[de.indymedia:] Chile: Rückblick auf ein Jahr des Aufstandes

Am 18. Okto­ber 2020 jähr­te sich der Auf­stand in Chi­le zum ers­ten Mal seit einem Jahr. In Chi­le, den USA und dar­über hin­aus, ste­hen wir am Schnitt­punkt einer Pan­de­mie, einer Wirt­schafts­kri­se und wach­sen­den Auf­stän­den gegen die Poli­zei. In die­ser ver­wor­re­nen Situa­ti­on bre­chen die For­de­run­gen nach Abschaf­fung der Poli­zei in einem Kon­text aus, in dem sich vie­le Men­schen vor­stel­len, dass nur ein ver­stärk­tes Ein­grei­fen der Poli­zei die­sen Moment der Kri­se bewäl­ti­gen kann.

In den USA, zumin­dest auf der Ebe­ne der Stra­ßen­mo­bi­li­sie­run­gen, hat der wach­sen­de Wunsch, die Poli­zei abzu­schaf­fen, die Sor­gen über ein neu­es Kon­junk­tur­pa­ket oder ein Mora­to­ri­um für Zwangs­räu­mun­gen über­schat­tet. Es scheint, dass der Geor­ge-Floyd-Auf­stand eine poli­ti­sche Kri­se her­vor­ge­ru­fen hat, die jede mög­li­che Kri­se, die eine auf­kei­men­de Miet­streik­be­we­gung hät­te her­vor­ru­fen kön­nen, in den Schat­ten stellt. Jedes Mal, wenn es den Anschein hat, dass der Auf­stand nach­lässt, ver­brei­tet sich ein wei­te­res Video von Poli­zei­mord und es bricht erneut aus, mit einem neu­en Ground Zero – Min­nea­po­lis, Louis­vil­le, Atlan­ta, Keno­sha, Roches­ter. Eine gro­ße Anzahl von Men­schen sind nun besorgt über die Selbst­ver­tei­di­gung der Gemein­schaft, nach­dem sie unter der Gewalt der wei­ßen Rassist:innen und der Bru­ta­li­tät der Bun­des-Spe­zi­al­ein­hei­ten gelit­ten haben. Doch inmit­ten die­ser neu­en Sor­gen stellt die anhal­ten­de Wirt­schafts­kri­se ein wei­te­res insta­bi­les Ter­rain für staat­li­che Über­wa­chung, Kon­trol­le und Unter­drü­ckung dar. Wir bie­ten die fol­gen­den Refle­xio­nen aus dem ver­gan­ge­nen Jahr in Chi­le an, um die zen­tra­le Fra­ge der glo­ba­len Auf­stän­de von 2019 zu beant­wor­ten: „Wie kön­nen wir Ter­ri­to­ri­en auf eine Art und Wei­se anfech­ten, die sie unre­gier­bar machen?“

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