[labournet:] [NGG] Corona-Krise im Gastgewerbe: Einkommen durch tarifliche Vereinbarungen absichern

Dossier

Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im Shitstorm“Die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) begrüßt, dass die Bun­des­re­gie­rung den Zugang zu Kurz­ar­beit erleich­tert hat. Das wird aller­dings nicht aus­rei­chen, um Arbeits­plät­ze und Ein­kom­men der Beschäf­tig­ten im beson­ders stark von der Coro­na-Kri­se betrof­fe­nen Gast­ge­wer­be zu sichern“, hat der NGG-Vor­sit­zen­de Gui­do Zeit­ler gesagt und die Arbeit­ge­ber zu tarif­li­chen Lösun­gen auf­ge­for­dert. „Das Gast­ge­wer­be trifft die Coro­na-Kri­se beson­ders schnell und mit gan­zer Här­te. Es ist des­halb rich­tig und wich­tig, dass der Staat hier schnell hilft. Wäh­rend Arbeit­ge­ber von allen Sozi­al­ver­si­che­rungs­kos­ten befreit wer­den, müs­sen die Beschäf­tig­ten Ein­kom­mens­ver­lus­te von bis zu 40 Pro­zent hin­neh­men.“ Die Gewerk­schaft NGG erwar­te von den Arbeit­ge­bern und dem Deut­schen Hotel- und Gast­stät­ten­ver­band (Deho­ga), dass sie im Fall von Kurz­ar­beit Ver­ant­wor­tung über­neh­men und auch den im Gast­ge­wer­be Beschäf­tig­ten hel­fen, durch die Kri­se zu kom­men. Vom Kurz­ar­bei­ter­geld allein kön­nen Restau­rant- und Hotel­fach­leu­te oder Köchin­nen mit einem Ein­kom­men von durch­schnitt­lich 2.000 Euro brut­to nicht leben. „Wir brau­chen eine tarif­li­che Lösung, die die Auf­sto­ckung des Kurz­ar­bei­ter­gel­des durch die Arbeit­ge­ber ver­bind­lich für die gan­ze Bran­che regelt. Nicht nur die Arbeit­ge­ber, auch die Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer brau­chen einen Coro­na-Schutz­schirm. Es gibt eine Zeit nach der Kri­se. Die Arbeit­ge­ber sind gut bera­ten, alles zu tun, ihre Beschäf­tig­ten zu hal­ten und nicht auf die Stra­ße zu set­zen“, so Zeit­ler.“ NGG-Pres­se­mit­tei­lung vom 16.03.2020 externer Link und dazu:

  • [Ber­lin] Bars und Knei­pen in Coro­na-Kri­se: Zur Exis­tenz­angst gesellt sich die Wut New
    “… Die Ber­li­ner Pan­de­mie-Regeln schrän­ken die Zahl der zuge­las­se­nen Kun­den im Innen­be­reich dras­tisch ein. Zudem müs­sen die Läden um 23 Uhr schlie­ßen. (…) “Die ver­su­chen, die Gas­tro­no­mie platt­zu­ma­chen”, befürch­tet Rau, der nicht nach­voll­zie­hen kann, war­um der Ber­li­ner Senat aus­ge­rech­net die ein­zi­gen Orte ein­schränkt, an denen das Aus­geh-Gesche­hen geord­net statt­fin­de – mit Abstands­kon­trol­len, Hygie­ne­maß­nah­men, Lüf­tungs­an­la­gen und Adress­lis­ten aller Kun­den. “Statt­des­sen spült die Sperr­stun­de Punkt elf alle Men­schen gleich­zei­tig auf die Stra­ße, die dann mit Geträn­ken aus dem Spä­ti nicht zu kon­trol­lie­ren­de Pri­vat­par­tys in ihren Woh­nun­gen fei­ern”, schimpft Rau. (…) Für die von Gesund­heits­se­na­to­rin Dilek Kalay­ci ver­häng­te Sperr­stun­de und das Alko­hol­aus­schank­ver­bot ab 23 Uhr haben vie­le Gas­tro­no­men kein Ver­ständ­nis. 23 von ihnen haben erfolg­reich gegen den Schließ­zwang geklagt, wei­te­re Kla­gen lau­fen externer Link. Wer gewinnt, darf län­ger öff­nen – muss dann aber mit Kon­trol­len rech­nen, die den sieg­rei­chen Wir­ten wie eine per­sön­li­che Bestra­fung des Senats externer Link vor­kom­men. (…) Der Senat macht kei­nen Hehl dar­aus, dass er die Maß­nah­men auch wegen der gar nicht so weni­gen Gas­tro-Unter­neh­mer ergreift, die auf Vor­ga­ben pfei­fen. “Die neh­men eine gan­ze Bran­che in Sip­pen­haft für die schwar­zen Scha­fe”, sagt Rau und for­dert mehr Kon­trol­len sowie Ord­nungs­gel­der, die den Regel­bre­chern wirk­lich weh­tun. In den ver­gan­ge­nen Mona­ten habe es der Senat aber ver­säumt, eine Stra­te­gie zu ent­wi­ckeln. Nun wür­den aus Bequem­lich­keit alle Läden drang­sa­liert. Aber: “Pro­hi­bi­ti­on hat noch nie funk­tio­niert”, gibt Rau zu beden­ken, wes­halb er Alko­hol­kon­sum unter Auf­sicht der Wir­te für den klü­ge­ren Weg hält. (…) Die bis­her sehr hete­ro­ge­ne Sze­ne von Ein­zel­kämp­fern habe zumin­dest gelernt, sich mehr zusam­men zu tun, sagt Báro Fernán­dez. “Wir haben kei­ne Lob­by.” Gast­stät­ten und Hotels sei­en da orga­ni­sier­ter und auch enga­gier­ter. Die Bar­be­trei­ber fan­gen dage­gen jetzt erst an, sich zu ver­net­zen – im Deho­ga oder der Deut­schen Bar­kee­per Uni­on. Die Wir­te wol­len sich zudem an der von der Ver­an­stal­tungs­bran­che orga­ni­sier­ten Pro­test­ak­ti­on “Alarm­stu­fe Rot” betei­li­gen. Die will am 28. Okto­ber wie­der durch Ber­lin zie­hen, um bei der Poli­tik mehr Unter­stüt­zung ein­zu­for­dern. So soll ein gro­ßes Bar-Ster­ben doch noch ver­hin­dert wer­den. Denn das wäre, fin­det Rau, ein “Super-Gau” – auch für Ber­lin, das so sehr von sei­nem Nacht­le­ben pro­fi­tiert.“ Bei­trag von Sebas­ti­an Huld vom 24.10.2020 bei ntv externer Link, sie­he dazu Alarm­st­ufeRot – Kunst ist sys­tem­re­le­vant: Deutsch­lands sechst­größ­ter Wirt­schafts­zweig steht vor dem Kol­laps
  • Kei­ne guten Zukunfts­aus­sich­ten für die Beschäf­tig­ten in den Gas­tro­no­mie­un­ter­neh­men 
    “… Heu­te spürt die Gas­tro­no­mie­bran­che die Aus­wir­kun­gen der glo­ba­len Wirt­schafts­kri­se in Ver­bin­dung mit der in Deutsch­land flä­chen­de­ckend staat­lich ange­ord­ne­ten Betriebs­schlie­ßun­gen und ‑ein­schrän­kun­gen infol­ge der Coro­na-Kri­se in Form von mas­si­ven wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen bis hin zur Exis­tenz­ver­nich­tung. Der Deut­sche Hotel­ und Gast­stät­ten­ver­band e.V. (DEHOGA) prüft der­zeit ob Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che gel­tend gemacht wer­den kön­nen. Da ist er wie­der, der Ruf nach öffent­li­chen Gel­dern, aus­ge­sandt von einer Bran­che, die hin­rei­chend schon staat­lich sub­ven­tio­niert wird. Seit 2 Jahr­zehn­ten wird dort fast nur noch mit Mini-Jobs gear­bei­tet, bei einem Ver­dienst, von dem die Men­schen nicht leben kön­nen und Arbeits­lo­sen­geld II von den Job­cen­tern bean­tra­gen müs­sen. So sind rund 1 Mil­li­ar­de Euro als staat­li­cher Lohn­zu­schuss im ver­gan­gen Jahr in den Gas­tro­no­mie­be­reich geflos­sen. Vor die­sem Hin­ter­grund lässt sich für die Beschäf­tig­ten nichts Gutes vor­her­sa­gen. Im Fol­gen­den soll die kon­kre­te Lebens- und Arbeits­si­tua­ti­on der Beschäf­tig­ten im Gas­tro­no­mie­be­reich beleuch­tet wer­den. Der Gas­tro­no­mie­be­reich wird unter­teilt in Beher­ber­gungs­ge­wer­be, Gast­stät­ten­ge­wer­be, Cate­rer und Erbrin­ger sons­ti­ger Ver­pfle­gungs­dienst­leis­tun­gen. Ins­ge­samt gab es im Jahr 2019 laut dem Deut­schen Hotel- und Gast­stät­ten­ver­band (DEHOGA) 222.789 umsatz­steu­er­pflich­ti­ge Unter­neh­men, die 93,6 Mil­li­ar­den Euro Jah­res­um­satz hat­ten. Im Gast­ge­wer­be arbei­te­ten im glei­chen Jahr 2.347.000 Beschäf­tig­te und 51.076 jun­ge Men­schen wur­den aus­ge­bil­det. Der Deut­sche Hotel­ und Gast­stät­ten­ver­band e.V. (DEHOGA) ist der Unter­neh­mer- und Arbeit­ge­ber­ver­band des Gast­ge­wer­bes in Deutsch­land. Nach eige­nen Anga­ben ist es Ziel der DEHOGA, die Rah­men­be­din­gun­gen für die Unter­neh­men der Bran­che zu ver­bes­sern, wobei er sich in den letz­ten Jah­ren vor allem durch sein rup­pi­ges Vor­ge­hen gegen­über den Beschäf­tig­ten her­vor­tat. Die Ein­füh­rung des gesetz­li­chen Min­dest­lohns wur­de von dem Ver­band hef­tig bekämpft, in dem ein Hor­ror­sze­na­rio für die Bran­che an die Wand gemalt wur­de, mit rie­si­gen Kos­ten­stei­ge­run­gen, wel­che zu Arbeits­platz­ver­lus­ten oder gar Betriebs­schlie­ßun­gen füh­ren wür­den. Der DEHOGA hat­te eine Unter­neh­mens­po­li­tik geför­dert, die zu einer star­ken Fluk­tua­ti­on inner­halb der Beleg­schaf­ten führ­te. Die­se Poli­tik fällt ihnen heu­te auf die Füße. Nach dem Mot­to „Wenn es dir hier nicht passt, geh doch woan­ders hin“, sind die Fach­kräf­te abge­wan­dert und nun wird hän­de­rin­gend nach bil­li­gem Arbeits­kräf­teer­satz gesucht. (…) Die Gewerk­schaft für Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) ist die größ­te agie­ren­de Gewerk­schaft in der Bran­che, bun­des­weit hat­te sie Ende 2019 noch 197.791 Mit­glie­der, was einen Anteil von rund 3,0 Pro­zent der Gesamt­mit­glie­der­an­zahl der DGB-Gewerk­schaf­ten dar­stellt. Ihr Ein­fluss ist ent­spre­chend begrenzt, was zum Teil auch in einer star­ken Fluk­tua­ti­on des Per­so­nals in den klei­nen Betrie­ben begrün­det liegt. (…) Die Arbeit im Gas­tro­no­mie­be­reich scheint für Außen­ste­hen­de eine ziem­lich locke­re Ange­le­gen­heit für die immer freund­li­chen und sport­li­chen Beschäf­tig­ten zu sein. Doch schaut man hin­ter die Kulis­sen, kommt ein ganz ande­res Bild zuta­ge…“ Bei­trag vom 13.6.2020 beim Gewerk­schafts­fo­rum externer Link
  • Nach dem Schock. Im Gast­ge­wer­be sind die Gehäl­ter auch ohne Kurz­ar­beit nied­rig. For­scher nen­nen Stra­te­gien für anstän­di­ge Löh­ne 
    Der Gewerk­schaf­ter Chris­toph Schink nennt die Lage »dra­ma­tisch«. Die Geschäfts­füh­re­rin des Arbeit­ge­ber­ver­bands Deho­ga spricht von »ver­hee­ren­den Aus­wir­kun­gen der Coro­na­kri­se« fürs Gast­ge­wer­be: »Die aller­meis­ten Betrie­be kämp­fen um ihre nack­te Exis­tenz«, sagt San­dra War­den. Hotels, Restau­rants und Cafés haben im März und April für 1,05 Mil­lio­nen Beschäf­tig­te Kurz­ar­beit ange­mel­det – das heißt: für fast alle der 1,1 Mil­lio­nen Men­schen, die in der Bran­che einen sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Job haben. War­den geht davon aus, dass ein »hoher Anteil« tat­säch­lich in Kurz­ar­beit ist, genaue Daten lie­gen noch nicht vor. Die eine Mil­li­on Mini­job­ber, die vor der Kri­se eben­falls im Gast­ge­wer­be tätig waren, haben kei­nen Anspruch auf Kurz­ar­bei­ter­geld, weil sie nicht arbeits­lo­sen­ver­si­chert sind. Vie­le haben ihre Stel­le ver­lo­ren, bereits im März gab es in der Bran­che elf Pro­zent weni­ger Mini­jobs als im Vor­jahr. Im Gast­ge­wer­be ist die Situa­ti­on auch des­halb dra­ma­tisch, weil der Anteil der Nied­rig­lohn-Beschäf­tig­ten mit 57 Pro­zent so hoch ist wie in kei­ner ande­ren Bran­che. Das Monats­ge­halt von Fach­kräf­ten liegt um 1200 Euro nied­ri­ger als im bun­des­wei­ten Durch­schnitt. Jetzt haben vie­le noch weni­ger Geld. Chris­toph Schink, der bei der Gewerk­schaft Nah­rung, Genuss, Gast­stät­ten (NGG) fürs Gast­ge­wer­be zustän­dig ist, nennt ein Bei­spiel: Eine Köchin in Ber­lin erhält knapp 2200 Euro brut­to, sofern sie nach Tarif bezahlt wird und eine vol­le Stel­le hat. Wenn sie kei­ne Kin­der hat und auf Kurz­ar­beit Null gesetzt wird, blei­ben ihr net­to 918 Euro. Vie­le haben gerin­ge­re Ansprü­che, denn die Hälf­te der regu­lär Beschäf­tig­ten arbei­tet Teil­zeit. (…) Fran­zö­si­sche Ver­hält­nis­se: In Gast­ge­wer­be in Bre­men ist der Tarif­ver­trag all­ge­mein­ver­bind­lich: Alle Bre­mer Hotels und Gast­stät­ten müs­sen die Beschäf­tig­ten nach Tarif bezah­len. Das ist hier­zu­lan­de die Aus­nah­me. Oft leh­nen es Arbeit­ge­ber­ver­bän­de ab, einen Tarif­ver­trag auf eine gan­ze Bran­che aus­zu­wei­ten. »Der Staat muss mas­si­ver vor­ge­hen«, sagt Bosch. Er ver­weist auf Frank­reich, wo die meis­ten Tarif­ver­trä­ge all­ge­mein­ver­bind­lich sind, und die meis­ten Arbeit­ge­ber befür­wor­te­ten dies. Ähn­li­ches gel­te für die Nie­der­lan­de und Bel­gi­en. War­um soll­ten sich deut­sche Fir­men nicht auch mit die­ser Rege­lung anfreun­den, wenn sie erst mal durch­ge­setzt ist?…” Arti­kel von Eva Roth vom 06.06.2020 im ND online externer Link
  • NGG zu Wie­der­eröff­nung von Restau­rants und Co.: „Die Minis­ter­prä­si­den­ten tra­gen jetzt die Ver­ant­wor­tung.“ 
    “Die Minis­ter­prä­si­den­tin­nen und Minis­ter­prä­si­den­ten haben die Wie­der­eröff­nung des Gast­ge­wer­bes durch­ge­setzt und tra­gen jetzt die Ver­ant­wor­tung, dass dabei in ihren Län­dern nichts schief­geht: Es ist für die Men­schen und für die Betrie­be lebens­wich­tig, dass ihre Öff­nungs­kon­zep­te grei­fen“, so Fred­dy Adjan, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG). Ins­be­son­de­re, was die Kon­trol­le der ver­schie­de­nen Hygie­ne- und Sicher­heits­maß­nah­men ange­he, müs­se „akri­bisch geplant“ wer­den: „Wachs­wei­che Absichts­er­klä­run­gen rei­chen nicht aus, es braucht exak­te Pla­nun­gen, wer, wann und wie die Vor­ga­ben in den Restau­rants, Hotels und Bier­gär­ten kon­trol­liert.“ Dafür müss­ten die zustän­di­gen Behör­den mit den nöti­gen per­so­nel­len Res­sour­cen aus­ge­stat­tet wer­den, so Adjan. „Die Gäs­te müs­sen dar­auf ver­trau­en kön­nen, dass ihre Gesund­heit best­mög­lich geschützt wird. Dazu gehört die Gewiss­heit, dass die Betrie­be kon­trol­liert wer­den. In Betrie­ben, wo der Schutz von Gäs­ten und Beschäf­tig­ten nicht sicht­bar obers­te Prio­ri­tät hat, wird der Neu­start schnell zur tota­len Bruch­lan­dung.“ Aus Sicht der Beschäf­tig­ten im Gast­ge­wer­be sei die bal­di­ge Wie­der­eröff­nung zu begrü­ßen: „Die Leu­te wol­len ihr nor­ma­les Leben zurück und end­lich wie­der ihrem Beruf nach­ge­hen – für vie­le ist die Arbeit im Gast­ge­wer­be weit mehr als nur ein Job. Und mit dem Kurz­ar­bei­ter­geld kom­men die meis­ten nicht über die Run­den.“ NGG-Pres­se­mit­tei­lung vom 07.05.2020 externer Link zum NGG-Posi­ti­ons­pa­pier externer Link zum Gesund­heits­schutz und für eine mög­li­che Öff­nung der Betrie­be im Gast­ge­wer­be
  • NGG zu Coro­na im Gast­ge­wer­be: Mehr­wert­steu­er aus­set­zen – Neu­start ermög­li­chen! 
    Das Gast­ge­wer­be gehört zu den Bran­chen, die beson­ders früh und beson­ders hart von den Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie getrof­fen wur­den. Vie­le Ver­an­stal­tun­gen und Mes­sen wur­den ersatz­los gestri­chen. In der Bran­che sind die wirt­schaft­li­chen Fol­gen auch des­halb beson­ders gra­vie­rend, weil die auf Grund von Betriebs­schlie­ßun­gen und Aus­gangs­be­schrän­kun­gen ver­lo­re­nen Umsät­ze nicht oder kaum zu einem spä­te­ren Zeit­punkt nach­ge­holt wer­den kön­nen. Ein geeig­ne­ter Weg, um Gas­tro­no­mie und Hotel­le­rie einen kraft­vol­len Neu­start zu ermög­li­chen, ist eine zeit­wei­li­ge Aus­set­zung der Mehr­wert­steu­er. (…) “Das zeit­wei­li­ge voll­stän­di­ge Aus­set­zen der Mehr­wert­steu­er, so wie es das IMK* vor­schlägt, kann ein schnel­ler und unbü­ro­kra­ti­scher Weg sein, dem Gast­ge­wer­be in einer außer­ge­wöhn­li­chen Situa­ti­on den ‘Neu­start’ zu erleich­tern. Aller­dings ist es zwin­gend erfor­der­lich, dass dies nur für einen begrenz­ten Zeit­raum von sechs Mona­ten, höchs­tens aber bis Ende 2020 prak­ti­ziert wird. Es muss dabei sicher­ge­stellt sein, dass auch die Beschäf­tig­ten, zum Bei­spiel durch Auf­sto­ckung des Kurz­ar­bei­ter­gel­des, davon pro­fi­tie­ren. Steu­er­li­che Maß­nah­men müs­sen genau nur auf die­sen Zweck des ‘Neu­starts’ begrenzt sein. Die Mehr­wert­steu­er ist essen­ti­ell zur Finan­zie­rung staat­li­cher Leis­tun­gen und Beschäf­tig­te im Gast­ge­wer­be sind auf einen leis­tungs­fä­hi­gen Staat ange­wie­sen.” Gesund­heits­schutz hat höchs­te Prio­ri­tät! Grund­sätz­lich habe die Gesund­heit der Beschäf­tig­ten höchs­te Prio­ri­tät. Zeit­ler: “Wenn nach Bewer­tung der Bun­des­re­gie­rung und der Minis­ter­prä­si­den­ten die Kon­takt­be­schrän­kun­gen gelo­ckert und Ein­rich­tun­gen des Gast­ge­wer­bes wie­der geöff­net wer­den, muss der Gesund­heits­schutz der Beschäf­tig­ten und der Gäs­te an ers­ter Stel­le ste­hen. Dazu gehört, dass zum Bei­spiel in Restau­rants, auch wenn es schwie­rig ist, die Abstän­de oder ande­re gefor­der­te Hygie­ne- und Schutz­maß­nah­men ein­ge­hal­ten wer­den. Hier sind Krea­ti­vi­tät und auch neue Kon­zep­te nötig, denn das Gast­ge­wer­be ist immer ein Ort des Erle­bens und der Begeg­nung. Auch für die Küchen­be­rei­che ist das eine Her­aus­for­de­rung, da hier meist auf engs­tem Raum zusam­men gear­bei­tet wird.”” NGG-Pres­se­mit­tei­lung vom 15.04.2020 externer Link
  • Covid 19: State­ments aus der Gas­tro­no­mie 
    • Teil 3: Gewerk­schaft
      Durch die Maß­nah­men zur Ein­däm­mung des Coro­na­vi­rus wur­den unter ande­rem alle Gas­tro­no­mien geschlos­sen. Vie­le Beschäf­tig­te der Gas­tro­no­mie wur­den auf­grund des­sen gekün­digt. Eine Gewerk­schafts­se­kre­tä­rin hat uns ein Inter­view zur aktu­el­len Situa­ti­on gege­ben. Es gibt auf Face­book eine Grup­pe von Beschäf­tig­ten aus der Gas­tro­no­mie, die sich auf­grund der Kri­se zusam­men­ge­schlos­sen haben, um sich zu orga­ni­sie­ren.” Video vom 9. April 2020 bei Soli­da­ri­sches Stutt­gart externer Link
    • Teil 2: Tür­ste­her
      Durch die Maß­nah­men zur Ein­däm­mung des Coro­na­vi­rus wur­den unter ande­rem alle Gas­tro­no­mien geschlos­sen. Vie­le Beschäf­tig­te der Gas­tro­no­mie wur­den auf­grund des­sen gekün­digt. Davon betrof­fen sind auch Tür­ste­he­rIn­nen. Ein Tür­ste­her aus Stutt­gart berich­tet.” Video vom 7. April 2020 bei Soli­da­ri­sches Stutt­gart externer Link
    • Teil 1: Ser­vice
      Vor rund zwei Wochen wur­de die Öff­nung von Gas­tro­no­mien erst ein­ge­schränkt und dann ver­bo­ten. Das betrifft in Deutsch­land weit über eine Mil­lio­nen Beschäf­tig­te. Etli­che wur­den bereits ohne mit der Wim­per zu zucken gekün­digt. Eine Betrof­fe­ne aus dem Ser­vice berich­tet.” Video vom 1. April 2020 von Soli­da­ri­sches Stutt­gart bei you­tube externer Link
  • Pre­kä­re Beschäf­ti­gung und die Situa­ti­on von Gastro-Arbeiter*innen in der Kri­se 
    In der heu­ti­gen Fol­ge geht es um pre­kä­re Beschäf­ti­gung in der Gas­tro­no­mie. Wir spre­chen über 450-Euro-Jobs und hören uns die Erfah­run­gen von zwei Kolleg*innen an, die in Knei­pen arbei­ten und dar­über berich­ten, wel­che Aus­wir­kung die Schlie­ßung ihrer Betrie­be für sie zur Zeit hat.” Coro­na – Kri­se – Kapi­ta­lis­mus. Ein Pod­cast der iL Ham­burg, Fol­ge 2 vom 5.4.2020 externer LinkAudio Datei
  • DEHOGA ver­wei­gert Tarif­ab­schluss /​Sys­tem­gas­tro­no­mie: Absi­che­rung von Unter­neh­men und Beschäf­tig­ten in Kri­sen­zei­ten durch Zusatz­ver­ein­ba­rung 
    • DEHOGA ver­wei­gert Tarif­ab­schluss
      “Die Arbeit­ge­ber des Gast­ge­wer­bes for­dern vom Staat Hil­fen in Mil­li­ar­den­hö­he, ent­zie­hen sich aber ihrer sozia­len Ver­ant­wor­tung und las­sen ihre Beschäf­tig­ten im Regen ste­hen.“ Fred­dy Adjan, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG), erhebt schwe­re Vor­wür­fe gegen den Deut­schen Hotel- und Gast­stät­ten­ver­band DEHOGA, weil der sich wei­gert, ange­sichts der Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie einen Tarif­ver­trag über Kurz­ar­beit mit der NGG abzu­schlie­ßen. Der DEHOGA for­de­re ange­sichts der dra­ma­ti­schen Aus­wir­kun­gen der Coron­vi­rus-Pan­de­mie auf das Gast­ge­wer­be, die es unbe­strit­ten gibt, vom Staat umfas­sen­de Unter­stüt­zung zur Ret­tung der Unter­neh­men in Höhe von Mil­li­ar­den Euro. Das schrift­li­che Ange­bot der Gewerk­schaft NGG von Diens­tag die­ser Woche, einen bun­des­wei­ten Tarif­ver­trag zur Kurz­ar­beit mit der Auf­sto­ckung des Kurz­ar­bei­ter­gel­des und einem Kün­di­gungs­schutz auch nach der Kurz­ar­beit habe der DEHOGA unbe­ant­wor­tet gelas­sen. Ein­zel­ne Lan­des­ver­bän­de des DEHOGA haben ges­tern rigo­ros abge­lehnt, nur einen Cent mehr als das staat­lich zuge­si­cher­te Kurz­ar­bei­ter­geld zu zah­len. Dass der Abschluss eines Tarif­ver­tra­ges in einer Rekord­zeit inner­halb von 24 Stun­den mög­lich sei, habe der ande­re gro­ße Arbeit­ge­ber­ver­band der Bran­che, der Bun­des­ver­band der Sys­tem­gas­tro­no­mie (BdS), der Unter­neh­men wie McDonald’s, Bur­ger King, NORDSEE, Star­bucks oder Piz­za Hut ver­tritt, unter Beweis gestellt. Mit ihm hat die NGG in die­ser Woche einen Tarif­ver­trag zur Kurz­ar­beit – mit Auf­sto­ckung auf 90 Pro­zent des Net­to­ge­hal­tes und Kün­di­gungs­schutz von zwei Mona­ten nach der Kurz­ar­beit – abge­schlos­sen. „Das Jam­mern der Arbeit­ge­ber und gleich­zei­tig die Respekt­lo­sig­keit gegen­über den eige­nen Beschäf­tig­ten sowie die Nicht­an­er­ken­nung ihrer Leis­tun­gen sind uner­träg­lich. Wer im Ser­vice einer Gast­stät­te, am Emp­fang oder in der Küche eines Hotels nur knapp über dem Min­dest­lohn ver­dient, kommt mit 60 Pro­zent Kurz­ar­bei­ter­geld nicht über die Run­den. Der wird sei­ne Mie­te nicht zah­len und sei­ne Fami­lie davon nicht ernäh­ren kön­nen“, befürch­tet Adjan. Seit Jah­ren arbei­te­ten die Beschäf­tig­ten des Hotel- und Gast­stät­ten­ge­wer­bes auf­grund des Fach­kräf­te­man­gels und chro­ni­scher Unter­be­set­zung am Limit und leis­te­ten Über­stun­den, die oft nicht bezahlt wur­den. „Wenn die Arbeit­ge­ber jetzt ihre Fach­kräf­te auf die Stra­ße set­zen anstatt sie mit Kurz­ar­beit und Auf­sto­ckung des Kurz­ar­bei­ter­gel­des zu hal­ten und die­se schwie­ri­ge Zeit damit zu über­brü­cken, wird es nach der Kri­se ein böses Erwa­chen geben“, ist sich der NGG-Vize sicher.“ NGG Pres­se­mit­tei­lung vom 19.03.2020 externer Link
    • Sys­tem­gas­tro­no­mie: Absi­che­rung von Unter­neh­men und Beschäf­tig­ten in Kri­sen­zei­ten
      “Die Sozi­al­part­ner in der Sys­tem­gas­tro­no­mie, die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) und der Bun­des­ver­band der Sys­tem­gas­tro­no­mie e.V. (BdS), über­neh­men in Kri­sen­zei­ten Ver­ant­wor­tung für ihre Bran­che. In Rekord­zeit haben sich bei­de Sei­ten auf eine Zusatz­ver­ein­ba­rung im gera­de ver­han­del­ten Ent­gelt­ta­rif­ver­trag geei­nigt. Die­se tarif­li­che Ver­ein­ba­rung ermög­licht rück­wir­kend ab 1. März 2020 die Ein­füh­rung von Kurz­ar­beit in der Sys­tem­gas­tro­no­mie und schafft somit recht­lich Zugangs­mög­lich­kei­ten zum Kurz­ar­bei­ter­geld. BdS und NGG neh­men die Bedro­hung der Bran­che durch die Coro­na-Pan­de­mie ernst: Zurück­ge­hen­de Gäs­te­zah­len, Umsatz­ein­bu­ßen und Ein­schrän­kun­gen des öffent­li­chen Lebens stel­len eine Belas­tungs­pro­be für die Bran­che, deren Unter­neh­men und für die mehr als 120.000 Beschäf­tig­ten dar. San­dra Mühl­hau­se, BdS-Prä­si­den­tin, ord­net das Ergeb­nis ein: „Wir haben in den letz­ten Tagen eine unglaub­li­che, gesund­heits­po­li­ti­sche Dyna­mik erlebt, die nicht spur­los an unse­rer Wirt­schaft und unse­rer Gesell­schaft vor­bei­ge­gan­gen ist. Die Aus­wir­kun­gen betref­fen vie­le unse­rer über­wie­gend mit­tel­stän­disch gepräg­ten Unter­neh­men. Des­halb muss­ten wir zügig Han­deln. Das haben wir getan.“ BdS-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin und Ver­hand­lungs­füh­re­rin der BdS-Tarif­kom­mis­si­on Andrea Bele­gan­te äußert sich des­halb auch sehr zufrie­den über die ver­trau­ens­vol­le Eini­gung im Eil­tem­po: „Die Sozi­al­part­ner haben mit der heu­te ver­ein­bar­ten Ergän­zung zur Kurz­ar­beit einen extrem wich­ti­gen Schritt zur Abfe­de­rung der wirt­schaft­li­chen Fol­gen, aus­ge­löst durch die ‘Coro­na-Kri­se’, unter­nom­men. Her­vor­zu­he­ben ist an die­ser Stel­le die enge, kon­struk­ti­ve und ergeb­nis­ori­en­tier­te Zusam­men­ar­beit mit dem Sozi­al­part­ner NGG. Mit die­ser Lösung sichern wir Arbeits­plät­ze und ver­schaf­fen den Unter­neh­men etwas Luft zum Atmen” Fred­dy Adjan, stell­ver­tre­ten­der NGG-Vor­sit­zen­der und Ver­hand­lungs­füh­rer: „Uns war es wich­tig, dass wir den dro­hen­den Ein­kom­mens­ver­lust bei Kurz­ar­beit für die Beschäf­tig­ten mit der Rege­lung etwas abfe­dern kön­nen. Wenn ein Store schließt oder die Beschäf­tig­ten weni­ger ein­ge­setzt wer­den und Kurz­ar­beit bean­tragt wird, dann müs­sen die Beschäf­tig­ten mit dem redu­zier­ten Lohn, dem Kurz­ar­bei­ter­geld und einer Auf­sto­ckung durch den Arbeit­ge­ber auf 90 Pro­zent ihres alten Net­to­lohns kom­men. Vor allem haben wir es geschafft, einen Kün­di­gungs­schutz zwei Mona­te über die Lauf­zeit der Kurz­ar­beit hin­aus zu ver­ein­ba­ren. Das ist ein Stück weit Sicher­heit und sichert das Ein­kom­men für Tau­sen­de unse­rer Mit­glie­der und die Beschäf­tig­ten in der Sys­tem­gas­tro­no­mie.“ Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) und des Bun­des­ver­bands der Sys­tem­gas­tro­no­mie e.V. (BdS) externer Link vom 18.3.2020 bei NGG
    • Coro­na-Tarif­ver­trag: McDo­nalds und Co sto­cken Kurz­ar­bei­ter­geld auf
      McDo­nalds, Bur­ger King und Co. haben zuge­sagt, dass Kurz­ar­bei­ter­geld ihrer Beschäf­tig­ten auf­zu­sto­cken. Statt maxi­mal 60 bis 67 Pro­zent des Lohns sol­len die Beschäf­tig­ten auch bei Kurz­ar­beit 90 Pro­zent ihres Ein­kom­mens bekom­men. Die Beschäf­tig­ten in der Gas­tro­no­mie trifft das Coro­na­vi­rus beson­ders hart…” Mel­dung vom 17.03.2020 bei RND externer Link

Der Bei­trag [NGG] Coro­na-Kri­se im Gast­ge­wer­be: Ein­kom­men durch tarif­li­che Ver­ein­ba­run­gen absi­chern erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More