[gG:] Das Fluten des Realen

Ich gehe nicht davon aus, dass die „Coro­na-Pan­de­mie“ so gefähr­lich ist bzw. je war, wie sie immer noch behaup­tet wird. Immer noch wird mit den Infek­ti­ons­zah­len Panik­stim­mung zu erzeu­gen ver­sucht: Zah­len, die voll­kom­men im luft­lee­ren Raum ste­hend ohne Bezug zu Ver­gleichs­da­ten in die Öffent­lich­keit gepumpt wer­den. Und dabei haben sich die zu Beginn der ent­setz­ten Bevöl­ke­rung pro­phe­zei­ten 250.000 oder welt­weit „Mil­lio­nen Tote“ nicht annä­hernd erfüllt! Und trotz­dem wer­den die Maß­nah­men – Abstand hal­ten, Mas­ke vors Gesicht, Hän­de des­in­fi­zie­ren usw. usw. – unver­än­dert fort­ge­setzt und durch­ge­setzt.

Die­se Unbe­irrt­heit von Dampf­wal­zen muss einen ande­ren Grund haben als die Sor­ge um die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung. Die­se Sor­ge ist ver­flo­gen bei der unver­än­dert fort­ge­setz­ten Schlie­ßungs­po­li­tik von Kli­ni­ken, um nur das aktu­ell auf­fäl­ligs­te Bei­spiel zu nen­nen. Über den ande­ren Grund bzw. die ande­ren Grün­de zu reden, wird aller­dings mit einem Tabu belegt und durch das Eti­kett „Ver­schwö­rungs­theo­rie“ rabi­at zu ver­hin­dern ver­sucht. Als wäre das nicht Selbst­ent­lar­vung hem­mungs­lo­ser Durch­set­zung gegen jeden Wider­stand der Bevöl­ke­rung genug.

Aber auch ohne Ver­schwö­rungs­theo­rie sehen wir, was die Regis­seu­re der Coro­na-Pan­de­mie-Insze­nie­rung machen; mit den Wor­ten Paul Schrey­ers, Autor der „Chro­nik einer ange­kün­dig­ten Kri­se“:

„Die grund­le­gen­de Ziel­rich­tung der Coro­na-Maß­nah­men scheint ein­deu­tig: Es ist eine Zen­tra­li­sie­rung von Macht­aus­übung zu beob­ach­ten, eine Stär­kung der Exe­ku­ti­ve, eine enge­re Ver­zah­nung mit Kon­zern­in­ter­es­sen sowie ein bis in pri­va­tes­te Gesund­heits­da­ten hin­ein­rei­chen­der Aus­bau der Über­wa­chung und Durch­leuch­tung der Bür­ger. Die Grund­rich­tung der Ent­wick­lung ist anti­de­mo­kra­tisch. Dient die Pan­de­mie also nur als Tür­öff­ner? (1)“

Und wei­ter:

„Tat­säch­lich wer­den ent­spre­chen­de Gedan­ken in höher gestell­ten Krei­sen schon seit län­ge­rem dis­ku­tiert. So hat­te etwa Jac­ques Attali, ein Vor­den­ker der fran­zö­si­schen Eli­ten, lang­jäh­ri­ger Bera­ter des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Fran­çois Mit­te­rand und Ent­de­cker von Emma­nu­el Macron, im Mai 2009, zu Beginn der media­len Auf­re­gung um die Schwei­ne­grip­pe, öffent­lich phi­lo­so­phiert:

„Die Geschich­te lehrt uns, dass sich die Mensch­heit nur dann signi­fi­kant wei­ter­ent­wi­ckelt, wenn sie wirk­lich Angst hat (…) Die begin­nen­de Pan­de­mie könn­te eine die­ser struk­tu­rie­ren­den Ängs­te aus­lö­sen.(…) Eine grö­ße­re Pan­de­mie wird dann [wenn sie schwer­wie­gend ist; P.S.], bes­ser als jeder huma­ni­tä­re oder öko­lo­gi­sche Dis­kurs, das Bewusst­sein für die Not­wen­dig­keit von Altru­is­mus wecken (…)

Und selbst wenn die­se Kri­se, wie wir natür­lich hof­fen müs­sen, nicht sehr ernst ist, dür­fen wir nicht ver­ges­sen, wie wir es bei der Wirt­schafts­kri­se getan haben, aus ihr zu ler­nen, damit vor der nächs­ten, unver­meid­li­chen Kri­se Prä­ven­ti­ons- und Kon­troll­me­cha­nis­men sowie logis­ti­sche Pro­zes­se für die gerech­te Ver­tei­lung von Medi­ka­men­ten und Impf­stof­fen ein­ge­rich­tet wer­den kön­nen.

Zu die­sem Zweck müs­sen wir eine glo­ba­le Poli­tik, eine glo­ba­le Lage­rung und damit eine glo­ba­le Besteue­rung ein­füh­ren. Dann wer­den wir viel schnel­ler, als es allein aus wirt­schaft­li­chen Grün­den mög­lich gewe­sen wäre, die Grund­la­gen für eine ech­te Welt­re­gie­rung schaf­fen kön­nen.“

Das war von Anfang an mei­ne Über­zeu­gung: Nicht die Pan­de­mie zwingt die Macht, son­dern die Macht hat das Virus geka­pert (2). Wir kön­nen davon aus­ge­hen, alles was wir sehen, bestä­tigt es: es geht um den „Gre­at Reset“ der Öko­no­mie und der gesell­schaft­li­chen Bezie­hun­gen. Dies müs­sen wir zum Aus­gangs­punkt unse­rer Unter­su­chung neh­men.

Wir brau­chen die Grün­de der Herr­schen­den nicht lan­ge zu erfor­schen, sie lie­gen auf der Hand: Auf­recht­erhal­tung, Ver­grö­ße­rung, Erwei­te­rung, Fes­ti­gung ihrer Herr­schaft. Dass sie das immer noch nicht so bru­tal wie es sich anhört „kom­mu­ni­zie­ren“ zeigt oder lässt zumin­dest ver­mu­ten, dass sie sich nicht sicher sind, ob sie das alles „ihrer“ Bevöl­ke­rung zumu­ten kön­nen.

Es geht nicht nur um Mas­ken und Abstands­re­ge­lun­gen – mit dem könn­te man umge­hen, wenn die Not­wen­dig­keit ratio­nal begrün­det wäre. Auch der Impf­zwang wäre und ist bis­her hin­ge­nom­men wor­den, wenn er offen zur Dis­kus­si­on gestellt wor­den war.

Es geht viel­mehr um die Zumu­tung, gegen jede ratio­na­le Evi­denz sich einer Anord­nung zu fügen; Aus­schal­tung der Ratio­na­li­tät – unbe­ding­ter Gehor­sam: ein Ein­bruch gren­zen­lo­ser Irra­tio­na­li­tät in eine auf­ge­klärt sich ver­ste­hen­de „offe­ne“ Gesell­schaft.

Die Fol­ge: ein Zer­fall der bis­he­ri­gen kul­tu­rel­len Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten, Dekom­pen­sa­ti­on, Zer­stö­rung bis­he­ri­ger Bezie­hun­gen und Freund­schaf­ten.

Die Bezeich­nung Faschis­mus ist hier nahe lie­gend, wenn­gleich unbe­frie­di­gend. Auch Tota­li­ta­ris­mus erfasst das spe­zi­fisch Neue nicht. Das Schwan­ken ist viel­leicht typisch: zwi­schen dem ungläu­bi­gen nicht für wahr­ha­ben wol­len und fata­lis­tisch resi­gna­ti­ven Ein­ge­ste­hen. Das macht Angst – und man hat nur die Bil­der und Begrif­fe der Ver­gan­gen­heit. Ich muss also etwas grund­sätz­li­cher anfan­gen …
Das Ima­gi­nä­re, das Rea­le, das Sym­bo­li­sche

Das für die Psy­cho­lo­gie grund­sätz­lich Neue: die Ver­schie­bung der Gren­zen zwi­schen den ver­schie­de­nen Regis­tern des Psy­chi­schen – des Ima­gi­nä­ren und des Rea­len und des Sym­bo­li­schen.

Als Psy­cho­ana­ly­ti­ker bin dar­in aus­ge­bil­det, mich zwi­schen den Regis­tern des Psy­chi­schen zu bewe­gen, zu unter­schei­den und immer zu wis­sen, in wel­chem die­ser Berei­che die­ser Sphä­ren ich mich bewe­ge.

Womit wir es gegen­wär­tig zu tun haben: mit einem Ver­schwim­men die­ser Sphä­ren, das Ima­gi­nä­re über­schwemmt gera­de­zu das Rea­le und begräbt auch das Sym­bo­li­sche unter sich.

Was ich damit mei­ne, will ich gleich sagen, indem ich aus einem höchst aktu­el­len, unge­heu­er wich­ti­gen Buch zitie­re, und zwar dem Buch von Paul Schrey­er mit dem Titel „Chro­nik einer ange­kün­dig­ten Kri­se“ (3).

Paul Schrey­er zeigt in die­sem Buch, dass die jetzt „Coro­na­kri­se“ genann­te Insze­nie­rung lan­ge, lan­ge Jah­re vor­be­rei­tet war, und zwar vor­be­rei­tet durch etwas, was es auch erst in die­sem Zusam­men­hang, die­sem Umfang mit dem Com­pu­ter­zeit­al­ter gibt, näm­lich durch Rol­len­spie­le. Rol­len­spie­le ken­nen wir auch in der Psy­cho­the­ra­pie: ein Pati­ent spielt sei­nen Vater, um sich mit ihm aus­ein­an­der­zu­set­zen in einer Grup­pen­sit­zung.

In der Com­pu­ter­sze­ne waren sol­che Rol­len­spie­le sehr früh auf­ge­taucht. Und zwar dort in der Gestalt fan­tas­ti­scher Mär­chen­er­zäh­lun­gen, die dann durch die Teil­neh­mer gespielt wur­den. Die­se haben eine so star­ke Fas­zi­na­ti­on, dass die Teil­neh­mer sich mit ihren Figu­ren sehr stark iden­ti­fi­zie­ren, die ja voll­kom­men frei erfun­den sind, mit voll­kom­men frei erfun­de­nen Eigen­schaf­ten, Geschich­ten und Hand­lungs­mög­lich­kei­ten.

Mit die­ser Art von Spie­len wur­den eini­ge Zeit vor 9/​11, also vor dem „Krieg gegen den Ter­ror“ Men­schen aus dem Hof­staat der Herr­schen­den beschäf­tigt – oder sol­len wir sagen unter­hal­ten. Grau­sa­me Spie­le mit vie­len, vie­len Toten, Zer­stö­run­gen, auch psy­chi­schen, aber vor allem mate­ri­el­len. Sie bestan­den aus Sze­na­ri­en von Ter­ror­an­schlä­gen, in denen sie die Rol­len der staat­li­chen Ein­rich­tun­gen und Per­so­nen zur Abwehr die­ser Anschlä­ge spiel­ten. Waren es anfangs Anschlä­ge mit Bio­waf­fen, die abge­wehrt wer­den soll­ten, so wech­sel­ten die Sze­na­ri­en spä­ter das Para­dig­ma von Ter­ror­an­schlä­gen zu „natür­li­chen“ Epi­de­mien: Grip­pe, Sars und so wei­ter.

Die­se Plan­spie­le ver­sam­mel­ten hoch­ran­gi­ge Ver­tre­ter aus Regie­run­gen der G‑7-Grup­pe, Spe­zia­lis­ten aus der Bio­waf­fen­for­schung, Indus­tri­el­le aus der Kriegs­pro­duk­ti­on und Phar­ma­in­dus­trie, Mili­tärs und Jour­na­lis­ten, Ver­tre­ter der größ­ten Medi­en­kon­zer­ne und des CIA. Die Hoch­ran­gig­keit wur­de immer wei­ter gestei­gert, in einem der letz­ten Plan­spie­le spiel­te Made­lei­ne Alb­right den US-Prä­si­den­ten.

Vor­be­rei­tet, orga­ni­siert und mode­riert wur­den die Plan­spie­le vom 1998 eigens dafür ein­ge­rich­te­ten „Cen­ter for Civi­li­an Bio­de­fen­se Stu­dies“ (4) – finan­ziert durch pri­va­te Stif­tun­gen ein­fluss­reichs­ter Ban­kiers und Indus­tri­el­ler, unter dem orga­ni­sa­to­ri­schen Man­tel der „Johns Hop­kins Bloom­berg School of Public Health“ und der „Slo­an Foun­da­ti­on„.

Die­se Plan­spie­le soll­ten Pro­gno­sen lie­fern über die Mög­lich­kei­ten und Stra­te­gien der Orga­ni­sie­rung der Abwehr von Anschlä­gen, schließ­lich auch der Bewäl­ti­gung von Kata­stro­phen. Die Kata­stro­phen­sze­na­ri­en waren dabei in einem Aus­maß fan­tas­tisch, dass sie eher den Fan­ta­sien von Sci­ence-Fic­tion-Kriegs­spie­len ent­lie­hen zu sein schie­nen als wis­sen­schaft­li­chen Exper­ti­sen. Die Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen stei­ger­ten sich von Plan­spiel zu Plan­spiel in immer irre­re Kon­struk­tio­nen.

Wenn man berück­sich­tigt, wer die­se Plan­spie­le orga­ni­siert und vor­be­rei­tet hat, müss­te man sagen, sie, die Teilnehmer*innen, wur­den hin­ein­ge­stei­gert von denen, die die­se Spie­le eigent­lich ent­wor­fen und durch­ge­führt haben – das ent­spricht ja auch ihrer gesell­schaft­li­chen Stel­lung als Mit­glie­der des „geschäfts­füh­ren­den Aus­schus­ses“ jener Klas­se, in deren Inter­es­se sie die­se Spie­le spie­len muss­ten.

Die Autoren und Orga­ni­sa­to­ren der Spie­le haben ihrer Fan­ta­sie frei­en Lauf gelas­sen im Aus­ma­len der Skrip­te, der Expo­sés und der Inter­ven­tio­nen, die sie in das Spiel ein­ge­bracht haben.

„Ver­schmel­zung der The­men­angst, Mas­sen­ster­ben, Aus­nah­me­zu­stand, staat­li­che Über­for­de­rung, Frei­heits­be­schrän­kun­gen, Impf­stof­fe, Phar­ma­re­gu­lie­rung und Medi­enst­ra­te­gie. […] Eine gesund­heit­li­che Not­la­ge führ­te zu einem glo­ba­len Bedarf an Impf­stof­fen, für deren Finan­zie­rung, Ent­wick­lung und Ver­brei­tung Kon­zer­nen eine akti­ve­re Rol­le in der inter­na­tio­na­len Poli­tik ein­ge­räumt wer­den muss­te, wobei etwai­gem Wider­stand aus der Bevöl­ke­rung mit­hil­fe von PR-Stra­te­gien und Medi­en zu begeg­nen war“: z.B. „Die Medi­en mit Infor­ma­tio­nen über­flu­ten“, „ver­stärk­ter Kampf gegen sogen. Falsch­in­for­ma­tio­nen“ (Schrey­er, S. 97ff) .

Das Brain­stor­ming der Bedro­hungs- und Abwehr­mög­lich­kei­ten geriet immer mehr zur Ein­übung in eine Panik getrie­be­ne Pra­xis, zur Vor­be­rei­tung einer Not­stands­si­tua­ti­on, die sie sel­ber erst her­stel­len muss­ten; und das umso mehr, je höher­ran­gig die Teil­neh­mer der Plan­spie­le waren.

Wäh­rend die arg­lo­se Bevöl­ke­rung voll­kom­men unvor­be­rei­tet von der Pan­de­mie-Insze­nie­rung über­rascht wur­de, waren die Insze­na­to­ren kei­nes­wegs ahnungs­los: Jah­re­lang haben sie sich dar­auf vor­be­rei­tet, bereits vor 9/​11 (!) haben sie damit ange­fan­gen, die­sen Krieg gegen den Ter­ror zu spie­len.

„Nach­dem in den Jah­ren 1998–2005 […] im raschen Stak­ka­to immer apo­ka­lyp­ti­sche­re Pan­de­mie ‑Übun­gen ins Werk gesetzt wor­den waren“ (Schrey­er, S. 85), nahm erst in den Jah­ren 2016/​2017 Bill Gates den zwi­schen­zeit­lich lie­gen geblie­be­nen Faden wie­der auf. Er trat in Davos und auf der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz als Bot­schaf­ter der von ihm gemein­sam mit der Phar­ma­in­dus­trie und meh­re­ren Regie­run­gen gegrün­de­ten Impf­stoff For­schungs­in­itia­ti­ve CEPI (Coali­ti­on for Epi­de­mic Pre­pa­red­ness Inno­va­tions) auf. Die­sem Auf­tritt folg­ten die bei­den Pan­de­mie­ma­nö­ver, deren zwei­tes zwei Mona­te vor dem Auf­tau­chen des Coro­na-Virus durch­ge­führt wur­de: wie­der­um Rol­len­spie­le, in denen die Betei­lig­ten in die extrems­ten Fan­ta­sie­geschich­ten getrie­ben und in Panik Vor­keh­run­gen gegen die fan­ta­sier­ten Gefah­ren ent­wi­ckeln soll­ten.
Die Stei­ge­rung in die Panik

Es ist voll­kom­men irr­sin­nig: Die Regis­seu­re der Pan­de­miein­sze­nie­run­gen ent­wi­ckeln ihre Vor­stel­lun­gen in Spie­len, die aus der Umset­zung von völ­lig von der Rea­li­tät, vom Rea­len los­ge­lös­ten Fan­ta­sie­ge­bil­den Hand­lungs­an­wei­sun­gen für das Per­so­nal lie­fern sol­len, die dann vor­geb­lich die Pan­de­mie mode­rie­ren, die sie sel­ber an die Wand gemalt haben.

Sie brü­ten die wil­des­ten Fan­ta­sien aus von Ter­ror­an­schlä­gen über Epi­de­mien mit Mil­lio­nen von Toten, hun­dert Mil­lio­nen oder mehr. Sie fan­ta­sie­ren, was man dage­gen tun könn­te: Am bes­ten alle Hil­fen, unbe­dingt so schnell wie mög­lich, wenn es kei­nen Impf­stoff gibt, dann muss man ihn eben auch erfin­den. Sie stei­gern sich in Panik, aus der her­aus sie in ihrem Tun­nel­blick nichts ande­res mehr sehen als Viren, Viren, Impf­stof­fe, die wider­stän­di­ge Bevöl­ke­rung, was kann man dage­gen machen, wie kann man die dazu brin­gen, dass sie tun, was wir uns in unse­rer Fan­ta­sie aus­ge­brü­tet haben, wenn nötig mit Gewalt, das Gewalt­mo­no­pol haben wir wie­der.

Die­ser Wahn­sinn ist mög­lich, wenn man sich voll­kom­men vom Rea­len abge­löst hat, er ist rea­li­sier­bar, wenn man alles rea­li­sie­ren kann, was tech­nisch mög­lich ist und es kei­ne Gren­zen mehr gibt, die ande­re hal­ten.

Von kei­nen Gren­zen des Rea­len behin­dert, wie eben Fan­ta­sie­ge­bil­de sein kön­nen, aber gleich­zei­tig von Men­schen gespielt, die, wenn sie sich nicht selbst finan­zie­ren, so von den Mit­glie­dern der „radi­ka­len Min­der­heit“ der Reichs­ten der Welt, denen die Hälf­te des Ver­mö­gens des Res­tes der Welt gehört, die sich alles leis­ten kön­nen, was tech­nisch mach­bar ist.

Die­se Leu­te machen das dann auch, was sie kön­nen, wenn man ihnen kei­ne Gren­zen gesetzt hat, wenn Demo­kra­tie, die Gewal­ten­tei­lung, die Kon­trol­le der Gewal­ten durch die Ver­tre­ter der Bevöl­ke­rung, das Sym­bo­li­sche aus­ge­schal­tet ist.

Das Virus als Teil des Rea­len bil­det sich im Ima­gi­nä­ren nach Maß­ga­be der Angst ab und wächst sich als medi­al ver­grö­ßer­te Insze­nie­rung zur absicht­lich gewoll­ten Bedro­hung aus. Eine Rela­ti­vie­rung durchs Sym­bo­li­sche fin­det nicht statt. Die eben­falls ima­gi­nä­re All­machts­fan­ta­sie wird nicht durch eine Kas­tra­ti­on begrenzt, weil das Sub­jekt des Kapi­tals in unse­rem Sys­tem unbe­grenzt ist.

Man ist ver­führt, in der Ver­gan­gen­heit zu kra­men und das gan­ze Irren­haus „Faschis­mus“ zu nen­nen. Aber man muss es nicht. Eher könn­te man den Hitler’schen Faschis­mus als Irren­haus bezeich­nen und ihn ein­ord­nen in die Gale­rie der Her­ren­häu­ser, die jetzt die Muse­en der Welt­ge­schich­te zum Plat­zen brin­gen. Es ist „machen, was mög­lich ist“ ohne Beschrän­kung, und das ist, wenn es alle Gebie­te erfasst, Tota­li­ta­ris­mus.

Die­ser Wahn­sinn ist zum vor­herr­schen­den psy­chi­schen Zustand gewor­den. Das treib­haus­mä­ßig ent­fes­sel­te Ima­gi­nä­re hat sich wie ein Lava­strom über die Gesell­schaft gescho­ben, von kei­ner­lei Rea­li­täts­kon­trol­le gebän­digt, hat längst einen gro­ßen Teil der Bevöl­ke­run­gen erfasst, ihr Bewusst­sein, Den­ken, Wahr­neh­mung mit dem Hexen­ein­mal­eins der Fake News ver­klebt, ihr Selbst­be­wusst­sein an die Wand erdrückt, sie haben ver­ges­sen, was sie wuss­ten, dass die­se Rei­chen, die zugleich die Mäch­ti­gen sind, sich in ihren Spie­len nicht um die Sor­gen der Armen außer­halb ihrer Glas­pa­läs­te oder Bun­ker küm­mern; dass sie ganz im Gegen­teil mit der Bevöl­ke­rung umge­sprun­gen sind wie mit Objek­ten, die man gebrau­chen kann wie Werk­zeu­ge, die man weg­wer­fen kann, wenn sie nicht mehr zu gebrau­chen sind.
Die Angst vor der sozia­len Äch­tung

Vor die­sem Hin­ter­grund müs­sen wir unse­re Fra­gen an den Psy­cho­lo­gen stel­len: Was waren, was sind die Grün­de, wes­halb die Bevöl­ke­rung sich das hat alles so wider­stands­los gefal­len las­sen? Hier befragt man immer zuerst die Psy­cho­lo­gie. Die Psy­cho­lo­gie behaup­tet ja auch, dar­auf Ant­wor­ten zu haben. Als ers­te Ant­wort wäre die der Angst zu nen­nen.

Die Bevöl­ke­rung wür­de aus Angst sich alles gefal­len las­sen. Angst wovor? Angst vor Anste­ckung? Die­se Angst wur­de ja sehr geschürt durch die Behaup­tung der unge­heu­ren Gefähr­lich­keit, der unzähl­ba­ren Mil­lio­nen von Toten, die die­ses Virus hin­ter sich her­zie­hen wür­de. Aber rela­tiv schnell muss klar gewor­den sein, dass all die schlim­men und schlimms­ten Pro­phe­zei­un­gen sich nicht erfül­len wer­den, dass also kein Grund zu per­ma­nen­ter Angst mehr gege­ben war.

Ein Aus­druck dafür, dass die­se Angst zu ver­schwin­den droh­te, sind ja die mit unge­heu­rer Wut und Ver­ach­tung ver­ur­teil­ten jugend­li­chen Aus­bruchs­ver­su­che wie zum Bei­spiel der Rave auf dem Kanal in Ber­lin am Pfingst­sonn­tag. Wenn jetzt wei­ter Angst der Grund für die erneu­te Will­fäh­rig­keit sein soll­te, dann nicht Angst vor der Anste­ckung, son­dern Angst vor der sozia­len Äch­tung.

Es ist ja das tat­säch­lich bis heu­te wie­der­hol­te Argu­ment: Wenn die Mas­ke auch mich schon nicht schützt, dann muss ich sie trotz­dem auf­set­zen, weil sie den ande­ren schützt. Das Argu­ment mit der Rück­sicht auf den ande­ren; die soge­nann­te Soli­da­ri­tät, die dadurch per­ver­tiert wor­den war, dass sie gleich­zei­tig durch Abstands­hal­tung, Abstands­an­ord­nun­gen auf­recht erhal­ten wer­den soll­te. Sie wird wei­ter­ge­schürt und auf die Spit­ze getrie­ben durch die unver­blüm­te Auf­for­de­rung zur Denun­zia­ti­on – so durch Karl Lau­ter­bach im ARD-Inter­view vom Sonn­tag­abend, 11.10.2020.

Die­se Angst, ver­ach­tet zu wer­den, wird wei­ter ver­stärkt mit sehr mas­si­ven Dif­fa­mie­run­gen und Unter­stel­lun­gen von äußers­ter Pri­mi­ti­vi­tät, zum Bei­spiel mit dem Begriff „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker“, dem unter­stellt wird, an außer­ir­di­sche Mäch­te zu glau­ben, die die Mensch­heit mit dem Virus bedro­hen, wäh­rend es ganz irdi­sche Mäch­te sind, oder die poli­ti­sche Dif­fa­mie­rung als „rech­tes“, „rechts offe­nes“ Milieu.

Die hoch­emo­tio­na­le, gera­de­zu hass­erfüll­te Eti­ket­tie­rung ist natür­lich leicht als mas­si­ve Ver­leug­nung der Rea­li­tät durch­schau­bar, belegt, je län­ger die Pan­de­mie Insze­nie­rung auf­recht­erhal­ten wird, durch die immer rigo­ro­ser exe­ku­tier­ten Aktio­nen und Anord­nun­gen zur Löschung jeg­li­cher von den offi­zi­el­len Ver­laut­ba­run­gen abwei­chen­der Infor­ma­tio­nen im Netz.

Die­se Angst vor Dif­fa­mie­rung, Stig­ma­ti­sie­rung und sozia­lem Aus­schluss hat ihr Gegen­bild in dem Selbst­bild des „demo­kra­ti­schen“, „sozia­len“, „soli­da­ri­schen“, sich irgend­wie als „links­li­be­ral“ ver­ste­hen­den Bür­gers der „offe­nen Gesell­schaft“.
Pro­zess der Spal­tung

Es ist das Ver­ständ­nis von Soli­da­ri­tät, das sich in der soge­nann­ten „Flücht­lings­kri­se“ arti­ku­lier­te und die Regie­rung in Bedräng­nis brach­te, sodass Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel die Paro­le „Wir schaf­fen das!“ aus­ge­ben muss­te, die sie spä­tes­tens nach zehn Tagen aller­dings klamm­heim­lich fal­len gelas­sen hat und mit Horst See­hofers „Ober­gren­zen“ den „Raum des Sag­ba­ren“ wei­ter nach rechts erwei­tert hat und damit der AfD, Pegi­da usw. stär­ke­ren Ein­fluss ver­schaff­te.

Man kann durch­aus von einem Pro­zess der Spal­tung spre­chen, aller­dings eher im Sin­ne der Ver­stär­kung der ohne­hin – mate­ri­ell in Klas­sen – gespal­te­nen Gesell­schaft, die damit vor­an­ge­trie­ben wur­de oder der ideo­lo­gi­schen Spal­tung. Die­se Spal­tung wur­de zugleich durch die rech­ten Milieus ver­schärft, was das „offe­ne“ Milieu sei­ner­seits zag­haf­ter wer­den ließ, um nicht zu sagen, sich um die „gute“ Regie­rung, die „Mut­ti“ scha­ren ließ.

Es ist dies eine Hal­tung, die ver­stärkt staats­loya­le, regie­rungs­af­fir­ma­ti­ve Ori­en­tie­run­gen und Argu­men­te her­vor­bringt, unter­stützt – ein Auto­ri­ta­ris­mus, wenn man so will, der nicht mehr der der „auto­ri­tä­ren Per­sön­lich­keit“ ist oder zu sein scheint. Abge­se­hen davon, dass die auto­ri­tä­re Per­sön­lich­keit ja nach Theo­dor W. Ador­no ein Pro­dukt auto­ri­tä­rer Erzie­hung sein soll und weni­ger eine Reak­ti­on und eine Ant­wort auf auto­ri­tä­re Poli­tik oder Regimes, im Gegen­teil die­se eher vor­be­rei­ten oder gar vor­beu­gen soll.

Wir könn­ten hier eher sinn­vol­ler­wei­se den Begriff der „Men­ta­li­tät“ ein­set­zen, als eines Dis­po­si­tivs für die Hal­tun­gen und das Den­ken ver­stan­den, das bereits vor­han­den ist, wenn die angst­ma­chen­de oder stig­ma­ti­sie­ren­de „Corona“-Agitation beginnt. Sie hät­te die­ser den Boden vor­be­rei­tet. Ihre Ent­ste­hung ist nicht auf die Sozia­li­sa­ti­on der Kind­heit beschränkt, auf die sich die psy­cho­lo­gi­sche Betrach­tung ein­engt, son­dern ver­dankt sich län­ger­fris­ti­gen „Wel­len“.

Einen sehr wich­ti­gen Bei­trag zu die­ser Dis­kus­si­on hat Peter Brück­ner mit dem Begriff und der Unter­su­chung von „Mas­sen­loya­li­tät“ geleis­tet. Die­se Mas­sen­loya­li­tät wird fun­diert durch Befrie­di­gung mate­ri­el­ler Bedürf­nis­se, Teil­ha­be am Wohl­stand, aber nicht nur, son­dern auch durch „psy­cho­lo­gi­sche“, „nar­ziss­ti­sche“ Befrie­di­gung. Die­se wird im Wesent­li­chen durch den „Dis­kurs der Macht“ regu­liert – mehr dazu spä­ter (5).
Die Ver­füh­rung genie­ßen

Die Men­ta­li­tät des loya­len Staats­bür­gers – die jetzt vor­lie­gen­de Form der Mas­sen­loya­li­tät – wur­de oder hat sich lan­ge vor­be­rei­tet. Ich habe im Zusam­men­hang mit Peter Brück­ner und mit Her­bert Mar­cu­se von einem kul­tu­rel­len Bruch gespro­chen (6).

Nach dem in jenem sagen­haf­ten Jahr 1968 die Maschi­ne­rie der Herr­schen­den aus dem Tritt gekom­men war, was die Hoff­nung auf eine freie Ent­fal­tung der Gesell­schaft und der Men­schen eröff­net hat­te, wur­den Schritt für Schritt die „Frei­räu­me“ wie­der abge­räumt – die Herr­schen­den hat­ten ver­sucht, wie­der Tritt zu fas­sen. Eine Melan­ge aus den ver­schie­dens­ten Herr­schafts­tech­ni­ken von Repres­si­on bis Ver­füh­rung, die all­mäh­lich ein Kli­ma geschaf­fen haben von Resi­gna­ti­on, sich ein­fü­gen in das, was nicht zu ändern sein soll­te, Will­fäh­rig­keit und Geschmack dar­an fin­den, die Ver­füh­run­gen zu genie­ßen.

Geblie­ben ist zugleich die Erin­ne­rung an die­se Zeit des – wie Brück­ner gesagt hat­te – „Public Hap­pi­ness“, aber ver­dun­kelt durch die gleich­zei­tig lau­fen­den „Bashings“ der über­mü­ti­gen, die Herr­schen­den aus der Fas­sung brin­gen­den Aktio­nen, Theo­rien, Mar­xis­mus, Psy­cho­ana­ly­se usw. und Lebens­stil-Äuße­run­gen, die als Dro­gen­miss­brauch und Pro­mis­kui­tät dif­fa­miert wor­den waren. Auch das war durch­aus eine „Über­nah­me der Paro­le des Bedrü­ckers“ (Adler 1919) (7) oder, wie Brück­ner sagen wür­de – „Über­nah­me der Herr­schaft in die eige­ne Regie“. Man distan­zier­te sich von sei­nen eige­nen „Unta­ten“ – Unter­wer­fung – kei­ne Selbst­kri­tik.
Der Ein­bruch in den geleb­ten Anti­fa­schis­mus

Die wich­tigs­ten Stu­fen die­ser all­mäh­li­chen Ent­wick­lung waren die Grün­dung von soge­nann­ten Par­tei­en, zunächst noch als kom­mu­nis­ti­sche ent­wor­fen. Sie bedeu­te­ten bereits eine Revi­si­on der Kri­tik an den Par­tei­en als Appa­ra­te, die der Per­spek­ti­ve der Eman­zi­pa­ti­on im Wege stan­den.

Die Grün­dung der Grü­nen Par­tei, zunächst als Abwen­dung von den K‑Parteien ver­stan­den, ent­wi­ckel­te sich aber zu einem wei­te­ren Schritt der Affir­ma­ti­on des Par­la­men­ta­ris­mus, also eines zen­tra­len Sys­tems kapi­ta­lis­ti­scher Herr­schaft, die fast zwangs­läu­fig in die Regie­rungs­be­tei­li­gung mün­den muss­te. Dort ange­kom­men war dann der nächs­te Schritt zur Unter­wer­fung die Unter­stüt­zung bzw. Pro­pa­gie­rung und Durch­füh­rung des Krie­ges – des „ers­ten Krie­ges der BRD“ – gegen Jugo­sla­wi­en. Dies und die Begrün­dung des Krie­ges als „Kampf gegen den Faschis­mus“ – der Ser­bi­en unter­stellt wur­de –, waren ein dra­ma­ti­scher Ein­bruch in den über­zeu­gen­den geleb­ten Anti­fa­schis­mus der Stu­den­ten­be­we­gung gewe­sen. Von nun an konn­te Anti­fa­schis­mus als Staats­rä­son rekla­miert und pro­pa­giert wer­den.

Im Gegen­zug wur­de der Anti­fa­schis­mus der Mensch­lich­keit der Stu­den­ten­be­we­gung zum zunächst „ver­deck­ten“, „nicht auf­ge­ar­bei­te­ten“, inzwi­schen beden­ken­los behaup­te­ten „Anti­se­mi­tis­mus“. Dass es dafür einen eige­nen „Staats­be­auf­trag­ten“ geben muss, der als Gedan­ken­po­li­zist sich in jede kri­ti­sche Dis­kus­si­on ein­mi­schen kann, ist ent­spre­chen­der Aus­druck.

Gleich­zei­tig – was bewirkt die­se „Umdeu­tung“ der bis­her geleb­ten Wer­te und Hal­tun­gen – wur­de die­se Unter­wer­fung nicht als Unter­wer­fung ver­stan­den, im Gegen­teil: als reflek­tier­te, „dif­fe­ren­zier­te“ Bear­bei­tung, mit dem Selbst­be­wusst­sein, aus den Feh­lern gelernt zu haben und gleich­zei­tig „ange­kom­men“ zu sein – in der guten Gesell­schaft. Dass die­se „gute Gesell­schaft“ die Gesell­schaft der ande­ren war, der Geg­ner aus der Zeit der über­mü­ti­gen Eman­zi­pa­ti­ons­be­we­gun­gen, war ver­ges­sen.

Ver­ges­sen war auch die Erfah­rung, dass die­se Gesell­schaft nicht zim­per­lich gewe­sen war, ihren Besitz zu ver­tei­di­gen, dass sie rach­süch­tig war gegen die unter­le­ge­nen – „eige­nen“ – „Kin­der“, sie per „Berufs­ver­bot“ dem vor allem aka­de­mi­schen Leben fern­zu­hal­ten.

Dies war der Boden, auf dem sogar noch die Soli­da­ri­tät mit den Schwa­chen, im Beson­de­ren mit den Geflüch­te­ten um das Jahr 2015 der Regie­rungs­sei­te gut­ge­schrie­ben und die Kanz­le­rin Mer­kel zur Inkar­na­ti­on der „Refu­gees Welcome!“-Bewegung sti­li­siert wur­de.

Die­se affir­ma­ti­ve Hal­tung der Regie­rung gegen­über, die jede Schwei­ne­rei als blo­ßes Ver­se­hen zu ent­schul­di­gen bereit ist, war auch der Boden für die sehr schnel­le und bereit­wil­li­ge Akzep­tie­rung der Poli­tik, als die­se ihre ers­ten Anwei­sun­gen und Vor­be­rei­tun­gen zur Errich­tung eines Pan­de­mie­re­gimes bekannt gab und durch­setz­te.
Die Über­nah­me der Paro­le

Neh­men wir jetzt die Dar­stel­lung der Chro­no­lo­gie der Ereig­nis­se der Insze­nie­rung zur Hand, so kön­nen wir fest­stel­len, dass das ent­schei­den­de Moment das der Über­rum­pe­lung war. Sicher erzeugt Über­rum­pe­lung auch Angst, auch Angst vor Anste­ckung, aber nicht unwich­tig ist das Moment des Über­wäl­tigtseins, der Ein­wil­li­gung des Über­wäl­tig­ten in die Hand­lun­gen des Über­wäl­ti­gers.

Der Über­wäl­tig­te muss oder neigt dazu, sein Han­deln mit Grün­den zu recht­fer­ti­gen, die das Über­wäl­tigt-Sein zu ver­leug­nen gestat­ten: ratio­na­le Grün­de, die das eige­ne Inter­es­se als ego­is­ti­sches zu ent­wer­ten nei­gen. Und nahe­lie­gend ist es für ihn, die Recht­fer­ti­gun­gen zu über­neh­men, die ihm gera­de von der Sei­te ange­bo­ten wer­den, die ihn in die­se Situa­ti­on gebracht hat.

Es ist so etwas wie „Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Aggres­sor“ – spre­chen wir lie­ber von der Über­nah­me der Argu­men­te des „Aggres­sors“, der Über­nah­me der Paro­le des Bedrü­ckers (nach Alfred Adler).

Die Über­nah­me der „Paro­le“ des „Bedrü­ckers“: der aktu­ell statt­fin­den­de Pro­zess auf dem Unter­grund der in einem län­ge­ren Zeit­raum gebil­de­ten „Men­ta­li­tät“, der Bereit­schaft, dem Dis­po­si­tiv zur Über­nah­me der Paro­le wären die wich­tigs­ten „psy­cho­lo­gi­schen“ Mecha­nis­men, die für den „Gehor­sam“ ver­ant­wort­lich zu machen sind.

Nein, ver­ant­wort­lich sind nicht die Gehor­sa­men allein, son­dern ver­ant­wort­lich sind die den Gehor­sam Erzwin­gen­den. Ihnen müs­sen wir uns also wie­der zuwen­den. Was wol­len sie? Was haben sie mit uns vor?
Die lee­re Stel­le

Doch blei­ben wir einen Moment noch bei dem, was die Paro­le mit dem macht, der sie über­nimmt.

Mit der Über­nah­me der Paro­le des Bedrü­ckers macht der Über­wäl­tig­te sich selbst zum Autor die­ser Paro­le, zum Herrn über sein Han­deln, sei­ne Ent­schei­dung. Er ist nicht mehr der Gehor­sa­me, der gegen sei­nen Wil­len Gezwun­ge­ne, er hat kei­ne Pro­ble­me mehr damit, dass er das Gegen­teil von sei­nen bis­he­ri­gen Über­zeu­gun­gen tut, ja nicht ein­mal dafür muss er sich ver­ach­ten, dass er sogar sein Den­ken ver­ra­ten hat. Er erringt ein neu­es Gefühl von Sou­ve­rä­ni­tät, dass Aus­druck fin­det im „Sedan-Lächeln„.

Die Paro­le, mit der man in die Aus­ein­an­der­set­zung geht, die mich dort lei­tet, mein Han­deln und mein Den­ken, nicht ganz so uner­bitt­lich wie der Befehl, und nicht ganz so unver­bind­lich wie die Flos­kel, aber so ver­füh­re­risch wie der Gesang der Sire­nen macht sie den Dis­kurs der Macht unwi­der­steh­lich. „Abstand hal­ten ist (die neue) Soli­da­ri­tät“, „Bring Coro­na nicht zur Oma!“, „Mund und Nasen­schutz schüt­zen den ande­ren, wenn auch nicht Dich“, „Wir müs­sen mit Coro­na leben, wir wer­den erst frei sein, wenn wir einen Impf­stoff haben“ usw.

Die­se Paro­len wer­den gegen jeden wis­sen­schaft­li­chen Ein­wand auf­recht­erhal­ten, ver­schärft, flan­kiert und unter­stützt durch die längst wider­leg­te Behaup­tung von der Gefähr­lich­keit der stei­gen­den Infek­ti­ons­zah­len, die man der Wir­kung hal­ber „Fäl­le“ nennt.

Man könn­te sie „lee­re Signi­fi­kan­ten“ nen­nen: Sie wer­den ohne jede Begrün­dung in die Öffent­lich­keit gewor­fen. Aber sie wir­ken, sie haben eine Wir­kung und dar­in liegt der Grund für ihre Ver­wen­dung – durch die Her­ren des Dis­kur­ses. Ihre Wir­kung besteht ein­fach dar­in, dass die Emp­fän­ger der Paro­le, die­je­ni­gen, die die Paro­le sich zu eigen machen, die Begrün­dung selbst in die lee­re Stel­le ein­set­zen. Sie set­zen das dort ein, was sie brau­chen, um der Paro­le zustim­men zu kön­nen, um sie zu über­neh­men.

Das ist der grund­le­gen­de Mecha­nis­mus, der pri­mä­re in fast jeder Kom­mu­ni­ka­ti­on: Wir set­zen das, was wir ger­ne vom ande­ren hören wol­len, sehr ger­ne vom ande­ren ver­spro­chen haben wol­len als „Bedeu­tung“, „Aus­sa­ge“, „Bot­schaft“ des ande­ren in die lee­re Stel­le. Ent­schei­dend ist also das, was wir wol­len.

Im Dis­kurs der Macht ist es die Macht, unse­re Hal­tung zu ihr, die die lee­re Stel­le besetzt hält.

Noch­mals in aller Deut­lich­keit: Das Virus als Teil des Rea­len bil­det sich im Ima­gi­nä­ren nach Maß­ga­be der Angst ab und wächst sich als medi­al ver­grö­ßer­te Insze­nie­rung zur absicht­lich gewoll­ten Bedro­hung aus. Eine Rela­ti­vie­rung durchs Sym­bo­li­sche fin­det nicht statt. Die eben­falls ima­gi­nä­re All­machts­fan­ta­sie wird nicht durch eine Kas­tra­ti­on begrenzt, weil das Sub­jekt des Kapi­tals in unse­rem Sys­tem unbe­grenzt ist.
Wider der Erlö­sung

Las­sen wir uns nicht län­ger mit der Gehirn­wä­sche davon ablen­ken, mit den immer wei­ter gedreh­ten Behaup­tun­gen und Zurück­nah­men und neu­en Behaup­tun­gen über die Gefähr­lich­keit des Virus und die Erlö­sung in der Imp­fung.

Es geht bei der gan­zen Insze­nie­rung um nichts ande­res als um Ablen­kung von den Zie­len, die hin­ter der Insze­nie­rung ver­steckt sind und durch sie hin­ge­nom­men wer­den sol­len: „die Grund­la­gen für eine ech­te Welt­re­gie­rung“ zu schaf­fen, den „Gre­at Reset“ von Öko­no­mie und Gesell­schaft.

Die Digi­ta­li­sie­rung ist dafür das Mit­tel, sie bie­tet die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten zu ihrer Durch­set­zung und zugleich die Mög­lich­keit der Über­wa­chung der Bevöl­ke­rung. Nicht zufäl­lig sind jetzt schon die „fünf Gro­ßen“, MAGFA (Micro­soft, Ama­zon, Goog­le, Apple und Face­book), die Gewin­ner der Kri­sen­in­sze­nie­rung.
Quel­len und Anmer­kun­gen

(1) Mul­ti­po­lar (4.9.2020): Fak­ten­check: Gibt es aktu­ell eine Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie in Deutsch­land? Auf https://​mul​ti​po​lar​-maga​zin​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​f​a​k​t​e​n​c​h​e​c​k​-​p​a​n​d​e​mie (abge­ru­fen am 13.10.2020).

(2) Neue Gesell­schaft für Psy­cho­lo­gie: Der Dis­kurs der Macht hat das Virus okku­piert – nicht umge­kehrt. Auf https://​www​.ngfp​.de/​2​0​2​0​/​0​3​/​d​e​r​-​d​i​s​k​u​r​s​-​d​e​r​-​m​a​c​h​t​-​h​a​t​-​d​a​s​-​c​o​r​o​n​a​-​v​i​r​u​s​-​o​k​k​u​p​i​e​r​t​-​d​a​z​u​-​e​i​n​i​g​e​-​w​i​d​e​r​s​t​a​e​n​d​i​g​e​-​w​o​r​t​m​e​l​d​u​n​g​e​n​-​a​u​s​-​d​e​m​-​k​r​e​i​s​-​d​e​r​-​f​r​e​u​n​d​e​-​d​e​r​-​n​e​u​e​n​-​g​e​s​e​l​l​s​c​h​a​f​t​-​f​u​e​r​-​p​s​y​c​h​o​l​o​gie (abge­ru­fen am 13.10.2020).

(3) Paul Schrey­er: Chro­nik einer ange­kün­dig­ten Kri­se. Wie ein Virus die Welt ver­än­dern konn­te (Ver­lag Westend; Frankfurt/​Main 2020).

(4) (…) das als „Cen­ter for Health Secu­ri­ty“ in der Coro­na-Kri­sen-Insze­nie­rung eine Füh­rungs­rol­le über­nom­men hat (sie­he: Paul Schrey­er, S. 51).

(5) Klaus-Jür­gen Bru­der: „Stüt­zen der Gesell­schaft“ (PDF) – die Posi­ti­on der Intel­lek­tu­el­len im Dis­kurs der Macht. Auf http://​klaus​-juer​gen​-bru​der​.de (abge­ru­fen am 13.10.2020).

(6) Klaus-Jür­gen Bru­der (2012): Mas­sen­loya­li­tät. Zur Aktua­li­tät der Sozi­al­psy­cho­lo­gie Peter Brück­ners. In: Sozi­al­psy­cho­lo­gie des Kapi­ta­lis­mus. Zur Aktua­li­tät Peter Brück­ners – heu­te. (Hg. v. Klaus-Jür­gen Bru­der, Chris­toph Bial­luch, Ben­ja­min Lem­ke). Psy­cho­so­zi­al-Ver­lag, Gies­sen 2013.

(7) Alfred Adler (1919): Die ande­re Sei­te. Eine mas­sen­psy­cho­lo­gi­sche Stu­die über die Schuld des Vol­kes. Ver­lag von Leo­pold Heid­rich, Wien, Bro­schü­re, neu her­aus­ge­ge­ben in: Alfred Adler Stu­di­en­aus­ga­be. Band 7: Gesell­schaft und Kul­tur (1897–1937) hrsg. v. Almuth Bru­der-Bez­zel. Van­den­hoeck & Ruprecht, Göt­tin­gen 2009, S. 139ff.

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