[gG:] G20-Prozess in Zürich (3.12.20)

Am 3. Dezem­ber wer­den drei Men­schen in Zürich wegen den Pro­tes­ten gegen den G20-Gip­fel von 2017 in Ham­burg vor Gericht ste­hen. Ihnen wird vor­ge­wor­fen, Teil der Demons­tra­ti­on gewe­sen zu sein, die am Frei­tag aus dem Camp beim Volks­park auf­brach, um in der Innen­stadt die Wege der Mäch­ti­gen zu blo­ckie­ren. Das Ver­fah­ren wur­de an die Schweiz abge­tre­ten, so dass die hie­si­ge Jus­tiz nun Teil der poli­ti­schen Auf­ar­bei­tung des G20-Gip­fels wird. Am sel­ben Tag wer­den in Ham­burg die ers­ten Pro­zes­se gegen jene begin­nen, die im sel­ben “Ron­den­barg-Kom­plex” ange­klagt sind und damals unter 21 Jah­ren alt waren.

Seit dem G20-Gip­fel vor drei Jah­ren ist viel gesche­hen. Der deut­sche Staat greift die lin­ke Bewe­gung seit­her unter Beru­fung auf die Pro­tes­te gegen die­sen Gip­fel an. Er ver­folgt damit zwei Agen­den: Ers­tens soll mit­tels (ver­meint­lich) spek­ta­ku­lä­rer Pro­zes­se die Legi­ti­mi­tät der Pro­tes­te, wel­che sich gegen ein Gip­fel­tref­fen der zwan­zig wirt­schafts­mäch­tigs­ten Staa­ten rich­te­ten, bestrit­ten wer­den. Ein Gip­fel­tref­fen jener Staa­ten also, die welt­weit die Ver­ant­wor­tung für die ver­schie­dens­ten Facet­ten kapi­ta­lis­ti­scher Bar­ba­rei tra­gen. Zwei­tens ver­su­chen sie mit­tels ihrer Repres­si­on ein­zu­schüch­tern und zu spal­ten. Es ist eine Stra­te­gie, wie wir sie aus den Erfah­run­gen ver­gan­ge­ner Gip­fel nur zu gut ken­nen.

Rufen wir uns in Erin­ne­rung, wor­um es an die­sen Juli­ta­gen in Ham­burg ging. Die gros­sen zwan­zig Staa­ten tref­fen sich mit­ten in der Stadt Ham­burg, rie­geln Wochen davor gan­ze Stadt­tei­le ab, ver­bie­ten Camps und machen Raz­zi­en in lin­ken Loka­len. Die­ser Arro­ganz der Mäch­ti­gen wird in den fol­gen­den Tagen ent­schie­den ent­ge­gen­ge­tre­ten. Anti­ka­pi­ta­lis­tIn­nen aus allen Län­dern tra­gen ihren Pro­test auf die Stras­se und geben eine gemein­sa­me Ant­wort auf die Pro­vo­ka­ti­on von oben. Es kommt zu viel­fäl­ti­gem, brei­tem Pro­test, zu Demons­tra­tio­nen, Blo­cka­den und Stras­sen­kämp­fen. In eini­gen Momen­ten – gera­de Frei­tag­abends im Schan­zen­vier­tel – wird offen­ge­legt, wie san­dig die Unter­la­ge ihrer Ord­nung letzt­lich ist.

Wir sehen ihren Gegen­an­griff nach dem Gip­fel in die­sem Kon­text. Denn die Inten­si­tät mit der sie ver­su­chen, die Pro­tes­te zu dele­gi­ti­mie­ren, wird mit­un­ter dar­aus gespie­sen, dass sie zwi­schen­zeit­lich die Kon­trol­le – die Macht über die Stras­se – ver­lo­ren hat­ten. Wir erwi­dern auf ihren Angriff: Kei­neR bleibt zurück – nie­mand ist allei­ne. Wir soli­da­ri­sie­ren uns mit allen, die in irgend­ei­nem der ver­schie­de­nen G20-Ver­fah­ren betrof­fen sind – ob Ron­den­barg, Elb­chaus­see, Park­bank, 129-Ver­fah­ren oder sonst­wie. Damals wie heu­te war und ist der Kampf gegen jene, die Zer­stö­rung, Aus­beu­tung und Unter­drü­ckung zu ver­ant­wor­ten haben, so berech­tigt wie not­wen­dig.

Wir rufen dazu auf, die Ange­klag­ten vor dem Gericht zu unter­stüt­zen (3.12., 8.45, BGZ Zürich beim Wen­gi­hof). Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­zess fol­gen. Damals wie heu­te: Smash G20!

Read More