[labournet:] Die Prioritäten der EU: Verteidigungsminister der vier größten EU-Staaten fordern wegen Covid-19-Pandemie weitere Stärkung des Militärs

EU-Militärpolitik“Die EU und ihre Mit­glied­staa­ten sol­len auf die Covid-19-Pan­de­mie mit einer wei­te­ren Stär­kung des Mili­tärs reagie­ren: Dies for­dern die Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter der vier größ­ten EU-Staa­ten vor ihrer mor­gi­gen Video­kon­fe­renz mit sämt­li­chen EU-Amts­kol­le­gen. Wie es in einem Schrei­ben der vier Minis­ter, dar­un­ter Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, heißt, gel­te es nicht nur, die “stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on” gegen­über der eige­nen Bevöl­ke­rung zu inten­si­vie­ren sowie “feind­li­chen Nar­ra­ti­ven” ent­ge­gen­zu­wir­ken. Man müs­se zudem die Wirt­schaft umfas­sen­der mit dem Mili­tär ver­zah­nen und des­sen “Ope­ra­tio­nen und Mis­sio­nen” aus­wei­ten. Dabei sei unter ande­rem eine “Stär­kung der Euro­päi­schen Füh­rungs­struk­tu­ren” nötig. (…) Bereits Mit­te April erklär­ten Spe­zia­lis­ten der Deut­schen Gesell­schaft für Aus­wär­ti­ge Poli­tik (DGAP), des Pol­ski Ins­ty­tut Spraw Międ­zy­na­r­odo­wych (PISM) sowie des EU Insti­tu­te for Secu­ri­ty Stu­dies (EUISS), man müs­se unbe­dingt ver­mei­den, was nach der glo­ba­len Finanz­kri­se des Jah­res 2008 gesche­hen sei: Damals sei­en die Wehr­aus­ga­ben der euro­päi­schen NATO-Staa­ten um bei­na­he zehn Mil­li­ar­den US-Dol­lar ein­ge­bro­chen; erst sechs Jah­re spä­ter sei es gelun­gen, wie­der nen­nens­wer­te Stei­ge­run­gen zu erzie­len. Damit das nicht wie­der gesche­he, müs­se man die Mili­tär­haus­hal­te gegen Kür­zun­gen “imp­fen”; nur so kön­ne man das euro­päi­sche Niveau “auf dem Feld von Sicher­heit und Ver­tei­di­gung auf­recht­erhal­ten”. Mit­te Mai äußer­te der EU-Außen­be­auf­trag­te Josep Bor­rell eben­falls, man müs­se Kür­zun­gen beim Mili­tär unbe­dingt ver­mei­den. Die Pan­de­mie wer­de “das Sicher­heits­um­feld in den kom­men­den Jah­ren mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit ver­schlech­tern”: Das ver­lan­ge “ein stär­ke­res Euro­pa in der Welt”.” Bericht vom 15. Juni 2020 von und bei Ger​man​-For​eign​-Poli​cy​.com externer Link und (lei­der) neu dazu:

  • Rüs­tung in Zei­ten der Pan­de­mie: Unge­ach­tet der Coro­na-Kri­se schie­ßen die Rüs­tungs­haus­hal­te in vie­len euro­päi­schen Län­dern durch die Decke New
    “Schon zu Beginn der Pan­de­mie wur­den in nahe­zu allen euro­päi­schen Län­dern lei­den­schaft­li­che Appel­le plat­ziert, die Rüs­tungs­aus­ga­ben dürf­ten jetzt bloß nicht als Kol­la­te­ral­schä­den der Kri­se enden. Nahe­zu über­all her­um­ge­reicht wur­de bei­spiels­wei­se ein in Deutsch­land in der FAZ unter dem Titel „Euro­pas Ver­tei­di­gung soll­te nicht Opfer des Lock­downs sein“ erschie­ne­ner Bei­trag, der gleich von einer gan­zen Rei­he pro­mi­nen­ter Mili­tär­po­li­ti­ker ver­fasst wur­de: „Mit einem Rück­gang des BIP im Jahr 2020, der auf EU-Ebe­ne zwei- bis drei­mal so hoch sein könn­te wie nach der Kri­se von 2008, besteht die Gefahr, dass die Ver­tei­di­gung bei der wirt­schaft­li­chen Erho­lung und der Haus­halts­kon­so­li­die­rung bei den euro­päi­schen Staats- und Regie­rungs­chefs nicht als Prio­ri­tät wahr­ge­nom­men wird. […] Wir müs­sen die Leh­ren aus den Fol­gen der Kri­se im Euro-Wäh­rungs­ge­biet zie­hen und dür­fen unse­re Feh­ler aus der Ver­gan­gen­heit jetzt nicht wie­der­ho­len.“ Heu­te, ziem­lich genau ein hal­bes Jahr spä­ter, kön­nen die besorg­ten Rüs­tungs­fans auf­at­men – nicht nur kamen die meis­ten euro­päi­schen Mili­tär­bud­gets bis­lang weit­ge­hend unge­scho­ren davon, in einer gan­zen Rei­he von Län­dern schie­ßen sie sogar ganz unge­ach­tet der aktu­el­len Kri­se regel­recht durch die Decke. (…) Wie man es dreht und wen­det, Rüs­tungs­aus­ga­ben sind unnö­tig wie ein Kropf – und in Zei­ten einer glo­ba­len Pan­de­mie sogar über die Maßen unver­ant­wort­lich. Die Inter­na­tio­na­len Ärz­te zur Ver­hin­de­rung eines Atom­krie­ges rech­ne­ten vor eini­ger Zeit vor, was allein mit den Gel­dern, die für die anvi­sier­te Anschaf­fung von für Atom­waf­fen „geeig­ne­ten“ Kampf­flug­zeu­gen vor­ge­se­he­nen sind, alles beschafft wer­den könn­te: „Wür­de man also die­se ange­nom­me­nen 7,46 Mrd. Euro ins deut­sche Gesund­heits­sys­tem inves­tie­ren, könn­te man damit in einem Jahr 100.000 Inten­siv­bet­ten, 30.000 Beatmungs­ge­rä­te sowie die Gehäl­ter von 60.000 Krankenpfleger*innen und 25.000 Ärzt*innen finan­zie­ren.“ IMI-Stand­punkt 2020/​055 von Jür­gen Wag­ner vom 2. Novem­ber 2020 externer Link

Der Bei­trag Die Prio­ri­tä­ten der EU: Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter der vier größ­ten EU-Staa­ten for­dern wegen Covid-19-Pan­de­mie wei­te­re Stär­kung des Mili­tärs erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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