[perspektive:] Geheimdienste: Handyüberwachung auf Rekordhoch

Die deutschen Geheimdienste haben 2018 mehr personenbezogene Daten bei Firmen abgefragt als im Jahr zuvor. Die Zahl der „IMSI-Catcher“-Einsätze lag zudem auf einem Rekordniveau. Die Technik wird zur Ortung und Überwachung von Mobilfunkgeräten benutzt.

Den deut­schen Geheim­diens­ten wird man­ches vor­ge­wor­fen. Man­geln­de Umtrie­big­keit und Neu­gier dürf­ten aber nicht dazu gehö­ren. Wie aus einem Bericht des „Par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­gre­mi­ums“ des Bun­des­tags (PKGr) her­vor­geht, ist die Zahl der Abfra­gen per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten nach dem Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fungs­ge­setz durch deut­sche Nach­rich­ten­diens­te im Jahr 2018 gegen­über dem Vor­jahr gestie­gen.

Die Ein­sät­ze von soge­nann­ten IMSI-Cat­chern durch das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (BfV), den Bun­des­nach­rich­ten­dienst (BND) und den Mili­tä­ri­schen Abschirm­dienst (MAD) hät­ten mit 32 Fäl­len dem­nach sogar eine neue Rekord­mar­ke erreicht. Von der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung sei­en ins­ge­samt 45 Per­so­nen betrof­fen gewe­sen.

Die Tech­nik der IMSI-Cat­cher wird genutzt, um den Stand­ort ein­ge­schal­te­ter Han­dys und Tablets zu bestim­men, die Gerä­te- und Kar­ten­num­mern zu ermit­teln und gege­be­nen­falls sogar die Kom­mu­ni­ka­ti­on zu über­wa­chen. Dafür müs­sen die Ermitt­ler die Ruf­num­mer oder eine ande­re Ken­nung des Anschlus­ses oder End­ge­räts ken­nen.

Dem Bericht zufol­ge ver­lang­ten die Geheim­diens­te im Jahr 2018 zudem in 78 Fäl­len Aus­künf­te von Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Tele­dienst­an­bie­tern, von Finanz­dienst­leis­tern oder von Luft­fahrt­un­ter­neh­men. Hier­von sei­en 153 Per­so­nen betrof­fen gewe­sen. Schwer­punkt der Ermitt­lun­gen sei der Bereich Isla­mis­mus gewe­sen.

Geheim­dienst „Ver­fas­sungs­schutz“ soll Han­dys hacken dür­fen – ohne dass eine Straf­tat vor­liegt

Der Bei­trag Geheim­diens­te: Han­dy­über­wa­chung auf Rekord­hoch erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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