[labournet:] Nachdem das Regime den wirkungslosen Ausnahmezustand beendet hat – mobilisiert die Demokratiebewegung in Thailand gegen bundesdeutsche Unterstützung der Monarchie

Die bisher größte Demonstration gegen die Monarchie in Thailand am 16.8.2020 in Bangkok„… Ein mas­si­ves Poli­zei­auf­ge­bot hat am Mon­tag die deut­sche Bot­schaft in Bang­kok gesi­chert, als meh­re­re Tau­send fried­lich Demons­trie­ren­de am Abend dort an der South Sathorn Road ein­tra­fen. Sie über­ga­ben dem Bot­schaf­ter Georg Schmidt eine mon­ar­chie­kri­ti­sche Peti­ti­on. Thai­lands pro-demo­kra­ti­sche Pro­test­be­we­gung for­dert die Regie­rung in Ber­lin auf, den Sta­tus von König Maha Vaji­ra­long­korn zu unter­su­chen. Man­che wün­schen sich gar, Deutsch­land möge den König zur per­so­na non gra­ta erklä­ren. Bekannt­lich hält sich Thai­lands Mon­arch die meis­te Zeit des Jah­res in Bay­ern auf. Nach Mei­nung von Kri­ti­kern in Thai­land und Deutsch­land ver­letzt er mit sei­ner dor­ti­gen Aus­übung poli­ti­scher Macht die deut­sche Sou­ve­rä­ni­tät. „Das sind Fra­gen, die das Volk beant­wor­tet haben will“, sag­te eine Akti­vis­tin, der es laut dem Web­nach­rich­ten­por­tal Khao­s­od Eng­lish mit zwei ande­ren Pro­tes­tie­ren­den erlaubt war, die Peti­ti­on dem Bot­schaf­ter zu über­ge­ben. Der soll dem­nach ver­si­chert haben, das Schrei­ben nach Ber­lin zu über­mit­teln. (…) Der unpo­pu­lä­re Vaji­ra­long­korn hat­te zuletzt am Frei­tag Abend Auf­se­hen erregt. In einem Video dank­te er einem Roya­lis­ten für des­sen Loya­li­tät: Der Mann hat­te pro-demo­kra­ti­sche Demonstrant*innen kon­fron­tiert, indem er ein Por­trät des 2016 ver­stor­be­nen Königs Bhu­mi­bol Adu­ly­a­dej und sei­ner Frau Siri­kit in die Höhe gehal­ten hat­te. Die Ges­te wird klar als Rücken­de­ckung für das roya­lis­tisch-reak­tio­nä­re Lager gewer­tet. Am Mon­tag hat auch eine zwei­tä­gi­ge Debat­te im Par­la­ment zur poli­ti­schen Lage begon­nen. Damit will der mit Rück­trits­for­de­rungn kon­fron­ti­re­te Pre­mier Prayuth der Pro­test­be­we­gung den Wind aus den Segeln neh­men. Doch schon bei Eröff­nung der Sit­zung erklär­te Par­la­ments­prä­si­dent Chu­an Leek­pai, es gehe nicht um die Rol­le der Mon­ar­chie, was für wei­te­re Empö­rung bei Kri­ti­kern sor­gen dürf­te. Aus Krei­sen des Regimes hieß es zudem, der jugend­li­chen Pro­test­be­we­gung sei es unter­sagt, die Mon­ar­chie in die Poli­tik hin­ein zu zie­hen...“ – aus dem Bei­trag „Demo­ziel deut­sche Bot­schaft“ von Nico­la Glass am 26. Okto­ber 2020 in der taz online externer Link über die Pro­tes­te gegen die „Schutz­macht“ und die Dro­hun­gen des Regimes… Sie­he dazu drei aktu­el­le Videobe­rich­te zu den Demons­tra­tio­nen nach Auf­he­bung des Aus­nah­me­zu­stan­des, einen Bei­trag zur Bedeu­tung der Auf­he­bung des Aus­nah­me­zu­stan­des und zwei Hin­ter­grund­bei­trä­ge zu den Ursa­chen der aktu­el­len Jugend­pro­tes­te (von einer Akti­vis­tin der Thai Labour Cam­pai­gn) und zur pol­ti­schen Gegen­mo­bi­li­sie­rung der Rech­ten – sowie den Hin­weis auf den bis­her letz­ten unse­rer zahl­rei­chen Bei­trä­ge zur Demo­kra­tie­be­we­gung in Thai­land:

Today, after more than three mon­ths of street demons­tra­ti­ons cal­ling for the PM to resignam 26. Okto­ber 2020 im Twit­ter-Kanal von The 1an1 externer Link ist ein Videobe­richt von der Demons­tra­ti­on in Bang­kok am Mon­tag – der sehr deut­lich macht, dass die Pro­tes­te in kei­nem Fall klei­ner gewor­den sind, nach­dem das Regime sei­nen Aus­nah­me­zu­stand auf­ge­ge­ben hat…

And the wave is com­ingam 26. Okto­ber 2020 im Twit­ter-Kanal von The Enqui­rer externer Link ist ein wei­te­rer Videobe­richt von die­ser wahr­haf­ten Groß­de­mons­tra­ti­on unter dem Titel „Die Wel­le kommt“…

Die Demons­tra­ti­on zieht in Rich­tung der deut­schen Bot­schaft in Thai­landam 26. Okto­ber 2020 im Twit­ter-Kanal von The Blxck Mos­qui­to externer Link ist ein wei­te­rer Videobe­richt – von der Demons­tra­ti­on auf dem Weg zur deut­schen Bot­schaft…

„Nicht ein­schüch­tern las­sen“ von Nico­la Glass am 24. Okto­ber 2020 in der taz online externer Link ist ein Bei­trag zur – kei­nes­wegs „frei­wil­li­gen“ – Auf­he­bung des Aus­nah­me­zu­stan­des und mög­li­chen Fol­ge­run­gen dar­aus, wor­in es unter ande­rem heißt: „… Indes denkt das Regime nicht dar­an, den Pro­tes­tie­ren­den nach­zu­ge­ben. Den am 15. Okto­ber ver­schärf­ten Aus­nah­me­zu­stand hob Prayut zwar wie­der auf. Aber die sys­te­ma­ti­schen Repres­sio­nen gegen Kritiker*innen gehen wei­ter. Kurz nach sei­ner Anspra­che vom Mitt­woch, 21. Okto­ber, in der er sich als dia­log­be­reit insze­nier­te, gab es neue Ver­haf­tun­gen. Aus­ge­rech­net Prayut, der als dama­li­ger Armee­chef den Putsch vom Mai 2014 ange­führt hat­te und nach den mani­pu­lier­ten Wah­len im März 2019 als Pre­mier­mi­nis­ter bestä­tigt wor­den war, beruft sich auf rechts­staat­li­che Prin­zi­pi­en. Kurz vor Ablauf des Ulti­ma­tums ver­wies sein Büro auf die nächs­te Woche: Ab Mon­tag kom­me das Par­la­ment zu einer Son­der­sit­zung zusam­men, um über die poli­ti­sche Lage zu debat­tie­ren...“

„The 2020 youth upri­sing in Thai­land“ von Junya Yimp­ra­sert am 25. Okto­ber 2020 in Coun­ter­cur­r­ents externer Link ist ein Bei­trag der Akti­vis­tin der Thai Labour Cam­pai­gn „für all jene, die die Ver­hält­nis­se in Thai­land viel­leicht nicht so gut ken­nen“ über die Grün­de sowohl des Pro­tests im All­ge­mei­nen, als auch des Jugend­pro­tests im beson­de­ren. Dazu gibt er eine Skiz­ze der Ent­wick­lung Thai­lands und der Mon­ar­chie mit einem Schwer­punkt seit der Rol­le des Lan­des als Auf­marsch­ge­biet der USA im Aggres­si­ons­krieg gegen Viet­nam und zur Bedeu­tung der rei­hen­wei­se Put­sche und Putsch­dro­hun­gen in den letz­ten Jahr­zehn­ten – als Aus­druck der Ver­tei­di­gung eines Regimes, das immer mehr in die Kri­se gerät…

„Wis­sen die jun­gen Thais, was sie tun?“ von Rodi­on Ebing­hau­sen am 24. Okto­ber 2020 bei der Deut­schen Wel­le externer Link über die Reak­ti­on der Reak­ti­on auf die Pro­tes­te: „… Unter Mili­tärs und Anhän­gern des Königs ist die Vor­stel­lung ver­brei­tet, dass die Demons­tran­ten auf den Stra­ßen kei­ne “ech­ten” Thais sei­en. Das Aus­land habe sie auf den fal­schen Weg gebracht. In Thai­land ist eine Krank­heit aus­ge­bro­chen, erklär­te Api­rat Kong­som­pong, Ober­be­fehls­ha­ber der König­lich Thai­län­di­schen Armee bei einer Rede vor Kadet­ten im August. Die Pro­tes­te in Thai­land waren zu jenem Zeit­punkt bereits voll im Gan­ge. Der Name der Krank­heit: Hass auf die Nati­on. Die­se Krank­heit sei viel schlim­mer als COVID-19, so der Gene­ral, denn sie sei unheil­bar. Die­ser Vor­wurf steht im Kon­text einer Bil­dungs­kam­pa­gne der Mili­tär­re­gie­rung, die 2014 mit einem Putsch an die Macht kam. Der Ex-Gene­ral und amtie­ren­de Pre­mier­mi­nis­ter Prayuth Chan Ocha rief kurz nach der Macht­er­grei­fung dazu auf, “Thai­ness” ins Zen­trum der Bil­dung jun­ger Thais zu stel­len. “Thai­ness” soll die Essenz des­sen beschrei­ben, was es bedeu­tet, Thai zu sein. Sie betont die Ein­zig­ar­tig­keit der thai­län­di­schen Kul­tur und die Unter­le­gen­heit ande­rer Kul­tu­ren. “Thai­ness” ist eng ver­knüpft mit Bud­dhis­mus und Mon­ar­chie. Die­ser Vor­stel­lung zufol­ge kann es ein Thai­land ohne König nicht geben…“

Der Bei­trag Nach­dem das Regime den wir­kungs­lo­sen Aus­nah­me­zu­stand been­det hat – mobi­li­siert die Demo­kra­tie­be­we­gung in Thai­land gegen bun­des­deut­sche Unter­stüt­zung der Mon­ar­chie erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More