[labournet:] ver.di-Streik für Tarifvertrag in Schildautal-Klinik von Asklepios – und weiteren

Dossier

Nachruf: TarifvertragMit Beginn der Früh­schicht um sechs Uhr hat­te die Gewerk­schaft ver.di am Diens­tag die Beschäf­tig­ten der Schild­au­tal-Kli­nik in See­sen im Land­kreis Gos­lar zu einem ganz­tä­gi­gen Streik auf­ge­ru­fen. Rund 200 Ange­stell­te tra­ten in den Aus­stand. Einer von drei Ope­ra­ti­ons­sä­len wur­de für nicht auf­schieb­ba­re Ein­grif­fe und Not­ope­ra­tio­nen frei­ge­hal­ten. Ver.di will errei­chen, dass für die gut 1.000 Beschäf­tig­ten der Tarif­ver­trag des öffent­li­chen Diens­tes gilt. Der pri­va­te Kli­nik-Betrei­ber Askle­pi­os setzt dage­gen wei­ter auf eine haus­in­ter­ne Lösung. Seit Mona­ten ringt die Gewerk­schaft mit dem Kli­nik-Trä­ger um das Gehalts­ni­veau der Ange­stell­ten – vor allem auf den Sta­tio­nen. Ein Ange­bot aus dem März an den Betriebs­rat lie­ge rund 20 Pro­zent unter dem Tarif des öffent­li­chen Diens­tes. Mit der Gewerk­schaft ver­han­deln wol­le Askle­pi­os nicht, sagt ver.di. Die Gewerk­schaft beklagt, dass sich durch eine regi­de Spar­po­li­tik seit 2017 die Per­so­nal­aus­stat­tung der Kli­nik ver­schlech­tert habe und “Askle­pi­os mas­si­ve Pro­ble­me hat, Per­so­nal für die Kli­nik zu gewin­nen”…” Mel­dung vom 16.07.2019 beim NDR externer Link, sie­he dazu auch:

  • Askle­pi­os See­sen: Askle­pi­os nimmt Beleg­schaft in Gei­sel­haft und erpresst gan­ze Regi­on New
    Gemein­sa­me Reak­ti­on auf den Ein­schüch­te­rungs­ver­such des Askle­pi­os­kon­zerns: Beschäf­tig­te und Bür­ger­bünd­nis for­dern seriö­se Ange­bo­te statt Dro­hun­gen. Die Pres­se­er­klä­rung des Askle­pi­os­kon­zerns von Diens­tag, den 20. Okto­ber, schlägt hohe Wel­len. In die­ser Pres­se­er­klä­rung stell­te der Kon­zern erneut zahl­rei­che Falsch­be­haup­tun­gen auf und droh­te unver­ho­len mit einer teil­wei­sen Stand­ort­schlie­ßung in See­sen, soll­ten Beschäf­tig­te wei­ter von ihrem ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Streik­recht gebrauch machen. ver.di-Verhandlungsführer Jens Have­mann erklärt hier­zu: „Wir muss­ten zum Mit­tel des unbe­fris­te­ten Streiks grei­fen, weil Askle­pi­os sich über ein Jahr lang nicht bewegt hat. Auch nicht in den Ver­hand­lun­gen mit dem Betriebs­rat. Jetzt reagiert der Kon­zern mit wil­den Droh­ge­bär­den und ver­sucht Beschäf­tig­te und eine gan­ze Regi­on ein­zu­schüch­tern. Es geht um die Zukunft der Kli­nik. Askle­pi­os muss end­lich den rigi­den Spar­kurs ver­las­sen und die Kli­nik ver­ant­wor­tungs­voll füh­ren. Ulli Fins­ter, Spre­cher des Bür­ger­bünd­nis­ses „Wir für See­sen“ ergänzt: „Nicht nur die Beschäf­tig­ten – eine gan­ze Regi­on, vom Bür­ger­bünd­nis, über alle poli­ti­schen Par­tei­en, bis hin zu lang­jäh­ri­gen ehe­ma­li­gen Chef­ärz­ten, for­dert vom Askle­pi­os­kon­zern über­fäl­li­ge Ver­bes­se­run­gen der Arbeits­be­din­gun­gen, um die Zukunft der Schild­au­tal­kli­nik zu sichern. Der Kon­zern ant­wor­tet dar­auf mit der Dro­hung, den Stand­ort teil­wei­se zu schlie­ßen. Das ist skan­da­lös und abso­lut unde­mo­kra­tisch. Jetzt ist die Poli­tik gefor­dert, die­sem unver­ant­wort­li­chen Han­deln des Kon­zerns ein Ende zu set­zen.“…” Pres­se­mit­tei­lung vom 21.10.2020 bei ver.di Bezirk Regi­on Süd-Ost-Nie­der­sach­sen externer Link
  • ver.di setzt Streiks bei Askle­pi­os aus 
    ver.di hat ange­sichts der Coro­na-Pan­de­mie beschlos­sen, die Streiks an den Askle­pi­os-Schild­au­tal­kli­ni­ken im nie­der­säch­si­schen See­sen bis auf wei­te­res aus­zu­set­zen, damit die Beschäf­tig­ten jetzt für ihre Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten da sein kön­nen. Ver.di for­dert vom Kli­nik-Betrei­ber einen Anwen­dungs­ta­rif­ver­trag zum Tarif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst, der für kom­mu­na­le Kran­ken­häu­ser gilt…” DGB-Tarif­ti­cker vom 19.03.2020 und umfang­rei­cher bei ver.di externer Link
    • Askle­pi­os-Kli­nik: Coro­na-Hel­den ohne Tarif­ver­trag
      “… Doch schon jetzt arbei­ten die Beschäf­tig­ten in den Kran­ken­häu­sern am Anschlag. Seit Juli 2019 kämp­fen die Mit­ar­bei­ter der Askle­pi­os-Kli­nik im nie­der­säch­si­schen See­sen für einen Tarif­ver­trag und gegen die Aus­glie­de­rung von 120 The­ra­peu­tin­nen und The­ra­peu­ten. Auf­grund der Coro­na­vi­ruspan­de­mie kün­dig­ten die Strei­ken­den am Mitt­woch ein Streik­mo­ra­to­ri­um an. Der Wider­stand gegen die Kür­zungs­maß­nah­men der Kli­nik­lei­tung wer­de bis auf wei­te­res aus­ge­setzt. Der Betriebs­rats­vor­sit­zen­de Oli­ver Kmiec erklär­te: »Die Zuspit­zung der Situa­ti­on in den letz­ten Tagen macht uns gro­ße Sor­gen. Das Wohl der Pati­en­ten steht für uns an ers­ter Stel­le. Genau des­halb strei­ken wir seit einem hal­ben Jahr.« Kran­ken­schwes­ter Lin­da Bohm­hau­er ergänz­te: »Wir stan­den kurz davor, unse­re Streik­maß­na­men aus­zu­wei­ten, um den Druck auf Askle­pi­os zu erhö­hen und fünf Tage am Stück zu strei­ken. Aber das muss jetzt war­ten.« Die Bot­schaft der Tarif­kom­mis­si­on in See­sen an die Pati­en­ten lau­te: »Wir ste­hen an eurer Sei­te, mit all unse­rer Kraft, bis die­se Kri­se gemeis­tert ist.« An die Askle­pi­os-Chefs gerich­tet hei­ße es hin­ge­gen: »Unser Kampf ist nicht vor­bei! Wenn sich die Lage ent­spannt hat, wer­den wir umso ent­schlos­se­ner für die Zukunft unse­rer Kli­nik strei­ken!«…“ Arti­kel von Simon Zei­se in der jun­gen Welt vom 19.3.2020 externer Link
  • Der Kampf David gegen Goli­ath geht wei­ter: Erneut Streik bei Askle­pi­os in See­sen 
    Kli­nik­ver­sor­gung auf Sonn­tags­ni­veau – gut 180 Beschäf­tig­te bera­ten auf Streik­kon­fe­renz die wei­te­re Stra­te­gie. Der Tarif­kon­flikt mit den Askle­pi­os Schild­au­tal­kli­ni­ken geht mit unver­min­der­ter Här­te wei­ter. Am heu­ti­gen Diens­tag betei­lig­ten sich erneut gut 180 Beschäf­tig­te in den Schild­au­tal­kli­ni­ken und der aus­ge­glie­der­ten The­ra­pie GmbH, trotz eines eigen­stän­dig ein­ge­rich­te­ten Not­diens­tes. Auf einer Streik­kon­fe­renz wur­de das wei­te­re Vor­ge­hen bera­ten. (…) Das bis­he­ri­ge Ver­gü­tungs­ni­veau in den Schild­au­tal­kli­ni­ken führt dazu, dass Askle­pi­os mas­si­ve Pro­ble­me hat, Per­so­nal für die Kli­nik zu hal­ten und neu zu gewin­nen. Die Beschäf­tig­ten sehen dadurch den Stand­ort gefähr­det. Sie for­dern einen Tarif­ver­trag und die Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen auf das kon­kur­renz­fä­hi­ge Niveau des Öffent­li­chen Diens­tes. (…) Askle­pi­os ver­wei­ger­te erneut die Unter­schrift unter eine gemein­sa­me Not­dienst­ver­ein­ba­rung und ver­sucht Beschäf­tig­te mit wider­recht­li­chen Dienst­ver­pflich­tun­gen, Kün­di­gungs­an­dro­hun­gen und Streik­bruch­prä­mi­en vom Strei­ken abzu­hal­ten. Die­se Droh­ku­lis­se hielt aber die Beschäf­tig­ten nicht vom Strei­ken ab, wie auch schon bei den ver­gan­ge­nen Arbeits­nie­der­le­gun­gen.” Pres­se­mit­tei­lung vom 18.02.2020 von und bei ver.di Süd-Ost-Nie­der­sach­sen externer Link, sie­he auch:
    • Nega­tiv­preis: »Kalt­her­zi­ge Beharr­lich­keit«. Trotz Ein­schüch­te­rung: Erneut Streik bei Schild­au­tal­kli­nik in See­sen
      “Im Tarif­kon­flikt zwi­schen der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (Ver­di) und der Askle­pi­os Schild­au­tal­kli­nik in See­sen ist kein Ende in Sicht. Am Diens­tag gab es erneut Streiks, an dem sich nach Gewerk­schafts­an­ga­ben 180 Beschäf­tig­te betei­lig­ten. Ver­di for­dert nach wie vor, dass die Arbeits­be­din­gun­gen und Löh­ne an den bran­chen­üb­li­chen Tarif­ver­trag ange­gli­chen wer­den. Der pri­va­te Kran­ken­haus­kon­zern lehnt dage­gen jeg­li­che Ver­hand­lung ab. Askle­pi­os ver­wei­ge­re »erneut die Unter­schrift unter eine gemein­sa­me Not­dienst­ver­ein­ba­rung«, ohne die ein Streik Pati­en­ten in Gefahr brin­gen könn­te, heißt es in einer Erklä­rung der Gewerk­schaft. Der Kapi­tal­sei­te ist es dadurch auch leich­ter mög­lich, den Streik ins Lee­re gehen zu las­sen: Mit »wider­recht­li­chen Dienst­ver­pflich­tun­gen, Kün­di­gungs­an­dro­hun­gen und Streik­bruch­prä­mi­en« ver­su­che der Kon­zern die Beschäf­tig­ten vom Strei­ken abzu­hal­ten, heißt es bei Ver­di wei­ter. Gewerk­schafts­se­kre­tär Patrick von Brandt sag­te im Gespräch mit jW, die Beschäf­tig­ten hät­ten sich am Diens­tag auch über ihre Stra­te­gie ver­stän­digt und nächs­te Aktio­nen beschlos­sen. Man wer­de den Arbeits­kampf inten­si­vie­ren, län­ger und här­ter strei­ken. Wenn sich das Unter­neh­men jeg­li­chen Ver­hand­lun­gen ver­wei­gert, sei­en »Sta­ti­ons­streiks und län­ger­fris­ti­ge Streiks nicht mehr aus­ge­schlos­sen«. (…) Für die Art und Wei­se, wie der Kon­zern mit sei­nen Ange­stell­ten ver­fährt, hat er Anfang Febru­ar einen Preis bekom­men: Der Deut­sche Gewerk­schafts­bund (DGB) kür­te die Schild­au­tal­kli­nik zum »schlech­tes­ten Arbeit­ge­ber der Regi­on«; der Geschäfts­füh­rung wur­de ein Korb mit Zitro­nen über­reicht. Für den Nega­tiv­preis waren meh­re­re Unter­neh­men der Regi­on nomi­niert. (…) Peter Zars­ke, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des DGB-Kreis­ver­ban­des Nort­heim füg­te hin­zu: Es sei uner­träg­lich, »dass Askle­pi­os auf dem Rücken der Bei­trags­zah­ler, Beschäf­tig­ten und Pati­en­ten Mil­lio­nen­ge­win­ne erwirt­schaf­tet und sich gleich­zei­tig wei­gert, Tarif­ver­hand­lun­gen auf­zu­neh­men«. Des­halb wol­le man wei­ter­hin soli­da­risch mit den strei­ken­den Kol­le­gen sein, bis der Kampf gewon­nen sei.”  Arti­kel von Bernd Mül­ler in der jun­gen Welt vom 19.02.2020 externer Link
  • Askle­pi­os-Beschäf­tig­te reagie­ren auf Vor­wür­fe, ver.di wür­de nur die Min­der­heit ver­tre­ten 
    “In der Tarif­aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Ver­di und der zum Askle­pi­os-Kon­zern gehö­ren­den Schild­au­tal-Kli­nik in See­sen haben 40 Team­de­le­gier­te am Sonn­tag in einem Schrei­ben auf Vor­wür­fe der Unter­neh­mens­lei­tung reagiert. Unter der Über­schrift »Ver­di trägt kei­ne Kon­se­quen­zen« hat­ten der Geschäfts­füh­rer der Schild­au­tal-Kli­nik, Sebas­ti­an von der Haar, und Askle­pi­os-Pres­se­spre­cher Ralf Nehm­zow, am Frei­tag im See­se­ner Beob­ach­ter behaup­tet, dass der Tarif­ver­trag des öffent­li­chen Diens­tes (TVöD) für die Reha­kli­nik nicht finan­zier­bar sei. Die Team­de­le­gier­ten räum­ten ein, dass das Refi­nan­zie­rungs­sys­tem pro­ble­ma­tisch sei. Aber die­se Rah­men­be­din­gun­gen, so die Gewerk­schaf­ter, hin­der­ten weder den Askle­pi­os-Kon­zern noch die Schild­au­tal-Kli­nik dar­an, »vie­le Mil­lio­nen Euro Gewinn zu machen«. Die See­se­ner Kli­nik hät­te über vie­le Jah­re zwei­stel­li­ge Mil­lio­nen­be­trä­ge an die Kon­zern­zen­tra­le als Gewinn abge­führt. Bei Askle­pi­os sei­en nicht man­geln­de wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit oder eine feh­len­de Refi­nan­zie­rung das Pro­blem. Statt des­sen führ­ten unver­ant­wort­li­che Ren­di­te­vor­ga­ben des pri­va­ten Kran­ken­haus­kon­zerns »zu fata­len Manage­ment­feh­lern, wel­che unse­re Kli­nik mas­siv gefähr­den« Auf den Vor­wurf, die Gewerk­schaft wür­de nur die Min­der­heit der Beleg­schaft ver­tre­ten, wol­le For­de­run­gen auf dem Rücken der Beschäf­tig­ten durch­set­zen, und nicht alle Berei­che der Kli­nik sei­en im Streik gewe­sen, ent­geg­ne­ten die Beschäf­tig­ten: »Es haben sich gut 400 Kol­le­gIn­nen der See­se­ner Askle­pi­os Kli­ni­ken gewerk­schaft­lich orga­ni­siert! D. h. eine deut­li­che Mehr­heit der­je­ni­gen, für die der Tarif­ver­trag gel­ten soll.« Außer­dem hät­ten 600 Kol­le­gen eine Peti­ti­on unter­schrie­ben, mit der sie sich hin­ter die For­de­rung nach dem TVöD und Tarif­ver­hand­lun­gen stell­ten…“ Mel­dung in der jun­gen Welt vom 03.12.2019 externer Link
  • Streiks beim Kli­nik­be­trei­ber Askle­pi­os wer­den aus­ge­wei­tet. In Bay­ern und Nie­der­sach­sen for­dern Beschäf­tig­te Tarif­ver­trä­ge 
    “Beim kom­mer­zi­el­len Kli­nik­be­trei­ber Askle­pi­os sind am heu­ti­gen Mitt­woch (27. Novem­ber) erst­mals Beschäf­tig­te der Schild­au­tal­kli­ni­ken im nie­der­säch­si­schen See­sen und der Askle­pi­os-Kli­nik im baye­ri­schen Lin­den­lo­he zeit­gleich in den Streik getre­ten. „Die Beschäf­tig­ten bei Askle­pi­os las­sen sich nicht län­ger mit Nied­rig­löh­nen abspei­sen. Sie weh­ren sich gemein­sam und for­dern den Schutz eines Tarif­ver­trags“, sag­te Syl­via Büh­ler, Mit­glied im Bun­des­vor­stand der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di). Die beharr­li­che Wei­ge­rung des in Ham­burg ansäs­si­gen Kon­zerns, in etli­chen Ein­rich­tun­gen außer­halb der Han­se­stadt Tarif­ver­hand­lun­gen mit ver.di auf­zu­neh­men, pas­se nicht in die Zeit. „Obwohl über­all hän­de­rin­gend qua­li­fi­zier­te Beschäf­tig­te gesucht wer­den, setzt Askle­pi­os wei­ter­hin dar­auf, sei­ne Gewin­ne durch Nied­rig­löh­ne zu stei­gern. Das hat kei­ne Zukunft“, so Büh­ler. Die Beschäf­tig­ten der Schild­au­tal­kli­ni­ken in der Nähe von Göt­tin­gen haben in den ver­gan­ge­nen Wochen immer wie­der die Arbeit nie­der­ge­legt. Mit­te Novem­ber sind ihre Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen im baye­ri­schen Lin­den­lo­he in den Streik getre­ten: Am 13. Novem­ber wur­den dort meh­re­re Berei­che für 24 Stun­den bestreikt; am 18. Novem­ber und am heu­ti­gen 27. Novem­ber sind sämt­li­che Berei­che im Streik. Bei­de Beleg­schaf­ten for­dern die Anwen­dung des Tarif­ver­trags für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) – so, wie es in den Ham­bur­ger Askle­pi­os-Kli­ni­ken, dem ehe­ma­li­gen Lan­des­be­trieb Kran­ken­häu­ser, der Fall ist. Auch in Ham­burg sind Streiks nicht aus­ge­schlos­sen: An der Medi­zi­ni­sche Aka­de­mie Ham­burg GmbH (MAH) ver­wei­gert Askle­pi­os den Lehr­kräf­ten eine ange­mes­se­ne Bezah­lung. An der MAH wer­den Phy­sio- und Ergotherapeut/​innen sowie Logopäd/​innen aus­ge­bil­det. Wäh­rend die Aus­zu­bil­den­den seit Anfang des Jah­res nach Tarif bezahlt wer­den, wird die­ser den Lehr­kräf­ten vor­ent­hal­ten. „Bei Askle­pi­os steht offen­bar die kurz­fris­ti­ge Pro­fit­ma­xi­mie­rung im Vor­der­grund“, kri­ti­sier­te Büh­ler. „Das zeigt sich auch dar­an, dass Askle­pi­os Meis­ter im Out­sour­cing ist: Sys­te­ma­tisch wer­den Berei­che zer­teilt und Tätig­kei­ten aus­ge­glie­dert, um die Kos­ten zu sen­ken.“ An fast allen Kon­zern­stand­or­ten wür­den Rei­ni­gung, Wäsche­rei, Ein­kauf, Küche, Logis­tik, IT, Buch­hal­tung und Kran­ken­trans­port, man­cher­orts auch The­ra­pie­be­rei­che in tariflose Toch­ter­ge­sell­schaf­ten aus­ge­glie­dert. „Für eine gute Kran­ken­ver­sor­gung ist es ent­schei­dend, dass die Berufs­grup­pen gut mit­ein­an­der koope­rie­ren. Die Auf­tei­lung in vie­le eigen­stän­di­ge Gesell­schaf­ten erzeugt unnö­ti­ge Rei­bungs­ver­lus­te und erschwert die Zusam­men­ar­beit“, so Büh­ler. „Der Gesetz­ge­ber ist gefor­dert, sol­chen Prak­ti­ken einen Rie­gel vor­zu­schie­ben.“ ver.di-Pressemitteilung vom 27.11.2019 externer Link
  • Kran­ken­haus­kon­zern Askle­pi­os ver­sucht Strei­ken­de ein­zu­schüch­tern 
    “ver.di kri­ti­siert die jüngs­ten Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che des Kran­ken­haus­kon­zers Askle­pi­os und for­dert ihn auf, das Grund­recht auf Streik zu respek­tie­ren. Der kom­mer­zi­el­le Kli­nik­be­trei­ber hat mit rechts­wid­ri­gen Mit­teln ver­sucht, die Beschäf­tig­ten an den Schild­au­tal­kli­ni­ken im nie­der­säch­si­schen See­sen vom Streik abzu­hal­ten. Erst ließ der Arbeit­ge­ber die Ver­hand­lun­gen über eine Not­dienst­ver­ein­ba­rung plat­zen, dann ver­pflich­te­te er ein­sei­tig Beschäf­tig­te zum Not­dienst und droh­te andern­falls mit frist­lo­ser Kün­di­gung. „Das Streik­recht gilt für alle Beschäf­tig­ten – auch im Kran­ken­haus. Wir for­dern Askle­pi­os drin­gend auf, die­ses grund­ge­setz­lich ver­brief­te Recht zu respek­tie­ren und wei­te­re Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che zu unter­las­sen“, sag­te ver.di-Bundesvorstandsmitglied Syl­via Büh­ler. Trotz der Dro­hun­gen des Kon­zerns und einer Streik­bre­cher­prä­mie von 300 Euro betei­lig­ten sich in See­sen erneut rund 200 Beschäf­tig­te an der Arbeits­nie­der­le­gung. Am Frei­tag wird erneut gestreikt. (…) Auch an ande­ren Askle­pi­os-Stand­or­ten regt sich Wider­stand. So for­dert die Beleg­schaft der Ortho­pä­di­schen Kli­nik im ober­pfäl­zi­schen Lin­den­lo­he die Auf­nah­me von Tarif­ver­hand­lun­gen. Da der Kon­zern dies ver­wei­gert und die Ein­kom­men statt­des­sen über eine rechts­wid­ri­ge Betriebs­ver­ein­ba­rung regeln will, berei­tet ver.di eine Urab­stim­mung und Streiks vor…“ Mel­dung vom 30.10.2019 bei ver­di externer Link
  • Kli­nik auf der Inten­siv­sta­ti­on: Askle­pi­os-Geschäfts­füh­rung droht Beschäf­tig­ten mit Kün­di­gung, um sie vom Streik abzu­hal­ten. Ver­di erklärt Anwei­sung für unzu­läs­sig 
    Am Mitt­woch streikt die Beleg­schaft der Askle­pi­os-Kli­nik im nie­der­säch­si­schen See­sen erneut. Damit geht die Aus­ein­an­der­set­zung um einen Tarif­ver­trag in den Schild­au­tal-Kli­ni­ken in eine neue Run­de. Doch dies­mal greift die Geschäfts­füh­rung zu aggres­si­ven Maß­nah­men, um die Beschäf­tig­ten vom ange­kün­dig­ten Streik abzu­hal­ten. So wur­de eine rechts­wid­ri­ge, ein­sei­ti­ge Dienst­ver­pflich­tung aus­ge­spro­chen, bei Streik­teil­nah­me mit Kün­di­gung gedroht und eine Streik­bruch­prä­mie aus­ge­lobt. Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di ver­ur­teil­te die Maß­nah­men als ille­ga­le Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che. »Die ein­sei­tig von Askle­pi­os erlas­se­ne Not­dienst­ver­pflich­tung ist unzu­läs­sig. Das Streik­recht gilt für jeden Beschäf­tig­ten. Wenn die Gewerk­schaft zum Streik auf­ruft, ist das Wei­sungs­recht des Arbeit­ge­bers außer Kraft gesetzt. Die Anwei­sung von Askle­pi­os ist somit unzu­läs­sig. Kei­ner muss der Anwei­sung fol­gen«, erin­ner­te Jens Have­mann von Ver­di am Diens­tag ein­dring­lich. Die Gewerk­schaft erklär­te schon in den ver­gan­ge­nen Tagen, dass sie ent­spre­chend der Streiks in den letz­ten Mona­ten eine Not­dienst­be­set­zung ver­ant­wor­tungs­voll und aus­rei­chend geplant habe. Im Gegen­satz zu den ver­gan­ge­nen Streiks, woll­te Askle­pi­os die­se Not­dienst­ver­ein­ba­rung aber nicht län­ger unter­zeich­nen. (…) Die Gewerk­schaft sei nicht der Ansprech­part­ner für das Unter­neh­men, erklär­te dage­gen die Füh­rung wie­der­holt. Man kön­ne sich schließ­lich den Ver­hand­lungs­part­ner aus­su­chen, und der rich­ti­ge sei der Betriebs­rat. Der sieht sich aller­dings nicht als zustän­dig an und ver­tritt die Mei­nung, nur mit einer Gewerk­schaft kön­ne einen Tarif­ver­trag ver­han­delt wer­den. (…) Die Kli­nik­lei­tung beharrt aller­dings dar­auf, dass Ver­di kein geeig­ne­ter Ver­hand­lungs­part­ner sei. In einem Schrei­ben der Unter­neh­mens­lei­tung, aus dem das Online­ma­ga­zin Regio­nal­gos­lar zitiert, beruft sie sich dar­auf, dass die Gewerk­schaft »nur« über rund 200 Mit­glie­der in der Kli­nik orga­ni­siert habe. »Das sind gera­de mal rund 20 Pro­zent unse­rer Mit­ar­bei­ter, die durch die Gewerk­schaft ver­tre­ten wer­den«, heißt es dort wei­ter. Die For­de­rung nach einem Tarif­ver­trag auf Niveau des Öffent­li­chen Diens­tes, wird nicht nur von den Orga­ni­sier­ten geteilt. Anfang Sep­tem­ber wur­de der Geschäfts­lei­tung eine Peti­ti­on über­reicht, in der sich mehr als 600 Beschäf­tig­te für einen sol­chen Tarif­ver­trag aus­spra­chen…” Arti­kel von Bernd Mül­ler in der jun­gen Welt vom 02.10.2019 externer Link
  • Erst der Anfang. Mit Streik an Schild­au­tal-Kli­nik for­dern Beschäf­tig­te Askle­pi­os-Kon­zern her­aus. Die­ser ver­wei­gert Tarif des öffent­li­chen Diens­tes 
    Mit Beginn der Früh­schicht am Diens­tag um sechs Uhr mor­gens ging in der Schild­au­tal-Kli­nik in See­sen (Land­kreis Gos­lar) kaum noch etwas. Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di hat­te die Beschäf­tig­ten zu einem ganz­tä­gi­gen Streik auf­ge­ru­fen. Rund 200 Ange­stell­te betei­lig­ten sich an dem Aus­stand. Damit reagier­ten sie auf die Wei­ge­rung des Kli­nik­kon­zerns Askle­pi­os, in Tarif­ver­hand­lun­gen zu tre­ten. Oli­ver Kmiec, Betriebs­rats­vor­sit­zen­der in der Schild­au­kli­nik, zeig­te sich mit dem Streik­tag zufrie­den. »Die Betei­li­gung war klas­se. Das war aber erst der Anfang! Wir lau­fen uns gera­de warm.« Für vie­le Beschäf­tig­te sei dies der ers­te Streik ihres Lebens gewe­sen. »Und wenn Askle­pi­os nicht umge­hend ein­lenkt, wer­den wir die Streiks aus­wei­ten.« (…) Im Mai hat­te das Unter­neh­men dem Betriebs­rat ein Ange­bot unter­brei­tet. Die­ser sieht sich aber nicht als zustän­dig an und ist genau­so wie Ver­di der Mei­nung, dass nur die Gewerk­schaft Tarif­ver­trä­ge ver­han­deln kann. Auch das Ange­bot sei nicht akzep­ta­bel gewe­sen. Die­ses sei mei­len­weit weg vom TVöD, sag­te Betriebs­rat Mar­tin Kup­fer­schmidt. Eine neu­ein­ge­stell­te Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge­rin sol­le im Akut­kran­ken­haus fünf Pro­zent weni­ger bekom­men, in der Reha sei­en es schon elf Pro­zent weni­ger. »Bei den the­ra­peu­ti­schen Beru­fen sind es sogar 20 Pro­zent weni­ger als im TVöD«, so Kup­fer­schmidt wei­ter. Berück­sich­ti­ge man noch Zuschlä­ge, Urlaub, Zusatz­ur­laub und die zusätz­li­che Alters­ver­sor­gung, dann kom­me noch mal eini­ges dazu. (…) Inner­halb des Kon­zerns gab es brei­te Soli­da­ri­tät für die Strei­ken­den. So schrie­ben zum Bei­spiel die Beschäf­tig­ten aus den Schwalm-Eder-Kli­ni­ken in Schwalm­stadt, man wis­se, was es hei­ße, mit schlech­ten Löh­nen abge­speist zu wer­den, denn auch bei ihnen in Nord­hes­sen ver­wei­ge­re die Geschäfts­lei­tung einen Tarif­ver­trag auf dem Niveau des TVöD. Ande­re Kli­ni­ken wür­den auf die­sem oder auf einem höhe­ren Niveau zah­len, wes­halb sich vie­le Kol­le­gen gezwun­gen sehen, den Kon­zern zu ver­las­sen.” Arti­kel von Bernd Mül­ler in der jun­gen Welt vom 18.07.2019 externer Link

Der Bei­trag ver.di-Streik für Tarif­ver­trag in Schild­au­tal-Kli­nik von Askle­pi­os – und wei­te­ren erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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