[labournet:] Sie sollen für ihre Morde vor Gericht: Boliviens christliche Putschisten. Und morden weiter: Bergarbeiter-Gewerkschafter erliegt seinen Verletzungen nach einem Nazi-Überfall

Anti-Putsch-Plakat in Bolivien im November 2019„… Die Unter­su­chungs­kom­mis­si­on des boli­via­ni­schen Par­la­ments zu den Mas­sa­kern im Novem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res in Saca­ba und Sen­ka­ta hat am Mon­tag ihren Abschluss­be­richt vor­ge­legt. Damals kamen 20 Men­schen ums Leben und meh­re­re hun­dert wur­den ver­letzt. Die Kom­mis­si­on kommt zu dem Schluss, dass die töd­li­chen Pro­jek­ti­le aus Waf­fen des Mili­tärs und der Poli­zei stamm­ten. Sie emp­fiehlt, Gerichts­ver­fah­ren gegen die De-fac­to-Prä­si­den­tin Jea­ni­ne Áñez und ihr Kabi­nett als Haupt­ver­ant­wort­li­che zu eröff­nen. Der Unter­su­chungs­be­richt wird dem Par­la­ment prä­sen­tiert, wo ent­spre­chen­de Maß­nah­men ver­ab­schie­det wer­den. Am 20. Okto­ber ver­gan­ge­nen Jah­res erhob die Orga­ni­sa­ti­on Ame­ri­ka­ni­scher Staa­ten (OAS) Betrugs­vor­wür­fe bei den Prä­si­dent­schafts- und Par­la­ments­wah­len in Boli­vi­en. Dar­auf­hin führ­ten Geg­ner des Wahl­sie­gers Evo Mora­les einen drei­wö­chi­gen Gene­ral­streik durch, bis schließ­lich Mili­tär und Poli­zei ihn zum Rück­tritt zwan­gen. Mora­les floh ins Exil und zahl­rei­che Regie­rungs­an­ge­hö­ri­ge und Par­tei­mit­glie­der der Bewe­gung zum Sozia­lis­mus (Movi­mi­en­to al Socia­lis­mo, MAS) ver­steck­ten sich nach Anschlä­gen oder flo­hen außer Lan­des. Die dama­li­ge Sena­to­rin Jea­ni­ne Áñez über­nahm die Prä­si­dent­schaft. Am 15. Novem­ber ver­such­ten Anhänger:innen von Mora­les zur viert­größ­ten Stadt des Lan­des, Cocha­bam­ba, zu mar­schie­ren. Sie for­der­ten die Abset­zung der in ihren Augen ille­gi­ti­men “Über­gangs­re­gie­rung”. In Saca­ba wur­den sie von Poli­zei und Mili­tär auf­ge­hal­ten. Die Bilanz: zehn Tote auf Sei­ten der Pro­tes­tie­ren­den. Vier Tage spä­ter ereig­ne­te sich in Sen­ka­ta in der Stadt El Alto ein ähn­li­ches Sze­na­rio…“ – aus dem Bei­trag „Par­la­ment in Boli­vi­en will Putsch-Regie­rung wegen Mas­sa­kern ankla­gen“ von Andre­as Het­zer am 28. Okto­ber 2020 bei ame​ri​ka21​.de externer Link über den nahe­lie­gen­den Grund, wes­halb die Nazi-Frau 350 Visa bei der USA-Regie­rung haben möch­te… Sie­he auch die Mel­dung über den Tod des Berg­bau-Gewerk­schaf­ters Gut­tie­rez nach einem Nazi-Über­fall und einen Bei­trag über die Ber­li­ner Reak­ti­on auf die Wahl­schlap­pe ihrer Freun­de sowie den Hin­weis auf unse­ren ers­ten Betrag zu den Ent­wick­lun­gen nach der Wahl:

  • „Das Lithi­um und der Putsch“ am 28. Okto­ber 2020 bei Ger­man For­eign Poli­cy externer Link zur Ber­li­ner Reak­ti­on auf die Wahl­schlap­pe ihrer Freun­de: „… Nach der Prä­si­den­ten­wahl in Boli­vi­en hof­fen Ber­lin und deut­sche Wirt­schafts­krei­se auf direk­ten Zugriff auf die ver­mut­lich größ­ten Lithi­um­la­ger­stät­ten der Welt. Schon Ende 2018 hat­te das deut­sche Unter­neh­men ACI Sys­tems ein Joint Ven­ture mit der staat­li­chen boli­via­ni­schen YLB schlie­ßen kön­nen, um das Lithi­um im Salar de Uyu­ni zu för­dern, dem größ­ten Salz­see der Erde im boli­via­ni­schen Hoch­land. Lithi­um ist für die Pro­duk­ti­on von Bat­te­rien, wie sie etwa in Elek­tro­au­tos ver­wen­det wer­den, unver­zicht­bar und von spe­zi­el­lem Wert für die deut­sche Kfz-Indus­trie. Das deutsch-boli­via­ni­sche Joint Ven­ture war aller­dings Anfang Novem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res im Ver­lauf schwe­rer Unru­hen in Boli­vi­en auf Eis gelegt und nach dem Putsch in La Paz vom 10. Novem­ber 2019 nicht wie­der auf­ge­nom­men wor­den – dies, obwohl die Bun­des­re­gie­rung dem Putsch­re­gime den Rücken stärk­te. Nach der kla­ren Wahl­nie­der­la­ge der Put­schis­ten setzt Ber­lin nun auf ein Ent­ge­gen­kom­men des Wahl­sie­gers Luis Arce – obwohl es gebil­ligt hat­te, dass des­sen Par­tei­kol­le­ge Evo Mora­les 2019 gewalt­sam gestürzt wur­de…“

Der Bei­trag Sie sol­len für ihre Mor­de vor Gericht: Boli­vi­ens christ­li­che Put­schis­ten. Und mor­den wei­ter: Berg­ar­bei­ter-Gewerk­schaf­ter erliegt sei­nen Ver­let­zun­gen nach einem Nazi-Über­fall erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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