[labournet:] Bertelsmann fordert Kliniksterben – der Pflegenotstand läßt sich auch neoliberal beseitigen…

Dossier

"... zu viele Krankenhäuser... oder zu viele Bertelsmann-Studien? Cartoon von Harm Bengen - wir danken!

Car­toon von Harm Ben­gen (www​.harm​ben​gen​.de) – wir dan­ken!

“Pro­vo­ka­ti­ve The­sen schaf­fen Auf­merk­sam­keit. Nach die­ser PR-Metho­de ver­fährt auch die Ber­tels­mann-Stif­tung, die dem deut­schen Kran­ken­haus­we­sen in einer am Mon­tag ver­öf­fent­lich­ten Stu­die eine Radi­kal­kur emp­fiehlt: Von den knapp 1.400 in den Lan­des­kran­ken­haus­plä­nen auf­ge­führ­ten Kli­ni­ken sol­le ein Groß­teil geschlos­sen wer­den. Blie­ben »deut­lich weni­ger als 600 grö­ße­re und bes­se­re Kli­ni­ken erhal­ten«, könn­ten die­se mehr Per­so­nal und eine bes­se­re Aus­stat­tung bekom­men. Die The­se ist nicht neu, nur beson­ders radi­kal. Seit Jahr­zehn­ten ist es erklär­ter poli­ti­scher Wil­le, die Zahl der Kran­ken­häu­ser zu redu­zie­ren, die hier­zu­lan­de im inter­na­tio­na­len Ver­gleich hoch sein soll. (…) Die ent­schei­den­de Fra­ge ist: Wie wird fest­ge­legt, wo wel­che Kran­ken­haus­ka­pa­zi­tä­ten vor­ge­hal­ten wer­den? Mit der Ein­füh­rung des Finan­zie­rungs­sys­tems der Fall­pau­scha­len (Dia­gno­sis Rela­ted Groups, DRG) vor 15 Jah­ren hat sie das Poli­tik-Estab­lish­ment in neo­li­be­ra­ler Manier beant­wor­tet: Über­le­ben sol­len »wirt­schaft­lich arbei­ten­de« Kli­ni­ken, defi­zi­tä­re Häu­ser sol­len plei­te gehen. Ob aber die wirt­schaft­lichs­ten auch die für die Ver­sor­gungs­si­tua­ti­on sinn­volls­ten Kran­ken­häu­ser sind, steht auf einem ganz ande­ren Blatt. Dass die Bun­des­re­gie­rung soeben rund 48 Mil­lio­nen Euro Finanz­sprit­zen für Kran­ken­häu­ser in länd­li­chen Gebie­ten beschlos­sen hat, ist das Ein­ge­ständ­nis, dass es der Markt eben nicht sinn­voll regelt. Die Alter­na­ti­ve liegt auf der Hand: Plan­wirt­schaft. Der Staat muss kon­kret vor­schrei­ben, wo wel­che Kran­ken­haus­ka­pa­zi­tä­ten sinn­voll sind. Das wäre frei­lich am bes­ten mit Kli­ni­ken in öffent­li­cher Trä­ger­schaft umzu­set­zen. (…) Der Preis­wett­be­werb der Kran­ken­häu­ser muss weg, das DRG-Sys­tem gehört abge­schafft – das wäre mal eine stei­le und dazu äußerst sinn­vol­le The­se. Doch bei Ber­tels­mann wird man sie vor­aus­sicht­lich nicht lesen.” Kom­men­tar von Dani­el Beh­ru­zi in der jun­gen Welt vom 16. Juli 2019 externer Link – sie­he die Stu­die und wei­te­re Kom­men­ta­re:

  • [Peti­ti­on] Bun­des­wei­te Kran­ken­haus­schlie­ßun­gen jetzt stop­pen! New
    Sehr geehr­ter Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn, mit der Coro­na-Epi­de­mie ist offen­sicht­lich gewor­den, was pas­sie­ren kann, wenn mas­sen­wei­se Kli­ni­ken geschlos­sen, Kran­ken­haus­bet­ten abge­baut und öffent­li­che Kli­ni­ken von pri­va­ten Kon­zer­nen über­nom­men wer­den. Sicher waren Sie genau wie wir sehr erleich­tert, dass die Vor­schlä­ge der Ber­tels­mann-Stif­tung – die Zahl der Kran­ken­häu­ser um zwei Drit­tel zu redu­zie­ren – noch nicht umge­setzt waren. Situa­tio­nen wie in Ita­li­en oder den USA gab es in Deutsch­land nicht. Aber die Kri­se ist noch nicht vor­bei. Sie erfor­dert einen neu­en Blick auf das, was not­wen­dig ist. Wei­ter­hin wird die Schlie­ßung von Kran­ken­häu­sern vom Bund – und damit in Ihrer Ver­ant­wor­tung – mit viel Steu­er­geld geför­dert. Dazu kommt, dass die Finan­zie­rung unse­rer Kli­ni­ken besorg­nis­er­re­gen­de Fol­gen hat: Aus­ge­rech­net die Kran­ken­häu­ser, die unter Höchst­last Coro­na-Pati­en­ten ver­sorgt haben, sind jetzt akut von der Insol­venz bedroht. Des­halb brau­chen wir umge­hend eine ver­än­der­te Kran­ken­haus­po­li­tik, wir benö­ti­gen eine soli­da­ri­sche Finan­zie­rung. Sie haben die Mög­lich­keit und die Ver­ant­wor­tung, jetzt zu han­deln. Wir brau­chen Ihr Ver­spre­chen: Kein Kran­ken­haus darf mehr schlie­ßen. Insol­ven­te und akut von Insol­venz bedroh­te Kli­ni­ken wer­den vom Staat auf­ge­fan­gen, ihr Wei­ter­be­trieb wird öffent­lich abge­si­chert, not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen wer­den bezahlt. Die Schlie­ßungs­för­de­rung über den Kran­ken­haus­struk­tur­fonds wird sofort gestoppt. Das Kran­ken­haus­per­so­nal wird erheb­lich auf­ge­stockt und sei­ne Bezah­lung und Arbeits­be­din­gun­gen wer­den ver­bes­sert, um Über­las­tung zu ver­hin­dern und Abwan­de­rung zu redu­zie­ren…” Peti­ti­on bei Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand externer Link, sie­he ebd. Hin­ter­grün­de externer Link
  • Kli­ni­ken schlie­ßen – wenn sie am nötigs­ten gebraucht wer­den 
    “… Sonst klin­gel­te der Haus­meis­ter, wenn er etwas repa­rie­ren soll­te. Am letz­ten März­tag aber steht er plötz­lich im Tür­rah­men von Dolo­res Hanitzsch, um ihr mit­zu­tei­len, dass es bald nichts mehr zu repa­rie­ren gibt. Lan­ge hat das Kran­ken­haus gegen sei­ne Finan­zie­rungs­lü­cken gekämpft. Doch nun ist Schluss. Die Kli­nik­lei­tung hat den Haus­meis­ter los­ge­schickt, um Kün­di­gungs­schrei­ben zu ver­tei­len. Nach 30 Jah­ren als Ärz­tin im Kran­ken­haus in Havel­berg in Sach­sen-Anhalt ver­lie­ren Hanitzsch und mit ihr alle 52 ande­ren Ärz­tin­nen und Pfle­ge­kräf­te ihren Job. Mit­ten in der Coro­na-Kri­se. (…) Ende Febru­ar noch hat­te Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn mehr Mut bei Kran­ken­haus­schlie­ßun­gen externer Link emp­foh­len. Die Ber­tels­mann-Stif­tung ver­öf­fent­lich­te 2019 eine auf­se­hen­er­re­gen­de Stu­die, nach der die Zahl der Kran­ken­häu­ser in Deutsch­land von 1.400 auf 600 externer Link Kli­ni­ken redu­ziert wer­den müss­te. Zwei Drit­tel der Kran­ken­häu­ser sei­en über­flüs­sig. Doch seit das Coro­na­vi­rus auf­ge­taucht ist, scheint alles anders zu sein. “Die­sel­ben Poli­ti­ker und Inter­es­sen­ver­tre­ter, die bis vor Kur­zem Schlie­ßun­gen ver­langt haben, for­dern jetzt eine Aus­wei­tung der Kapa­zi­tä­ten”, sagt Brö­tel. Der Land­rat stellt mit Blick auf die Ber­tels­mann-Stu­die fest: “Wenn wir das umge­setzt hät­ten, bräuch­ten wir den Kampf gegen Coro­na gar nicht erst begin­nen. Wir hät­ten ihn schon längst ver­lo­ren.” Die Kli­ni­ken in sei­nem Land­kreis sei­en vom Schlie­ßungs­plan direkt betrof­fen. Hät­te sich der Land­kreis an die­se Vor­schlä­ge gehal­ten, sagt Brö­tel, wür­den sie schon jetzt an die Gren­zen ihrer Inten­siv­ka­pa­zi­tä­ten sto­ßen. (…) So schei­nen vie­ler­orts gera­de die Sym­pto­me eines erkrank­ten Kran­ken­haus­sys­tems geflickt zu wer­den. Für die Zeit nach Coro­na for­dern Fach­leu­te schon eine grund­le­gen­de Debat­te über die Zukunft der Kli­nik­fi­nan­zie­rung. (…) Auch die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft teil­te ZEIT ONLINE mit: “Nach der Coro­na-Kri­se wird die Poli­tik gefragt sein, wie sie sich auf ähn­li­che Pan­de­mien vor­be­rei­tet, die Viro­lo­gen auch für die Zukunft vor­her­sa­gen. In die­sen Wochen dürf­te allen klar gewor­den sein, dass unser Gesund­heits­sys­tem für sol­che Ereig­nis­se Reser­ve­ka­pa­zi­tä­ten benö­tigt.” Dolo­res Hanitzsch, die gekün­dig­te Ärz­tin aus Havel­berg, befürch­tet, dass die­se Debat­te für ihr Kran­ken­haus zu spät kom­men könn­te. Die nächs­ten Mona­te wer­den die Ange­stell­ten noch wei­ter­ar­bei­ten, bis ihre Kün­di­gungs­frist endet. Wäh­rend­des­sen soll ein neu­er Trä­ger gesucht wer­den. Immer­hin ent­hält ihre Kün­di­gung für die­sen Fall eine “Rück­kehr­op­ti­on”.“ Arti­kel von David Guten­sohn vom 07.04.2020 in der Zeit online externer Link
  • Coro­na-Seu­che und Kran­ken­häu­ser-Zer­stö­rung 
    Weni­ger und grö­ße­re Kran­ken­häu­ser sol­len nach einer Lob­by die “Qua­li­tät” der Ver­sor­gung ver­bes­sern, auf eine Epi­de­mie wäre man damit weni­ger denn je vor­be­rei­tet. Rasch hat die mitt­ler­wei­le deut­lich sys­tem­kri­ti­scher gewor­de­ne Ärz­te­schaft auf die Täu­schungs­po­li­tik in Sachen Chi­na­vi­rus reagiert. Die Pra­xis­ärz­te wer­fen der Gesund­heits­po­li­tik vehe­ment vor, sie mit der behaup­te­ten Virus-Epi­de­mie gleich­wohl allein zu las­sen. (…) Seit Anfang der 1990er Jah­re wur­de gemein­sam vom dama­li­gen “Gesund­heits­mi­nis­ter” Horst See­hofer und der Bun­des­tags-SPD eine for­cier­te Pri­va­ti­sie­rung der Kran­ken­haus­ver­sor­gung ein­ge­lei­tet. Die Mit­tel zu die­sem Zweck waren die Instal­lie­rung einer Kran­ken­haus­fi­nan­zie­rung über so genann­te Fall­pau­scha­len, die Her­bei­füh­rung von Kon­kur­renz zwi­schen den Kran­ken­häu­sern und eines Sach­zwangs zur Gewinn­erzie­lung der Hos­pi­tä­ler. (…) Der­zeit stel­len die All­ge­mein­kran­ken­häu­ser in Deutsch­land mit ca. 600 Not­fall­am­bu­lan­zen, die jähr­lich ca. 11 Mil­lio­nen Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten rund um die Uhr erst­un­ter­su­chen und erst­be­han­deln, die ent­schei­den­de Basis der Gesund­heits­ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung in dar. Durch die von der Poli­tik zu ver­ant­wor­ten­de Unter­fi­nan­zie­rung die­ser Kran­ken­haus­leis­tun­gen ent­steht den Kran­ken­häu­sern in Deutsch­land ein Defi­zit in Höhe von etwa 1 Mil­li­ar­de Euro im Jahr. Die­se von den Kran­ken­kas­sen ein­be­hal­te­nen Kos­ten erhö­hen im Gegen­zug deren Über­schüs­se. Seit 2015 fin­det eine hef­ti­ge poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung ins­be­son­de­re zwi­schen der Deut­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG) und den Ver­bän­den der Kran­ken­haus­ärz­te einer­seits, der Bun­des­re­gie­rung, den Kas­sen­kon­zer­nen und vor­ge­scho­be­nen “Exper­ten” ande­rer­seits um die not­wen­di­ge Neu­ord­nung der Not­fall­ver­sor­gung statt. Höhe­punkt ist die von “Gesund­heits­mi­nis­ter” Spahn auf­ge­stell­te For­de­rung, die Zahl der Kran­ken­haus­not­auf­nah­men von ca. 600 auf ca. 300 zu redu­zie­ren, um damit die Leis­tungs­fä­hig­keit der Not­fall­ver­sor­gung angeb­lich zu ver­bes­sern. Die­se Zer­schla­gungs­plä­ne der Bun­des­re­gie­rung und der hin­ter ihr ste­hen­den Kas­sen­kon­zer­ne und sons­ti­gen Inter­es­sen­grup­pen stel­len ange­sichts der aktu­el­len Virus­seu­che einen direk­ten Angriff auf die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung in Deutsch­land dar. (…) Wären die pro­fit­wirt­schaft­li­chen Vor­ga­ben der Kam­pa­gne zur Zer­stö­rung der Wohn­ort­kran­ken­häu­ser nicht erst am Anfang ihrer Umset­zung, wür­de dies im Zusam­men­hang der tat­säch­li­chen oder vor­ge­täusch­ten Chi­na-Virus­epi­de­mie bedeu­ten, dass die Qua­ran­tä­ne­fäl­le nicht in anstän­di­gen und leis­tungs­fä­hi­gen Wohn­ort­kran­ken­häu­sern unter­ge­bracht und ver­sorgt wer­den könn­ten. Sie müss­ten in Turn­hal­len, Gewer­be­hal­len oder Zelt­la­gern abge­son­dert wer­den. Hier­bei wür­de es dann die Schwächs­ten der Gesell­schaft, die von Rot-Grün schon vor Jah­ren in das Hartz IV-Ghet­to ein­ge­lie­fer­ten Men­schen, am här­tes­ten tref­fen. Dies ergibt sich aus der Auf­for­de­rung der Bun­des­bü­ro­kra­tie, für Qua­ran­tä­ne­fäl­le einen Not­vor­rat anzu­le­gen. Die vom Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe (BBK) hier­zu vor­ge­schla­ge­ne Bevor­ra­tung wür­de für eine vier- köp­fi­ge Fami­lie einen Auf­wand von etwa 300,- Euro erfor­dern. Nach­fra­gen haben erge­ben, dass Hartz IV-Bezie­her für die­se sie über­for­dern­den Bevor­ra­tun­gen kei­ne Zuschüs­se erhal­ten externer Link, also ohne sol­che Bevor­ra­tun­gen blei­ben müs­sen…” Arti­kel von Albrecht Goe­schel vom 10. März 2020 bei tele­po­lis externer Link
  • [NRW] Initia­ti­ve Regio­na­le Kran­ken­haus­in­fra­struk­tur erhal­ten – Med­i­con Val­ley NEIN DANKE!
  • Bald Aus mit mei­nem Kran­ken­haus? 
    Seit 2016 läuft eine medi­al beglei­te­te Kam­pa­gne des Gesund­heits­kom­ple­xes, um Stim­mung für eine Ver­schlech­te­rung der Kran­ken­haus­ver­sor­gung zu machen: “Weg mit der wohn­ort­na­hen Kran­ken­haus­ver­sor­gung”, sagt aber kei­ner, statt­des­sen heißt es: Je grö­ßer die Kli­nik, umso bes­ser für die Pati­en­ten. Von der­zeit 1.951 sol­len laut Plan nur noch ca. 300 (!) Mega­kli­ni­ken übrig blei­ben – zur Ver­sor­gung von 20 Mil­lio­nen Pati­en­ten pro Jahr. In kei­nem ande­ren euro­päi­schen Land wur­den in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten so vie­le Kran­ken­häu­ser pri­va­ti­siert wie hier­zu­lan­de. Seit der neo­li­be­ra­len Dau­er-Gesund­heits­re­form stieg der Anteil von Kli­ni­ken im Pri­vat­be­sitz bereits bis zum Jahr 2009 schon auf 30 Pro­zent. Die Argu­men­ta­ti­on, mit den gegen­wär­ti­gen Fol­gen der Öko­no­mi­sie­rung (Über- und Fehl­be­hand­lung) eine noch bru­ta­le­re Öko­no­mi­sie­rung (Zen­tra­li­sie­rung und Kon­zen­tra­ti­on) zu begrün­den, läßt sich auf­bre­chen, wenn man von der tat­säch­li­chen Kran­ken­hau­s­epi­de­mio­lo­gie und ‑mor­bi­di­tät aus­geht. Die­ses The­ma umge­hen die Kran­ken­haus­ka­pi­ta­li­sie­rer aber wohl­weis­lich. Erstaun­lich bleibt, dass die „eigent­lich“ für die­se gesell­schafts- wie gesund­heits­po­li­ti­schen Pro­ble­me Zustän­di­gen, die Sozi­al- und Wohl­fahrts­ver­bän­de, es seit Jahr­zehn­ten ver­säu­men, eine Kran­ken­haus­ver­sor­gungs-Kon­zep­ti­on zu prä­sen­tie­ren. Recht­zei­tig zu den dro­hen­den Ver­wüs­tun­gen in der deut­schen Kran­ken­haus­land­schaft lie­fert die EU-Ebe­ne pas­sen­de Ali­bi-Argu­men­te. Das Euro­päi­sche Komi­tee für Nor­mung (CEN) macht Pro­pa­gan­da für eine euro­pa­wei­te Stan­dar­di­sie­rung ärzt­li­cher und pfle­ge­ri­scher Dienst­leis­tun­gen. Pas­send dazu hat­te Merk­le im so genann­ten Wahl­kampf bereits „mehr Stan­dard“ für Gesund­heit und Pfle­ge bereits ange­droht.” Bei­trag von Han­ne Schweit­zer vom 12.11.2019 im Dos­sier zum The­ma beim Büro gegen Alters­dis­kri­mi­nie­rung externer Link
  • Fre­se­ni­us statt Daim­ler – Sozi­al­staats-Kolo­nia­lis­mus als Hin­ter­grund der Ber­tels­mann-Antikran­ken­haus-Stu­die 
    “… Wenn man noch ein­mal einen Blick auf einen ganz gro­ße Play­er des deut­schen Expor­tis­mus, den Kon­zern Daim­ler, und Euro­pas größ­ten pri­va­ten Kli­nik­kon­zern Fre­se­ni­us Heli­os wirft, wird der gesamt­ka­pi­ta­lis­ti­sche Rücken­wind für die Ber­tels­mann-Antikran­ken­haus-Stu­die erkenn­bar: Daim­ler hat welt­weit im Jahr 2018 einen (rück­läu­fi­gen) Umsatz von 167 Mil­li­ar­den, Fre­se­ni­us-Heli­os allein hat im Jahr 2018 bereits einen (stei­gen­den) Umsatz von 9 Mil­li­ar­den Euro erzielt. Der­zeit erreicht die Kran­ken­haus­wirt­schaft in Deutsch­land einen Umsatz von 100 Mil­li­ar­den Euro – wenn die­ses Volu­men durch Zen­tra­li­sie­rung auf pri­va­te Kli­nik­kon­zer­ne wie Fre­se­ni­us-Heli­os kon­zen­triert wird, ent­steht ein enor­mes kapi­ta­lis­ti­sches Mehr­wert­vo­lu­men mit hohen Pro­fi­tra­ten. Bekannt­lich liegt der Anteil der Arbeits‑, d.h. Lohn­kos­ten in der Kran­ken­haus­wirt­schaft bei zwei Drit­tel der Gesamt­kos­ten, in der Auto­mo­bil­pro­duk­ti­on liegt der Arbeits­kos­ten­an­teil bei höchs­tens einem Drit­tel der Gesamt­kos­ten. Der Spiel­raum für Mehr­wert­pro­duk­ti­on und Pro­fit­ge­ne­rie­rung ist in der Kran­ken­haus­wirt­schaft dem­nach wesent­lich höher. Es kommt hin­zu, dass das Lohn­ni­veau ins­be­son­de­re des Pfle­ge­per­so­nals in den Kran­ken­häu­sern sehr weit unter dem der Stamm­be­leg­schaf­ten in den Auto­mo­bil­wer­ken liegt. Bei einer Zen­tra­li­sie­rung der Kran­ken­haus­ver­sor­gung mit der damit ver­bun­de­nen Stand­ort­drift in Bal­lungs­räu­me wird es aller­dings für die Kli­nik­kon­zer­ne zu stei­gen­den Kos­ten­ri­si­ken kom­men. Schon jetzt sind die Ent­gel­te für Pfle­ge­kräf­te in Groß­städ­ten deut­lich höher als in den Umland­zo­nen und Land­ge­bie­ten. (…) Nach Smart-City und E‑Mobilität wird sich dann even­tu­ell die E‑Klinik ein neu­es Feld der Kapi­tal­ver­wer­tung eröff­nen. Fach­me­di­en­ge­schrei­be und Kon­gress­ge­schwätz zur Kran­ken­haus­di­gi­ta­li­sie­rung gibt es längst in Men­ge” Bei­trag von Albrecht Goe­schel und Mar­kus Stein­metz vom 5. August 2019 bei Tele­po­lis externer Link
  • ver.di Rhein­land-Pfalz-Saar­land kri­ti­siert Kran­ken­haus­stu­die
    Als „voll­kom­men unbe­dacht und völ­lig untaug­li­chen Ver­such den Teu­fel mit dem Beel­ze­bub aus­trei­ben zu wol­len“ bezeich­net der ver.di-Pflegebeauftragte Micha­el Quet­ting die Stu­die der Ber­tels­mann Stif­tung und deren For­de­rung nach Schlie­ßung jeder zwei­ten Kli­nik. Quet­ting benennt die Öko­no­mi­sie­rung des Gesund­heits­we­sens als Ursa­che des Not­stan­des. „Dies kann man nicht durch noch mehr Markt lösen, son­dern nur durch einen schnel­len Para­dig­men­wech­sel hin zu Huma­ni­tät. Der Mensch muss in den Mit­tel­punkt gestellt wer­den.“ Des­we­gen habe ver.di schon 2014 ein umfas­sen­de Kon­zept für ein Ver­bund­kli­ni­kum Saar in demo­kra­ti­scher Kon­trol­le vor­ge­schla­gen. Mit die­sem Kon­zept wür­den die mit unter­schied­li­chen Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen aus­ge­stat­te­ten Akteu­re des Gesund­heits­we­sens ver­eint wer­den. Die jetzt vor­ge­leg­te Stu­die neh­me die Fol­gen eines rui­nö­sen Wett­be­werbs, in den die Kran­ken­häu­ser mit der DRG-Finan­zie­rung 2003 getrie­ben wor­den sind, nun als Begrün­dung für die Schlie­ßung von mehr als der Hälf­te der Kran­ken­häu­ser. Das sol­le der „Markt“ regeln. Dabei wer­de über­se­hen, dass die­ser blind sei gegen­über Ver­sor­gungs­not­wen­dig­kei­ten, meint der Kri­ti­ker des Gesund­heits­we­sens Quet­ting. Quet­ting stellt fest: “ver.di sieht in der flä­chen­de­cken­den und bedarfs­ge­rech­ten sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung eine staat­li­che Pflicht­auf­ga­be im Rah­men der gesell­schaft­li­chen Daseins­vor­sor­ge. Unver­zicht­bar ist eine gesell­schaft­li­che Pla­nung und Steue­rung, um nach dem umfas­sen­den Ver­sa­gen der Markt­kräf­te in den Kran­ken­häu­sern nicht die Zer­stö­rung des im Grund­ge­setz ver­an­ker­ten Sozi­al­staats hin­neh­men zu müs­sen. Die Gewerk­schaft ver.di sieht die Schaf­fung eines Ver­bund­kli­ni­kums einen ers­ten Schritt auf dem Weg, eine völ­lig ver­fah­re­ne und geschei­ter­te Gesund­heits­po­li­tik wie­der auf den rich­ti­gen Weg zu brin­gen. Inner­halb die­ses Ver­bun­des wird es eine gestuf­te Ver­sor­gung geben. Dazu muss die DRG-Finan­zie­rung abge­schafft wer­den. Wir brau­chen eine Selbst­kos­ten­fi­nan­zie­rung, die es auch auf dem Land Kran­ken­häu­sern mög­lich macht, mit einer Grund­ver­sor­gung im sta­tio­nä­ren Bereich und Öff­nung für ambu­lan­te Ver­sor­gung zu gewähr­leis­ten ohne sinn­lo­se Behand­lun­gen durch­zu­füh­ren, um wirt­schaft­lich zu über­le­ben.“ Quet­ting appel­liert an alle poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen, „deut­lich kla­re Kan­te zu zei­gen.“ Die Kran­ken­häu­ser sei­en Errun­gen­schaf­ten. Sie gehör­ten den Men­schen und sei­en lebens­not­wen­dig. Dar­über zu ent­schei­den ste­he Nie­mand anders zu als die­sen Men­schen, stell­te der Gewerk­schaf­ter fest.” Mit­tei­lung von Micha­el Quet­ting, Pfle­ge­be­auf­trag­ter bei ver.di Rhein­land-Pfalz-Saar­land vom 16.7.2019 (per e‑mail)
  • Zur Fra­ge der Schlie­ßung klei­ner Kran­ken­häu­ser
    Am 15. Juli 2019 hat die Ber­tels­mann-Stif­tung eine Stu­die ver­öf­fent­licht, der­zu­fol­ge mehr als die Hälf­te aller Kran­ken­häu­ser in Deutsch­land über­flüs­sig sein soll. Bereits im März 2018 hat das Bünd­nis Kran­ken­haus statt Fabrik sich mit einem kri­ti­schen Bei­trag zu sol­chen Schlie­ßungs­be­stre­bun­gen zu Wort gemel­det, den wir hier erneut ver­öf­fent­li­chen…” Posi­ti­ons­pa­pier vom März 2018 externer Link von und bei Kran­ken­haus statt Fabrik des Ver­eins demo­kra­ti­scher Ärz­tin­nen und Ärz­te (VdÄÄ), Zuerst erschie­nen ist der Text in der 3. Auf­la­ge unse­rer Bro­schü­re Fak­ten und Argu­men­te zum DRG-Sys­tem und gegen die Kom­mer­zia­li­sie­rung der Kran­ken­häu­ser
  • DKG zur Kran­ken­haus­struk­tur-Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung: Kahl­schlag in der Gesund­heits­ver­sor­gung
    “„Wer vor­schlägt, von ca. 1.600 Akut­kran­ken­häu­sern 1.000 platt zu machen und die ver­blei­ben­den 600 Kli­ni­ken zu Groß­kli­ni­ken aus­zu­bau­en, pro­pa­giert die Zer­stö­rung von sozia­ler Infra­struk­tur in einem gera­de­zu aben­teu­er­li­chen Aus­maß, ohne die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung zu ver­bes­sern. Das ist das exak­te Gegen­teil des­sen, was die Kom­mis­si­on ‚Gleich­wer­ti­ge Lebens­ver­hält­nis­se‘ in die­ser Woche für die länd­li­chen Räu­me gefor­dert hat“, erklär­te der Prä­si­dent der Deut­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG), Dr. Gerald Gaß…” PM vom 15. Juli 2019 externer Link
  • Medi­en­hype um die Kli­nik­stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung – Ein Beleg für ver­steck­ten Lob­by­is­mus und die Blind­heit der Medi­en
    “Es ist schon sehr inter­es­sant. Da macht eine der bekann­tes­ten Stif­tun­gen Deutsch­lands eine Stu­die zu der Kran­ken­haus­ver­sor­gung in Deutsch­land und kommt zu dem Schluss, dass vie­le Kli­ni­ken geschlos­sen wer­den soll­ten. Der Grün­der und Finan­zier die­ser “Stif­tung” ist der Ber­tels­mann Kon­zern, der durch die­se Stif­tung vie­le Steu­ern spa­ren und gleich­zei­tig rie­si­gen Ein­fluss auf die Poli­tik neh­men kann. Eine Win-Win-Situa­ti­on also für den Kon­zern. Auf­fäl­lig an der Kran­ken­haus­ge­schich­te, die ges­tern und heu­te auf allen Medi­en­ka­nä­len läuft, ist aber vor allem – wie so oft -, was nicht berich­tet wird: Dass näm­lich Dr. Bri­git­te Mohn nicht nur im Vor­stand der Ber­tels­mann Stif­tung sitzt, son­dern zugleich Vor­stands­mit­glied der Rhön-Pri­vat­kli­ni­ken AG ist, eine Akti­en­ge­sell­schaft also, die ein direk­tes finan­zi­el­les Inter­es­se an der Schlie­ßung öffent­li­cher Kran­ken­häu­ser haben könn­te. Schon jetzt gehört die Rhön Kli­ni­ken AG zu den gro­ßen Play­ern in Deutsch­land und erwirt­schaf­te­te 2018 einen Gewinn von rund 51,2 Mil­lio­nen Euro, fast 40 Pro­zent mehr als im Jahr zuvor. Wenn es womög­lich bald zu weni­ge öffent­li­che Kran­ken­häu­ser gibt, dann kön­nen sicher­lich ein paar groß­her­zi­ge pri­va­te Hel­fer wie die Rhön Kli­ni­ken in der Not ein­sprin­gen …” Bei­trag von Tobi­as Bevc vom 16. Juli 2019 bei Tele­po­lis externer Link
  • Ber­tels­mann-Stu­die emp­fiehlt Schlie­ßung aller Kran­ken­häu­ser bis auf eine Super­kli­nik in der Mit­te von Deutsch­land
    Lässt sich so Deutsch­lands Gesund­heits­we­sen wie­der auf Zack brin­gen? Eine neue Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung emp­fiehlt, alle rund 1400 Kran­ken­häu­ser in Deutsch­land zu schlie­ßen und statt­des­sen sämt­li­che Pati­en­ten in einer ein­zi­gen exzel­lent aus­ge­stat­te­ten Kli­nik in der Mit­te Deutsch­lands zu behan­deln. “Nur Kli­ni­ken mit grö­ße­ren Fach­ab­tei­lun­gen und mehr Pati­en­ten haben genü­gend Erfah­rung für eine siche­re Behand­lung”, erklä­ren die Autoren der Stu­die. Vie­le Kom­pli­ka­tio­nen und Todes­fäl­le lie­ßen sich daher ver­mei­den, wenn das Gesund­heits­sys­tem Ärz­te, Pfle­ge­per­so­nal sowie Gerä­te in einer ein­zel­nen, zen­tral gele­ge­nen Kli­nik bün­deln wür­de. “Eine deut­sche Super­kli­nik mit 400.000 Bet­ten nahe dem thü­rin­gi­schen Eisen­ach wäre nicht nur kos­ten­ef­fi­zi­ent und damit hoch­pro­fi­ta­bel, son­dern wür­de auch den Per­so­nal­man­gel im Gesund­heits­we­sen auf­grund der Zusam­men­le­gung auf einen Stand­ort sofort behe­ben.” Zudem kön­ne jeder Pati­ent zu 100 Pro­zent sicher sein, im bes­ten Kran­ken­haus des Lan­des behan­delt zu wer­den…” Pos­til­lon am 15. Juli 2019 externer Link

Der Bei­trag Ber­tels­mann for­dert Kli­nik­ster­ben – der Pfle­ge­not­stand läßt sich auch neo­li­be­ral besei­ti­gen… erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More