[FRN:] Die Erinnerung an die Fallschirmstoffe – Gespräch mit Deborah Jeromin zu ihrem Film „Verwundene Fäden“

Am heu­ti­gen Mon­tag, dem 26.10.2020 beginnt in Leip­zig das 63. Inter­na­tio­na­le Leip­zi­ger Fes­ti­val für Doku­men­tar- und Animationsfilm…Da läuft auch am Don­ners­tag der Film Ver­wun­de­ne Fäden – er behan­delt in drei Tei­len den Weg der Sei­de für Fall­schir­me – von der NS-Sei­den­rau­pen­zucht als Pro­pa­gan­da-Pro­gramm über die Luft­lan­deschlacht auf Kre­ta 1941 bis hin zur dor­ti­gen Wie­der­ver­wen­dung der Fall­schir­me als Taschen­tü­cher und Klei­der. Noch heu­te säu­men die Maul­be­er­he­cken die Gän­ge des Leip­zi­ger Klein­gar­ten­ver­ei­nes. Sie wur­den Ende der 1930er Jah­re für die NS-Sei­den­rau­pen­zucht ange­legt. Auch wur­de 1939 ein Lehr­film über die Zucht in Leip­zig pro­du­ziert. Den Spu­ren im säch­si­schen Klein­gar­ten und der Bestim­mung der Sei­den­rau­pen im NS-Lehr­film fol­gend führt der Weg auf die tou­ris­ti­sche Insel Kre­ta. Wo sel­ten Flug­zeu­ge geflo­gen waren, spran­gen in einer Woche im Mai 1941 10.000 Fall­schirm­jä­ger auf die kar­ge Insel ab. Aus der Per­spek­ti­ve von kre­ti­schen Zeit­zeu­g­in­nen wird die Luft­lan­deschlacht und der Ter­ror der drei­jäh­ri­gen deut­schen Besat­zung erzählt. Die sei­de­nen Fall­schirm­stof­fe wur­den zer­teilt, zuge­schnit­ten und zu Taschen­tü­chern und Klei­dern wei­ter­ver­ar­bei­tet. Die Hand­ar­beits­pro­zes­se sind zeit­li­che Ein­hei­ten, die sich in den Kör­per ein­ge­schrie­ben und auch die Erin­ne­rung struk­tu­riert haben. Wir hören ein Gespräch mit Regis­seu­rin Debo­rah Jeromin…näheres zum Film unter http://​ver​wun​de​ne​fa​eden​.net/ Read More