[labournet:] Corona-Fälle bei Schlachthof-Mitarbeitern von Vion

Dossier

Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im ShitstormDer Kreis Stein­burg hat eine grö­ße­re Unter­kunft für Schlacht­hof-Mit­ar­bei­ter in Kel­ling­hu­sen unter Qua­ran­tä­ne gestellt. In den Wohn­blocks einer ehe­ma­li­gen Kaser­ne leben nach Anga­ben von Stein­burgs Land­rat Tors­ten Wendt (par­tei­los) etwa 110 Men­schen. Inzwi­schen wur­den bei 18 von ihnen das Coro­na-Virus nach­ge­wie­sen. Nach­dem es Anfang der Woche zwei bestä­tig­te Fäl­le gege­ben hat­te, ord­ne­te der Kreis wei­te­re Tests in der Unter­kunft an. Am Sonn­abend kamen die posi­ti­ven Befun­de für 16 wei­te­re Per­so­nen. Das sind in Kel­ling­hu­sen etwa so vie­le Neu­in­fek­tio­nen wie zuletzt pro Tag im gan­zen Land…” NDR-Mel­dung vom 02.05.2020 externer Link – sie­he dazu:

  • Meh­re­re Coro­na-Fäl­le: Fur­ther Vion-Schlacht­hof außer Betrieb New
    “Im Schlacht­hof Furth im Wald, der zum Kon­zern Vion Food Group gehört, ruht der Betrieb seit Diens­tag weit­ge­hend. Hin­ter­grund sind meh­re­re auf­ge­tre­te­ne Coro­na-Fäl­le. Das hat der Geschäfts­füh­rer Mar­kus Fischer dem BR auf Anfra­ge bestä­tigt. Wie vie­le Beschäf­tig­te posi­tiv getes­tet wur­den, gibt die Vion Food Group aus Daten­schutz­grün­den gene­rell nicht bekannt, so Fischer. Zei­tungs­be­rich­ten zufol­ge sol­len es zehn Mit­ar­bei­ter sein. Von der vor­über­ge­hen­den Betriebs­schlie­ßung sind rund 90 Beschäf­tig­te betrof­fen. Die Pro­duk­ti­on habe der Schlacht­hof laut Fischer eigen­stän­dig ein­ge­stellt, nicht auf Anord­nung der Behör­den. (…) Die posi­ti­ven Fäl­le sol­len im Rah­men frei­wil­li­ger Tests auf­ge­taucht sein. Seit der erneu­ten all­ge­mei­nen Zunah­me der Coro­na-Infek­ti­ons­zah­len gebe es die­se frei­wil­li­gen Tests im Schlacht­hof wöchent­lich “für einen bestimm­ten Pro­zent­satz der Beschäf­tig­ten”, sagt Fischer.“ Bei­trag von Rena­te Roß­ber­ger vom 04.11.2020 bei BR24 externer Link
  • Bedräng­te Leih­ar­bei­ter: Trotz Covid­in­fek­ti­on zur Arbeit genö­tigt? Schlacht­kon­zern Vion und Ver­lei­her Hori­zon wei­ter im Feu­er der Kri­tik 
    “Die nie­der­län­di­sche Pro­vinz Gel­der­land und die deut­schen Krei­se Kle­ve und Bor­ken wol­len bei der Gesund­heits­kon­trol­le von Leih­ar­bei­tern, die in der Fleisch­bran­che tätig sind, eng zusam­men­ar­bei­ten. Dar­auf einig­ten sich die zustän­di­gen Stel­len in Deutsch­land und den Nie­der­lan­den am ver­gan­ge­nen Frei­tag auf einer Video­kon­fe­renz, wie der Kreis Bor­ken am Mon­tag mit­teil­te. »Anlass dazu waren die Groß­tes­tun­gen auf das Coro­na­vi­rus in nie­der­län­di­schen Schlacht­hö­fen, die in den ver­gan­ge­nen Wochen statt­ge­fun­den hat­ten und die Unter­brin­gung vie­ler Beschäf­tig­ter dies­seits der Gren­ze«, heißt es in der Pres­se­mel­dung des Krei­ses. In Zukunft soll ein deutsch-nie­der­län­di­sches Grenz­team kon­trol­lie­ren, ob in den Unter­künf­ten der zumeist aus Ost­eu­ro­pa stam­men­den Leih­ar­bei­tern die Coro­na­re­geln und Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men ein­ge­hal­ten wer­den. Es soll außer­dem Infek­ti­ons­her­de und ihren Ursprung aus­fin­dig machen. (…) Offen­bar steht beson­ders die nie­der­län­di­sche Leih­ar­beits­fir­ma Hori­zon Gro­ep unter Beob­ach­tung. Die meis­ten der bei Vion posi­tiv getes­te­ten Arbei­ter wer­den von ihr ver­mit­telt. Unter­ge­bracht sind sie häu­fig in Deutsch­land. Von dort pen­deln sie jeden Tag über die Gren­ze in die Nie­der­lan­den und wer­den ein­ge­setzt, wo sie gera­de gebraucht wer­den. In einem ers­ten Schritt for­der­te das Grenz­team die Hori­zon Gro­ep nun auf, umge­hend eine voll­stän­di­ge Lis­te aller Mit­ar­bei­ter mit Wohn­adres­sen vor­zu­le­gen. »Andern­falls droht eine Geld­bu­ße«, heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung des Kreis Bor­ken. Fer­ner muss Hori­zon eine Beför­de­rung der Arbeits­kräf­te garan­tie­ren, die die Ein­hal­tung der Abstands­re­geln ermög­licht. Als die nie­der­län­di­sche Poli­zei am Mitt­woch vor einer Woche über­ra­schend mor­gens bei Schicht­be­ginn zu einer Kon­trol­le an einer Vion-Schlach­te­rei in Apel­doorn auf­tauch­te, stell­te sie fest, dass die Leih­ar­bei­ter trotz des Krank­heits­aus­bruchs in Gro­en­lo nach wie vor in voll­be­setz­ten Klein­bus­sen zur Arbeit gekarrt wur­den. Das Werk in Apel­doorn wur­de für den Rest des Tages geschlos­sen, die 531 Mit­ar­bei­ter muss­ten nach Hau­se, berich­te­te die Volks­krant. (…)Am Tag nach der Kon­trol­le in Apel­doorn setz­te Vion 50 gro­ße Rei­se­bus­se ein, in denen die Leih­ar­bei­ter genü­gend Abstand hal­ten konn­ten. Das Unter­neh­men durf­te die Pro­duk­ti­on dar­auf­hin wie­der auf­neh­men. Die Kos­ten für die Bus­se soll Hori­zon tra­gen. »Wenn wir das aus unse­rer Tasche bezah­len müs­sen, dann ist es eben so«, sag­te ein Spre­cher von Hori­zon am 27. Mai gegen­über De Gel­der­lan­der. »Die Kri­se trifft jeden und uns auch.« Vor allen aber wohl die Leih­ar­bei­ter aus Ost­eu­ro­pa, die für wenig Lohn ihre Gesund­heit aufs Spiel set­zen: Am Diens­tag wur­den bei Vion die nächs­ten 18 Mit­ar­bei­ter posi­tiv getes­tet. Dies­mal in einer Schlach­te­rei in Box­t­el im Süden des Lan­des. Weil alle Getes­te­ten im Kühl­haus arbei­ten, darf die Pro­duk­ti­on fort­ge­setzt wer­den, berich­te­te der Lokal­sen­der Omro­ep Bra­bant am Diens­tag. Vion ver­spricht die Hygie­ne­maß­nah­men nach­zu­schär­fen. Wie­der mal…“ Arti­kel von Ger­rit Hoek­man in der jun­gen Welt vom 04.06.2020 externer Link
  • Coro­na in Nie­der­lan­den: Deut­sche Schlacht­hof-Mit­ar­bei­ter infi­ziert 
    147 Coro­na-Infek­tio­nen gibt es in einem nie­der­län­di­schen Schlacht­hof nahe der deut­schen Gren­ze. 79 der infi­zier­ten Mit­ar­bei­ter leben offen­bar in Deutsch­land. Der Betrieb wur­de bereits am Frei­tag geschlos­sen. Ein Coro­na­vi­rus-Aus­bruch in einem nie­der­län­di­schen Schlacht­hof in Gro­en­lo hat sich bis nach Deutsch­land aus­ge­brei­tet. Nach Anga­ben der Gemein­de­ver­wal­tung wur­den in dem Betrieb nahe der deut­schen Gren­ze 147 Mit­ar­bei­ter posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus getes­tet. Einem Bericht der Lokal­zei­tung “De Gel­der­lan­der” zufol­ge leben 79 der Infi­zier­ten in Deutsch­land, 68 in den Nie­der­lan­den…” Mel­dung vom 25.05.2020 bei tages​schau​.de externer Link
  • Coro­na-Infi­zier­te bei Vion: 600 Schlacht­hof-Mit­ar­bei­ter in Qua­ran­tä­ne 
    600 Mit­ar­bei­ter der nie­der­län­di­schen Schlacht­hof-Grup­pe Vion müs­sen für zwei Wochen in Heim-Qua­ran­tä­ne blei­ben. Das ord­ne­ten die Behör­den der Pro­vinz Gel­der­land im Osten des Lan­des unweit der deut­schen Gren­ze am Frei­tag an. Im Schlacht­hof in Gro­en­loo waren bei 45 Mit­ar­bei­tern Coro­na-Infek­tio­nen fest­ge­stellt wor­den. Am Frei­tag soll­ten noch 250 Mit­ar­bei­ter getes­tet wer­den. Zuvor waren bereits in ande­ren Nie­der­las­sun­gen der Vion-Grup­pe auch in Deutsch­land Dut­zen­de von Mit­ar­bei­tern infi­ziert wor­den. (…) Der Gewerk­schafts­ver­band FNV mach­te die Wohn­si­tua­ti­on vie­ler Mit­ar­bei­ter für die Ver­brei­tung des Virus ver­ant­wort­lich. Vor allem Arbeits­mi­gran­ten wür­den in Grup­pen-Unter­künf­ten eng bei­ein­an­der woh­nen. In den meis­ten Fäl­len besor­gen Arbeits­ver­mitt­ler die Unter­künf­te für die Migran­ten, viel­fach in Deutsch­land.” Arti­kel von Anke Fritz vom 22.05.2020 in agrar​heu​te​.com externer Link
  • [Bericht aus Kel­ling­hu­sen] Auf der Stre­cke bleibt der Mensch: Der Schlacht­hof und das Leben 
    “Wie­der ein­mal stinkt es. Nicht nur ein biss­chen. Es ist kein Geruch, der schnell ver­fliegt. Kein schlech­tes Lüft­chen. Nein, es stinkt und sitzt in mei­ner Nase fest. Auch wenn ich noch so schnell in die Peda­le tre­te, muss ich den Gestank erst­mal ertra­gen. Schnel­les Ent­kom­men geht nicht. Mei­ne Freu­de dar­über an der Wie­se mit dem frisch gemäh­ten Gras vor­bei­zu­ra­deln und die­sen Duft ein­zu­at­men, den ich schon seit mei­ner Kind­heit lie­be: geschenkt. Es stinkt um mich her­um und die­ser Gestank ist stär­ker als das Gras. Zumal der Wind von vor­ne kommt, von dort, wohin die bei­den Las­ter, die an mir vor­bei­ge­fah­ren sind, lang­sam ent­schwin­den. Erst am Kreis­ver­kehr, vor­ne an der Ein­fahrt nach Kel­ling­hu­sen, wer­de ich den Gestank los­wer­den. Dort bie­gen die Las­ter ent­ge­gen­ge­setzt zu mei­nem Weg ab, neh­men den direk­ten Weg zum Schlacht­hof am Rand mei­ner neu­en Hei­mat­stadt in Schles­wig-Hol­stein, dem nörd­lichs­ten Bun­des­land, flach und zwi­schen den Mee­ren gele­gen. (…) Las­ter vol­ler Schwei­ne, rund 40 davon täg­lich. Bis ich mit mei­nem Fahr­rad zu Hau­se am ande­ren Ende des Städt­chens ankom­me, wird mei­ne Nase den Geruch „ent­sorgt“ haben, wer­den ande­re Düf­te und Gerü­che sich durch­ge­setzt haben. Ange­neh­me­re. (…)Man­che Las­ter sind zwei­stö­ckig, man­che haben aber auch 3 Ebe­nen und alle haben sie an den Sei­ten klei­ne zu- oder auf­klapp­ba­re Luken. Manch­mal lugt aus einer die­ser Luken ein rosa Rin­gel­schwänz­chen durch, manch­mal eine nach Luft schnap­pen­de Schwei­ne­stups­na­se. Und an man­chen Tagen drin­gen durch die­se klei­nen Öff­nun­gen auch mal ein paar Son­nen­strah­len ins Inne­re. Dann, wenn im schles­wig-hol­stei­ni­schen Flach­land die Son­ne ihre Kraft ent­fal­ten kann. Viel­leicht kit­zelt in solch einem Moment einer der Strah­len eine der Schweins­na­sen ein ers­tes und gleich­zei­tig letz­tes Mal, bevor das Tier wenig spä­ter als Schlacht­vieh endet, als Zahl der täg­li­chen Schlacht­quo­te. 6.000 Schwei­ne dür­fen vor den Toren Kel­ling­hu­sens abge­schlach­tet wer­den. Tag­täg­lich. Das ist die geneh­mig­te Zahl. Schlacht­vieh für die bil­lig Schnit­zel auf deut­schen Tel­lern oder Grill­ros­ten. Oder auf chi­ne­si­schen oder in wel­chen Län­dern auch immer die Tel­ler zum Auf­fül­len ste­hen. Für den „König der Schwei­ne“, wie die ZEIT vor Jah­ren den Eig­ner des Schlacht­hof­im­pe­ri­ums, Cle­mens Tön­nies bezeich­ne­te, ein loh­nen­des Geschäft. (…) Wir sind ver­är­gert und besorgt über so vie­les, was wir als Men­schen die­ser Stadt als Fol­ge der indus­tri­el­len Fleisch­pro­duk­ti­on der Tön­nies Hol­ding erle­ben und wol­len dies nicht mehr ein­fach nur hin­neh­men. Wir besu­chen die Klär­an­la­ge, fra­gen in der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung, fra­gen den Bür­ger­meis­ter, for­dern unab­hän­gi­ge Unter­su­chun­gen. Wir wol­len Klar­heit über den Zustand und die Ver­schwen­dung des Trink­was­sers, for­dern genau­es Prü­fen. Wol­len dar­über hin­aus wis­sen, wel­che Kata­stro­phen­schutz­plä­ne im Fal­le eines Ammo­nia­kun­falls vor­han­den sind, sei­tens der Stadt, der Feu­er­wehr, des Betriebs. Ver­ant­wor­tung im Fall der Fäl­le – wer trägt die? Wie wer­den die Werk­ver­trags­ar­bei­ter in die­se Gefah­ren­la­ge ein­ge­führt, wie in die Kata­stro­phen­schutz­plä­ne, wo sie doch so gut wie kein deutsch spre­chen? Die Geschich­te ist noch nicht zu Ende geschrie­ben. Weil sie noch nicht zu Ende ist. Wir wer­den gefor­dert blei­ben mit unse­ren Aktio­nen, mit unse­ren Anfra­gen und unse­rer Ein­mi­schung in die Poli­tik der Stadt. Es geht auch hier um Zukunfts­fra­gen, indi­vi­du­el­le, aber auch gesell­schafts­po­li­ti­sche, es geht um unse­re Res­sour­cen und um Men­schen­wür­de. Wir blei­ben am Ball…” Bericht aus Kel­ling­hu­sen vom Okto­ber 2019. Bis­her unver­öf­fent­licht. Aus aktu­el­lem Anlass ver­öf­fent­lich bei eha-media Mai 2020 externer Link
  • Vion will Betrieb hoch­fah­ren – und droht dem Kreis mit Kla­ge /​Land­rat empört /​[DGB] Ange­droh­te Kla­ge: Vion zeigt wah­res Gesicht 
    • [Vion-Schlacht­hof in Bad Brams­tedt (Kreis Sege­berg)] Schlacht­hof will Betrieb hoch­fah­ren – und droht dem Kreis mit Kla­ge
      “… Nach Infor­ma­tio­nen von NDR Schles­wig-Hol­stein sind inzwi­schen 130 Mit­ar­bei­ter und deren Ange­hö­ri­ge posi­tiv auf das Virus getes­tet wor­den. Vie­le von ihnen woh­nen in einer Sam­mel­un­ter­kunft in Kel­ling­hu­sen (Kreis Stein­burg). Geht es nach Schlacht­hof­be­trei­ber Vion, kann die Qua­ran­tä­ne der Beschäf­tig­ten offen­bar gar nicht schnell genug been­det wer­den. Vion for­dert nach Anga­ben des Krei­ses Stein­burg, dass die nega­tiv getes­te­ten Mit­ar­bei­ter wie­der zur Arbeit gehen dür­fen externer Link – und droht dem Kreis offen­bar mit einer Kla­ge. (…) Die Fra­ge ist jedoch, ob die Behör­den viel­leicht doch ein­grei­fen kön­nen – aus Pan­de­mie­schutz­grün­den. Denn auch im Werk selbst soll es Pro­ble­me geben. Nach NDR Infor­ma­tio­nen sol­len mehr­fach Mit­ar­bei­ter unter Druck gesetzt wor­den sein wei­ter­zu­ar­bei­ten, obwohl sie über Coro­na-Sym­pto­me geklagt und ihre Vor­ar­bei­ter davon in Kennt­nis gesetzt hat­ten. ” Es wird einem nicht geglaubt, wenn man krank ist”, sagt die Ex-Mit­ar­bei­te­rin des Sub­un­ter­neh­mens. “Es wird mit Raus­schmiss gedroht oder damit, dass wir kei­nen neu­en Ver­trag bekom­men.”…“ Bei­trag samt Video vom 11.05.2020 bei NDR externer Link und die Reak­tio­nen:
    • Land­rat Wendt über Vion: “Ich bin empört”
      Betrei­ber Vion for­dert nach Anga­ben des Krei­ses Stein­burg, dass die nega­tiv getes­te­ten Mit­ar­bei­ter des Schlacht­hofs in Bad Brams­tedt wie­der zur Arbeit gehen dür­fen. Land­rat Tors­ten Wendt ist sau­er.” Video vom 11.5.2020 beim NDR externer Link
    • [Land­rat Kreis Stein­burg] Covid-19: Antrag eines Schlacht­be­trie­bes – Ein­satz qua­ran­tä­ni­sier­ter nega­tiv getes­te­ter Beschäf­tig­ter
      Beim Kreis Stein­burg ist in den letz­ten Tagen ein Schrei­ben eines von Fa. VION beauf­trag­ten Rechts­an­wal­tes ein­ge­gan­gen, das auf den Ein­satz bis­her nega­tiv getes­te­ter aber gleich­wohl qua­ran­tä­ni­sier­te Werk­ver­trags­ar­bei­te­rIn­nen aus­ge­rich­tet ist. Im Schrei­ben wird dem Kreis unter kur­zer Frist­set­zung mit einer Kla­ge gedroht. Der Antrag hat beim Land­rat Tors­ten Wendt Erstau­nen aus­ge­löst. Die medi­zi­ni­sche Bewer­tung der Lebens- und Wohn­ver­hält­nis­se der im Kreis Stein­burg qua­ran­tä­ni­sier­ten Werk­ver­trags­ar­bei­te­rIn­nen zeigt, dass es sich bei die­ser Per­so­nen­grup­pe um eine epi­de­mio­lo­gi­sche Ein­heit han­delt, bei der zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten der gegen­sei­ti­gen Anste­ckung gege­ben sind. Nicht ohne Grund steht die gesamt Per­so­nen­grup­pe unter Qua­ran­tä­ne, sagt Tors­ten Wendt. Das Her­aus­lö­sen der nega­tiv getes­te­ten Beschäf­tig­ten ist epi­de­mio­lo­gisch gese­hen sinn­los, da auch bis­lang nicht infi­zier­te Per­so­nen sich jeder­zeit anste­cken kön­nen. Zudem wäre zu erwar­ten, dass der Trans­port erneut in einem Bus durch­ge­führt wird und dort Sicher­heits­ab­stän­de nicht ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen. Es wür­de also ein nicht unbe­trächt­li­ches Risi­ko bestehen, wenn für die­sen in Rede ste­hen­den Per­so­nen­kreis die Qua­ran­tä­ne­re­ge­lun­gen gelo­ckert wür­den. Eine sol­che Locke­rung wäre nur dann gerecht­fer­tigt bzw. denk­bar, wenn hohe All­ge­mein­in­ter­es­sen den wei­te­ren Betrieb unbe­dingt erfor­der­lich machen. Natür­lich zäh­len Schlacht- und Zer­le­ge­be­trie­be als Teil der Ernäh­rungs­wirt­schaft zu den sys­tem­re­le­van­ten Betrie­ben. Qua­ran­tä­ne erset­zen­de Maß­nah­men sind jedoch nur vor­ge­se­hen, wenn der Nicht-Ein­satz von Fach­kräf­ten zu einem Not­stand füh­ren wür­de, also z.B. bei Pfle­ge­hei­men oder Kran­ken­häu­sern. Beim Aus­fall ein­zel­ner Schlacht- und Zer­le­ge­be­trie­be kommt es zu kei­nem Ernäh­rungs­not­stand der Bevöl­ke­rung. (…) Bis­her hat VION stets betont, dass man für die Werk­ver­trags­ar­bei­te­rIn­nen nicht der Arbeit­ge­ber und damit für die Beschäf­tig­ten in ihrer Wohn­si­tua­ti­on nicht ver­ant­wort­lich sei, son­dern ein beauf­trag­tes Sub­un­ter­neh­men (DZS). Nun­mehr scheint man sich doch über­ra­schend in einer direk­ten Ver­ant­wor­tung zu sehen. Zudem ist es erstaun­lich, dass man in die­ser schar­fen Form dem Kreis gegen­über sei­ne Unver­ant­wort­lich­keit gegen­über den Sicher­heits­in­ter­es­sen der Mit­ar­bei­ter im Schlacht­be­trieb, dem Sicher­heits­be­dürf­nis der Bevöl­ke­rung in Kel­ling­hu­sen und dem natio­na­len Infek­ti­ons­ge­sche­hen gegen­über zum Aus­druck bringt. (…) Land­rat Tors­ten Wendt weist dar­auf hin, dass der Kreis Stein­burg in sei­nen Qua­ran­tä­ne­ent-schei­dun­gen zusätz­lich durch das zustän­di­ge Minis­te­ri­um unter­stützt und bestä­tigt wird, so dass es auch kei­nen Grund gibt, von der ein­ge­schla­ge­nen, für alle Betei­lig­ten siche­ren Linie abzu­rü­cken.”” Pres­se­mit­tei­lung vom 11.5.2020 von und beim Land­rat Kreis Stein­burg externer Link
    • [DGB] Ange­droh­te Kla­ge: Vion zeigt wah­res Gesicht
      “Vion und sein Sub­un­ter­neh­men Deut­sche Schlacht- und Zer­le­gungs-GmbH (DSZ) las­sen die Mas­ke der umsich­ti­gen Schlacht­hof­be­trei­ber end­gül­tig fal­len“, kom­men­tiert Susan­ne Uhl, Geschäfts­füh­re­rin des DGB Schles­wig-Hol­stein Nord­west die ange­droh­te Kla­ge gegen den Kreis Stein­burg und Land­rat Tors­ten Wendt. „Vion und DSZ wol­len trotz Coro­na wei­ter unge­hin­dert Geschäf­te machen. Sie set­zen dafür ohne Beden­ken die Gesund­heit der vor­wie­gend rumä­ni­schen Schlach­ter und Zer­le­ger aufs Spiel. Das ist wirk­lich zynisch“, empört sich Susan­ne Uhl. Schon in der Ver­gan­gen­heit war nach Anga­ben der DGB Geschäfts­füh­re­rin, auch das Geschäfts­ge­ba­ren von Vion und sei­nem Sub­un­ter­neh­men ins Zwie­licht gera­ten. So wur­den zum Bei­spiel auch Unter­künf­te von DSZ im Kreis Stein­burg wegen unzu­mut­ba­rer Hygie­ne- und Bele­gungs­stan­dards geräumt. „Das Geschäfts­mo­dell der gro­ßen indus­tri­el­len Schlacht­hö­fe spielt schon lan­ge mit der Ver­let­zung von Arbeits­schutz­rech­ten und mit der Gesund­heit von Werk­ver­trags­be­schäf­tig­ten.“ so Uhl. Ange­sichts der leid­vol­len Enge in den Unter­künf­ten der Sub­un­ter­neh­men kön­nen nega­ti­ve Coro­na-Tests immer nur eine Moment­auf­nah­me sein. Denn noch nir­gends sind die aktua­li­sier­ten SARS-CoV-2-Arbeits­schutz­stan-dards des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums umge­setzt. Danach ist grund­sätz­lich eine Ein­zel­be­le­gung von Schlaf­räu­men vor­zu­se­hen und eine Mehr­fach­be­le­gung nur für Part­ner bzw. enge Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge statt­haft. An die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten erneu­er­te die DGB-Geschäfts­füh­re­rin Susan­ne Uhl ihren Appell, end­lich ein Wohn­raum­auf­sichts­ge­setz zu ver­ab­schie­den, damit die Über­be­le­gung von Woh­nun­gen und Unter­künf­ten durch die Sub­un­ter­neh­mer nicht nur mit den unzu­rei­chen­den Mit­teln des Arbeits­schut­zes sank­tio­niert wer­den kann.“ Pres­se­mit­tei­lung vom 11.05.2020 beim DGB Schles­wig Hol­stein Nord­west externer Link
    • Schlacht­hof Vion: Kri­tik an Sam­mel­un­ter­künf­ten
      130 Mit­ar­bei­ter des Schlacht­hofs Vion in Bad Brams­tedt haben sich mit dem Coro­na­vi­rus infi­ziert. Sind die Arbeits­be­din­gun­gen und die Sam­mel­un­ter­künf­te dafür ver­ant­wort­lich?…” Video des Bei­trags in der Sen­dung Schles­wig-Hol­stein Maga­zin am 11.05.2020 beim NDR externer Link
  • [Nach NRW] Coro­na-Tests in allen Schlacht­hö­fen Schles­wig-Hol­steins 
    “Schles­wig-Hol­stein lässt die Beleg­schaft aller gro­ßen Schlacht­be­trie­be im Land auf Covid-19 tes­ten. Auch Sub­un­ter­neh­mer wür­den durch das zustän­di­ge Gesund­heits­amt getes­tet, sag­te Gesund­heits­mi­nis­ter Hei­ner Garg (FDP) am Frei­tag­abend. Damit reagiert das nörd­lichs­te Bun­des­land auf zahl­rei­che Coro­na-Fäl­le in einem Schlacht­hof in Bad Brams­tedt externer Link (Kreis Sege­berg). Dort sind nach Anga­ben der zustän­di­gen Kreis­ver­wal­tun­gen Stein­burg und Sege­berg mitt­ler­wei­le 119 Mit­ar­bei­ter posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus getes­tet wor­den. Da die meis­ten Infi­zier­ten aus dem Betrieb in einer Unter­kunft in Kel­ling­hu­sen im benach­bar­ten Kreis Stein­burg leben, liegt Stein­burg seit Don­ners­tag – als ers­ter Kreis in Nord­deutsch­land – über einer von Bund und Län­dern fest­ge­leg­ten Gren­ze. Dem­nach müs­sen die Krei­se und kreis­frei­en Städ­te Schutz­maß­nah­men ergrei­fen, wenn es mehr als 50 Neu­in­fek­tio­nen je 100.000 Ein­woh­ner in einer Woche gibt. Im Kreis Stein­burg liegt die Zahl der Neu­in­fek­tio­nen nach Anga­ben des Krei­ses bei 87. Der Grenz­wert mit 131.000 Ein­woh­nern lie­ge bei 66 Neu­in­fek­tio­nen. Die Unter­kunft in Kel­ling­hu­sen steht nach Anga­ben des Krei­ses Stein­burg bereits seit Aus­bruch der Fäl­le unter Qua­ran­tä­ne. Der Kreis sei auch dabei, die Kon­tak­te der Infi­zier­ten nach­zu­ver­fol­gen, so ein Spre­cher des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums. Auf­grund des dyna­mi­schen Infek­ti­ons­ge­sche­hens, das sich nur noch schwer nach­voll­zie­hen und rück­ver­fol­gen las­se, habe der Infek­ti­ons­schutz des Krei­ses Sege­berg eben­falls alle Mit­ar­bei­ter des Schlacht­hofs, die im Kreis Sege­berg leben, unab­hän­gig vom Test­ergeb­nis unter Qua­ran­tä­ne gestellt, sag­te Sege­bergs Land­rat Jan Peter Schrö­der (par­tei­los). Die Pro­duk­ti­on im Betrieb wur­de gestoppt externer Link. (…) Laut Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um gibt es in Schles­wig-Hol­stein der­zeit etwa 50 Schlacht­be­trie­be, dar­un­ter sechs, sie­ben grö­ße­re wie den in Bad Brams­tedt. Soll­ten die Beschäf­tig­ten in Werks­woh­nun­gen oder ähn­li­chen pri­va­ten Gemein­schafts­un­ter­künf­ten leben und dort wei­te­re nicht im Schlacht­hof ange­stell­te Per­so­nen woh­nen, sei­en die­se eben­falls zu tes­ten, teil­te das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um mit. Zudem sind wei­ter­ge­hen­de Tests für Ern­te­hel­fer in Abstim­mung mit den Gesund­heits­äm­tern der Krei­se und kreis­frei­en Städ­te in Vor­be­rei­tung…“ Bei­trag von 08.05.2020 bei NDR externer Link und eine Aktua­li­sie­rung vom 11.5.2020 externer Link
  • Nach Coro­na-Fäl­len: Schlacht­hof Vion stoppt Pro­duk­ti­on 
    “Der Schlacht­hof­be­trei­ber Vion hat die Pro­duk­ti­on in Bad Brams­tedt (Kreis Sege­berg) gestoppt, nach­dem bei zahl­rei­chen Mit­ar­bei­tern eine Infek­ti­on mit dem Coro­na­vi­rus fest­ge­stellt wur­de. Außer­plan­mä­ßi­ge Betriebs­fe­ri­en sind das für die Mit­ar­bei­ter. Dies gesche­he aus rei­ner Vor­sicht und zum Schutz der Beschäf­tig­ten, so das Unter­neh­men. Zuvor hat­te sich nach Anga­be der bei­den Kreis­ver­wal­tun­gen Stein­burg und Sege­berg die Zahl der mit dem Coro­na­vi­rus Infi­zier­ten auf 51 erhöht. Dar­un­ter sind nach Infor­ma­tio­nen von NDR Schles­wig-Hol­stein 49 Arbei­ter, die in einer Unter­kunft in Kel­ling­hu­sen zusam­men leben und über einen Sub­un­ter­neh­mer ange­stellt sind – und zwei direkt bei Vion Beschäf­tig­te. Die Werks­mit­ar­bei­ter wur­den nun für zwei Wochen in ihren Woh­nun­gen unter Qua­ran­tä­ne gestellt, ins­ge­samt leben in dem Wohn­block, einer ehe­ma­li­gen Kaser­ne, rund 110 Men­schen – vor allem aus Rumä­ni­en. Der Kreis beauf­trag­te einen Sicher­heits­dienst, der kon­trol­lie­ren soll, ob sich die Bewoh­ner die Qua­ran­tä­ne-Vor­schrif­ten in der Unter­kunft in Kel­ling­hu­sen ein­hal­ten. “Vie­le der Bewoh­ner waren froh, dass man end­lich getes­tet wor­den ist, damit man Gewiss­heit hat, ob man posi­tiv ist. Inter­es­san­ter­wei­se waren vie­le sym­pto­ma­tisch. Das heißt, sie hat­ten die Anzei­chen einer Coro­na-Erkran­kung geäu­ßert”, sag­te der Land­rat des Krei­ses Stein­burg, Tors­ten Wendt (par­tei­los). (…) Dabei wer­den die Unter­künf­te von Mit­ar­bei­tern der Fleisch­in­dus­trie seit Jah­ren kri­ti­siert. “Man wohnt beengt, man fährt zusam­men zur Arbeit. Man sitzt eng zusam­men”, sagt Anja Halb­rit­ter. Gemein­sam mit einem Hel­fer­kreis küm­mert sie sich um Ange­stell­te in der Fleisch­in­dus­trie. Sie füh­ren die hohe Anzahl an Infi­zier­ten bei Vion auf die beeng­te Wohn­si­tua­ti­on der Mit­ar­bei­ter zurück…“ Bei­trag vom 05.05.2020 beim NDR externer Link
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Der Bei­trag Coro­na-Fäl­le bei Schlacht­hof-Mit­ar­bei­tern von Vion erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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