[labournet:] Neuer Anlauf in der EU-Flüchtlingspolitik (???)

EU: No Entrance. Titelbild zum isw-report 104 - Auf der Flucht. Fluchtursachen. Festung Europa. Alternativen. (Festung Europa, Februar 2016)“… Die EU hadert und ringt spä­tes­tens seit der Flücht­lings­kri­se von 2015 mit ihren Regeln für Asyl und Migra­ti­on. Im Mai und Juli 2016 prä­sen­tier­te die Kom­mis­si­on unter Jean-Clau­de Juncker ein Reform­pa­ket. Herz­stück war eine Neu­fas­sung der Dub­lin-Ver­ord­nung. Der Ver­ord­nung gemäß hat sich in der Regel der Staat der ers­ten Ein­rei­se um Asyl­be­wer­ber zu küm­mern. Die Neu­fas­sung woll­te die Ver­ant­wor­tung gleich­mä­ßi­ger ver­tei­len. Bei einer über­gro­ßen Zahl an Asyl­be­wer­bern in einem EU-Land wären Bewer­ber auf die ande­ren Län­der umver­teilt wor­den. (…) Das Euro­par­la­ment bear­bei­te­te die Kom­mis­si­ons-Vor­schlä­ge und strich dabei das Erstein­rei­se-Kri­te­ri­um kom­plett. Es woll­te also eben­falls eine Umver­tei­lung von Flücht­lin­gen. (…) Inzwi­schen hat sich die Dis­kus­si­on ver­la­gert. Wich­ti­ge Akteu­re wie Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) rich­ten ihr Augen­merk stär­ker auf die EU-Außen­gren­zen. Die Idee: Die Men­schen wer­den schon dort einem Asyl­ver­fah­ren bezie­hungs­wei­se einer soge­nann­ten Vor­prü­fung unter­zo­gen, die Anträ­ge wür­den in beschleu­nig­ter Wei­se bear­bei­tet. Abge­lehn­te Bewer­ber wür­den direkt abge­scho­ben. Mit Blick auf die Auf­nah­me der übri­gen Men­schen, also der Schutz­be­rech­tig­ten, sind zudem schon lang Alter­na­ti­ven im Gespräch, etwa dass auf­nah­me­un­wil­li­ge Staa­ten wie Ungarn Geld bezah­len. Ent­wick­lungs­län­der wie­der­um könn­ten auf EU-Zah­lun­gen hof­fen, damit sie ihre Bür­ger schnel­ler wie­der zurück­neh­men und deren Per­spek­ti­ven ver­bes­sern. (…) Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen wie Pro Asyl und ande­re Akteu­re wie das Brüs­se­ler Büro der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (EKD) befürch­ten, dass das neue Sys­tem den Zugang zu regu­lä­ren Asyl­ver­fah­ren ver­sper­ren und zu neu­en Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und der Aus­wei­tung von Haft in men­schen­un­wür­di­gen Lagern füh­ren könn­te..” Bei­trag von Phil­lipp Sau­re vom 19. Juni 2020 bei MiGA­ZIN externer Link, sie­he dazu:

  • “Dub­lin abschaf­fen” – aber wie? New
    Die EU-Kom­mis­si­on legt mit mona­te­lan­ger Ver­spä­tung ihren Vor­schlag zur Asyl­re­form vor, Rats­prä­si­dent Michel sagt aus dubio­sen Grün­den den Tür­kei-Gip­fel ab – und der deut­sche EU-Vor­sitz kriegt das Cha­os bei den Rei­se­war­nun­gen nicht in den Griff: Die Watch­list EUro­pa vom 23. Sep­tem­ber 2020. Moria brennt – die EU pennt? Die­sen Vor­wurf will Kom­mis­si­ons­chefin von der Ley­en nicht auf sich sit­zen las­sen. Sie hat die seit Mona­ten über­fäl­li­ge Reform des gemein­sa­men Asyl­rechts zur Chef­sa­che gemacht und ange­kün­digt, die umstrit­te­ne Dub­lin-Ver­ord­nung zu strei­chen. Am Mitt­woch soll der Vor­schlag kom­men. Wir wer­den die Dub­lin-Ver­ord­nung abschaf­fen”, kün­dig­te von der Ley­en vor einer Woche vor dem Euro­pa­par­la­ment an. “Wir wer­den es durch ein neu­es euro­päi­sches Sys­tem zur Migra­ti­ons­steue­rung erset­zen.” Die­ses neue Sys­tem wer­de “gemein­sa­me Struk­tu­ren zu Asyl und Rück­füh­ren” haben und “einen neu­en star­ken Soli­da­ri­täts­me­cha­nis­mus” beinhal­ten. (…) Die Grund­zü­ge hat Migra­ti­ons­kom­mis­sar Schi­nas aber bereits bei einem Besuch in Ber­lin aus­ge­plau­dert. Dem­nach soll das neue Sys­tem auf drei Säu­len oder Eta­gen ruhen. Die Basis sol­len Abkom­men mit Dritt­staa­ten wie der Tür­kei bil­den. Die Her­kunfts- und Tran­sit­län­der sol­len dafür sor­gen, dass weni­ger Flücht­lin­ge in die EU kom­men. Der umstrit­te­ne Tür­kei-Deal, den Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel 2016 mit dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Erdo­gan aus­ge­ar­bei­tet hat­te, dient dabei offen­bar als Vor­bild. Er sieht vor, dass die Tür­kei gegen Mil­li­ar­den­hil­fen die Gren­zen zur EU abrie­gelt und Flücht­lin­ge zurück­nimmt. Auf der zwei­ten Eta­ge soll ein „robus­ter Außen­gren­zen­schutz“ ent­ste­hen. Er wird die Fes­tung Euro­pa noch­mals ver­stär­ken. Erst danach, auf der drit­ten und wohl letz­ten Ebe­ne, soll ein Sys­tem euro­päi­scher Soli­da­ri­tät ent­ste­hen. Es dürf­te aller­dings kaum über das Prin­zip hin­aus­ge­hen, dass alle EU-Staa­ten irgend­wie hel­fen müs­sen…” Bei­trag von Eric Bon­se auf LostI­nEU externer Link
  • Kri­tik an deut­scher Linie für EU-Asyl­re­form 
    Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen kri­ti­sie­ren die Reform­plä­ne der Bun­des­re­gie­rung, Asyl­ver­fah­ren in Zukunft an die EU-Außen­gren­zen zu ver­le­gen. Men­schen­rechts­kom­mis­sa­rin des Euro­pa­ra­tes wirft EU-Staa­ten vor, den Flücht­lings­schutz zu umge­hen. Die Linie der Bun­des­re­gie­rung zur Reform der EU-Asyl­po­li­tik stößt auf Kri­tik aus der Zivil­ge­sell­schaft. Schutz­su­chen­de schon vor der förm­li­chen Ein­rei­se an den EU-Gren­zen einem Ver­fah­ren zu unter­zie­hen bedeu­te „Haft­la­ger“, sag­te der Geschäfts­füh­rer von Pro Asyl, Gün­ter Burk­hardt, am Diens­tag in Ber­lin. Schnel­le Ver­fah­ren für Tau­sen­de von Men­schen bedeu­te­ten zugleich, dass die Fra­ge der Sicher­heit der Men­schen in einem Dritt­land gar nicht mehr geprüft wer­de, warn­te Burk­hardt beim 20. Ber­li­ner Sym­po­si­um zum Flücht­lings­schutz der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie zu Ber­lin…” Mel­dung vom 24.06.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo)

Der Bei­trag Neu­er Anlauf in der EU-Flücht­lings­po­li­tik (???) erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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