[Plattform:] Steeler Jungs vertreiben und mehr – Banneraktionen in Essen

Klima-Retten-RWE-ETEIGNEN

2. November 2020

Vor kur­zem haben wir vier the­ma­tisch unter­schied­li­che Ban­ner in Essen auf­ge­hängt. Die Akti­on steht im Kon­text des Auf­bau­pro­zes­ses einer Lokal­grup­pe unse­rer Orga­ni­sa­ti­on in Essen. Vier Ban­ner, die für uns die ent­schei­de­nen Kämp­fe des Jah­res 2020 in Essen auf­grei­fen, an denen wir teil­ge­nom­men haben, Kämp­fe denen wir uns im kom­men­den Jahr mit dem Auf­bau einer eige­nen Grup­pe noch ver­stärk­ter zuwen­den wol­len.

Klima retten – RWE enteignen!

In der unmi­tel­ba­ren Nähe eines der Haupt­sit­ze des Ener­gie­kon­zerns RWE brach­ten wir das ers­te Ban­ner an. Auch in Essen war der Kampf für ein Kli­ma der Gerech­tig­keit einer der bestim­men­den The­men. Neben diver­sen Demons­tra­tio­nen von Fri­days for Future, Stra­ßen­blo­cka­den und wei­te­ren Aktio­nen tru­gen Aktivist*innen an die Stadt Essen ein Bür­ger­be­geh­ren her­an, wel­ches zum Ziel hat, dass unse­re Stadt bis zum Jahr 2030 kli­ma­neu­tral wer­den soll. Wir hal­ten es für zen­tral, dass die Kämp­fe gegen RWE wie im Ham­ba­cher Forst auch in den Metro­po­len, wo sich die­ser mör­de­ri­scher Kon­zern sei­ne Glas­pa­läs­te gebaut hat, auf­lebt und den Druck ver­stärkt. Dafür bedarf es brei­ter Kämp­fe, die von vie­len Men­schen getra­gen wer­den, wir hof­fen unse­ren Teil dazu bei­zu­tra­gen, die­se zu stär­ken.

Leerstand zu Wohnraum! #ZAP Lebt!

Am Weber­platz gab es die­ses Jahr eine Haus­be­set­zung, um ein selbst­ver­wal­te­tes anti­ras­sis­ti­sches Zen­trum zu erkämp­fen. Nach kur­zer Zeit wur­de die­se zwar durch die Hun­de des Kapi­tals wie­der geräumt, die Akti­on schaff­te aber Öffent­lich­keit für ein wich­ti­ges anlie­gen. So wur­den durch die Akti­on der Kampf um Wohn­raum einer­seits, sowie der anti­ras­sis­ti­sche Kampf ande­rer­seits betont. Die Not­wen­dig­keit von ers­te­rem ist im Kon­text von wach­sen­den Obdach­lo­sen Zah­len in NRW offen­sicht­lich. Doch gra­de auch der anti­ras­sis­ti­sche Kampf bedarf stär­ke­rer Zuwen­dung. So gab es auch in unse­rer Stadt gro­ße Mobi­li­sie­run­gen im Kon­text der “Black lives Matter”-Bewegung nach der Ermor­dung von Geor­ge Floyd. Doch Poli­zei­m­or­de und Gewalt­ta­ten müs­sen gar nicht im Fer­nen Ame­ri­ka gesucht wer­den. Gra­de Essen hat ein Poli­zei­pro­blem, dies zeigt bei­spiel­haft der Fall Adel B. Auch wenn dies nicht der ein­zi­ge Fall von Poli­zei­ge­walt in Essen in den letz­ten Jah­ren war, so gab es doch auch zur Auf­klä­rung vom Fall Adel B. eine sta­bi­le Kund­ge­bung mit anschlie­ßen­der kämp­fe­ri­schen Spon­tan­de­mons­tra­ti­on. In die­sem Kon­text waren auch die bekannt­ge­wor­de­nen Nazi-Chats in NRW wenig über­ra­schend. Mehr als 100 Polizist*innen ste­hen unter Ver­dacht, in rechts­ex­tre­men Chats aktiv gewe­sen zu sein, unter ande­rem wer­den auch Ver­bin­dun­gen zu den Stee­ler Jungs ver­mu­tet. 2019 hat­te sich bereits ein Poli­zist mit den Stee­ler Jungs ablich­ten las­sen, was damals schon ein Indiz dafür war, das die Stee­ler Jungs eng mit der Esse­ner Poli­zei ver­netzt sind. Dies alles, der All­tags­ras­sis­mus sei hier gar­nicht erst erwähnt, zeigt über deut­lich: Essen braucht ein anti­rass­ti­si­ches Zen­trum, wo sich spe­zi­ell Betrof­fe­ne von Ras­sis­mus orga­ni­sie­re­ren kön­nen.

Steeler Jungs vertreiben – Geflüchtete bleiben

Wich­tig war natür­lich auch, gegen die rech­te Hoo­li­gan-Bür­ger­wehr “Stee­ler Jungs” vor­zu­ge­hen, die sich im Stadteil Stee­le breit gemacht hat. Im Jahr 2020 lag wie zuvor das Auge der Öffent­lich­keit auf den Faschis­ten, wel­che zeit­wei­se jede Woche einen soge­nann­ten “Spa­zier­gang” betrie­ben und damit die Nach­bar­schaft in Angst ver­setz­ten. Das Auge der Öffent­lich­keit lag nie zuvor so stark auf den Faschis­ten, weil es gro­ße Mobi­li­sie­run­gen aus der Zivil­ge­sell­schaft sowie anti­fa­schis­ti­schen Akteur*innen gab. Ers­te wich­ti­ge Schrit­te sind also end­lich gegan­gen wor­den, jetzt muss es dar­um gehen, Stück für Stück auf unter­schied­li­chen Ebe­nen den Faschis­ten in Stee­le so wenig Raum wie mög­lich zu las­sen und ihnen schluss­end­lich das Hand­werk zu legen.

Gemeinsam gegen Corona und Kapitalismus!

Gemeinsam gegen Corona und Kapitalismus!

Wie über­all war auch in unse­rer Stadt Coro­na ein bedeut­sa­mes The­ma und wird es wohl lei­der auf lan­ge Zeit­räu­me noch blei­ben. Ent­ge­gen einer oft rigi­den Repres­si­ons­po­li­tik von oben und meist ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Mobi­li­sie­run­gen von Corona-Leugner*innen, haben wir nach Kräf­ten spe­zi­ell in Zei­ten des ers­ten Lock­downs, durch Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on ent­stan­de­ne Hilfs­netz­wer­ke in unse­ren Nach­bar­schaf­ten zu unter­stützt. Dies ist auch wei­ter­hin unser Anlie­gen und wird umso rele­van­ter wer­den im Kon­text der aktu­ell über uns her­ein­bre­chen­den zwei­ten Wel­le. Das Sys­tem des Kapi­ta­lis­mus, wel­ches seit Jahr­zehn­ten unse­re Gesund­heits­ver­sor­gung her­un­ter­ge­wirt­schaf­tet hat, trägt damit ent­schei­dent dazu bei, die Situa­ti­on noch zu ver­schlim­mern und sorgt dafür, dass es über­haupt erst zu einer Kri­se die­sen Aus­ma­ßes gekom­men ist. Was wir brau­chen ist Soli­da­ri­tät statt sozia­ler Käl­te. Ver­stand und Ana­ly­se dar­über, was jetzt am bes­ten zu tun ist anstatt Fan­tas­te­rei­en über Eli­ten, die sich von Babys ernäh­ren. Wir brau­chen auch und gra­de in der Coro­na Kri­se eine star­ke gut orga­ni­sier­te anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Per­spek­ti­ve!

Read More