[EMRAWI:] [Wien] „Gekündigt“ wegen politischen Engagement?

Das Gan­ze pas­siert nicht im luft­lee­ren Raum. Die Betrof­fe­nen arbei­te­ten im „Win­ter­pa­ket“, jene Not­un­ter­künf­te, die nur im Win­ter offen haben. Sie wer­den also nur Win­ter für Win­ter ange­stellt. Genau­ge­nom­men wur­den sie also nicht gekün­digt, son­dern „nur“ nicht wie­der ange­stellt. Das ist auch die offi­zi­el­le Linie des Roten Kreu­zes ganz nach alter Guts­herrn-Art: Es liegt in ihrer Hand, wen sie ein­stel­len und wen nicht. Der nicht gesag­te Zusatz: Die Arbeiter*innen haben gefäl­ligst zu parie­ren und ruhig zu sein. Sie sol­len doch froh sein, dass sie über­haupt arbei­ten dür­fen und von den Gna­den der Her­ren des Roten Kreu­zes leben dür­fen.

Die Pre­ka­ri­sie­rung der Arbeits­be­die­nun­gen ist also die Vor­aus­set­zung für sol­che „Kün­di­gun­gen“. Wären die Betrof­fe­nen fix ange­stellt gewe­sen, wäre eine Kün­di­gung wegen poli­ti­scher Betä­ti­gung in der Frei­zeit zumin­dest deut­lich erschwert. Damit ste­hen die „ent­las­se­nen“ Arbeiter*innen nicht allei­ne da. Auch in ande­ren Quar­tie­ren des „Win­ter­pa­kets“, auch bei ande­ren Betrei­bern, kam es zu sol­chen „Kün­di­gun­gen“ bzw. Nicht-Wie­der-Anstel­lun­gen. Hier war es zu viel Kran­ken­stand, dort die feh­len­de Arbeits­mo­ral, hier Kon­flik­te im Team, dort wur­de gar kein Grund genannt. In den meis­ten Fäl­len wäre eine Kün­di­gung bei fixer Anstel­lung gar nicht oder nur schwer mög­lich.

Es gibt jedoch einen wich­ti­gen Unter­schied zu dem Fall jetzt. Nor­ma­ler­wei­se blei­ben die Betrof­fe­nen ruhig, beschwe­ren sich nur im Freund*innenkreis dar­über. Rein recht­lich lässt sich wegen der Befris­tung der Arbeits­ver­trä­ge auch wenig machen. In die­sem Fall begeh­ren aber die Betrof­fe­nen auf, und leis­ten poli­tisch Wider­stand. Sie rufen zu einer Kund­ge­bung an dem Tag, an dem die­ses Jahr das Win­ter­pa­ket star­tet (28.Oktober 7:30), vor der Rot-Kreuz-Zen­tra­le in der Not­ten­dor­fer Gas­se 21 (U3 Erd­berg) auf.

Auch wenn es früh ist, ist Unter­stüt­zung ger­ne gese­hen!

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