[labournet:] Der Kampf gegen Glyphosat als Teil des Kampfes gegen Monsanto

Dossier

Stop GlyphosatWas ist Gly­pho­sat? Gly­pho­sat ist das meist­ver­kauf­te Unkraut­ver­nich­tungs­mit­tel der Welt und ein soge­nann­tes “Total­her­bi­zid”. Es tötet jede Pflan­ze, die nicht gen­tech­nisch so ver­än­dert wur­de, dass sie den Her­bi­zid­ein­satz über­lebt. Bekannt ist es vor allem unter dem Mar­ken­na­men “Roun­dup”, ein Pro­dukt von Mon­s­an­to. Gly­pho­sat ist laut Krebs­for­schungs­agen­tur der WHO wahr­schein­lich krebs­er­re­gend beim Men­schen – und es trägt maß­geb­lich zum Arten­ster­ben in der Agrar­land­schaft bei. Nach hef­ti­gen Pro­tes­ten konn­te die EU-Kom­mis­si­on Gly­pho­sat im Som­mer 2016 nicht wie geplant für wei­te­re 15 Jah­re wie­der­zu­las­sen; auch nach meh­re­ren Ver­su­chen kam unter den EU-Mit­glied­staa­ten die not­wen­di­ge Mehr­heit nicht zustan­de. Am Ende wuss­te sich die EU-Kom­mis­si­on nicht anders zu hel­fen, als die Ent­schei­dung um 18 Mona­te zu ver­ta­gen…” Aus den Grund­in­for­ma­tio­nen bei BUND externer Link, sie­he hier zu den Pro­tes­ten (und zum Hin­ter­grund unser Dos­sier: Der BAY­ER/­MON­S­AN­TO-Deal: Ver­ei­ni­gung zu Las­ten Drit­ter):

  • Streit über Unkraut­ver­nich­ter: Fran­zö­si­scher Land­wirt gewinnt Rechts­streit gegen Mon­s­an­to New
    “Im Rechts­streit gegen die Bay­er-Toch­ter Mon­s­an­to hat das höchs­te fran­zö­si­sche Beru­fungs­ge­richt einem Land­wirt nun abschlie­ßend Recht gege­ben. Der Bio­bau­er Paul Fran­çois hat­te schwe­re Gesund­heits­pro­ble­me auf den Unkraut­ver­nich­ter Las­so zurück­ge­führt, mit dem er frü­her sei­ne Fel­der behan­del­te. Las­so wird von Mon­s­an­to her­ge­stellt und ist in Frank­reich inzwi­schen ver­bo­ten, in Deutsch­land erhielt das Mit­tel nie eine Zulas­sung. Der Land­wirt gab an, unter schwe­ren neu­ro­lo­gi­schen Schä­den zu lei­den, seit er 2004 Dämp­fe des Her­bi­zids ein­at­me­te. Die Rich­ter wie­sen eine Beru­fung von Bay­er gegen ein Urteil aus nied­ri­ge­rer Instanz zurück und ent­schie­den, Mon­s­an­to hät­te vor den Gefah­ren sei­nes Unkraut­ver­nich­ters Las­so war­nen müs­sen. In einem wei­te­ren Ver­fah­ren wird nun über die Höhe der Ent­schä­di­gung ent­schie­den. Fran­çois will mehr als eine Mil­li­on Euro Scha­dens­er­satz von dem Unter­neh­men erstrei­ten. Bereits in ers­ter Instanz 2012 und in einem Beru­fungs­ver­fah­ren 2015 gaben fran­zö­si­sche Gerich­te Fran­çois Recht, Mon­s­an­to leg­te jedoch Rechts­mit­tel ein. Im April 2019 ver­han­del­te ein Beru­fungs­ge­richt in Lyon noch­mals über den Fall und gab dem Land­wirt erneut recht. Bay­er erhob Ein­spruch gegen die Ent­schei­dung…“ AFP-Mel­dung vom 21.10.2020 beim Spie­gel online externer Link – scrol­le zur Gene­se der Kla­ge wei­ter run­ter
  • Start der „Gly­pho­sat­stopp jetzt!“ Kam­pa­gne: CBG über­gibt Offe­nen Brief an BAYER 
    Am 24. Juli mach­te der BAY­ER-Kon­zern sei­ne Vor­schlä­ge zur Bei­le­gung der Kla­gen von Gly­pho­sat-Geschä­dig­ten in den USA publik. Die Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren (CBG) hält die­se für völ­lig unzu­rei­chend. Die Kam­pa­gne „Krebs­er­re­gend. Kli­ma­schäd­lich. Umwelt­gif­tig. Gly­pho­sat­stopp jetzt!“ ver­steht sich als Ant­wort auf BAY­ERs Plan, das Kapi­tel „Gly­pho­sat“ nur juris­tisch, nicht aber öko­no­misch zu schlie­ßen und statt­des­sen an der Ver­mark­tung des gefähr­li­chen Pes­ti­zids fest­hal­ten zu wol­len. Im Rah­men der Kam­pa­gne hat die CBG einen Offe­nen Brief an BAYER ver­fasst. Am 31.7.2020 wur­de der Offe­ne Brief im Rah­men einer Über­ga­be-Akti­on an der Kon­zern­zen­tra­le in Lever­ku­sen publi­ziert. Zusam­men mit Akti­vis­tIn­nen von Fri­days for Future, Block BAYER und natür­lich der Coor­di­na­ti­on selbst haben wir BAYER den Offe­nen Brief direkt in die Zen­tra­le zuge­stellt…” Pres­se-Infor­ma­ti­on vom 31.07.20 der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren externer Link (CBG) und der Offe­ne Brief externer Link an BAYER
  • In Sachen „Gly­pho­sat“: BAYER ver­liert Beru­fungs­ver­fah­ren 
    Auch die zwei­te Run­de des Scha­dens­er­satz-Ver­fah­rens in Sachen „Gly­pho­sat“, das der krebs­kran­ke US-Ame­ri­ka­ner Deway­ne John­son ange­strengt hat­te, geht für den Lever­ku­se­ner Mul­ti ver­lo­ren. Erst-instanz­lich hat­te der ehe­ma­li­ge Schul-Haus­meis­ter im August 2018 gewon­nen. Das haupt­säch­lich unter dem Label „Roun­dup“ ver­mark­te­te Pes­ti­zid habe bei ihm das Non-Hodgkin-Lym­phom ver­ur­sacht, urteil­ten die Geschwo­re­nen ein­stim­mig und spra­chen ihm eine Ent­schä­di­gung zu. Am gest­ri­gen Mon­tag bestä­tig­te ein Gericht in San Fran­cis­co nun die­ses Urteil gegen die BAY­ER-Toch­ter MONSANTO. Es senk­te ledig­lich den Schuld­be­trag von 78 Mil­lio­nen Dol­lar auf 20,5 Mil­lio­nen Dol­lar. Dabei sieht der „Court of Appeal of the Sta­te of Cali­for­nia“ 10,25 Mil­lio­nen Dol­lar als Schmer­zens­geld für John­son vor und 10,25 Mil­lio­nen Dol­lar als Stra­fe – „puni­ti­ve dama­ges“ – für den Lever­ku­se­ner Mul­ti. Unse­rer Ansicht nach hat John­son aus­gie­bi­ge – und sub­stan­zi­el­le – Bewei­se dafür vor­legt, dass Gly­pho­sat zusam­men mit den ande­ren Inhalts­stof­fen in Roun­dup-Pro­duk­ten zu sei­nem Krebs geführt hat“, kon­sta­tier­ten die Richter*innen. „Exper­te um Exper­te lie­fer­te Bele­ge dafür, dass Roun­dup-Pro­duk­te grund­sätz­lich das Non-Hodgkin-Lym­phom aus­lö­sen kön­nen (…) und spe­zi­ell auch John­sons Krebs aus­ge­löst haben“, schrei­ben sie in der Begrün­dung ihres Votums. Das Ansin­nen der BAYER-Anwält*innen, sol­che Ein­schät­zun­gen als „Min­der­hei­ten-Mei­nun­gen“ abzu­tun, wie­sen die Jurist*innen zurück. An den „puni­ti­ve dama­ges“, die das US-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­sys­tem in Fäl­len mit erwie­se­ner schwe­rer Schuld erhebt, hielt das Gericht eben­falls fest. MONSANTO habe „vor­sätz­lich und bewusst die Sicher­heit ande­rer miss­ach­tet“, befin­det es. „Die­ses Urteil ist eine schal­len­de Ohr­fei­ge für BAYER. Der Kon­zern muss jetzt end­lich die Kon­se­quenz zie­hen und Gly­pho­sat vom Markt neh­men, ehe das Mit­tel noch wei­te­res Unheil anrich­tet“, for­dert Mari­us Stelz­mann von der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren (CBG)…” Pres­se-Infor­ma­ti­on vom 21.07.20 der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren (CBG) (noch nicht online)
  • BAYER speist Gly­pho­sat-Geschä­dig­te ab: Zyni­sche Kal­ku­la­ti­on mit Men­schen­le­ben! 
    Am gest­ri­gen Mitt­woch, dem 24. Juli gab BAYER die Eini­gung im Media­ti­ons­ver­fah­ren um die Kla­gen von Gly­pho­sat-Geschä­dig­ten in den USA bekannt. Mit der Zah­lung von 8,8 bis 9,6 Mil­li­ar­den US-Dol­lar will der Kon­zern drei Vier­tel der anhän­gi­gen 125.000 Krebs-Kla­gen abschlie­ßen. 1,25 Mil­li­ar­den hält BAYER für poten­zi­el­le künf­ti­ge Ver­ein­ba­run­gen mit Geschä­dig­ten vor, die durch das vom Unter­neh­men vor­nehm­lich unter dem Pro­dukt-Namen ROUNDUP ver­mark­te­te Agrar­gift am Non-Hod­gin-Lym­phom lei­den. Was sich öffent­lich­keits­wirk­sam nach einer rie­si­gen Sum­me anhört, bedeu­tet für die Krebs­er­krank­ten aber nur erbärm­li­che Brot­kru­men. Die US-ame­ri­ka­ni­sche Jour­na­lis­tin Carey Gillam von der Initia­ti­ve U.S. Right to Know kri­ti­siert: „Nach Abzug der Anwalts­ho­no­ra­re und ‑kos­ten wer­den eini­ge Kläger*innen sehr wenig Geld erhal­ten, ver­gli­chen mit den gro­ßen Urtei­len, die wir bis­her gese­hen haben in den drei Fäl­len, die bis vor Gericht kamen. Außer­dem arbei­tet BAYER dar­an, dass künf­ti­ge Kläger*innen ihre Ansprü­che nicht vor einer Jury gel­tend machen kön­nen.“ James Hayes, ein Gly­pho­sat-Klä­ger in den USA, sagt gegen­über der CBG: „Es ist ent­täu­schend zu hören, dass kei­ne Warn­hin­wei­se auf ihren (BAYER-) Pro­duk­ten erschei­nen wer­den. Tabak­kon­zer­ne haben die­sen Schritt vor Jahr­zehn­ten getan.“ In der Tat ergibt eine ers­te Schät­zung der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren (CBG), vor­be­halt­lich der intrans­pa­ren­ten Zah­len von BAYER, pro Kläger*in nur 60.000 bis 70.000 Dol­lar. Unter­stellt, dass die von Gly­pho­sat ver­ur­sach­ten Krebs­er­kran­kun­gen, die hohe psy­chi­sche Belas­tun­gen aus­lö­sen sowie umfang­rei­che mate­ri­el­le Schä­den nach sich zie­hen, den Tod der Betrof­fe­nen durch­schnitt­lich viel­leicht zwan­zig Jah­re vor­ver­le­gen, blei­ben gera­de ein­mal 300 US-Dol­lar Ent­schä­di­gungs­zah­lung pro ver­lo­re­nem Monat Lebens­zeit. „Das mensch­li­che Leben ist BAYER weni­ger wert als ein Min­dest­lohn“, kom­men­tiert CBG-Geschäfts­füh­rer Mari­us Stelz­mann…” Pres­se-Infor­ma­ti­on vom 25.06.20 der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren externer Link (CBG) (noch nicht online). Sie­he CBG zu Beginn des Pro­zes­ses:
  • Zen­sur­he­ber­recht: Gly­pho­sat-Gut­ach­ten wie­der vor Gericht! 
    “Über 100.000 Euro hat das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung inzwi­schen aus­ge­ge­ben, um die Ver­öf­fent­li­chung staat­lich finan­zier­ter Gut­ach­ten zu ver­hin­dern. Das Urhe­ber­recht wird hier als Grund ange­führt und miss­braucht. Es geht um die Ver­öf­fent­li­chung eines staat­li­chen Gut­ach­tens zu Krebs­ri­si­ken von Gly­pho­sat. Dies woll­te die Bun­des­re­gie­rung ver­hin­dern und mit­hil­fe des Urhe­ber­rechts die Löschung erzwingen.Das Land­ge­richt Köln hat­te eine einst­wei­li­ge Ver­fü­gung der Regie­rung bereits abge­wehrt. Aber jetzt hat die Regie­rung erneut Kla­ge gegen „Frag­Den­Staat“ ein­ge­reicht! Das alles ist mög­lich, weil das deut­sche Urhe­ber­recht hoff­nungs­los ver­al­tet ist. Es müss­te eigent­lich klar­stel­len, dass steu­er­fi­nan­zier­te Doku­men­te wie das Gly­pho­sat-Gut­ach­ten frei ver­wen­det wer­den dür­fen. Statt Pro­ble­me wie die­ses zu lösen, will die Bun­des­re­gie­rung aber das Urhe­ber­recht wei­ter ver­schär­fen. „Frag­Den­Staat“ kämpft dafür, dass das Urhe­ber­recht nicht zum Zen­sur­he­ber­recht wird. Sie hat­ten das Gut­ach­ten auf Basis des Umwelt­in­for­ma­ti­ons­ge­setzs beim Insti­tut ange­fragt, erhal­ten und ver­öf­fent­licht. Eigent­lich soll­te heu­te, Don­ners­tag, der 4. Juni, über eine Zen­sur­he­ber­rechts-Kla­ge des Bun­des­in­sti­tuts gegen „Frag­Den­Staat“ ver­han­delt wer­den, das Land­ge­richt Köln aber hat den Ver­hand­lungs­ter­min kurz­fris­tig auf den 17. Sep­tem­ber ver­scho­ben. Die Kla­ge hat grund­sätz­li­che Bedeu­tung: Soll­te sich die Behör­de durch­set­zen, könn­te der Staat bei allen mög­li­chen kri­ti­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen staat­li­cher Doku­men­te Zen­sur aus­üben, indem er das Urhe­ber­recht anführt. Des­we­gen wird „Frag­Den­Staat“ die Kla­ge not­falls bis in die höchs­te Instanz wei­ter­füh­ren.“ Bei­trag vom 04.06.2020 bei Glo­bal­ma­ga­zin externer Link
  • Zen­sur­he­ber­recht: Bun­des­re­gie­rung ver­klagt erneut ‘Frag­Den­Staat’ wegen Gly­pho­sat-Gut­ach­ten 
    “Die Bun­des­re­gie­rung gibt nicht auf: Sie hat uns erneut wegen angeb­li­cher Urhe­ber­rechts­ver­let­zung ver­klagt, weil wir ein Gut­ach­ten zu Risi­ken von Gly­pho­sat ver­öf­fent­licht haben. (…) Über 100.000 Euro hat das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung (BfR) für sei­ne Rechts­strei­te schon aus­ge­ge­ben. Mit sei­ner einst­wei­li­gen Ver­fü­gung gegen uns ist es im Som­mer schon vor dem Land­ge­richt Köln geschei­tert. Aber jetzt ver­klagt das BfR von Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Julia Klöck­ner (CDU) uns erneut. Weil wir im Früh­jahr ein von Beam­ten ver­fass­tes Gly­pho­sat-Gut­ach­ten des staat­li­chen Insti­tuts ver­öf­fent­licht haben, ver­klagt uns die Behör­de wegen Urhe­ber­rechts­ver­let­zung. Und nicht nur das. Wir sol­len jetzt auch über 1.200 Euro zah­len, obwohl der Bun­des­re­gie­rung durch die Ver­öf­fent­li­chung gar kein Scha­den ent­stan­den ist. Bei einem Ord­nungs­geld von bis zu 250.000 Euro will das BfR uns ver­bie­ten, das Doku­ment wei­ter­hin zu ver­öf­fent­li­chen. Außer­dem soll der Fall vor dem Land­ge­richt Köln ver­han­delt wer­den, obwohl das BfR, deren Anwäl­te und wir alle­samt in Ber­lin sit­zen. (…) Die­ser Wahn­sinn muss ein Ende haben. Es kann nicht sein, dass Behör­den klei­ne zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen und jour­na­lis­ti­sche Medi­en mit dem Urhe­ber­recht ver­fol­gen und ein­schüch­tern. Wir wer­den unse­ren Fall bis zum Ende durch­fech­ten und not­falls bis zum Euro­päi­schen Gerichts­hof gehen. Es ist ein Skan­dal, dass wir dazu gezwun­gen wer­den. Der Miss­brauch des Urhe­ber­rechts als Zen­sur­he­ber­recht muss auf­hö­ren! Des­we­gen wen­den wir uns gemein­sam mit Wiki­me­dia, DJV, dju und Repor­ter ohne Gren­zen mit einem offe­nen Brief an Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Lam­brecht. Sie muss einen Gesetz­ent­wurf ein­brin­gen, durch den staat­li­che Wer­ke gemein­frei wer­den. Wer­ke, die mit öffent­li­chen Mit­teln finan­ziert wer­den, müs­sen auch öffent­lich zugäng­lich sein. Der Zeit­punkt dafür ist denk­bar güns­tig: Weil die EU-Urhe­ber­rechts­li­nie der­zeit ohne­hin in deut­sches Recht umge­setzt wer­den muss, wird das Urhe­ber­rechts­ge­setz refor­miert. In die­sem Zuge könn­te auch die Gemein­frei­heit der Wer­ke in § 5 UrhG fest­ge­schrie­ben wer­den.” Mel­dung von Arne Sems­rott vom 11. Dezem­ber 2019 bei ‘Frag­Den­Staat’ externer Link
  • Mon­s­an­to finan­zier­te ver­deckt Gly­pho­sat-Stu­di­en zur Lob­by­ar­beit – Lob­by­Con­trol for­dert lücken­lo­se Auf­klä­rung und umfas­sen­de Trans­pa­renz von Bay­er
    “Nach Recher­chen von Lob­by­Con­trol hat Mon­s­an­to in der Debat­te um Gly­pho­sat mit ver­deckt finan­zier­ten Stu­di­en ver­sucht, die öffent­li­che und poli­ti­sche Debat­te in Deutsch­land und der EU zu beein­flus­sen. Der Kon­zern finan­zier­te dazu zwei Stu­di­en des Insti­tuts für Agri­busi­ness in Gie­ßen. Die­se Stu­di­en wur­den ohne Nen­nung von Mon­s­an­to ver­öf­fent­licht und fan­den so Ein­gang in wis­sen­schaft­li­che Auf­sät­ze, Medi­en­be­rich­te und Lob­by-Mate­ria­li­en. Der Stu­di­en­au­tor hat­te noch vor weni­gen Wochen behaup­tet, die Stu­di­en zu Gly­pho­sat sei­en ohne Unter­stüt­zung durch Drit­te ent­stan­den. Lob­by­Con­trol lie­gen nun Pro­to­kol­le vor, die die Finan­zie­rung durch Mon­s­an­to bele­gen. Bay­er als heu­ti­ger Mon­s­an­to-Eigen­tü­mer räum­te Lob­by­Con­trol gegen­über inzwi­schen ein, dass Mon­s­an­to die Stu­di­en beauf­tragt und finan­ziert habe. (…) Die Ergeb­nis­se der Stu­di­en wur­den u.a. im Jour­nal für Kul­tur­pflan­zen publi­ziert. Die­se Fach­zeit­schrift wird vom Juli­us-Kühn-Insti­tut her­aus­ge­ge­ben, dem Bun­des­for­schungs­in­sti­tut für Kul­tur­pflan­zen. Das Insti­tut ist eine öffent­li­che Ein­rich­tung, das dem Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um unter­stellt ist. Außer­dem wird als Kon­takt die Uni­ver­si­tät Gie­ßen ange­ge­ben, an der der IAB-Lei­ter einen Lehr­stuhl hat­te. Es han­del­te sich aber nicht um Uni­ver­si­täts­for­schung, son­dern um Auf­trags­for­schung des pri­va­ten Insti­tut für Agri­busi­ness. Das Jour­nal sag­te auf Anfra­ge von Lob­by­Con­trol, dass die Nicht-Nen­nung von Mon­s­an­to ihrer Publi­ka­ti­ons­ethik und ihrem Anspruch an wis­sen­schaft­li­che Ver­öf­fent­li­chun­gen wider­sprä­chen. Die Ver­öf­fent­li­chun­gen sol­len geprüft wer­den. Wenn sich der Ver­dacht bestä­ti­ge, wür­den die Auf­sät­ze bis zum 31.12.2019 zurück­ge­zo­gen. „Es ist gut und wich­tig, dass die Auf­sät­ze geprüft wer­den. Mon­s­an­tos Wis­sen­schafts­lob­by­is­mus muss nun umfas­send auf­ge­klärt wer­den“, so Mül­ler wei­ter…“ Mel­dung vom 05.12.2019 von und bei Lob­by­Con­trol externer Link, sie­he dazu:
    • Hef­ti­ge Debat­ten und frag­wür­di­ge Lob­by­me­tho­den – Ver­deck­te Finan­zie­rung durch Mon­s­an­to
      “… Über Gly­pho­sat wird hef­tig gestrit­ten. Dabei geht es um Nut­zen und Scha­den des Unkraut­ver­nich­ters – und um viel Geld: Ein Ver­bot des Unkraut­ver­nich­ters wür­de dem Gly­pho­sat-Her­stel­ler Mon­s­an­to und dem heu­ti­gen Eigen­tü­mer Bay­er emp­find­li­che Umsatz­ein­bu­ßen brin­gen. Als die Ent­schei­dung über eine Wie­der­zu­las­sung von Gly­pho­sat anstand, inves­tier­te Mon­s­an­to Mil­lio­nen in Lob­by­ar­beit. Dazu gehör­te auch die Finan­zie­rung von deut­schen Wis­sen­schaft­lern. Mon­s­an­to setz­te Kron­zeu­gen mit Pro­fes­so­ren­ti­tel ein, um den eige­nen wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen mehr Glaub­wür­dig­keit zu ver­lei­hen. So dran­gen die inter­es­sen­ge­lei­te­ten Bot­schaf­ten des Unter­neh­mens in die Öffent­lich­keit und Poli­tik ein. Das Gie­ße­ner Insti­tut, aus dem die Gly­pho­sat-Stu­di­en stamm­ten, war uns schon zuvor durch Auf­trags­stu­di­en für die Agrar­in­dus­trie auf­ge­fal­len. (…) Im Kon­text die­ser ers­ten Recher­che frag­ten wir den dama­li­gen Lei­ter des Insti­tuts, Prof. P. Micha­el Schmitz von der Uni­ver­si­tät Gie­ßen, auch nach zwei Stu­di­en zum The­ma Gly­pho­sat. Die Stu­di­en aus den Jah­ren 2011 und 2015 warn­ten vor Mil­li­ar­den­schä­den durch ein mög­li­ches Gly­pho­sat-Ver­bot und beton­ten den öko­lo­gi­schen Nut­zen von Gly­pho­sat für die Land­wirt­schaft. Auf unse­re Nach­fra­ge, ob die­se Stu­di­en von Mon­s­an­to finan­ziert sei­en, beka­men wir zunächst eine kla­re Ant­wort: Die Stu­di­en sei­en aus eige­nem For­schungs­in­ter­es­se und ohne Finan­zie­rung durch Drit­te ent­stan­den. Doch das stimm­te nicht, wie inter­ne Unter­la­gen nun zei­gen. Die Stu­die mit der Num­mer 28, die den Nut­zen von Gly­pho­sat für die Land­wirt­schaft unter­sucht, ent­stand „unter finan­zi­el­ler För­de­rung durch das Unter­neh­men Mon­s­an­to“. Von hier stammt die Zahl über die Mil­li­ar­den­schä­den. Stu­die Nr. 32 behan­del­te die öko­lo­gi­schen Fol­gen eines Gly­pho­sat-Ein­sat­zes. Hier argu­men­tier­ten die Autoren um Prof. Schmitz, dass Gly­pho­sat-Ein­satz den Boden scho­ne, da weni­ger gepflügt wer­den müs­se. Auch die­se Stu­die wur­de von Mon­s­an­to geför­dert. Prof. Schmitz ließ unse­re Fra­gen nach der Mon­s­an­to-Finan­zie­rung lei­der unbe­ant­wor­tet. Sei­ne Begrün­dung: Wir sei­en vor­ein­ge­nom­men. Er beant­wor­te­te nur inhalt­li­che Fra­gen zu der Stu­die und beteu­er­te die Wis­sen­schaft­lich­keit sei­ner Unter­su­chun­gen. Bay­er hat als neu­er Mon­s­an­to-Eigen­tü­mer inzwi­schen ein­ge­räumt, dass die Stu­di­en von Mon­s­an­to in Auf­trag gege­ben und mit­fi­nan­ziert wur­den. Das Unter­neh­men habe zum jet­zi­gen Zeit­punkt kei­nen Anlass, an den Metho­den, Inhal­ten oder Ergeb­nis­sen der Stu­di­en zu zwei­feln. Gleich­wohl ent­spre­che der feh­len­de Hin­weis auf die Unter­stüt­zung durch Mon­s­an­to nicht den Grund­sät­zen von Bay­er. Das Insti­tut für Agri­busi­ness, aus dem die Gly­pho­sat-Stu­di­en stam­men, ist ein pri­va­tes Insti­tut, das von dem Gie­ße­ner Agrar­öko­no­men Prof. Schmitz in den 1990er Jah­ren gegrün­det wur­de. Schmitz mie­te­te jah­re­lang Räu­me der Uni­ver­si­tät Gie­ßen und nutz­te das Renom­mee der Uni­ver­si­tät, er enga­gier­te sei­ne Doktorand/​innen für das Insti­tut und trat häu­fig in Dop­pel­rol­le sowohl für das Insti­tut als auch für die Uni­ver­si­tät auf. For­mal bestand aller­dings kei­ne Ver­bin­dung zur Uni­ver­si­tät. Die Nähe zur Agrar­in­dus­trie dage­gen ist dem Insti­tut seit der Grün­dung ein­ge­schrie­ben: Es wur­de unter ande­rem von Ver­tre­tern aus Poli­tik und der Agrar­in­dus­trie begrün­det und ver­folgt laut Web­sei­te den Zweck, „einen Bei­trag zur Stär­kung der Wett­be­werbs- und Kon­kur­renz­fä­hig­keit des Agri­busi­ness“ zu leis­ten sowie „Emp­feh­lun­gen für Poli­tik und Wirt­schaft“ zu ent­wi­ckeln. (…) Der Kon­zern Mon­s­an­to steht seit län­ge­rem in der Kri­tik, weil er sich mit aggres­si­ven Lob­by­tech­ni­ken für die wei­te­re Zulas­sung von Gly­pho­sat ein­setzt. Dazu gehört die Insze­nie­rung von Unter­stüt­zer­kam­pa­gnen über PR-Agen­tu­ren sowie die intrans­pa­ren­te Finan­zie­rung von Wis­sen­schaft­lern. Der Fall aus Gie­ßen ist nicht der ers­te heik­le Fall von Wis­sen­schafts­lob­by­is­mus durch Mon­s­an­to. In den USA und Frank­reich gab es bereits meh­re­re aus­führ­li­che Berich­te, wie Mon­s­an­to über Wis­sen­schaft­ler ver­sucht hat, die öffent­li­che Mei­nung pro Gly­pho­sat und pro Gen­tech­nik zu beein­flus­sen. Die Wis­sen­schaft­ler wur­den offi­zi­ell als unab­hän­gig dar­ge­stellt, erhiel­ten aber vor­for­mu­lier­te Text­ent­wür­fe und Pro­jekt­gel­der…“ Bei­trag von Ulrich Mül­ler vom 05.12.2019 bei Lob­by­Con­trol externer Link
    • Gly­pho­sat: Gekauf­te Stu­di­en?
      “… Das ist Pro­fes­sor Micha­el Schmitz. 20 Jah­re lang beriet er als Sach­ver­stän­di­ger das Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um und arbei­te­te als Gut­ach­ter für die Deut­sche For­schungs­ge­mein­schaft. Ein gefrag­ter Wis­sen­schaft­ler, auch bei Anhö­run­gen im Deut­schen Bun­des­tag. (…) Bis 2015 lehr­te Pro­fes­sor Schmitz als Agrar-Öko­nom an der Uni Gie­ßen. Und forsch­te hier zu allem, was mit Agrar­po­li­tik und land­wirt­schaft­li­cher Pro­duk­ti­on zu tun hat. Auch zu dem wohl umstrit­tens­ten Unkraut­ver­nich­ter welt­weit: Gly­pho­sat. Für die einen unver­zicht­bar, um gute Ern­ten ein­zu­fah­ren. Für die ande­ren krebs­er­re­gend und eine Bedro­hung für die Arten­viel­falt. Gly­pho­sat, das ist ein Mil­li­ar­den­markt. In zwei Stu­di­en kam Schmitz gemein­sam mit ande­ren Wis­sen­schaft­lern zu ein­deu­ti­gen Ergeb­nis­sen. Ein Ver­zicht auf Gly­pho­sat käme Deutsch­land und die EU teu­er zu ste­hen. Bis zu 1,4 Mil­li­ar­den US-Dol­lar jähr­lich. Außer­dem sei der Gly­pho­sat-Ein­satz öko­lo­gisch von Vor­teil. Er scho­ne den Acker­bo­den und sen­ke den CO2-Aus­stoß. (…) Denn was Pro­fes­sor Schmitz nicht erwähn­te, die bei­den Stu­di­en ent­stan­den zwar in den Räu­men der Uni­ver­si­tät Gie­ßen, haben mit die­ser aber nichts zu tun. Jah­re­lang betrieb Schmitz unter der Adres­se der Hoch­schu­le den Ver­ein für Agri­busi­ness-For­schung und ein dazu­ge­hö­ri­ges Insti­tut. Und das ließ sich die Stu­di­en bezah­len. Vom welt­weit bekann­tes­ten Gly­pho­sat-Her­stel­ler Mon­s­an­to, heu­te Teil des Bay­er-Kon­zerns. Die Pro­to­kol­le des Ver­eins, auf die Lob­by­Con­trol bei Recher­chen gesto­ßen ist, lie­gen MONITOR vor. Danach ent­stand nicht nur die ers­te Stu­die über den Gly­pho­sat­ein­satz in Deutsch­land unter finan­zi­el­ler För­de­rung durch Mon­s­an­to. Auch für die zwei­te Stu­die, in der es um Boden­be­ar­bei­tung und Gly­pho­sat geht, floss Geld von Mon­s­an­to. (…) Die Lob­by­schlacht in Brüs­sel, um das umstrit­te­ne Gly­pho­sat wei­ter in der EU ein­set­zen zu kön­nen, läuft auf Hoch­tou­ren. Da soll­te jeder wis­sen, woher die Argu­men­te kom­men…“ Bei­trag von Elke Brand­stät­ter und Lutz Polanz in der Moni­tor-Sen­dung vom 05.12.2019 beim WDR externer Link
  • Gna­den­frist für Gly­pho­sat: Bun­des­re­gie­rung ent­schei­det zu Guns­ten BAY­ERs /​Abschluss­be­richt zu den MON­S­AN­TO-Lis­ten ver­öf­fent­licht: BAYER erhält den bestell­ten Per­sil­schein 
    Im Streit um das Acker­gift Gly­pho­sat hat sich die Bun­des­re­gie­rung gegen einen sofor­ti­gen Stopp ent­schie­den. CDU und SPD beschlos­sen ledig­lich eine Min­de­rungs­stra­te­gie. Das von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on als „wahr­schein­lich krebs­er­re­gend“ ein­ge­stuf­te Her­bi­zid bleibt erlaubt, solan­ge sei­ne EU-Zulas­sung währt. Erst zum Jahr 2024 will die Gro­ße Koali­ti­on es dann aus dem Ver­kehr zie­hen. Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze (SPD) nann­te das den „euro­pa-recht­lich frü­hes­ten Zeit­punkt“. „Dies ist eine bemer­kens­wer­te Abmil­de­rung gegen­über der ursprüng­li­chen Posi­ti­on des Umwelt­mi­nis­te­ri­ums, das auf ein Gly­pho­sat-Aus im Jahr 2021 dräng­te und damals kei­ne juris­ti­schen Hin­der­nis­se dafür sah. Und wirk­lich wäre ein vor­ge­zo­ge­ner Ter­min sehr wohl mög­lich gewe­sen“, hält Axel Köh­ler-Schnura vom Vor­stand der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren (CBG) fest. Der Diplom-Kauf­mann ver­weist dabei auf die EU-Bestim­mung, wonach das Ver­bot einer Agro-Che­mi­ka­lie mög­lich ist, wenn es neue Erkennt­nis­se über sei­ne Gefähr­lich­keit gibt. Und die­se gibt es in Hül­le und Fül­le…” Pres­se-Infor­ma­ti­on vom 05.09.19 von und bei der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren externer Link, sie­he dazu auch: 
    • Abschluss­be­richt zu den MON­S­AN­TO-Lis­ten ver­öf­fent­licht: BAYER erhält den bestell­ten Per­sil­schein
      Erwar­tungs­ge­mäß ent­las­tet die von BAYER mit der Auf­klä­rung des „Gly­pho­sa­te Gate“-Skandals beauf­trag­te Anwalts­kanz­lei SIDLEY AUSTIN die jet­zi­ge Toch­ter-Gesell­schaft MONSANTO. Nach Ansicht der Jurist*innen hat sich die mil­lio­nen-schwe­re Akti­on zur Beein­flus­sung von Journalist*innen und Politiker*innen zuguns­ten einer Zulas­sungs­ver­län­ge­rung für das umstrit­te­ne Pes­ti­zid Gly­pho­sat im recht­li­chen Rah­men bewegt. Die von MONSANTO enga­gier­te PR-Agen­tur FLEISHMAN HILLARD hat dem Rechts­an­walts­bü­ro zufol­ge nur öffent­lich zugäng­li­che Infor­ma­tio­nen zu den ins Visier genom­me­nen Per­so­nen ver­wen­det. „Kei­ne ‚sen­si­blen’ Daten auf den Lis­ten“, gibt der Lever­ku­se­ner Mul­ti Ent­war­nung. Die der fran­zö­si­schen Zei­tung Le Mon­de von einem Whist­leb­lower zuge­spiel­ten Doku­men­te, die sehr wohl per­sön­li­che Anga­ben, etwa über Hob­bys, ent­hiel­ten, hat SIDLEY AUSTIN nicht fin­den kön­nen. Was nicht wei­ter ver­wun­dert: Die Kanz­lei hat­te näm­lich kei­nen direk­ten Zugriff auf Doku­men­te von FLEISHMAN HILLARD, auch sprach sie nicht mit den damals invol­vier­ten Beschäf­tig­ten. Sie muss­te sich allein auf das Mate­ri­al stüt­zen, das die PR-Agen­tur BAYER für die anbe­raum­te Unter­su­chung zur Ver­fü­gung stell­te. Dar­über hin­aus hat­ten die „Aufklärer*innen“ nur noch die Mög­lich­keit, die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen MONSANTO und FLEISHMAN HILLARD ein­zu­se­hen. Auch kon­zen­triert sich der Abschluss­be­richt allein auf die­se Agen­tur. Die Arbeit ande­rer von MONSANTO ange­heu­er­ter „Bera­tungs­fir­men“ wie etwa FTI oder HAKLUYT unter­such­te der Report nicht. Ins­be­son­de­re igno­riert er die Arbeits­tei­lung, die es beim „Akti­on­plan Gly­pho­sat“ zwi­schen FLEISHMAN HILLARD und dem Sub­kont­ra­tor PUBLICIS gab. (…) „BAYER hat einen Per­sil­schein bestellt und den auch bekom­men. Die­se Auf­klä­rung ist eine rei­ne PR-Akti­on und hat mit einer wirk­li­che Auf­ar­bei­tung nichts zu tun. Es ist absurd, die Auf­klä­rung von Kon­zern-Ver­bre­chen den Kon­zer­nen selbst zu über­las­sen“, so Axel Köh­ler-Schnura vom Vor­stand der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren: „Gefragt wären viel­mehr staats­an­walt­li­che Ermitt­lun­gen.“” Pres­se-Infor­ma­ti­on vom 06.09.19 der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren (CBG) (noch nicht online)
  • Land­ge­richt Köln zum Gly­pho­sat-Gut­ach­ten: Einst­wei­li­ge Ver­fü­gung gegen Frag­Den­Staat wird auf­ge­ho­ben – Hier ist das Gly­pho­sat-Gut­ach­ten (wie­der)! 
    Wegen eines Form­feh­lers in der einst­wei­li­gen Ver­fü­gung dür­fen wir das Gly­pho­sat-Gut­ach­ten des Bun­des­amts für Risi­ko­be­wer­tung wie­der ver­öf­fent­li­chen. Das hat das Land­ge­richt Köln ent­schie­den. Aber das ist nur ein Etap­pen­sieg: Jetzt wol­len wir das Zen­sur­he­ber­recht aus der Welt schaf­fen. Und ver­kla­gen das Bun­des­in­sti­tut dop­pelt. (…) Außer­dem haben wir das BfR dop­pelt ver­klagt: Da es uns nach dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz ein Abmahn­schrei­ben aus einem frü­he­ren Pro­zess nicht her­aus­ge­ben will, haben wir auch in die­sem Fall Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ein­ge­reicht…” Pres­se­mit­tei­lung vom 4. Juli 2019 von und bei Frag­Den­Staat externer Link – wir gra­tu­lie­ren! Sie­he wie­der das Gut­ach­ten ebd. externer Link
  • BAYER bespit­zelt – Was weiß Bay­er über mich? – DSGVO-Anfra­ge mit einem Click 
    Wir woll­ten wis­sen, wel­che Infor­ma­tio­nen der Bay­er-Kon­zern über uns vor­lie­gen hat. Des­halb haben meh­re­re Mit­ar­bei­te­rIn­nen des Umwelt­in­sti­tuts eine Anfra­ge nach der Daten­schutz­grund­ver­ord­nung (DSGVO) an den Kon­zern gestellt. Die Ant­wor­ten von Bay­er auf unse­re Anfra­ge legen nahe, dass der Kon­zern sys­te­ma­tisch öffent­lich ein­seh­ba­re Äuße­run­gen zu The­men, die für das Unter­neh­men “beson­ders wich­tig” sind – wie zum Bei­spiel Gly­pho­sat – sam­melt und aus­wer­tet. Wenn Sie wis­sen möch­ten, ob und wenn ja wel­che Daten Bay­er über Sie gespei­chert hat, nut­zen Sie ein­fach unser For­mu­lar, um eine DSGVO-Anfra­ge zu stel­len. Bay­er muss dar­auf inner­halb von einem Monat ant­wor­ten…” Akti­on von und beim Umwelt-Insti­tut externer Link in Koope­ra­ti­on mit der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren (CBG)
  • Par­aquat und Gly­pho­sat: Ein töd­li­ches Rät­sel ist gelöst 
    Wie ein Wis­sen­schaft­ler aus El Sal­va­dor mit der Hil­fe von Kol­le­gIn­nen in Sri Lan­ka, Kuba und Bel­gi­en bewie­sen hat, dass zwei Pflan­zen­ver­nich­tungs­mit­tel für den Tod von über 10 000 Men­schen ver­ant­wort­lich sind. (…)Gly­pho­sat wird auf den Reis­fel­dern Sri Lan­kas mas­sen­haft ver­wen­det. Par­aquat und Gly­pho­sat sind die in El Sal­va­dor gän­gigs­ten Agro­che­mi­ka­li­en, wobei Par­aquat deut­lich schäd­li­cher ist als Gly­pho­sat. Das Rät­sel, dem Oran­tes zehn Jah­re lang auf der Spur war, ist gelöst, sein lan­ge geheg­ter Ver­dacht bestä­tigt: Par­aquat und Gly­pho­sat haben in Zen­tral­ame­ri­ka schon weit über 10 000 Men­schen umge­bracht. Das Ergeb­nis der For­schung soll dem­nächst in einem Hand­buch für Nie­ren­heil­kun­de der Uni­ver­si­tät Oxford ver­öf­fent­licht wer­den. Was noch aus­steht, ist die welt­wei­te Äch­tung von Pyrethro­iden, Gly­pho­sat und Par­aquat.” Arti­kel von Toni Kep­pe­ler, San Sal­va­dor (Text und Fotos) vom 20.06.2019 bei der WoZ online externer Link
  • Sta­ke­hol­der Map­ping: Im Vor­feld der EU-Neu­zu­las­sung von Gly­pho­sat ließ der US-Kon­zern in gro­ßem Stil Daten über exter­ne Per­so­nen­grup­pen sam­meln 
    “… Wie der Kon­zern Anfang der Woche bekannt gab, fin­den sich allein in Deutsch­land und Frank­reich rund 600 Per­so­nen auf den von der US-Toch­ter Mon­s­an­to geführ­ten Lis­ten. Die­se Per­so­nen wer­den jetzt ange­schrie­ben. Mon­s­an­to hat­te, wie zunächst in Frank­reich auf­flog, eine PR-Agen­tur damit beauf­tragt, ab 2016 in meh­re­ren Län­dern Infor­ma­tio­nen über die Hal­tung von Jour­na­lis­ten, Wis­sen­schaft­lern und Poli­ti­kern zu sam­meln und die­se zu bewer­ten. Auf einem Koor­di­na­ten­sys­tem wur­den mit Wer­ten von eins bis fünf Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten und Wis­sen­schaft­ler in unter­schied­li­che Per­so­nen­grup­pen ein­ge­teilt: in Ver­bün­de­te, poten­zi­el­le Ver­bün­de­te, die es zu “rekru­tie­ren” gel­te, und feind­li­che, zu über­wa­chen­de Kräf­te. Außer­dem habe die Erfas­sung pri­va­te Adres­sen, Tele­fon­num­mern und sogar Hob­bys ein­ge­schlos­sen. (…) Gleich­zei­tig pro­zes­siert nun auch die Stadt Los Ange­les gegen Bay­er-Mon­s­an­to, dabei geht es um die umwelt­schäd­li­chen Fol­gen der Nut­zung von PCB. Die Stadt wirft der US-Toch­ter des Bay­er-Kon­zerns vor, jahr­zehn­te­lang die ver­hee­ren­den Fol­gen des toxi­schen Stoffs auf Natur und Men­schen bewusst ver­schwie­gen zu haben und ver­langt Scha­dens­er­satz. Mon­s­an­to war zwi­schen 1935 und 1977 allei­ni­ger US-Her­stel­ler von PCB. Der Ein­satz der Che­mi­ka­lie wur­de auf­grund der schwe­ren Gesund­heits- und Umwelt­ri­si­ken 1979 ver­bo­ten. Zu den Nega­tiv­schlag­zei­len trägt auch eine jetzt ver­öf­fent­lich­te Stu­die der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on Envi­ron­men­tal Working Group (EWG) externer Link bei. Es geht dabei um nicht weni­ger als um Gift in Kin­der­nah­rung…” Arti­kel von Arno Klei­ne­be­ckel vom 19. Juni 2019 bei tele­po­lis externer Link
  • Gly­pho­sat-Kla­gen: Kein Ende der Fah­nen­stan­ge 
    “Der pro­zess­ge­plag­te deut­sche Bay­er-Kon­zern wird zum Ziel neu­er Kla­gen und sieht mil­li­ar­den­schwe­re Ent­schä­di­gungs­ver­pflich­tun­gen auf sich zukom­men. Anfang die­ses Monats hat erst­mals ein Bür­ger Aus­tra­li­ens gegen Bay­er bezie­hungs­wei­se gegen des­sen Toch­ter­fir­ma Mon­s­an­to ein Gerichts­ver­fah­ren ange­strengt, in dem es um das mut­maß­lich krebs­er­re­gen­de Her­bi­zid Roun­dup und den dar­in ent­hal­te­nen Wirk­stoff Gly­pho­sat geht. Die Zahl der Pro­zes­se in den USA ist inzwi­schen auf rund 13.400 ange­stie­gen. Ende Mai hat zudem die Stadt Los Ange­les eine Kla­ge gegen Bay­er-Mon­s­an­to ein­ge­reicht, die die stark umwelt­schäd­li­chen Fol­gen der Nut­zung der Che­mi­ka­lie PCB zum Gegen­stand hat. Eine US-Unter­su­chung hat zudem erge­ben, dass Gly­pho­sat in einer Rei­he von Nah­rungs­mit­teln ent­hal­ten ist, die von Kin­dern kon­su­miert wer­den. Dar­über hin­aus kämpft Bay­er mit den Fol­gen des Skan­dals um die sys­te­ma­ti­sche Aus­for­schung von Kon­zern­kri­ti­kern durch Mon­s­an­to. Deut­sche Wirt­schafts­krei­se urtei­len, bei den Bay­er-Mon­s­an­to-Skan­da­len sei das Ende der Fah­nen­stan­ge noch nicht erreicht…” Bericht vom 14. Juni 2019 von und bei Ger­man-For­eign-Poli­cy externer Link
  • Gly­pho­sat in Argen­ti­ni­en: Der gefähr­li­che Kampf gegen Mon­s­an­to – Eine Mut­ter erkrank­ter Kin­der kämpft seit Jah­ren in Argen­ti­ni­en gegen hoch­gif­ti­ge Che­mi­ka­li­en auf Fel­dern 
    “… Per­ga­mi­no liegt inmit­ten der Soja­pro­vinz Bue­nos Aires. Hier wird ein Groß­teil der 400 Mil­lio­nen Liter Che­mi­ka­li­en ver­sprüht, die in Argen­ti­ni­ens Land­wirt­schaft jähr­lich ein­ge­setzt wer­den: auf rie­si­gen Plan­ta­gen mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem Soja, Mais oder Zitrus­früch­ten, in Mono­kul­tur, für den Export – auch nach Euro­pa. Markt­füh­rer unter den Pflan­zen­gif­ten ist das von der Bay­er-Toch­ter Mon­s­an­to ver­trie­be­ne Roun­dup, mit dem Wirk­stoff Gly­pho­sat. “Bei uns allen wur­den mas­siv erhöh­te Pes­ti­zid­wer­te im Blut gemes­sen, vor allem an Gly­pho­sat, mein Sohn hat 120 Mal mehr im Kör­per als sein Kör­per ver­kraf­tet kann, er ist sechs Jah­re alt”, berich­tet Ortiz. (…) Die argen­ti­ni­sche Gesetz­ge­bung erlaubt 100 Mal höhe­re Schad­stoff-Grenz­wer­te als die euro­päi­sche Gesetz­ge­bung – aber die Men­ge an Pes­ti­zi­den in Per­ga­mi­nos Trink­was­ser lag selbst dar­über. Neben Gly­pho­sat wur­den 17 wei­te­re hoch­gif­ti­ge Che­mi­ka­li­en gefun­den, die Hälf­te davon krebs­er­re­gend. Eines davon: das in Euro­pa längst ver­bo­te­ne Her­bi­zid Atra­zin. Als Sabri­na Ortiz for­der­te, zumin­dest Schutz­zo­nen um die Wohn­ge­bie­te ein­zu­rich­ten, wur­de sie erst igno­riert, dann bedroht – auch von Nach­barn, denn fast alle in Per­ga­mi­no leben von der Land­wirt­schaft. Vor acht Jah­ren fing die Fami­lie nach eige­nen Anga­ben mit dem Kampf gegen die Che­mi­ka­li­en an. Gleich zu Beginn sei ihr Hund erschos­sen wor­den – vom Nach­barn, einem Pro­du­zen­ten. “Es kamen Brie­fe, wir fan­den ein Kreuz aus Soja­boh­nen auf unse­rem Auto, es gab Dro­hun­gen von Leu­ten die der Lokal­re­gie­rung nahe­ste­hen, schließ­lich habe ich Poli­zei­schutz bekom­men”, sagt Ortiz. Das Pro­blem: Die Lob­by der gro­ßen Kon­zer­ne, Bay­er, Mon­s­an­to sei enorm. “Ihr Ein­fluss auf die Poli­tik, da geht es um mil­li­ar­den­schwe­re Inter­es­sen und das führt auch dazu, dass die Leu­te Angst haben, das anzu­kla­gen.” (…)Doch Ortiz hat in ande­ren Müt­tern Mit­strei­te­rin­nen gefun­den – und sie hat Jura stu­diert, um ihren Fall zu ver­tei­di­gen. Nun erziel­ten sie einen Teil­erfolg: 600 Meter um die Wohn­vier­tel darf nicht mehr gesprüht wer­den. Ein ähn­li­ches Urteil zu Schutz­zo­nen rund um Land­schu­len bezeich­ne­te Argen­ti­ni­ens Prä­si­dent jüngst als absurd und unver­ant­wort­lich. Auch des­we­gen will Ortiz wei­ter­kämp­fen. Sie will, dass die Her­stel­ler der Pflan­zen­gif­te direkt zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den. (…) Im März schloss sich Ortiz mit and­ren Betrof­fe­nen aus Argen­ti­ni­en und fünf wei­te­ren latein­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern zu einem Netz­werk zusam­men. Dar­un­ter auch NGOs und Anwäl­te aus Deutsch­land. Geprüft wird der­zeit, wie euro­päi­sche Agrar­un­ter­neh­men wie Mon­s­an­to und Bay­er auch in Süd­ame­ri­ka juris­tisch zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den kön­nen, bestä­tig­te auch das Euro­pean Cen­ter for Con­sti­tu­tio­nal and Human Rights gegen­über der ARD. Dass sol­che Kla­gen auch deut­sche Gerich­te errei­chen, sei nur noch eine Fra­ge der Zeit.” Bericht von Anne Herr­berg, ARD-Stu­dio Bue­nos Aires, vom 22. Mai 2019 bei tages​schau​.de externer Link
  • [Gut­ach­ten zu Krebs­ri­si­ken von Gly­pho­sat] Zen­sur­he­ber­recht: Bun­des­re­gie­rung mahnt Frag­Den­Staat ab, Frag­Den­Staat ver­klagt Bun­des­re­gie­rung 
    “… Die Bun­des­re­gie­rung hat die Trans­pa­renz­in­itia­ti­ve Frag­Den­Staat wegen einer angeb­li­chen Urhe­ber­rechts­ver­let­zung abge­mahnt. Auf sei­ner Web­site hat­te Frag­Den­Staat ein Gut­ach­ten zu Krebs­ri­si­ken des Unkraut­ver­nich­tungs­mit­tels Gly­pho­sat ver­öf­fent­licht, das es zuvor vom staat­li­chen Bun­des­in­s­tiut für Risi­ko­be­wer­tung (BfR) durch eine Anfra­ge nach dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz erhal­ten hat­te. Das BfR, das dem Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um von Julia Klöck­ner (CDU) unter­steht, wirft Frag­Den­Staat vor, es habe das sechs Sei­ten star­ke Doku­ment nur pri­vat nut­zen, nicht jedoch ver­öf­fent­li­chen dür­fen. Dage­gen hat das Frag­Den­Staat am gest­ri­gen Diens­tag eine nega­ti­ve Fest­stel­lungs­kla­ge ein­ge­reicht. Jetzt muss das Land­ge­richt Ber­lin ent­schei­den, ob das Vor­ge­hen der Bun­des­re­gie­rung rechts­wid­rig ist. (…) Bei ihrer Abmah­nung nutzt die Bun­des­re­gie­rung eine Lücke im deut­schen Urhe­ber­recht: So legt das Urhe­ber­rechts­ge­setz zwar fest, dass Tex­te wie Geset­ze und Ver­ord­nun­gen kei­nen urhe­ber­recht­li­chen Schutz genie­ßen. Eine sol­che Aus­nah­me für sämt­li­che staat­li­chen Doku­men­te gibt es aller­dings trotz lan­ge wie­der­hol­ter For­de­run­gen nicht. Der Anwalt Rapha­el Tho­mas, der die Kla­ge für Frag­Den­Staat ein­ge­reicht hat, kom­men­tiert gegen­über netz​po​li​tik​.org: „Das Ver­steck­spiel mit Infor­ma­tio­nen, die nach den Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­set­zen der All­ge­mein­heit zuste­hen, ist uneh­ren­haft, demo­kra­tie­feind­lich und zum Glück mit den gesetz­li­chen Vor­ga­ben unse­rer Zeit nicht mehr ver­ein­bar. Es ist bedau­erns­wert, dass Bun­des­be­hör­den wie das BfR hier immer noch auf gericht­li­chen Nach­hil­fe­un­ter­richt ange­wie­sen sind.“ Im Janu­ar hat­te der Gene­ral­an­walt des Euro­päi­schen Gerichts­hofs im Zusam­men­hang mit den Afgha­ni­stan-Papie­ren bereits dage­gen aus­ge­spro­chen, das Urhe­ber­recht zur Ver­hin­de­rung der frei­en Bericht­erstat­tung zu miss­brau­chen. Auch im Fall des Gly­pho­sat-Gut­ach­tens könn­te letzt­lich der Euro­päi­sche Gerichts­hof ent­schei­den. Für die Finan­zie­rung des Gerichts­streits sucht Frag­Den­Staat der­zeit noch nach Spen­den.” Bei­trag von Mar­kus Reu­ter vom 20. März 2019 bei Netz­po­li­tik externer Link, sie­he nach­fol­gend:
    • Zen­sur­he­ber­recht: Wir sehen uns vor Gericht! Ver­öf­fent­li­chung des Gly­pho­sat-Gut­ach­tens wird am 6. Juni am Land­ge­richt Köln ent­schie­den 
      Das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung hat 40.000 Per­so­nen das Gly­pho­sat-Gut­ach­ten geschickt. Es ver­bie­tet uns aber immer noch die Ver­öf­fent­li­chung. Ob das rechts­wid­rig ist, wird das Land­ge­richt Köln mit uns am 6. Juni ver­han­deln. Kommt vor­bei! Das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung (BfR) von Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Julia Klöck­ner (CDU) hat lan­ge gezö­gert, aber in den ver­gan­ge­nen zumin­dest teil­wei­se nach­ge­ge­ben: Rund 40.000 Men­schen haben das Gly­pho­sat-Gut­ach­ten erhal­ten, das das BfR geheim­hal­ten woll­te. Das grund­le­gen­de Pro­blem bleibt aber: Wir dür­fen das Gut­ach­ten wei­ter­hin nicht ver­öf­fent­li­chen, weil Klöck­ners Behör­de das Urhe­ber­recht als Zen­sur­he­ber­recht miss­braucht. Damit geben wir uns natür­lich nicht zufrie­den. Im Gegen­teil: Jetzt geht es erst rich­tig los! Wir sehen uns vor Gericht! Am 6. Juni wird unser Fall vor dem Land­ge­richt Köln ver­han­delt. In der münd­li­chen Ver­hand­lung geht es um die Fra­ge, ob uns die Ver­öf­fent­li­chung des Gut­ach­tens wirk­lich ver­bo­ten bleibt. Falls das Gericht gegen uns ent­schei­det, zie­hen wir durch alle Instan­zen bis zum Euro­päi­schen Gerichts­hof. Die Ver­hand­lung ist öffent­lich: Am 6. Juni um 13 Uhr im Land­ge­richt Köln, Luxem­bur­ger Stra­ße 101. Kommt vor­bei!..” Mel­dung vom 21. Mai 2019 von und bei Frag­Den­Staat externer Link
    • [Frag­Den­Staat] #Zen­sur­he­ber­recht ver­hin­dern – Gut­ach­ten selbst anfra­gen! 
      Wir haben ein staat­li­ches Gut­ach­ten zu Krebs­ri­si­ken von Gly­pho­sat ver­öf­fent­licht. Jetzt zwingt uns die Bun­des­re­gie­rung, das Doku­ment zu löschen. Der Vor­wurf: Urhe­ber­rechts­ver­let­zung. Wir las­sen nicht zu, dass die Bun­des­re­gie­rung das Urhe­ber­recht miss­braucht, um unlieb­sa­me Bericht­erstat­tung zu ver­hin­dern! Das Urhe­ber­recht darf nicht zum Zen­sur­he­ber­recht wer­den! Jetzt brau­chen wir Ihre Unter­stüt­zung. Fra­gen auch Sie das Gut­ach­ten an!Akti­on mit Anfra­ge-For­mu­lar von und bei Frag­Den­Staat externer Link
    • EU-Gericht: Gly­pho­sat-Stu­di­en müs­sen ver­öf­fent­licht wer­den 
      “Das öffent­li­che Inter­es­se wiegt schwe­rer als Geschäfts­in­ter­es­sen: Das Gericht der EU hat die EU-Lebens­mit­tel­be­hör­de dazu ver­pflich­tet, umstrit­te­ne Gly­pho­sat-Stu­di­en zu ver­öf­fent­li­chen. Vier grü­ne Euro­pa­par­la­men­ta­ri­er aus ver­schie­de­nen Län­dern und ein bri­ti­scher Akti­vist haben geklagt: 2016 woll­ten sie Aus­kunft von der Euro­päi­schen Behör­de für Lebens­mit­tel­si­cher­heit, der EFSA, bekom­men. Es ging um Stu­di­en zu der Fra­ge, ob Gly­pho­sat eine krebs­er­re­gen­de Wir­kung hat. (…) Die EFSA gab schließ­lich einen Teil der 75 Stu­di­en frei. Den Rest dür­fe sie nicht ver­öf­fent­li­chen, weil das die Geschäfts­in­ter­es­sen der Fir­men ver­let­zen wür­de, die die Stu­di­en vor­ge­legt hat­ten. Die Daten, die die Behör­de frei­ge­ge­ben hät­te, wür­den aus­rei­chen, um das Risi­ko von Gly­pho­sat zu beur­tei­len. Auch die Namen der Exper­ten, die zu den Stu­di­en bei­getra­gen hät­ten, wür­de sie nicht ver­öf­fent­li­chen und außer­dem nichts zu der Fra­ge, ob die­se viel­leicht einen Inter­es­sen­kon­flikt hät­ten – also inwie­fern sie den Fir­men ver­pflich­tet sei­en. Die EU-Rich­ter der ers­ten Instanz sagen nun: So geht es nicht. Nach euro­päi­schem Recht müs­sen die Inter­es­sen der Fir­men zurück­ste­hen, wenn das Inter­es­se der Öffent­lich­keit über­wiegt. Wann das der Fall sei, wür­den die euro­päi­schen Geset­ze genau fest­le­gen: So müs­se die Öffent­lich­keit bei Emis­sio­nen – also bei Aus­wir­kun­gen auf die Umwelt – über alles infor­miert wer­den. Es gehe nicht um hypo­the­ti­sche, also nur um mög­li­che Emis­sio­nen…” Mel­dung von Gigi Depp vom 7. März 2019 bei Tages​schau​.de externer Link, sie basiert auf der Pres­se­mit­tei­lung Nr.25/19 des Gerichts der Euro­päi­schen Uni­on, Luxem­burg, vom 7. März 2019 externer Link
    • Zen­sur­he­ber­recht: Bun­des­in­sti­tut will Gly­pho­sat-Gut­ach­ten geheim­hal­ten – Frag­Den­Staat ver­öf­fent­licht es trotz­dem 
      “Das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung will wei­ter­hin sei­ne zwei­fel­haf­te Rol­le im Zusam­men­hang mit der Zulas­sung von Gly­pho­sat ver­ber­gen. Des­we­gen hat es uns ver­bo­ten, eines sei­ner Gut­ach­ten dazu zu ver­öf­fent­li­chen. Hier ist es externer Link. (…) Das Urhe­ber­recht ist kaputt. (…) Es stellt noch immer nicht klar, dass sämt­li­che Wer­ke, die vom Staat und damit von Steu­er­gel­dern erstellt wer­den, gemein­frei sind – wie es in einer Demo­kra­tie der Stan­dard sein soll­te. (…) In Extrem­fäl­len kann das Urhe­ber­recht so zum Zen­sur­he­ber­recht wer­den. Ein aktu­el­les Bei­spiel lie­fert das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung (BfR). Es hat uns mit Ver­weis aufs Urhe­ber­recht ver­bo­ten, eine sei­ner Stel­lung­nah­men zum krebs­er­re­gen­den Unkraut­ver­nich­tungs­mit­tel Gly­pho­sat zu ver­öf­fent­li­chen. Dar­in fasst das BfR Stu­di­en der Inter­na­tio­na­len Agen­tur für Krebs­for­schung zu Gly­pho­sat zusam­men, in denen es unter ande­rem um die Ver­ur­sa­chung von Tumo­ren durch den che­mi­schen Stoff geht. Wir haben das Doku­ment per IFG-Anfra­ge erhal­ten. Das Vor­ge­hen der Bun­des­be­hör­de hal­ten wir für gefähr­lich. Immer­hin wird dem BfR vor­ge­wor­fen, bei wich­ti­gen Unter­su­chun­gen zu Gly­pho­sat nicht unab­hän­gig geforscht, son­dern von der Indus­trie abge­schrie­ben zu haben. Des­we­gen ist es wich­tig, dass die Arbeit des BfR trans­pa­rent wird. Wir ver­öf­fent­li­chen hier das Doku­ment des Bun­des­in­sti­tuts, das dafür bekannt ist, durch­aus kla­ge­wü­tig zu sein. Wenn das BfR uns also des­we­gen ver­kla­gen will, nur zu. Dann kön­nen wir die Lage des Urhe­ber­rechts zumin­dest auf juris­ti­schem Wege ver­bes­sern…” Kom­men­tar von Arne Sems­rott vom 14. Febru­ar 2019 zur Ver­öf­fent­li­chung der BfR-Stel­lung­nah­me bei Frag­Den­Staat externer Link
    • Zen­sur­he­ber­recht: Bun­des­in­sti­tut gab 80.000 Euro gegen Gly­pho­sat-Bericht­erstat­tung aus
      Das Bun­des­amt für Risi­ko­be­wer­tung ging in der Affä­re um umstrit­te­ne Gly­pho­sat-Gut­ach­ten mit dem Urhe­ber­recht gegen Bericht­erstat­tung des MDR vor. Sei­ne Anwäl­te ent­lohn­te das Amt dafür fürst­lich. Doch jetzt gibt es Gegen­wind vom Euro­päi­schen Gerichts­hof. (…) Aber nicht nur Schmidts Vor­ge­hen mach­te Schlag­zei­len, auch die Gut­ach­ten des Bun­des­in­sti­tuts für Risi­ko­be­wer­tung (BfR) im Vor­feld der Zulas­sung zogen hef­ti­ge Kri­tik auf sich. Dem für die Prü­fung mög­li­cher Krebs­fol­gen zustän­di­gen Insti­tut wur­de vor­ge­wor­fen, statt unab­hän­gi­ger Unter­su­chun­gen vor allem indus­trie­na­he Stu­di­en zu ver­wer­ten – und damit gly­pho­sat-freund­lich zu agie­ren. Auch der MDR berich­te­te regel­mä­ßig über Gut­ach­ten des BfR. In der Sen­dung „Fakt“ zeig­te der öffent­lich-recht­li­che Sen­der Ende 2015, dass das Insti­tut Hin­wei­se auf Krebs­be­fun­de her­un­ter­ge­spielt hat­te. Die Doku­men­te dazu – ein Report und eine BfR-Stel­lung­nah­me an die Inter­na­tio­na­le Agen­tur für Krebs­for­schung – ver­öf­fent­lich­te der Sen­der auf sei­ner Inter­net­sei­te, damit sich Zuschau­er „sel­ber infor­mie­ren kön­nen“. Das Insti­tut reagier­te harsch auf die kri­ti­sche Bericht­erstat­tung. Es mahn­te den MDR wegen der Ver­öf­fent­li­chung der Doku­men­te ab externer Link und ver­klag­te ihn schließ­lich. Mit der Ver­öf­fent­li­chung habe der Sen­der das geis­ti­ge Eigen­tum ver­letzt. In jüngst ver­öf­fent­lich­ten Urtei­len zeigt sich: Sowohl das Land­ge­richt Köln als auch das Ober­lan­des­ge­richt Köln sahen in den Ver­öf­fent­li­chun­gen der staat­li­chen Doku­men­te eine Ver­let­zung des Urhe­ber­rechts. Die Rich­ter konn­ten bei ihren Urtei­len kei­ne Ein­schrän­kung der Pres­se­frei­heit erken­nen. Der MDR muss­te dar­auf­hin die Gut­ach­ten löschen und ent­fern­te auch den Mit­schnitt der Fern­seh­sen­dung. Sie ist nur noch als pri­va­te Kopie online ein­seh­bar. Beson­ders absurd am Urteil: Die Doku­men­te waren schon wäh­rend des Gerichts­ver­fah­rens wie­der öffent­lich ein­seh­bar – dies­mal ver­öf­fent­licht externer Link von der zustän­di­gen Inter­na­tio­na­len Agen­tur für Krebs­for­schung…“ Arti­kel Arne Sems­rott vom 12.11.2018 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Frank­reich lei­tet Ermitt­lun­gen gegen Mon­s­an­to ein: Bay­er-Toch­ter soll gehei­me Kri­ti­ker-Lis­te geführt haben 
    “… Dem Bay­er-Kon­zern droht wegen sei­ner US-Toch­ter Mon­s­an­to erneut juris­ti­scher Ärger: Die Pari­ser Staats­an­walt­schaft lei­te­te am Frei­tag ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen den Saat­gut- und Pes­ti­zid­her­stel­ler ein, weil die­ser eine gehei­me Lis­te mit Kri­ti­kern in Frank­reich geführt haben soll. Laut einem Bericht des Sen­ders Fran­ce 2 woll­te Mon­s­an­to kri­ti­sche Poli­ti­ker, Wis­sen­schaft­ler und Jour­na­lis­ten “erzie­hen”, beson­ders hart­nä­cki­ge Geg­ner sogar “über­wa­chen”. Bay­er beton­te, kei­ne Kennt­nis davon gehabt zu haben. Gegen Mon­s­an­to sei ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen ille­ga­ler Erfas­sung pri­va­ter Daten ein­ge­lei­tet wor­den, teil­te die Staats­an­walt­schaft in Paris mit. Sie reagier­te damit auf eine Kla­ge der Zei­tung “Le Mon­de” und eines Jour­na­lis­ten, des­sen Name auf der Lis­te stand. PR-Agen­tu­ren sol­len die Lis­te im Auf­trag des US-Kon­zerns geführt haben. Dar­in waren laut dem Bericht von Fran­ce 2 zuletzt rund 200 Namen auf­ge­führt – mit Noten von 0 bis 5, je nach Ein­fluss und Grad der Unter­stüt­zung für Mon­s­an­to. Die Poli­ti­ker, Wis­sen­schaft­ler oder Jour­na­lis­ten wur­den mit Pri­vat­adres­se, Tele­fon­num­mer und sogar ihren Hob­bys gelis­tet…” Mel­dung vom 10. Mai 2019 beim Tages­spie­gel online externer Link, sie­he dazu:
    • Bay­er-Toch­ter Mon­s­an­to: Kri­ti­ker-Lis­ten in sie­ben Län­dern – Wo bleibt der Auf­schrei der Euro­pa­po­li­ti­ker? 
      Mon­s­an­tos Lis­te mit Namen von Kri­ti­kern war umfang­rei­cher als zunächst ange­nom­men: Wie der Mut­ter­kon­zern Bay­er mit­teil­te, hat­te eine PR-Agen­tur für sie Lis­ten in sie­ben EU-Län­dern erstellt – auch in Deutsch­land. (…) Eine inter­na­tio­na­le Anwalts­kanz­lei soll nun die Betrof­fe­nen “spä­tes­tens Ende der kom­men­den Woche” kon­tak­tie­ren und nach wei­te­ren Lis­ten suchen. Wie vie­le Namen von Poli­ti­kern, Wis­sen­schaft­lern und Jour­na­lis­ten die Lis­ten umfass­ten, konn­te Bay­er noch nicht sagen. Die fran­zö­si­sche Staats­an­walt­schaft hat­te vor etwa zwei Wochen eine vor­läu­fi­ge Unter­su­chung gegen Mon­s­an­to eröff­net, die sich mit den gehei­men Lis­ten von Fir­men­kri­ti­kern befasst…” Bei­trag vom 21.05.2019 bei tages​schau​.de externer Link, sie­he dazu den Kom­men­tar von Eric Bon­se vom 21.5.2019 externer Link: Die­ser Skan­dal ist min­des­tens so bri­sant wie Stra­che (…) Auf den gehei­men Lis­ten stan­den nicht nur Jour­na­lis­ten, son­dern auch die frü­he­re fran­zö­si­sche Umwelt­mi­nis­te­rin Segolè­ne Roy­al. Die fran­zö­si­sche Staats­an­walt­schaft hat eine Unter­su­chung ein­ge­lei­tet. Doch wo bleibt der Auf­schrei der Euro­pa­po­li­ti­ker? Was sagen unse­re Spit­zen­kan­di­da­ten? Wo sind die TV-Debat­ten, in denen über die Macht von Bay­er und Mon­s­an­to und ihren Miss­brauch dis­ku­tiert wird? In Frank­reich ist der Skan­dal ein gro­ßes Wahl­kampf-The­ma. In Deutsch­land hin­ge­gen wird er tot geschwie­gen. Es soll sich wohl nie­mand dar­an erin­nern, wie es kam, dass die Gly­pho­sat-Zulas­sung in der EU ver­län­gert wur­de!?
    • Ent­hül­lun­gen über MON­S­AN­TO-Lob­by­ing legen kri­mi­nel­le Machen­schaf­ten nahe – CBG for­dert Über­prü­fung der Gly­pho­sat-Neu­zu­las­sung 
      Die von der BAY­ER-Toch­ter MONSANTO mit Lob­by­ing-Auf­ga­ben betrau­te PR-Agen­tur FLEISHMAN HILLARD arbei­tet mit Geheim­dienst-Metho­den, wie fir­men-inter­ne Doku­men­te bele­gen. So hat das Unter­neh­men in Frank­reich ein Dos­sier zu 200 Journalist*innen, Politiker*innen, Ver­bands- und NGO-Vertreter*innen sowie Wissenschaftler*innen mit­samt Hob­bys und Kon­takt­da­ten erstellt und deren Nähe zu MONSANTO mit Noten von „0“ bis „5“ bewer­tet. Eine spe­zi­el­le Lis­te zum umstrit­te­nen Her­bi­zid Gly­pho­sat, die im Zuge der Ende 2017 anste­hen­den Ent­schei­dung der EU über die Ver­län­ge­rung der Zulas­sung ent­stand, führt 74 Per­so­nen auf und teilt die­se in Kate­go­rien wie „Ver­bün­de­ter“, „mög­li­cher Ver­bün­de­ter“, „zu erzie­hen“ und „beob­ach­ten“ ein. Wohl­mei­nen­de füt­ter­te FLEISHMAN HILLARD dann mit Pro­pa­gan­da-Mate­ri­al bis hin zu vor­fa­bri­zier­ten Twit­ter-Mel­dun­gen. Da das fran­zö­si­sche Gesetz es unter­sagt, poli­ti­sche Mei­nun­gen von Men­schen ohne Zustim­mung der Betref­fen­den in Daten­ban­ken ein­zu­spei­sen, lie­gen den Staats­an­walt­schaf­ten bereits meh­re­re Straf­an­zei­gen vor. „MONSANTO hat offen­sicht­lich mit schmut­zi­gen Tricks gear­bei­tet, um 2017 erneut eine Geneh­mi­gung zur Ver­mark­tung von Gly­pho­sat zu erhal­ten. Dar­um muss die Euro­päi­sche Uni­on ihren dama­li­gen Beschluss jetzt wie­der auf den Prüf­stand stel­len“, for­dert Axel Köh­ler-Schnura von der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG)...” Pres­se-Infor­ma­ti­on vom 15.05.19 der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren (CBG), sie­he deren Kam­pa­gne BAYER und MONSANTO stop­pen! externer Link
    • Ermitt­lun­gen gegen Bay­er-Toch­ter: Mon­s­an­to lis­tet Gute und Böse auf
      Frank­reich ist empört: Der Gly­pho­sat-Kon­zern Mon­s­an­to legt Lis­ten mit Freun­den und Fein­den an. Bay­er ent­schul­digt sich. (…) Mit der Lis­te woll­te Mon­s­an­to in Frank­reich kri­ti­sche Poli­ti­ker, Wis­sen­schaft­ler und Jour­na­lis­ten offen­bar „erzie­hen“, beson­ders hart­nä­cki­ge Geg­ner sogar „über­wa­chen“, berich­tet der öffent­li­che Sen­der Fran­ce 2. Laut meh­re­ren Medi­en sol­len PR-Agen­tu­ren die Lis­te im Auf­trag des US-Kon­zerns geführt haben. Dar­in waren zuletzt rund 200 Namen auf­ge­führt – mit Noten von 0 bis 5, je nach Ein­fluss und Grad der Unter­stüt­zung für Mon­s­an­to. Die Poli­ti­ker, Wis­sen­schaft­ler oder Jour­na­lis­ten wur­den mit Pri­vat­adres­se, Tele­fon­num­mer und sogar ihren Hob­bys gelis­tet. Links in Tabel­len die „Guten“, rechts die „Bösen“. Wäh­rend Ver­ant­wort­li­che des wich­tigs­ten Bau­ern­ver­bands FNSEA auf der Sei­te der Befür­wor­ter auf­tau­chen, erhielt die fran­zö­si­sche Krebs­li­ga den Hin­weis „Anti-Mon­s­an­to“. Die eins­ti­ge fran­zö­si­sche Umwelt­mi­nis­te­rin Ségolè­ne Roy­al taucht auf der Lis­te wegen ihrer ableh­nen­den Hal­tung zu Gly­pho­sat sogar als „null beein­fluss­bar“ auf. (…) Auch vier Mit­ar­bei­ter der Nach­rich­ten­agen­tur AFP sind auf der Lis­te ver­zeich­net, die zur Hälf­te Jour­na­lis­ten umfasst. Die Zei­tung Le Mon­de und Radio Fran­ce kün­dig­ten juris­ti­sche Schrit­te wegen Daten­miss­brauchs an, ande­re Medi­en wol­len die Daten­schutz­be­hör­de CNIL anru­fen. Die Orga­ni­sa­tio­nen Food­watch und Géné­ra­ti­ons Futures, die gegen Pes­ti­zi­de in Lebens­mit­teln vor­ge­hen, berei­ten nach eige­nen Anga­ben Kla­gen vor…” Arti­kel von Rudolf Bal­mer vom 12.5.2019 bei der taz online externer Link
  • March Against BAYER/​MONSANTO am 18./19. Mai: Welt­wei­te Aktio­nen zu BAYER/​MONSANTO 
    BAYER ver­schwin­det seit der Fusi­on nicht aus der Bericht­erstat­tung. Es geht Schlag auf Schlag: Nun ist an die Öffent­lich­keit gekom­men, dass Mon­s­an­to Lis­ten mit kri­ti­schen Berichterstatter*innen und poli­ti­schen Gegner*innen geführt hat. BAY­ER-Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef Mat­thi­as Ber­nin­ger gibt selbst zu, dass sol­che Lis­ten wahr­schein­lich auch in ande­ren Län­dern geführt wor­den sind. Zwar distan­ziert sich der Kon­zern nun von die­ser Pra­xis, doch hat die CBG in der Ver­gan­gen­heit bereits am eige­nen Leib erfah­ren, dass sol­che Metho­den durch­aus zum Reper­toire des Kon­zerns gehö­ren. Umso wich­ti­ger ist es nun, auf die Stra­ße zu gehen und den öffent­li­chen Druck auf­recht zu erhal­ten. Nach den rie­si­gen Haupt­ver­samm­lungs-Pro­tes­ten bei der BAY­ER-Haupt­ver­samm­lung steht jetzt der March against BAYER/​MONSANTO vor der Tür! Auch die­ses Jahr wird es welt­weit Pro­test­mär­sche geben, unter ande­rem in Paris, Straß­burg, Toron­to, Washing­ton, Seat­tle, Bel­grad, Basel und vie­len ande­ren Städ­ten! In Deutsch­land fin­det ein bun­des­wei­ter Marsch in Ham­burg statt. Natür­lich ist die Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren (CBG) dabei! Wir rufen mit zu dem Marsch auf und wer­den vor Ort prä­sent sein! Wenn ihr im Raum Ham­burg wohnt, kommt zu dem Marsch und pro­tes­tiert mit uns! Los geht es um 14.00 Uhr am Hach­mann­platz am Ham­bur­ger Haupt­bahn­hof!! Der Treff­punkt der CBG ist um 13.45 Uhr an der Ecke Bre­mer Reihe/​Kirchenallee. Die­se Stra­ßen gren­zen direkt an den Hach­mann­platz an….” Auf­ruf der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren zur bun­des­wei­ten Demons­tra­ton am Sams­tag 18. Mai, 14 Uhr am Ham­burg Hbf, Hach­mann­platz (mit Treff­punkt CBG)
  • Gesund­heits­schä­den: Fran­zö­si­scher Bau­er gewinnt Rechts­streit gegen Mon­s­an­to 
    Erneu­te juris­ti­sche Nie­der­la­ge für Mon­s­an­to: Ein in Frank­reich ver­trie­be­ner Unkraut­ver­nich­ter der Bay­er-Toch­ter soll bei einem Bau­ern schwe­re Gesund­heits­schä­den ver­ur­sacht haben. Ein fran­zö­si­scher Land­wirt hat im Rechts­streit dar­über, ob Gesund­heits­schä­den mit einem Unkraut­ver­nich­tungs­mit­tel der Bay­er-Toch­ter Mon­s­an­to zusam­men­hän­gen, Recht bekom­men. Das Beru­fungs­ge­richt in Lyon ent­schied, dass Mon­s­an­to wegen “feh­ler­haf­ter Pro­duk­te” ver­ant­wort­lich sei. Der heu­ti­ge Bio­bau­er Paul Fran­çois führt schwe­re Gesund­heits­pro­ble­me auf den inzwi­schen ver­bo­te­nen Unkraut­ver­nich­ter Las­so von Mon­s­an­to zurück, mit dem er frü­her sei­ne Fel­der behan­del­te. Der Land­wirt gibt an, unter schwe­ren neu­ro­lo­gi­schen Schä­den zu lei­den, seit er 2004 Dämp­fe des Her­bi­zids ein­at­me­te…” Mel­dung vom 11.04.2019 beim Spie­gel online externer Link
  • BAYER erlei­det Nie­der­la­ge: Gericht macht Gly­pho­sat für Krebs­lei­den mit­ver­ant­wort­lich 
    Auch der zwei­te gro­ße Gly­pho­sat-Pro­zess vor einem US-ame­ri­ka­ni­schen Gericht droht für den BAY­ER-Kon­zern mit einer Nie­der­la­ge zu enden. Die Geschwo­re­nen-Jury des Federal Court von San Fran­cis­co urteil­te, das unter dem Pro­dukt-Namen ROUNDUP ver­mark­te­te Her­bi­zid habe zu einem „erheb­li­chen Fak­tor“ zu der Krebs­er­kran­kung des Klä­gers Edwin Har­de­man bei­getra­gen. Damit hat der 70-jäh­ri­ge Mann gute Aus­sich­ten, eine Ent­schä­di­gung zuge­spro­chen zu bekom­men. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) begrüßt die­ses Votum. „Die Beweis­la­ge zur krebs­er­re­gen­den Wir­kung von Gly­pho­sat ist ein­deu­tig. Dem hat das Gericht Rech­nung getra­gen. Jetzt muss BAYER die Kon­se­quen­zen zie­hen und sich frei­wil­lig zu Scha­dens­er­satz-Zah­lun­gen bereit­erklä­ren“, for­dert Axel Köh­ler-Schnura vom Vor­stand der CBG. (…) Nach Ansicht der Coor­di­na­ti­on kann die Ent­schei­dung der Geschwo­re­nen die Bun­des­re­gie­rung nicht unbe­rührt las­sen. „CDU und SPD haben sich in ihrem Koali­ti­ons­ver­trag auf einen Gly­pho­sat-Aus­stieg geei­nigt. Sie haben aber noch nichts in die­ser Hin­sicht unter­nom­men. Im Gegen­teil, das „Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel-Sicher­heit“ hat in die­sem Jahr sogar noch eine neue Gly­pho­sat-For­mu­lie­rung zuge­las­sen. So darf es nicht wei­ter­ge­hen, Gly­pho­sat hat auf den Fel­dern nichts mehr zu suchen“, erklärt der Diplom-Kauf­mann abschlie­ßend.” Pres­se-Infor­ma­ti­on von und bei CBG vom 20.03.19 externer Link
  • Gly­pho­sat-Pro­zess gegen Bay­er-Toch­ter: Mon­s­an­tos Schick­sals­ta­ge begin­nen 
    Der für Bay­er hoch­bri­san­te US-Groß­pro­zess gegen die Toch­ter Mon­s­an­to star­tet mit einem Auf­re­ger. Der Rich­ter knöpft sich zunächst die Anwäl­tin des Klä­gers vor.
    Der gro­ße US-Rechts­streit um mög­li­che Krebs­ge­fah­ren gly­pho­sat­hal­ti­ger Pro­duk­te der Bay­er-Toch­ter Mon­s­an­to hat tur­bu­lent begon­nen. Die Aus­ein­an­der­set­zung vor Gericht gip­fel­te am Mon­tag dar­in, dass der zustän­di­ge Bun­des­rich­ter Vin­ce Chhab­ria der Klä­ger­sei­te mit Sank­tio­nen droh­te. Die Anwäl­tin des Klä­gers Edwin Har­de­man, der Mon­s­an­tos Unkraut­ver­nich­ter Roun­dup für sei­ne Erkran­kung an Lymph­drü­sen­krebs ver­ant­wort­lich macht, habe sich nicht an die vor­ge­ge­be­ne Pro­zess­ord­nung gehal­ten, so Chhab­ria. Der Rich­ter warf der Klä­ger­an­wäl­tin vor, gezielt vom fest­ge­leg­ten The­ma abge­wi­chen zu sein. Chhab­ria hat­te im Janu­ar ent­schie­den, das Ver­fah­ren in zwei Tei­le zu tren­nen – zunächst geht es dar­um, ob Mon­s­an­to-Pro­duk­te krebs­er­re­gend sind. Nur wenn die Klä­ger­sei­te dies aus­rei­chend bele­gen kann, wür­de die Fra­ge ver­han­delt, ob das Unter­neh­men Risi­ken ver­schwie­gen hat. Die Anwäl­tin habe sich an die­se vor­ge­ge­be­ne Linie in ihrem eröff­nen­den State­ment aber nicht gehal­ten. Chhab­ria ver­don­ner­te sie per gericht­li­cher Anord­nung, noch im Lau­fe des Tages eine schrift­li­che Erklä­rung zu ihrem Ver­hal­ten abzu­ge­ben. (…) Für die Lever­ku­se­ner Bay­er AG, die Mon­s­an­to ver­gan­ge­nes Jahr für rund 63 Mil­li­ar­den Dol­lar (55 Mrd Euro) über­nom­men hat­te, ist der Rechts­streit hoch­bri­sant. Denn es han­delt sich um einen „Bell­we­ther Case“ genann­ten Mus­ter­fall in einem Mas­sen­ver­fah­ren, der rich­tungs­wei­send für vie­le wei­te­re Kla­gen ist. Ins­ge­samt ist Bay­er mit rund 9300 US-Klä­gern kon­fron­tiert, Hun­der­te Fäl­le unter dem Bun­des­ge­setz sind bei Rich­ter Chhab­ria in San Fran­cis­co gebün­delt
    …” Mel­dung vom 26.2.2019 bei der taz online externer Link
  • Nach taz-Bericht über Pflan­zen­gift: Bay­er ändert Aus­sa­ge zu Gly­pho­sat 
    Dass 800 Stu­di­en ein Krebs­ri­si­ko bestrei­ten, behaup­tet der Che­mie­kon­zern jetzt nicht mehr. Die Zahl der Kla­gen von Gly­pho­sat-Geschä­dig­ten steigt wei­ter. Nach den taz-Recher­chen externer Link zu fal­schen Aus­sa­gen über das Krebs­ri­si­ko des Pflan­zen­gifts Gly­pho­sat hat Bay­er sei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on zum The­ma ver­än­dert. Im letz­ten Quar­tals­be­richt vom Juli hat­te das Che­mie­un­ter­neh­men noch behaup­tet, „mehr als 800 wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en“ hät­ten „bestä­tigt, dass Gly­pho­sat bzw. Gly­pho­sat-basier­te Her­bi­zi­de nicht krebs­er­re­gend sind und dass die bestim­mungs­ge­mä­ße Anwen­dung sicher ist“. Tat­säch­lich befass­ten sich aber über­haupt nur rund 50 Stu­di­en mit dem Krebs­ri­si­ko – und kamen zudem zu unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen. Im jüngs­ten Quar­tals­be­richt, der am Diens­tag ver­öf­fent­licht wur­de, ist die Aus­sa­ge deut­lich ver­än­dert wor­den. „Mehr als 800 wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en und Auf­sichts­be­hör­den welt­weit haben bestä­tigt, dass Gly­pho­sat sicher ist, wenn es ent­spre­chend den Anwen­dungs­hin­wei­sen ver­wen­det wird“, heißt es nun…” Arti­kel von Mal­te Kreutz­feldt vom 14.11.2018 bei der taz online externer Link, sie­he dazu auch:
    • Gly­pho­sat und Krebs: Bay­er täuscht Öffent­lich­keit
      “Die Bay­er-AG behaup­te­te in der Ver­gan­gen­heit wie­der­holt, dass rund 800 Stu­di­en vor­lie­gen wür­den, die bewei­sen, dass kein Zusam­men­hang zwi­schen Gly­pho­sat und Krebs bestehe. Eine Recher­che der Tages­zei­tung taz zeigt nun: Die­se Zahl hat der Kon­zern, der vor Kur­zem den Agrar­rie­sen Mon­s­an­to über­nom­men hat, frei erfun­den. (…) Die Tages­zei­tung taz schreibt nun externer Link , dass die­se Zahl wohl frei erfun­den ist. Tat­säch­lich lie­gen näm­lich nur etwa 50 Stu­di­en vor, die sich über­haupt dem The­ma Gly­pho­sat und Krebs wid­men. Und in eini­gen davon kön­nen Exper­tIn­nen durch­aus Hin­wei­se auf ein Krebs­ri­si­ko erken­nen. Kaum wur­de die­se Irre­füh­rung öffent­lich, ruder­te Bay­er zurück. Der Spre­cher des Kon­zerns beteu­er­te: „Hin­sicht­lich der Stu­di­en haben wir uns aus­weis­lich des Wort­lauts sowohl auf sol­che bezo­gen, die sich dezi­diert mit Krebs­ri­si­ken aus­ein­an­der­set­zen, als auch auf sol­che, die ins­ge­samt die Sicher­heit von Gly­pho­sat bestä­ti­gen.“ Dass die­se Aus­sa­ge nicht der Wahr­heit ent­spricht, zeigt ein kur­zer Blick auf die Unter­neh­mens­web­sei­te mit dem – spä­tes­tens jetzt frag­wür­di­gen – Titel „Hier sind die Fak­ten“. Dort fin­det man näm­lich fol­gen­den Satz: „Mehr als 800 Stu­di­en kom­men zu dem Ergeb­nis, dass Gly­pho­sat nicht krebs­er­re­gend ist.“ Damit ist die Aus­sa­ge des Spre­chers wider­legt…“ Bei­trag om 14.11.2018 beim Umwelt­in­sti­tut externer Link
  • EU-Kom­mis­si­on ver­bie­tet Gly­pho­sat-Ver­bot 
    Erin­nert sich noch jemand an die Tricks, mit denen die EU-Kom­mis­si­on die Zulas­sung des umstrit­te­nen Pflan­zen­schutz­mit­tels Gly­pho­sat ver­län­gert hat – trotz War­nun­gen vor einem Krebs­ri­si­ko? Nun ver­bie­tet Brüs­sel auch noch das Ver­bot von Gly­pho­sat. (…) Es gebe kei­nen Grund, Glyph­sat als krebs­er­re­gend ein­zu­stu­fen. Damit ver­tritt die EU-Behör­de objek­tiv die Inter­es­sen Deutsch­lands und der Bay­er-Toch­ter Mon­s­an­to, der Gly­pho­sat her­stellt. Die Bun­des­re­gie­rung hat­te die Zulas­sung in Brüs­sel durch­ge­drückt…” Bei­trag vom 23. Okto­ber 2018 bei Lost in EUro­pe externer Link
  • Toch­ter-Gesell­schaft MONSANTO ver­klagt die NGO AVAAZ – BAYER muss den Pro­zess stop­pen! 
    “Die BAY­ER-Toch­ter MONSANTO hat die Initia­ti­ve AVAAZ ver­klagt. Die Gesell­schaft ver­langt von der Orga­ni­sa­ti­on die Her­aus­ga­be sämt­li­cher Doku­men­te zu dem umstrit­te­nen Pes­ti­zid Gly­pho­sat. Sie brau­che die Unter­la­gen zu ihrer Ver­tei­di­gung in dem Pro­zess, den die bei­den Gly­pho­sat-Geschä­dig­ten Ronald Peter­son und Jeff Hall ange­strengt haben, lau­tet die Begrün­dung. „Die Anord­nung bezieht sich auf die von Avaaz und den Anwäl­ten der Klä­ger koor­di­nier­te Kam­pa­gne, die Falsch­in­for­ma­tio­nen über die Sicher­heit von Gly­pho­sat in Umlauf gebracht oder das Mit­tel als krebs­er­re­gend bezeich­net hat“, heißt es kon­kret in dem Gerichts­schrei­ben. So for­dert der nun­mehr zu BAYER gehö­ren­de Kon­zern als Beweis­mit­tel etwa die gesam­te Kor­re­spon­denz von Avaaz mit der Euro­päi­schen Che­mi­ka­li­en-Agen­tur ECHA ein sowie alle Schrift­stü­cke und E‑Mails, die im Zusam­men­hang mit Brie­fen an Mit­glie­der des Euro­päi­schen Par­la­ments und an den EU-Kom­mis­sar für Gesund­heit und Lebens­mit­tel-Sicher­heit, Vyte­nis Povilas Andri­ukai­tis, ste­hen. Zudem will er Ein­blick in alle Unter­la­gen zum Enga­ge­ment der Initia­ti­ve gegen die Über­nah­me MON­S­AN­TOs durch den Lever­ku­se­ner Mul­ti neh­men. Avaaz bezeich­net die von MONSANTO vor­ge­brach­ten Grün­de als rei­nen Vor­wand, um an Infor­ma­tio­nen über die Stra­te­gien der NGO zu gelan­gen. Gäbe das Gericht dem Begehr bei der auf den 6. Sep­tem­ber anbe­raum­ten Ver­hand­lung statt, hät­te die Fir­ma über­dies Zugriff auf immense Daten-Sät­ze von Mit­glie­dern, Unter­stüt­ze­rIn­nen und Koope­ra­ti­ons­part­nern. Nicht zuletzt dient das Manö­ver nach Mei­nung der Akti­vis­tIn­nen schließ­lich dazu, eine Droh­ku­lis­se auf­zu­bau­en. „Das eigent­li­che Ansin­nen: eine Bür­ger­be­we­gung ein­zu­schüch­tern und zu mal­trä­tie­ren“, so for­mu­lie­ren es die Anwäl­tIn­nen der Grup­pe. Allein schon die Gerichts­kos­ten stel­len für das Netz­werk eine Belas­tung dar. Zudem wür­de die Zusam­men­stel­lung der Doku­men­ten-Mas­sen der Initia­ti­ve zufol­ge „Tau­sen­de Per­so­nal-Stun­den“ kos­ten, was „ver­hee­rend für Avaaz’ Kern­auf­ga­ben“ wäre. „Der BAY­ER-Kon­zern muss das Ver­fah­ren umge­hend ein­stel­len. Sei­ne Toch­ter MONSANTO ver­sucht mit­tels juris­ti­scher Win­kel­zü­ge gegen kon­zern-kri­ti­sche Arbeit vor­zu­ge­hen. Das ist infam“, so Axel Köh­ler-Schnura vom Vor­stand der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN. Für den Diplom-Kauf­mann hat der Pro­zess zudem Bei­spiel-Cha­rak­ter. „Das ist nicht nur ein Fall ‚Avaaz’. Bekä­me MONSANTO Recht, könn­te sich jeder Mul­ti jeder­zeit den Zugriff auf Unter­la­gen von Orga­ni­sa­tio­nen, die ihnen nicht pas­sen, erstrei­ten“, warnt Köh­ler-Schnura abschlie­ßend.“ Pres­se-Infor­ma­ti­on vom 28.08.2018 von Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren externer Link
    • BAY­ER-Toch­ter MONSANTO schei­tert mit Kla­ge gegen die Initia­ti­ve AVAAZ 
      Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag wies ein US-ame­ri­ka­ni­sches Gericht die Kla­ge der BAY­ER-Toch­ter MONSANTO gegen die Initia­ti­ve AVAAZ ab. Die Kon­zern-Gesell­schaft hat­te von der NGO die Her­aus­ga­be sämt­li­cher inter­ner Doku­men­te zu Gly­pho­sat ver­langt. Alle Unter­la­gen wie etwa die Kor­re­spon­denz der Orga­ni­sa­ti­on mit der Euro­päi­schen Che­mi­ka­li­en-Agen­tur ECHA und Ange­hö­ri­gen des Euro­päi­schen Par­la­ments sowie Mails von Avaaz-Mit­glie­dern an Poli­ti­ke­rIn­nen woll­te das seit Juni zum Lever­ku­se­ner Mul­ti gehö­ren­de Unter­neh­men ein­se­hen. Es brau­che die Unter­la­gen zur Ver­tei­di­gung in dem Pro­zess, den die bei­den Gly­pho­sat-Geschä­dig­ten Ronald Peter­son und Jeff Hall ange­strengt haben, lau­te­te die Begrün­dung. Der „New York Coun­ty Supre­me Court“ lehn­te das Begehr jedoch ab. Die ver­lang­ten Schrift­stü­cke sei­en „abso­lut irrele­vant“ für die­ses Scha­dens­er­satz-Ver­fah­ren, urteil­te der Rich­ter Shlo­mo Hag­ler. Eine gericht­li­che Ver­fü­gung, sie her­aus­ge­ben zu müs­sen, hät­te ihm zufol­ge einen „enor­men ein­schüch­tern­den Effekt“ nicht nur auf Avaaz, son­dern auch auf ande­re zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen gehabt. „Kein Mit­glied möch­te, dass sei­ne Pri­vat­sphä­re ver­letzt und sei­ne Akti­vi­tä­ten öffent­lich gemacht wer­den“, befand Hag­ler. Nach Ein­schät­zung der Akti­vis­tIn­nen hät­te die Kla­ge bei Erfolg ihre gan­ze Arbeit lahm­le­gen kön­nen. „Tau­sen­de Per­so­nal-Stun­den“ kal­ku­lier­te sie für das Zusam­men­stel­len der Doku­men­ten-Mas­sen ein und bezeich­ne­te das als „ver­hee­rend für Avaaz’ Kern­auf­ga­ben“. Ent­spre­chend erleich­tert zeig­te sich die Initia­ti­ve nach dem Votum des Supre­me Courts…” Pres­se­mit­tei­lung der Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren vom 10.9.2018, sie­he auch:
    • Avaaz​.org – The World in Action: Mon­s­an­to – Wir haben GEWONNEN
      “…“unser Gerichts­ter­min war ges­tern — und *der Rich­ter hat die Anord­nung von Mon­s­an­to voll­stän­dig ABGELEHNT!!!* Er sag­te, dass die gericht­li­che Anord­nung (sog. sub­poe­na) eine “gewal­tig abschre­cken­de Wir­kung” hät­te, und erklär­te: “Kein Mit­glied möch­te, dass sei­ne Pri­vat­sphä­re ver­letzt und sei­ne Akti­vi­tä­ten öffent­lich gemacht wer­den”. *Er hielt Mon­s­an­to einen Vor­trag über Demo­kra­tie und freie Mei­nungs­äu­ße­rung!!!!* Avaaz-Mit­glie­der im Gerichts­saal applau­dier­ten spon­tan (…) Mon­s­an­to kann immer noch in die Beru­fung gehen oder uns auf ande­re Wei­se hin­ter­her­kom­men. Aber mit die­sem jüngs­ten Erfolg ist uns etwas Erstaun­li­ches gelun­gen und wir haben einen Prä­ze­denz­fall geschaf­fen. Und mit unse­rem her­vor­ra­gen­den juris­ti­schen Team und unse­rer wun­der­ba­ren Bewe­gung sind wir für alles bereit und haben kei­ne Angst. Ziel die­ser juris­ti­schen Angrif­fe ist es, uns Angst ein­zu­ja­gen..“ E‑Mail vom Avaaz-Team vom 07.09.2018
  • Gly­pho­sat-Krebs-Urteil in den USA: Fol­gen und Bewer­tun­gen
    • Mon­s­an­to muss 285 Mil­lio­nen Dol­lar Schmer­zens­geld zah­len
      „Ein US-Gericht hat den Agrar­kon­zern Mon­s­an­to zur Zah­lung von 285 Mil­lio­nen Dol­lar (knapp 250 Mil­lio­nen Euro) Schmer­zens­geld ver­ur­teilt, weil sei­ne gly­pho­sat­hal­ti­gen Unkraut­ver­nich­tungs­mit­tel Krebs ver­ur­sacht haben sol­len. Die Mit­tel hät­ten “wesent­lich” zur Krebs­er­kran­kung des Klä­gers bei­getra­gen, befand das Geschwo­re­nen­ge­richt am Frei­tag in San Fran­cis­co. Das Geld wur­de dem ehe­ma­li­gen Haus­meis­ter Deway­ne John­son zuge­spro­chen, der unheil­bar an Lymph­drü­sen­krebs erkrankt ist und die Her­bi­zi­de von Mon­s­an­to dafür ver­ant­wort­lich macht. Der 46-jäh­ri­ge John­son, bei dem 2014 Lymph­drü­sen­krebs dia­gnos­ti­ziert wur­de, hat­te Mon­s­an­tos Roun­dup für sein töd­li­ches Lei­den ver­ant­wort­lich gemacht und dem Saat­gut­her­stel­ler vor­ge­wor­fen, die Gefah­ren des Unkraut­ver­nich­ters ver­schwie­gen zu haben. Die Jury sah das genau­so und folg­te nach einem vier­wö­chi­gen Pro­zess weit­ge­hend der Argu­men­ta­ti­on der Klä­ger­an­wäl­te. Mon­s­an­to kün­dig­te jedoch umge­hend an, gegen das Urteil in Beru­fung zu gehen. Das Unter­neh­men ist mit Tau­sen­den ähn­li­chen US-Kla­gen kon­fron­tiert. Es weist einen Zusam­men­hang zwi­schen Krebs und sei­nen Pro­duk­ten zurück. (…) Obwohl es sich nur um einen Ein­zel­fall und kei­ne Sam­mel­kla­ge han­del­te, ist der Pro­zess­aus­gang für Bay­er und Mon­s­an­to bri­sant, da es die ers­te Gerichts­ent­schei­dung über­haupt ist und sie weg­wei­send für die zahl­rei­chen ande­ren Ver­fah­ren sein könn­te. Der jet­zi­ge Fall war zuerst ver­han­delt wor­den, weil Klä­ger John­son bereits im Ster­ben liegt und des­halb in Kali­for­ni­en Anrecht auf einen schnel­le­ren Pro­zess­be­ginn hat­te. John­son hat­te vor sei­ner Krebs­er­kran­kung als Platz­wart für das kali­for­ni­sche Schul­sys­tem gear­bei­tet und dort regel­mä­ßig mit Mon­s­an­tos Unkraut­ver­nich­tern han­tiert. (…) Tat­säch­lich ist die Fra­ge, ob Mon­s­an­tos Ver­kaufs­schla­ger Roun­dup zu Krebs füh­ren kann, hoch umstrit­ten. Trotz der zahl­rei­chen vom Unter­neh­men zitier­ten Stu­di­en, stuf­te die Inter­na­tio­na­le Krebs­for­schungs­agen­tur der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) den Unkraut­ver­nich­ter 2015 als “wahr­schein­lich krebs­er­re­gend” für Men­schen ein.“ Bei­trag vom 11.08.2018 in der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
    • Bay­er-Aktie ver­liert nach Urteil gegen Mon­s­an­to
      „Der Saat­gut­her­stel­ler soll Scha­dens­er­satz in Höhe von 289 Mil­lio­nen Dol­lar zah­len. Das Urteil könn­te auf­ge­ho­ben wer­den – doch der Ver­trau­ens­ver­lust an der Bör­se ist groß. Ein Scha­dens­er­satz­ur­teil in den USA gegen die Bay­er-Toch­ter Mon­s­an­to hat Anle­ger des Lever­ku­se­ner Dax-Kon­zerns ver­prellt: Zu Beginn des Han­dels fiel die Bay­er-Aktie um mehr als neun Pro­zent und war damit der mit Abstand größ­te Ver­lie­rer an der deut­schen Bör­se. (…) Den­noch ist der Pro­zess­aus­gang für Mon­s­an­to und Bay­er bri­sant: Die Ent­schei­dung in Kali­for­ni­en könn­te weg­wei­send für vie­le ähn­li­che Ver­fah­ren sein – der­zeit sieht sich Mon­s­an­to mehr als 5.000 ähn­li­cher Kla­gen gegen­über. Anle­ger und Akti­en­händ­ler schät­zen sol­che Unsi­cher­heit nicht. “Das Urteil sorgt für mas­si­ve Unsi­cher­heit”, sag­te ein Bör­sen­händ­ler. “Dabei geht es nicht so sehr um die Sum­me, die gezahlt wer­den muss, son­dern mehr dar­um, dass jetzt noch viel mehr Kla­gen erwar­tet wer­den.” Bei­trag vom 13.08.2018 in der Zeit online externer Link
    • Stel­lung­nah­me zum Gly­pho­sat-Urteil im Fall Deway­ne John­son
      „Die Reak­tio­nen auf das Urteil aus den USA sind ent­lar­vend: Sor­gen machen sich die Bay­er-Ana­lys­ten offen­bar um die mas­si­ven Kurs­ver­lus­te der Bay­er-Aktie – und weder um den Lymph­drü­sen­krebs von Gly­pho­sat-Opfer Deway­ne John­son, noch um die Mil­lio­nen Klein­bäue­rin­nen und ‑bau­ern sowie Landarbeiter*innen welt­weit, die durch die Pes­ti­zi­de von Bay­er immensen gesund­heit­li­chen Risi­ken aus­ge­setzt sind. Auch in Bra­si­li­en hat ver­gan­ge­ne Woche ein Gericht Zulas­sun­gen für gly­pho­sat­hal­ti­ge Pro­duk­te für 30 Tage auf­ge­ho­ben. Neben Gly­pho­sat ver­treibt Bay­er in Afri­ka, Asi­en und Latein­ame­ri­ka auch ande­re hoch­gif­ti­ge Pes­ti­zi­de, die in Euro­pa längst ver­bo­ten sind. Wie­der ein­mal zeigt sich, dass für die gro­ßen Agrar­kon­zer­ne Men­schen- und Arbeits­rech­te eine nach­ge­ord­ne­te Rol­le spie­len – vor allem dann, wenn sie nicht vor der eige­nen Haus­tür ver­letzt oder auf­ge­weicht wer­den. Des­halb ist die Poli­tik gefragt: Die Bun­des­re­gie­rung muss ihre Mög­lich­kei­ten aus­schöp­fen und eine schär­fe­re Fusi­ons­kon­trol­le umset­zen sowie recht­li­che Instru­men­te schaf­fen, um gro­ße Kon­zer­ne ent­flech­ten zu kön­nen.“ Pres­se­state­ment von INKO­TA-Agrar­re­fe­ren­tin Lena Micha­el­sen vom 13.08.2018 externer Link
    • Urteil zu Gly­pho­sat: Aus­sit­zen der Risi­ko­be­wer­tung ist kei­ne Opti­on
      Die EU soll­te beim The­ma Gly­pho­sat nach dem Vor­sor­ge­prin­zip han­deln – unab­hän­gig von Indus­trie­in­ter­es­sen und vor­aus­schau­end, um sei­ne Bür­ger vor mög­li­chen Gesund­heits­ge­fah­ren zu schüt­zen, kom­men­tiert Brit­ta Fecke. Es sei kei­ne Opti­on, auf einen signi­fi­kan­ten Anstieg der Krebs­ra­te zu war­ten...” Kom­men­tar von Brit­ta Fecke vom 11.08.2018 beim Deutsch­land­funk externer Link
    • Gly­pho­sat-Pro­zess in den USA star­tet heu­te: BAYER für MONSANTO auf der Ankla­ge­bank
      „In den USA beginnt heu­te das ers­te Scha­dens­er­satz-Ver­fah­ren in Sachen „Gly­pho­sat“. Der 46-jäh­ri­ge DeWay­ne John­son hat­te die Kla­ge ein­ge­reicht. Der Fami­li­en-Vater lei­det am Non-Hodgkin-Lym­phom (NHL), einer bestimm­ten Form des Lymph­drü­sen-Kreb­ses, und macht das Her­bi­zid dafür ver­ant­wort­lich, das er in sei­nem frü­he­ren Beruf als Platz­wart häu­fig ein­set­zen muss­te. Mit die­ser juris­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung star­tet in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten eine wah­re Pro­zess-Lawi­ne. Los­ge­tre­ten hat­te die­se die Krebs­for­schungs­agen­tur IARC der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on mit ihrer Ein­stu­fung von Gly­pho­sat als „wahr­schein­lich krebs­er­re­gend“. Dar­auf­hin zogen in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten über 4.000 NHL-Pati­en­tIn­nen, die als Land­wir­tIn­nen, Land­schafts­pfle­ge­rIn­nen oder als Hob­by-Gärt­ne­rIn­nen in Kon­takt mit der Agro-Che­mi­ka­lie gekom­men waren, vor Gericht. Die Kla­gen rich­te­ten sich ursprüng­lich gegen MONSANTO, gehen nun aber auf den BAY­ER-Kon­zern als neu­en Besit­zer des US-ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­mens über. (…) Beson­de­re Bri­sanz erhält die Kla­ge John­sons dadurch, dass das Gericht die im Zuge ande­rer Ver­fah­ren ans Licht der Öffent­lich­keit gera­te­nen Fir­men-Unter­la­gen zu dem Acker­gift, die berühmt-berüch­tig­ten MON­S­AN­TO-Papers, zur Beweis­auf­nah­me zuge­las­sen hat. „Die inter­ne Kor­re­spon­denz könn­te das Gericht zu der Ansicht bewe­gen, dass MONSANTO bereits seit lan­ger Zeit über die von Gly­pho­sat aus­ge­hen­de Krebs-Gefahr Bescheid wuss­te“, mit die­sen Wor­ten begrün­de­te der Jurist Cur­tis Kar­now vom „San Fran­cis­co Coun­ty Supe­ri­or Court“ sei­ne Ent­schei­dung. Auch den Doku­men­ten über die Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen zu der unter dem Namen „Roun­dup“ ver­mark­te­ten Agro-Che­mi­ka­lie erkann­te er Pro­zess-Rele­vanz zu. „Man kann nicht sagen, dass Roun­dup nicht krebs­er­re­gend ist“, hält etwa die MON­S­AN­TO-Toxi­ko­lo­gin Don­na Far­mer in die­sen Papie­ren fest: „Wir haben nicht die nöti­gen Tests mit der For­mu­lie­rung durch­ge­führt, um die­se Aus­sa­ge tref­fen zu kön­nen.“ Die For­mu­lie­rung, also die mit Hil­fe von Wir­kungs­ver­stär­kern und ande­ren Sub­stan­zen erfol­gen­de Wei­ter­ver­ar­bei­tung des Basis-Stof­fes Gly­pho­sat zum fer­ti­gen Roun­dup berei­te­te ihrem Kol­le­gen Wil­liam Heydens’ eben­falls Sor­gen: „Gly­pho­sat ist OK, aber das for­mu­lier­te Pro­dukt ver­ur­sacht den Scha­den.“ Bei­spiels­wei­se hat es nega­ti­ve Effek­te auf das Erb­gut. Als eine Auf­trags­stu­die in die­ser Hin­sicht nicht genug Ent­las­tungs­ma­te­ri­al lie­fer­te, son­dern den Befund sogar noch zu bestä­ti­gen droh­te, schlug Heydens ein­fach vor, sich wil­li­ge­re Wis­sen­schaft­le­rIn­nen zu suchen. Wie die MON­S­AN­TO-Papers bele­gen, grif­fen die Kon­zern-For­sche­rIn­nen zur Not auch selbst zur Feder, um ihrem Pro­dukt einen Per­sil­schein aus­zu­stel­len, und kauf­ten sich dann bekann­te Exper­tIn­nen ein, die für viel Geld ihren Namen unter den Text setz­ten. Zudem nutz­te das Unter­neh­men all sei­nen Ein­fluss, um die Umwelt­be­hör­de EPA dar­an zu hin­dern, eine Unter­su­chung zu Gly­pho­sat zu ver­an­las­sen…“ Pres­se-Infor­ma­ti­on vom 18.06.2018 von Coor­di­na­ti­on gegen BAY­ER-Gefah­ren externer Link
  • Gly­pho­sat – was wirk­lich droht
    “Alle Welt spricht zur­zeit über ein Pes­ti­zid: Gly­pho­sat. Obwohl Gly­pho­sat seit den 70er Jah­ren ein­ge­setzt wird, sind bei uns noch kei­ne gro­ßen gesund­heit­li­chen Schä­den bekannt gewor­den. Ande­re Pes­ti­zi­de aus die­ser Zeit sind längst vom Markt ver­schwun­den. Ist die Auf­re­gung unnö­tig? Wir dür­fen nicht nur auf Euro­pa schau­en – das Gly­pho­sa­t­sys­tem ist glo­bal. Mit gen­tech­nisch ver­än­der­ten (GV) Pflan­zen wie Soja und dem Kom­bi­pack Roun­dup Rea­dy konn­te Mon­s­an­to sei­nen Pes­ti­zid­ab­satz auch nach Ablauf des Patent­schut­zes sicher­stel­len. Beim stän­di­gen Anbau ohne Pflug und der Unkraut­be­kämp­fung nur mit Gly­pho­sat wer­den Unkräu­ter resis­tent gegen das Agrar­gift. Die Auf­wand­men­gen müs­sen immer wei­ter erhöht wer­den – bes­tens für die Her­stel­ler! Als Ende der 90er Jah­re her­bi­zid­re­sis­ten­tes Soja auf den Markt kam, muss­te die EU die Rück­stands­grenz­wer­te um 200% erhö­hen, damit das Soja wei­ter impor­tiert wer­den konn­te. Nun will die EU unbe­merkt von der Öffent­lich­keit neue GV-Soja­sor­ten mit Resis­ten­zen gegen gleich drei Her­bi­zi­de zulas­sen. (…) Ein Ver­bot nur der Anwen­dung bei uns, wäre ein wich­ti­ges Zei­chen der Soli­da­ri­tät mit den latein­ame­ri­ka­ni­schen Bäue­rin­nen und Bau­ern. Was wir aber wirk­lich brau­chen, ist ein Wech­sel: weg vom Gly­pho­sa­t­sys­tem der Kon­zern­in­ter­es­sen, hin zu einer Agrar­po­li­tik für Mensch und Natur.” Bei­trag von Ange­la Mül­ler vom 15. Dezem­ber 2017 beim ISW Mün­chen externer Link
  • Bun­des­re­gie­rung hilft bei Geheim­hal­tung von Gly­pho­sat-Stu­di­en
    “… Neue Ent­wick­lung im Dau­er­streit um Gly­pho­sat: Die Bun­des­re­gie­rung hat sich in ein Ver­fah­ren vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof (EuGH) ein­ge­schal­tet, in dem es um poten­zi­el­le Gesund­heits­ge­fah­ren des Unkraut­ver­nich­ters geht. Laut einem Doku­ment des Gerichts­hofs unter­stützt die Bun­des­re­gie­rung die EU-Lebens­mit­tel­si­cher­heits­be­hör­de Efsa bei dem Ver­such, die Ver­öf­fent­li­chung von Stu­di­en über das Her­bi­zid zu ver­hin­dern. Die Efsa hat­te Gly­pho­sat für gesund­heit­lich unbe­denk­lich erklärt. Vier Grü­nen-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te hat­ten dar­auf­hin im Mai beim EuGH auf die Her­aus­ga­be der Stu­di­en geklagt, die zur Basis des Efsa-Urteils gehör­ten. Sie waren von den Her­stel­lern Mon­s­an­to und Che­mi­no­va selbst ange­fer­tigt wor­den. In dem Doku­ment vom 30. Novem­ber, das dem SPIEGEL vor­liegt, lässt der EuGH die bei­den Unter­neh­men als soge­nann­te Streit­hel­fer in dem Ver­fah­ren zu. Sie dür­fen damit Argu­men­te vor­brin­gen, war­um die Efsa die Stu­di­en wei­ter­hin unter Ver­schluss hal­ten soll­te. Pikant: In dem Doku­ment taucht auch Deutsch­land auf – als Unter­stüt­zer der Efsa…” Bei­trag von Mar­kus Becker vom 7. Dezem­ber 2017 beim Spie­gel online externer Link
  • Eil-Akti­on: Gly­pho­sat jetzt natio­nal ver­bie­ten! 
    In einem bei­spiel­lo­sen Vor­gang hat Agrar­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt die Zulas­sung des umstrit­te­nen Pes­ti­zids Gly­pho­sat in der EU für wei­te­re fünf Jah­re erwirkt. Er hat dabei nicht nur SPD-Umwelt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks brüs­kiert, son­dern hun­dert­tau­sen­de Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher vor den Kopf gesto­ßen, die für ein Ver­bot kämp­fen. Sofort nach der Ent­schei­dung in Brüs­sel hat Frank­reich ein natio­na­les Ver­bot von Gly­pho­sat ange­kün­digt. Ein sol­ches Ver­bot ist auch in Deutsch­land mög­lich! Schrei­ben Sie jetzt an den SPD-Vor­sit­zen­den Mar­tin Schulz und for­dern Sie ihn auf, ein Gly­pho­sat-Ver­bot bei den anste­hen­den Koali­ti­ons­ge­sprä­chen zur Bedin­gung zu machen!food­watch-Akti­on vom 29.11.2017 zum Mit­zeich­nen externer Link
  • Gly­pho­sat: EU-Aus­schuss stimmt für Lizenz­ver­län­ge­rung um 5 Jah­re. Der deut­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt (CSU) sorgt dies­mal für die “qua­li­fi­zier­te Mehr­heit” 
    Nach zwei ver­geb­li­chen Anläu­fen im Okto­ber und Anfang Novem­ber gab es im zustän­di­gen Aus­schuss der EU-Kom­mis­si­on heu­te eine qua­li­fi­zier­te Mehr­heit für die Ver­län­ge­rung der Zulas­sung des Her­bi­zid-Wirk­stof­fes Gly­pho­sat um fünf Jah­re. 18 der 28 EU-Län­der stimm­ten dafür. Sie reprä­sen­tie­ren 65,71 Pro­zent der euro­päi­schen Bevöl­ke­rung. Für eine qua­li­fi­zier­te Mehr­heit waren 55 Pro­zent der Staa­ten nötig, die 65 % der Bevöl­ke­rung reprä­sen­tie­ren. Die Abstim­mung fiel also knapp aus. Den Unter­schied mach­te Deutsch­land, des­sen Ver­tre­ter sich dies­mal anders als bei den bei­den vor­he­ri­gen Abstim­mun­gen nicht der Stim­me ent­hielt, son­dern für die Zulas­sung votier­te. Dahin­ter steckt ein klei­nes Poli­ti­kum. Es war näm­lich der CSU-Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt, der gegen die Auf­fas­sung der SPD-Umwelt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks mit Ja stimm­te. (…) Die Abstim­mung fiel also knapp aus. Den Unter­schied mach­te Deutsch­land, des­sen Ver­tre­ter sich dies­mal anders als bei den bei­den vor­he­ri­gen Abstim­mun­gen nicht der Stim­me ent­hielt, son­dern für die Zulas­sung votier­te. Dahin­ter steckt ein klei­nes Poli­ti­kum. Es war näm­lich der CSU-Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt, der gegen die Auf­fas­sung der SPD-Umwelt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks mit Ja stimm­te. (…) Die Aus­ein­an­der­set­zung über die toxi­sche Wir­kung des Pes­ti­zid das ande­re gro­ße Poli­ti­kum. Sie wird sehr hit­zig geführt, wie ein “Glau­bens­krieg”…” Bei­trag von Tho­mas Pany vom 27. Novem­ber 2017 bei tele­po­lis externer Link
  • Umstrit­te­ner Pflan­zen­schutz: Mon­s­an­to droht mit Scha­den­er­satz­kla­ge 
    Die Gly­pho­sat-Indus­trie erhöht im Streit um das Unkraut­ver­nich­tungs­mit­tel den Druck auf die EU-Kom­mis­si­on und kün­digt recht­li­che Schrit­te an. In Deutsch­land setzt die Bran­che mit Gly­pho­sat bis zu 90 Mil­lio­nen Euro Jahr um. (…) Unter Juris­ten wer­den Scha­den­er­satz­an­sprü­che von bis zu 15 Mil­li­ar­den Euro für mög­lich gehal­ten. Dies ent­spricht etwa dem Bei­trag, den Deutsch­land als größ­ter Net­to­zah­ler zum Haus­halt der EU im Jahr bei­steu­ert. Das ent­schei­den­de Kri­te­ri­um für die Höhe der Scha­den­er­satz­for­de­run­gen sei­en die Umsatz­aus­fäl­le bei einer Nicht-Ver­län­ge­rung der Zulas­sung von Gly­pho­sat, sagen Juris­ten…” Arti­kel von Mar­kus Grabitz vom 10. Novem­ber 2017 bei den Stutt­gar­ter Nach­rich­ten online externer Link
  • Gly­pho­sat: Nur die Spit­ze des Eis­bergs
    “Der Skan­dal um das Pes­ti­zid Gly­pho­sat ver­tieft eine seit lan­gem bestehen­de Ver­trau­ens­kri­se in das euro­päi­sche Sys­tem der Bewer­tung von Gesund­heits- und Umwelt­ri­si­ken. »Wahr­schein­lich krebs­er­re­gend« sei das Pflan­zen­schutz­mit­tel Gly­pho­sat. Das war im März 2015 das Ergeb­nis der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO), genau­er, ihrer Krebs­for­schungs­agen­tur, der Inter­na­tio­nal Agen­cy for Rese­arch on Can­cer (IARC). Ein hal­bes Jahr spä­ter, im Novem­ber 2015, wur­de das „wahr­schein­lich“ plötz­lich zu einem »unwahr­schein­lich«. Zumin­dest, wenn man der Euro­päi­schen Behör­de für Lebens­mit­tel­si­cher­heit (EFSA) glaub­te. Zwei Jah­re spä­ter, im März 2017, erschien ein neu­es Gut­ach­ten. Dies­mal von der Euro­päi­schen Agen­tur für che­mi­sche Pro­duk­te (ECHA). Auch sie kam zur Erkennt­nis, dass Gly­pho­sat nicht krebs­er­re­gend oder muta­gen sei. Seit kur­zem nun glaubt man der EFSA und der ECHA gar nichts mehr. Das liegt an unab­hän­gi­gen Exper­ten, die vor einem gemein­sa­men Umwelt- und Agrar­aus­schuss des Euro­pa­par­la­men­tes zu Gly­pho­sat-Stu­di­en ange­hört wur­den. Die Exper­ten stell­ten klar, dass die zustän­di­gen EU-Behör­den EFSA und ECHA ihre Gut­ach­ten in wei­ten Tei­len vom Agrar­kon­zern Mon­s­an­to abge­schrie­ben haben. Ein Skan­dal, der in der EU nur die Spit­ze des Eis­ber­ges sein dürf­te…” Bei­trag von Jean Feyder vom 25. Okto­ber 2017 bei Makro­skop externer Link
  • Gly­pho­sat am Ende? – EU-Umwelt­aus­schuss stimmt für Ende der Zulas­sung – Peti­ti­on erreicht 80.000 Unter­schrif­ten
    soeben hat der Umwelt­aus­schuss des Euro­pa­par­la­ments mit gro­ßer Mehr­heit (39 Ja-Stim­men, 9 Gegen­stim­men und 10 Ent­hal­tun­gen) gegen die Ver­län­ge­rung der Zulas­sung des umstrit­te­nen Pflan­zen­ver­nich­tungs­mit­tels Gly­pho­sat gestimmt…” Mel­dung vom 19. Okto­ber 2017 von und bei Sven Gie­gold externer Link
  • 2 Peti­tio­nen vor der Bera­tung über die Ver­län­ge­rung der Zulas­sung von Gly­pho­sat am 25. Okto­ber durch Ver­tre­ter der euro­päi­schen Regie­run­gen in Brüs­sel 
    • Stoppt die Ver­län­ge­rung der Zulas­sung von Gly­pho­sat!
      Peti­ti­on an Bun­des­re­gie­rung von Sven Gie­gold & Mar­tin Häus­ling bei chan­ge externer Link
    • Frau Mer­kel, sagen Sie Nein zu Gly­pho­sat!
      “… die­se Geschich­te macht uns fas­sungs­los: Das deut­sche Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung (BfR) soll bei sei­ner Bewer­tung des Unkraut­ver­nich­tungs­mit­tels Gly­pho­sat gan­ze Text­pas­sa­gen aus Stu­di­en des Che­mie­kon­zerns Mon­s­an­to kopiert haben! Das hat eine Ana­ly­se der Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on Glo­bal 2000 erge­ben. Das BfR sieht dar­in kein Pro­blem: Tex­te aus Stu­di­en der Antrags­stel­ler zu über­neh­men, das sei “üblich”. (…) Wir fin­den: Deutsch­land soll­te nicht den Che­mie-Kon­zer­nen nach dem Mund reden, son­dern sich für das im EU-Recht ver­an­ker­te Vor­sor­ge­prin­zip stark machen. Solan­ge es begrün­de­te Zwei­fel an der Unschäd­lich­keit von Gly­pho­sat gibt, muss die Bun­des­re­gie­rung gegen eine wei­te­re Zulas­sung von Gly­pho­sat stim­men! Es sind nur noch weni­ge Tage bis zur wich­ti­gen Abstim­mung der EU-Staa­ten in Brüs­sel. Unter­schrei­ben Sie jetzt unse­ren Eil-Appell an Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel!” Erin­ne­rung von food­watch vom 13.10.2017 an die eige­ne Peti­ti­on externer Link
  • Geheim­nis­krä­me­rei um Gly­pho­sat. »Die Akte Gly­pho­sat« unter­sucht den Streit um Gly­pho­sat-Stu­di­en
    Bis Ende 2017 gilt für Gly­pho­sat eine Schon­frist in Euro­pa. Viel­leicht auch eine Gal­gen­frist, denn die Kri­tik an einer wei­te­ren Zulas­sung des Total­her­bi­zids wird erneut lau­ter. Aktu­ell sor­gen die »Mon­s­an­to-Papers« auch in Euro­pa für Furo­re: Unter­la­gen aus Gerichts­pro­zes­sen in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten über Mon­s­an­tos Ein­fluss­nah­me auf behörd­li­che Zulas­sun­gen des inzwi­schen welt­weit am häu­figs­ten ein­ge­setz­ten Pes­ti­zids. Da kommt das Buch »Die Akte Gly­pho­sat« gera­de zur rich­ti­gen Zeit. Der Pes­ti­zid­ex­per­te der Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on GLOBAL 2000, Hel­mut Burt­s­cher-Scha­den, unter­sucht dar­in die Geschich­te der Zulas­sungs­ver­fah­ren seit 1973 in den USA und das Wie­der­zu­las­sungs­ver­fah­ren in Euro­pa seit 2012. Unter­stützt durch den Zugang zu Behör­den­un­ter­la­gen in den USA ana­ly­siert er die Ein­fluss­nah­me des US-Saat­gut­kon­zerns seit den Anfän­gen…” Bespre­chung von Haidy Damm vom 18.10.2017 beim ND online externer Link
  • Bun­des­re­gie­rung will Gly­pho­sat-Ein­satz ret­ten. Das deut­sche Agrar­mi­nis­te­ri­um ver­han­delt über einen Kom­pro­miss: Das Gift soll noch wei­te­re zwei bis drei Jah­re zuge­las­sen wer­den.
    Ber­lin arbei­tet an einem Plan B, um die wei­te­re Ver­wen­dung des umstrit­te­nen Wirk­stoffs Gly­pho­sat auf Äckern EU-weit sicher zu stel­len. Nach Tages­spie­gel-Infor­ma­tio­nen will Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt (CSU) durch­set­zen, dass der Wirk­stoff, des­sen Zulas­sung am 15. Dezem­ber aus­läuft, auf EU-Ebe­ne für wei­te­re zwei bis drei Jah­re eine Geneh­mi­gung erhält. Wie zu hören ist, ver­han­delt das Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um mit den bei­den SPD-geführ­ten Bun­des­mi­nis­te­ri­en für Wirt­schaft sowie Umwelt. Auch die Grü­nen, die dem­nächst Son­die­rungs­ge­sprä­che über die Bil­dung der Bun­des­re­gie­rung füh­ren und als Anwär­ter für das Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums gel­ten, sind in die­se Gesprä­che ein­ge­bun­den…” Arti­kel von Mar­kus Grabitz vom 17.10.2017 beim Tages­spie­gel online externer Link
  • Gly­pho­sat: Die Metho­de Mon­s­an­to
    Der Kon­zern ist über­aus talen­tiert dar­in, Miss­trau­en gegen sich und gegen den Pflan­zen­ver­nich­ter zu pro­du­zie­ren. Seit mehr als zwei Jah­ren wird in der EU um den Unkraut­ver­nich­ter Gly­pho­sat gerun­gen. So lang­sam läuft der Kom­mis­si­on die Zeit davon. Bis Jah­res­en­de muss sie mit den Mit­glieds­län­dern ent­schei­den, ob das Mit­tel zuge­las­sen bleibt oder ver­bo­ten wird. Doch das wird zuse­hends schwie­ri­ger. Immer mehr Details sickern durch, die das Prüf­ver­fah­ren infra­ge stel­len. (…) Völ­lig inak­zep­ta­bel ist es, dass Mon­s­an­to am Mitt­woch nicht zu einer Anhö­rung im Euro­päi­schen Par­la­ment erschie­nen ist, trotz Ein­la­dung. Gelingt es dem Kon­zern nicht, die Vor­be­hal­te gegen den Pflan­zen­ver­nich­ter aus­zu­räu­men, dann muss die­ser kon­se­quen­ter­wei­se ver­bo­ten wer­den.” Arti­kel von Sil­via Liebrich vom 11. Okto­ber 2017 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Gly­pho­sat: Die Gefähr­lich­keit bestimmt Mon­s­an­to
    “Das ent­schei­den­de Gut­ach­ten für die wei­te­re Zulas­sung des Pflan­zen­schutz­mit­tels Gly­pho­sat stammt aus der Feder des Bun­des­in­sti­tuts für Risi­ko­be­wer­tung. Die Pas­sa­gen zur Gefähr­lich­keit des Her­bi­zids hat die Behör­de ein­fach vom Her­stel­ler Mon­s­an­to über­nom­men. Die deut­sche Spra­che hält für den Umgang deut­scher und euro­päi­scher Lebens­mit­tel­si­cher­heits­be­hör­den mit dem Acker­gift Gly­pho­sat eine tref­fen­de Rede­wen­dun­gen bereit: Man hat den Bock zum Gärt­ner gemacht. Zur Klä­rung der Fra­ge, ob das Pflan­zen­schutz­mit­tel in der EU für wei­te­re zehn Jah­re zuge­las­sen wer­den soll, hat sich das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung (BfR) näm­lich vor allem einer Quel­le bedient: den Gly­pho­sat-Her­stel­ler Mon­s­an­to. Sei­ten­wei­se hat das BfR Text­pas­sa­gen kopiert und hat dabei gera­de auch beson­ders heik­le Bewer­tun­gen des Her­stel­lers ein­fach über­nom­men. So hat­te Mon­s­an­to im Gly­pho­sat-Zulas­sungs­ver­fah­ren Stu­di­en, die Krebs erre­gen­de und Erb­gut schä­di­gen­de Wir­kun­gen des glo­bal ein­ge­setz­ten Her­bi­zids nahe leg­ten, durch­weg als irrele­vant qua­li­fi­ziert. Die­se und ande­re Text­pas­sa­gen wur­den wört­lich von der BfR über­nom­men, wie aus Unter­la­gen her­vor­geht, die der FR vor­lie­gen. Der ange­sichts des­sen wenig über­ra­schen­de Tenor der BfR-Stel­lung­nah­me lau­te­te: Gly­pho­sat sei bei sach­ge­mä­ßer Anwen­dung unge­fähr­lich…” Bei­trag von Ste­fan Sau­er vom 19. Sep­tem­ber 2017 bei der Frank­fur­ter Rund­schau externer Link. Sie­he auch:
    • Der Skan­dal, der kei­ner sein darf
      Die euro­päi­schen Medi­en sind voll davon. Doch in Brüs­sel und Ber­lin wird der neue Skan­dal um das Unkraut­ver­nich­tungs­mit­tel Gly­pho­sat und den Mon­s­an­to-Kon­zern glatt geleug­net. “Gly­pho­sat: Der EU-Exper­ten­be­richt ist vol­ler Copy-and-Pas­te-Ver­satz­stü­cke von Mon­s­an­to”, titelt “Le Mon­de”. “Die Vor­wür­fe sind genau­so alt wie falsch”, kon­tert die EU-Kom­mis­si­on. Wor­um geht es? Um rund 100 der 4.300 Sei­ten des Schluss­be­richts der euro­päi­schen Agen­tur EFSA aus dem Jahr 2015, und zwar aus­ge­rech­net um die umstrit­tens­ten Kapi­tel. Die EFSA mit Sitz im ita­lie­ni­schen Par­ma hat­te sich vor zwei Jah­ren für eine Ver­län­ge­rung der Zulas­sung von Gly­pho­sat aus­ge­spro­chen – dem will die EU-Kom­mis­si­on dem­nächst fol­gen. Doch nun kommt her­aus, dass Schlüs­sel­pas­sa­gen der angeb­lich unab­hän­gi­gen “Exper­ti­se” bei Mon­s­an­to kopiert wur­den…” Bei­trag vom 18. Sep­tem­ber 2017 von und bei Eric Bon­se externer Link
  • “Töd­li­che Agri Kul­tur – Wie Mon­s­an­to die Welt ver­gif­tet”
    Seit 20 Jah­ren wer­den in Argen­ti­ni­en rie­si­ge Flä­chen mit gen­tech­nisch ver­än­der­ter Soja bepflanzt. In Mono­kul­tur. Anfangs war das für die Land­wir­te, die Saat­gut­ver­käu­fer und die Che­mie-Kon­zer­ne ein Freu­den­fest. Allen vor­an: Mon­s­an­to. Heu­te ist das Modell Mon­s­an­to geschei­tert. Nicht für die Invest­ment­fonds, aber für die Land­wir­te vor Ort und für die Ver­brau­cher in den Städ­ten. 20 Mil­lio­nen Hekt­ar Land wer­den mit Her­bi­zi­den, Insek­ti­zi­den, Fun­gi­zi­den und künst­li­chem Dün­ger über­flu­tet. Die Fol­ge sind Über­schwem­mun­gen rie­si­ger Lan­des­tei­le. Staat­li­che Kon­trol­len sind nicht vor­han­den. Argen­ti­ni­en hält den welt­wei­ten Rekord, was den Ver­brauch an Gly­pho­sat angeht. Was die Lebens­mit­tel­in­dus­trie von die­sen Fel­dern in die Super­märk­te bringt und expor­tiert, ist gif­tig. Aber es gibt Alter­na­ti­ven zu die­ser töd­li­chen Agri-Kul­tur.” Doku­men­tar­film von Gaby Weber bei you­tube externer Link

Der Bei­trag Der Kampf gegen Gly­pho­sat als Teil des Kamp­fes gegen Mon­s­an­to erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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