[perspektive:] Warnstreiks legen Nahverkehr lahm

Die Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind heute bundesweit dem Aufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu Warnstreiks gefolgt. Ziel war es Druck auf den Staat zu machen, mit der Gewerkschaft in Verhandlungen zu einem bundesweiten Rahmentarifvertrag für 87.000 Beschäftigte zu treten. Das hatte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) abgelehnt.

In den auf­ge­ru­fe­nen Betrie­ben lag die Streik­be­tei­li­gung am heu­ti­gen Diens­tag laut Ver.Di bei über 90 Pro­zent. Dies sei „ein deut­li­ches Zei­chen der Ent­schlos­sen­heit der Beschäf­tig­ten in Fahr­dienst, Werk­stät­ten und Ver­wal­tung gegen krank­ma­chen­de Arbeits­be­din­gun­gen und für Ent­las­tung ein­zu­tre­ten“, hieß es in einer Pres­se­mit­tei­lung der Gewerk­schaft.

Auf einer Streik­ver­samm­lung in Düs­sel­dorf for­der­te der ver.di-Vorsitzende Frank Wer­ne­ke die VKA, ihre Ver­wei­ge­rungs­hal­tung auf­zu­ge­ben. „Ange­sichts 15.000 feh­len­der Stel­len im öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr und krank­ma­chen­der Arbeits­be­din­gun­gen, ist es völ­lig unver­ständ­lich, dass die Arbeit­ge­ber bun­des­wei­te Tarif­ver­hand­lun­gen ableh­nen. Mit die­sem Ver­hal­ten haben sie Streiks pro­vo­ziert.“

Die stell­ver­tre­ten­de ver.di-Vorsitzende Chris­ti­ne Beh­le beton­te gegen­über bran­den­bur­gi­schen Beschäf­tig­ten in Pots­dam: „Die VKA will nicht ver­han­deln und in eini­gen Län­dern for­dern die Arbeit­ge­ber sogar Ver­schlech­te­run­gen. Jetzt sol­len die Beschäf­tig­ten auch noch die Kri­sen­kos­ten zah­len und die Ver­kehrs­wen­de finan­zie­ren. Die Ver­ant­wort­li­chen sind drauf und dran, den ÖPNV zugrun­de zu spa­ren.“

Sie erwar­te, dass die VKA das deut­li­che Zei­chen der Beschäf­tig­ten auch im Inter­es­se der Fahr­gäs­te ernst nimmt und sich ver­hand­lungs­be­reit erklärt.

Einheitliche Regelungen bundesweit

Im Tarif­kon­flikt mit bun­des­weit 130 ÖPNV-Unter­neh­men will ver.di bun­des­weit ein­heit­li­che Rege­lun­gen in Fra­gen wie Nach­wuchs­för­de­rung sowie den Aus­gleich von Über­stun­den und Zula­gen für Schicht­diens­te errei­chen. Seit März for­dert die Gewerk­schaft hier­zu die Ver­hand­lung eines bun­des­wei­ten Rah­men­ta­rif­ver­tra­ges. Die VKA lehnt die­se Ver­hand­lun­gen ab.

ver.di for­dert für die 87.000 Beschäf­tig­ten Ent­las­tung und ange­mes­se­nen Aus­gleich für unver­meid­ba­re Belas­tun­gen. Dar­über hin­aus soll die Ungleich­be­hand­lung in den Bun­des­län­dern been­det und zen­tra­le Rege­lun­gen wie 30 Urlaubs­ta­ge oder Son­der­zah­lun­gen künf­tig bun­des­weit ver­ein­heit­licht wer­den. Mit einer For­de­rung für Aus­zu­bil­den­de sol­len Anrei­ze zum Ein­stieg in den Beruf und zur Nach­wuchs­för­de­rung geschaf­fen wer­den.

Für mor­gen sind wei­te­re Streiks ange­kün­digt, die­ses mal auch im Gesund­heits­be­reich.

Der Bei­trag Warn­streiks legen Nah­ver­kehr lahm erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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