[KgK:] Junge Union legt sich für den CDU-Vorsitz fest. Andere Optionen ausgeMERZt

Am Diens­tag ver­kün­de­te der JU-Vor­sit­zen­de Til­man Kuban (mit 33 übri­gens ganz schön alt für einen „Jugend“-Verband) das Ergeb­nis der Mit­glie­der­be­fra­gung der JU, die ihre „Basis“ dar­über hat abstim­men las­sen, wen die JU auf dem nächs­ten CDU-Par­tei­tag im Kampf um den CDU-Vor­sitz unter­stüt­zen soll­te. Die Wahl fiel ein­deu­tig aus: Über 50 Pro­zent der abge­ge­be­nen Stim­men ent­fie­len auf Fried­rich Merz, den Vor­kämp­fer der neu­en und alten markt­li­be­ra­len und erz­kon­ser­va­ti­ven Rück­wärts­ge­wand­ten in Deutsch­land, der ger­ne der nächs­te Kanz­ler der Bun­des­re­pu­blik wer­den möch­te.

Nach Kub­ans Aus­sa­ge hat Merz in allen Lan­des­ver­bän­den der Jun­gen Uni­on den ers­ten Platz belegt, was ein deut­li­ches Zei­chen dar­stellt, auch wenn die Befra­gung „unver­bind­lich“ sei, und abge­se­hen davon mit 20 Pro­zent Betei­li­gung auch nur ein recht klei­ner Teil des CDU-Jugend­ver­ban­des an der Abstim­mung teil­nahm. Merz hat für Kuban „mei­ne Unter­stüt­zung und die der Jun­gen Uni­on“, der Aus­gang der Befra­gung zei­ge an, dass sich „wie­der mehr Unter­scheid­bar­keit“ und „mehr Aus­ein­an­der­set­zun­gen in der poli­ti­schen Mit­te“ gewünscht wer­de. Die­se lee­ren Phra­sen zei­gen zwar gut auf wie kom­plett welt­fremd und for­ciert die­ser Schach­zug der JU ist, wenn bei 20 Pro­zent Betei­li­gung auf eine gene­rel­le Unter­stüt­zung geschlos­sen wird, geben aber noch mehr von der gene­rel­len Tak­tik der CDU-Rechts­au­ßen preis. Die Set­zung von Merz als „poli­ti­sche Mit­te“, die hier vor­ge­nom­men wird, ist ein Manö­ver, um Merz‘ Poli­tik, die irgend­wo im Span­nungs­feld von bil­li­gem Leit­kul­tur-Gegröh­le, radi­ka­len Spar- und Kür­zungs­plä­nen und offe­nen Angrif­fen auf die Arbeiter:innenklasse oszil­liert, zu nor­ma­li­sie­ren und als das neue, alte „gemä­ßigt“ zu ver­kau­fen, wel­ches im „links­grü­nen Polit­main­stream“ in den letz­ten Jah­ren unter­ge­gan­gen ist.

Trotz­dem wären auch Armin „Wie-Trägt-Man-Eine-Mas­ke“ Laschet und Nor­bert „Wer-War-Das-Noch­mal“ Rött­gen kei­ne viel bes­se­ren Alter­na­ti­ven. Zuge­ge­ben, mit Merz wer­den die Angrif­fe auf die Lebens­grund­la­ge der Mehr­zahl der Bevöl­ke­rung, der arbei­ten­den Mas­sen und (migran­ti­schen) Jugend­li­chen in ihrer Fre­quenz und Här­te zuneh­men. Aber auch die bei­den ande­ren wer­den dem wach­sen­den Druck von rechts in der CDU auf die ein oder ande­re Art und Wei­se nach­ge­ben, um die ers­te Amts­pe­ri­ode post Mer­kel als die Ihri­ge zu mar­kie­ren. Wer am Ende an der Spit­ze der ver­knö­cher­ten Christ­de­mo­kra­ten steht, kann den Arbeiter:innen und Jugend­li­chen rela­tiv egal sein. Wol­len wir unse­re Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen nach­hal­tig ver­bes­sern, müs­sen wir uns selbst orga­ni­sie­ren, gegen alle bür­ger­li­chen Par­tei­en, egal ob gegen eine Merz- oder Laschet-CDU, Küh­nert- oder Scholz-SPD, Habeck- oder Özde­mir-Grü­ne, Bartsch- oder Wagen­knecht-Lin­ke. Sie alle ver­ste­hen sich nur als Verwalter:innen des Sta­tus quo, als Babysitter:innen des Kapi­tals, das sie zwar viel­leicht in ihren eige­nen Far­ben anma­len, aber kei­nes­wegs von der Macht tren­nen wol­len. Dage­gen müs­sen wir uns revo­lu­tio­när und sozia­lis­tisch orga­ni­sie­ren, über­all wo wir sind: in den Betrie­ben, Fabri­ken, Unis und Schu­len, in denen wir tag­täg­lich arbei­ten und ler­nen.

Obwohl uns die Wahl der JU egal sein kann, über­rascht es nicht, dass sie sich in die von Merz ange­führ­te Pha­lanx von reak­tio­nä­ren Kräf­ten ein­reiht, die eigent­lich nur noch in der CDU sind, weil sie nicht zuge­ben wol­len, dass sie offen rechts(radikal) sind (Hal­lo, Wer­te Uni­on). Egal ob mit Schla­ger­par­ty-Stamm­ti­schen auf denen Nazi-Lie­der gesun­gen wer­den, mit ras­sis­ti­schen Kam­pa­gnen zum Höhe­punkt der BLM-Bewe­gung, oder queer­feind­li­chen Aus­sa­gen von Kuban höchst per­sön­lich (Er höhn­te über Toi­let­ten für das „drit­te bis 312. Geschlecht“), hat die Jun­ge Uni­on in den letz­ten Jah­ren sel­ten Zwei­fel an ihrer poli­ti­schen Gesin­nung auf­kom­men las­sen. Hin­ter dem Ban­ner des Anti-Mer­ke­lis­mus ver­sam­melt Merz sei­ne treu­en Scher­gen, und die JU will die Nach­wuchs-Blas­ka­pel­le in die­ser gru­se­li­gen Cho­se von vor­ges­tern sein. Zuge­ge­ben, für die­se Posi­ti­on arbei­ten sie hart.

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