[labournet:] Und das Wachstum? Das Wuppertal Institut hat eine Studie für Fridays for Future erstellt. Das wichtigste Thema kommt nicht vor

degrowth 2014“Fri­days for Future haben abso­lut recht: Die Bun­des­re­gie­rung und auch die Grü­nen besit­zen kei­ner­lei Plan, wie sie die Erd­er­wär­mung bei 1,5 Grad Cel­si­us stop­pen wol­len. Fragt sich nur, war­um die Poli­tik so schnar­chig ist. Die Ant­wort fin­det sich aus­ge­rech­net in der Stu­die externer Link, die Fri­days for Future externer Link beim Wup­per­tal Insti­tut in Auf­trag gege­ben haben (…) Das ist ver­dienst­voll, denn ohne Inno­va­tio­nen wird der Kli­ma­schutz garan­tiert nicht funk­tio­nie­ren. Trotz­dem bleibt ein Unbe­ha­gen zurück: Nir­gend­wo wird die Rech­nung auf­ge­macht, was die­se tech­ni­schen Vor­schlä­ge kon­kret für die Wirt­schaft bedeu­ten wür­den. Also zum Bei­spiel für die Arbeits­plät­ze, die Spar­gut­ha­ben, die Wirt­schafts­leis­tung oder die indi­vi­du­el­len Ein­kom­men. (…) Denn die Wahr­heit ist unbe­quem: Kli­ma­schutz gibt es nicht umsonst. (…) In Wahr­heit benö­ti­gen wir sogar ein „grü­nes Schrump­fen“: Die kon­su­mier­ten Men­gen müs­sen sin­ken, sonst wird es nichts mit der Kli­ma­neu­tra­li­tät. (…) Einen sta­gnie­ren­den oder gar schrump­fen­den Kapi­ta­lis­mus gab es noch nie. (…) Der Wert von Akti­en oder Häu­sern hängt von der Ren­di­te ab. Wenn nun aber die Wirt­schaft sta­gniert oder gar schrumpft, dann fal­len auch die Gewin­ne, und vie­le Fir­men gehen gänz­lich plei­te. Kli­ma­schutz bedeu­tet also, dass die Ver­mö­gens­wer­te dahin­schmel­zen wie heu­te das Polar­eis. Es wür­de jeden tref­fen, nicht nur Mil­lio­nä­re. Auch die stink­nor­ma­le Lebens­ver­si­che­rung könn­te nicht mehr zurück­zah­len, was einst an Prä­mi­en ein­ge­zahlt wur­de. Kli­ma­schutz ist drin­gend und nie­mand wür­de hun­gern. Aber es wäre ein ande­res Leben. Es wür­den nicht nur Wind­rä­der auf­ge­stellt und Wär­me­däm­mun­gen ein­ge­baut – es wäre eine völ­lig neue Wirt­schafts­ord­nung, für die bis­her nie­mand ein prak­ti­ka­bles Modell hat…” Arti­kel von Ulri­ke Herr­mann vom 17. Okto­ber 2020 bei der taz online externer Link, sie­he dazu:

  • Kann es einen kli­ma­ge­rech­ten Kapi­ta­lis­mus geben? New
    “In der letz­ten Zeit wach­sen auch in der Umwelt­be­we­gung die Zwei­fel – und es gibt Theo­re­ti­ker, die wie­der auf Sozia­lis­mus und sogar auf Lenin zurück­grei­fen. Die im Auf­trag der Kli­ma­be­we­gung Fri­days for Future vom Wup­per­tal-Insti­tut erstell­te Stu­die soll­te zei­gen, dass es mög­lich ist, den Anstieg der Erd­er­wär­mung auf 1,5 Grad zu begren­zen. Die­ser Wert gilt bei vie­len als akzep­ta­bel. Die Stu­die soll­te damit einer­seits Druck auf die Poli­tik aus­üben, der von aner­kann­ten Exper­ten nach­ge­wie­sen wer­den soll­te, dass eine kli­ma­ge­rech­te Welt mög­lich ist, wenn es die Poli­ti­ker nur wol­len. Gleich­zei­tig war es auch eine Ansa­ge an eine lin­ke Bewe­gung, die einen kli­ma­ge­rech­ten Kapi­ta­lis­mus für nicht mög­lich hält. Die Stu­die soll­te das Gegen­teil bewei­sen. So wur­de sie auch in gro­ßen Tei­len der Medi­en auf­ge­nom­men. Wer jetzt noch die Sys­tem­fra­ge stel­le, dem wur­de vor­ge­wor­fen, Zeit mit Dis­kus­sio­nen zu ver­plem­pern, statt den Blick auf das Wesent­li­che, die Umwelt- und Kli­ma­kri­se zu len­ken. Doch die Stu­die beweist gera­de nicht, was ihr nach­ge­sagt wird. Das hat die Taz-Redak­teu­rin Ulri­ke Herr­mann, eine lin­ke Sozi­al­de­mo­kra­tin nach­ge­wie­sen. (…)So zieht Herr­mann auch ein ernüch­tern­des Fazit. Denn mach­bar ist gar nichts in die­ser soge­nann­ten Mach­bar­keits­stu­die. (…) Doch auch inner­halb der Kli­ma­be­we­gung wächst schon län­ger der Kreis derer, die den Kapi­ta­lis­mus als Pro­blem und nicht als Lösung in der Kli­ma­fra­ge sehen. Der schwe­di­sche Phi­lo­soph und Umwelt­ak­ti­vist Andre­as Malm will auch in der Kli­ma­kri­se radi­kal im Wort­sin­ne sein, das heißt, er will an die Wur­zeln gehen. Dabei nimmt er sogar Anlei­hen bei Lenin, Malm ver­tritt eine neue Strö­mung des Öko­leni­nis­mus. (…) Nun ist Malm nicht der ein­zi­ge Theo­re­ti­ker, der aktu­ell in der Kli­ma­be­we­gung The­sen auf­stell­te, die aus der Zeit der Arbei­ter­be­we­gung stam­men. Der kana­di­sche Öko­so­zia­list Ian Angus hat die Paro­le “Sozia­lis­mus oder Bar­ba­rei” in “Öko­so­zia­lis­mus oder Bar­ba­rei” erwei­tert. (…) Auch eine der bis in links­li­be­ra­le Krei­se popu­lä­re Theo­re­ti­ke­rin wie Nao­mi Klein hat sich in der Kli­ma­kri­se radi­ka­li­siert: “Nur eine sozia­le Mas­sen­be­we­gung kann uns jetzt noch ret­ten. Weil wir wis­sen, wo das gegen­wär­ti­ge Sys­tem hin­steu­ert, wenn es unge­hemmt wei­ter­läuft. Wir wis­sen auch, möch­te ich hin­zu­fü­gen, wie die­ses Sys­tem mit der Rea­li­tät einer Serie von Kli­ma­ka­ta­stro­phen umge­hen wird: mit Gewinn­ma­xi­mie­rung und eska­lie­ren­der Bar­ba­rei, um die Gewin­ner von den Ver­lie­rern abzu­son­dern. Wenn wir in die­ser Dys­tro­phie lan­den wol­len, müs­sen wir nur auf der Stra­ße wei­ter­bret­tern, auf der wir uns befin­den. Die ein­zi­ge ver­blei­ben­de Varia­ble ist die Fra­ge, ob eine Gegen­macht ent­steht, die die Stra­ße blo­ckiert und gleich­zei­tig alter­na­ti­ve Wege frei­räumt, die zu weni­ger gefähr­li­chen Ent­wick­lun­gen füh­ren. Wenn das geschieht, ändert sich alles.”…” Bei­trag von Peter Nowak vom 24. Okto­ber 2020 bei Tele­po­lis externer Link
  • Sie­he zum The­ma auch: [Pres­se­schau] New Deal – aber jetzt Green Deal für Euro­pa – mit der Stu­die des Wup­per­tal-Insti­tu­tes für Fri­day for Future

Der Bei­trag Und das Wachs­tum? Das Wup­per­tal Insti­tut hat eine Stu­die für Fri­days for Future erstellt. Das wich­tigs­te The­ma kommt nicht vor erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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