[Freiheitsliebe:] Der Wilde Westen – USA klauen iranisches Öl und verkaufen es für 40 Millionen Dollar

Im August kon­fis­zier­te die Trump-Regie­rung 1,116 Mil­lio­nen Bar­rel Roh­öl, das auf dem Weg vom Iran nach Vene­zue­la war. Nun hat sie es für über 40 Mil­lio­nen US-Dol­lar ver­kauft. Ein Fall von Pira­te­rie auf hoher See, der vom US-Finanz­mi­nis­te­ri­um in Auf­trag gege­ben wur­de.

Bel­la, Bering, Pan­di und Luna – nicht etwa die Namen aus einem Zei­chen­trick, son­dern von vier Öltan­kern unter libe­ri­scher Flag­ge. Die­se waren im August von Iran nach Vene­zue­la unter­wegs und wur­den von Schif­fen der Trump-Regie­rung gestoppt und kon­fis­ziert – ihre Ladung: 1,116 Mil­lio­nen Bar­rel Roh­öl. Genau genom­men wur­den nicht die Schif­fe selbst kon­fis­ziert, auch fiel auf hoher See kein ein­zi­ger Schuss. Viel­mehr wur­den Eigen­tü­me­rin­nen, Ver­si­che­rer und Crew von der US-Regie­rung mit mas­si­ven Sank­tio­nen bedroht und so gezwun­gen, ihre Ladung aus­zu­hän­di­gen, „die nun in US-Besitz über­führt wird“, wie ein hoch­ran­gi­ger US-Beam­ter gegen­über der Asso­cia­ted Press im August erklär­te.

Das Öl der vier Schif­fe – zwei in Gewäs­sern vor Oman, zwei vor Mosam­bik – wur­de in Schif­fe des US-Mili­tärs gepumpt: ein Akt inter­na­tio­na­ler Pira­te­rie auf hoher See.

Die Sze­ne erin­ner­te mich ein wenig an Epi­so­de 5/​5 von Brea­king Bad, als Wal­ter, Jes­se, Mike und Todd 1.000 Gal­lo­nen wäss­ri­ges Methyl­amin, das sie zur Her­stel­lung ihres Blue Meth im indus­tri­el­len Maß­stab benö­ti­gen, aus einem Zug klau­en und in im Boden ver­gra­be­ne Was­ser­tanks abpum­pen. Der Unter­schied: Die US-Regie­rung klau­te nicht 1.000 Gal­lo­nen wert­vol­ler Fracht, son­dern umge­rech­net 46.872.000 Gal­lo­nen. Und sie tat dies nicht wie die vier Meth-Köche hoch­kon­spi­ra­tiv und im Gehei­men, son­dern vor den Augen der Welt­öf­fent­lich­keit.

Die USA kon­fis­zier­ten 1,116 Mil­lio­nen Bar­rel ira­ni­schen Roh­öls aus vier Tan­kern wie die­sem hier und ver­kauf­ten es für über 40 Mil­lio­nen US-Dol­lar. Image by Astrid Schmid from Pixabay.

Die Anord­nung, die Ladung der vier Schif­fe zu steh­len, wur­de bereits im Juli vom US-Finanz­mi­nis­te­ri­um aus­ge­stellt, wel­ches somit der Auf­trag­ge­ber die­ser Pira­te­rie­ope­ra­ti­on war. In einem Pres­se­state­ment prahl­te das Minis­te­ri­um: Dies war „die größ­te Beschlag­nah­me von Treib­stoff­lie­fe­run­gen aus dem Iran aller Zei­ten“.

Ges­tern nun trat an die Öffent­lich­keit, was mit dem gestoh­le­nen Öl gesche­hen ist: Die US-Regie­rung hat es für über 40 Mil­lio­nen US-Dol­lar ver­kauft. „Wir schät­zen, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten durch den Ver­kauf des Erd­öls die­ser vier Schif­fe mehr als 40 Mil­lio­nen US-Dol­lar Ent­schä­di­gun­gen erhal­ten wer­den“, erklärt Micha­el Sher­win, ein hoch­ran­gi­ger Anwalt der Regie­rung am Bun­des­ge­richt des District of Colum­bia, gegen­über Repor­tern. Die Wort­wahl spricht Bän­de: „Ent­schä­di­gun­gen“.

Ein „gro­ßer Teil“ davon soll in einen Fonds für Ange­hö­ri­ge von Ter­ror­op­fern ein­ge­zahlt wer­den, so der offen­sicht­li­che Ver­such der Trump-Regie­rung, bei die­sem Mul­ti­mil­lio­nen-Dol­lar-Raub ihr Gesicht zu wah­ren. In wes­sen Taschen jener Teil der über 40 Mil­lio­nen Dol­lar lan­den wird, der nicht zu die­sem „gro­ßen Teil“ gehört, bleibt offen.

Die Arro­ganz des Impe­ri­ums: Donald Trump als Jes­se James, die US-Regie­rung spielt Wil­der Wes­ten und bedient sich an den Schät­zen frem­der Län­der.

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Ich bin seit Ende 2015 bei Die Frei­heits­lie­be mit dabei. Als stu­dier­ter Bio­che­mi­ker habe ich ein Jahr in Nab­lus, Paläs­ti­na gelebt und dort an der Uni die Aus­wir­kun­gen israe­li­scher Indus­trie­an­la­gen auf die Umwelt und die Gesund­heit der Men­schen in der West­bank erforscht. Anschlie­ßend habe ich neben meh­re­ren Län­dern in Ost­eu­ro­pa und dem Bal­kan auch eini­ge Zeit in Tel Aviv und Hai­fa in Isra­el gelebt und ken­ne daher „bei­de Sei­ten“ des Kon­flikts und die jewei­li­gen Men­ta­li­tä­ten recht gut. Soweit ich zurück­bli­cken kann, bin ich ein poli­tisch den­ken­der Mensch und ver­ab­scheue Unge­rech­tig­kei­ten jeg­li­cher Art. Aus bedin­gungs­los pazi­fis­ti­scher Sicht schrei­be ich gegen den Krieg an und ver­su­che so, mei­nen klei­nen Bei­trag zu leis­ten.
Mei­ne The­men­schwer­punk­te sind Ter­ro­ris­mus, das US Empi­re, Krieg (Frie­den?) und spe­zi­ell der Nahe Osten.
 
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