[labournet:] [Petition] Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen durch die Coronakrise

Dossier

[Petition] Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen durch die Coronakrise“… Was mir trotz über­durch­schnitt­lich viel Arbeit nicht gelang, ist Rück­la­gen zu bil­den, die mich und mein Team durch eine Kri­se, wie wir sie der­zeit erle­ben, ret­ten könn­ten. So geht es nicht nur mir. So geht es unzäh­li­gen Selbst­stän­di­gen, Krea­ti­ven, Musi­kern, Künst­lern, Ver­an­stal­tern und Über­le­bens­künst­lern. Men­schen, die ihr Leben immer selbst gestal­tet haben, die Deutsch­land gestal­ten und unse­re Welt bun­ter machen. Men­schen, die den Mut haben, Unter­neh­mer zu sein. Men­schen, die sich und ande­re immer selbst ver­sorgt haben und nun unmit­tel­bar vor dem Aus ste­hen. So geht es unzäh­li­gen Stu­den­ten und ande­ren, die auf ihre 450€-Jobs ange­wie­sen sind, um zu über­le­ben. Für die kein Kurz­ar­bei­ter­geld greift und für die Kre­di­te kei­ne Zukunfts­per­spek­ti­ve sein kön­nen. Sie alle wis­sen nicht, wie sie ihre Mie­ten, ihre pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­run­gen, Essen für ihre Kin­der oder ande­re Ver­bind­lich­kei­ten zah­len sol­len. Sie alle brau­chen Hil­fe und zwar: SOFORT! Nicht als Kre­dit, son­dern als Zuschuss für die Umsät­ze und Ein­kom­men, die inner­halb von Tagen plötz­lich weg­ge­bro­chen sind. Deutsch­land ist ein rei­ches Land – Sie reden von Bil­lio­nen­kre­di­ten für die Wirt­schaft! Was dem Land aber auch hel­fen wür­de, ist die Ein­füh­rung eines bedin­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­mens von 800‑1200€ pro Per­son für 6 Mona­te. Schnell, unbü­ro­kra­tisch, zeit­lich begrenzt. DAS wür­de den sozia­le Absturz Tau­sen­der ver­hin­dert und gleich­zei­tig die Kauf­kraft im Land erhal­ten. Denn das ist das Zwei­te, was wir brau­chen: Men­schen, die wei­ter­hin Geld aus­ge­ben!…” Peti­ti­on von Tonia Merz bei chan​ge​.org vom 13. März 2020 externer Link und auch EU-weit:

  • Grund­ein­kom­men in der Coro­na­kri­se: Im Peti­ti­ons­aus­schuss gibt es kei­ne Zustim­mung für ein Kri­sen-Grund­ein­kom­men New
    “Am Mon­tag wur­de im Peti­ti­ons­aus­schuss des Bun­des­ta­ges eine Peti­ti­on für ein zeit­lich begrenz­tes, bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men (BGE) behan­delt. (…) Der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler Bern­hard Neu­mär­ker von der Uni­ver­si­tät Frei­burg hat­te die Peten­tin Wiest am Mon­tag im Peti­ti­ons­aus­schuss beglei­tet, und stell­te ein Kon­zept für ein BGE vor, das »sofort umsetz­bar ist«. Alle Bürger*innen wür­den dem­nach wäh­rend der Coro­na­kri­se 550 Euro im Monat erhal­ten, Kin­der jedoch »etwas weni­ger«. Die Finan­zie­rung sol­le über bereits gewähr­te Mit­tel erfol­gen, die ledig­lich umge­schich­tet wer­den müss­ten. So sei kei­ne Reform des Gesund­heits- oder Ren­ten­sys­tems nötig. Wäh­rend der Anhö­rung im Peti­ti­ons­aus­schuss wur­de aller­dings deut­lich, dass es kei­ne Zustim­mung für die For­de­rung gibt. Lin­ken-Co-Par­tei­vor­sit­zen­de Kat­ja Kip­ping, eigent­lich Ver­fech­te­rin für ein bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men, kri­ti­sier­te den kon­kre­ten Vor­schlag zur Finan­zie­rung als eine Umver­tei­lung »von unten, von den beson­ders Bedürf­ti­gen, in die Brei­te«. Das sei genau die fal­sche Rich­tung. Auch die anwe­sen­den Vertreter*innen der ande­ren Par­tei­en, äußern sich skep­tisch und ableh­nend gegen­über dem vor­ge­schla­ge­nen Kri­sen-Grund­ein­kom­men. »Ohne Grund­ein­kom­men geht es nicht«, meint hin­ge­gen die Peten­tin Wiest. Es wäre beson­ders aktu­ell sinn­voll, ein für alle Men­schen siche­res Exis­tenz­mi­ni­mum zu schaf­fen. Statt immer neue Hilfs­pro­gram­me zu ent­wi­ckeln, wäre ein BGE wäh­rend der Coro­na­kri­se eine Mög­lich­keit, ohne viel büro­kra­ti­schen Auf­wand für alle Men­schen Hil­fe zu leis­ten. Die Poli­tik kön­ne sich laut Wiest dann ganz auf die gesund­heit­li­che Bewäl­ti­gung der Kri­se kon­zen­trie­ren. (…) Kom­men­des Jahr wird erst­mals in Deutsch­land eine reprä­sen­ta­ti­ve Stu­die zu dem The­ma, unter ande­rem vom Deut­schen Insti­tut für Wirt­schafts­for­schung, durch­ge­führt. Tenor des Peti­ti­ons­aus­schus­ses am Mon­tag war auch, die­se Stu­die abzu­war­ten. Ein abschlie­ßen­des Votum über die Peti­ti­on trifft der Aus­schuss zwar erst in einer spä­te­ren Sit­zung, aber die Ableh­nung ist vor­her­seh­bar.” Bei­trag von Lisa Ecke bei neu­es Deutsch­land vom 26. Okto­ber 2020 externer Link
  • [Neu­ig­keit zur Peti­ti­on] Kri­sen-Grund­ein­kom­men im Bun­des­tag & Peti­ti­ons­über­ga­be
    “… heu­te fand die Anhö­rung im Peti­ti­ons­aus­schuss zum The­ma Kri­sen-Grund­ein­kom­men statt. Es war toll an der Sit­zung teil­zu­neh­men und Susan­ne Wiest hat sich sehr wort­ge­wandt, sach­lich und den­noch emo­tio­nal für unser aller Wohl­erge­hen stark gemacht. Auch wenn die Skep­sis der meis­ten Politiker*innen nach wie vor groß ist, waren sie end­lich gezwun­gen sich ernst­haft mit dem The­ma Grund­ein­kom­men aus­ein­an­der­zu­set­zen. (…) Eine Ent­schei­dung fällt der Peti­ti­ons­aus­schuss erst kom­men­de Woche…” State­ment von Tonia Merz vom 26. Okto­ber 2020 zum Fort­gang der Peti­ti­on bei chan​ge​.org externer Link mit fast 500.000 Unter­zeich­nern
  • Initia­ti­ve für sozia­len Schutz in der EU: Minis­ter aus Ita­li­en, Por­tu­gal und Spa­ni­en for­dern ein garan­tier­tes Min­dest­ein­kom­men für alle Bür­ger 
    Euro­pa soll sich »zur Soli­da­ri­tät zusam­men­schlie­ßen«. Das for­dern Nun­zia Cadal­fo, Ita­li­ens Minis­te­rin für Arbeit und Sozia­les, ihre por­tu­gie­si­sche Amts­kol­le­gin Ana Men­des Godin­ho und Spa­ni­ens Sozi­al­mi­nis­ter und Vize-Regie­rungs­chef Pablo Igle­si­as in einem jetzt erschie­ne­nen Debat­ten­bei­trag für die por­tu­gie­si­sche Tages­zei­tung »Púb­li­co«. Nun­zia Cadal­fo ver­tritt Ita­li­ens popu­lis­ti­sche Fünf-Ster­ne-Bewe­gung (M5S), die Por­tu­gie­sin Ana Men­des Godin­ho gehört der Füh­rung der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Sozia­lis­ti­schen Par­tei (PS) an und Pablo Igle­si­as steht der spa­ni­schen Links­par­tei Pode­mos vor. (…) Um dem mil­lio­nen­fa­chen Risi­ko von Armut und sozia­ler Aus­gren­zung zu begeg­nen, for­dern sie die EU auf, nach vor­ne zu schau­en und einen Akti­ons­plan für ein »euro­päi­sches sozia­les Schutz­schild« zu ent­wi­ckeln. Nötig sei­en nun »ehr­gei­zi­ge und muti­ge« Maß­nah­men. Die Euro­päi­sche Uni­on brau­che einen gemein­sa­men rechts­ver­bind­li­chen Rah­men für ein Min­dest­ein­kom­men. Man dür­fe sich dabei weder auf Exis­tenz­si­che­rung beschrän­ken noch allein an Armuts­gren­zen ori­en­tie­ren, die nach Durch­schnitts­ein­kom­men berech­ne­ten wer­den, plä­die­ren sie für sozio­kul­tu­rel­le Teil­ha­be. Den Mit­glieds­staa­ten müs­se es erlaubt sein, ein dafür ange­mes­se­nes Min­dest­ein­kom­men fest­zu­le­gen. Die drei Poli­ti­ker ver­wei­sen expli­zit auf die 2017 auf dem Sozi­al­gip­fel im schwe­di­schen Göte­borg pro­kla­mier­te euro­päi­sche Säu­le sozia­ler Rech­te, die in Num­mer 14 ihrer 20 Grund­sät­ze jeder Per­son, die nicht über aus­rei­chen­de Mit­tel ver­fügt, »in jedem Lebens­ab­schnitt das Recht auf ange­mes­se­ne Min­dest­ein­kom­mens­leis­tun­gen, die ein wür­de­vol­les Leben ermög­li­chen, und einen wirk­sa­men Zugang zu dafür erfor­der­li­chen Gütern und Dienst­leis­tun­gen« garan­tiert. Für Arbeits­fä­hi­ge sol­len sol­che Leis­tun­gen mit Anrei­zen zur Auf­nah­me einer Erwerbs­tä­tig­keit kom­bi­niert wer­den…” Arti­kel von Peter Stei­ni­ger vom 11.05.2020 im ND online externer Link und sein Kom­men­tar:
    • Sozia­les Euro­pa dank Coro­na
      Auf­er­stan­den aus Rui­nen: Schön wie nie wird die Son­ne über dem neu­en alten Euro­pa schei­nen, wenn es mit Coro­na erst die »größ­te Her­aus­for­de­rung in Euro­pas Geschich­te seit dem Zwei­ten Welt­krieg« gemeis­tert hat. Den der­zeit übli­chen gewag­ten Ver­gleich mit der his­to­ri­schen Kata­stro­phe bemü­hen auch die Regie­rungs­mit­glie­der aus Por­tu­gal, Spa­ni­en und Ita­li­en bei ihrem gemein­sa­men Vor­schlag zur Schaf­fung eines euro­päi­schen Min­dest­ein­kom­mens. Dabei rüh­ren sie an eine Erin­ne­rung, die in ihren Län­dern deut­lich fri­scher ist: die Finanz­kri­se vor einem Jahr­zehnt und deren Fol­gen. Die EU weckt dort in die­sem Zusam­men­hang aller­dings wenig gute Asso­zia­tio­nen. Tie­fe­re Kri­se, grö­ße­re Chan­cen: Aus mit nach Brüs­se­ler und Ber­li­ner Rezep­ten neo­li­be­ral aus­ge­höhl­ten Gemein­we­sen soll dies­mal eine Uni­on wer­den, wie sie es in ihrer »Säu­le sozia­ler Rech­te« ver­spricht und wie es Bewe­gun­gen, Gewerk­schaf­ten und Par­tei­en stets ver­geb­lich ein­for­der­ten. Die drei neh­men die EU beim Wort. Viel Glück dabei! Nach den Shut­downs wird die Coro­na-Gaben­zeit enden. Was immer es kos­tet – das gilt allein für Big Play­er…” Kom­men­tar von Peter Stei­ni­ger vom 11.05.2020 im ND online externer Link
  • Coro­na: Rücken­wind für das bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men? 
    Adri­en­ne Goe­h­ler und Ursu­la Wei­den­feld im Gespräch mit Vla­di­mir Bal­zer beim Deutsch­land­funk Kul­tur am 25. April 2020 externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: ca. 88 Min.): “… „Es ist High Noon für das bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men“, sagt Adri­en­ne Goe­h­ler. Die Psy­cho­lo­gin, Publi­zis­tin und Kura­to­rin setzt sich seit lan­gem für des­sen Ein­füh­rung ein; sie nennt es auch „Grund­aus­kom­men“: „Weil es den Bezug her­stellt zu dem indi­vi­du­el­len Men­schen­recht und dem Gedan­ken dar­an, was man zum Leben braucht.“ Für die ehe­ma­li­ge Ber­li­ner Kul­tur­se­na­to­rin ist das Grund­ein- oder Aus­kom­men „ein Men­schen­recht, ein Gestal­tung- und Mög­lich­keits­raum.“ Die Coro­na-Kri­se zei­ge deut­lich, dass wir so nicht wei­ter­ma­chen dür­fen: „Wir schaffen‘s nicht mehr mit den alten Model­len, die uns gera­de an den Abgrund brin­gen! Wir müs­sen Coro­na und Kli­ma­wan­del und die Angst der Men­schen, ins Nichts zu stür­zen, zusam­men­den­ken. Um zu der wich­ti­gen öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on bei­tra­gen zu kön­nen, müs­sen wir die Mög­lich­keit krie­gen, ein Leben füh­ren kön­nen, das nach­hal­tig und ent­schleu­nigt ist. Und das geht am bes­ten mit einem Grund­ein­kom­men.“ Adri­en­ne Goe­h­ler hat dazu einen Sam­mel­band her­aus­ge­ge­ben, der gera­de im Parthas-Ver­lag erschie­nen ist; sein Titel: „Nach­hal­tig­keit braucht Ent­schleu­ni­gung braucht Grundein/​auskommen“. (…) „Ich fin­de gut, dass wir über For­men der Grund­si­che­rung reden“, sagt die Wirt­schafts­jour­na­lis­tin Ursu­la Wei­den­feld. „Aber über eine Siche­rung mit einer Bedin­gungs­lo­sig­keit zu dis­ku­tie­ren, hal­te ich für falsch.“ (…) Die Fra­ge müs­se eher sein: „Wie fin­det man Instru­men­te der Grund­si­che­rung, die nicht ent­wür­di­gend sind? Man muss den Men­schen das Gefühl neh­men, sie bekom­men Almo­sen – und das haben wir in der letz­ten Zeit nicht gemacht.“ Es gebe effek­ti­ve­re und treff­si­che­re Metho­den als das bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men, so Ursu­la Wei­den­feld: zum Bei­spiel eine nega­ti­ve Ein­kom­mens­steu­er – und das von vie­len auch zu Recht kri­ti­sier­te Hartz IV. „Da kann man viel im Sys­tem tun.“ – Das wirk­lich inter­es­san­te sind hier weni­ger die Pro- und Con­tra-Argu­men­te, als der Umfang der Debat­te (fast 1:5 Std.), wodurch über­haupt erst bestimm­te Details zur Spra­che kom­men.
  • [Neue Web­sei­te „Mensch in Ger­ma­ny„] Zusam­men für Grund­ein­kom­men 
    Viel Geld fließt in die­ser Kri­se. Vie­le Men­schen rufen: Hier­her bit­te auch. Damit wir sicher­ge­hen, dass das Geld bei allen ankommt, dass alle ein Ein­kom­men haben, ist das Bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men der geeig­ne­te Weg. Nicht nur in der Kri­se. Wie kön­nen wir die vie­len Peti­tio­nen für das Grund­ein­kom­men, die Ideen, Taten und den deut­lich spür­ba­ren Wunsch in der Gesell­schaft , dass nie­mand durch das Ras­ter der Zustän­dig­kei­ten fal­len soll, bün­deln und sicht­bar machen? Wie kön­nen wir Men­schen errei­chen, die das bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men, als neue Basis für unser Zusam­men­le­ben noch gar nicht auf dem Schirm haben? Die­se Gedan­ken haben wir in ver­schie­de­nen Gesprächs­run­den bewegt. Zusam­men­ar­beit ist ent­stan­den und ent­steht. Mit viel unbe­zahl­ter Arbeit, – ganz herz­li­chen Dank an die SCHIPPER COMPANY‑, haben wir die Web­sei­te „Mensch in Ger­ma­ny„ erstellt: https://​www​.mensch​-in​-ger​ma​ny​.org/ externer Link Das aktu­el­le Ziel steht: Die Peti­ti­on an den Bun­des­tag für die Ein­füh­rung des Bedin­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­mens, soll die größ­te Peti­ti­on wer­den, die je an den Bun­des­tag gestellt wur­de.” Mel­dung vom 20. April 2020 bei Susan­ne Wiest externer Link
  • Ein hal­bes Jahr Grund­ein­kom­men
    Mode­de­si­gne­rin Tonia Merz hat eine Peti­ti­on für ein sechs-mona­ti­ges Grund­ein­kom­men auf­ge­setzt, denn vie­le kom­men gera­de auch mit Sofort­hil­fen nicht über die Run­den. Video der rbb Kul­tur-Sen­ung vom 18.04.2020 in der ARD-Media­thek externer Link
  • Bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men: Die Zeit ist reif für das Grund­ein­kom­men!
    “… Stel­len Sie sich vor, wir hät­ten aus der Finanz­kri­se vor gut zehn Jah­ren oder aus dem bereits über 15 Jah­re wäh­ren­den Hartz-IV-Deba­kel inzwi­schen die rich­ti­gen Schlüs­se gezo­gen und unter ande­rem ein bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men ein­ge­führt. Was wäre dann jetzt? (…) Ganz ein­fach: Es wäre alles anders! Die Coro­na­kri­se als Wirt­schafts­kri­se wür­de es in die­ser dra­ma­ti­schen Form nicht geben. War­um? Weil das Grund­ein­kom­men exakt jene unbü­ro­kra­ti­sche, ja unbe­ding­te Exis­tenz­si­che­rung dar­stellt, die unzäh­li­gen Men­schen die­ser Tage fata­ler­wei­se fehlt. Des­halb ist es kaum ver­wun­der­lich, dass Peti­tio­nen, die ein bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men for­dern, der­zeit wie Pil­ze aus dem Boden schie­ßen und welt­weit mil­lio­nen­fach unter­zeich­net wer­den. Zwar han­delt es sich dabei meis­tens nur um For­de­run­gen eines befris­te­ten Not­fall-Grund­ein­kom­mens, doch klar ist: Wer das Exis­tenz­mi­ni­mum jedes Ein­zel­nen nach­hal­tig garan­tie­ren will, der muss ein unbe­fris­te­tes Nor­mal­fall-Grund­ein­kom­men eta­blie­ren. Fragt sich also, war­um wir das nicht schon längst getan haben? Ant­wort: Weil ein bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men, so heißt es immer wie­der gebets­müh­len­ar­tig von sei­nen Kri­ti­kern, die Arbeits­mo­ral zer­rüt­te, nie­mals zu finan­zie­ren und über­dies unge­recht sei. Was ist von die­sen Ein­wän­den zu hal­ten? (…) Der Mensch ist von Natur aus kein Faul­tier. Im Gegen­teil: Wir sind auf die freie Ent­fal­tung unse­rer tat­kräf­ti­gen Per­sön­lich­keit ange­wie­sen. (…) Ein Grund­ein­kom­men könn­te einen Groß­teil der bis­he­ri­gen über 150 Sozi­al­leis­tun­gen samt deren kost­spie­li­ger Kon­troll­bü­ro­kra­tie erset­zen und wäre damit, je nach Modell, sogar güns­ti­ger, jeden­falls aber libe­ra­ler als der heu­ti­ge Sozi­al­staat. (…) War­um aus­ge­rech­net Grund­ein­kom­men für Fau­le? Und war­um aus­ge­rech­net Grund­ein­kom­men für Rei­che? Dar­über kla­gen vie­le, die gewohnt sind, dass Sozi­al­leis­tun­gen nur bra­ve Bedürf­ti­ge erhal­ten. Sie über­se­hen, dass das Grund­ein­kom­men gera­de kei­ne Sozi­al­leis­tung, son­dern ein ver­fas­sungs­ge­mä­ßes Grund­recht ist, das das men­schen­wür­di­ge Exis­tenz­mi­ni­mum aus­nahms­los aller gewähr­leis­tet. Damit ist das Grund­ein­kom­men kei­ne iden­ti­täts­po­li­ti­sche, son­dern eine – wenn man so will – indi­vi­dua­li­täts­po­li­ti­sche Maß­nah­me. Kurz­um: Das bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men macht weder faul, noch ist es prin­zi­pi­ell unbe­zahl­bar oder unge­recht…” Stand­punkt von Phil­ip Kov­ce vor­ge­tra­gen beim Deutsch­land­funk Kul­tur am 7. April 2020 externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: 4:21 Min., hör­bar bis zum 19. Janu­ar 2038)
  • Mit 1000 Euro im Monat durch die Kri­se? Peti­ti­on für ein begrenz­tes bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men muss mit fast 450.000 Unterstützer*innen im Bun­des­tag dis­ku­tiert wer­den 
    “In einer Zeit in der Mil­lio­nen vor finan­zi­el­len Unsi­cher­hei­ten ste­hen, wird die For­de­rung nach einem bedin­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­men immer lau­ter. Fast 450.000 Men­schen haben in den letz­ten Wochen die Peti­ti­on einer Ber­li­ner Selbst­stän­di­gen für eine befris­te­te Grund­si­che­rung unter­schrie­ben. Jetzt hat eine neue Peti­ti­on inner­halb kür­zes­ter Zeit das nöti­ge Quo­rum für eine Anhö­rung im Bun­des­tag erreicht. »Ich bin über­wäl­tigt«, schrieb Susan­ne Wiest ges­tern auf ihrem Blog. In nur vier Tagen hat die Akti­vis­tin mit ihrer For­de­rung eines kurz­fris­ti­gen und zeit­lich begrenz­ten bedin­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­mens 50.000 Unterstützer*innen erreicht. Damit ist das Quo­rum geknackt und sie darf ihr Anlie­gen in einer öffent­li­chen Sit­zung vom Peti­ti­ons­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges dis­ku­tie­ren. Die Idee ist nicht neu: Wiest schlägt einen exis­tenz­si­chern­den Betrag von unge­fähr 1000 Euro im Monat für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger vor. In der Coro­na­kri­se sol­le die­ser so lan­ge gezahlt wer­den, »wie es not­wen­dig sei«. Wer das Geld nicht benö­tig­te, kön­ne es zurück spen­den. Es sei nicht die Zeit für Büro­kra­tie, Kon­trol­le und Bedarfs­prü­fun­gen, schreibt Wiest in ihrer Peti­ti­on. Bereits in den letz­ten Wochen hat­te die Dis­kus­si­on um ein Grund­ein­kom­men an Fahrt gewon­nen. Die selbst­stän­di­ge Mode­de­si­gne­rin Tonia Mer­zan erreich­te mit ihrer Peti­ti­on auf »chan​ge​.org« fast 450.000 Unterstützer*innen. In ihrer per­sön­li­chen For­de­rung beschreibt die Ber­li­ner Klein­un­ter­neh­me­rin ihre aus­sichts­lo­se Situa­ti­on, die sie mit vie­len Selbst­stän­di­gen und Krea­ti­ven teilt: »Was mir trotz über­durch­schnitt­lich viel Arbeit nicht gelang, ist Rück­la­gen zu bil­den, die mich und mein Team durch eine Kri­se, wie wir sie der­zeit erle­ben, ret­ten könn­ten.«… “ Arti­kel von Mascha Mal­burg vom 3.4.2020 in neu­es Deutsch­land online externer Link
  • [Peti­ti­on] Not­fall-Grund­ein­kom­men für die EU – jetzt!
    “An Ursu­la von der Ley­en, Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on Chris­ti­ne Lagar­de, Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Zen­tral­bank Mário Cen­te­no, Prä­si­dent der Euro­grup­pe Die Finanz­mi­nis­ter der Mit­glied­staa­ten der EU. Wir for­dern die Euro­päi­sche Uni­on und ins­be­son­de­re die Euro­grup­pe auf, ein EU-geführ­tes Finanz­in­stru­ment zu schaf­fen, das es allen Mit­glied­staa­ten der EU ermög­licht, schnell ein bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men ein­zu­füh­ren. Die­se Not­fall-Maß­nah­me muss all den­je­ni­gen unver­züg­lich und unbü­ro­kra­tisch hel­fen, die von der Coro­na­kri­se in ihrer Exis­tenz bedroht sind. (…) Mit dem Appell schla­gen wir eine bedin­gungs­lo­se monat­li­che Zah­lung für jede Per­son vor – in einer Höhe, mit der die Lebens­grund­la­ge im All­tag gesi­chert ist. Ein sol­ches Sys­tem hat den gro­ßen Vor­teil, dass es nur ein Mini­mum an Büro­kra­tie braucht und daher schnell ein­ge­rich­tet ist. In vie­len Insti­tu­tio­nen der EU wird in die­sen Tagen an Vor­schlä­gen gear­bei­tet, die Wirt­schaft zu stüt­zen. Die ers­ten Schrit­ten sind bereits getan, wei­te­re wer­den fol­gen. Jetzt ist der rich­ti­ge Moment für schnel­le und unbü­ro­kra­ti­sche Hil­fe. Sie muss als Ers­tes das Vier­tel der Gesell­schaft errei­chen, das schon in nor­ma­len Zei­ten von Armut bedroht ist…” Peti­ti­on Uncon­di­tio­nal Basic Inco­me Euro­pe vom März 2020 bei You​Mo​ve​.EU externer Link

Der Bei­trag [Peti­ti­on] Mit dem bedin­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­men durch die Coro­na­kri­se erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More