ten beob­ach­te ich, wie der tür­ki­sche Sol­dat jedem einen Hieb ver­passt, der es wagt, ein paar Zen­ti­me­ter aus der War­te­schlan­ge aus­zu­sche­ren. Dann endet mei­ne Ziga­ret­ten­pau­se und der Sol­dat, der zu mei­ner Bewa­chung abbe­stellt wur­de, sperrt mich zurück in den Poli­zei­trans­por­ter. Zwei Tage zuvor hat­te mei­ne Rei­se an die tür­kisch-grie­chi­sche Gren­ze begon­nen. Über die kata­stro­pha­le huma­ni­tä­re Situa­ti­on von tau­sen­den Men­schen woll­te ich schrei­ben, deren Hoff­nung auf ein Leben in Wür­de in Sta­chel­draht und Trä­nen­gas der EU ende­te. Und dar­über, wie es tür­ki­sche Behör­den Jour­na­lis­ten zuneh­mend schwer machen, über die Situa­ti­on an der Gren­ze zu berich­ten. Ich ahn­te nicht, dass ich von bei­dem erst eine Ahnung bekom­men soll­te, als ich selbst auf dem Rück­sitz eines Poli­zei­trans­por­ters Platz neh­men muss­te…” Bericht von Fabi­an Gold­mann vom 14.03.2020 beim ND online externer Link
  • Lage an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze eska­liert wei­ter /​Erdo­gan zün­delt wei­ter – nun auch mit Mili­tär 
    • Lage an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze eska­liert wei­ter
      “Wäh­rend ver­zwei­fel­te Schutz­su­chen­de ver­su­chen, über die angeb­lich offe­ne EU-Außen­gren­ze nach Grie­chen­land zu kom­men, eska­liert die Tür­kei die Lage wei­ter und dringt mit F‑16-Bom­bern im Tief­flug in grie­chi­schen Luft­raum ein. (…) Am Mitt­woch­mor­gen hat­te es bereits einen Vor­fall auf See vor der grie­chi­schen Insel Kos gege­ben, bei dem ein tür­ki­sches Boot der Küs­ten­wa­che ein Schnell­boot der grie­chi­schen Küs­ten­wa­che mit sei­nem Bug ramm­te und an der Reling beschä­dig­te. Ver­letzt wur­de nie­mand. Wäh­rend­des­sen kün­dig­te Regi­me­chef Erdo­gan an, die Lage wei­ter zu eska­lie­ren, bis die EU alle sei­ne For­de­run­gen erfül­le. „Bis alle Erwar­tun­gen der Tür­kei spür­bar erfüllt sind, wer­den wir die Pra­xis an unse­ren Gren­zen fort­set­zen“, erklär­te er. Kon­kre­te Erwar­tun­gen äußer­te der Dik­ta­tor eben­falls: Wie­der­auf­nah­me der Ver­hand­lun­gen über Visa­frei­heit, die Eröff­nung neu­er Kapi­tel im EU-Bei­tritts­pro­zess Anka­ras, eine Moder­ni­sie­rung der Zoll­uni­on und zusätz­li­che finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Erdo­gan droh­te wei­ter: „Mit der Erwär­mung des Wet­ters im Früh­jahr wird sich der Zustrom irre­gu­lä­rer Migran­ten, die nach Euro­pa kom­men, nicht auf Grie­chen­land beschrän­ken, son­dern sich über das gesam­te Mit­tel­meer aus­brei­ten.“ (…) Gut unter­rich­te­te Krei­se aus Brüs­sel berich­ten von inter­nen Dis­pu­ten inner­halb der EU. So gibt es unter ande­rem einen Kon­flikt zwi­schen Deutsch­land und Grie­chen­land. Deutsch­land ver­sucht Quel­len aus Brüs­sel zufol­ge, einen mög­lichst posi­ti­ven Dis­kurs der EU gegen­über der Tür­kei durch­zu­set­zen und drängt in Erklä­run­gen auf eine mög­lichst tür­kei­freund­li­che Spra­che. So erklär­ten die Mer­kel-Ver­trau­te und EU-Kom­mis­si­ons­chefin Ursu­la von der Ley­en und EU-Rats­chef Charles Michel nach einem Tref­fen mit dem tür­ki­schen Regi­me­chef Erdo­gan am Mon­tag­abend, der Pakt von 2016 blei­be gül­tig, Dif­fe­ren­zen bei der Umset­zung soll­ten in den nächs­ten Tagen geklärt wer­den.” Mel­dung vom 12. März von und bei ANF News externer Link, sie­he auch:
    • Erdo­gan zün­delt wei­ter – nun auch mit Mili­tär
      “Kurz nach sei­nem Besuch in Brüs­sel heizt Sul­tan Erdo­gan die Span­nun­gen mit Grie­chen­land wei­ter an. An der EU-Außen­gren­ze bei Evros gibt es sogar mili­tä­ri­sche Pro­vo­ka­tio­nen. Es ist ein Rück­schlag für die Erdo­gan-Ver­ste­her. Vor allem Kanz­le­rin Mer­kel und EU-Kom­mis­si­ons­chefin von der Ley­en hat­ten sich zuletzt um ihren “Part­ner” Tür­kei bemüht. Mer­kel hat sogar einen Flücht­lings­pakt 2.0 ver­spro­chen – obwohl schon der ers­te geschei­tert ist. Doch nun kommt die kal­te Dusche. Recep Teyy­ip Erdo­gan droht, die Gren­zen der Tür­kei für Flücht­lin­ge solan­ge offen zu hal­ten, bis Brüs­sel (und Ber­lin) alle sei­ne For­de­run­gen erfül­len. “Bis alle Erwar­tun­gen der Tür­kei spür­bar erfüllt sind, wer­den wir die Pra­xis an unse­ren Gren­zen fort­set­zen”, sag­te Erdo­gan am Mitt­woch in einer Fern­seh­an­spra­che. Wie zum Beweis, dass er es ernst meint, ließ der Sul­tan das tür­ki­sche Mili­tär am Grenz­fluß Evros auf­mar­schie­ren. Die Sol­da­ten bau­en nicht nur eine neue Stra­ße, die Flücht­lin­ge zum Grenz­über­tritt nut­zen könn­ten, son­dern pro­vo­zie­ren auch die grie­chi­schen Grenz­be­am­ten. Tür­ki­sche Kampf­jets flo­gen nach grie­chi­schen Anga­ben in 200 Meter über die Gren­ze, schwer bewaff­ne­te Sol­da­ten im Schlauch­boot zie­hen “Run­den” auf dem Fluß. Es ist ein Sze­na­rio, das an Krieg erin­nert (…) Doch aus Brüs­sel hört man nichts zu die­sen gefähr­li­chen Pro­vo­ka­tio­nen. Dabei hat­ten von der Ley­en und Rats­prä­si­dent Michel den Sul­tan bei des­sen Besuch in Brüs­sel doch auf­ge­for­dert, den Druck von der Gren­ze zu neh­men. So oder so, es ist ein schwe­rer Rück­schlag für die Erdo­gan-Ver­ste­her. Wenn die Span­nun­gen anhal­ten, wer­den sie kaum einen neu­en Deal aus­han­deln kön­nen. Oder wol­len sie mit vor­ge­hal­te­ner Pis­to­le mit Erdo­gan reden?…” Bei­trag vom 11. März 2020 von und bei Lost in Euro­pe externer Link
  • EU-Außen­gren­ze: “Euro­pa begeht Selbst­mord” 
    “Was bedeu­tet die Eska­la­ti­on an der Gren­ze für Euro­pa?” med­i­co-Kol­le­gin Ramo­na Lenz im Gespräch mit Jean Zieg­ler am 5. März 2020 externer Link: “… Jean Zieg­ler: Die euro­päi­sche Glaub­wür­dig­keit wird schwers­tens beschä­digt. Das mora­li­sche Fun­da­ment des kon­ti­nen­ta­len Rechts­staats, so wie er von den Grün­der­vä­tern 1957 in den EU-Ver­trä­gen anvi­siert wor­den ist, die­ser euro­päi­sche kon­ti­nen­ta­le Rechts­staat begeht Selbst­mord. Dies ist ein abso­lut ent­schei­den­der tra­gi­scher Moment in der Geschich­te Euro­pas. (…) Der [Tür­kei-]Deal war von Anfang an ein Wahn­sinn. Ein Wahn­sinn, weil er alle ande­ren Flücht­lings­na­tio­na­li­tä­ten bis auf die syri­sche aus­ge­schlos­sen hat, und weil man mit einem Dik­ta­tor einen Deal ein­ge­gan­gen ist, der die Uni­ver­sa­li­tät des Asyl­rechts unter­gra­ben hat. (…) Und wenn die acht ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten, die die­sen Relo­ka­li­sa­ti­ons­plan ver­wer­fen, obwohl es ein ver­bind­li­ches Urteil des euro­päi­schen Gerichts­hofs gibt, das die­sem Plan Rechts­kraft ver­leiht, müss­te sie dafür sor­gen, dass die­se ras­sis­ti­schen, xeno­pho­ben Regie­run­gen aus­ge­schlos­sen wer­den von euro­päi­schen Sub­ven­tio­nen. Die Sub­ven­tio­nen müss­ten für die­se Län­der aus­ge­setzt wer­den, bis sie ein­wil­li­gen, ihren Teil an Flücht­lings­kon­tin­gen­ten auf­zu­neh­men. Denn wenn die Relo­ka­li­sa­ti­on gelingt, könn­ten die Hot­spots sofort geschlos­sen wer­den. (…) Da von der Ley­en nur dank rechts­ex­tre­mer Stim­men gewählt wor­den ist, sind ihr die Hän­de durch die ras­sis­ti­schen Regie­run­gen in Polen, Ungarn usw. gebun­den. (…) Sie begeht einen tra­gi­schen Feh­ler: Sie glaubt, dass sie die xeno­pho­ben, ras­sis­ti­schen Bewe­gun­gen in Euro­pa, die unglaub­li­che Fort­schrit­te machen, besänf­ti­gen kann, wenn sie Kom­pro­mis­se mit Ras­sis­ten, Anti­se­mi­ten, Anti­fe­mi­nis­ten, Anti­is­la­mis­ten ein­geht. Das sind Fein­de der Mensch­heit, denen man nicht ent­ge­gen­kom­men kann. Das hat Mün­chen 1938 mit Hit­ler gezeigt. Da wur­de gesagt: „Du kannst das Sude­ten­land annek­tie­ren, aber mach bit­te kei­nen Krieg“. Und was pas­sier­te? Die Anne­xi­on – und der Krieg. Von der Ley­en und vie­le ande­re glau­ben: Wenn sie das Asyl­recht liqui­die­ren und die Flücht­lings­zah­len in Euro­pa dra­ma­tisch sen­ken, wür­den die rechts­ex­tre­men Regie­run­gen in ihrem Vor­marsch gestoppt. Das ist, wie wir aus der Geschich­te wis­sen, ein Irr­tum. Die Schlie­ßung der Gren­zen ist ein Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit. Sie bedeu­tet die Liqui­da­ti­on des uni­ver­sel­len Men­schen­rechts auf Asyl (Arti­kel 14 der uni­ver­sel­len Dekla­ra­ti­on der Men­schen­rech­te) und unter­gräbt das mora­li­sche Fun­da­ment der Euro­päi­schen Uni­on…”
  • Die Tür­kei ver­stärkt ihre poli­ti­sche Erpres­sung mit dem Ein­satz von 1.000 Spe­zi­al­kräf­ten an der Gren­ze zu Grie­chen­land. Der EU fällt zum Pro­blem nicht mehr ein, als der Tür­kei mehr Geld zu ver­spre­chen
    Was für eine fie­se Situa­ti­on externer Link: Die Lage der Per­so­nen im Nie­mands­land zwi­schen der tür­ki­schen und der grie­chi­schen Gren­ze ist bit­ter. Die grie­chi­schen Grenz­wäch­ter hal­ten sie mit Waf­fen­ge­walt auf Distanz. Der Über­gang ist ihnen ver­wehrt. Und von tür­ki­schen Poli­zis­ten wird berich­tet, dass sie Flücht­lin­ge mit Waf­fen­ge­walt dazu zwin­gen externer Link, die Tür­kei zu ver­las­sen. Sol­che Berich­te las­sen sich Hun­der­te Kilo­me­ter ent­fernt nicht nach­prü­fen. Sie pas­sen aber zur “gro­ßen Poli­tik” des tür­ki­schen Prä­si­den­ten. Er übt mit Migran­ten Druck auf die EU aus. Sie soll ihn bei sei­nen Plä­nen in Syri­en unter­stüt­zen. Die Bil­der des Elends und Berich­te über das Leid der Flücht­lin­ge sind kal­ku­lier­ter Bestand­teil die­ses Vor­ge­hens. Berich­te von Nach­rich­ten­agen­tu­ren über die Hin­ter­grün­de in Syri­en pas­sen wie­der­um gut zur Agen­da Erdo­gans. (…) Die Men­schen, die in der Käl­te ohne Obdach im Nie­mands­land fest­sit­zen, wer­den laut UNHCR von Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen mit dem Aller­nö­tigs­ten ver­sorgt. Wie es aber für sie wei­ter­ge­hen soll, ist völ­lig offen. Sie kön­nen weder vor noch zurück. Die Tür­kei hat nun, wie es der oben erwähn­te FAZ-Bericht mel­det, “1000 zusätz­li­che Poli­zis­ten an die Gren­ze zu Grie­chen­land” ver­legt. Sie sol­len nach Aus­sa­gen aus Anka­ra ver­hin­dern, dass die grie­chi­sche Regie­rung Flücht­lin­ge zurück­drängt, die den Grenz­fluss Evros über­que­ren wol­len. Was der Bericht nur andeu­tet, ist, dass es sich dabei um berüch­tig­te Spe­zi­al­trup­pen han­delt, die bei Ein­sät­zen – wie zum Bei­spiel im Janu­ar 2018 in Afrin – stets bemüht sind, ihren Ruf, beson­ders har­te Spe­zia­lis­ten zu sein, zu bestä­ti­gen. (…) Inter­es­sant ist in die­sem Zusam­men­hang, dass sich die tür­ki­sche Regie­rung Grie­chen­land als “Schleu­se” für ihre Erpres­sung aus­ge­sucht hat, ein Land, mit dem man auch den ande­ren gro­ßen Kon­flikt um die Erd­gas­vor­kom­men im Mit­tel­meer aus­trägt. War­um nicht die bul­ga­risch-tür­ki­sche Gren­ze? Auch das ver­fes­tigt den Ein­druck, dass es sich um eine poli­ti­sche Erpres­sung han­delt und die Flücht­lin­ge als Mit­tel zum Zweck ver­wen­det wer­den. (…) Inso­fern ist auch das Lösungs­prin­zip, auf das sich die EU zu eini­gen scheint, unter­stützt von der deut­schen EU-Kom­mis­sa­rin und deut­schen Regie­rungs­po­li­ti­kern – “Mehr Geld an die Tür­kei” – eine ambi­va­len­te Ange­le­gen­heit, die wei­te­re Erpres­sungs­ma­nö­ver nicht aus­schließt. Man müss­te das Geld und die damit ver­bun­de­ne Ver­län­ge­rung der Migra­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen der EU und der Tür­kei an Bedin­gun­gen knüp­fen, die Erdo­gan ver­mut­lich nicht zufrie­den­stel­len. Auf sol­che Ange­bo­te, wenn sie nicht mit grö­ße­ren poli­ti­schen Zuge­ständ­nis­sen (Syri­en, Mit­tel­meer, Ver­fol­gung von Kur­den) gekop­pelt wer­den, reagiert der tür­ki­sche Prä­si­dent zuver­läs­sig mit neu­en Dro­hun­gen.” Kom­men­tar “Flücht­lin­ge in der Fal­le” von Tho­mas Pany vom 05. März 2020 bei tele­po­lis externer Link
  • [Lei­der bezeich­nend] Ber­lin und Brüs­sel pochen gegen­über Anka­ra auf Flücht­lings­pakt /​Mer­kels Flücht­lings­de­al – das soll­te man wis­sen 
    • Mer­kels Flücht­lings­de­al – das soll­te man wis­sen
      Hin­ter ver­schlos­se­nen Türen berei­ten Kanz­le­rin Mer­kel und die EU-Kom­mis­si­on neue Hil­fen für die Tür­kei vor. Sie sol­len den 2016 geschlos­se­nen Flücht­lings­de­al ret­ten – dabei war der von vorn­her­ein auf Sand gebaut. Was man jetzt wis­sen muß. (…)Im Grun­de hat sich Mer­kel mit ihrem Deal nur Zeit gekauft – um den Migra­ti­ons­druck auf Deutsch­land zu sen­ken und eine “euro­päi­sche Lösung” zu suchen (die dann aber nie kam). Die Las­ten wur­den auf Grie­chen­land und die Flücht­lin­ge abge­wälzt. Sul­tan Erdo­gan bekam dage­gen freie Hand für sei­ne impe­ria­le Poli­tik. Die Ergeb­nis­se las­sen sich in Nord­sy­ri­en, Liby­en und Zypern besich­ti­gen – und an der EU-Außen­gren­ze. Immer­hin hat die EU nun die Chan­ce, ihren Feh­ler von 2016 zu kor­ri­gie­ren…” Bei­trag von Erik Bon­se vom 3. März 2020 bei Losti­nEU externer Link, sie­he abd. auch Grie­chen­land ver­tei­di­gen – und die Tür­kei schmie­ren?”externer Link
    • [Lei­der bezeich­nend] Ber­lin und Brüs­sel pochen gegen­über Anka­ra auf Flücht­lings­pakt 
      In zwei Wochen wird der EU-Tür­kei-Flücht­lings­pakt vier Jah­re alt. Bun­des­re­gie­rung und EU-Kom­mis­si­on drin­gen dar­auf, dass die Tür­kei sich an das Abkom­men hält. Doch die Lage an der tür­kisch-grie­chi­schen Gren­ze spitzt sich zu. Ange­sichts der Flücht­lings­si­tua­ti­on an der tür­kisch-grie­chi­schen Gren­ze drin­gen Bun­des­re­gie­rung und EU-Kom­mis­si­on auf die Ein­hal­tung des EU-Tür­kei-Abkom­mens. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) kri­ti­sier­te den tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdoğan wegen der Öff­nung der Gren­ze zu Grie­chen­land für Flücht­lin­ge. Sie ver­ste­he, dass die Tür­kei mit Blick auf die Mas­sen­flucht aus Idlib vor einer sehr gro­ßen Auf­ga­be ste­he, sag­te sie am Mon­tag in Ber­lin. Es sei aber „inak­zep­ta­bel“, dies auf dem Rücken der Flücht­lin­ge aus­zu­tra­gen. Die Kanz­le­rin kün­dig­te an, mit der tür­ki­schen Regie­rung über eine Lösung spre­chen zu wol­len. Das The­ma sei nur zu lösen, wenn man die­ses EU-Tür­kei-Abkom­men so hin­be­kom­me, dass es von bei­den Sei­ten als aus­rei­chend akzep­tiert wer­de. Das Abkom­men vom März 2016 sieht vor, dass alle irre­gu­lä­ren Migran­ten, die von der Tür­kei auf die grie­chi­schen Inseln gelan­gen, zurück­ge­führt wer­den kön­nen. Im Gegen­zug gibt die EU finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bei der Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen in der Tür­kei. EU-Kom­mis­si­ons­chefin Ursu­la von der Ley­en bekräf­tig­te eben­falls das Fest­hal­ten der EU an dem Abkom­men. Es sei die rich­ti­ge Grund­la­ge für einen inten­si­ve­ren Dia­log, bei dem es zunächst um die Flücht­lin­ge inner­halb der Tür­kei gehen müs­se, sag­te sie in Brüs­sel. (…) Die EU-Grenz­schutz­agen­tur Fron­tex kün­dig­te an, Grie­chen­land schnell unter­stüt­zen zu wol­len. Das Flücht­lings­hilfs­werk UNHCR beton­te unter­des­sen, dass jeder Staat das Recht zum Schutz sei­ner Gren­zen habe. Aller­dings dürf­ten Staa­ten kei­ne exzes­si­ve und unver­hält­nis­mä­ßi­ge Gewalt ein­set­zen. Ande­rer­seits müss­ten Asyl­be­wer­ber die Geset­ze, die öffent­li­che Ord­nung und die Grenz­si­cher­heit beach­ten…” Miga­zin-Mel­dung vom 03.03.2020 externer Link zu poli­ti­schen “Lösun­gen” – sie­he zum Hin­ter­grund:
    • Die Gemein­sam­keit der aktu­el­len Ent­wick­lung in Grie­chen­land, der Tür­kei und Syri­en ist die Mobi­li­sie­rung der extrems­ten Reak­ti­on – wor­auf die EU reagiert. Mit Unter­stüt­zung
      Unse­re aus­führ­li­che aktu­el­le Mate­ri­al­samm­lung vom 04. März 2020
    • Erdo­gan will sein Besat­zungs­re­gime in Nord­sy­ri­en wei­ter­füh­ren und bekommt dafür NATO-Unter­stüt­zung – wäh­rend die EU Poli­zei, Mili­tär und Faschis­ten gegen Flücht­lin­ge mobi­li­siert
      Die grie­chi­sche Regie­rung erklärt die offi­zi­el­le Sus­pen­die­rung des Grund­rechts auf Asyl, begin­nend ab heu­te Sonn­tag, dem 01.03.2020, zunächst für einen Monat. Fak­tisch war die Sus­pen­die­rung des Grund­rechts auf Asyl seit lan­gem per bru­ta­lem Push-Back zu Lan­de und zu Was­ser dort umge­setzt, wo es die loka­len Ver­hält­nis­se erlaub­ten. Jetzt erfolgt hin­ge­gen ein regie­rungs­of­fi­zi­el­ler Bruch der Garan­tie von Grund­rech­ten mit anzu­neh­men­der Unter­stüt­zung der EU. Nach den gest­ri­gen Ankün­di­gun­gen der EU-Kom­mis­si­on, dass dem grie­chi­schen Grenz­schutz sofor­ti­ge Fron­tex-Unter­stüt­zung gewährt wird – und nicht den Geflüch­te­ten in Käl­te! – , wur­de deut­lich, dass die Linie der grie­chi­schen Regie­rung von der EU gelei­tet wird“ – aus der Mel­dung „EU-Staat Grie­chen­land sus­pen­diert Grund­recht auf Asyl“ am 01. März 2020 bei FFM-Online externer Link, die die Zusam­men­ar­beit von EU und grie­chi­scher Rechts­re­gie­rung gegen die Flücht­lin­ge (und „selbst­ver­ständ­lich“ nicht gegen Erdo­gan und sein Regime) knapp und deut­lich zusam­men­fasst. Zu Erdo­gans Krieg in Syri­en und dem EU-Krieg an der grie­chi­schen Gren­ze eine aktu­el­le Mate­ri­al­samm­lung vom 02. März 2020
    • und am 3.3.: Schluss mit dem Krieg gegen Flücht­lin­ge an Euro­pas Gren­zen, Schluss mit den faschis­ti­schen Pogro­men gegen Flücht­lin­ge, Schluss mit dem schmut­zi­ge Deal der EU mit der Tür­kei – für offe­ne Gren­zen!
  • See­hofer will Erdo­gan wei­te­re Mil­lio­nen zuschie­ben 
    “… Die Bun­des­re­gie­rung will die tür­ki­sche Küs­ten­wa­che mit rund 32 Mil­lio­nen Euro unter­stüt­zen, damit künf­tig weni­ger Migran­ten auf den grie­chi­schen Inseln ankom­men. Wie aus einem Schrei­ben des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums an den Haus­halts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges her­vor­geht, soll das vom Innen­mi­nis­te­ri­um zusätz­lich bean­trag­te Geld eine „unkon­trol­lier­te Migra­ti­ons­be­we­gung in Rich­tung Deutsch­land“ unter­bin­den. Der Geld­be­darf sei unvor­her­ge­se­hen, da er erst im Vor­feld der Rei­se von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel in die Tür­kei Ende Janu­ar durch Exper­ten der Bun­des­po­li­zei vor Ort ermit­telt wer­den sei. (…) Die innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LINKE, Ulla Jel­pke, hat das Vor­ha­ben scharf kri­ti­siert: „Ich fra­ge mich wie tief die­se Regie­rung noch sin­ken kann. Nach dem schänd­li­chen EU-Tür­kei-Flücht­lings-Deal wirft die Bun­des­re­gie­rung nun dem tür­ki­schen Des­po­ten wei­te­re 32 Mil­lio­nen Euro zur Auf­rüs­tung sei­ner Küs­ten­wa­che in den Rachen. Hier wird ein nach außen wie nach innen kriegs­trei­be­ri­sches und ras­sis­ti­sches Regime mit Aber­mil­lio­nen Euro voll­ge­pumpt, damit es als bru­ta­ler Tür­ste­her für die EU agiert und Schutz­su­chen­de von Euro­pas Gren­zen fern­hält. Die Tür­kei schafft mit ihrer Kriegs­po­li­tik vom Nord­irak über Syri­en bis nach Liby­en immer neue Flucht­ur­sa­chen. Schutz­su­chen­de, die von der tür­ki­schen Küs­ten­wa­che auf­ge­grif­fen wer­den, sind von Ket­ten­ab­schie­bun­gen bedroht. Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan wer­den ein­fach wie­der in die­ses Kriegs­land abge­scho­ben oder inhaf­tiert und syri­sche Schutz­su­chen­de unter dem Vor­zei­chen der ‚frei­wil­li­gen Aus­rei­se’ mit Gewalt in Kriegs­ge­bie­te wie Idlib in Syri­en geschickt. Ange­sichts die­ser Umstän­de soll­te das Ansin­nen des BMI unbe­dingt zurück­ge­wie­sen wer­den.” Mel­dung vom 24. Febru­ar 2020 bei ANF News externer Link
  • Flücht­lin­ge in Nord­sy­ri­en laden Ange­la Mer­kel ein: Für sie ist die deut­sche Poli­tik nicht nach­voll­zieh­bar 
    “Flücht­lin­ge im Camp Was­o­ka­ni bei Hasa­ka sind empört über die tür­ki­schen ‘Umsied­lungs­plä­ne’ von syri­schen Flücht­lin­gen nach Ras al-Ain (kurd.: Sere Kani­ye) und Tall Abyad (kurd.: Gire Spi) in Nord­sy­ri­en und die in Aus­sicht gestell­te deut­sche Unter­stüt­zung. In den von der Tür­kei völ­ker­rechts­wid­rig besetz­ten Gebie­ten herr­schen mitt­ler­wei­le IS-Metho­den. Die Flücht­lin­ge laden die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin ein, sich selbst ein Bild über die Zustän­de zu ver­schaf­fen, bevor sie sich des Ver­sto­ßes gegen das Völ­ker­recht schul­dig mache: “Ist sich die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin bewusst dar­über, wem sie unse­re Hei­mat über­las­sen will?”, fragt die ara­bi­sche Camp-Bewoh­ne­rin Asi­ya Xalid. “Damit wer­den wir beim bes­ten Wil­len nicht ein­ver­stan­den sein. Wie­so soll­ten wir für immer weg aus unse­ren ange­stamm­ten Wohn­or­ten und unse­ren Häu­sern? Um sie ande­ren zu über­ge­ben? Den Dschi­ha­dis­ten?” (…) Kri­ti­ker der deut­schen Plä­ne erin­nern die Bun­des­re­gie­rung dar­an, zu wel­chem Ergeb­nis der wis­sen­schaft­li­che Dienst des Bun­des­ta­ges kam: Dem­nach ver­sto­ße die geziel­te demo­gra­fi­sche Ver­än­de­rung und die Plä­ne der Ansied­lung von 2,5 Mil­lio­nen Flücht­lin­gen in den von der Tür­kei besetz­ten Gebie­ten in Nord­sy­ri­en gegen das Völ­ker­recht. In Arti­kel 49 des Gen­fer Abkom­mens heißt es: “Zwangs­wei­se Ein­zel- oder Mas­sen­um­sied­lun­gen sowie Depor­ta­tio­nen von geschütz­ten Per­so­nen aus besetz­tem Gebiet nach dem Gebiet der Beset­zungs­macht oder dem irgend­ei­nes ande­ren besetz­ten oder unbe­setz­ten Staa­tes sind ohne Rück­sicht auf ihren Beweg­grund ver­bo­ten.” Zuvor hat­te der wis­sen­schaft­li­che Dienst schon fest­ge­stellt, dass die Inva­si­on der Tür­kei in Nord­sy­ri­en gegen das Völ­ker­recht ver­sto­ße. Es sei die Fra­ge erlaubt, wel­chen Wert die Gut­ach­ten des wis­sen­schaft­li­chen Diens­tes des Bun­des­ta­ges eigent­lich haben, wenn die Bun­des­re­gie­rung die­se schlicht­weg igno­riert?…” Bei­trag von Elke Dan­ge­leit vom 17. Febru­ar 2020 bei Tele­po­lis externer Link
  • Finan­ziert Deutsch­land Erdo­gans Umsie­de­lungs­po­li­tik in Nord- und Ost­sy­ri­en? /​Kri­tik an Mer­kels Hil­fe­an­ge­bot für tür­ki­sche Besat­zung in Nord­sy­ri­en 
    Heu­te traf Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel den tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Tay­ip Erdo­gan in Istan­bul und stell­te Gel­der für “fes­te Unter­künf­te” für Flücht­lin­ge in Aus­sicht. Auf der Pres­se­kon­fe­renz stell­te Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel wei­te­re Mil­li­ar­den zu den zuge­sag­ten 6 Mil­li­ar­den für Flücht­lings­hil­fe an die Tür­kei in Aus­sicht. Sie lob­te die “gro­ßen Anstren­gun­gen” der Tür­kei zur Bewäl­ti­gung der Flücht­lings­kri­se. Mer­kel nahm Bezug auf die Lage der Flücht­lin­ge in Idlib an der Gren­ze zur Tür­kei, die dort in Zel­ten unter pre­kä­ren Bedin­gun­gen leben müs­sen. Hier stell­te sie eben­falls finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für “fes­te Unter­künf­te”, die die Tür­kei mit Hil­fe des Roten Halb­mon­des auf syri­schem Ter­ri­to­ri­um errich­ten will, in Aus­sicht. Die Tür­kei ste­he hier vor einem “Rie­sen­pro­blem”. Da der Win­ter naht, wer­de die Bun­des­re­gie­rung prü­fen, ob man dies finan­zi­ell unter­stüt­zen kann. Wo genau die­se fes­ten Unter­künf­te errich­tet wer­den sol­len, wur­de nicht benannt. Bei auf­merk­sa­men Jour­na­lis­ten mit Kennt­nis der Lage in Nord­sy­ri­en müss­ten spä­tes­tens hier die Alarm­glo­cken klin­geln. Kein Wort ver­lor Mer­kel hin­ge­gen über die Hun­dert­tau­sen­den an Flücht­lin­gen, die die Tür­kei in Nord­sy­ri­en zu ver­ant­wor­ten hat und die nun in der She­ba-Regi­on in Zel­ten leben. Ob der Win­ter dort weni­ger hart als im nicht all­zu weit ent­fern­ten Idlib ist, dass die von der Tür­kei Ver­trie­be­nen kei­ne Hil­fe benö­ti­gen und kei­ner Erwäh­nung wert sind? (…) Auf die Fra­ge eines deut­schen Jour­na­lis­ten auf der Pres­se­kon­fe­renz nach Umsied­lungs­plä­nen in der soge­nann­ten Sicher­heits­zo­ne sag­te die Bun­des­kanz­le­rin, man kön­ne sich in Abspra­che mit dem UNHCR vor­stel­len, die Ansied­lung der ara­bi­schen Geflüch­te­ten in der “Sicher­heits­zo­ne” finan­zi­ell zu unter­stüt­zen. Was nichts ande­res bedeu­tet, als dass Deutsch­land den von Erdo­gan erzwun­ge­nen Bevöl­ke­rungs­aus­tausch in Nord­sy­ri­en finan­ziert. Das heißt eben­falls als Kon­se­quenz, dass Deutsch­land mit­hilft, den Geflüch­te­ten aus Afrin, die eben­so in Zel­ten leben wie die Geflüch­te­ten aus Idlib, eine Rück­kehr in ihre Hei­mat­re­gi­on Afrin end­gül­tig unmög­lich zu machen. Das betrifft auch die vor der Tür­kei geflüch­te­ten Kur­den, Ezi­den, Chris­ten und Ara­ber aus Tall Abyad, den von Tür­ken und Jiha­dis­ten besetz­ten Städ­ten Sere Kani­ye, Gire Spi und der christ­li­chen Regi­on um Tell Tamer. Vie­le von ihnen leben in Zel­ten oder in öffent­li­chen Gebäu­den in der Stadt Hasa­ka, in Dêrik oder in Flücht­lings­camps im Nord­irak…” Arti­kel von Elke Dan­ge­leit vom 24. Janu­ar 2020 bei tele­po­lis externer Link, sie­he dazu:
    • Kri­tik an Mer­kels Hil­fe­an­ge­bot für tür­ki­sche Besat­zung in Nord­sy­ri­en
      Wäh­rend die Angrif­fe der tür­ki­schen Armee auf mehr­heit­lich von Kurd*innen besie­del­ten Dör­fer und Städ­te in Nord­sy­ri­en andau­ern, traf sich am gest­ri­gen Frei­tag die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel mit dem tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdo­gan in Istan­bul. Neben Liby­en, Idlib und der Frei­las­sung von in der Tür­kei inhaf­tier­ten Men­schen mit deut­scher Staats­bür­ger­schaft war vor allem die Flücht­lings­fra­ge und die Situa­ti­on in Nord­sy­ri­en ein gro­ßes The­ma der Gesprä­che. Mer­kel stell­te bei Ihrem Besuch der Tür­kei finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für die besetz­ten Gebie­te in Nord­sy­ri­en in Aus­sicht. So kön­ne man in Nord­sy­ri­en Not­un­ter­künf­te für Flücht­lin­ge bau­en. Ange­sichts der Lage der Flücht­lin­ge im Win­ter wer­de die Bun­des­re­gie­rung prü­fen, ob man dies finan­zi­ell för­dern kön­ne, sag­te Mer­kel und ergänz­te: „Ich kann mir vor­stel­len, dass wir für die­se huma­ni­tä­re Akti­on deut­sche Mit­tel geben kön­nen.“ Mit kei­nem Wort ging die Bun­des­kanz­le­rin bei ihrem Tür­kei­be­such auf die momen­ta­ne Situa­ti­on in Nord­sy­ri­en ein­ge­gan­gen. (…) Wenn Erdo­gan das Ziel gehabt hät­te, den Men­schen in Nord­sy­ri­en zu hel­fen, dann hät­te er die­se nicht umge­bracht und aus ihren Häu­sern ver­trie­ben. Die­se Men­schen müs­sen unter inter­na­tio­na­ler Beob­ach­tung zurück in ihre Häu­ser geführt wer­den, um den von der Tür­kei beab­sich­tig­ten demo­gra­phi­schen Wan­del in der Regi­on zu stop­pen. Hier könn­te Deutsch­land Ver­ant­wor­tung über­neh­men, denn Hil­fe leis­tet man nicht dem Aggres­sor, son­dern den Opfern.“” Mel­dung vom 25. Janu­ar 2020 bei Civa­ka Azad – Kur­di­sches Zen­trum für Öffent­lich­keits­ar­beit e.V. externer Link
    • Sie­he auch: Seit dem Über­fall der Tür­kei auf Nord­sy­ri­en wur­de von der Bun­des­re­gie­rung gefor­dert, Stel­lung zu bezie­hen. Jetzt hat sie es getan: Waf­fen­brü­der
  • med­i­co inter­na­tio­nal vor Mer­kels Anka­ra-Rei­se: “EU-Tür­kei-Deal ist ein ein­zi­ges Desas­ter” /​Tür­kei wirft EU Bruch des Flücht­lings­ab­kom­mens vor (wäre gut gewe­sen) 
    • med­i­co inter­na­tio­nal vor Mer­kels Anka­ra-Rei­se: “EU-Tür­kei-Deal ist ein ein­zi­ges Desas­ter”
      Vor dem Besuch von Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel in Anka­ra erhebt die Frank­fur­ter Hilfs- und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on med­i­co inter­na­tio­nal erneut schwe­re Vor­wür­fe gegen die Ver­ant­wort­li­chen des “EU-Tür­kei-Deals” und for­dert ein poli­ti­sches Pro­gramm für die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen in Euro­pa. “Das Abkom­men aus dem Jahr 2016 ist ein ein­zi­ges men­schen- und asyl­recht­li­ches Desas­ter. Dabei ist voll­kom­men egal, ob man auf die Zwe­cke des Abkom­mens schaut oder auf die Mit­tel sei­ner Durch­set­zung: Wir sehen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, soweit das Auge reicht. Die Zustän­de auf den grie­chi­schen Inseln, die gefähr­li­chen Über­grif­fe der tür­ki­schen Küs­ten­wa­che auf Flücht­lings­boo­te und die Hun­dert­tau­sen­den neu­en Flücht­lin­ge, die Erdo­gans Krieg gegen die Kur­den pro­du­ziert hat: Das alles hat einen direk­ten Zusam­men­hang mit dem Abkom­men”, so Ramo­na Lenz, Refe­ren­tin für Flucht & Migra­ti­on bei med­i­co inter­na­tio­nal. “Die per­ma­nen­te, öffent­li­che Ver­let­zung von Men­schen­rech­ten ist poli­tisch gewollt: Sie soll Migran­ten abschre­cken.” Vor weni­gen Tagen war im Inter­net ein Video auf­ge­taucht, in dem zu sehen ist, wie die tür­ki­sche Küs­ten­wa­che ein Boot mit Flücht­lin­gen auf dem Weg nach Euro­pa rammt und abdrängt. Rund um die Hot­spots auf den grie­chi­schen Inseln sit­zen der­zeit über 40.000 Flücht­lin­ge in hoff­nungs­los über­be­leg­ten Lagern fest, mehr als ein Drit­tel davon Min­der­jäh­ri­ge. “Für all das trägt die EU direkt oder indi­rekt die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung.” “Anstatt an dem geschei­ter­ten Abkom­men fest­zu­hal­ten, durch das Euro­pa sich auch noch erpress­bar gemacht hat, braucht es drin­gend eine neue poli­ti­sche Grund­la­ge für die Neu­auf­nah­me und Ver­tei­lung von Flücht­lin­gen und Migran­ten in Euro­pa aus von Krieg und Elend geplag­ten Regio­nen. Das Schei­tern des Abkom­mens zeigt, dass sich die Ver­ant­wor­tung Euro­pas weder an Grie­chen­land noch an die Tür­kei dele­gie­ren lässt. Die Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Poli­tik hat kei­ne Zukunft.” Pres­se­mit­tei­lung vom 23.01.2020 bei pres​se​por​tal​.de externer Link, sie­he dazu:
    • Tür­kei wirft EU Bruch des Flücht­lings­ab­kom­mens vor: EU habe zuge­sag­te Gel­der nicht voll­stän­dig gezahlt /​Offi­zi­el­ler Besuch Mer­kels am Frei­tag geplant
      Der tür­ki­sche Außen­mi­nis­ter Mev­lüt Cavu­so­glu hat vor dem Besuch von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel in Anka­ra der EU vor­ge­wor­fen, die im Flücht­lings­ab­kom­men zuge­sag­ten Gel­der nicht voll­stän­dig gezahlt zu haben. »Wir hal­ten uns an das Abkom­men und neh­men alle Flücht­lin­ge zurück, die zurück­ge­schickt wer­den. Was ist mit der EU?«, sag­te Cavu­so­glu der »Bild« (Online). Die EU habe ver­spro­chen, Ende 2016 die ers­ten drei Mil­li­ar­den Euro zu zah­len, Ende 2018 wei­te­re drei, sag­te der Minis­ter und klag­te: »Jetzt haben wir 2020, und wir haben noch immer nicht die ers­ten drei Mil­li­ar­den Euro voll­stän­dig erhal­ten.« Mer­kel reist am Frei­tag zu einem offi­zi­el­len Besuch in die Tür­kei. Neben den finan­zi­el­len Zusa­gen sei­en auch ande­re Zusa­gen nicht erfüllt wor­den: »Es gab kei­ne Erwei­te­rung der Zoll­uni­on und auch kein neu­es Kapi­tel der EU-Bei­tritts­ver­hand­lun­gen«, kri­ti­sier­te Cavu­so­glu. »Schon allein aus den Grün­den (…) hät­ten wir unse­re Gren­zen öff­nen kön­nen«, sag­te der Minis­ter. Trotz aller Kri­tik sei die Tür­kei aber für eine Fort­set­zung des Abkom­mens…” Agen­tur­mel­dung vom 23.01.2020 beim ND online externer Link
  • Flücht­lings­de­al: Tür­kei for­ciert Umsied­lung, die EU zahlt wei­ter 
    “Die Tür­kei hat mit der umstrit­te­nen Umsied­lung von Flücht­lin­gen in die besetz­ten Gebie­te in Nord­sy­ri­en begon­nen. Die EU-Kom­mis­si­on scheint das nicht zu stö­ren – sie zahlt wei­ter. Sul­tan Erdo­gan will bis zu 3 Mil­lio­nen Kriegs­flücht­lin­ge aus Syri­en, die sich der­zeit noch in der Tür­kei auf­hal­ten, in die tür­kisch besetz­ten Gebie­te im Nor­den des Lan­des umsie­deln. Es ist ein “Bevöl­ke­rungs­aus­tausch” – hier passt das Unwort der Rech­ten, denn gleich­zei­tig wer­den die ansäs­si­gen Kur­den ver­trie­ben. Mit dem Völ­ker­recht ist das nicht ver­ein­bar. In der EU (und der Nato) ging man denn auch davon aus, dass Erdo­gan sei­ne Plä­ne nicht ver­wirk­li­chen wür­de. Doch nun hat die Umsied­lung begon­nen., mel­det “For­eign Poli­cy” (…) Die Zwangs-Umsied­lun­gen wür­den von Gräu­el­ta­ten beglei­tet, schreibt das renom­mier­te ame­ri­ka­ni­sche Blatt. Doch bis­her schweigt der “freie Wes­ten” zu die­sem und ande­ren Berich­ten. Die EU geht sogar noch wei­ter – und brüs­tet sich damit, bald die ver­ein­bar­ten 6 Mrd. Euro aus dem Flücht­lings­de­al über­wie­sen zu haben, den Kanz­le­rin Mer­kel mit Erdo­gan aus­ge­han­delt hat­te. (…) Und da die ver­ein­bar­te Sum­me aus­ge­schöpft ist, dürf­te auch bald die nächs­te Rech­nung aus Anka­ra kom­men…” Mel­dung von Eric Bon­se bei Lost in Euro­pa vom 10. Dezem­ber 2019 externer Link
  • [Video] Tür­kei: Abschie­bung in den Unrechts­staat 
    Oppo­si­tio­nel­len dro­hen in der Tür­kei Schau­pro­zes­se und will­kür­li­che Ver­haf­tun­gen. Das haben zahl­rei­che Bei­spie­le bereits gezeigt. Trotz­dem scheut Deutsch­land nicht davor zurück, Oppo­si­tio­nel­le in die Tür­kei abzu­schie­ben – und koope­riert dabei sogar mit den dor­ti­gen Behör­den.” Video des Bei­trags von Andre­as Maus, Hei­ner Hoff­mann und Amin Qasem in der Moni­tor-Sen­dung am 05.12.19 externer Link  (07:41 Min.)
  • Mer­kel trifft Erdo­gan bei NATO-Gip­fel: „Euro­pas Migra­ti­ons­po­li­tik schafft neue Flucht­ur­sa­chen“. med­i­co inter­na­tio­nal for­dert ein sofor­ti­ges Ende des EU-Tür­kei-Deals, anstatt die „skan­da­lö­se Koope­ra­ti­on“ fort­zu­set­zen
    Am Ran­de des bevor­ste­hen­den NATO-Gip­fels soll es heu­te ein ver­trau­li­ches Tref­fen von Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel, dem fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Macron und dem bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ter John­son mit dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten Erdo­gan geben. Laut meh­re­ren Medi­en­be­rich­ten soll es dort auch um eine wei­te­re Auf­sto­ckung der Zah­lun­gen im Rah­men des EU-Tür­kei-Deals sowie um die Fort­set­zung der migra­ti­ons­po­li­ti­schen Zusam­men­ar­beit gehen. Die Hilfs- und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on med­i­co inter­na­tio­nal for­dert ein sofor­ti­ges Ende des EU-Tür­kei-Deals, anstatt die „skan­da­lö­se Koope­ra­ti­on“ fort­zu­set­zen. (…)Die von der Tür­kei ange­kün­dig­te Zwangs­an­sied­lung syri­scher Flücht­lin­ge in den neu besetz­ten Gebie­ten sei der nächs­te Schritt einer eth­ni­schen Säu­be­rung. „Erdo­gans Ziel war und ist es, zusam­men­hän­gen­de Gebie­te unter kur­di­scher Kon­trol­le zu ver­hin­dern. In den nun von tür­ki­schen Mili­zen besetz­ten Gebie­ten war der Wie­der­auf­bau nach dem syri­schen Bür­ger­krieg weit fort­ge­schrit­ten und das mul­ti­eth­ni­sche Zusam­men­le­ben bei­spiel­haft. Jetzt betreibt Erdo­gan Bevöl­ke­rungs­po­li­tik und zer­stört das müh­sam auf­ge­bau­te mul­ti­eth­ni­sche Pro­jekt. Die­ser Plan ist ein Ver­stoß gegen die Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on, die unter­sagt, Schutz­be­dürf­ti­ge in völ­ker­rechts­wid­rig besetz­te Gebie­te umzu­sie­deln.“…” Pres­se­mit­tei­lung vom 3.12.2019 von und bei med­i­co inter­na­tio­nal externer Link, sie­he dazu:
  • Tür­kei-Skan­dal wei­tet sich aus: 4000 Per­so­nal­ak­ten beschlag­nahmt? PRO ASYL und Flücht­lings­rat Nie­der­sach­sen for­dern Abschie­bungs­stopp in die Tür­kei
    Tür­ki­schen Nach­rich­ten zufol­ge sind in der Tür­kei weit­aus mehr Akten beschlag­nahmt wor­den als bis­lang von der Bun­des­re­gie­rung ein­ge­räumt. Damit wür­de sich unse­re Ver­mu­tung externer Link bestä­ti­gen, dass nicht nur 283 Per­so­nal­ak­ten betrof­fen sind, wie von Aus­wär­ti­gen Amt behaup­tet, son­dern erheb­lich mehr. Tür­ki­sche Quel­len spre­chen von mehr als 4000 beschlag­nahm­ten Akten externer Link. Im Haus des Yil­maz S., so heißt es, sei­en 9 Ord­ner mit ins­ge­samt 4.000 Akten von Mit­glie­dern der Gülen-Bewe­gung und kur­di­schen Aktivist_​innen (i.O. PKK-Anhä­ger) und auf sei­nem Kon­to 5 Mil­lio­nen Euro gefun­den wor­den. Yil­maz S. sei auch für die Bot­schaft der Nie­der­lan­de und Nor­we­gens tätig gewe­sen. Auch Akten von Asylantragssteller_​innen in die­sen Staa­ten sei­en gefun­den wor­den. Wei­ter heißt es in tür­ki­schen Zei­tun­gen, Yil­maz S. habe Berichte/​Gutachten über poli­ti­sche The­men und die Situa­ti­on in den Gefäng­nis­sen erstellt. Ihm wird „unbe­fug­te Nut­zung per­sön­li­cher Daten“, „poli­ti­sche Spio­na­ge“ sowie die „Ver­let­zung der Ver­trau­lich­keit von Ermitt­lun­gen“ vor­ge­wor­fen. Auch die in sei­nem Haus gefun­de­nen digi­ta­len Medi­en wie Com­pu­ter und Fest­plat­ten wür­den der­zeit unter­sucht. Seit 1997 sei­en Geld­flüs­se von der Deut­schen Bot­schaft und seit etwa 10 Jah­ren auch von der Nor­we­gi­schen und Nie­der­län­di­schen Bot­schaft an Yil­maz S. zu ver­zeich­nen. Wir müs­sen nun davon aus­ge­hen, dass erheb­lich mehr Men­schen infol­ge der Beschlag­nah­mung ihrer Per­so­nal­ak­ten mit einer poli­ti­schen Ver­fol­gung in der Tür­kei rech­nen müs­sen als bis­lang zuge­ge­ben. Bis zur Klä­rung der Dimen­si­on die­ses Skan­dals und sei­ner Aus­wir­kun­gen für die Betrof­fe­nen for­dern wir einen sofor­ti­gen bun­des­wei­ten Abschie­be­stopp in die Tür­kei! Dar­über hin­aus for­dern wir eine Asyl­an­er­ken­nung aller betrof­fe­nen Flücht­lin­ge sowie sofor­ti­ge Maß­nah­men zum Schutz von Fami­li­en­mit­glie­dern, die infol­ge der Beschlag­nah­mung der Akten mit einer poli­ti­schen Ver­fol­gung rech­nen müs­sen…” Mit­tei­lung vom 29. Novem­ber 2019 beim Flücht­lings­rat Nie­der­sach­sen externer Link
  • EU-Geld für die Tür­kei: Mer­kel ver­spricht Erdo­gan Flücht­lings­hil­fen 
    Vor drei Jah­ren schlie­ßen die EU und die Tür­kei einen Deal. Er sieht vor, dass die euro­päi­schen Län­der Erdo­gan finan­zi­ell bei der Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen hel­fen – wenn er die Über­fahr­ten von Flücht­lin­gen auf die grie­chi­schen Inseln unter­bin­det. Damit das so bleibt, sagt Kanz­le­rin Mer­kel neue Hil­fen zu. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel stellt der Tür­kei fri­sches Geld für die Ver­sor­gung syri­scher Flücht­lin­ge in Aus­sicht. Mer­kel sag­te nach einem Tref­fen mit dem kroa­ti­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Andrej Ple­nko­vic in Zagreb, gege­be­nen­falls müs­se man der Tür­kei für die vie­len Auf­ga­ben bei der Beher­ber­gung der 3,5 Mil­lio­nen Men­schen wei­te­re Hil­fen geben. “Dazu wäre ich zum Bei­spiel bereit.”…” Agen­tur­mel­dung vom 20. Novem­ber 2019 bei n‑tv.de externer Link
  • Syri­en-Offen­si­ve: Erdoğan droht mit Ende des EU-Flücht­lings­de­als 
    Der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan hat die Euro­päi­sche Uni­on auf­ge­for­dert, die Mili­tär­ope­ra­ti­on sei­nes Lan­des in Nord­sy­ri­en nicht als Inva­si­on zu bezeich­nen. Er ver­band das mit der Dro­hung, Flücht­lin­gen in sei­nem Land den Weg nach Euro­pa zu öff­nen. Damit nahm er Bezug auf den Deal, den die EU 2016 mit der Tür­kei getrof­fen hat­te. Wört­lich sag­te Erdoğan: “Hey, Euro­päi­sche Uni­on. Reißt Euch zusam­men. Seht, ich sage es noch ein­mal: Wenn ihr ver­sucht, unse­re aktu­el­le Ope­ra­ti­on als Besat­zung zu bezeich­nen, dann haben wir leich­tes Spiel. Dann öff­nen wir die Türen und schi­cken euch (die) 3,6 Mil­lio­nen Flücht­lin­ge”, sag­te Erdoğan in einer Rede vor Mit­glie­dern sei­ner Regie­rungs­par­tei AKP am Don­ners­tag: Er wie­der­hol­te mehr­mals: “Dann öff­nen wir eben die Türen.”…” Agen­tur­mel­dung vom 10. Okto­ber 2019 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Trotz dro­hen­den tür­ki­schen Ein­marschs in Nord-Syri­en: EU setzt wei­ter auf Deal mit der Tür­kei. PRO ASYL wirft den EU-Innen­mi­nis­tern ange­sichts der Eska­la­ti­on der Tür­kei-Syri­en­kri­se Total­ver­sa­gen vor 
    PRO ASYL- Geschäfts­füh­rer Gün­ter Burk­hardt wirft ange­sichts des dro­hen­den Ein­marschs der Tür­kei in Nord­sy­ri­en den EU-Innen­mi­nis­tern »Total­ver­sa­gen« vor. Trotz der desas­trö­sen Men­schen­rechts­la­ge in der Tür­kei und der tür­ki­schen Mili­tär­of­fen­si­ve in Nord-Syri­en hofie­ren die euro­päi­schen Staa­ten wei­ter Erdo­gan. PRO ASYL wirft den Staa­ten Euro­pas vor, die Ent­wick­lun­gen in der Tür­kei nur unter dem Gesichts­punkt der Flücht­lings­ab­wehr zu betrach­ten. Burk­hardt: »Inner­tür­ki­sche Repres­sio­nen gegen Oppo­si­tio­nel­le, Ver­fol­gungs­druck auf syri­sche und ande­re Flücht­lin­ge und nicht zuletzt die dro­hen­de Mili­tär­of­fen­si­ve in Nord-Syri­en, die vie­le Men­schen neu in die Flucht schla­gen wird, machen Erdo­gan zu einem Flucht­ver­ur­sa­cher. Die EU ver­schließt kon­se­quent die Augen.« Beim EU-Innen­mi­nis­ter-Tref­fen in Luxem­burg wur­de ein­mal mehr die Part­ner­schaft mit der Tür­kei betont. Zeit­gleich ist für die in Grie­chen­land ankom­men­den Schutz­su­chen­den weder Auf­nah­me noch Zugang zum Asyl geplant. Statt­des­sen baut der deut­sche Innen­mi­nis­ter ein neu­es Bedro­hungs­sze­na­rio von einer neu­en »Flücht­lings­wel­le« wie 2015 auf und will die tür­ki­sche Küs­ten­wa­che stär­ken. Dass das Regime in der Tür­kei mas­siv Oppo­si­tio­nel­le ver­folgt und zur Flucht zwingt, wird unter­schla­gen. Vor Erdo­gans mili­tä­ri­scher Offen­si­ve in Nord-Syri­en ver­schlie­ßen die EU-Innen­mi­nis­ter kom­plett die Augen. Dabei bahnt sich in Nord-Syri­en die nächs­te Flücht­lings­tra­gö­die an – auf Betrei­ben Erdo­gans. Der Ein­marsch der Tür­kei in Nord-Syri­en wird zu einer wei­te­ren Eska­la­ti­on des Kon­flikts in Syri­en füh­ren und dürf­te noch mehr Flucht und Ver­fol­gung vor allem inner­halb der kur­di­schen Bevöl­ke­rung ver­ur­sa­chen. Nicht zuletzt plant Erdo­gan, Mil­lio­nen syri­scher Flücht­lin­ge nach Nord-Syri­en zu ver­frach­ten, nach­dem er die kur­di­sche Bevöl­ke­rung von dort ver­trie­ben hat. Dies wird längst vor­be­rei­tet: Die Situa­ti­on für syri­sche Flücht­lin­ge in der Tür­kei ver­schlech­tert sich zuse­hends externer Link. Die tür­ki­schen Behör­den sind längst dazu über­ge­gan­gen, Syrer*innen zu Hun­der­ten aus der Tür­kei nach Syri­en abzu­schie­ben…” Pres­se­mit­tei­lung vom 08.10.2019 externer Link (Sie­he zum Hin­ter­grund unse­re Mate­ri­al­samm­lung „Hän­de weg von Roja­va – jetzt erst recht!“ vom 09. Okto­ber 2019)
  • See­hofer ver­teilt Süßes an die tür­ki­sche Regie­rung: Der deut­sche Innen­mi­nis­ter ver­spricht mehr Geld und lobt die Leis­tun­gen der Tür­kei in der Flücht­lings­po­li­tik als “welt­his­to­risch” 
    “… Das rigi­de Vor­ge­hen der Tür­kei gegen Kri­ti­ker und poli­ti­sche Geg­ner hat eine Dimen­si­on, die nicht zu über­se­hen ist. See­hofer ver­dräng­te das, ihm war das EU-Flücht­lings­ab­kom­men und der Schock von 2015 wich­ti­ger, was zu dem Satz führ­te: “Ich habe nichts zu kri­ti­sie­ren an der Arbeit der Tür­kei” und zum Ver­spre­chen, wo immer man einen Bei­trag leis­ten kön­ne, sei man bereit. Bei­des steht im erwähn­ten Tages­schau-Bericht externer Link, der über­schrie­ben ist mit: “Tür­kei kann auf mehr EU-Gel­der hof­fen”. Sum­men wer­den dort nicht genannt. Tür­ki­sche Publi­ka­tio­nen prä­sen­tie­ren dage­gen For­de­run­gen, die hier­zu­lan­de nicht auf­tau­chen. Haben sie kei­ne ernst­haf­te Grund­la­ge oder wer­den sie ein­fach nur ver­drängt? Kei­ne der bis­he­ri­gen Zusa­gen der Flücht­lings-Abma­chung zwi­schen der EU und der Tür­kei wur­de ein­ge­hal­ten, berich­tet externer Link die eng­lisch­spra­chi­ge Hur­ri­y­et Dai­ly News und lis­tet auf: Die EU habe 6 Mil­li­ar­den Euro ver­spro­chen, um die Lebens­be­din­gun­gen der syri­schen Flücht­lin­ge in der Tür­kei zu ver­bes­sern, bis Juni sei­en davon aber nur 2,22 Mil­li­ar­den ange­kom­men. Das Abkom­men habe ver­spro­chen, dass für jede(n) syrische(n) Staatsbürger(in), die oder der von Grie­chen­land in die Tür­kei zurück­ge­bracht wird, die EU ihrer­seits einen syri­schen Flücht­ling aus der Tür­kei in der EU ansie­deln soll. Seit 2026 hät­ten die EU-Mit­glieds­län­der aber nur 20.000 syri­sche Flücht­lin­ge aus der Tür­kei über­nom­men. Wie vie­le Flücht­lin­ge aus Syri­en von Grie­chen­land in die Tür­kei zurück­ge­bracht wor­den sind, nennt die Zei­tung nicht...” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 04. Okto­ber 2019 bei tele­po­lis externer Link
  • Tür­kei will Syrer zurück­füh­ren: Erdo­gan plant neu­en Flücht­lings-Gip­fel mit Mer­kel 
    Die EU ist wegen der wie­der wach­sen­den Migran­ten­zah­len alar­miert. Der tür­ki­sche Prä­si­dent will die Lage für sich nut­zen – bei einer Kon­fe­renz im Okto­ber. Die syri­sche Pro­vinz Idlib mit ihren drei Mil­lio­nen ver­zwei­fel­ten Men­schen liegt ganz nah an Euro­pa – jeden­falls nach der poli­ti­schen Geo­gra­phie von Recep Tayy­ip Erdo­gan. Was in Idlib gesche­he, betref­fe nicht nur die Tür­kei, son­dern ganz Euro­pa, sag­te der tür­ki­sche Prä­si­dent gera­de in Anka­ra. Mit dem Hin­weis ver­stärk­te Erdo­gan sei­ne For­de­rung an die Euro­pä­er, ihn in der Flücht­lings­po­li­tik und beson­ders bei der geplan­ten Ein­rich­tung einer „Schutz­zo­ne“ in Syri­en zur Rück­füh­rung von Flücht­lin­gen zu unter­stüt­zen. Bis zu drei Mil­lio­nen Syrer kön­ne die Zone fas­sen, wenn sie ent­spre­chend aus­ge­dehnt wer­de, sag­te Erdo­gan. (…) Euro­pa soll ihm bei die­sem Vor­ha­ben hel­fen. Der Prä­si­dent weiß, dass die EU wegen der erneut stei­gen­den Flücht­lings­zah­len in Grie­chen­land alar­miert ist. Die Tür­kei, die bereits 3,6 Mil­lio­nen Syrer auf­ge­nom­men hat, rech­net mit bis zu einer Mil­li­on zusätz­li­chen Flücht­lin­gen aus Idlib, falls sich die Kämp­fe dort ver­schär­fen soll­ten. Mit der Dro­hung, not­falls „die Tore zu öff­nen“ und die Syrer nach Euro­pa rei­sen zu las­sen, will er die EU zur Unter­stüt­zung sei­ner Poli­tik drän­gen…” Arti­kel von Tho­mas Sei­bert vom 19.09.2019 beim Tagespie­gel online externer Link
  • Flücht­lin­ge aus Syri­en: Erdo­gan droht der EU 
    Der tür­ki­sche Prä­si­dent beklagt man­geln­de Unter­stüt­zung. Soll­ten die von ihm beab­sich­tig­ten “Schutz­zo­nen” in Syri­en nicht ver­wirk­licht wer­den, wür­de die Tür­kei die Gren­zen zu Euro­pa öff­nen
    Die Tür­kei wer­de ihre Gren­zen zu Euro­pa öff­nen, wenn kei­ne Sicher­heits­zo­ne in Syri­en ver­wirk­licht wird, zitiert die eng­lisch-spra­chi­ge Hür­ri­y­et-Aus­ga­be Erdo­gan am spä­ten Don­ners­tag. Dem­nach macht der tür­ki­sche Prä­si­dent der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft und beson­ders der Euro­päi­schen Uni­on den Vor­wurf, dass sie die Tür­kei nicht genü­gend bei der Unter­brin­gung und Ver­sor­gung unter­stüt­zen. Berich­te, wonach der EU-Flücht­lings­de­al auf der Kip­pe steht, und die Zah­lun­gen dabei eine gro­ße Rol­le spie­len, gab es bereits in den letz­ten Tagen (Der Flücht­lings­de­al wackelt). Laut Aus­sa­gen von Tou­ris­ten auf der grie­chi­schen Insel Les­bos sol­len deut­lich mehr Boo­te mit Flücht­lin­gen an Bord dort ankom­men, angeb­lich dre­hen Schif­fe der tür­ki­schen Küs­ten­wa­che gut sicht­bar ab. Dass dies kei­ne blo­ße sub­jek­ti­ve Wahr­neh­mung von Feri­en­gäs­ten ist, zeigt sich an der Reak­ti­on der grie­chi­schen Regie­rung, die damit zu tun hat, dass die Flücht­lings­zah­len auf den grie­chi­schen Inseln wie­der stei­gen…” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 06. Sep­tem­ber 2019 bei tele­po­lis externer Link
  • Der Flücht­lings­de­al wackelt: EU und Tür­kei strei­ten sich über Gel­der, wäh­rend immer mehr Syrer abge­scho­ben wer­den 
    “… Mehr­fach wur­den die Geflüch­te­ten zum Spiel­ball in Wahl­kämp­fen, und wäh­rend Erdo­gan sich anfangs noch für sie ein­ge­setzt hat, ist auch in der AKP inzwi­schen die Stim­mung gekippt. In Umfra­gen spricht sich eine Mehr­heit der tür­ki­schen Bür­ger dafür aus, die Men­schen abzu­schie­ben. Rund drei­ein­halb Mil­lio­nen Syrer leben aktu­ell noch in der Tür­kei. Und wäh­rend es man­chen gelun­gen ist, Fuß zu fas­sen, eine Arbeit zu fin­den, sich etwas auf­zu­bau­en, lebt die Mehr­zahl doch in Armut am Ran­de der Gesell­schaft und ist stän­di­gem Ras­sis­mus aus­ge­setzt. Im Kon­flikt mit Deutsch­land hat­te Erdo­gan mehr­mals gedroht, den Deal plat­zen zu las­sen und die Syrer mit Bus­sen an die EU-Gren­ze zu brin­gen. Inzwi­schen geht es in die ande­re Rich­tung. Hun­dert­tau­sen­de Syrer sol­len nach Syri­en abge­scho­ben wer­den – und vie­le aus­ge­rech­net ins umkämpf­te Idlib. Mit­ten ins Kriegs­ge­biet. Wie Human Rights Watch berich­tet wer­den vie­le Syrer gezwun­gen, Doku­men­te zu unter­zeich­nen, in denen sie zusi­chern, “frei­wil­lig” aus­zu­rei­sen. Wer die Unter­schrift ver­wei­gert, wird dem­nach inhaf­tiert. Auch von Miss­hand­lun­gen durch Poli­zis­ten ist die Rede. Für Pro­ble­me sor­gen auch die der Tür­kei für den Deal zuge­sag­ten Mil­li­ar­den­sum­men. Denn da die Hilfs­pro­jek­te für Geflüch­te­te, an die die Gel­der gebun­den sind, von der Tür­kei nur lang­sam oder gar nicht ange­gan­gen wer­den, herrscht nun Streit dar­über, ob und auch wie wei­te­re Zah­lun­gen geleis­tet wer­den sol­len. Deutsch­land hat­te mit einer Mil­li­ar­de Euro bis­lang den größ­ten Pos­ten über­nom­men. Außer­dem for­dert die Tür­kei mehr Kon­trol­le dar­über, an wel­che Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen die Gel­der gehen…” Arti­kel von Ger­rit Wust­mann vom 02. Sep­tem­ber 2019 bei tele­po­lis externer Link
  • Zurück in den Knast: Wie Euro­pa tür­ki­sche Regime­geg­ner an die Tür­kei aus­lie­fert 
    “Georg Rest­le: „Ver­mumm­te Män­ner, die sich auf Men­schen stür­zen; sie schwer ver­prü­geln und miss­han­deln; sie auf ein Schlauch­boot schlep­pen, um sie über die Gren­ze zu schaf­fen. Dort­hin, wo ihre Ver­fol­ger nur auf sie war­ten, um sie gefan­gen zu neh­men. Nein, das ist kein Hor­ror­film, son­dern seit Mona­ten Rea­li­tät an der euro­päi­schen Außen­gren­ze. Und das alles unter den Augen euro­päi­scher Grenz­schüt­zer. (…) Andre­as Maus war an einer der am bes­ten gesi­cher­ten Außen­gren­zen der EU unter­wegs und hat mit Men­schen gespro­chen, die Euro­pa von sei­ner häss­lichs­ten Sei­te erleb­ten. (…) ‘In dem Bewusst­sein ihres geis­tig-reli­giö­sen und sitt­li­chen Erbes grün­det sich die Uni­on auf die unteil­ba­ren und uni­ver­sel­len Wer­te der Wür­de des Men­schen.’ So steht es in der Grund­rech­te­char­ta der Euro­päi­schen Uni­on. Wäre gut, wenn das end­lich auch an den Außen­gren­zen der EU gel­ten wür­de.“ Bericht von Andre­as Maus bei Moni­tor vom 8. August 2019 externer Link (Video­län­ge: 10:16 Min., in der ARD-Media­thek abruf­bar bis zum 30. Dezem­ber 2099)
  • Steigt die Tür­kei aus dem EU-Tür­kei-Deal aus? 
    “Nach Anga­ben tür­ki­scher Medi­en­be­rich­te könn­te sich die Tür­kei aus dem soge­nann­ten EU-Tür­kei-Deal zurück­zie­hen. Grund dafür sei die Nicht-Ein­hal­tung bestimm­ter im Deal ver­ein­bar­ter Gegen­leis­tun­gen sei­tens der EU, so tür­ki­sche Regie­rungs­be­am­te. Dar­un­ter fal­le unter ande­rem die im Zuge des Deals zuge­si­cher­te Visa-Frei­heit für tür­ki­sche Bürger*innen. Besag­te Visa­frei­heit sorg­te schon in der Ver­gan­gen­heit für Span­nun­gen zwi­schen der EU und der Tür­kei. So droh­te die Tür­kei bereits im Novem­ber 2016 mit der Auf­kün­di­gung des Deals. Der EU-Tür­kei-Deal ist eine im März 2016 ver­ab­schie­de­te Ver­ein­ba­rung zwi­schen der EU und der Tür­kei. Der Deal: finan­zi­el­le Ent­schä­di­gun­gen und Visa­frei­hei­ten für tür­ki­sche Bürger*innen gegen Grenz­si­che­rung und Flücht­lings­ab­wehr…” Mel­dung vom 23. Juli 2019 bei FFM-Online externer Link
  • Gefan­ge­ne des Deals. Die Ero­si­on des euro­päi­schen Asyl­sys­tems auf der grie­chi­schen Hot­spot-Insel Les­bos 
    Der EU-Tür­kei-Deal vom 18. März 2016 bil­det eine der zen­tra­len Ant­wor­ten auf die (Flucht-)Migration nach Euro­pa in den Jah­ren 2015/​16, die als soge­nann­te ›Flücht­lings­kri­se‹ rezi­piert wur­de. Einer­seits soll­te Migra­ti­on dras­tisch redu­ziert und ande­rer­seits eine huma­ni­tä­re Auf­nah­me von Geflüch­te­ten aus der Tür­kei nach Euro­pa ermög­licht wer­den. Doch anstel­le eines aus­ge­klü­gel­ten Sys­tems der Rück­über­nah­me hat die EU-Tür­kei-Erklä­rung zu einer umfas­sen­den Ent­rech­tung von Migran­tIn­nen geführt. Der mili­ta­ri­sier­te Grenz­schutz wur­de auf­ge­stockt und vie­le Flie­hen­de wer­den gewalt­sam an der Flucht über die Ägä­is gehin­dert. Die grie­chi­schen Hot­spot-Inseln vor der tür­ki­schen Küs­te wur­den in Son­der­rechts-Zonen und Frei­luft­ge­fäng­nis­se ver­wan­delt, in denen Men­schen über Mona­te und Jah­re aus­har­ren und auf die Ent­schei­dung ihres Asyl­ver­fah­rens war­ten müs­sen. Nach der Rück­füh­rung in die Tür­kei wer­den die meis­ten Men­schen dort inhaf­tiert und schließ­lich wei­ter in ihr Her­kunfts­land abge­scho­ben. Der for­mal und recht­lich nicht kodi­fi­zier­te EU-Tür­kei Deal bil­det somit eine Blau­pau­se der euro­päi­schen Exter­na­li­sie­rung von Migra­ti­ons­kon­trol­le in außer­eu­ro­päi­sche Dritt­staa­ten. Dies führt zu einer grund­le­gen­den Ent­rech­tung von Schutz­su­chen­den und zur Aus­höh­lung des euro­päi­schen Asyl­sys­tems.” Bericht von Vale­ria Hän­sel vom Mai 2019 (154 Sei­ten) beim bor​der​mo​ni​to​ring​.eu e.V. als pdf-Datei externer Link sowie in Print-Ver­si­on für 9 Euro bestell­bar externer Link – sie­he dazu auch unser Dos­sier: Huma­ni­tä­re Kri­se in Grie­chen­land droht zu eska­lie­ren
  • 5000 gaben frei­wil­lig auf: EU-Tür­kei-Deal sorgt für Zufrie­den­heit der EU und unhalt­ba­re Zustän­de in Grie­chen­land 
    “Fast drei Jah­re ist das umstrit­te­ne Abkom­men zwi­schen EU und der Tür­kei alt. Am 18. März 2016 einig­ten sich die Staats- und Regie­rungs­chefs der EU auf den Deal, den die Tür­kei ange­bo­ten hat­te; zwei Tage spä­ter trat er in Kraft. Gera­de in Deutsch­land gilt es als Mus­ter­ver­trag, auch weil die Bun­des­kanz­le­rin maß­geb­lich zu sei­nem Zustan­de­kom­men bei­trug. Sein Ziel ist die Rück­füh­rung von Flücht­lin­gen, die Grie­chen­land über die Tür­kei errei­chen. Nach wel­chen Kri­te­ri­en die Men­schen aus­ge­wählt wer­den, ist rechts­staat­lich umstrit­ten. (…) In einer Klei­nen Anfra­ge hat die LINKE im Bun­des­tag sich erkun­digt, wie der Ver­trag zwi­schen EU und Tür­kei sich in der Pra­xis aus­wirkt. Unter Beru­fung auf die grie­chi­sche Regie­rung teilt die Bun­des­re­gie­rung mit, momen­tan leb­ten 11 752 Asyl­su­chen­de in den fünf Hot­spots. Im letz­ten Jahr hät­ten knapp 5000 Asyl­su­chen­de Grie­chen­land über Rück­kehr­pro­gram­me frei­wil­lig ver­las­sen, wei­te­re 322 wur­den dem­nach in die Tür­kei abge­scho­ben. Die For­mu­lie­rung, die Frei­wil­li­gen hät­ten das »Rück­kehr­pro­gramm genutzt«, um in die Tür­kei zurück­zu­keh­ren, kann man im Wis­sen um die Bedin­gun­gen in den Lagern auf den grie­chi­schen Inseln, bei denen die Flücht­lings­or­ga­ni­sa­ti­on Pro Asyl von Frei­luft­ge­fäng­nis­sen spricht, aller­dings nur zynisch nen­nen. Den reich­lich 5000 Men­schen, die die­sen Anga­ben zufol­ge in die Tür­kei zurück­kehr­ten, ste­hen knapp 7000 syri­sche Flücht­lin­ge gegen­über, die die EU von der Tür­kei über­nom­men hat. Denn der Ver­trag sieht vor, dass für jeden Syrer, der in die Tür­kei zurück­ge­schickt wird, ein ande­rer Syrer legal in die EU ein­rei­sen dür­fen soll. (…) Die LINKE weist jedoch dar­auf hin, dass die Lage der geflüch­te­ten Men­schen in der Tür­kei eben­falls pro­ble­ma­tisch sei. Ulla Jel­pke: »Die Bun­des­re­gie­rung redet sich den EU-Tür­kei-Flücht­lings­de­al wei­ter­hin schön – Haupt­sa­che die Flücht­lin­ge wer­den von der Wei­ter­rei­se in die EU abge­hal­ten.«…” Bei­trag von Uwe Kal­be bei neu­es Deutsch­land vom 4. März 2019 externer Link
  • Ende des EU-Tür­kei-Flücht­lings­de­als? 
    “… Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen reagier­ten eher skep­tisch auf das Urteil des grie­chi­schen Gerichts­ho­fes. »Die Ent­schei­dung been­det vor­erst die will­kür­li­che Pra­xis, die grie­chi­schen Inseln zu Frei­luft­ge­fäng­nis­sen zu machen«, sag­te Karl Kopp von Pro Asyl gegen­über »nd«. Der Euro­pa-Ver­ant­wort­li­che des Ver­eins befürch­tet jedoch eine Ver­hin­de­rung der Ent­schei­dungs­im­p­l­eme­tie­rung durch Athen und die EU. »Um die Abschre­ckung durch Fest­set­zen hoch­zu­hal­ten, wird schnell eine neue Rege­lung kom­men und das Haft­re­gime auf den Inseln aus­ge­baut wer­den.« Für Ber­lin und Brüs­sel wür­de ohne eine Beschrän­kung der Bewe­gungs­frei­heit der Deal »ster­ben«. Auch Harald Glö­de von »Bor­der­line Euro­pe« teil­te die­se Ein­schät­zung: »Wir befürch­ten, dass die EU Druck aus­üben wird, damit Neu­an­kömm­lin­ge die Inseln nicht ver­las­sen kön­nen.« Die grie­chi­sche Regie­rung sei schon zuvor gezwun­gen gewe­sen, ihre Rechts­spre­chung den Anfor­de­run­gen des Tür­kei-Deals »anzu­pas­sen«. Lisa Groß, Mit­glied der zivil­ge­sell­schaft­li­chen Beob­ach­tungs­mis­si­on »Mare Liber­um«, kri­ti­sier­te gegen­über »nd« eine feh­len­de Rege­lung für die Geflüch­te­ten, die sich bereits auf den Inseln befin­den: »Die Ent­schei­dung gilt nur für neu ankom­men­de Migran­ten und ver­bes­sert damit nicht die Lage von den Tau­sen­den Men­schen, die seit Mona­ten unter unmensch­li­chen Bedin­gun­gen auf den grie­chi­schen Inseln fest­sit­zen.« Das Urteil kön­ne zudem mög­li­cher­wei­se dazu füh­ren, dass wie­der mehr Migran­ten in see­un­taug­li­chen Boo­ten die Über­fahrt von der Tür­kei nach Grie­chen­land antre­ten.” Bei­trag von Sebas­ti­an Bähr bei neu­es Deutsch­land vom 19. April 2018 externer Link
  • Gip­fel gegen Geflüch­te­te. Bei EU-Tür­kei-Tref­fen wer­den Men­schen­rech­te kaum The­ma sein 
    Seit Anfang des Jah­res hat Bul­ga­ri­en die Rats­prä­si­dent­schaft inne und orga­ni­siert das am Mon­tag bevor­ste­hen­de Tref­fen zwi­schen EU und Tür­kei. Teil­neh­men wer­den unter ande­ren EU-Rats­prä­si­dent Donald Tusk und Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Jean-Clau­de Juncker, wie auch der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan. Bereits im Vor­feld wur­de von der EU-Kom­mis­si­on mit­ge­teilt, dass erneut drei Mil­li­ar­den Euro frei­ge­ge­ben wer­den, die an die Tür­kei flie­ßen sol­len, da die alte Tran­che von drei Mil­li­ar­den Euro aus dem Deal von 2016 auf­ge­braucht sei. Der Euro­päi­sche Rech­nungs­hof kri­ti­sier­te gene­rell Finanz­hil­fen der EU an die Tür­kei, da die­se nicht in aus­rei­chen­dem Maß an Bedin­gun­gen geknüpft sei­en und die EU-Kom­mis­si­on nicht genug in die Stär­kung der Unab­hän­gig­keit der Jus­tiz, der Pres­se­frei­heit und der Zivil­ge­sell­schaft inves­tiert habe. Frag­wür­dig bleibt die Zusam­men­ar­beit mit der Tür­kei auch, da die­se immer weni­ger einen siche­ren Ort für Geflüch­te­te dar­zu­stel­len scheint. Eben­so wie die EU Mög­lich­kei­ten sucht, ille­ga­le Migra­ti­on zu ver­hin­dern, schot­tet sich auch die Tür­kei ab…” Arti­kel von Mathi­as Fied­ler vom 26.03.2018 beim ND online externer Link
  • Tür­kei und EU: Der Deal mit Erdoğan soll­te aus­ge­setzt wer­den 
    Durch den Ein­marsch im syri­schen Afrin pro­du­ziert die Tür­kei inzwi­schen selbst Flücht­lin­ge. So mutet das Flücht­lings­ab­kom­men mit der EU gro­tesk an. (…) Der Wes­ten ist auch nicht ganz unschul­dig an der ver­wor­re­nen Lage im tür­kisch-syri­schen Grenz­ge­biet. Deutsch­land, Euro­pa, der Wes­ten ins­ge­samt haben sich zu wenig für die Sicher­heits­be­lan­ge der Tür­kei inter­es­siert, der Kampf gegen den IS domi­nier­te alles. Alle wuss­ten, dass Anka­ra sich durch jene kur­di­schen Kräf­te bedroht fühlt, die der Wes­ten als Ver­bün­de­te gegen den IS betrach­tet. Nur rede­te kaum einer offen über die Nähe der kur­di­schen Anti-IS-Kämp­fer zur ter­ro­ris­ti­schen kur­di­schen Arbei­ter­par­tei PKK in der Tür­kei – außer der Regie­rung in Anka­ra, die es dafür unauf­hör­lich tat. Der Umgang der Tür­kei mit Afrin über­for­dert Deutsch­land; die EU muss hier eine gemein­sa­me Ant­wort fin­den. Es geht um mehr als Afrin, es geht um die Zukunft der Kur­den. Sie sind dabei, alles zu ver­lie­ren…” Kom­men­tar von Mike Szy­man­ski vom 22. März 2018 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Bit­te­res Jubi­lä­um: Der Deal, das Leid der Flücht­lin­ge in der Ägä­is und ein völ­lig ent­hemm­ter tür­ki­scher »Part­ner«. PRO ASYL: Schä­bi­gen Deal mit Erdo­gan been­den! 
    Zum 2. Jah­res­tag der Umset­zung des soge­nann­ten Flücht­lings­de­als mit Erdo­gan gibt es wie­der tote Geflüch­te­te in der Ägä­is und der »Part­ner der EU« bei der Flücht­lings­ab­wehr, die Tür­kei, führt einen völ­ker­rechts­wid­ri­gen Angriff in Nord­sy­ri­en. Mehr als 150.000 Men­schen flo­hen bereits aus der Stadt Afrin. PRO ASYL for­dert, end­lich den schä­bi­gen Deal zu Las­ten der Flücht­lings­rech­te zu been­den. Die Tür­kei ist kein »siche­rer Dritt­staat«. Erdo­gan pro­du­ziert mitt­ler­wei­le die Flücht­lin­ge im eige­nen Land und in Nord­sy­ri­en, für deren »Abwehr« er sich von der EU hofie­ren und bezah­len lässt. Seit Inkraft­tre­ten des EU-Tür­kei-Deals am 20. März 2016 herrscht ein per­ma­nen­ter Aus­nah­me­zu­stand auf den Inseln in der Ägä­is. Sie wur­den zu einem Frei­luft­ge­fäng­nis für Tau­sen­de Schutz­su­chen­de. Das grie­chi­sche Asyl­recht wur­de mehr­fach auf Druck aus Brüs­sel und Ber­lin ver­schärft, um es mit dem Tür­kei-Deal kom­pa­ti­bel zu machen: Rechts­staat­lich­keit und Unab­hän­gig­keit der sich erst im Auf­bau befin­den­den grie­chi­schen Asyl­in­sti­tu­tio­nen wer­den dabei geop­fert. Cir­ca 13.000 Flücht­lin­ge vege­tie­ren aktu­ell in den Lagern – den soge­nann­ten EU- Hot­spots – unter unmensch­li­chen Bedin­gun­gen vor sich hin…” Pres­se­mit­tei­lung vom 20.03.2018 von und bei Pro Asyl externer Link, sie­he auch den inter­na­tio­na­len Auf­ruf “Stop The Toxic Deal NOW” externer Link
  • Tür­kei: Das EU-Flücht­lings­ab­kom­men – Eine Bilanz 
    “Seit zwei Jah­ren ist das EU-Flücht­lings­ab­kom­men mit der Tür­kei in Kraft. Im Zen­trum der Dis­kus­si­on steht das Geld, das die EU der Tür­kei zur Regu­lie­rung der Flücht­lings­strö­me und Ver­sor­gung der Men­schen über­weist. (…) Nach Anga­ben der Ver­ein­ten Natio­nen befan­den sich in der Tür­kei 2.900.000 Flücht­lin­ge. Ihre Zahl stieg nach Anga­ben der Tür­kei zuletzt auf rund 3.500.000 an. Immer wie­der wie­der­hol­te die Tür­kei, sie wer­de das Abkom­men auf­kün­di­gen, weil zum einen der ver­ein­bar­te Betrag nicht aus­ge­zahlt und die im Rah­men des Abkom­mens vor­ge­se­he­ne Visa-Frei­heit für tür­ki­sche Bür­ger nicht umge­setzt wur­de. (…) Die Exper­tin für Asyl­po­li­tik, Dr. Başak Yav­çan von der Wirt­schafts- und Tech­no­lo­gie Uni­ver­si­tät der Uni­on der Kam­mern und Bör­sen, betont, dass viel Geld für die hohen admi­nis­tra­ti­ven Kos­ten von inter­na­tio­na­len zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen aus­ge­ge­ben wur­de. Aus die­sem Grund habe weni­ger Geld die Flücht­lin­ge erreicht, so Yav­çan. (…) Die EU stellt wei­te­re Mil­li­ar­den für Flücht­lin­ge in der Tür­kei zur Ver­fü­gung. Doch wofür soll die­ses Geld ein­ge­setzt wer­den? Damit es nicht zu Ver­zö­ge­run­gen wie bei der ers­ten Tran­che der Hil­fe kommt und damit die von der EU zur Ver­fü­gung gestell­ten Res­sour­cen trans­pa­ren­ter wer­den, müss­ten auch die Stadt­ver­wal­tun­gen in der Tür­kei Pro­jekt­an­trä­ge stel­len, so Nas. Wäh­rend bei der ers­ten Hälf­te der Hil­fen die unmit­tel­ba­ren Bedürf­nis­se der Flücht­lin­ge im Zen­trum stan­den, müss­te die zwei­te Hälf­te für kul­tu­rel­le Inte­gra­ti­on, das Erler­nen der Spra­che, die Berufs­aus­bil­dung und Beschäf­ti­gung ver­wen­det wer­den, erklär­te Nas. In Zukunft müs­se sich die Tür­kei bezüg­lich des Abkom­mens eine Fra­ge stel­len, so Nas: „Wie soll die Zukunft der Syrer aus­se­hen?” Das wich­tigs­te für die Flücht­lin­ge sei jetzt, dass sie die Spra­che sowie einen Beruf erler­nen sowie Arbeit fin­den, so Yav­çan. Der­zeit hät­ten nur 20.000 Syrer eine Arbeits­er­laub­nis, min­des­ten 800.000 Syrer arbei­te­ten ille­gal, vie­le von ihnen Kin­der, erklär­te sie.” Bericht von Gezal Acer vom 18. März 2018 bei DW online externer Link
  • [Besteht ein Zusam­men­hang zwi­schen Ver­trei­bung der Kur­den aus Afrin und EU-Flücht­lings­de­al?] Erdoğan-Ver­bün­de­te erobern Afrin 
    “… Auch wenn es zuletzt noch den Vor­wurf gab, die tür­ki­sche Luft­waf­fe habe das ein­zi­ge Kran­ken­haus von Afrin zer­bombt, hat die tür­ki­sche Armee doch dar­auf geach­tet, dass mög­lichst vie­le Gebäu­de in der Stadt unver­sehrt blei­ben. Das hat­te nicht unbe­dingt nur huma­ni­tä­re Grün­de, wie die tür­ki­sche Regie­rung immer behaup­te­te, son­dern dient vor allem einem poli­ti­schen Ziel. In den gesam­ten Kan­ton und in die Stadt Afrin selbst sol­len nach der Ver­trei­bung der YPG mög­lichst vie­le syri­sche Flücht­lin­ge aus der Tür­kei gebracht wer­den. Eine Stadt in Trüm­mern wäre für die­ses Ziel wenig hilf­reich…” Arti­kel von Wolf Wit­ten­feld bei der taz online vom 18. März 2018 externer Link
  • Schutz-Rou­let­te in der Ägä­is: Zwei Jah­re nach dem Deal mit der Tür­kei 
    “Wie dra­ma­tisch die Aus­wir­kun­gen des EU-Flücht­lings­de­als sind, zeigt der Fall des 19-jäh­ri­gen Humam aus Syri­en. Er floh gemein­sam mit sei­nem kran­ken Vater. In der Tür­kei wur­den sie in Haft miss­han­delt und an der Gren­ze beschos­sen. End­lich in Grie­chen­land ange­kom­men, droht Humam die Abschie­bung in die Tür­kei. Ein Fall aus der Arbeit von PRO ASYL/​RSA. (…)Es gab kla­re Hin­wei­se dar­auf, dass Humam Opfer von Gewalt und Miss­hand­lun­gen wur­de und dass er an einer post­trau­ma­ti­schen Belas­tungs­stö­rung lei­det. Den­noch wur­de er wäh­rend des gesam­ten (Asyl-) Zuläs­sig­keits­ver­fah­rens nicht ein ein­zi­ges Mal medi­zi­nisch bzw. psych­ia­trisch unter­sucht. Auch die »beson­de­re Ver­letz­lich­keit« sei­nes Vaters, der direkt von Humams Hil­fe abhän­gig ist, wur­de sehr spät fest­ge­stellt. Die grie­chi­schen Behör­den behan­del­ten Humams Fall und den sei­nes Vaters auf wider­sprüch­li­che und unmensch­li­che Wei­se. Sie gefähr­de­ten damit die phy­si­sche und psy­chi­sche Gesund­heit der bei­den Schutz­su­chen­den. Trotz der erfah­re­nen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in der Tür­kei wur­den die Flücht­lings­rech­te von Vater und Sohn in einem Ver­fah­ren, das nichts mit einem fai­ren Asyl­ver­fah­ren gemein hat, grob ver­letzt.” Bericht von und bei Pro Asyl vom 16. März 2018 externer Link
  • [Flücht­lings­de­al mit der Tür­kei] Immer teu­rer, immer bru­ta­ler 
    “Der umstrit­te­ne Flücht­lings­de­al mit der Tür­kei wird noch teu­rer – dabei funk­tio­niert er immer weni­ger. Das sagen nicht irgend­wel­che Kri­ti­ker, son­dern der Poli­tik­be­ra­ter G. Knaus, der Kanz­le­rin Mer­kel zu dem Deal über­re­de­te. “Was über­haupt nicht geklappt hat – und das gefähr­det heu­te das gesam­te Abkom­men – ist fast alles, was die Umset­zung auf den ägäi­schen Inseln und in Grie­chen­land betrifft”, sag­te Knaus der dpa. Der Exper­te kri­ti­siert, dass die Asyl­ver­fah­ren in Grie­chen­land viel zu lan­ge dau­er­ten und daher kaum Men­schen in die Tür­kei zurück­ge­schickt wür­den, wie es ursprüng­lich vor­ge­se­hen war. Doch wer ist dafür ver­ant­wort­lich? Das sagt der Mer­kel-Flüs­te­rer nicht. Offen­bar ver­sa­gen nicht nur die grie­chi­schen Behör­den, son­dern auch all jene EU-Län­der, die Hil­fe ver­spro­chen hat­ten. Dazu zählt auch Deutsch­land. (…) Trotz­dem will die EU noch ein­mal drei Mil­li­ar­den Euro für Mer­kels Flücht­lings­de­al locker machen. Das Geld wäre bes­ser ange­legt, wenn man es auf den grie­chi­schen Inseln und in ein euro­päi­sches Asyl­sys­tem ste­cken wür­de…” Bei­trag vom 15. März 2018 von und bei Lost in Euro­pe externer Link
  • [18. März 2018] Auf­ruf zum Inter­na­tio­na­len Tag gegen Krieg der EU gegen Flücht­lin­ge – aus Anlass des zwei­ten Jah­res­tags des Deals mit Erdo­gan 
    Das City Pla­za Hotel in Athen ruf zum Inter­na­tio­na­len Tag gegen die Flücht­lings­po­li­tik der EU auf – am zwei­ten Jah­res­tag der Unter­zeich­nung des Pak­tes gegen die Flücht­lin­ge zwi­schen der EU und der Tür­kei. In dem Auf­ruf „Inter­na­tio­nal call for the 17th March 2018 – Euro­pean day against all anti-migra­ti­on poli­ci­es bet­ween sta­tes“ am 30. Janu­ar 2018 externer Link auf der Frat­ze­buch-Sei­te des „bes­ten Hotels Euro­pas“ wer­den die ver­schie­de­nen Abkom­men gegen flüch­ten­de Men­schen mit den diver­sen, mehr als dubio­sen, Regimes noch­mals skiz­ziert, und dazu auf­ge­ru­fen, dage­gen zu pro­tes­tie­ren am 18. März 2018. Der Auf­ruf rich­tet sich gegen „das kri­mi­nel­le Regime der Fes­tung Euro­pa“, die Finan­zie­rung des Ter­rors gegen Flücht­lin­ge in Liby­en und for­dert ein Ende des Krie­ges gegen die Flücht­lin­ge und ein Recht auf freie Mobi­li­tät und Sicher­heit. Inzwi­schen ist der Auf­ruf nicht nur von ver­schie­de­nen Grup­pen in Grie­chen­land auf­ge­nom­men wor­den, son­dern auch in Ita­li­en und Frank­reich wird er bereits ver­brei­tet und es wer­den Akti­vi­tä­ten vor­be­rei­tet.
  • Tür­kei-Deal: Nach dem Urteil des höchs­ten grie­chi­schen Gerich­tes /​Last Exit Straß­burg – die recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung geht wei­ter
    “Das höchs­te grie­chi­sche Gericht, der Coun­cil of Sta­te, bestä­tig­te in einem am 22. Sep­tem­ber ver­öf­fent­lich­ten Urteil die Ent­schei­dun­gen der Beschwer­de­aus­schüs­se, wonach die Tür­kei für die bei­den syri­schen Antrag­stel­ler ein »siche­res Dritt­land« sei. Mit einer hauch­dün­nen Mehr­heit von 13 gegen 12 Stim­men schei­ter­te im 25-köp­fi­gen Rich­ter­gre­mi­um auch der Antrag, die recht­li­chen Fra­gen zur Aus­le­gung der »siche­ren Drittstaaten«-Regelung dem Euro­päi­schen Gerichts­hof in Luxem­burg vor­zu­le­gen. Das Stim­men­ver­hält­nis ver­deut­licht, wie groß die Zwei­fel im Rich­ter­kol­le­gi­um waren und vor allem wie poli­ti­siert die Fra­ge des Tür­kei-Deals ist. Das Athe­ner Urteil stellt nun einen bedroh­li­chen Prä­ze­denz­fall auch für vie­le ande­re Schutz­su­chen­de dar, die der­zeit auf den grie­chi­schen Inseln fest­sit­zen. Ihnen droht die Abschie­bung in die Tür­kei. Die recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung ist jedoch noch nicht zu Ende – die Anwäl­tin­nen der PRO ASYL-Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on in Grie­chen­land, Refu­gee Sup­port Aege­an[1] (RSA), und ande­rer Orga­ni­sa­tio­nen berei­ten nun Kla­gen zum Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR) in Straß­burg vor. PRO ASYL kün­dig­te an, die Kla­gen bis hin zum EGMR zu finan­zie­ren. »Die grie­chi­schen Anwäl­tin­nen ver­tei­di­gen stell­ver­tre­tend für uns alle das Asyl­recht in Euro­pa,« so Karl Kopp, Euro­pa­re­fe­rent von PRO ASYL…” Pres­se­mit­tei­lung von Pro Asyl vom 6. Okto­ber 2017 externer Link
  • Der Pakt der Schan­de wird ein Jahr alt
    Sie mögen sich noch so sehr gegen­sei­tig behar­ken, beschimp­fen, ver­spot­ten, was auch immer: In ihren Kern­über­ein­künf­ten blei­ben die Regie­run­gen der EU und der Tür­kei auf einer Linie, der gemein­sa­me Kampf gegen flüch­ten­de Men­schen wird ohne Erbar­men wei­ter geführt. Der Arti­kel „Ein Jahr EU-Tür­kei Deal – Flücht­lings­ab­wehr um jeden Preis“ am 17. März 2017 bei Pro Asyl externer Link bringt es fol­gen­der­ma­ßen auf den Punkt‘: „Am 20. März 2017 ist der EU-Tür­kei Deal seit genau einem Jahr in Kraft – ein trau­ri­ger Jah­res­tag für den Flücht­lings­schutz in Euro­pa. Grie­chen­land ist seit­dem zu einem Frei­luft­ge­fäng­nis für Tau­sen­de Men­schen gewor­den. Die Bedin­gun­gen sind erbärm­lich. Seit einem Jahr haben Schutz­su­chen­de, die auf den grie­chi­schen Inseln anlan­den, kei­nen Zugang mehr zu einem regu­lä­ren Asyl­ver­fah­ren, bei dem ihre Asyl­ge­su­che inhalt­lich geprüft wer­den wür­den. Statt­des­sen soll in einem Schnell­ver­fah­ren in den soge­nann­ten EU-Hot Spots ledig­lich geprüft wer­den, ob sie in der Tür­kei bereits sicher waren, womit ihr Asyl­ge­such in Euro­pa unzu­läs­sig sei. Theo­re­tisch soll­te die­ses Unzu­läs­sig­keits­ver­fah­ren ermög­li­chen, mög­lichst vie­le Men­schen direkt aus den Hot Spots in die Tür­kei abzu­schie­ben
  • EU-Flücht­lings­pakt mit der Tür­kei: Anka­ra macht aus­län­di­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on dicht
    Die ame­ri­ka­ni­sche Orga­ni­sa­ti­on Mer­cy Corps darf nicht mehr in der Tür­kei arbei­ten. Damit ver­lie­ren Hun­dert­tau­sen­de von Syrern lebens­wich­ti­ge Hil­fe. Die­se wird auch mit EU-Gel­dern finan­ziert. Die tür­ki­sche Regie­rung hat der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Mer­cy Corps die Regis­trie­rung ent­zo­gen. Fak­tisch bedeu­tet dies die Strei­chung eines der gröss­ten Hilfs­pro­gram­me für syri­sche Flücht­lin­ge: Die ame­ri­ka­ni­sche Orga­ni­sa­ti­on, die seit fünf Jah­ren in der Tür­kei tätig ist, unter­stützt jeden Monat bis zu einer hal­ben Mil­li­on Syrer. Ein Gross­teil der Hil­fe kommt Ver­trie­be­nen in Nord­sy­ri­en zugu­te. (…) Außer in Syri­en leis­tet die Orga­ni­sa­ti­on auch in der Tür­kei wich­ti­ge Hil­fe für syri­sche Flücht­lin­ge. Neben Not­hil­fe umfas­sen die Pro­gram­me sozia­le Dienst­leis­tun­gen. So küm­mert sich ein Gemein­schafts­zen­trum in der süd­tür­ki­schen Stadt Gazi­antep ins­be­son­de­re um Frau­en und Mäd­chen. Allein im ver­gan­ge­nen Jahr kam die in der Tür­kei geleis­te­te Hil­fe rund 100 000 Per­so­nen zugu­te. (…) Regie­rungs­na­he Blät­ter haben in jüngs­ter Zeit schwe­re Vor­wür­fe gegen aus­län­di­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen erho­ben. Städ­te in der Süd­tür­kei sei­en Oasen für aus­län­di­sche Spio­ne gewor­den, behaup­te­te die Tages­zei­tung «Sabah» Anfang der Woche. Inter­na­tio­na­le Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen betrie­ben unter dem Deck­man­tel der huma­ni­tä­ren Hil­fe Spio­na­ge und unter­stütz­ten Ter­ro­ris­ten. Ange­führt wer­de die Spit­zel­tä­tig­keit von deut­schen und ame­ri­ka­ni­schen Orga­ni­sa­tio­nen. Eine von vier­zehn frag­wür­di­gen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen sei Mer­cy Corps, behaup­te­te die Zei­tung…Arti­kel von Inga Rogg, Istan­bul, vom 9.3.2017 bei der NZZ online externer Link
  • Erst inte­grie­ren, dann abschie­ben: Deutsch­lands absur­de Asyl­po­li­tik
    Bür­ger­krieg im Süden des Lan­des, Säu­be­rungs­ak­tio­nen im Inne­ren gegen Oppo­si­tio­nel­le, Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und Fol­ter­vor­wür­fe. Die Bilanz der Regie­rung Erdo­gan ist ver­hee­rend. Und trotz­dem expor­tiert Deutsch­land unge­bremst Waf­fen in die­ses Land. Der Umfang der geneh­mig­ten Expor­te ist in den letz­ten Jah­ren sogar wie­der ange­stie­gen. MONI­TOR-Recher­chen zei­gen, dass die Bun­des­re­gie­rung sogar nach dem Putsch im Juli wei­ter Expor­te geneh­mig­te. Hilft Deutsch­land damit Erdo­gan im Kampf gegen sei­ne ver­meint­li­chen Fein­de?Moni­tor vom 16.02.2017 externer Link (10:49 Min.)
  • 1.2.2017: Pro­test in Ber­lin vor Mer­kels Tür­kei­rei­se
    Am 1. Febru­ar wird in Ber­lin demons­triert: Aus Anlass der bevor­ste­hen­den neu­er­li­chen Tür­kei-Rei­se der Bun­des­kanz­le­rin. In dem Auf­ruf der DIDF heißt es abschlie­ßend: „Vor die­sem Hin­ter­grund darf es kein „busi­ness as usu­al“ geben. Mit einer Pro­test­kund­ge­bung am 1. Febru­ar, dem Tag vor ihrer Abrei­se möch­ten wir die Bun­des­kanz­le­rin an die­se Schre­ckens­bi­lanz ihrer Gesprächspartner*innen erin­nern und auf­for­dern, ihre Waf­fen­lie­fe­run­gen und sons­ti­ge Unter­stüt­zung für das AKP-Regime zu been­den. Wir wer­den sie auf­for­dern, das Gespräch auch mit demo­kra­ti­schen Kräf­ten in der Tür­kei zu suchen und das unde­mo­kra­ti­sche AKP-Regime offen und klar zu ver­ur­tei­len. Wir möch­ten mit unse­rer Akti­on auch ein star­kes Zei­chen der Soli­da­ri­tät mit den demo­kra­ti­schen Kräf­ten und der kur­di­schen Bevöl­ke­rung set­zen. Wir rufen Sie auf, unse­re Akti­on zu unter­stüt­zen. Die Pro­test­kund­ge­bung wird vor dem Bun­des­kanz­ler­amt von 12.00–14.00 statt­fin­den. Wir freu­en uns über Ihre Teil­nah­me.“ Sie­he dazu die Doku­men­ta­ti­on des Auf­ruf­be­ginns, sowie zwei wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge:
    • Pro­test­kund­ge­bung anläss­lich der Tür­kei-Rei­se der Bun­des­kanz­le­rin am 1. Febru­ar
      Sehr geehr­te Damen und Her­ren, lie­be Freun­din­nen und Freun­de, am 2. Febru­ar 2017 tritt die Bun­des­kanz­le­rin ihre 4. Rei­se in den letz­ten zwei Jah­ren in die Tür­kei an. Vor­aus­sicht­lich wird es auch bei die­ser Rei­se in ers­ter Linie um den Flücht­lings­de­al gehen. Ange­sichts der mas­si­ven Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen dort wird Frau Mer­kel bes­ten­falls ihre “tie­fe Besorg­nis“ zum Aus­druck brin­gen und die „Alarm­stu­fe“ womög­lich wie­der ein­mal erhö­hen – aller­dings wie­der ein­mal ohne prak­ti­sche Kon­se­quen­zen. Die Waf­fen­lie­fe­run­gen wer­den genau­so wenig ange­tas­tet wie die ande­ren For­men der poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Unter­stüt­zung für das Erdoğan-Regime.  Genau­so wie der Besuch der Bun­des­kanz­le­rin kurz vor der Par­la­ments­wahl am 1. Novem­ber 2015 kommt auch der jet­zi­ge Besuch weni­ge Mona­te vor dem Refe­ren­dum in der Tür­kei, mit dem der Weg zu einer Ein-Mann-Dik­ta­tur end­gül­tig geeb­net wer­den soll, einer direk­ten Wahl­hil­fe gleich. In der Tür­kei herrscht seit dem geschei­ter­ten Mili­tär­putsch vom 15. Juli 2016 der Aus­nah­me­zu­stand, der dazu dient, den Galopp der AKP-Regie­rung in ein auto­ri­tä­res Regime zu beschleu­ni­gen. Die Zahl der sus­pen­dier­ten Beschäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst hat längst die 100.000-Grenze über­schrit­ten. 80 % der welt­weit ver­folg­ten Journalist*innen sit­zen in tür­ki­schen Gefäng­nis­sen ein. Allein seit Som­mer 2016 wur­den Zehn­tau­sen­de Oppo­si­tio­nel­le ver­haf­tet, Hun­der­te von TV-Sen­dern, Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten geschlos­sen, Tau­sen­de Ver­ei­ne ver­bo­ten, über ein Dut­zend Abge­ord­ne­te der pro­kur­di­schen HDP inhaf­tiert, rund 50 Städ­te Zwangs­ver­wal­tung gestellt, zahl­rei­che Streiks ver­bo­ten“ (ab hier wei­ter wie ein­lei­tend doku­men­tiert)
    • „Eine Rei­se unter schlech­ten Vor­zei­chen“ von Ismail Küpe­li am 30. Janu­ar 2017 bei Özgu­ruz externer Link, wor­in es unter ande­rem heißt: „… Anschlie­ßend geht es für Mer­kel wei­ter zum EU-Gip­fel in Mal­ta. Das wich­tigs­te The­ma bei die­sem Tür­kei­be­such wird die Flücht­lings­fra­ge sein – wie auch bei den drei vor­he­ri­gen Staats­be­su­chen in den letz­ten zwei Jah­ren. Es spricht vie­les für die Annah­me, dass sie die­se Rei­se weni­ger als die Kanz­le­rin der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, son­dern eher als die Vor­sit­zen­de einer Par­tei, die die Par­la­ments­wahl am 24. Sep­tem­ber 2017 gewin­nen will, anset­zen muss. Sie wird Erdo­gan auf die Fort­set­zung der tür­ki­schen Rol­le im Flücht­lings­ab­wehr drän­gen – trotz der zuneh­men­den deutsch-tür­ki­schen Span­nun­gen. Die offe­ne Fra­ge ist, was sie in Anka­ra als Gegen­leis­tung anbie­ten kann…
    • „Mer­kel und Erdo­gan im Kampf gegen den Ter­ro­ris­mus“ von Elke Dan­ge­leit am 31. Janu­ar 2017 bei tele­po­lis externer Link, wor­in unter ande­rem auf die „Flucht­ur­sa­che Erdo­gan“ ver­wie­sen wird“Mit Sicher­heit wird Mer­kel gegen­über Erdo­gan nicht kon­tern, dass er selbst mit sei­ner Zer­stö­rungs- und Ver­trei­bungs­po­li­tik im eige­nen Land zur Flucht­ur­sa­che gewor­den ist. Hun­der­tau­sen­de Kur­den haben in den kur­di­schen Gebie­ten durch die Zer­stö­rung ihrer Städ­te Woh­nung und Habe ver­lo­ren. Immer mehr Kur­den und auch Oppo­si­tio­nel­le ver­las­sen die Tür­kei und ver­su­chen in Deutsch­land Asyl zu bekom­men, weil sie in der Tür­kei um ihr Leben fürch­ten
  • Will die EU Flücht­lin­ge aus ganz Euro­pa nach Grie­chen­land sen­den?
    “In Athen rech­net man mit einem Schei­tern des Tür­kei-Deals und einer Viel­zahl von neu­en Flücht­lin­gen: Der Flücht­lings­pakt der EU mit der Tür­kei wird immer mehr in Fra­ge gestellt. In Grie­chen­land rech­nen daher vie­le Exper­ten und Bür­ger mit einem rasan­ten Anstieg von Flücht­lings­zah­len zum Jah­res­en­de. Bis dahin hat­te der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdo­gan sein Ulti­ma­tum gestellt. Wenn er bis Jah­res­en­de kei­ne Visa­frei­heit für die Tür­ken erhal­te, möch­te er ver­mehrt Flücht­lin­ge nach Euro­pa schi­cken, hat er mehr­mals ange­kün­digt. Gleich­zei­tig kon­zen­triert sich die EU auf eine Wie­der­her­stel­lung der Dub­lin II-Regeln, womit die übri­gen EU-Staa­ten Flücht­lin­ge und Migran­ten, die über Grie­chen­land – oder Ita­li­en – ins Land kamen, wie­der zurück­schi­cken kön­nen. Schließ­lich besagt die Theo­rie der Abschre­ckung, dass sich die Unpas­sier­bar­keit Grie­chen­lands für Flücht­lin­ge so weit her­um­ge­spro­chen hat, dass die­se nicht nach Grie­chen­land kom­men wür­den, selbst wenn der EU-Tür­kei Deal kip­pen wür­de…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los bei tele­po­lis vom 9. Dezem­ber 2016 externer Link
  • EU-Par­la­ment stimmt für Abbruch der Bei­tritts­ver­hand­lun­gen mit der Tür­kei – Erdo­gan droht mit Flücht­lin­gen
    Istanbul: Solidaritätsaktion für Flüchtlinge am 9. Dezember 2015 (Sendika.Org)Was soll man noch sagen: Zahn­lo­ses EU-Par­la­ment beschließt zahn­lo­se Reso­lu­ti­on zum Abbruch der seit min­des­tens 10 Jah­ren ohne­hin nicht mehr statt­fin­den­den EU-Bei­tritts­ver­hand­lun­gen mit der Tür­kei. Zoll-Uni­on, Wirt­schafts­sank­tio­nen und, vor allem: der EU-Tür­kei-Deal in der Flücht­lings­fra­ge blei­ben unan­ge­tas­tet. Und so kann Erdo­gan wei­ter dro­hen – mit Mil­lio­nen Flücht­lin­gen, die er von der Tür­kei aus nach Euro­pa las­sen will, wenn die EU Maß­nah­men gegen die Tür­kei ergreift. Sie­he Und an der Innen­po­li­tik in der Tür­kei ändert sich gar nichts. Sie­he zum Beschluss des EU-Par­la­ments und den Reak­tio­nen eini­ge Bei­trä­ge:
    • EP Pas­ses Moti­on to Free­ze Acces­si­on Nego­tia­ti­ons With Tur­key
      Bei­trag vom 24. Novem­ber 2016 bei bia­net externer Link über die Reso­lu­ti­on des EU-Par­la­ments zum Ein­frie­ren der Bei­tritts­ver­hand­lun­gen mit der Tür­kei. Die Reso­lu­ti­on hat, wie üblich, kei­nen bin­den­den Cha­rak­ter.
    • Erdo­gan droht EU mit Öff­nung der Gren­zen für Flücht­lin­ge
      Mel­dung bei Tages​schau​.de vom 25.11.2016 externer Link, in der es heißt: “Nach dem Votum des EU-Par­la­ments für ein Ein­frie­ren der Bei­tritts­ge­sprä­che mit der Tür­kei setzt deren Prä­si­dent Erdo­gan auf Droh­ge­bär­den. Er wer­de die Gren­zen für Flücht­lin­ge öff­nen, soll­te Euro­pa auf sei­nem Kurs gegen die tür­ki­sche Regie­rungs­po­li­tik noch wei­ter gehen…”
    • Erdo­gan und Euro­pa: “Die Tür­kei ori­en­tiert sich bereits in ande­re Rich­tun­gen”
      Wenn die EU die Bei­tritts­ge­sprä­che mit der Tür­kei aus­set­zen oder gar abbre­chen sol­le, hät­te dies auf die Real­po­li­tik in Anka­ra ver­mut­lich kei­ne gro­ßen Aus­wir­kun­gen, sag­te der Poli­to­lo­ge Ismail Küpe­li im DLF. In der Sym­bol­po­li­tik wür­de die Tür­kei sicher­lich einen Weg weg von der Euro­päi­schen Uni­on beschrei­ten…Ismail Küpe­li im Gespräch mit Oli­ver Ram­me beim Deutsch­land­funk vom 22.11.2016 externer Link, wo es u.a. heißt: “… Wir müs­sen uns viel­leicht auch fra­gen, ob zu einem frü­he­ren Zeit­punkt ein ernst­haf­ter Bei­tritts­pro­zess viel­leicht eine posi­ti­ve Wir­kung gehabt hät­te. Wir reden jetzt von den Jah­ren 2002, 2003, 2004, in denen die AKP noch eine gewis­se Reform­be­reit­schaft signa­li­sier­te. Gera­de in die­sen Jah­ren war aber die euro­päi­sche Poli­tik so, dass in der Tür­kei wahr­ge­nom­men wur­de, es gibt kei­nen rea­len Bei­tritts­pro­zess, egal was wir in der Tür­kei unter­neh­men, es wird nie dazu kom­men. Inso­fern ist die­se Abwen­dung von Euro­pa zum Teil even­tu­ell auch selbst ver­schul­det. Aber wenn man sich die Tür­kei heu­te anschaut, dann ist gera­de die­se feind­li­che Stim­mung gegen­über dem Wes­ten, gegen­über Euro­pa eine der Metho­den, mit der auch die AKP in der Öffent­lich­keit mobi­li­siert. Inso­fern wird die­se sym­bo­li­sche Feind­schaft zur Euro­päi­schen Uni­on sicher­lich nicht weg­fal­len, weil die AKP dies durch­aus braucht. Und wenn jetzt die Euro­päi­sche Uni­on die­se Bei­tritts­ge­sprä­che abbre­chen soll­te, dann wird das sicher­lich auch gut pas­sen in die­ser öffent­li­chen Mobi­li­sie­rung. Aber ich bin da der Mei­nung, dass man des­we­gen nicht sich eine Ent­schei­dung dik­tie­ren las­sen kann, näm­lich dass man die­se Bei­tritts­ge­sprä­che fort­setzt, obwohl eigent­lich bei­den Sei­ten klar ist, dass es nicht dazu kom­men wird. Wir brau­chen jetzt ein poli­ti­sches Signal auch aus Brüs­sel. Die Fra­ge ist nur, ob die Aus­set­zung der wirt­schaft­li­chen Koope­ra­ti­on nicht mehr sich aus­wir­ken wür­de als die­se poli­ti­sche Aus­set­zung…
    • AP oyl­aması­na CHP’den tep­ki
      Bei­trag vom 24.11.2016 bei CNN Türk externer Link, wo der stell­ver­tre­ten­de CHP-Vor­sit­zen­de Öztürk Yıl­maz bezüg­lich des Beschlus­ses des EU-Par­la­mets mit den Wor­ten zitiert wird: “… Das ist kei­ne Ehnt­schei­dung zur Unter­stüt­zung des Kamp­fes für Demo­kra­tie inner­halb der Tür­kei…”
  • Auf­stand in Istan­bu­ler Abschie­be­zen­trum
    Das “Rück­kehr­zen­trum” Kum­ka­pı in Istan­bul ist eines der ältes­ten Abschie­be­zen­tren in der Tür­kei, berüch­tigt für mise­ra­ble Unter­brin­gung, Kor­rup­ti­on, Miss­ach­tung grund­le­gen­der Rech­te und Frei­hei­ten. Der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te hat­te bereits im Jahr 2014 geur­teilt, dass hier das Recht auf Frei­heit, auf Sicher­heit, auf Frei­heit von Fol­ter und Miss­hand­lung ver­letzt wer­den. Seit­dem hat es immer wie­der Pro­tes­te von Insas­sen wie Unterstützer*innen gege­ben. A, Sams­tag nun,dem 19. Novem­ber 2016, haben Insas­sen in den Zel­len Feu­er gelegt und wäh­rend der Lösch­ar­bei­ten der Feu­er­wehr ist 123 von ihnen die Flucht gelun­gen. Die Poli­zei gab Warn­schüs­se in die Luft ab, 20 der Geflüch­te­ten wur­den gestellt. Im Bei­trag “kum­ka­pı göç­men isyanı­na dair /​/​about the kum­ka­pı migrant riot” vom 20. Novem­ber 2016 beim Netz­werk Flücht­lings­so­li­da­ri­tät externer Link (Göç­men Day­anış­ma Ağı) wird klar­ge­stellt, dass die Zahl in Rück­kehr­zen­tren inhaf­tier­ter Migrant*innen auf­grund des EU-Tür­kei-Deals mas­siv ange­stie­gen ist. Das Netz­werk for­dert die Abschaf­fung des Deals und Beweghungs­frei­heit für alle, denn: Kein Mensch ist ille­gal.
  • Falls EU-Tür­kei-Deal schei­tert: aus­tra­li­sche Insel­lö­sung vor­ge­schla­gen
    Gerald Knaus, öster­rei­chi­scher Sozio­lo­ge, Archi­tekt des EU-Tür­kei-Migra­ti­ons-Deals, macht sich gedank­lich schon mal fit für das anste­hen­de Schei­tern eben jenen Deals: Um eine Desta­bi­li­sie­rung des rest­li­chen Bal­kans zu ver­hin­dern, sol­len flüch­ten­de Men­schen auf einer grie­chi­schen Insel kon­zen­triert wer­den. Sie­he dazu den Bei­trag “The Ger­man-Aus­tri­an Plot: Aus­tra­lia solu­ti­on – All refu­gees on a Greek island if EU Tur­key deal fails” vom 20. Novem­ber 2016 bei Keep Tal­king Greece. Schon jetzt sind die grie­chi­schen Inseln mas­siv über­las­tet – und über­for­dert. Der EU-Tür­kei-Deal sieht vor, dass Flücht­lin­ge bis zur Bear­bei­tung ihres Asy­an­trags auf der grie­chi­schen Insel ver­blei­ben, auf der sie ein­ge­trof­fen sind – unter mise­ra­bels­ten Bedin­gun­gen. Bewoh­ner, ange­sta­chelt von ein­schlä­gi­gen Neo­na­zis, weh­ren sich gegen den drin­gend not­wen­di­gen Bau neu­er Unter­künf­te auf den Inseln.
  • Dro­hung ver­län­gert: Tür­kei droht mit Abbruch des Flücht­lings­de­als, wenn Visa-Frei­heit nicht bis Jah­res­en­de kommt
    Wäh­rend die Tür­kei sich gera­de von der beson­ders demo­kra­ti­schen Sei­te zeigt und HDP-Abge­ord­ne­te rei­hen­wei­se ver­haf­ten lässt – zur Erin­ne­rung: die Auf­he­bung der Immu­ni­tät war bereits vor dem Som­mer beschlos­sen wor­den, der Putsch vom Juli hat den Pro­zess ledig­lich für eini­ge Mona­te unter­bro­chen – ist in der Fra­ge des Flücht­lings­de­als mit der EU das tür­ki­sche Ulti­ma­tum ein wei­te­res Mal ver­län­gert wor­den. Zu den euro­päi­schen Zusa­gen aus dem Deal gehört bekannt­lich die Visa-Frei­heit für tür­ki­sche Staatsbürger*innen, aller­dings nicht bedin­gunslos. Ursprüng­lich hat­te die Tür­kei die­se für Juni gefor­dert, dann mit dem Aus­set­zen des Deals gedroht, soll­te die Visa­frei­heit nicht bis Okto­ber kom­men. Inzwi­schen lau­tet das Ulti­ma­tum auf Ende des Jah­res. Sie­he dazu den Bei­trag “Tur­key threa­tens to can­cel EU Migra­ti­on Deal unless “visa-free tra­vel to Tur­kish citi­zens by end of the year” vom 3. Novem­ber 2016 bei Keep Tal­king Greece externer Link
  • EU-Tür­kei-Deal: schon geplatzt?
    Wie es aus­sieht, kön­nen aktu­ell die aus dem EU-Tür­kei-Deal vor­ge­se­he­nen Rück­schie­bun­gen von Flücht­lin­gen aus Grie­chen­land in die Tür­kei nicht statt­fin­den: Nach dem geschei­ter­ten Putsch­ver­such Mit­te Juli sind die dafür zustän­di­gen tür­ki­schen Poli­zis­ten aus Grie­chen­land abge­zo­gen wor­den, man­che wur­den im Zuge der lau­fen­den Säu­be­rungs­ak­tio­nen aus dem Dienst ent­las­sen. Die grie­chi­schen Behör­den bemü­hen sich um Kon­takt für die Wie­der­auf­nah­me der “Koope­ra­ti­on”, wer­den aber immer wie­der ver­trös­tet. Sie­he dazu den Arti­kel “Tur­kish poli­ce with­dra­wal from Greece stalls EU migra­ti­on pact” von Patrick King­s­ley beim Gura­di­an online vom 31. August 2016 externer Link
  • [Ber­lin, 2. Sep­tem­ber] Auf­ruf: Kein schmut­zi­ger Deal mit der Tür­kei – Stoppt den Krieg in Kur­di­stan
    Der Deal mit dem Erdo­gan-Regime macht die Dop­pel­bö­dig­keit und offen­sicht­li­che Skru­pel­lo­sig­keit der aktu­el­len Poli­tik von EU und Bun­des­re­gie­rung in beson­de­rer Wei­se deut­lich. Er steht eben­so für Abschot­tung wie für die Aus­deh­nung der Macht­ba­sis der EU in den Nahen Osten und ist Pilot­pro­jekt für neue schmut­zi­ge Deals mit nord­afri­ka­ni­schen Staa­ten. Im Kern soll die Tür­kei zu einem „siche­ren Her­kunfts­land“ erklärt wer­den, um Abschie­bun­gen zu erleich­tern. Die Tür­kei wird so zum Boll­werk für die Abschir­mung von Migrant_​innen, die vor Krieg, Hun­ger und in ein bes­se­res Leben flie­hen…Demo-Auf­ruf bei der IL Ber­lin für den 2. Sep­tem­ber externer Link: 16 Uhr, Rotes Rathaus/​Nep­tun­brun­nen. Wir erin­nern an die Peti­ti­on: Kein schmut­zi­ger Deal mit der Tür­kei! externer Link
  • Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten – Beginnt das Dra­ma erneut?
    … Die Flücht­lings­an­künf­te in Grie­chen­land stei­gen erneut an. Tei­le der grie­chi­schen Pres­se bemer­ken bereits, dass auf Les­bos weni­ger Ein­woh­ner als Flücht­lin­ge leben. Schließ­lich kamen am Mon­tag, einen Tag, nach­dem der tür­ki­sche Außen­mi­nis­ter Mev­lüt Çavuşoğlu bei einem pri­va­ten Besuch auf Kre­ta bemerk­te, dass die Visa­frei­heit für Tür­ken eine Vor­aus­set­zung für die Ein­hal­tung des Flücht­lings­pakts ist, 462 Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten auf den grie­chi­schen Inseln an. In Athen gehen Beob­ach­ter davon aus, dass die Zah­len zum Ende des Sep­tem­bers, kurz bevor die EU im Okto­ber über die Visa-Frei­heit ent­schei­den will, noch ein­mal anstei­gen wer­den…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los bei tele­po­lis vom 31.08.2016 externer Link
  • Pro­test­ak­ti­on: Aktivist*innen deko­rie­ren Wahl­kreis­bü­ro von Tho­mas de Mai­ziè­re in Gro­ßenhain um
    In der Nacht zum 11. August haben die Aktivist*innen des „Kommandos_​Großenhain“ das Wahl­kreis­bü­ro des Bun­des­mi­nis­ters des Inne­ren, Tho­mas de Mai­ziè­re, in Gro­ßenhain besucht. Dabei ver­kleb­ten sie Pla­ka­te mit Bil­dern vom Grenz­zaun in Eido­me­ni und dem Mit­tel­meer. Auf die­sen wur­de die men­schen­feind­li­che Recht­fer­ti­gung des EU – Tür­kei Deals des Minis­ters: „Auch wenn wir jetzt ein Paar har­te Bil­der aus­hal­ten müs­sen, unser Ansatz ist rich­tig.“ zitiert. Außer­dem leg­ten die Aktivist*innen Schu­he nie­der, die sie direkt vom Strand des grie­chi­schen Lagers Moria auf der Insel Les­bos ein­ge­sam­melt haben. Mit der Akti­on will das Kom­man­do „Gro­ßenhain“ auf die töd­li­che EU-Außen­po­li­tik im All­ge­mei­nen und die men­schen­ver­ach­ten­de deut­sche Poli­tik im Spe­zi­el­len auf­merk­sam machen…Pres­se­mit­tei­lung vom “Kom­man­do Gro­ßenhain” bei Indy­m­e­dia links­un­ten vom 11. August 2016 externer Link – dort auch der Link zur Video­do­ku­men­ta­ti­on
  • Was, wenn Bild​.de den Flücht­lings­de­al plat­zen lässt?
    “… In Kurz­form geht das Sze­na­rio so: Kei­ne Visa­frei­heit für die Tür­ken. Die Tür­kei stellt „ihre Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Migra­ti­on“ ein und löst Flücht­lings­la­ger im Süden des Lan­des auf. Bus-Kon­vois machen sich auf zum Drei-Län­der-Eck Bul­ga­ri­en-Grie­chen­land-Tür­kei. Bul­ga­ri­en lässt die Geflüch­te­ten durch. Ser­bi­en lässt die Geflüch­te­ten durch. Kroa­ti­en lässt die Geflüch­te­ten durch. Slo­we­ni­en lässt die Geflüch­te­ten durch. Öster­reich lässt die Geflüch­te­ten durch. Tau­sen­de Geflüch­te­te ste­hen vor der deut­schen Gren­ze. (…) Kurz gesagt: Sodom und Gomor­ra in Euro­pa. Es gab mal eine Zeit, da haben sich Juli­an Rei­chelt und Kai Diek­mann und eini­ge ande­re „Bild“-Mitarbeitern — zumin­dest theo­re­tisch — bei den vie­len Flücht­lings­hel­fern in die­sem Land unter­ge­hakt und „refu­gees wel­co­me“ und „Wir hel­fen“ geschrien. Die­se Zeit ist offen­sicht­lich vor­bei. Inzwi­schen schü­ren die „Bild“-Medien wie­der die Angst vor Zuwan­de­rern…” Blog von Moritz Tscher­mak vom 3. August 2016 beim BILD­blog externer Link
  • [3.8.2016] Kund­ge­bung “Kein Deal mit der Tür­kei” von Rich­tern, Anwäl­ten, Staats­an­wäl­ten und Bür­ger­recht­lern
    Der DIRTY DEAL: Merkels Pakt und Erdogans BeitragIn der Tür­kei wird der Rechts­staat mit Füßen getre­ten. Durch die Ver­haf­tung und Ent­las­sung von tau­sen­den unse­rer Kol­le­gen, lei­den nicht nur die direkt Betrof­fe­nen. Die feh­len­de Unab­hän­gig­keit der Jus­tiz trifft jeden, von Pri­vat­per­so­nen bis Unter­neh­men. In Anbe­tracht des Vor­ge­hens der tür­ki­schen Staats­füh­rung in den ver­gan­ge­nen zwei Wochen nach dem ver­such­ten Mili­tär­putsch, rufen zehn Orga­ni­sa­tio­nen von Anwäl­ten, Staats­an­wäl­ten, Rich­tern und Bür­ger­recht­lern zu einer gemein­sam Kund­ge­bung auf. Anläss­lich der Kund­ge­bung wer­den Erklä­run­gen ver­le­sen, die die aktu­el­le Situa­ti­on der ver­schie­de­nen ver­folg­ten, sus­pen­dier­ten und ver­haf­te­ten (Berufs-)Gruppen wie Rechtsanwält*innen, Richter*innen, Staatsanwält*innen, Journalist*innen, Akademiker*innen und Gewerkschafter*innen ver­deut­li­chen. Ange­sichts der mas­si­ven Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in der Tür­kei darf es kei­nen Deal mit der tür­ki­schen Regie­rung über Men­schen­rech­te – auch nicht mit den Men­schen­rech­ten von Flücht­lin­gen – geben. Die zehn Orga­ni­sa­tio­nen for­dern die Bun­des­re­gie­rung in einer gemein­sa­men Erklä­rung u.a. dazu auf: Einen sofor­ti­gen Abschie­be­stopp für die Tür­kei zu erlas­sen; sich auf allen Ebe­nen dafür ein­zu­set­zen, dass die will­kür­li­chen und poli­tisch moti­vier­ten Ver­haf­tun­gen, Ent­las­sun­gen oder Sus­pen­die­run­gen sofort auf­ge­ho­ben wer­den; die Wie­der­her­stel­lung der rich­ter­li­chen Unab­hän­gig­keit und der frei­en Berufs­aus­übung von Rechts­an­wäl­ten und Rechts­an­wäl­tin­nen, Staats­an­wäl­ten und Staats­an­wäl­tin­nen und die Frei­heit der Medi­en in der Tür­kei ein­zu­for­dern.” Aus der Ein­la­dung von 10 Bür­ger­rechts- und Jurist*innen-Organisationen zur Teil­nah­me an der Kund­ge­bung “Kein Deal mit der Tür­kei” am Mitt­woch, den 3.8.2016 von 14 – 15:30 Uhr vor dem Bun­des­kanz­ler­amt, gemein­sa­me Kund­ge­bung von Rich­tern, Anwäl­ten, Staats­an­wäl­ten und Bür­ger­recht­lern – sie­he
  • Tür­kei: Die EU darf Erdo­gan nicht wei­ter stär­ken!
    … Anstatt sich an Papp­ka­me­ra­den abzu­ar­bei­ten, soll­ten die EU und die deut­sche Regie­rung end­lich Kon­se­quen­zen aus ihren schwe­ren Feh­lern in der Koope­ra­ti­on mit dem tür­ki­schen Staats­chef zie­hen. Schließ­lich waren es euro­päi­sche Poli­ti­ker, die Erdo­gan im Inter­es­se der Abschot­tung der EU vor Flücht­lin­gen den Rücken gestärkt haben. Wenn Erdo­gan jetzt noch skru­pel­lo­ser gegen Kri­ti­ker vor­geht, ist das auch das Ergeb­nis der Tole­ranz, mit der die EU die bis­he­ri­gen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen sei­ner AKP-Regie­rung hin­ge­nom­men hat. Wer allen Erns­tes dar­an fest­hält, das Land zum siche­ren Dritt­staat erklä­ren zu wol­len, darf sich über die Fol­gen nicht wun­dern. Erdo­gan hat die Bot­schaft ver­stan­den und weiß die­sen Frei­brief zu nut­zen. Die EU muss den Tür­kei-Deal sofort been­den, denn die Tür­kei ist für nie­man­den sicher: weder für Flücht­lin­ge noch für Oppo­si­tio­nel­le. Die auf EU-Ebe­ne geplan­te Ein­stu­fung als siche­res Dritt­land, die nicht zuletzt von der Bun­des­re­gie­rung vor­an­ge­trie­ben wird, muss umge­hend gestoppt wer­den…Pres­se­mit­tei­lung von Bar­ba­ra Loch­bih­ler (ehe­mals Amnes­ty Inter­na­tio­nal, jetzt Grü­ne Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te) vom 19. Juli 2016 externer Link
  • [24. Juni, Ber­lin] Der DIRTY DEAL: Mer­kels Pakt und Erdo­gans Bei­trag
    … Die Bil­der, die aus Städ­ten wie Nusay­bin, Amed, Gever u.v.m. zu sehen sind, glei­chen denen aus dem kriegs­zer­rüt­te­ten Syri­en. Tau­sen­de Kur­dIn­nen star­ben oder wur­den schwer ver­letzt, auch etli­che Sol­da­ten wur­den getö­tet. Die­se Repu­blik im Aus­nah­me­zu­stand wur­de durch den EU-Tür­kei-Deal im Hand­streich zu einem „siche­ren Her­kunfts­staat“. Mer­kel rühmt sich, mit die­sem Deal die „Flücht­lings­strö­me“ zu stop­pen, von den Regie­rungs­bän­ken wird unver­hoh­len gefor­dert zur tür­ki­schen Innen­po­li­tik zu schwei­gen und nicht „der Schieds­rich­ter bei Men­schen­rech­ten“ (de Mai­ziè­re) zu sein. Wir haben eine Jour­na­lis­tin, eine Aka­de­mi­ke­rin und einen Poli­tik­wis­sen­schaft­ler ein­ge­la­den, um von den Gescheh­nis­sen in der Tür­kei zu berich­ten und eine Dis­kus­si­on um den Mer­kel-Erdo­gan-Deal anzu­re­gen…” Ver­an­stal­tung der Inter­ven­tio­na­lis­ti­schen Lin­ken (IL) und des Arbeits­kreis Inter­na­tio­na­lis­mus der IG Metall Ber­lin (AKI) zur Poli­tik der EU und zur Repres­si­on gegen lin­ke Intel­lek­tu­el­le, Min­der­hei­ten und die Gewerk­schafts­be­we­gung am Frei­tag, 24. Juni 19.30 Uhr, im Ber­li­ner IG Metall Haus – die Ein­la­dung externer Link
  • Grie­chen­land und der EU-Tür­kei-Deal: Was nicht passt,wird pas­send gemacht
    Min­des­tens 8.400 Men­schen sit­zen auf ihrer Flucht vor Krieg und Ver­fol­gung aktu­ell auf den grie­chi­schen Inseln fest – mehr als die Hälf­te von ihnen soll in den nächs­ten Wochen zurück in die Tür­kei gescho­ben wer­den. Kein Pro­blem, denn Syrer/​innen sei­en kaum dar­un­ter. Kein Pro­blem auch, weil die im grie­chi­schen Asyl­sy­tem vor­ge­se­he­nen unab­hän­gi­gen Beschwer­de­stel­len – die in den letz­ten Wochen in immer­hin 70 Fäl­len gegen eine Über­stel­lung in die Tür­kei ent­schie­den hat­ten ‑auf Druck der EU und mit Bil­li­gung des grie­chi­schen Par­la­ments kurz­fris­tig neu besetzt wer­den: war bis­her eines der drei Mit­glie­der die­ser Kom­mis­si­on immer ein “Mit­glied der Zivil­ge­sell­schaft”, wer­den die­se nun durch Rich­ter ersetzt und es wird mit deut­lich weni­ger Wider­stand gegen die Abschie­bun­gen gerech­net. Pro Asyl beglei­tet der­weil zwei Fäl­le, bei denen durch­aus Syrer von dro­hen­der Rück­schie­bung betrof­fen sind – not­falls bis vor den Men­schen­rechts­ge­richts­hof. Und die Ärz­te ohne Gren­zen haben erklärt, bis zur Aus­set­zung des EU-Tür­kei-Deals auf För­der­gel­der der EU oder deren Mit­glieds­staa­ten zu ver­zich­ten – sozu­sa­gen die NGO-Ver­si­on von poli­ti­schem Hun­ger­streik. Sie­he dazu ver­schie­de­ne Bei­trä­ge:
    • Greece wants send thousands of migrants back to Tur­key in com­ing weeks
      Mel­dung bei Reu­ters vom 17. Juni 2016 externer Link über die geplan­te Abschie­bung tau­sen­der Flücht­lin­ge in die Tür­kei
    • Greece side­li­nes offi­cials who blo­cked expul­si­on of refu­gees to Tur­key
      Arti­kel im Guar­di­an vom 17. Juni 2016 externer Link über die von der EU for­cier­te und vom grie­chi­schen Par­la­ment gebil­lig­te Umbe­set­zung der nun­ab­hän­gi­gen Beschwer­de­stel­len für Flücht­lin­ge in Grie­chen­land
    • Hot Spots in der Ägä­is: Zonen des Elends und der Recht­lo­sig­keit
      Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 17.06.2016 externer Link über die Situa­ti­on der Flücht­lin­ge auf den grie­chi­schen Inseln und die beglei­tung zwei­er Fäl­le, in denen Syrer von Rück­schie­bung in die Tür­kei bedroht sind
    • EU Sta­tes’ dan­ge­rous approach to migra­ti­on pla­ces asyl­um in jeo­par­dy world­wi­de: MSF to no lon­ger take funds from EU Mem­ber Sta­tes and insti­tu­ti­ons
      Stel­lung­nah­me der Ärz­te ohne Gren­zen vom 17. Juni 2016 externer Link, aus Pro­test gegen den EU-Tür­kei-Deal bis auf wei­te­res auf För­der­gel­der der EU und deren Mit­glieds­staa­ten zu ver­zich­ten
  • EU-Tür­kei-Deal: Beru­fungs­in­stanz stoppt Abschie­bun­gen in die Tür­kei
    Am 31. Mai wur­den drei posi­ti­ve Ent­schei­dun­gen des Asyl­ko­mi­tees auf Les­bos ver­öf­fent­licht: Die Tür­kei ist kein siche­rer Dritt­staat, die betrof­fe­nen Syrer dür­fen nicht abge­scho­ben wer­den. Anwäl­tin­nen des PRO ASYL-Pro­jek­tes „RSPA“ hat­ten die Ver­tre­tung der neun syri­schen Schutz­su­chen­den in den Ver­fah­ren über­nom­men. (…) Der zyni­sche Groß­ver­such in der Ägä­is muss end­lich gestoppt wer­den. Die Abschie­bun­gen in die Tür­kei müs­sen been­det wer­den. Tau­sen­de Schutz­su­chen­de wur­den seit dem 20. März inhaf­tiert, es fehlt an Essen, es man­gelt an medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung. Die Haft­la­ger und pro­vi­so­ri­schen Unter­künf­te sind völ­lig über­füllt und die hygie­ni­schen Ver­hält­nis­se kata­stro­phal. In den soge­nann­ten Hot­spots gelan­gen Schutz­su­chen­de kaum an Infor­ma­tio­nen zum Ver­fah­ren. Ledig­lich weni­ge spen­den­fi­nan­zier­te Anwäl­tIn­nen ver­su­chen, unter wid­rigs­ten Bedin­gun­gen gegen ableh­nen­de Ent­schei­dun­gen der ers­ten Instanz vor­zu­ge­hen. In solch einer Situa­ti­on, in der Flücht­lin­gen weder eine gere­gel­te Basis­ver­sor­gung, noch ihre Sicher­heit in den Lagern gewähr­leis­tet wird, kann es kein rechts­staat­li­ches Ver­fah­ren geben…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 01.06.2016 externer Link
  • EGB und IGB zur Flücht­lings­si­tua­ti­on: “Men­schen sind kei­ne Han­dels­wa­ren”
    Schar­fe Kri­tik an der Flücht­lings­po­li­tik vie­ler west­li­cher Staa­ten üben die Spit­zen des Euro­päi­schen und des Inter­na­tio­na­len Gewerk­schafts­bun­des (EGB und IGB) in einem gemein­sa­men State­ment. Abschot­tung sei nicht der rich­ti­ge Weg. “Die Gewerk­schaf­ten sagen: ‘Refu­gees wel­co­me’”, heißt es in einem Bei­trag von EGB-Gene­ral­se­kre­tär Luca Visen­ti­ni und IGB-Gene­ral­se­kre­tä­rin Sharan Bur­row…Bericht beim DGB vom 27.05.2016 externer Link. Zum Inhalt:
    • Dort heißt es, wie zu erwar­ten “selbst­los”: “… “Men­schen sind kei­ne Han­dels­wa­ren”, heißt es im gemein­sa­men State­ment der bei­den. Kri­tik üben sie am so genann­ten EU-Tür­kei-Deal. Er sei ein “heuch­le­ri­scher Ver­such”, inter­na­tio­na­le Ver­pflich­tun­gen zu umge­hen. Außer­dem igno­rie­re er die Erfah­run­gen des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts, in dem Euro­pa Flücht­lin­ge in der Arbeits­welt vie­ler Län­der will­kom­men gehei­ßen habe – was zu mehr Beschäf­ti­gung und wach­sen­der Wirt­schaft geführt hat. (…) Vie­le Län­der, auch in Euro­pa, bräuch­ten mehr Arbeits­kräf­te, um Beschäf­ti­gungs- und Wirt­schafts­wachs­tum zu för­dern. Das nut­ze sowohl den Geflüch­te­ten als auch den Gesell­schaf­ten, die sie auf­neh­men…
    • Immer­hin aber auch: “… Aber im Mit­tel­punkt der Flücht­lings­kri­se ste­hen zu aller­erst Men­schen, beto­nen Bur­row und Visen­ti­ni. Jedes demo­kra­ti­sche Land kön­ne noch mehr tun, um Men­schen in Not einen siche­ren Zufluchts­ort zu ermög­li­chen…
    • Sie­he dazu das kom­plet­te State­ment von EGB-Gene­ral­se­kre­tär Luca Visen­ti­ni und IGB-Gene­ral­se­kre­tä­rin Sharan Bur­row externer Link (Eng­lisch)
  • EU-Tür­kei-Flücht­lings­de­al muss been­det wer­den
    Inhaf­tie­run­gen, Abschie­bun­gen, kein Zugang zum Asyl­ver­fah­ren: Der EU-Tür­kei-Deal hat an Euro­pas Gren­zen zu recht­lo­sen Zustän­den geführt. PRO ASYL hat die fata­len Fol­gen des Deals in einem Bericht doku­men­tiert und for­dert anläss­lich der Rei­se der Bun­des­kanz­le­rin in die Tür­kei am 22. Mai die Aus­set­zung des EU-Tür­kei-Abkom­mens…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 20.05.2016 externer Link. Sie­he dazu den Bericht von Pro Asyl externer Link
  • Kei­ne Chan­ce mehr auf Asyl für Flücht­lin­ge aus Nicht-Syri­en?
    Drei Mit­glie­der des Euro­päi­schen Par­la­ments, Cor­ne­lia Ernst, Mari­na Albi­ol and Josu Jua­ris­ti, haben 40 im Zusam­men­hang mit dem EU-Tür­kei-Deal abge­scho­be­ne Geflüch­te­te in zwei Abschie­be­zen­tren in der Tür­kei inter­viewt. Alle 40 kamen nicht aus Syri­en, son­dern aus ande­ren Kon­flikt­her­den die­ser Welt. Und alle 40 gaben an, sie hät­ten weder in Grie­chen­land, noch in der Tür­kei die Chan­ce bekom­men, einen Antrag auf Asyl zu stel­len. Die EU hat­te voll­mun­dig ande­res ver­spro­chen. Seit ihrer Ankunft in der Tür­kei haben die Geflüch­te­ten kei­ne Infor­ma­tio­nen erhal­ten, was nun wei­ter mit ihnen geschieht. Sie­he dazu den Bericht “Non-Syri­ans denied asyl­um claims under EU-Tur­key deal” von Patrick King­s­ley am 10. Mai 2016 beim Guar­di­an online externer Link
  • Abschot­tung: Soll Athen die Rol­le Anka­ras über­neh­men?
    EU dis­ku­tiert über Alter­na­ti­ven zu umstrit­te­nem Tür­kei-Deal /​Bericht: Grie­chi­sche Inseln als Abschie­be­zen­tren für Geflüch­te­te /​Stopp der Mil­li­ar­den­zah­lun­gen an Anka­ra erwo­gen – Geld soll an Athen gehen…Mel­dung beim ND online vom 9. Mai 2016 externer Link. Aus dem Text: “… Ange­sichts des Geba­ren der Regie­rung in Anka­ra steht der umstrit­te­ne Deal mit der Tür­kei zur Abschot­tung Euro­pas offen­bar vor dem Schei­tern. Des­halb wür­den laut einem Bericht die Regie­rungs­chefs eini­ger EU-Staa­ten schon über Alter­na­ti­ven dis­ku­tier­ten. (…)Erdo­gan hat nach dem ange­kün­dig­ten Rück­zug sei­nes Regie­rungs­chefs Ahmet Davu­to­g­lu erklärt, dass er eine Ände­rung der Anti-Ter­ror­ge­set­ze sei­nes Lan­des ableh­ne – die­se Geset­zes­än­de­rung ist aber ein wich­ti­ger Bau­stein des Flücht­lings­pak­tes der EU mit der Tür­kei, weil sie Vor­aus­set­zung für die von Anka­ra gefor­der­te Vis­um­frei­heit für Tür­ken ist…
  • Tür­ki­scher Mau­er­bau – mit Selbst­schuss­an­la­gen?
    Der Plan für die Mauer in der TürkeiRund 900 Kilo­me­ter ist die syrisch-tür­ki­sche Gren­ze lang. Seit letz­tem Som­mer baut die Tür­kei hier an einer gewal­ti­gen Schutz­an­la­ge, um ille­ga­le Grenz­über­trit­te aus dem Bür­ger­kriegs­land Syri­en zu ver­hin­dern. Ein Drit­tel des Pro­jekts sei inzwi­schen fer­tig, wur­de Anfang April ver­mel­det. In stra­te­gisch wich­ti­gen Abschnit­ten besteht die Mau­er aus drei Meter hohen Beton­blö­cken, andern­orts muss ein ein­fa­cher Zaun rei­chen. Doch bei der Mau­er allein soll es nicht blei­ben: Auch von Patrouil­len rund um die Uhr und Über­wa­chung mit Wär­me­bild­ka­me­ras ist die Rede. Und von Tür­men mit Selbst­schuss­an­la­gen, wie es sie zu Zei­ten der DDR auch an der inner­deut­schen Gren­ze gege­ben hat­te“ – aus dem Arti­kel „Selbst­schuss­an­la­gen gegen Flücht­lin­ge“ von Luca de Car­li am 03. Mai 2016 in der Bas­ler Zei­tung externer Link, wor­in zwar auf die Par­al­le­len zur Mau­er zwi­schen DDR und BRD hin­ge­wie­sen wird, das Modell-Mäu­er­chen an der USA Süd­gren­ze (ohne Schieß­an­la­gen, dafür mit schieß­wü­ti­gen Gren­zern) aber ver­ges­sen wird, zu erwäh­nen…
  • Erdo­gan droht Been­di­gung des Flücht­lings­ab­kom­mens an
    Alle Ver­spre­chun­gen müs­sen ein­ge­löst wer­den, bis­lang sei noch nichts gesche­hen, so der tür­ki­sche Prä­si­dent, der sei­ne Macht gegen­über der EU aus­spielt…Bei­trag von Flo­ri­an Röt­zer bei tele­po­lis vom 07.04.2016 externer Link. Aus dem Text: “… Heu­te warn­te Erdo­gan schließ­lich die EU, dass die Tür­kei das Flücht­lings­ab­kom­men zur Redu­zie­rung der Flücht­lin­ge nicht umset­zen wer­de, falls Brüs­sel nicht die aus­ge­han­del­ten Bedin­gun­gen ein­hält. Dazu gehört die Ein­räu­mung einer visa­frei­en Ein­rei­se von Tür­ken in die EU bis “spä­tes­tens Juni 2016”, was inner­halb der EU-Mit­glieds­län­der und auch in Deutsch­land auf Wider­stän­de stößt, und die Beschleu­ni­gung der Betritts­ver­hand­lun­gen – beson­ders schwie­rig nach dem har­ten Vor­ge­hen gegen die Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit. Es gebe “genaue Bedin­gun­gen”, sag­te Erdo­gan: “Wenn die EU nicht die not­wen­di­gen Schrit­te unter­nimmt, dann wird die Tür­kei das Abkom­men nicht umset­zen.” …” Kom­men­tar: Für unse­ren Geschmack ern­tet Jan Böh­mer­mann in die­sem Bei­trag mehr Mit­leid, als er aktu­ell ver­dient. Davon abge­se­hen wür­den wir es aber aus­drück­lich begrü­ßen, wenn der EU-Tür­kei-Deal schnellst­mög­lich wie­der aus­ge­setzt wird. Nur: Eine Lösung für die in Grie­chen­land fest­sit­zen­den Flücht­lin­ge muss dann immer noch gefun­den wer­den… Sie­he dazu unser Dos­sier “Huma­ni­tä­re Kri­se in Grie­chen­land droht zu eska­lie­ren”
  • Nein, das Boot ist noch längst nicht voll!
    … Die euro­päi­schen Staats­chefs haben ent­schie­den, dass weder Mit­leid noch Men­schen­rech­te die Leit­li­ni­en euro­päi­schen Han­delns sein kön­nen. Abwehr von Flücht­lin­gen bleibt das Ziel euro­päi­scher Poli­tik und Nega­ti­on euro­päi­scher Wer­te der Weg. Gel­ten­des Recht wird außer Kraft gesetzt. Flücht­lin­ge dür­fen zwar nicht in Län­der abge­scho­ben wer­den, in denen ihnen poli­ti­sche Ver­fol­gung oder die Gefahr einer Ket­ten­ab­schie­bung in das Ver­fol­ger­land dro­hen. Mit der Tür­kei aber wird ein men­schen­ver­ach­ten­der und völ­ker­rechts­wid­ri­ger Deal geschlos­sen, der die Flücht­lin­ge zur Ware macht. Die Tür­kei erhält Geld und wird zum siche­ren Dritt­staat erklärt, der für Flücht­lin­ge, aber auch für Kur­den in der Tür­kei, höchst unsi­cher ist. (…) Die Flücht­lin­ge, die Euro­pa kei­nes­wegs über­for­dern wür­den, wer­den aus Grie­chen­land abge­scho­ben. Ihr indi­vi­du­el­les Recht auf Asyl und recht­li­ches Gehör wird mit Füßen getre­ten. Weni­ge syri­sche Flücht­lin­ge, und nur syri­sche, erhal­ten im Gegen­zug ein Ticket in eines der EU-euro­päi­schen Län­der. Mon­tag, 4. April 2016, begann die „Rück­füh­rung“ der­je­ni­gen, die zu Ille­ga­len, zu ille­gal Ein­ge­reis­ten gemacht wor­den waren. Als hät­ten sie eine Chan­ce, legal Schutz zu suchen, als wäre es ille­gal, Schutz in Euro­pa zu suchen…Bei­trag von Elke Ste­ven beim Grund­rech­te­ko­mi­tee vom 7. April 2016 externer Link
  • Das Asyl­recht bleibt bestehen und Tür­kei ist ein “siche­rer Dritt­staat”? Der Flüchtlings(abschiebe)skandal und der EU-Tür­kei-Deal müs­sen sofort been­det wer­den!!!
    Sie­he erschre­cken­de Infor­ma­tio­nen über die Lage sowohl in Grie­chen­land als auch in der Tür­kei:
    • Mensch­li­ches Ver­sa­gen oder: Euro­päi­sche Lösung (II)Mas­si­ve inter­na­tio­na­le Pro­tes­te beglei­ten den Beginn der EU-Mas­sen­ab­schie­bung von Flücht­lin­gen in die Tür­kei. Vom heu­ti­gen Mon­tag (4.4.16) bis zum Mitt­woch sol­len die ers­ten 750 Flücht­lin­ge von den grie­chi­schen Inseln an die tür­ki­sche Küs­te abtrans­por­tiert wer­den; mehr als 5.400 wei­te­re sind in den EU-“Hotspots” auf den Inseln inter­niert, um sie dar­an zu hin­dern, sich spä­te­ren Abschie­be­maß­nah­men zu ent­zie­hen. Meh­re­re UNO-Stel­len haben die EU-Maß­nah­men, die maß­geb­lich von der Bun­des­re­gie­rung durch­ge­setzt wor­den sind, öffent­lich als völ­ker­rechts­wid­rig kri­ti­siert; Ber­lin und Brüs­sel bewe­gen sich mit dem Fest­hal­ten an der Mas­sen­ab­schie­bung auf einen offe­nen Kon­flikt mit den Ver­ein­ten Natio­nen zu. Inter­na­tio­na­le Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen haben ihre Tätig­keit in den Haft-“Hotspots” aus Pro­test ein­ge­stellt: Man wol­le nicht zum Kom­pli­zen der externer Link EU-Machen­schaf­ten wer­den, heißt es. Auf den grie­chi­schen Inseln wie auch auf dem Fest­land eska­lie­ren die Flücht­lings­pro­tes­te; die Regie­rung in Athen rech­net mit mas­si­vem Wider­stand gegen die Mas­sen­ab­schie­bung. Um die­se den­noch sicher­zu­stel­len, hat Ber­lin deut­sches Per­so­nal auf die grie­chi­schen Inseln ent­sandt – Bun­des­po­li­zis­ten sowie Mit­ar­bei­ter des Bun­des­amts für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge. Die Bun­des­re­gie­rung misst dem völ­ker­rechts­wid­ri­gen Vor­ge­hen stra­te­gi­sche Bedeu­tung bei…Redak­tio­nel­ler Bei­trag bei Ger­man For­eign Poli­cy vom 4. April 2016 externer Link. Sie­he dazu:
    • Aus dem Text: “… Dass der Abschie­be­pakt mit der Tür­kei in ekla­tan­ter Wei­se inter­na­tio­na­les Recht bricht und gegen fun­da­men­ta­le Men­schen­rech­te ver­stößt, haben Flücht­lings- und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen immer wie­der aus­führ­lich belegt. Die von Ber­lin ener­gisch vor­an­ge­trie­be­ne Umset­zung des völ­ker­rechts­wid­ri­gen Deals führt nun zu bei­spiel­lo­sen inter­na­tio­na­len Pro­tes­ten gegen die deutsch inspi­rier­ten Prak­ti­ken der EU. (…) Zum Wochen­en­de hat ein Bericht der Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Amnes­ty Inter­na­tio­nal den Pro­tes­ten neu­en Rücken­wind ver­schafft. Auch Amnes­ty hat­te bereits zuvor geäu­ßert, der Deal mit Anka­ra sei ein “his­to­ri­scher Schlag gegen die Men­schen­rech­te”. Nun berich­tet die Orga­ni­sa­ti­on, die Tür­kei schie­be seit Mit­te Janu­ar nahe­zu täg­lich Grup­pen von rund hun­dert Flücht­lin­gen nach Syri­en ab, dar­un­ter unbe­glei­te­te Kin­der. In den ver­gan­ge­nen sie­ben bis neun Wochen sei­en mut­maß­lich Tau­sen­de Flücht­lin­ge in das syri­sche Kriegs­ge­biet aus­ge­wie­sen wor­den. (…) Wäh­rend Ber­lin und die EU auf einen offe­nen Kon­flikt mit den Ver­ein­ten Natio­nen zusteu­ern, üben auch in Grie­chen­land akti­ve Bür­ger­initia­ti­ven schar­fe Kri­tik. So heißt es in einem grie­chisch-deut­schen Appell, die in Grie­chen­land gestran­de­ten Flücht­lin­ge dürf­ten nicht wei­ter blo­ckiert wer­den; sie soll­ten viel­mehr umge­hend mit Son­der­zü­gen in die Bun­des­re­pu­blik geholt wer­den…
    • Tür­kei schiebt mas­sen­haft syri­sche Flücht­lin­ge ab
      Amnes­ty-Recher­chen bewei­sen, dass die Tür­kei seit Janu­ar fast täg­lich syri­sche Män­ner, Frau­en und Kin­der in Grup­pen von bis zu 100 Men­schen nach Syri­en abge­scho­ben hat. Die­ser Ver­stoß gegen inter­na­tio­na­les Recht ist ein wei­te­rer Beleg dafür, dass die Tür­kei kein siche­rer Dritt­staat für Flücht­lin­ge ist, in den die EU beden­ken­los Schutz­be­dürf­ti­ge zurück­schi­cken kann…Bei­trag von Amnes­ty Inter­na­tio­nal vom 1. April 2016 externer Link
    • Beson­ders unschön: Wäh­rend das ers­te Schiff mit zurück­ge­scho­be­nen Geflüch­te­ten unter­wegs ist, sam­melt sich am Kai in Dikili/​Türkei, wo die Men­schen aus­ge­la­den wer­den sol­len, bereits die Jour­na­lis­ten-Meu­te (Deniz Yücel, Tür­kei-Kor­re­spon­dent der “Welt” lässt uns an die­sem Aus­blick teil­ha­ben externer Link). Irgend­wer muss die Bil­der ja auch foto­gra­fie­ren, die dann im wei­te­ren zur Abschre­ckung ver­wen­det wer­den sol­len.
    • Soli­da­ri­tät gefragt: Appell „ZÜGE DER HOFFNUNG“ für Flücht­lin­ge in Grie­chen­land
  • Ket­ten­ab­schie­bung rel­oa­ded: Tür­kei will Flücht­lin­ge in Her­kunfts­län­der zurück­schi­cken
    Die EU will mit einem Rück­über­nah­me­ab­kom­men abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber in die Tür­kei zurück­schi­cken. Nun will Anka­ra ähn­li­che Ver­trä­ge mit den Hei­mat­län­dern abschlie­ßen. Die Tür­kei will die Rück­füh­rung von Flücht­lin­gen in ihre Her­kunfts­län­der mit Hil­fe von Ver­trä­gen mit ins­ge­samt 14 Staa­ten beschleu­ni­gen. Die Ver­trä­ge könn­ten nach ent­spre­chen­den Ver­hand­lun­gen unter­zeich­net wer­den, sag­te Außen­amts­spre­cher Tan­ju Bil­gic am Mitt­woch in Anka­ra. Um wel­che Län­der es sich han­delt, blieb offen…Mel­dung bei DiePres​se​.com vom 02.03.2016 externer Link
  • EU-Tür­kei-Deal: Fal­sche Rück­sicht­nah­me – mit Kon­se­quen­zen
    Wäh­rend der deut­sche Bun­des­tag sogar eine Erklä­rung zum Völ­ker­mord an den Arme­ni­ern sus­pen­diert, um der Tür­kei kei­nen über­mä­ßi­gen Stress zu berei­ten, deu­tet sich im Mit­tel­meer bereits an, wie sich das Schwei­gen zur aktu­el­len Men­schen­rechts­la­ge ins­be­son­de­re in den kur­di­schen Gebie­ten in der Tür­kei aus­wir­ken wird: “Neue Flucht­wel­le in der Ägä­is? Küs­ten­wa­che greift erst­mals Kur­den auf”, titel­te n‑tv.de am 24. Febru­ar 2016. Da hel­fen dann Euro­pa auch alle Mau­ern an der syrisch-tür­ki­schen Gren­ze nicht. Sie­he dazu drei Bei­trä­ge
    • Neue Flucht­wel­le in der Ägä­is? Küs­ten­wa­che greift erst­mals Kur­den auf
      Mit mili­tä­ri­scher Gewalt geht Erdo­gan gegen die Kur­den vor – im eige­nen Land und jen­seits der Gren­ze. Das Vor­ge­hen des tür­ki­schen Prä­si­den­ten hat Fol­gen: Auf der Suche nach Sicher­heit machen sich Kur­den auf den Weg nach Euro­pa…Mel­dung bei n‑tv.de vom 24. Febru­ar 2016 externer Link. Dort heißt es: “… Tür­ki­sche Medi­en hat­ten zuvor berich­tet, es habe sich um eine Fami­lie aus der Stadt Idil in der Pro­vinz Sirnak gehan­delt…“Idil steht seit eini­gen Tagen unter Beschuss (Labour­Net Ger­ma­ny berich­te­te)
    • Der tür­ki­sche Grenz­wall. Beton­blö­cke und Selbst­schuss­an­la­gen
      Um 138 Meter täg­lich wächst bei der tür­ki­schen Stadt Kilis die Grenz­be­fes­ti­gung gegen Syri­en. Der Ort hat mehr Flücht­lin­ge als Ein­woh­ner…Bei­trag von Mar­co Kauffmann Boss­art bei der nzz online vom 20.2.2016 externer Link
    • Vor­erst kei­ne Erklä­rung zu Mas­sa­kern an Arme­ni­ern
      “Waren die Mas­sa­ker an den Arme­ni­ern im Osma­ni­schen Reich vor 100 Jah­ren ein Völ­ker­mord? Eine gemein­sa­me Posi­tio­nie­rung des Bun­des­tags zu die­ser Fra­ge ist bis­lang fehl­ge­schla­gen…” Bei­trag bei tages​schau​.de vom 25. Febru­ar 2016 externer Link – stil­echt schreibt das staat­li­che Fern­se­hen denn auch von “Mas­sa­kern” statt vom Völ­ker­mord
  • EU-Gip­fel in Brüs­sel: Legi­ti­mie­rung von Ver­let­zun­gen der Flücht­lings­rech­te droht
    Am 18. und 19. Febru­ar tref­fen sich die EU-Staats- und Regie­rungs­chefs in Brüs­sel. Im Vor­feld sind Doku­men­te der EU-Kom­mis­si­on bekannt gewor­den, die die argu­men­ta­ti­ve Basis für die Beschlüs­se der Staats- und Regie­rungs­chefs bei die­sem Gip­fel lie­fern sol­len. Die EU-Kom­mis­si­on drängt dem­nach dar­auf, Dub­lin-Abschie­bun­gen nach Grie­chen­land wie­der auf­zu­neh­men und die Tür­kei als „siche­ren Dritt­staat“ ein­zu­stu­fen. Für Grie­chen­land hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof 2011 ein Abschie­bungs­ver­bot erlas­sen, das bis heu­te mehr­mals erneu­ert wur­de. Und das aus gutem Grund, denn das Land ver­fügt wei­ter­hin über kein men­schen­rechts­kon­for­mes Schutz- und Auf­nah­me­sys­tem für Asyl­su­chen­de. Gegen­wär­tig kom­men Zehn­tau­sen­de von Schutz­su­chen­den in Grie­chen­land an – allein im Janu­ar waren es UNHCR-Anga­ben zufol­ge mehr als 65.000. Das Land ist mit der Auf­nah­me und der Ver­sor­gung der Flücht­lin­ge heil­los über­for­dert. (…) Den­noch for­dert die EU-Kom­mis­si­on jetzt die „Wie­der­auf­nah­me der Über­stel­lun­gen auf der Grund­la­ge der Dub­lin-Ver­ord­nung nach Grie­chen­land“…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 15. Febru­ar 2016 externer Link. Sie­he dazu: ANNEX to the Com­mu­ni­ca­ti­on from the Com­mis­si­on to the Euro­pean Par­lia­ment and the Coun­cil on the Sta­te of Play of Imple­men­ta­ti­on of the Prio­ri­ty Actions under the Euro­pean Agen­da on Migra­ti­on EU-Tur­key Joint Action Plan – Imple­men­ta­ti­on Report externer Link
  • Flücht­lin­ge: Bal­kan­rou­te ade?
    Ein geplan­tes Umsied­lungs­pro­gramm könn­te sowohl posi­ti­ve als auch nega­ti­ve Kon­se­quen­zen für Flücht­lin­ge haben. Kom­men bald die ers­ten Flücht­lin­ge mit dem Flug­zeug aus der Tür­kei nach Deutsch­land? …Arti­kel von Micha­el Mar­tens bei der FAZ online vom 14.02.2016 externer Link
    • Aus dem Text: “… Die Flücht­lings­kri­se könn­te bald unge­wohn­te neue Bil­der pro­du­zie­ren, schö­ne und häss­li­che. Die schö­nen: glück­li­che syri­sche Fami­li­en, die in Anka­ra, Istan­bul oder Gazi­antep in ein Flug­zeug nach Deutsch­land, Schwe­den oder Öster­reich stei­gen, um dort als Flücht­lin­ge auf­ge­nom­men zu wer­den. Ohne Schlep­per­ban­den, ohne die poten­ti­ell lebens­ge­fähr­li­che Über­fahrt mit Schlauch­boo­ten auf grie­chi­sche Inseln, ohne den beschwer­li­chen Weg über die Bal­kan­rou­te. Auf den häss­li­chen Bil­dern könn­ten eben­falls syri­sche Fami­li­en zu sehen sein, aber auch Paki­sta­ner, Ira­ner und ande­re Migran­ten. Die­se Bil­der dro­hen auf Les­bos, Kos, Chi­os und den ande­ren grie­chi­schen Ägäis­in­seln, wo die meis­ten Ein­wan­de­rer nach Euro­pa erst­mals den Boden der EU betre­ten. Auf sol­chen Bil­dern wären wüten­de, ver­zwei­fel­te, wohl auch wei­nen­de Men­schen zu sehen, die not­falls mit Gewalt auf Fäh­ren gebracht wer­den, die sie zurück­brin­gen in die Tür­kei, die von Grie­chen­land unlängst als „siche­rer Dritt­staat“ für Flücht­lin­ge und Migran­ten ein­ge­stuft wor­den ist. (…) Auf sol­che Bil­der könn­te ein Plan hin­aus­lau­fen, der der­zeit im Eil­tem­po zwi­schen der Tür­kei, Deutsch­land und eini­gen wei­te­ren Staa­ten aus­ge­ar­bei­tet wird…
    • Sie­he dazu auch den Bei­trag “EU-Papier: Die Bal­kan-Rou­te aus­spie­len” von Tho­mas Pany am 14.02.2016 bei tele­po­lis externer Link, wo es zusam­men­fas­send heißt: “Bei den Eck­punk­ten spielt die Tür­kei eine gro­ße Rol­le. An ihrer Bereit­schaft, Flücht­lin­ge zurück­zu­neh­men, hängt der gan­ze Plan. Er sieht fol­gen­de gro­ße Lini­en vor: Flücht­lin­ge aus Syri­en, und nur aus Syri­en, könn­ten künf­tig von einem tür­ki­schen Flug­ha­fen aus direkt in ein euro­päi­sches Asyl­land flie­gen. Damit wür­de ihnen – und den Tran­sit­län­dern – der müh­sa­me und gefähr­li­che Weg über die Bal­kan-Rou­te erspart. Um zu ermit­teln, ob die Asyl­su­chen­den dazu berech­tigt sind, sieht der Plan die Ein­rich­tung von “gemein­sa­me Bear­bei­tungs­zen­tren” in der Nähe von tür­ki­schen Flug­hä­fen vor. Gemein­sam bedeu­tet, dass auch Behör­den­ver­tre­ter der auf­neh­men­den Staa­ten vor Ort sind und an der ers­ten Aus­wahl betei­ligt sind. (…) “Kan­di­da­ten zur Umsied­lung” wer­den dann in euro­päi­sche Prü­fungs­zen­tren gebracht. Wo die­se genau lie­gen sol­len, geht aus dem Zei­tungs­be­richt nicht her­vor (…) Abge­se­hen davon, dass Stand­ort­fra­gen anschei­nend noch offen sind und die Schaf­fung sol­cher Zen­tren nicht nur einen ziem­li­chen orga­ni­sa­to­ri­schen und per­so­nel­len Auf­wand benö­ti­gen, dazu Erfor­der­nis­se einer men­schen­wür­di­gen Unter­brin­gung, da die Flücht­lin­ge offen­bar dort oder in der Nähe das “Ja” abwar­ten müs­sen, tun hier auch noch wei­te­re Kom­pli­ka­tio­nen auf, grund­le­gend zum Bei­spiel: Wer sind die auf­neh­men­den Staa­ten?
  • Grenz­schutz: Anka­ra will mehr Geld und einen ande­ren Aus­zah­lungs­mo­dus
    Pre­mier­mi­nis­ter Ren­zi gibt sei­nen Wider­stand auf. Ita­li­ens Bei­trag für den drei Mil­li­ar­den Euro dicken Tür­kei­hil­fe-Fonds wer­de bezahlt. Offen­bar gibt es Annä­he­run­gen zwi­schen der EU-Kom­mis­si­on und Ita­li­en. Ren­zi hat­te die Zah­lun­gen zunächst ver­wei­gert mit Ver­weis auf die eige­nen Leis­tun­gen und Belas­tun­gen beim EU-Außen­grenz­schutz und mit Kri­tik am Tür­kei­hilfs­pa­ket, das sei­ner Auf­fas­sung nach aus dem EU-Bud­get begli­chen wer­den soll­te. Er mach­te Zuge­ständ­nis­se in der Fra­ge davon abhän­gig, dass er mehr Schul­den machen dür­fe als der­zeit erlaubt. Noch sind nicht aber nicht alle Bei­trä­ge ein­ge­gan­gen, “meh­re­re EU-Mit­glied­staa­ten” sei­en den an sie gerich­te­ten Anfor­de­run­gen bis­her nicht nach­ge­kom­men, kri­ti­siert ein Bericht des Brüs­se­ler EU-Ver­bin­dungs­bü­ros für den Bun­des­tag. Laut Tages­schau gibt es kaum Zwei­fel dar­an, dass die Tür­kei ihre For­de­run­gen nach oben schrau­ben wird. Davu­toğlu hat­te bereits vor den Ber­li­ner Kon­sul­ta­tio­nen ange­deu­tet, dass Anka­ra mehr Geld will: ‚‚Drei Mil­li­ar­den Euro sind nur dazu da, den poli­ti­schen Wil­len zur Las­ten­tei­lung zu zei­gen.” Seit­her ist die Zahl von 5 Mil­li­ar­den Euro, also 2 Mil­li­ar­den plus, im Umlauf. Zwar bestä­ti­ge weder Brüs­sel noch Ber­lin die Zahl, so der Tages­schau­be­richt, aber gegen das Argu­ment, Euro­pa wol­le kei­ne Flücht­lin­ge, dann müs­se es die Tür­kei anstän­dig dafür bezah­len, sei wenig aus­zu­rich­ten. Die tür­ki­sche Regie­rung sit­ze am län­ge­ren Hebel, lässt der Bei­trag ver­ste­hen…Bei­trag von Tho­mas Pany bei tele­po­lis vom 02.02.2016 externer Link
  • Die „tür­ki­sche Lösung“: EU-Prä­si­dent­schaft will Zurück­wei­sun­gen in die Tür­kei
    Die nie­der­län­di­sche Regie­rung, die aktu­ell die EU-Prä­si­dent­schaft inne hat, arbei­tet an einem Plan, der vor­sieht Schutz­su­chen­de, die in Grie­chen­land ankom­men, direkt in die Tür­kei zurück­zu­füh­ren. Der Plan ist, in Anbe­tracht der doku­men­tier­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen gegen Flücht­lin­ge, skru­pel­los – und er ver­stößt gegen inter­na­tio­na­les Recht. Wer als Flücht­ling in Grie­chen­land ankommt, soll nach weni­gen Tagen wie­der mit der Fäh­re in die Tür­kei geschickt wer­den – so will es die nie­der­län­di­sche Regie­rung. Auch Deutsch­land und ande­re EU-Staa­ten sol­len an dem Plan betei­ligt sein. Im Gegen­zug dafür, dass die Tür­kei die Schutz­su­chen­den wie­der auf­nimmt, wol­len eini­ge EU-Län­der mit der regu­lä­ren Auf­nah­me von Flücht­lin­gen aus der Tür­kei begin­nen – die Rede ist von 150.000 – 250.000 pro Jahr. (…) Der Plan ver­stößt gegen euro­päi­sches und inter­na­tio­na­les Recht: Rück­füh­run­gen von Asyl­su­chen­den in die Tür­kei sind ille­ga­le Zurück­wei­sun­gen, die gegen das Non-Refou­le­ment-Gebot der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on und der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on ver­sto­ßen. Eben­so ille­gal sind direk­te Push-Backs – gewalt­sa­mes Zurück­drän­gen von Flücht­lings­boo­ten in der Ägä­is, zu denen Grie­chen­land laut Migra­ti­ons­mi­nis­ter Mouz­a­las bereits offen von ande­ren EU-Staa­ten auf­ge­for­dert wur­de…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 29. Janu­ar 2016 externer Link
  • Ekla­tan­te Ver­let­zun­gen von Flücht­lings­rech­ten – Euro­pa gewährt der Tür­kei men­schen­recht­li­chen Rabatt
    Weil die EU ihren Deal zur Flücht­lings­ab­wehr mit dem auto­ri­tä­ren tür­ki­schen Prä­si­den­ten um jeden Preis rea­li­sie­ren will, schweigt Euro­pa über die ekla­tan­ten Ver­let­zun­gen von Men­schen­rech­ten und Flücht­lings­rech­ten in der Tür­kei. Berich­ten zufol­ge kommt es zu zahl­rei­chen will­kür­li­chen Inhaf­tie­run­gen und Hun­der­ten ille­ga­le Abschie­bun­gen nach Syri­en und in den Irak…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 19. Janu­ar 2016 externer Link
  • Euro­päi­sche Uni­on finan­ziert Haft­zen­tren für Flücht­lin­ge in der Tür­kei
    Die Euro­päi­sche Uni­on läuft Gefahr, die Tür­kei bei schwer­wie­gen­den Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen an Flücht­lin­gen zu unter­stüt­zen. Wie der neue Amnes­ty-Bericht “Europe’s Gate­kee­per” zeigt, haben tür­ki­sche Behör­den seit dem Beginn der Ver­hand­lun­gen über den Akti­ons­plan mit der EU im Sep­tem­ber Hun­der­te Flücht­lin­ge an der West­gren­ze der Tür­kei fest­ge­nom­men und in mehr als 1000 Kilo­me­ter ent­fern­te Haft­zen­tren im Süden und Osten des Lan­des gebracht. “Die Tür­kei stellt die Men­schen vor eine unmensch­li­che Wahl: Ent­we­der sie blei­ben auf unbe­stimm­te Zeit in Haft, oder sie keh­ren in ihre Hei­mat­län­der Syri­en und Irak zurück, wo ihnen Ver­fol­gung, Fol­ter und Tod dro­hen. Damit ver­stößt die Tür­kei ein­deu­tig gegen inter­na­tio­na­les Recht und han­delt im star­ken Kon­trast zu ihrer bis­he­ri­gen sehr huma­ni­tä­ren Hal­tung”, sagt Wieb­ke Judith, Asyl-Exper­tin bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal in Deutsch­land. (…) Flücht­lin­ge zeig­ten Amnes­ty Hin­weis­schil­der von Bet­ten und Rega­len aus einem Haft­zen­trum, in dem sie gefan­gen gehal­ten wur­den. Die­se bele­gen, dass die Ein­rich­tung mit EU-Gel­dern betrie­ben wird…Mel­dung bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal vom 15. Dezem­ber 2015 externer Link. Sie­he dazu den Amnes­ty-Bericht “Europe’s Gate­kee­per” externer Link (eng­lisch)
  • Zwei Wochen danach: Die ers­ten fata­len Fol­gen des EU-Tür­kei-Deals
    Am 29.11. ver­ein­bar­ten die EU-Regie­rungs­chefs das Abkom­men mit der Tür­kei: Das Land erhält 3 Mil­li­ar­den Euro und die Ver­hand­lun­gen um einen EU-Bei­tritt wer­den inten­si­viert – im Gegen­zug unter­stützt die tür­ki­sche Regie­rung Euro­pa bei der Abwehr von Flücht­lin­gen. Die Fol­gen für die Schutz­su­chen­den: Mas­sen­in­haf­tie­run­gen, Abschie­bun­gen nach Syri­en, Todes­fäl­le durch gefähr­li­che­re Flucht­rou­ten. Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 11. Dezem­ber 2015 externer Link. Aus dem Text: “… Am 29.11. hat die EU ihre demo­kra­ti­schen und men­schen­recht­li­chen Stan­dards wie so oft hin­ten ange­stellt – obers­te EU-Prä­mis­se ist die Abschot­tung der euro­päi­schen Außen­gren­zen. Dafür möch­te die Euro­päi­sche Uni­on Recep Tayy­ip Erdo­gan zum Tür­ste­her Euro­pas machen und ver­gü­tet ihm die­se Diens­te fürst­lich: Mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung und – für den auto­ri­tä­ren Prä­si­den­ten beson­ders wich­tig – still­schwei­gen­der Tole­rie­rung der innen­po­li­ti­schen Linie Erdo­gans. Leid­tra­gen­de die­ses Pak­tes sind die Schutz­su­chen­den, die nun im Nie­mands­land an der syrisch-tür­ki­schen Gren­ze oder in den pre­kä­ren Ver­hält­nis­sen in der Tür­kei aus­har­ren müs­sen, eben­so wie die tür­ki­schen Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tIn­nen. Schon lan­ge pro­tes­tie­ren sie gegen die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen im Land, erhal­ten dabei aber kei­nen Bei­stand von Euro­pa – schließ­lich möch­te man dort die Unter­stüt­zung der tür­ki­schen Regie­rung bei der Flücht­lings­ab­wehr nicht ver­lie­ren.

Der Bei­trag EU-Tür­kei-Deal in der Flücht­lings­fra­ge erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More