[KgK:] FinCEN: Milliarden Geldwäsche und Korruption mit System – Verstaatlicht die Banken!

Die Medi­en spre­chen über „gra­vie­ren­de Pro­ble­me“, „erheb­li­che Ver­säum­nis­se“ oder über „ekla­tan­te Schwä­chen“ bei der Bekämp­fung von Geld­wä­sche und beschö­ni­gen damit bei­na­he naiv die Rea­li­tät. Hin­ter­grund sind gehei­me Doku­men­te des US-Finanz­mi­nis­te­ri­ums, die „Fin­CEN-Files“, über die WDR, NDR und die Süd­deut­sche in Deutsch­land berich­te­ten – die Tages­schau ist erstaunt, „wie ein­fach es offen­bar für Geld­wä­scher, Dro­gen­kar­tel­le oder kor­rup­te Poli­ti­ker ist, Zugang zum inter­na­tio­na­len Finanz­markt zu erhal­ten.“ Aus den Doku­men­ten geht her­vor, dass meh­re­re inter­na­tio­na­le Ban­ken Mafio­si und Olig­ar­chen mit Straf­ver­fah­ren als Kun­den akzep­tier­ten und Über­wei­sun­gen in Mil­li­ar­den­hö­he aus­führ­ten. Bei­spiels­wei­se konn­ten über die Filia­len der Deut­schen Bank Kri­mi­nel­le und Ter­ror­grup­pen ihr Geld waschen – selbst nach­dem die­se in den USA wegen Geld­wä­sche-Ver­stö­ßen schon sank­tio­niert wor­den waren.

Ein Bei­spiel: In den letz­ten acht Jah­ren unter­stütz­te die Groß­spen­de­rin Lub­ov Cher­nuk­hin die kon­ser­va­ti­ve Par­tei (Tories) im Ver­ei­nig­ten König­reich, ging für 160 Tau­send Pfund mit Boris John­son (Pre­mier­mi­nis­ter) und David Came­ron (Ex-Pre­mier­mi­nis­ter) Ten­nis spie­len. Sie spen­de­te 1,7 Mil­lio­nen Pfund (etwa 1,8 Mil­lio­nen Euro) an die Tories. Sie selbst erhielt das Geld – über 6 Mil­lio­nen Pfund – über den rus­si­schen Olig­ar­chen Keri­mow, einen der reichs­ten Män­ner der Welt mit engen Ver­bin­dun­gen zu Putin, gegen den in Frank­reich auch wegen Steu­er­hin­ter­zie­hung ermit­telt wird, wie die BBC berich­tet. Das Geld lief über eine Fir­ma auf den Bri­ti­schen Jung­fern­in­seln über Kon­ten der Deut­schen Bank – die berich­tet, dass über die­se Fir­ma ins­ge­samt 278,5 Mil­lio­nen US-Dol­lar flos­sen.

Ban­ken dür­fen Trans­ak­tio­nen aus­füh­ren, die ver­däch­tig sind, sind aber nicht dazu ver­pflich­tet. Die Doku­men­te zei­gen, dass die Ban­ken von die­ser Mög­lich­keit, Über­wei­sun­gen und Akti­en­ge­schäf­te zu stop­pen, in den ver­gan­gen Jah­ren kei­nen Gebrauch gemacht haben und ihren Ver­dacht den Behör­den erst mit lan­gen Ver­zö­ge­run­gen – durch­schnitt­lich ein hal­bes Jahr, teil­wei­se vie­le Jah­re – mel­de­ten, wäh­rend die Geschäf­te ein­fach wei­ter lie­fen.

Dabei geht es hier gar nicht um gute oder schlech­te Par­tei­spen­den und ob diese:r oder jene:r Kapitalist:in beson­ders böse wäre, son­dern das Bei­spiel zeigt die schein­bar völ­lig nor­ma­le Kor­rup­ti­on der gro­ßen Kapitalist:innen. Auch die CDU kann übri­gens ein Lied davon sin­gen.

Die Ban­ken müs­sen also bes­ser kon­trol­liert wer­den. So for­der­te SPD-Chef Nor­bert Wal­ter-Bor­jans “end­lich trans­pa­ren­te Regeln und eine fühl­ba­re Sank­tio­nie­rung von Ver­stö­ßen” – aber es stellt sich doch die Fra­ge, was das brin­gen soll? Die Bank JP Mor­gan, die eben­falls in den Doku­men­ten auf­taucht, zahl­te 2014 eine Stra­fe in Höhe von 2,6 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, war danach aber wei­ter­hin in Kor­rup­ti­ons­fäl­le in Vene­zue­la ver­wi­ckelt. Ist das Pro­blem, dass die Ban­ken „über­for­dert“ sind? Dass es „gra­vie­ren­de Pro­ble­me“ gibt, „erheb­li­che Ver­säum­nis­se“ in der Prü­fung von Geld­wä­sche?

Selbst, wenn die­ses oder jenes Gesetz mög­li­cher­wei­se die eine oder ande­re Lücke schlie­ßen kann, dann stel­len sich trotz­dem zwei Fra­gen. Ers­tens, wer garan­tiert, dass die Ban­ken sich dar­an hal­ten und nicht ein­fach mun­ter wei­ter­ma­chen wie bis­her? Zwei­tens, wie kann dafür gesorgt wer­den, dass die Moti­va­ti­on hin­ter die­sen Geschäf­ten selbst ver­schwin­det? Das ist doch das eigent­li­che Pro­blem: Eine Lücke fin­det sich immer, wenn inten­siv genug danach gesucht wird.

Wenn nicht mal gel­ten­de Geset­ze die gro­ßen Kapitalist:innen davon abhal­ten kön­nen, in gro­ßem Maß­stab Steu­ern zu hin­ter­zie­hen und Geschäf­te mit der Mafia in Mil­li­ar­den­hö­he zu machen, was soll dann die­ses oder jenes neue Gesetz brin­gen?

Was bedeu­tet es denn, kon­se­quent bis zum Ende, die Ban­ken unter demo­kra­ti­sche Kon­trol­le zu stel­len? Ban­ken soll­ten nicht im Inter­es­se der Kapitalist:innen han­deln und dem Zweck der Ver­meh­rung deren Kapi­tals die­nen, wobei sie durch ihre Spe­ku­la­tio­nen für Kri­sen und gro­ßes Elend ver­ant­wort­lich sind. Dazu müs­sen Ban­ken unter demo­kra­ti­scher Kon­trol­le, also unter Arbeiter:innenkontrolle ste­hen und nur im Inter­es­se der Gesell­schaft han­deln. Sie müs­sen ein Pro­gramm zur Finan­zie­rung des Gesundheits‑, Erziehungs‑, und Bil­dungs­sys­tems durch­füh­ren, sowie kos­ten­lo­se Kre­di­te an Klein­un­ter­neh­men geben, die Plei­te gehen und gro­ße sozia­le Woh­nungs­bau­pro­gram­me durch­füh­ren. Außer­dem for­dern wir den sofor­ti­gen Erlass aller Aus­lands­schul­den, durch die gan­ze Län­der in Abhän­gig­keit gehal­ten wer­den, sowie den Erlass aller Schul­den von Arbeiter:innen und Klein­un­ter­neh­men in Deutsch­land.

Die Ban­ken müs­sen aus dem Pri­vat­be­sitz her­aus ent­schä­di­gungs­los ver­staat­licht wer­den, und zwar nicht in die Hän­de kor­rup­ter Politiker:innen oder noch schlim­mer, die Hän­de der Freund:innen der Mafia, son­dern unter Kon­trol­le einer Regie­rung der Arbeiter:innen, die unab­hän­gig ist von den bür­ger­li­chen Par­tei­en und die kei­ne pro­gram­ma­ti­schen Kom­pro­mis­se mit dem Kapi­tal schließt.

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