[labournet:] Steuerfreier Spitzen-Umsatz: Die zweifelhafte Gemeinnützigkeit des AWO-Sicherheitsdienstes Protect gGmbH

Flüchtlingsindustrie - Grafik von TS fürs LabourNet Germany“Den AWO-Wach­dienst für zwei Flücht­lings­hei­me haben die Ermitt­ler schon im Visier. Jetzt wird bekannt: In einem Monat waren 360.000 Euro zu ver­die­nen. Das Finanz­amt muss sich fra­gen las­sen, was dar­an gemein­nüt­zig war. Das AWO-Toch­ter­un­ter­neh­men Pro­tect gGmbH steht im Ver­dacht, die Stadt Frank­furt bei der Abrech­nung der Bewa­chung von zwei Flücht­lings­ein­rich­tun­gen um Mil­lio­nen betro­gen zu haben. Die staats­an­walt­li­chen Ermitt­lun­gen lau­fen, der Fall beschert nun aber auch noch der Finanz­ver­wal­tung kri­ti­sche Fra­gen. Nicht nur die Höhe der Ein­nah­me für die Arbei­ter­wohl­fahrt ist inter­es­sant. Der Umsatz war auch noch steu­er­frei. Denn das g von gGmbH steht für Gemein­nüt­zig­keit. Dass die AWO-Fir­ma in den Genuss des äußerst geld­wer­ten Pri­vi­legs kam, führt aus mehr als einer Rich­tung zu har­scher Kri­tik an der hes­si­schen Finanz­ver­wal­tung. (…) Dass den Kreis­ver­bän­den der Arbei­ter­wohl­fahrt in Frank­furt und Wies­ba­den die Gemein­nüt­zig­keit nicht längst aberkannt wur­de, kri­ti­siert Rupert Graf Strach­witz, Direk­tor des Mae­ce­na­ta Insti­tuts und Spe­zia­list für Gemein­nüt­zig­keits­recht. Die Groß­zü­gig­keit, die die hes­si­sche Finanz­ver­wal­tung bei gro­ßen Play­ern im Wohl­fahrt­sek­tor wie der AWO offen­sicht­lich an den Tag legt, zei­ge sie bei klei­ne­ren Ver­ei­nen nicht. So sei dem eben­falls in Frank­furt ansäs­si­gen Ver­ein attac die Gemein­nüt­zig­keit ent­zo­gen wor­den, weil er sich all­ge­mein poli­tisch enga­gie­re. Geschäfts­füh­rer­ge­häl­ter von 350.000 Euro, teu­re Dienst­wa­gen und Luxus­rei­sen sei­en hin­ge­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bei den Steu­er­prü­fern offen­bar kein Grund gewe­sen, der AWO Steu­er­pri­vi­le­gi­en abzu­er­ken­nen. (…) Wegen des AWO-Skan­dals hat die zustän­di­ge Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on inzwi­schen eine Son­der­prü­fung der AWO ver­an­lasst. Der Stadt Frank­furt waren die finan­zi­el­len Unre­gel­mä­ßig­kei­ten rund um die gemein­nüt­zi­ge Pro­tect GmbH aber schon 2017 bekannt…” Bei­trag von Vol­ker Sie­fert vom 8. Janu­ar 2020 bei der Hes­sen­schau online externer Link ‑sie­he dazu:

  • Awo for­dert 1,2 Mil­lio­nen Euro von Toch­ter­fir­ma Awo-Pro­tect New
    Die Auf­klä­rung der Vor­gän­ge rund um die Toch­ter­fir­ma der Arbei­ter­wohl­fahrt Awo-Pro­tect wird noch Wochen in Anspruch neh­men. Der Awo-Kreis­ver­band Frank­furt for­dert eine Mil­lio­nen­sum­me von der Sicher­heits­fir­ma. (…) „Die ver­schach­tel­ten Gesell­schafts­struk­tu­ren um die Awo Frank­furt und Awo Wies­ba­den machen die Prü­fung nicht ein­fach. Es sind kom­ple­xe buch­hal­te­ri­sche und recht­li­che Vor­gän­ge zu prü­fen“, sag­te Möß­le wei­ter. „Neben Haf­tungs­an­sprü­chen gegen die Geschäfts­füh­rung prü­fen wir Ansprü­che gegen meh­re­re betei­lig­te Per­so­nen.“ Ange­sichts der Schwie­rig­keit, Licht in das Geschäfts­ge­ba­ren der Toch­ter des Frank­fur­ter Awo-Kreis­ver­bands zu brin­gen, ruft Möß­le dazu auf, sich „ver­trau­lich an den Insol­venz­ver­wal­ter“ zu wen­den, wenn man über „hilf­rei­che Infor­ma­tio­nen“ ver­fü­ge. Die Awo-Pro­tect befin­det sich seit Febru­ar 2020 in einem Insol­venz­ver­fah­ren. Gegrün­det wur­de sie zur Bewa­chung der Flücht­lings­hei­me, die die Arbei­ter­wohl­fahrt bis Ende 2018 im Auf­trag der Stadt Frank­furt betrieb. (…) Es floss also sehr viel Geld. Die Stun­den­satz-For­de­run­gen der Awo waren noch höher, die Stadt zahl­te aber nur den bran­chen­üb­li­chen Betrag. Als Unre­gel­mä­ßig­kei­ten beim Betrieb der Unter­künf­te bekannt wur­den und das Revi­si­ons­amt tätig wur­de, trenn­ten sich Stadt und Awo. Auf­grund die­ser Vor­gän­ge ermit­telt seit Mona­ten die Frank­fur­ter Staats­an­walt­schaft wegen des Ver­dachts auf Betrug und Untreue, unter ande­rem gegen den frü­he­ren Geschäfts­füh­rer des Frank­fur­ter Awo-Kreis­ver­bands, Jür­gen Rich­ter. Bei den Geschäfts­be­zie­hun­gen inner­halb der eng ver­wo­be­nen Awo-Kreis­ver­bän­de Frank­furt und Wies­ba­den spie­len die Toch­ter­ge­sell­schaf­ten, dar­un­ter die Awo-Pro­tect, eine Schlüs­sel­rol­le. Insi­der ver­mu­ten, dass die­se Fir­men nicht zuletzt der Ver­schleie­rung von Zah­lun­gen dien­ten…” Arti­kel von Mar­tin Och­mann vom 25.09.2020 bei der FAZ online externer Link
  • wir erin­nern an unser Dos­sier: Die “Sys­tem­schma­rot­zer” – nun der Flücht­lings­ar­beit
  • sie­he auch das Dos­sier: Rie­si­ger Kor­rup­ti­ons­skan­dal bei der (Hes­se­ner) AWO – auf Kos­ten der Arbei­te­rIn­nen – auf­ge­deckt

Der Bei­trag Steu­er­frei­er Spit­zen-Umsatz: Die zwei­fel­haf­te Gemein­nüt­zig­keit des AWO-Sicher­heits­diens­tes Pro­tect gGmbH erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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