[KgK:] #Trotzky2020: Über Marxismus und den Kampf gegen Rassismus

Die­ser Bei­trag ist Teil des Films #Trotsky2020, der hier in gesam­ter Län­ge ange­schaut wer­den kann.

Trotz­ki sag­te, dass die „bewuss­ten Schwar­zen von der geschicht­li­chen Ent­wick­lung dazu bestimmt sind, die Vor­hut der Arbei­ter­klas­se zu wer­den“.

In den USA der 1930er Jah­re, wo die „Rassen“-Trennung noch tie­fer war als heu­te, ver­tei­dig­te Trotz­ki uner­müd­lich die bedin­gungs­lo­se Unter­stüt­zung für die Schwar­zen Mas­sen und ihre For­de­run­gen gegen Unter­drü­ckung und Aus­beu­tung. Im Gegen­satz zum Sta­li­nis­mus tat er dies mit der Gewiss­heit, dass Schwar­ze Frau­en und Män­ner in der ers­ten Rei­he der sozia­lis­ti­schen Revo­lu­ti­on ste­hen wür­den.

Die enor­me Schwar­ze Wut, die im Her­zen des Welt­ka­pi­ta­lis­mus wüte­te, die die mör­de­ri­sche Poli­zei in Fra­ge stell­te, durch­quer­te gan­ze Kon­ti­nen­te und wirk­te sich hier in Bra­si­li­en aus, dem größ­ten Schwar­zen Land außer­halb Afri­kas, das heu­te vom rechts­ex­tre­men Bol­so­na­ro regiert wird, der sich Trump unter­ord­net. Dies zeigt die Aktua­li­tät der revo­lu­tio­nä­ren und sozia­lis­ti­schen Stra­te­gie, die sich nicht dar­auf beschränkt, Fra­gen des Ras­sis­mus in Klas­sen­be­stim­mun­gen „auf­zu­lö­sen“, son­dern die Arti­ku­la­ti­on zwi­schen „Ras­se“ und Klas­se als eine der mäch­tigs­ten Reser­ven befrei­en­der Ener­gie der Unter­drück­ten ansieht.

In sei­ner Theo­rie der Per­ma­nen­ten Revo­lu­ti­on ver­all­ge­mei­ner­te Trotz­ki die gro­ße Lek­ti­on der Rus­si­schen Revo­lu­ti­on von 1917 und von geschei­ter­ten Revo­lu­tio­nen wie der chi­ne­si­schen von ’27, die zeig­ten, dass nur die Arbeiter*innenklasse den Kampf für demo­kra­ti­sche Fra­gen anfüh­ren kann. Aber die Per­ma­nen­te Revo­lu­ti­on sagt noch mehr und geht noch wei­ter: dass die Gesell­schaft in einem tief­grei­fen­den revo­lu­tio­nä­ren Pro­zess, der nicht mit der Mach­te­robe­rung endet, son­dern erst mit ihr beginnt, inten­si­ve Ver­än­de­run­gen im Bereich der Gewohn­hei­ten, der Wis­sen­schaft und der Kul­tur durch­lau­fen muss, bis völ­lig neue sozia­le Bezie­hun­gen ent­ste­hen und so Unter­drü­ckungs­for­men wie Ras­sis­mus, die vom Kapi­ta­lis­mus geschaf­fen und auf­recht­erhal­ten wer­den, ein für alle Mal aus­ge­rot­tet wer­den kön­nen.

In die­sem Sin­ne ist sie der Schlüs­sel zur Befrei­ung der gesam­ten Ener­gie der Schwar­zen Mas­sen, die von der fei­gen natio­na­len Bour­geoi­sie und dem Impe­ria­lis­mus ein­ge­dämmt und sys­te­ma­tisch unter­drückt wer­den. Von einer revo­lu­tio­nä­ren Arbeiter*innenregierung aus, die zu einem Schüt­zen­gra­ben der Welt­re­vo­lu­ti­on wird, wer­den Schwar­ze in ihrem Kampf gegen die Über­res­te kapi­ta­lis­ti­scher Unter­drü­ckung auch an vor­ders­ter Front des Auf­baus einer neu­en Gesell­schaft ste­hen.

Die Theo­rie der Per­ma­nen­ten Revo­lu­ti­on macht auch deut­lich, dass die sozia­lis­ti­sche Revo­lu­ti­on auf natio­na­ler Ebe­ne beginnt, aber erst dann ihren Höhe­punkt errei­chen kann, wenn sich der Sozia­lis­mus auf glo­ba­ler Ebe­ne eta­bliert und jede Rück­kehr zu kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­sen ver­hin­dert.

Kein Land wird den Sozia­lis­mus allein errei­chen, nicht ein­mal die fort­ge­schrit­te­nen Län­der, so wie auch kein Volk pas­siv dar­auf war­ten soll­te, sei­nen Kampf für sozia­le Eman­zi­pa­ti­on zu begin­nen, selbst in den aus kapi­ta­lis­ti­scher Sicht rück­stän­digs­ten Län­dern.

Trotz­ki hat enor­me Anstren­gun­gen unter­nom­men, um die Vier­te Inter­na­tio­na­le unter den am meis­ten unter­drück­ten Tei­len des Pro­le­ta­ri­ats und der Mas­sen im All­ge­mei­nen auf­zu­bau­en. Und es war kein Zufall, dass es die Trotzkist*innen der Vier­ten Inter­na­tio­na­le waren, die als ers­te das Kom­mu­nis­ti­sche Mani­fest in die ein­hei­mi­sche Spra­che Süd­afri­kas über­setz­ten.

Aus einem kom­ple­xen Land wie Bra­si­li­en, von kon­ti­nen­ta­ler Grö­ße und mit einer Schwar­zen und indi­ge­nen Mehr­heit, sind wir uns völ­lig bewusst, dass alle unter­drück­ten Völ­ker, in ers­ter Linie die Schwar­zen, eine Welt zu gewin­nen haben, indem sie sich Trotz­kis revo­lu­tio­nä­res Erbe aneig­nen.

Wenn Theo­rien wie die der libe­ra­len Iden­ti­täts­po­li­tik erneut ver­su­chen, künst­li­che Bar­rie­ren zu errich­ten, die den Kampf für die Befrei­ung der Schwar­zen vom Kampf der Arbeiter*innen als Klas­se für die Eman­zi­pa­ti­on der gesam­ten Mensch­heit tren­nen, sehen wir, dass die Leh­ren des revo­lu­tio­nä­ren Mar­xis­mus und ins­be­son­de­re Trotz­kis ent­schei­den­der denn je sind.

Die Bezie­hung zwi­schen dem Kampf der Schwar­zen, der für uns als ein Kampf für unser Leben selbst und für unse­re Kul­tur beginnt, und der his­to­ri­schen Auf­ga­be unse­rer gan­zen Klas­se jen­seits der Haut­far­be wird von refor­mis­ti­schen und ver­söhn­le­ri­schen Füh­run­gen wie ein „Geheim­nis hin­ter sie­ben Sie­geln“ gehal­ten, und ist zugleich die ers­te und offen­sicht­lichs­te Wahr­heit der revo­lu­tio­nä­ren Stra­te­gie auf einem Pla­ne­ten, der heu­te unter der Herr­schaft des kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems ver­eint ist.

Die­se Fra­ge fasst Trotz­kis enor­men Bei­trag zu unse­rer Auf­ga­be zusam­men, die aktu­el­ler denn je ist, den Kapi­ta­lis­mus und Ras­sis­mus ein für alle Mal in der gan­zen Welt zu begra­ben.

Schaue hier den Bei­trag von Mar­cel­lo Pabli­to im Video:

Klas­se Gegen Klas­se