[labournet:] Nach wenigen Tagen der Wiedereröffnung von Schulen in Italien sind bereits an 500 „neue Fälle“ von Corona verzeichnet: Die Ursachen liegen in der Kürzungspolitik, was am 25./26.9 zu Streik und Protest mobilisierte

Protestaktionen gegen Bildungsministerin am 25. und 26. September 2020 in ganz Italien„… Die wah­ren Pro­ble­me in der Schu­le sind aber die Anstel­lungs­ver­hält­nis­se des Schul­per­so­nals (rund 200.000 Lehrer*innen haben wei­ter­hin kei­nen fes­ten Ver­trag) und der Man­gel an Lehr­kräf­ten, was die Orga­ni­sa­ti­on des Schul­un­ter­richts in klei­ne­ren Klas­sen mas­siv erschwert. Gegen die­se Miss­stän­de rie­fen Schüler*innen und Lehrer*innen für den 25. und 26. Sep­tem­ber in ganz Ita­li­en zu Pro­test­ak­tio­nen gegen Bil­dungs­mi­nis­te­rin Lucia Azzo­li­na auf. Sie for­der­ten einen rich­ti­gen Kri­sen­plan, mehr finan­zi­el­le Res­sour­cen für den gan­zen Bil­dungs­sek­tor und sta­bi­le Ver­trä­ge für das Per­so­nal...“ – aus dem kur­zen Bericht „Zwei­te Wel­le und Wie­der­eröff­nung der Schu­len“ von Mau­ri­zio C. am 26. Sep­tem­ber 2020 bei Ita­li­en News (Tele­gram) externer Link zu den lan­des­wei­ten Aktio­nen am Frei­tag und Sams­tag, zu denen ver­schie­de­ne Basis­ge­werk­schaf­ten auf­ge­ru­fen und mobi­li­siert hat­ten, wäh­rend die grö­ße­ren Ver­bän­de einen Pro­test­tag orga­ni­sier­ten. Sie­he zur Mobi­li­sie­rung an Ita­li­ens Schu­len und den gewerk­schaft­li­chen Reak­tio­nen auf die Wie­der­eröff­nung vier wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge:

  • „Scuo­la e uni­ver­si­tà: ver­so le mobi­li­ta­zio­ni del 25 e 26 set­tembre“ am 22. Sep­tem­ber 2020 bei Il Sin­di­ca­to è un’Altra Cosa externer Link war ein Bei­trag der orga­ni­sier­ten Oppo­si­ti­on im größ­ten Gewerk­schafts­bund CGIL – der an die­sen Tagen all­ge­mein zu Pro­tes­ten auf­ge­ru­fen hat­te, was in dem Bei­trag eben­so kri­ti­siert wird, wie die unter­schied­li­chen Auf­ru­fe ver­schie­de­ner Basis­ge­werk­schaf­ten.
  • Zwei­te Wel­le und Wie­der­eröff­nung der Schu­len
    Nach einem lan­gen Som­mer, der von zahl­rei­chen Debat­ten über die Gestal­tung des Schul­un­ter­richts geprägt war, eröff­ne­ten in den letz­ten Wochen end­lich die Schu­len. Die Regeln gegen die Virus­ver­brei­tung sind strikt und das Lehr­per­so­nal kann die Ein­hal­tung der Regeln nicht stän­dig garan­tie­ren: gestaf­fel­tes Ein­tre­ten in die Schul­zim­mer, kein Aus­tausch des Schul­ma­te­ri­als zwi­schen den Kin­dern, Mas­ken­pflicht für das Schul­per­so­nal und vie­les mehr. Die wah­ren Pro­ble­me in der Schu­le sind aber die Anstel­lungs­ver­hält­nis­se des Schul­per­so­nals (rund 200.000 Lehrer*innen haben wei­ter­hin kei­nen fes­ten Ver­trag) und der Man­gel an Lehr­kräf­ten, was die Orga­ni­sa­ti­on des Schul­un­ter­richts in klei­ne­ren Klas­sen mas­siv erschwert. Gegen die­se Miss­stän­de rie­fen Schüler*innen und Lehrer*innen für den 25. und 26. Sep­tem­ber in ganz Ita­li­en zu Pro­test­ak­tio­nen gegen Bil­dungs­mi­nis­te­rin Lucia Azzo­li­na auf. Sie for­der­ten einen rich­ti­gen Kri­sen­plan, mehr finan­zi­el­le Res­sour­cen für den gan­zen Bil­dungs­sek­tor und sta­bi­le Ver­trä­ge für das Per­so­nal. Die Poli­tik hat­te vor der Wie­der­eröff­nung der Schu­len bekannt gege­ben, dass sobald ein posi­ti­ver Fall getes­tet wur­de, die betrof­fe­ne Schul­klas­se bzw. die gan­ze Schu­le geschlos­sen wer­de. Expert*innen hat­ten erklärt, dass die Aus­wir­kun­gen des Schul­be­ginns auf die Virus­ver­brei­tung erst nach zwei bis drei Wochen aus­ge­wer­tet wer­den kön­ne. Doch in über 500 Schu­len wur­den schon posi­ti­ve Fäl­le auf­ge­deckt und 81 Schu­len nach weni­gen Tagen wie­der geschlos­sen. In der Regie­rung feh­len wei­ter­hin kla­re Vor­schlä­ge für die Schu­len. Ges­tern Frei­tag 25. Sep­tem­ber 2020 wur­den rund 107.000 Tests durch­ge­führt und 1912 neue Coro­na-Fäl­le gezählt; es han­delt sich dabei um die Höchst­zahl seit dem Ende des Lock­downs Mit­te Mai. 20 Men­schen sind ges­tern gestor­ben. Die Neu­erkran­kun­gen neh­men wei­ter­hin zu, und dies seit acht Wochen schon. Das Durch­schnitts­al­ter der aktu­ell posi­ti­ven Fäl­le liegt mit 41 Jah­ren rela­tiv tief, was auch die tie­fe Zahl der Covid-Patient*innen in den Kran­ken­häu­sern erklärt.” Mel­dung von von Mau­ri­zio C. am 26. Sep­tem­ber 2020 – wir dan­ken!

Der Bei­trag Nach weni­gen Tagen der Wie­der­eröff­nung von Schu­len in Ita­li­en sind bereits an 500 „neue Fäl­le“ von Coro­na ver­zeich­net: Die Ursa­chen lie­gen in der Kür­zungs­po­li­tik, was am 25./26.9 zu Streik und Pro­test mobi­li­sier­te erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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