[gG:] Spendenaufruf für Anarchist*innen in Indonesien

Wir wur­den von unse­ren Freund*innen in Indo­ne­si­en gebe­ten, fol­gen­den Text zu über­set­zen und mit einem bei­gefüg­ten Spen­den­auf­ruf zu ver­brei­ten. Auch wenn der Text nicht direkt von Anarchist*innen stammt und sicher­lich in man­chen Punk­ten einer Kri­tik bedarf, spie­gelt er unse­ren Freund*innen nach trotz­dem die Ver­brei­tung und tie­fer­ge­hen­de Radi­ka­li­tät des Wider­stands gegen das Omni­bus-Gesetz wie­der. Der Wider­stand gegen Kapi­ta­lis­mus, Staat und neo­li­be­ra­le Refor­men ist stark in Indo­ne­si­en und gip­felt in Bemü­hun­gen, eine Gegen­be­we­gung zu par­la­men­ta­ri­scher Poli­tik auf­zu­bau­en. Doch Repres­si­on von Sei­ten des Staa­tes und sei­ner reak­tio­nä­ren Anhänger*innen inten­si­viert sich eben­so – zahl­rei­che Men­schen wur­den inha­fitert, ver­schleppt, ver­letzt, getö­tet oder sind selbst unter­ge­taucht.

Um Spen­den an in Indo­ne­si­en inhaf­tier­te oder unter­ge­tauch­te Anarchist*innen sowie das femi­nis­ti­sche Kol­lek­tiv “Need­le ‚N’ Bitch”, wel­ches u.a. Opfer häus­li­cher Gewalt unter­stützt, zu sen­den, sie­he den Anhang am Ende des Texts. Dort fin­det sich auch die eng­li­sche Ori­gi­nal­ver­si­on die­ses Texts. (Selbst­be­schrei­bung von “Need­le ‚N’ Bitch: https://​dir​ty​im​mi​grant​.wor​d​press​.com/​f​o​r​u​m​/​n​e​e​d​l​e​-​n​-​b​i​t​c​h​-​b​a​n​n​e​d​-​f​r​o​m​-​c​o​p​e​n​h​a​g​e​n​-​f​e​s​t​i​v​a​l​/​n​e​e​d​l​e​-​n​-​b​i​t​c​h​-​s​e​l​f​-​d​e​s​c​r​i​p​t​i​on/ )

PRESSEMITTEILUNG DER

ALLIANZ DER VOLKSBEWEGUNG (ALIANSI RAKYAT BERGERAK)

EIN PROTESTAUFRUF FÜR EIN MISSTRAUENSVOTUM:

WIR FORDERN DEN RÜCKTRITT VON JOKOWI-MA’RUF!

WIR FORDERN DIE RÜCKNAHME DES ARBEITSSCHAFFUNGSGESETZES (OMNIBUS-GESETZ)!

LÖST DAS ABGEORDNETENHAUS AUF!

ETABLIERT EINE VOLKSVERSAMMLUNG!

YOGYAKARTA (INDONESIEN)

  1. Okto­ber 2020

In der Zeit bevor und nach­dem das Omni­bus-Gesetz durch das Abge­ord­ne­ten­haus (DPR RI) ver­ab­schie­det wur­de, gab es eine mas­si­ve Wel­le an Pro­tes­ten von diver­sen Grup­pie­run­gen in ver­schie­dens­ten Regio­nen Indo­ne­si­ens, wel­che seit Janu­ar und bis heu­te anhal­ten. Arbeiter*innen, Bäuer*innen, Stu­die­ren­de und Schüler*innen und vie­le ande­re sozia­le Ele­men­te sind ver­eint in ihren Demons­tra­tio­nen und ande­ren Wegen des Pro­tests. Die Pro­test­be­we­gung basiert auf dem Miss­trau­en der Bevöl­ke­rung dem Staat gegen­über, wel­cher unver­hoh­len die Inter­es­sen des Kapi­tals favo­ri­siert und nicht jene der Mar­gi­na­li­sier­ten. Das stei­gen­de Miss­trau­en fand einen Höhe­punkt in dem Moment, an dem der Staat das Omni­bus-Gesetz ver­ab­schie­de­te.

Die Rechts­ver­ord­nung die­ses Geset­zes ist ver­fas­sungs­wid­rig. Es wur­de nicht nur über­eilt und ohne öffent­li­che Betei­li­gung durch­ge­wun­ken, der Agen­da des Abge­ord­ne­ten­hau­ses man­gelt es auch an jeg­li­cher Trans­pa­renz. Die Insti­tu­tio­nen des Staa­tes und ihre blind erge­be­nen Unter­stüt­zen­den haben die Bevöl­ke­rung wie­der­holt ver­sucht zu täu­schen, indem vor­ge­ge­ben wird, dass das Gesetz angeb­lich weit­rei­chen­de Arbeits­mög­lich­kei­ten eröff­nen und auf der Sei­te der Benach­tei­lig­ten ste­hen wür­de. In Wahr­heit sind dies alles Lügen.

Genau­so ver­hält es sich mit den Berei­chen Arbeit, Agrar­wirt­schaft, Umwelt, Bil­dung und ande­ren Sek­to­ren, dass kei­ne den Inter­es­sen mar­gi­na­li­sier­ter Bevöl­ke­rungs­grup­pen die­nen; sie alle die­nen den Inter­es­sen der Herr­schen­den, wel­che sich mit den Olig­ar­chen ver­bün­det haben. Mit die­sem Aus­gangs­punkt begann die Volks­be­we­gung in vie­len Regio­nen Indo­ne­si­ens – inklu­si­ve jener in Yogya­kar­ta (die Alli­anz der Volks­be­we­gung) – eine Initia­ti­ve und orga­ni­sier­te sich selbst mit dem Ziel der Rück­nah­me des Omnis­bus-Geset­zes.

Nahe­zu alle Pro­tes­te gegen das Omni­bus-Gesetz in zahl­rei­chen Regio­nen, inklu­si­ve jener in Yogya­kar­ta, wur­den zum Ziel bru­ta­ler Gewalt durch den Staats­ap­pa­rat und reak­tio­nä­rer Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen, wel­cher vie­le Men­schen zum Opfer fie­len. Tat­säch­lich sind zum Zeit­punkt die­ses Texts vie­le unse­rer Freund*innen durch die Poli­zei fest­ge­nom­men wor­den – man­che sind noch immer in Haft, wäh­rend der Auf­ent­halts­ort ande­rer wei­ter­hin unbe­kannt ist. Anwält*innen wird teil­wei­se oder gänz­lich kein Zugang gewährt und sie kön­nen die fest­ge­nom­me­nen Pro­tes­tie­ren­den nicht unter­stüt­zen – ob in Sura­ba­ya, Cire­bon, Ban­dung, Jakar­ta, Yogya­kar­ta und ande­ren Regio­nen. Die bar­ba­ri­schen Akte der Repres­sio­nen durch die Poli­zei und der reak­tio­nä­ren Orga­ni­sa­tio­nen muss gründ­lich durch soli­da­ri­sche Men­schen unter­sucht wer­den.

Die Art und Wei­se in wel­cher der Staat die Inter­es­sen von Vermieter*innen, repres­si­ver Staats­ap­pa­ra­te und reak­tio­nä­rer Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen favo­ri­siert, hat das in der Bevöl­ke­rung ver­brei­te­te Miss­trau­en maß­geb­lich ver­stärkt. Die Zer­stö­rung von Eigen­tum wäh­rend der Demons­tra­tio­nen gegen die­ses mise­ra­ble Gesetz lässt sich nur schwer ver­glei­chen mit der Zer­stö­rung der Umwelt und den Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, für wel­che der Staat seit Jahr­zehn­ten ver­ant­wort­lich ist. Tat­säch­lich sind die­se kom­plett unver­gleich­lich. Der zivi­le Unge­hor­sam nach hori­zon­ta­lem Mus­ter in den vie­len Regio­nen muss wei­ter­ge­hen. Der Sieg der Bevöl­ke­rung wird sich ohne eine ver­netz­te, mas­si­ve Bewe­gung nicht durch­set­zen las­sen.

Auf Grund aller For­men von Gewalt, wel­che die Men­schen erfah­ren haben, ist eine grö­ße­re und mas­si­ve­re Bewe­gung als Aus­druck zivi­len Unge­hor­sams nötig, um den poli­ti­schen Druck auf den Staat und sei­ne abscheu­li­chen Kompliz*innen zu erhö­hen, mit dem Ziel

  1. das Omni­bus-Gesetz zurück­zu­zie­hen

  2. der Frei­las­sung aller fest­ge­nom­me­nen Pro­tes­tie­ren­den

  3. den Gewalt­ta­ten von Staat und reak­tio­nä­ren Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen

Wider­stand ent­ge­gen­zu­set­zen

  1. den Wider­stand auf der Stra­ße auf­recht­zu­er­hal­ten, bis eine

Volks­ver­samm­lung eta­bliert ist

CHRONOLOGIE

Diens­tag, 8. Sep­tem­ber 2020, um 9 Uhr mor­gens ver­sam­meln sich Demons­trie­ren­de ver­schie­dens­ter Hin­ter­grün­de am Bund­eran UGM Yogya­kar­ta und tre­ten kurz dar­auf eine lan­ge Demons­tra­ti­ons­rou­te nach Malio­bo­ro an. Der Demons­tra­ti­ons­zug war orga­ni­siert und ver­lief ohne Stö­run­gen, es wur­den Flug­blät­ter mit den For­de­run­gen der Demons­trie­ren­den ver­teilt. Um 12:11 mit­tags, began­nen die Pro­tes­tie­ren­den, reprä­sen­tiert durch das Team für Öffent­lich­keits­ar­beit der Alli­anz der Volks­be­we­gung (ARB), eine Pres­se­kon­fe­renz und setz­ten danach den lan­gen Weg zum End­punkt fort.

Um 13:01 kamen die Pro­tes­tie­ren­den am Park­platz des Abu Bakar Ali an und hin­gen dar­auf­hin ein Trans­pa­rent aus dem drit­ten Ober­ge­schoss des Gebäu­des. Um 13:03 brach ers­tes Cha­os aus nach­dem Pro­tes­tie­ren­de mit Trä­nen­gas beschos­sen wur­den und Gegen­stän­de in den Hof des Abge­ord­ne­ten­hau­ses (DPRD) war­fen. Um 13:10 wur­de vom Laut­spre­cher­wa­gen der Demons­tra­ti­on aus dazu auf­ge­ru­fen, dass sich die Demons­trie­ren­den wie­der ver­sam­meln und zum End­punkt der Demo wei­ter­ge­hen soll­ten. Um 13:22 wur­den klei­ne­re Gegen­stän­de gegen das Gebäu­de und in den Vor­hof gewor­fen, doch der Laut­spre­cher­wa­gen rief dazu auf, geord­net zu blei­ben.

Gegen 13:23 eska­lier­te die Situa­ti­on und Demons­trie­ren­de dräng­ten in den Vor­hof des Abge­ord­ne­ten­hau­ses. Dar­auf­hin setz­te um 13:25 wei­te­rer Trä­nen­gas­be­schuss ein und die Demons­tra­ti­on zog sich zurück. Zwi­schen 13:33 und 13:38 war wei­te­rer Beschuss hör­bar und es wur­de zuneh­mend schwe­rer, die Mas­se an Pro­tes­tie­ren­den zu iden­ti­fi­zie­ren. Der Trä­nen­gas­ein­satz und eine aus­bre­chen­de Mas­sen­pa­nik ließ die Lage gegen 14:05 außer Kon­trol­le gera­ten. Zahl­rei­che ver­letz­te Pro­tes­tie­ren­de wur­den unver­züg­lich eva­ku­iert und erhiel­ten medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Um 14:58 wur­den wei­ter­hin Ver­letz­te zum Vor­raum des Malio­bo­ro Ein­kaufs­zen­trums eva­ku­iert. Um 15 Uhr über­la­ger­ten sich die Rufe “Revo­lu­ti­on” der Demons­trie­ren­den mit den Geräu­schen der Schüs­se von Trä­nen­gas.

Um 16:20 wur­de kurz ein Pro­test­auf­ruf ver­le­sen, wel­cher mit wei­te­rem Trä­nen­gas­be­schuss beant­wor­tet wur­de; bald dar­auf zog sich die Mas­se an Pro­tes­tie­ren­den in Rich­tung Abu Bakar Ali – Park­platz zurück. Um 17:50 stell­te unser medi­zi­ni­sches Team fest, dass 30 Teil­neh­men­de der Demons­tra­ti­on medi­zi­ni­sche Behand­lung erhiel­ten und sich man­che unter ihnen in kri­ti­scher Ver­fas­sung befan­den. Gegen 18 Uhr erklär­te das Doku­men­ta­ti­ons­team, dass 20 Men­schen ver­haf­tet wur­den und 2 von ihnen bewusst­los waren.

SCHLUSSFOLGERUNG

Auf Grund­la­ge der oben geschil­der­ten Ereig­nis­se las­sen sich meh­re­re wich­ti­ge Punk­te bzgl. des Pro­tests für ein Miss­trau­en­vo­tum am 8. Sep­tem­ber 2020 fest­hal­ten:

  1. Dies war ein offe­ner Pro­test an wel­chem alle Tei­le der Gesell­schaft teil­ge­nom­men haben und somit war die Mas­se an Pro­tes­tie­ren­den von Natur aus flie­ßend.

  2. Die­ser Pro­test hielt stark an dem Prin­zip fest, dass Pro­tes­te am Inter­es­se der Bevöl­ke­rung aus­ge­rich­tet sein soll­ten und hat­te somit kei­ne Agen­da wel­che eine Pro­vo­ka­ti­on oder sozia­le Kon­flik­te mit ande­ren Tei­len der Gesell­schaft aus­lö­sen soll­te.

  3. Die­ser Pro­test hat die Zahl der Teil­neh­men­den nicht beschränkt; der Fakt dass die Zah­len explo­dier­ten und sozia­le Unru­hen aus­bra­chen waren ver­mut­lich ein Ergeb­nis der Ver­kün­dung der Poli­ti­ken.

  4. Die­ser Pro­test hielt stark an den Prin­zi­pi­en des füh­rer­lo­sen Wider­stands, Gleich­heit und Demo­kra­tie fest und hat somit nicht die Iden­ti­tä­ten der Pro­tes­tie­ren­den preis­ge­ge­ben – mit Hin­blick dar­auf, dass Iden­ti­fi­zie­rung und dar­aus resul­tie­ren­de Beschrän­kun­gen jeg­li­cher Form die Unter­drü­ckung der frei­en Mei­nungs­äu­ße­rung dar­stel­len.

  5. Es ist wahr, dass es Zusam­men­stö­ße zwi­schen der Mas­se an Pro­tes­tie­ren­den und den Sicher­heits­kräf­ten gab.

  6. Es ist wahr, dass zahl­rei­che Pro­tes­tie­ren­de ver­letzt wur­den und im Kran­ken­haus oder durch unse­re Demo-Sanitäter*innen medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung erhiel­ten.

  7. Es ist wahr, dass 95 Pro­tes­tie­ren­de durch Sicher­heits­kräf­te (in Pol­res­ta Yogya­kar­ta) ver­haf­tet wur­den und sie durch unse­re Anwält*innen Hil­fe erhal­ten.

  8. Es ist wahr, dass wäh­rend der Zusam­men­stö­ße zwi­schen Poli­zei und Demons­trie­ren­den Sach­scha­den ver­ur­sacht wur­de.

  9. Es ist wahr, dass ein Gebäu­de im Umkreis der Malio­bo­ro Ein­kaufs­hal­le in Flam­men stand.

  10. Im Hin­blick auf die flie­ßen­de Natur der Pro­tes­tie­ren­den und dem star­ken Anstieg der Zahl an Teil­neh­men­den, gibt es eine fes­te Über­zeu­gung, dass die Demons­tra­ti­on mit der Absicht die demo­kra­ti­sche Bewe­gung zu dis­kre­di­tie­ren unter­wan­dert wur­de.

  11. Die Behaup­tung das Gebäu­de sei von Pro­tes­tie­ren­den in Brand gesetzt wor­den lässt sich durch Video­auf­nah­men wider­le­gen, wel­che zei­gen wie Teil­neh­men­de der Demons­tra­ti­on ver­such­ten das Feu­er zu löschen. Jedoch muss­ten sich die­se unter Trä­nen­gas­be­schuss zurück­zie­hen.

  12. Mit Blick auf die flie­ßen­de Natur der Teil­neh­men­den des Pro­tests sind wir nicht im Stan­de, die­se ein­zeln zu iden­ti­fi­zie­ren, wer­den jedoch ver­su­chen medi­zi­ni­schen und recht­li­chen Bei­stand zu leis­ten.

  13. Jeg­li­che offi­zi­el­len Mit­tei­lun­gen bzgl. des Pro­tests wur­den durch gemein­sa­me Über­ein­stim­mung zwi­schen allen Tei­len der Alli­anz der Volks­be­we­gung nie­der­ge­schrie­ben.

Wir haben gelernt, wie es zum Kolo­nia­lis­mus kam. Wann wer­den die Unter­drück­ten, von Ame­ri­ka bis Asi­en auf­ste­hen und mit einem Blu­men­strauß begrüßt wer­den?

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Spen­den­kon­to für in Indo­ne­si­en inhaf­tier­te oder unter­ge­tauch­te Anarchist*innen sowie das femi­nis­ti­sche Kol­lek­tiv “Need­le and Bitch”:

(Die­ses Kon­to ist durch per­sön­li­che Kon­tak­te als ver­trau­ens­wür­dig bestä­tigt. ABC Indo­ne­sia ist nach Ver­un­treu­ung vor­erst nicht als ver­läss­lich ein­zu­stu­fen.)

Trans­fer­wi­se

Email : ***detha_​death@​yahoo.​com
Name : Nidya Para­mi­ta
Address : Komp. BPPT Jl. Tekno­lo­gi 8 No. H15/​B13, Meru­ya Uta­ra, Kem­ban­gan, Jakar­ta Barat
City : DKI Jakar­ta
Pos­tal code : 11620
Coun­try : Indo­ne­sia
Bank Name : Bank Nega­ra Indo­ne­sia (BNI)
BIC /​IBAN /​SWIFT code : BNINIDJA
*Accoount num­ber: 0189746145

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Eng­li­sche Ori­gi­nal­ver­si­on des Texts:

RESS RELEASE

THE ALLIANCE OF PEOPLE’S MOVEMENT (ALIANSI RAKYAT BERGERAK)

A PROTEST CALLING FOR A MOTION OF NO CONFIDENCE:

WE DEMAND JOKOWI-MA’RUF TO STEP DOWN! REVOKE JOB CREATION LAW! DISSOLVE THE HOUSE OF REPRESENTATIVES! ESTABLISH A PEOPLE’S ASSEMBLY!

YOGYAKARTA

Octo­ber 8, 2020

In the peri­od lea­ding up to and after the pas­sing of Omni­bus Law by the House of Repre­sen­ta­ti­ves (DPR RI), the­re has been a mas­si­ve wave of pro­tests by diver­se groups in various regi­ons from Janu­a­ry to the pre­sent. Workers, peas­ants, col­le­ge and high school stu­dents, and many other ele­ments are united in demons­tra­ti­ons and other ways of pro­tes­ting. The pro­test move­ment rests on the people’s mistrust of the Sta­te that has bla­tant­ly favo­r­ed the inte­rest not of the mar­gi­nal peop­le, but the capi­ta­lists. The moun­ting mistrust reached its cul­mi­na­ti­on when the Sta­te pas­sed the Omni­bus Bill into law.

The legis­la­ti­on of the Bill is uncon­sti­tu­tio­nal. Not only was it rus­hed through without public par­ti­ci­pa­ti­on but DPR’s ple­na­ry agen­da also lacks trans­pa­ren­cy. The state’s insti­tu­ti­on, along with their bigo­ted sup­por­ters, has con­ti­nued to decei­ve the peop­le by cam­pai­gning that the Law would pur­por­ted­ly open wider job oppor­tu­nities and take the dis­ad­van­ta­ged people’s side. The truth is it is all a lie.

Simi­lar­ly, regar­ding labor, agri­cul­tu­re, envi­ron­ment, edu­ca­ti­on, and other sec­tors, none favors the inte­rest of the mar­gi­nal peop­le; it is all for the inte­rest of the rulers ally­ing them­sel­ves with the olig­archs. With this star­ting point, the people’s move­ments in many regi­ons in Indonesia—including the one in Yogya­kar­ta (the Alli­an­ce of People’s Movement)—began an initia­ti­ve and orga­ni­zed them­sel­ves towards the aim of the revo­ca­ti­on of Omni­bus Law.

Near­ly all the pro­tests against Omni­bus Law in many regi­ons, inclu­ding the one in Yogya­kar­ta, have been the tar­get of bru­tal vio­lence by the sta­te appa­ra­tus and reac­tion­a­ry mass orga­niz­a­ti­ons, to which many peop­le have fal­len vic­tim. In fact, by the time the release was made, many of our friends had been arres­ted by the police—some have not been released while the whe­rea­bouts of the others are unknown. Lawy­ers are not given access, par­ti­al­ly or tho­rough­ly, to assist the arres­ted pro­tes­ters as hap­pen­ed in Sura­ba­ya, Cire­bon, Ban­dung, Jakar­ta, Yogya­kar­ta, and some other regi­ons. The bar­ba­ric acts of repres­si­on by the poli­ce and reac­tion­a­ry mass orga­niz­a­ti­ons have to be tho­rough­ly inves­ti­ga­ted by the peop­le in the soli­da­ri­ty.

The way the sta­te favors the inte­rest of rent see­kers, repres­si­ve sta­te appa­ra­tus, and reac­tion­a­ry mass orga­niz­a­ti­ons has incre­a­sed people’s mistrust con­si­der­ab­ly. The pro­per­ty dama­ge as a result of demons­tra­ti­ons against the abo­min­ab­le law is hard­ly com­pa­ra­ble to the envi­ron­men­tal dest­ruc­tion and the vio­la­ti­on of people’s rights per­pe­tra­ted sys­te­ma­ti­cal­ly for deca­des by the sta­te. In fact, it is incom­pa­ra­ble at all. The civil dis­obe­dience in hori­zon­tal pat­terns in many regi­ons has to con­ti­nue. The people’s vic­to­ry won’t be achie­ved without an inter­con­nec­ted mas­si­ve move­ment.

On account of all forms of vio­lence the peop­le have suf­fe­red, a big­ger and more mas­si­ve move­ment as a form of civil dis­obe­dience is necessa­ry to put poli­ti­cal pres­su­re to the sta­te and its vile accom­pli­ces, aiming to

  1. Revo­ke Omni­bus Law

  2. Release the arres­ted pro­tes­ters

  3. Resist the vio­lent acts of sta­te appa­ra­tus and reac­tion­a­ry mass orga­niz­a­ti­ons

  4. Con­ti­nue to take to the street until a people’s assem­bly is estab­lis­hed

CHRONOLOGY

Tues­day, Sep­tem­ber 8, 2020, at 9 am mass pro­tes­ters from various back­grounds assem­bled at Bund­eran UGM Yogya­kar­ta and soon began a long march to Malio­bo­ro. They mar­ched in an orga­ni­zed way without any dis­tur­ban­ce and han­ded out fly­ers con­tai­ning the deman­ds of the pro­test. At 12:11 pm, repre­sen­ted by ARB’s Public Rela­ti­ons Team, the pro­tes­ters began a press con­fe­rence with jour­na­lists and after­wards con­ti­nued the long march to the ral­ly point.

At 1:01 pm, the pro­tes­ters arri­ved at Abu Bakar Ali par­king lot and then spread out a pos­ter from the third floor. At 1:03 pm, the first cha­os bro­ke out becau­se tear gas was fired at the pro­tes­ters hur­ling things at the front yard of the Regio­nal House of Repre­sen­ta­ti­ves (DPRD) buil­ding. At 1:10, the spea­ker at the demons­tra­ti­on com­mand car asked the pro­tes­ters to return to their sit­ting posi­ti­on and then direc­ted them towards the “km 0”. At 1:22, small pro­jec­ti­les were hur­led at the buil­ding front yard, but the spea­ker at the com­mand car asked the pro­tes­ters to remain in order.

At 1:23, the hur­ling situa­ti­on was esca­la­ting, and the pro­tes­ters thron­ged the DPRD buil­ding front yard. At 1:25, the firing of tear gas heard, and the pro­tes­ters immedia­te­ly retrea­ted to keep away from it. From 1:33 to 1:38, shoo­tings were still heard, and it began to be real­ly hard to ide­ti­fy the mass of pro­tes­ters. At 2:05, the situa­ti­on was get­ting out of con­trol as a result of the mass pani­cking over the tear gas shoo­ting. Several inju­red pro­tes­ters were immedia­te­ly evacua­ted and given medi­cal tre­at­ment. At 2:58, pro­test casu­al­ties were evacua­ted to the front of Mall Malio­bo­ro. At 3 pm, the sound of the pro­tes­ters yelling “revo­lu­ti­on” clas­hed with tear gas shoo­tings.

At 4:20 pm, a pro­test state­ment was brief­ly read, but it was met with ano­t­her tear gas firing; soon the mass of pro­tes­ters retrea­ted to the direc­tion of Abu Bakar Ali par­king lot. At 5:50 pm, we found that 30 mem­bers of the pro­test recei­ved medi­cal tre­at­ment, some of which were in cri­ti­cal con­di­ti­on accord­ing to the report of ARB’s Medi­cal Team. At 6 pm, Docu­men­ta­ti­on Team pro­vi­ded the infor­ma­ti­on that 20 peop­le had been arres­ted, two of which were uncon­scious.

CONCLUSION

Based on the seri­es of events descri­bed abo­ve, several important points can be con­clu­ded on the Pro­test Cal­ling for a Moti­on of No Con­fi­dence on Sep­tem­ber 8, 2020:

  1. This was an open pro­test joi­ned by all ele­ments of the socie­ty and, the­re­fo­re, the natu­re of the pro­tes­ting mass was flu­id;

  2. This pro­test stron­gly held the princip­le that pro­tests should be ori­en­ted towards the inte­rest of the peop­le; the­re­fo­re, this pro­test had no agen­da whatsoever to start pro­vo­ca­ti­on and social fric­tion with other ele­ments of the socie­ty;

  3. This pro­test did not limit the num­ber of pro­tes­ters; the fact that the num­ber explo­ded was likely a result of the pas­sing of the poli­ci­es that cau­sed social unrest;

  4. This pro­test stron­gly held the princi­ples of lea­der­less resis­tance, equa­li­ty, and demo­cra­cy; the­re­fo­re, it did not spe­ci­fy the iden­ti­ties of the pro­tes­ters with the con­si­de­ra­ti­on that iden­ti­ty restric­tion in any forms is repres­si­on of free­dom of expres­si­on;

  5. It is true that a clash occu­red bet­ween the mass of pro­tes­ters and the secu­ri­ty for­ces;

  6. It is true that several pro­tes­ters were inju­red and recei­ved medi­cal tre­at­ment in the hos­pi­tal or by the medi­cal team;

  7. It is true that 95 pro­tes­ters have been arres­ted by the secu­ri­ty for­ces (in Pol­res­ta Yogya­kar­ta) and are being assis­ted by the Legal Team to ensu­re that their rights are ful­fil­led;

  8. It is true that dama­ge has been cau­sed in the clash bet­ween the poli­ce and the pro­tes­ters;

  9. It is true that a buil­ding in Malio­bo­ro area was on fire;

  10. On account of the flu­id natu­re of the pro­tes­ters and their explo­ding num­ber, the­re is a firm basis to con­clu­de that the mass pro­test could have been infil­tra­ted by anyo­ne aiming to frame a demo­cra­tic people’s move­ment;

  11. The claim that the fire had been star­ted by the pro­tes­ters can be refu­t­ed by a video docu­men­ting the pro­tes­ters’ attempt to help extin­guis­hing the fire. Howe­ver, during their attempt to put out the fire, poli­ce fired tear gas at them;

  12. Due to the flu­id natu­re of pro­test par­ti­ci­pants, ARB is unab­le to iden­ti­fy them one by one, but ARB will try to pro­vi­de legal assi­s­tance and medi­cal tre­at­ment for them;

  13. Any offi­cial state­ments with regards to the pro­test have been crea­ted through a mutu­al agree­ment bet­ween all ele­ments of ARB as a collec­ti­ve enti­ty.

We have lear­ned how colo­nia­lism hap­pen­ed. When will tho­se who are oppressed—from Ame­ri­ca to Asia—and deci­de to rise up be gree­ted with a bou­quet of flowers?

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