[FRN:] Fackelwurfprozeß Ulm: Verurteilung wegen Vertreibung in 45 Fällen – „Ein historisches Urteil“ (Serie 272: MoRa3X)

Am 24.05.2019 fuhr ein dunk­ler Klein­wa­gen an dem Wie­sen­ge­län­de in Erbach-Dell­men­sin­gen in der Nähe von Ulm vor­bei, wo meh­re­re Fami­li­en, Roma-Ange­hö­ri­ge, mit ihrem Wohn­wa­gen stan­den. Die Insas­sen des Klein­wa­gens rie­fen anti­zi­ga­nis­ti­sche Paro­len und war­fen eine bren­nen­de Fackel in Rich­tung des Wohn­wa­gens einer Fami­lie. Die­se ver­fehl­te ihr Ziel nur knapp. Die Ulmer Poli­zei nahm fünf Tat­ver­däch­ti­ge vor­läu­fig fest. Gegen zwei der Beschul­dig­ten bestand bereits ein Haft­be­fehl. Ab Juli 2019 saßen vier der fünf Ange­klag­ten für zehn Mona­te in Unter­su­chungs­haft. Der fünf­te Ange­klag­te war zum Tat­zeit­punkt min­der­jäh­rig und saß für vier­ein­halb Wochen in Unter­su­chungs­haft. Bei den Tätern han­delt es sich um eine gewalt­be­rei­te Grup­pie­rung, die der Fuß­ball-Sze­ne ange­hört. Alle fünf Ange­klag­ten gaben vor Gericht an, dass sie die 31 Per­so­nen aus Erbach-Dell­men­sin­gen am 24.5.2019 ver­trei­ben woll­ten, was ihnen auch gelang. Der Staats­an­walt for­der­te Haft­stra­fen für vier der fünf Ange­klag­ten wegen ver­such­ten Mor­des und ver­such­ter Brand­stif­tung nach dem Jugend­straf­recht.

Wir spra­chen mt Cha­na Dische­reit, wis­sen­schaft­li­che Pro­zeß­be­glei­tung, vom Lan­des­ver­band deut­sche Sin­ti und Roma. Read More